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Trump-Mania am Aktienmarkt und warum man skeptisch bleiben sollte…

Nachdem sich nun der erste Rauch nach der US Präsidentschafts-Wahl etwas gelegt hat, macht es für mich nun durchaus Sinn meine schreibende Tätigkeit hier im Blog wieder aufzunehmen. Ich behaupte nicht unbedingt, dass es durch den überraschenden Wahlerfolg Donald Trumps nun leichter geworden ist sich zu orientieren, bzw. Prognosen für die nahe oder ferne Zukunft abzugeben. Aber es gibt durchaus ein paar Marktbewegungen die nun Ihre erhöhte Aufmerksamkeit benötigen…

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VW, Samsung, BASF und Apple – Die Luft wird dünn..!

Es war ohne Zweifel eine bewegte Börsenwoche, die da hinter uns liegt. Ob die neue Woche ähnlich verlaufen wird bleibt abzuwarten, denn der starke Intraday-Bouncen an den US Märkten vom Freitag hat durchaus das Zeug dazu kurzfristig wieder für höhere Notierungen zu sorgen, auch wenn ich persönlich noch nicht davon überzeugt bin, dass diese dann nachhaltig sein werden. Denn wie erwartet waren es insbesondere die Verlierer des letzten Quartals die von diesem Bouncen profitiert haben. Sie erinnern sich vielleicht an den Artikel in dem ich dieses Phänomen beschrieben habe…  Die großen US Blue Chips konnten diesem Kursanstieg aber ebenso wenig folgen wie so manche Branche, die zuvor für einen sechs Jahre währende Rallye gesorgt hatte. Allen voran ist die Schwäche bei Apple auffällig, die – falls meine Beobachtungen richtig sind – deutliche Auswirkungen auf die Wall Street haben könnte. Vorsicht bleibt somit weiterhin geboten, auch wenn man aus anderen Gründen durchaus verhalten optimistisch sein darf.

Allen voran wäre hier der zur Zeit gerne zitierte Vergleich mit dem Börsenjahr 2011 zu nennen, der gewisse Parallelen mit der heutige Situation aufweist. Die Aktienkurse fanden Ihren Boden nach einer ausgedehnten Korrektur Anfang Oktober, stiegen dann stark an und kamen im November noch einmal zurück, bevor die eigentliche Jahresendrally startete. Die daraus möglicherweise resultierende inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation wäre der Startschuss für einen kräftigen Jahresendspurt. Diese Wette des Marktes auf einen Gleichlauf mit dem Jahr 2011 ist sicherlich auch ein Grund für die teilweise kräftigen Kursgewinne einiger Aktien am vergangenen Freitag. Vorrangig aber ist dieser wohl der Annahme des Marktes geschuldet, dass die US Notenbank bis auf weiters keine Zinserhöhungen durchführen kann. Die am Freitag veröffentlichten Daten hierzu waren deutlich schlechter als erwartet.

Für den Volkswagen-Konzern scheint die Luft indes immer dünner zu werden. Die Nachrichtenlage um den Abgasskandal kann man durchaus als düster bezeichnen und heut noch nicht sicher sagen, ob sich dieser nicht doch als existenzgefährdend erweisen wird. Auch am Samstag erreichten weitere Ungereimtheiten die Leser durch diverse Medien. Mögliche Investitionskürzungen sind hier wohl nur als das kleinste Ãœbel zu nennen. Somit bleibe ich bei meiner Aussage, dass sich der VW-Skandal als echter „Schwarzer Schwan“ erweisen könnte, der nun auch schon auf andere Branchen überzugreifen scheint. Der tatsächliche Stromverbrauch von Fernsehgeräten, wie im aktuellen Falle bei Samsung, könnte demnächst ebenso das Interesse verschiedener Institute auf sich ziehen wie der anderer Unterhaltungselektronik- oder Haushaltsgeräte.

