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BMW, VW, Porsche, Daimler – Autobauer vor Korrektur?

Heute muss die BMW AG als letzter der großen Autobauer Deutschlands die Bücher öffnen. Nachdem zuletzt auch die Daimler AG gute Zahlen vorgelegt hat kann man wohl davon ausgehen, dass auch hinter den Münchnern ein gutes Quartal liegt. Analysten rechnen im Vorfeld der Quartalszahlen mit einem Umsatz von 15,45 Milliarden Euro sowie einem EBIT von 1,54 Milliarden Euro. Können diese Zahlen noch übertroffen werden dürfte noch etwas Luft nach oben im Aktienkurs der BMW AG sein. Die Analysten einzelner Investmenthäuser sind sich bei der Aktie offenbar uneins. Warburg Research hat kürzlich die Anlageempfehlung „Buy“ bestätigt, und das Kursziel von 72,00 auf 79,00 Euro angehoben, während Exane BNP nur 56,- Euro als Kursziel sieht.

Am besten läuft es aber wohl nach wie vor bei dem VW Konzern, der gestern seine Hauptversammlung abgehalten hat. Martin Winterkorn und Ferdinand Piech mussten sich teilweise kritischen Fragen über die Dividendenhöhe gefallen lassen, die bezogen auf den Gewinn je Aktie mit 15% Anteil in diesem Jahr sehr mager ausfällt. Die etwas langatmige Veranstaltung bot aber dann doch noch den ein oder anderen Einblick in die künftige Strategie die insgesamt viel versprechend erscheint. Das Ziel der weltgrößte Autobauer zu werden ist in greifbarer Nähe und könnte bereits vor dem Jahr 2018 erreicht werden. Heute handelt die VW Aktie Ex- Dividende, sprich sowohl die Vorzüge als auch die Stämme dürften um ca. 2,60 Euro niedriger notieren.

Die Daimler Zahlen lagen hingegen „nur“ im Rahmen der Erwartungen. Dementsprechend wurden die Aktien der Stuttgarter in den letzten Handelstagen eher verkauft. Ich halte einen baldigen Test der 50,- Euro Marke für sehr wahrscheinlich. Ebenso könnte die Porsche Aktie nach den jüngsten Nachrichten über erneute Sammelklagen und der damit verbundenen Verschiebung der Fusion mit dem Mutterkonzern VW noch einmal unter Druck geraten. Unterstützungen liegen hier derzeit bei 44,70 und 41,60 Euro. Insgesamt bleibt die Branche anfällig für Gewinnmitnahmen, auch wenn die langfristigen Aussichten stimmen, was die gestern Abend veröffentlichten US Absatzzahlen einmal mehr verdeutlichen. Die Auswirkungen auf die Produktion in den kommenden Monaten durch die Ereignisse in Japan, sowie der hohe Euro der sich ebenfalls negativ auswirken dürfte, sollen in die Anlageentscheidung mit einbezogen werden.

Als weitere Belastungsfaktor für die gesamte Branche dürfte sich ein Bericht der Financial Times Deutschland erweisen. Demnach ergab ein Gutachten der Universität Köln das die Besteuerung von Firmenwagen zu unnötigen Mindereinnahmen für den Staat führt und eine überproportionale Schädigung der Umwelt unterstützt, da insbesondere die spritschluckenden Firmenwagen subventioniert werden. Gerade die Mittelklasse Wagen von BMW und Audi dürften somit wohl in den kommenden Wochen verstärkt in die Schusslinie geraten. Alle deutschen Autobauer bleiben aber weiterhin interessant und sind nach wie vor gemessen an den derzeitigen Gewinnen günstig bewertet

 

Deutsche Bank Aktie sackt ab!

Die Deutsche Bank sieht sich nach jüngsten Presseberichten demnächst mit einer Klage der US Regierung konfrontiert. Worüber schon seit längerem immer wieder spekuliert wurde könnte somit bald Wirklichkeit werden. Die Deutsche Bank habe ihre eigenen Kunden im Zusammenhang mit Hypothekengeschäften betrogen lautet der Vorwurf. Noch heute Abend soll es dazu eine Pressekonferenz geben. Vor knapp zwei Wochen hatte der US Senat den Investmentbanken, darunter auch der Deutschen Bank, vorgeworfen Kunden absichtlich getäuscht, die Märkte manipuliert, und somit die Finanzkrise noch zusätzlich befeuert zu haben. Die Deutsche Bank will sich nun mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln gegen eine Klage der USA zur Wehr setzen.