Für die VW Aktie als unfreiwilliger Vorreiter in Sachen Schummeleien, zeigen sich auch die Analysten inzwischen lange nicht mehr so optimistisch wie zur Bekanntgabe der Verfehlungen. Die Kursziele werden reihenweise nach unten angepasst. Erste Zielmarken liegen nun schon unterhalb der 80,- Euro Marke, weitere dürften erfahrungsgemäß folgen. Noch immer offen ist zudem, ob sich eventuell auch bei dem ein oder anderen Mitbewerber von VW demnächst irgendwelche Leichen im Keller finden lassen. Die Prüfungswut verschiedenster Behörden in diesem Zusammenhang sollte keinesfalls unterschätz werden! Dementsprechend hoch bleiben die Risiken in der gesamten Automobil-Branche, teilweise auch branchenübergreifende wie im Falle BASF. Der Chemieriese ist einer der größten Lieferanten des Volkswagen Konzerns…

Es wird also möglicherweise erst einmal einen positiven Start in die Woche geben, der aber nicht für alle Branchen gut laufen muss. Ab Mittwoche erwarten wir neue Impulse von der Berichtssaison für das abgelaufene dritte Quartal. Hier werden sich ggf. bereits erste Bremsspuren in den Bilanzen einiger Unternehmen andeuten, die direkt oder indirekt von dem Abgas-Skandal, der Schwäche in China oder aber der deutlichen Kaufzurückhaltung in verschiedenen Regionen dieser Welt, betroffen ein könnten. Zudem darf man wohl extrem gespannt darauf sein, wie sich insbesondere die Gewinnsituation bei den großen Geldhäusern, aber auch den Versicherern, entwickelt hat. Nach einem so schwachen Quartal mit extrem hoher Volatilität ist nicht zwingend mit guten Ergebnissen zu rechnen.

Fazit: Die nächsten zwei Wochen bleiben auch statistisch gesehen noch mit die gefährlichsten des Jahres. Insbesondere die Unternehmensdaten zum dritten Quartal sehe ich als ernsthaften Risikofaktor. Sich bei der Geldanlage auf einen Vergleich mit einem in der Vergangenheit liegenden Börsenjahr zu verlassen, ist mir persönlich zu dünn. Darauf zu setzen dass es keine Zinserhöhung in den USA geben wird auch, da das Thema insgesamt langsam etwas lächerlich und unglaubwürdig ist. Vorsicht und Gelderhalt bleiben somit auch weiterhin die oberste Devise… Die neuerliche Destabilisierung Europas durch die Flüchtlingsfrage, aber auch Griechenland, die angestrebte Eigenständigkeit Kataloniens und den drohenden Austritt der Engländer, finde ich da schon deutlich interessanter. Auch hier sehe ich langsam ernsthaft den ein oder anderen schwarzen Schwan anflattern…!

DAX 8.000 oder 7.400 Punkte im Visier?

Die Unsicherheit dürfte auch in der kommenden Woche weiter anhalten… Nachdem der amerikanische Aktienmarkt das Inkrafttreten der automatischen Ausgabenkürzungen (Sequester) erstaunlich gelassen zur Kenntnis genommen hat, konnten sich die Aktienkurse im späten Handel wieder etwas erholen. Dennoch schweben nach wie vor die politischen Unsicherheiten aus Italien über den Märkten. Eine Regierungsbildung in der drittgrößten Wirtschaftsnation der Eurozone gestaltet sich weiterhin schwierig. Der heimliche Wahlsieger und ehemalige Komiker Beppe Grillo flirtet bereits öffentlich mit einem Austritt seines Landes aus der Eurozone und der Wiedereinführung der Lira. Kurz nachdem er einen Schuldenschnitt für sein Land verlangt hatte soll nun eine Volksabstimmung über den Verbleib Italiens in der Währungsunion entscheiden. Zudem prophezeit der Grillo bereits jetzt den Zusammenbruch des gesamten Systems. Seine Protestbewegung „Fünf Sterne“ hatte bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 25,5 Prozent der Stimmen errungen.

Nicht das wir nicht an markige Sprüche aus Italien gewöhnt wären, aber in dieser Form sind solche Aussagen doch zumindest geeignet dafür weitere Verwirrung und Verunsicherung unter den Anlegern zu sorgen. Es ist somit aus heutige Sicht schwer abschätzbar wie der Markt darauf am Montag oder den kommenden Tagen reagieren wird. Der italienische Leitindex MIB 40 steht zudem aus charttechnischer Sicht an einem sehr interessanten Punkt, an dem eine größere Kurbewegung in die ein- oder andere Richtung zu erwarten ist. Fällt der Index nun aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend nach unten durch dürfte das nicht ohne Folgen für die anderen europäischen Indizes sein.

Zudem hat Barack Obama mit seiner Unterschrift unter den Sequester nun wohl einigen Anlegern, die bis zuletzt gehofft hatten dass es in letzter Sekunde doch noch eine Lösung geben könnte, den letzten Wind aus den Segeln genommen. Kurzum, die kommende Woche wird nicht weniger spannend als die letzte, und die Volatilität wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin zunehmen. Das heißt aber nicht zwingend, dass man nun mit einem Absturz rechnen muss. Letztlich erfordert diese Situation aber unbedingt unsere erhöhte Aufmerksamkeit. Denn, das eigentlich faszinierende ist an dieser Stellen dass es unglaublich viele Aktien gibt die noch nahe ihren Tiefständen notieren, während die Indizes überwiegend bereits neue Hochs ausgebildet haben.

Man stellt sich also zwangsläufig die Frage ob diese schwachen Aktien nun bald bouncen werden oder aber die bislang starken Aktien bald auch deutlich nachgeben. Gefühlt befinden wir uns bei der Betrachtung einzelner Aktien bereits seit einigen Tagen in einer ausgedehnten Korrektur, sieht man sich beispielsweise den gesamten Rohstoff-Sektor an. Dennoch gibt es auch Anzeichen dafür das der ungebremste Strom an Liquidität einfach alles platt walzt was sich ihm in den Weg stellt. Die FED hat in dieser Woche noch einmal versichert „alles zu tun“ um die gesteckten Ziele auch zu erreichen und weiterhin kräftig Geld in den Markt zu pumpen, falls notwendig. „Never fight the FED“ heißt eine Börsenweisheit, die uns ermahnt diesen Faktor keinesfalls zu ignorieren.

Was macht man jetzt aus einer solchen Situation? Ich habe mein Depot bereits Anfang letzter Woche auf ein gesundes Maß zusammengestutzt und warte nun auf ein neues und vor allem klares Signal. In Phasen wie diesen ist es einfach nicht klug zu hoffen oder zu raten was passieren könnte, denn es ist schlicht nicht absehbar. Grundsätzlich gehe ich davon aus dass sich das italienische Schreckgespenst wieder verziehen wird, oder zumindest der übliche Gewöhnungseffekt irgendwann einsetzt. Politische Ereignisse haben erfahrungsgemäß eben nur eine bedingte Halbwertszeit. Andererseits ist eine Korrektur in absehbarer Zeit grundsätzlich zu erwarten und wäre auch gesund. Aber, wie wir alles wissen kann der Markt zuvor in eine Übertreibungsphase übergehen, bevor er seinen wahren Charakter zeigt. Die Kursverluste in einzelnen Sektoren sind in jedem Fall ein erstes Warnzeichen und sollten ernst genommen werden!