Der Aktienkurs des Deutschen Branchenprimus ist nach der Meldung kräftig unter Druck. Unter hohen Umsätzen werden die Stücke auf den Markt geschmissen, und verloren fast vier Prozent. Hinzu kam noch, das das amerikanische Investmenthaus JP Morgan den Zielkurs für das Deutsche Bank Papier lediglich von 41 auf 43,- Euro angehoben hat. Dass die Deutsche Bank die über Basel III vorgeschriebene Kernkapitalquote von 7% erst 2012, und damit später als die Mitbewerber erreichen dürfte, erlaube keine Neubewertung der Aktie, hieß es in der offiziellen Meldung. Wie sehr die drohende Klage gegen das Finanzhaus den Aktienkurs in den kommenden Tagen belasten wird bleibt abzuwarten. Vorerst drängt sich ein Kauf wohl nicht auf..

Osama Bin Ladens Tod macht nachdenklich…

An der Börse kam die Nachricht vom Tod Bin Ladens im ersten Moment gut an, die Indizes konnten noch einmal stark zulegen bevor dann die Ernüchterung eintrat. Welche Rolle der Chef des Terrornetzwerkes Al Kaida tatsächlich noch bei der aktuellen Planung von Anschlägen auf die westliche Welt gespielt hat weiß niemand so genau. Viel mehr ist er für Seinesgleichen zu einer Kultfigur geworden und genau hier liegt wohl auch das Problem. Mit seinem Tod könnte Bin Laden posthum nun noch einmal zum Märtyrer hochgelobt werden, der somit andere fanatische Anhänger seiner Glaubensgemeinschaft veranlassen könnte Rache an der westlichen Welt zu üben.

Für mich bleiben bei dem Einsatz der amerikanischen Navy Seals so einige Fragen offen. Die pakistanische Regierung wurde nicht darüber informiert, faktisch stellt der Einsatz damit eine Verletzung der Souveränität Pakistans dar. Das ohnehin etwas angespannte Verhältnis der beiden Nationen wird somit auf eine harte Probe gestellt. Das der Leichnam Bin Ladens so schnell, und unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Meer versenkt wurde lässt weitere Spekulationen zu. Wie so oft bei solchen geschichtsträchtigen Ereignissen in der amerikanischen Geschichte werden wir alle wohl nie erfahren was wirklich passiert ist…

Auch die Aktienmärkte scheinen die jüngsten Ereignisse nun nachdenklich gemacht zu haben. Zumindest werden erst einmal die Übertreibungen der letzten Tage  bei einzelnen Aktien korrigiert. Wie weit nun diese neu eingeschlagene Richtung gehen kann bleibt abzuwarten. Leser unseres Blogs wissen, dass wir schon länger davon ausgehen, dass es zu einer Korrektur der Märkte kommen muss, auch wenn uns der Markt in den vergangenen Wochen eines Besseren belehrt hat..Vielleicht sind es aber auch lediglich saisonal bedingte Gewinnmitnahmen die einmal mehr die Börsenweisheit „sell in may and go away“ untermauern..

Commerzbank – da ist noch Luft nach unten!

Die Commerzbank Aktie macht in den letzten Tagen trotz der stark steigenden Börsen keinerlei Anstalten sich wieder von den deutlichen Abschlägen zu erholen. Auch eine nennenswerte technische Erholung ist bislang ausgeblieben. Ich gehe weiterhin davon aus das die Aktie in den nächten Wochen schwächer tendieren wird. Sieht man sich den Chart etwas genauer an, und beachtet man insbesondere die Bolliger Bänder, so kann man feststellen das – zumindest theoretisch – nun weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich um die 3,60 Euro besteht. Wir würden hier weiterhin abwarten bis die Kapitalerhöhung durch ist, denn es ist nicht ausgeschlossen dass kurz vor der Kapitalmaßnahme noch einmal ein deutlicher Shortangriff stattfinden wird.

Das positive Szenario für die Aktie würde im Gegenzug wie folgt aussehen: Nach der erneuten Bestätigung der vorläufigen Unterstützung oberhalb bei 4,09 Euro konnte die Commerzbank Aktie im gestrigen Handel den Widerstand bei 4,34 Euro nicht nachhaltig überwinden. Gelingt ein Ausbruch über diese Marke kann man auf eine Bodenbildung setzen. Erst bei Kursen über 4,50 Euro würde sich das Chartbild wieder etwas freundlicher zeigen. Ab einem Aktienkurs von 4,70 bis 4,77 Euro dürfte das Schlimmste dann aber erst einmal überstanden sein. Wie oben in diesem Artikel geschrieben räumen wir dem negativen Szenario derzeit aber deutlich mehr Chancen ein.

VW, BMW, Daimler, Porsche, Deutsche Bank – wie gehts weiter?