Die richtige Strategie kann also aus meiner Sicht nur lauten dass man sich momentan nur sehr kurzfristig engagiert und/oder die Risikokontrolle im Depot entsprechend sorgfältig plant und umsetzt. In jedem Falle muss man nun etwas vorsichtiger werden bis Mr Market sich entschieden hat wohin er tatsächlich laufen will. Sollten die Indizes nun weiter  nach oben laufen, muss man entsprechend schnell reagieren. Denn dann könnte noch einiges drin sein, bevor wir die erste wirkliche Korrektur des Jahres zu sehen bekommen. Im umgekehrten Fall ist es ratsam schnell und konsequent wieder auszusteigen und auf ein besseres Setup zu warten. Ich kann Ihnen also in dieser Woche keinen wirklichen Rat geben, sondern Ihnen lediglich mitteilen wie ich mich verhalten werde. Zu einzelnen Aktien werde ich wie gewohnt ein paar interessante Artikel und neue Einschätzungen in den kommenden Tagen hier auf www.investorsinside.de veröffentlichen, die Sie interessieren dürften…Spätestens mit der nächsten Ausgabe unseres kostenlosen Börsenbriefes sollte die Sicht auf die kommenden Monate dann wieder etwas klarer werden.

Bis dahin wünsche ich Ihnen gute Entscheidungen und erfolgreiche Trades!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Wochenausblick, Marktbericht DAX & Co.

Heute gerät der Markt durch die Aussagen des chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao  kräftig unter Druck. Hinzu kommt ein wieder anziehender Ölpreis, der mit dem kämpferischen Aussagen des US Präsidenten am Wochenende zusammen hängen dürfte. Bei der Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses der Kommunistischen Partei Chinas prognostizierte die politische Führung des Landes ein deutlich schwächeres Wirtschaftswachtum Chinas in diesem Jahr. Dieses soll nur noch bei 7,5 Prozent liegen, was für einen westliche Nation immer noch ein stolzer Wert wäre, für den Wachstumsmotor China aber den schwächsten Wert seit acht Jahren bedeutet. Im letzten Jahr ist die Wirtschaft Chinas noch um 9,2 Prozent gewachsen. Insbesondere der Außenhandel, der im vergangenen Jahr noch um 22,5 Prozent zulegen konnte, werde sich in diesem Jahr auf zehn Prozent halbieren, hieß es.

Nachdem auch bereits wenige Tage nach der Einigung nun schon wieder über ein mögliches drittes Rettungspaket für Griechenland diskutiert wird ( Wer hätte das gedacht 🙂 ) ist die Nachrichtenlage insgesamt also deutlich negativ. Auch von konjunktureller Seite dürften in der ersten Hälfte dieser Woche wenig neue Impulse kommen, die den DAX über die Marke von 7.000 Punkten heben könnten. Am Freitag erwarten wir die endgültigen US Arbeitsmarktdaten sowie am Mittwoch wie üblich die Vorläufer dieser Veranstaltung, die Veränderung der ADP Non-Farm Arbeitsplätze. Am Donnerstag folgt dann die EZB Zinsentscheidung sowie die US  Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Ebenfalls am Freitag wird die Handelsbilanz der USA und die aktuelle Arbeitslosenrate erneut veröffentlicht.


Es ist also gut möglich, dass wir in dieser Woche nun einen weiteren Rücksetzer an den Märkten sehen werden. Zumindest die erste Hälfte der Woche könnte etwas turbulent werden. Sollten die US Arbeitsmarktdaten nicht entsprechend positiv ausfallen ist auch eine Korrektur möglich. In der kommenden Woche laufen mal wieder einige Optionen aus, und so ist es nicht unwahrscheinlich dass wir uns wieder in einer Phase größerer Kursschwankungen befinden könnten.

Aus unserem kostenlosen Börsen Newsletter vom Wochenende: „Die aktuelle Konsolidierungszone verläuft zwischen 6.989 und 6.730 Punkten. Wird diese Zone verlassen dürfte ein stärkerer Ausschlag erfolgen, unabhängig von der Richtung. Ein Anstieg über die Marke von 7.000 Punkten dürfte dann zu Anschlusskäufen führen die den DAX zunächst in den Bereich 7.340 Punkte schieben. Später sind dann auch 7.600 Punkte denkbar. Taucht der DAX aber aus der Konsolidierungs-Zone nach unten ab, dürfte auch dann eine entsprechend dynamische Bewegung folgen, die den Index dann bis zur Unterstützungszone (blaues Rechteck) zwischen 6.498 und 6.375 Punkten führt. Auch ein Rücksetzer bis zum 50er Fibonacci Retracement bei 6.275 Punkten halte ich dann für sehr wahrscheinlich.

DAX – die finale Entscheidung steht noch aus !

Seit nunmehr fast sechs Wochen läuft die aktuelle Rally an den Börsen, die so harmlos als „Santa Claus Rally“ angefangen hat, und eigentlich bis zum ca. 10 Januar hätte auslaufen sollen. Inzwischen hat sich diese Kursbewegung nun zu einem waschechten Bullenmarkt entwickelt, der weiterhin Bestand hat. Wir befinden uns in einem Aufwärtstrendkanal, und so lange dieser nicht verlassen wird müssen wir davon ausgehen das die Kurse weiter steigen, auch wenn die Luft bei der ein oder anderen Aktie inzwischen etwas dünn zu werden scheint. Wie ich Ihnen in der letzten Ausgabe unseres Newsletters bereits geschrieben habe ist es aber, trotz aller Begeisterung über endlich wieder steigende Kurse, die oberste Pflicht eines jeden Anlegers sich gegen eventuell Rückschläge abzusichern – auch auf die Gefahr hin eventuell unglücklich ausgestoppt zu werden… !

An dieser Stelle möchte ich noch einmal kurz auf den Chart aus unserem letzten Börsen Newsletter vom 22.01.2012 eingehen, den ich hier gerne noch einmal einstelle. Die Zielzone wurde nun erreicht, auf Schlusskursbasis konnte diese aber nicht überwunden werden. Die Umsätze sind nach wie vor eher dünn, das heißt das die Marktbewegung (noch) nicht vom großen Geld mitgetragen wird. Viel mehr ist anzunehmen dass viele institutionelle Investoren diese Rallye bislang schlicht verpasst haben, und immer noch auf einen guten Einstieg warten. Diese Theorie würde dadurch unterstrichen, dass in den letzten Tagen jede kleine Schwäche des Marktes sofort wieder gekauft wird.

Entweder wird also das Big Money nun weiter scheibchenweise einsteigen, oder man wartet auf den großen Knall. Kommt dieser nicht werden institutionelle Anleger sich irgendwann dieser Rally anschließen müssen, ob sie wollen oder nicht. Aus charttechnischer Betrachtung gibt es also genügend Aktien die immer noch extrem interessant sind und weitere Kursgewinne versprechen. Die grundsätzliche Richtung stimmt nun wieder, weil Anleger offensichtlich das Gefühl haben, dass Politiker nun wissen was zu tun ist um das Vertrauen der Märkte zurück zu gewinnen.

Potenzial für eine heftige Kursbewegung nach unten ist aber ebenfalls genügend vorhanden. Zwar wurde die überkaufte Situation in den Indizes nun wieder einigermaßen abgebaut, und somit ist der Korrektur-Druck etwas geringer, aber die aktuellen politischen Ereignisse haben allesamt das Potenzial für eine solche Bewegung. Die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes und deutliches Abtauchen des DAX um 1.000 Punkte oder mehr ist in meinen Augen nun aber etwas gesunken, eine Korrektur um 300 bis 400 Punkte aber immer noch jederzeit möglich. Wahrscheinlich werden die Märkte aber nun zunächst in eine abwartende Seitwärtsbewegung übergehen, bis klare Signale aus Griechenland kommen.