Japans Industrie meldet heute offiziell den größten Rückgang aller Zeiten, was wohl auch anhand der dramatischen Ereignisse dort nicht weiter verwunderlich ist. Wie die Regierung am Donnerstag in Tokio mitteilte, betrug der saisonbereinigte Rückgang im Vergleich zum Vormonat 15,3 Prozent. Der durch die Naturkatastrophen entstandene Schaden wird inzwischen auf über 400 Milliarden Euro geschätz und liegt somit bereits deutlich über den ersten Schätzungen kurz nach dem Erdbeben. Weiter heißt es dass dies nur die Schätzung für die mittelbaren Kosten des Wiederaufbaus sind, und langfristige Schäden wie etwa durch eine dauerhafte atomare Verseuchung ganzer Regionen des Landes noch nicht beinhaltet.

Die westlichen Börsen scheint dies aufgrund der straken Quartalszahlen einzelner Unternehmen im Moment wenig zu kümmern. Erst gestern war wiedermal der Tag der Autobauer. Sowohl VW als auch Porsche konnen erneut erfreuliche Ergebnisse für Ihre Aktionäre publizieren. Vergessen sollte man bei aller Begeisterung dabei aber nicht, dass durch die Krise in Japan auch für diese Börsenlieblinge bald schwere Zeiten anbrechen dürften. Nicht das sich grundsätzlich an den Perspektiven der beiden Autobauer etwas geändert hätte, aber wie bereits mehrfach erwähnt könnten in den nächsten zwei Quartalen kurzzeitige Dellen in den Bilanzen auftreten. Auch der starke Euro sollte seine Spuren in den kommenden Quartalsberichten hinterlassen..!

Ich gehe weiterhin davon aus, dass es bei allen deutschen Automobilherstellern zu Produktionsengpässen aufgrund von Unterbrechnungen bei den Lieferketten kommen dürfte. Teile aus Japan die dringend benötigt werden um weitere PKW zu produzieren fehlen, und Ersatzlieferanten dürften sich so schnell nicht finden lassen, bzw. dürften diese große Schwierigkeiten haben ihre Produktion der hohen Nachfrage kurzfristig anzupassen. Gerade Massenhersteller wie VW, BMW und Daimler dürften eine solche Entwicklung belasten, eventuell sogar zwingen für einige Wochen wieder teilweise auf Kurzarbeit umzustellen. Dies ist natürlich kein Szenario das eintreffen muss, welches ich aber derzeit für sehr wahrscheinlich halte.

Die Deutsche Bank überraschte heute einmal mehr positiv. Dank kräftiger Zuwächse im Privatkundengeschäft verbuchte der Frankfurter Dax-Konzern im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von drei Milliarden Euro – acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich blieben nach Angaben vom Donnerstag 2,1 Milliarden Euro. Das war fast ein Fünftel mehr als im ersten Quartal des Vorjahres. Die Aktie eröffnete heute mit einem Gap bei knapp 43,- Euro und einem Plus von knapp 4 Prozent. Ich gehe davon aus, das dieses Gap geschlossen werden dürfte. Der gestrige Schlusskurs von 41,80 Euro könnte also kurzfristig noch einmal erreicht werden und sich als gute Kaufgelegenheit erweisen.

Grundsätzlich stellt sich nun die Frage ob es dem Markt, trotz aller widriger Umstände die immer noch präsent sind, gelingen kann sich weiter nach oben zu arbeiten. Saisonal betrachtet befinden wir uns nun am Anfang der „Sauere-Gurken-Zeit“ an den Finanzmärkten. Die Indizes sind hervorragend gelaufen und reif für eine Korrektur oder zumindest eine längere Konsolidierung. Charttechnisch könnte es nun im DAX zu einem Doppeltop kommen, oder aber zu einem Ausbruch nach oben der sich als Fehlsignal erweist. Jetzt noch zu diesen Kursen in die Aktien die zuletzt stark gelaufen sind zu investieren halte ich für gefährlich, nicht zuletzt auch aus charttechnischen Gesichtspunkten.