Denn, eine mögliche Insolvenz Griechenlands ist zum jetzigen Zeitpunkt keineswegs vom Tisch, und wäre wahrscheinlich ein solches Ereignis dass einen entsprechenden Kursrutsch auslösen könnte. Die Stimmen nach einem solchen Schritt werden immer lauter, und sogar die betroffenen Kreditinstitute sind nicht mehr abgeneigt dem „Final Cut“ zuzustimmen. Der Imageverlust für den Euroraum wäre dann wohl nur von kurzer Dauer, die Verwerfungen an den Kapitalmärkten wahrscheinlich auch. Griechenland hätte hingegen danach wieder eine echte Chance auf nachhaltige Restrukturierung, und der Rest Europas die Option mit einer Einmalzahlung aus dieser Ehe aus zusteigen. Die Geldschleusen der FED und der EZB sind inzwischen weit geöffnet sodass wohl das Schlimmste verhindert werden sollte. Bankhäusern wurde genügend Zeit eingeräumt sich auf einen Hair Cut oder ähnliche Szenarien vor zu bereiten…

Für das Gesamtjahr bin ich hingegen inzwischen sehr optimistisch. Nicht nur das eine alte Börsenweisheit besagt, dass der Verlauf des Januars bestimmend für das Gesamtjahr sein wird, und wir mit einem Plus von 11,2 Prozent im DAX somit sehr gut im Rennen liegen. Viel mehr die Tatsache das nun offensichtlich eine Beruhigung der Märkte, und das trotz immer wieder schlechter Nachrichten, eingekehrt ist, lässt auf wieder bessere Börsenzeiten hoffen. Dennoch kann und werden die Börsen nun nicht wie an der Schnur gezogen weiter nach oben laufen. Der Markt muss auch mal wieder etwas Luft ablassen, und das wird er. Die Frage ist nur wann? Denken Sie bitte im Jahresverlauf immer wieder mal an die beiden letzten Newsletter zum US Präsidentschaftszxklus und dem zuletzt stark eingebrochenen Baltic Dry Index. Vieles spricht für einen deutlichen Rücksetzer im zweiten Quartal dieses Jahres. Wie heißt es doch so schön: „Die Börse ist keine Einbahnstraße! “ Denken Sie bitte immer daran!

Bis dahin wünsche ich uns allen aber erst einmal weiterhin schöne Gewinne, und den Mut diese dann zum richtigen Zeitpunkt auch zu sichern!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

 

P.S Ich hatte Ihnen in unserem Blog kürzlich ein paar Goldaktien vorgestellt, die Sie sich unbedingt noch einmal ansehen sollten. Denn Goldaktien gehören seit den letzten Aussagen der FED, weiterhin billiges Geld zur Verfügung zu stellen, nun wieder zu den Lieblingen an der Wallsstreet. Diese Bewegung dürfte gerade erst so richtig angefangen haben. Letztlich sind die genannten Werte auch aus charttechnischer Sicht so weit „unten“ dass das Risiko entsprechend überschaubar sein sollte. Die Maßnahmen der FED werden natürlich auch die Inflation weiter befeuern. Gold bleibt somit auch im Jahr 2012, und wahrscheinlich weit darüber hinaus, noch ein beliebter Inflationsschutz.

DAX, Eurostoxx, S&P500 & Co. – Ein Tag für die Geschichtsbücher !

Ich weiß, Sie erwarten nun tiefschürfende Analysen und Ausblicke, aber an diesem denkwürdigen Abend des 27.10.11 kann und will ich damit nicht dienen.

Ich finde an so einem Abend sollte man einfach mal nur die Zahlen für sich sprechen lassen und diese damit für die Nachwelt konservieren. Ich greife einfach mal ein paar herausragende Bewegungen heraus. Die folgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf den letzten mir verfügbaren Kurs, teilweise also von 20Uhr, teilweise also von 22Uhr, teilweise aus den Futures-Märkten:

DAX +6%
Eurostoxx 50 +6%
S&P 500 +3,5%
Silber +5%
EUR/USD + 2%

Commerzbank + 16%
Deutsche Bank + 15%
Volkswagen + 10%
Heidelberg Cement + 8%
Arch Coal +8%
Freeport McMoran +10%
Rio Tinto +10%

Diese Zahlen sprechen für sich, mehr muss man zum 27.10.11 nicht sagen. Finanzaktien, Konjunkturaktien und Rohstoffe, das waren die ganz großen Gewinner des Tages. Glücklich kann sein, wer dabei war.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie diesen Ausbruch mitgenommen haben. Gestern, vor der Entscheidung, waren wir im DAX noch im definierten Band von 5700-6100 und haben intraday sogar noch einmal Richtung 5900 geschaut. Ich hatte letzten Sonntag ->hier-< in einem Marktausblick geschrieben, dass wir nach dem Ausbruch aus dem Band je nach politischer Nachricht und damit Richtung ganz schnell die 6300 oder 5500 sehen werden. Das war offensichtlich noch untertrieben, denn nun sind wir 7% höher als beim Tief gestern, das nenne ich denkwürdig !

Und wer jetzt unbedingt von mir noch einen Ausblick will, für den habe ich noch 4 kurze Punkte zur Erinnerung an alte Börsenregeln:

1. Wenn der Markt einmal so ein Momentum entwickelt wie aktuell, dann ist es ganz schwierig diese Stampede wieder zu drehen, wie bei einer Stampede 4-beiniger Bullen mit Hörnern auch. Sprich es ist nun in meinen Augen unwahrscheinlich, dass der Markt von sich aus einfach so auf dem Fuß und ohne Ankündigung wieder nachhaltig nach unten dreht. Denn viele haben diese Bewegung verpasst und werden nun aufspringen und so die Kurse weiter treiben. Wenn der Markt wieder dreht, dann kündigt Mr. Market das in der Regel erst einmal in Form einer länger dauernden Topbildung an. Eine Jahresendrally Richtung 7000 im DAX ist nun also wahrscheinlich geworden und die Reflexe die beim Absturz im August / September richtig waren – sprich jeden Gewinn schnell mitzunehmen – dürften in den nächsten Wochen wohl nicht mehr gültig sein.

2. Auch wenn die aktuelle Bewegung mittelfristig die Börsenampeln wieder auf Grün gestellt hat, geht so eine Bewegung kurzfristig nicht tagelang so weiter und es wird definitiv schon in Kürze Gewinnmitnahmen geben, die bei diesem Hub den Markt auch mal schnell um 2-3% Intraday drücken. Solange wir aber im DAX die 6100 nicht wiedersehen, sehe ich das ganz entspannt und nutze diese Rücksetzer als „Buy the Dip“.

3. Wie immer bewegen sich die hoch kapitalisierten Bluechips in den Indizes am schnellsten, weil zunächst dort das Geld der Marktteilnehmer hinein fliesst. Wir haben alle nur zwei Hände um Kauforders einzugeben und die grossen Titel werden als erste ins Depot geworfen. Die vergleichbaren Titel der zweiten Reihe in MDAX und SDAX hängen etwas nach, das ändert sich bei jedem Bullenmarkt dann aber in der zweiten Phase. Hier liegen Chancen für die, die bei dieser Bewegung zu spät gekommen sind.

4. Die obigen 3 Sätze stehen nach wie vor unter dem Vorbehalt der Politik. Wir dürfen nie vergessen, dass wir es eben nicht mit einem „normalen“ Markt zu tun haben, der frei nach seinen eigenen Stimmungen schwingt. Wir haben immer noch einen hoch politischen Markt, der durch entsprechende Äusserungen und Taten ganz schnell und unvorhersehbar die Richtung ändern kann. Bei aller Euphorie und Hoffnung auf eine schöne Rally zum Jahresende dürfen wir das nie vergessen !

Und jetzt mache ich ein Flasche Wein auf, für mich war es – was meine Depots angeht – der beste Tag des Jahres 2011. Ein Prost auf den 27.10.2011 ! (HS)

DAX und S&P 500 Marktausblick – Der Tag der Wahrheit

Ein kurzes Update zum Abend, weil wir an einer äusserst wichtigen Wegsscheide stehen….