Die Verlierer der Hausse – Pfleiderer, MPC Capital, Heidelberger Druck

Auf Platz 5, 8 und 17 der größten Geldvernichter des vergangenen Jahres liegen die Aktien von Pfleiderer, MPC, Heidelberger Druck. Alle Unternehmen wurden von der Finanzkrise hart getroffen und haben sich von dem Schock bis heute nicht wieder richtig erholt. Für einen der Kandidaten, der Pfleiderer AG, ist die Luft inzwischen sogar extrem dünn geworden. Nur durch massives Eingreifen von Hedge Fonds und einem vorübergehenden Stillhalteabkommen mit den finanzierenden Banken konnte der hoch verschuldete Holzverarbeiter vor der Insolvenz bewahrt werden. Besagte Hedge-Fonds haben nun auch die Kontrolle über das ehemalige Familienunternehmen übernommen, Altaktionäre wurden somit praktisch von der künftigen Entwicklung bei dem ehemaligen Weltmarktführer ausgeschlossen. Vorstandschef Hans Overdiek räumte kürzlich ein, keinen guten Job bei der Expansion in den USA gemacht zu haben. Die kostspieligen Übernahmen haben dem Unternehmen letztlich wohl das Genick gebrochen. Im Jahr 2010 verlor die Pfleiderer Aktie 60,2 Prozent an Wert, über fünf Jahre betrachtet sogar 84,7 Prozent. Seit Jahresbeginn 2011, als die Aktie noch bei 2,50 Euro stand, mussten die Aktionäre einen weiteren Kurssturz unter die ein Euro Marke verkraften. Pfleiderer bleibt damit wohl der Spitzenreiter auf den Titel der größten Kapitalvernichter.

Bei MPC ist seit dem Ausbruch der Krise ebenfalls mächtig der Wurm drin. Die Fondsbranche hat es schwer erwischt und so notiert der einstige Highflyer nur noch um die 4,- Euro Marke. Kurzzeitig war der Titel sogar auf 2,82 Euro abgestürzt. Die Aktie von MPC müsste nun über 1700% zulegen, um vom aktuellen Kurs wieder bis an das Allzeithoch bei 78,86 Euro anzusteigen. Diese Aussage ist natürlich nur theoretischer Natur! MPC belegt den achten Rang auf der Liste der größten Kapitalvernichter des vergangenen Börsenjahres. Auf Fünf-Jahres -Sicht liegt die Performance gar bei minus 94,1 Prozent. Das Emissionshaus hat im Geschäftsjahr 2010 nach vorläufigen Zahlen zwar ein positives operatives Ergebnis von rund 5 Mio. Euro erzielt, letztlich blieb aber erneut ein Konzernverlust von 39,1 Mio. Euro. Im Vergleich zum katastrophalen Jahr 2009, in dem der Verlust bei 81,3 Mio. Euro lag, hat sich das Minus somit in etwa halbiert. Sicherlich sind auch diese Zahlen wohl aber noch kein Grund für die Aktionäre in Jubel auszubrechen. Die kleine Zwischenrally der Aktie zum Jahresbeginn wurde nahezu komplett wieder abverkauft!

Ein weiterer Weltmarktführer auf der Liste der schwächsten Werte der letzten Jahre ist die Aktie der Heidelberger Druckmaschinen AG. Zwar konnte der Titel im Börsenjahr 2010 sogar leicht, um 6,9 Prozent zulegen, dennoch sieht der Chart im Fünf-Jahres-Zeitraum mit minus 81,8 Prozent nicht unbedingt gut aus. Inzwischen mehren sich die Zeichen, dass der Konzern das Schlimmste bereits hinter sich haben dürfte. Großartige Kurssprünge nach oben sind aber wohl auch hier in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. Für längerfristig orientierte Anleger die auf eine weitere Erholung des deutschen Maschinenbaus im Allgemeinen und der Druckbranche im Speziellen setzten wollen könnten die derzeitigen Kurse aber auf Sicht von mehreren Jahren interessant sein.

Zahlenreigen – Deutsche Bank, Deutsche Börse, Bayer, Merck, SAP, Puma, Volkswagen, Daimler

Deutsche Bank, Deutsche Börse, Bayer, Merck, SAP, Procter & Gamble, Dow Chemical, Unilever, Santander, Sanofi Aventis, UBS, Amazon, Puma. Credit Suisse, Boeing, Volkswagen, Daimler – das sind die wichtigsten Unternehmen in dieser Woche die allesamt Ihre neuen Quartalszahlen vorlegen werden. Wie schon gestern geschrieben dürfte es spannend sein zu beobachten wie sich der Dax in dieser Woche schlagen wird.

Zum Einen liegt eine turbulenten Handelswoche hinter dem Deutschen Leitindex, der sich letztlich getrieben durch gute Zahlen aus dem High-Tech Sektor nach einem Absacker zum Wochenbeginn wieder deutlich erholen konnte, und zum Anderen drohe nun langsam verstärkt Gewinnmitnahmen bevor es in den Wonnemonat Mai geht, der ja bekanntlich an der Börse eher negativ verläuft. Bereits am Montag konnte man in China sehen, dass es verstärkt zu Verkäufen an den Aktienmärkten gekommen ist.

Die Zahlenwerke der Unternehmen werden also auch in dieser Woche wieder den Ton angeben. Großartig negative Überraschungen erwarten wir hier nicht. Die Frage ist vielmehr ob die Unternehmen die hohen Erwartungen des Marktes noch übertreffen können und somit dem Aktienmärkten noch einmal neue Schubkraft verleihen werden, oder nicht. Insbesondere bei den Banken- und Finanztiteln darf man gespannt sein ob dies gelingen kann, da ein Großteil der Anleger nun verstärkt darauf gesetzt hat, dass sich diese Nachzügler im Börsenjahr 2011 besser entwickeln werden als der Durchschnitt..

Die Verlierer der Hausse – Commerzbank, Deutsche Bank und Postbank

Auch unter den Blue Chips findet man Aktien die auf der Liste der schlechtesten Börsenwerte der letzten Jahre zu finden sind. Neben den Bankentiteln wären da noch die Versorgeraktien von  E.ON und RWE zu erwähnen, aber bleiben wir zunächst bei den Banken. Ebenfalls auf der Liste ist natürlich die Commerzbank zu finden, die sich mit einem Minus von 5,6 Prozent im Jahr 2010 schwach präsentierte und in diesem Jahr offenbar noch deutlich schwächer. Damit steht die Commerzbank im direkten Vergleich für das letzte Börsenjahr eigentlich noch ganz gut da, wenn da nicht ein Minus von 78,7 Prozent über fünf Jahre auf dem Kurszettel stehen würde.

Inzwischen hatte sich der Aktienkurs der Commerzbank vorübergehend auf niedrigem Niveau stabilisiert, bevor es nun weiter abwärts ging. Das Bankhaus hat nun eine Kapitalerhöhung geplant mit der man sich nun von der Verschuldung beim Staat befreien, und künftig wieder auf eigenen Füßen stehen will. Die Aktie der zweitgrößten deutschen Bank dürfte wegen der Kapitalmaßnahme bei einer hohen Volatilität in den kommenden Wochen weiterhin unter Druck bleiben. Über einen möglichen Kursverlauf der Aktie haben wir ja bereits in den letzten Tagen ausführlich berichtet. Der Kapitalschritt dürfte langfristig betrachtet aber auch wieder positive Auswirkungen auf den Aktienkurs haben, ebenso wie der für Ende des Jahres geplante Verkauf des SoFFin Anteils. Um die vier Euro ist die Aktie für uns ein langfristiger Kauf, drunter ist noch besser…

Die Postbank ist ja inzwischen in der Deutschen Bank aufgegangen. Mit einem Minus von 9,1 Prozent im Jahr 2010 und einem Wertverlust von 57,6 Prozent in den letzten fünf Jahren hielt sich die ehemalige Bankentochter der Deutschen Post noch recht wacker. Der neue Mutterkonzern, die Deutsche Bank musste  im vergangenen Jahr 13,1 Prozent Minus beim Aktienkurs verkraften und verlor seit 2005 ca. 47,5 Prozent an Wert. Bei der Deutschen Bank kam neben der Finanzkrise noch die Kapitalerhöhung belastend hinzu. Diese war nötig geworden um die Übernahme der Postbank zu finanzieren. Langfristig sollte sich auch dieser Schritt für den Deutschen Branchenprimus, und die Anleger, auszahlen. Die Deutsche Bank bleibt für uns einer der attraktivsten Werte im internationalen Bankensektor.

Dennoch bleibt ein etwas fader Beigeschmack wenn man sich die jüngsten Pläne von Josef Ackermann ansieht. Nachdem noch nicht einmal die letzte Kapitalmaßnahme “verdaut” ist will sich die Deutsche Bank von ihren Aktionären erneut das Kapital wieder auffüllen lassen. Auf der Hauptversammlung am 26. Mai sollen die Anteilseigner nun der Deutschen Bank das Recht einräumen das Grundkapital noch einmal um die Hälfte erhöhen zu können, was in Summe mehr als 18 Milliarden Euro bedeuten könnte. Hinzu kämen noch weitere gut sieben Milliarden Euro an bedingtem Kapital, etwa für Wandelanleihen. Mit diesen Vorratsbeschlüssen will die Deutsche Bank bereits in diesem Jahr die strengeren Kapitalregeln Basel III befriedigen, heißt es in der offiziellen Meldung.. Wir würden hier erst einmal abwarten bis die Rahmendaten der Kapitalerhöhung sowie deren Verwendungszweck klar sind. Kurse zwischen 36,- und 40,- Eruo sind aber auch hier wohl langfristig betrachtet interessante Einstiegskurse.

Gehen die Märkte nun in den Korrekturmodus?

In den letzten vier Wochen konnte keine Nachricht schlecht genug sein um der Euphorie an den Märkten Einhalt zu gebieten. Immer höher stiegen die Aktienkurse fast aller Branchen und das trotz der Krise in Japan, der Portugal-Krise, dem hohen Ölpreis, usw. Jeder dieser Faktoren für sich betrachtet hätte unter normalen Umständen locker das Zeug dazu gehabt die Märkte um bis zu zehn Prozent korrigieren zu lassen, aber nichts ist passiert! Die Bullen haben es offensichtlich nun schwer sich an die alten Höchststände heran zu tasten, oder gar darüber hinaus anzusteigen, die Umsätze an den Börsen sind ebenfalls verhältnismäßig gering, und die neuesten Nachrichten über das tatsächliche Ausmaß der atomaren Katastrophe in Japan scheinen nun auch den letzten Optimisten etwas zu beunruhigen.

In den letzten Wochen haben im vor allem wohl zwei Faktoren dazu beigetragen, dass der Markt so stabil geblieben ist. Zum einen munkelt man dass nun wieder verstärkt Carry-Trades getätigt werden, sprich in größerem Umfang in Japan zinslos Geld geliehen wird um es dann in anderen Regionen dieser Welt mit einem entsprechenden Zinsertrag zu investieren. Und natürlich fließt auch ein gewisser Teil dieses „frischen Kapitals“ in die Aktienmärkte. Zum anderen kann man verstärkt beobachten, dass aufgrund der Unsicherheiten der Anleger über die drohende Inflation weiter massiv Kapital in Sachwerte investiert wird. Dazu gehören neben Immobilien, Gold und Silber nicht zuletzt auch die Aktien von soliden Unternehmen! Die EZB hat nun die Zinswende eingeleitet, und es ist davon auszugehen, dass bald weitere Zinsschritte folgen werden um der drohenden Inflation entgegen zu wirken. Mit etwas Verzögerung reagiert nun der Markt wohl auf dieses Ereignis.

In den USA hat man inzwischen ganz andere Probleme! US-Finanzminister Timothy Geithner warnte bereits am 05.04.2011 die Mitglieder des US-Kongresses davor, dass die USA nur noch wenige Wochen von dem Erreichen der Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar entfernt sei, und geht nun davon aus, dass diese spätestens am 16. Mai erreicht wird. Es geht um den Übergangshaushalt für die US-Regierung der unbedingt noch in kurzfristig verlängert werden muss um eine Zahlungsunfähigkeit der USA zu verhindern. Geschieht dies nicht, dürfte dies weitere sehr negative Folgen für das weltweite Vertrauen in die USA, deren Unternehmen und den Dollar haben. Je nachdem welche Signale diesbezüglich also nun aus den USA kommen könnte sich die aktuelle Bewegung somit also weiter verstärken.

Noch ist es sicherlich zu früh sich um die allgemeine Verfassung der Finanzmärkte ernsthafte Sorgen zu machen, aber erste Warnsignale sind nun zu erkennen. Wenn ich von einer Korrektur des Marktes ausgehe, rede ich auch nicht von einem erneuten Absturz, sondern viel mehr von einem geordneten Rückzug auf ein angemessenes Niveau das die weltpolitischen Ereignisse einpreist. Ich könnte mir vorstellen das ein Rücksetzer bis ca. 6.750 Punkte im Dax in den kommenden Tagen oder Wochen noch einmal möglich ist. Hier sollten sich dann bereits wieder sehr interessante Kaufgelegenheiten im kurzfristigen Bereich ergeben. Allen voran sind dann wieder die zyklischen Aktien wie die Autobauer VW und Porsche interessant. Achten Sie auch auf den S&P 500, dieser sollte nun zumindest bis in den Bereich bei 1.290 Punkten korrigieren. Erst einmal kann man wohl davon ausgehen, dass die Börsen sich bis nach Ostern relativ ruhig verhalten werden…spannend dürfte die Woche danach werden! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bereits heute besinnliche Ostertage!

Commerzbank Aktie – weiter abwärts nach kurzer Erholung?

Die Commerzbank Aktie dürfte auch in der kommenden Woche zu den schwächeren Titeln gehören. Am Donnerstag konnte man erneut hoches Verkaufs-Interesse im Orderbuch sehen. Nachdem die Aktie in den letzten drei Handelstagen jeweils zu Beginn des Handels in Deutschland Kurszuwächse verbuchen konnte, wurden aber im Tagesverlauf dann weiter große Pakete abgeladen. Fachleute gehen inzwischen ebefalls verstärkt davon aus, das sich die Aktie bis zum Abschluss der Kapitalerhöhung negativ entwickeln wird. Ebenfalls deutlich negativ zu werten ist das die Aktie von dem starken Kursanstieg der letzten Woche nahezu gar nicht profitieren konnte.

Mit einem aktuellen Aktienkurs von 4,37 Euro ist die Commerzbank Aktie damit nur unweit von dem Tiefsstand des Jahres bei 4,15 Euro entfernt, und deutlich anfällig für weitere Abschläge. Nach dem von uns erwarteten Abschlag in Richtung 4,- Euro könnte der Fall der Aktie somit weiter in Richtung der nächsten Unterstützungen bei 3,84 Euro und 3,51 Euro gehen, wenn die vier Euro Marke unterschritten werden sollte. Die letzten Handelstage sehen wir somit eher als eine nicht überzeugende technische Gegenreaktion auf die vorangegangenen Kursgewinne, als eine nachhaltige Trendwende der Aktie. Ein Einstieg drängt sich derzeit nicht auf, die Unsicherheiten bleiben hoch, das Riskio überwiegt die Chancen.

Die Verlierer der Hausse – E.ON und RWE

Kürzlich hat der Spiegel Online in Zusammenarbeit mit dem DSW die Liste der Börsenverlierer der letzten Jahre veröffentlicht auf die wir auch mit unserer Serie „Die Verlierer der Hausse“ etwas näher eingehen wollen. Die gerade wieder veröffentlichte „DSW-Watchlist“ der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, die jedes Jahr die größten Kapitalvernichter aufführt offenbart was viele schon gewusst haben, es läuft wieder prächtig am Deutschen Aktienmarkt, allerdings nicht für alle Unternehmen! Es gibt zahlreiche Firmen, an denen der Aufschwung offenbar vorbeigegangen ist. Sie haben das Geld ihrer Aktionäre in großem Stil verbrannt. Aber auch unter den auf der Liste aufgeführten Werten dürfte es interessante Nachzügler geben die mit etwas Verspätung, und vor allem nach erfolgreicher Restrukturierung eine berechtigte Chance auf ein Comeback haben!

Heute möchten wir dennoch auf zwei Werte eingehen die nicht auf der DWS Liste stehen, sich aber trotzdem im letzten Börsenjahr sehr schwach präsentiert haben. Warum diese beiden Werte nicht auf der Liste zu finden sind bleibt ein Rätsel. Die E.ON Aktie ist im Börsenjahr 2010 von knapp 30,- Euro auf ca. 23,- Euro gefallen und hat damit knapp 25 Prozent an Wert eingebüßt während nahezu alle anderen deutschen Blue Chips zweistellig zulegen konnten. Ebenso sieht der Drei-Jahres Chart bei dem Titel mit einem Minus von ca. 50 Prozent nicht berauschend aus. Bei RWE sieht diese Bilanz sogar noch etwas schlechter aus. Der Aktienkurs fiel in 2010 von ca 68,.- Euro auf nunmehr 43,- Euro, also über 35 Prozent. Anfang 2008 stand der Aktienkurs noch bei runden 100,- Euro.

Die Energieversorger E.ON und RWE galten früher insbesondere in schweren Zeiten als gute, und sichere Anlage, ebenso wie konservative Pharmawerte. Insbesondere die hohe Dividende führte in den letzten Jahrzehnten immer wieder dazu, dass diese beiden Werte als Symbol der Sicherheit in die Depots der Anleger wanderten. Offenbar hat sich diese Einstellung der Anleger nun grundlegend geändert, und ob die Energieversorger nach der ganzen Kernkraftdebatte in den kommenden Jahren noch Dividenden in der gewohnten Höhe ausschütten werden bleibt vorerst fraglich. Hinzu kommt sicherlich nach der japanischen Atomkatastrophe, dass immer mehr Anleger Ihre Investments auch unter ökologischen und moralischen Gesichtspunkten tätigen…

Andere Faktoren wie die weltweit anziehende Erdgasnachfrage dürfte künftig aber zu steigenden Strompreisen führen, und somit auch für E.ON & Co. zu einem gewissen Ausgleich der geschmälerten Gewinne aus dem Atomgeschäft führen. Langfristig betrachtet wird den beiden großen Energiekonzernen wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich in Zukunft verstärkt bei den alternativen Energien zu engagieren. Dies dürfte aber in der Investitionsphase erst einmal teuer werden, und die Gewinne der kommenden Jahre entsprechend schmälern. EON und RWE bleiben ein Basisinvestment, werden aber nach unserer Meinung auch in den kommenden Jahren wohl nicht zu den Highflyern an der Börse gehören. Somit ist es für sicherheitsorientierte Anleger die hier gerne investieren wollen umso wichtiger dafür den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Wir halten Sie im Blog und über den Newsletter auf dem Laufenden!

Die Verlierer der Hausse – Conergy, Solon, Q-Cells

An der Börse wird ja grundsätzlich eher die Zukunft gehandelt, dennoch kann auch gelegentlich ein Blick in die Vergangenheit nicht schaden. Aus diesem Grunde haben wir hier auf Investors Inside in den kommenden Tagen die Serie der größten Kapitalvernichter aus dem vergangenen Börsenjahr, sowie dem vergangenen Fünf-Jahres-Zeitraum für Sie zusammengestellt. Der ein oder andere Wert dürfte unseren Lesern sehr wohl bekannt vorkommen. Die Frage ist nun lässt sich von der vergangenen Performance eventuell die zukünftige Kursentwicklung ableiten, lässt bzw. sich in dieser Liste eventuell sogar ein interessanter Rebound-Kandidat für die Zukunft findet. Sicherlich sind auf den ersten Blick fast alle hier aufgeführten Titel mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Einige Aktien werden wohl ihre alten Höchststände nie wieder erreichen oder gar in der Versenkung verschwinden, wohingegen andere die Hausse bislang einfach nur verpasst haben und noch enormes Potenzial bieten könnten:

Die Serie beginnt heute mit den Solarwerten Solon auf Platz 1, Q-Cells auf Platz 3 und Conergy auf Platz 6 der Liste der schlechtesten Aktien im Börsenjahr 2010. Während wir bei Conergy nur noch sehr wenig Hoffnung haben, dass sich die Firma noch einmal in ungeahnte Höhen aufschwingen kann, stehen die Chancen dafür bei Solon und Q-Cells etwas besser. Conergy konnte zwar die Umsätze in 2010 um 52% auf € 913,5 Mio. (2009: € 600,9 Mio.) steigern, es gelang dem Unternehmen jedoch nicht wieder in die Gewinnzone zurück zu finden. Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -14,7 Mio. Euro (2009: -21,8 Mio. Euro) betrug das Nachsteuerergebnis -42,0 Mio. Euro (2009: -81,1 Mio. Euro). Für 2011 erwartet Conergy nun einen Umsatz in Höhe von knapp einer Milliarde Euro, ob hieraus auch wieder ein positives Ergebnis erwartet werden kann bleibt vorerst fraglich. Auf Sicht der letzten fünf Jahre mussten Anleger einen Wertverlust bei der Aktie von satten 94,6 Prozent hinnehmen. Es bleibt wie es ist, die Conergy Aktie ist nur etwas für die ganz hart gesottenen Anleger.

Mit einer Wertminderung um 91 Prozent innerhalb des Fünf-Jahres Zeitraumes und alleine 67,6 Prozent Verlust hatten die Solon Aktionäre wohl auch nicht viel zu Lachen. Der Berliner Solaranbieter konnte seinen Umsatz im Jahr 2010 um satte 76 Prozent auf 619,9 Millionen Euro steigern schaffte es aber ebenfalls nicht dabei Gewinne für seine Aktionäre zu erwirtschaften. Das Ebit belief sich auf nur  0,4 Millionen Euro. Die ist zwar ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein Minus von 199,2 Millionen Euro erwirtschaftet wurde,  das Konzernergebnis fiel aber mit minus 19,80 Millionen Euro immer noch deutlich negativ aus. Im Jahr 2009 musste die Solon AG noch Verluste in Höhe von 271,6 Millionen Euro bekanntgeben. Uns hat auch das jüngste Zahlenwerk bislang nicht davon überzeugt, dass sich hier nachhaltig etwas verändert hat.

Noch die besten Chancen auf eine nachhaltige Trendwende sehen wir bei der Q-Cells Aktie. Die Aktie hat alleine im Börsenjahr 2010 um 72,9 Prozent an Wert verloren, und gehört damit zu den Top Drei Kapitalvernichtern in 2010.  Auf Sicht von fünf Jahren waren es 87,5 Prozent Wertverlust. Wir stufen die Q-Cells Aktie momentan mit „neutral“ ein. Große Kurssprünge sind hier wohl kurzfristig nicht zur erwarten, allerdings scheint die Marke um die 2,80 Euro eine solide Basis zu bilden. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die Q-Cells Aktie in den kommenden Jahren wieder zu den Basisinvestments im deutschen Solarsektor avancieren kann. Für 2011 planen die Hersteller von Solarzellen eine Steigerung der Produktion auf rund 50 GW. Sollte die Branche von den aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland künftig wieder verstärkt profitieren, könnte sich dieser Faktor auch in den Q-Cells Bilanzen deutlich positiv bemerkbar machen.

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