Der S&P 500 hat mit 1099 knapp unter der 1100er Marke geschlossen ! Damit scheint mein hier beschriebenes Szenario einzutreffen und wir scheinen in Richtung 1000 abzustürzen. Die Fallhöhe beträgt also noch ca. 10% !

Allerdings wäre es nicht das erste Mal, dass Mr. Market so eine Marke unbedingt sehen will, nur um dann wieder zu drehen. Es besteht also durchaus die Chance, dass wir Morgen von der 1100 abprallen. Allerdings sehe ich derzeit absolut keinen Indikator, der für morgige Stärke sprechen würde. Technisch zeigen alle mir bekannten mittelfristigen Signale nach unten, auch wenn wir sicher kurzfristig überverkauft sind ! Trotzdem sollte man die Fähigkeit von Mr. Market respektieren uns auf dem falschen Fuss zu erwischen.

Morgen ist also der Tag der Wahrheit. Denn entweder geht die Schwäche weiter, dann werden unterhalb 1100 im S&P 500 unzählige Stops getriggert, die uns dann Morgen ganz schnell um mehrere Prozent nach unten treiben. Oder wir drehen doch, dann sollte sich eine kleine Intraday Rally anschliessen.

Auf jeden Fall sollte sich keiner einer Illusion hingeben. Wenn der S&P 500 die 1000 erreicht – was nun wahrscheinlich ist – dann notiert der DAX unter 5000, wahrscheinlich auch unter 4800. Meine persönliche Untergrenze für den DAX liegt erst bei 4500. Denn mit dieser Bewegung nach unten würden die letzten Optimisten aus dem Markt geschüttelt, die fest daran geglaubt haben, dass wir mit 5000 den Boden schon gesehen hatten. Dann, bei 4500, ist der DAX für mich wahrscheinlich ein Kauf und die Chance einer Jahresendrally da.

Und übrigens, falls sich einige fragen was gerade an den Märkten gespielt wird ….. Primär nicht Griechenland, sondern China und Konjunktur ! Man kann es an den Rohstoffpreisen und Minenwerten wunderbar beobachten, hier geht es primär nicht mehr um Griechenland. Der Markt preisst eine weltweite Rezession ein, verbunden mit Problemen in China. Die letzten Konjunktursignale aus China waren negativ. Deshalb ist der Markt so schwach. Die Krise frisst sich nun von den Finanzwerten in die konjunktursensiblen Bereiche durch.

All Hands : Brace for Impact !

(HS)

Marktausblick S&P 500 – kommt die Jahresend-Rally ?

Nach diesem harten Quartal mit einem gewaltigen Absturz auf nahezu allen Aktienmärkten, wollen wir natürlich alle gerne wissen, wie es bis zum Jahresende weitergeht. Eine schöne Jahresendrally würde uns allen sicher sehr gut tun. Niemand hat aber eine Glaskugel, auch ich nicht, aber trotzdem habe ich mir dazu natürlich ausführliche Gedanken gemacht, und den Markt aus allen Blickwinkeln analysiert. Am Ende entsteht daraus ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, dessen Ergebnis ich unseren Lesern nicht vorenthalten möchte, und das für mich persönlich die Grundlage meiner Positionierung Anfang Oktober sein wird. Da eine detaillierte Darstellung aller Parameter und Überlegungen in so einem Beitrag unmöglich ist, werde ich hier aber nur die Endergebnisse in stark vereinfachter Form und anhand des Charts des weltweit führenden Aktienindex S&P 500 darstellen können. Die unten genannten Wahrscheinlichkeiten sind natürlich nicht als exakte Werte zu interpretieren, sondern sollen nur grobe Orientierung ermöglichen.

Fundamental haben die Bewertungen vieler Aktien im deutschen Markt Niveaus erreicht, die langfristig hoch attraktiv sind. Selektives Stockpicking im deutschen Markt könnte also schon heute lohnend sein. Im amerikanischen Markt war der Absturz dagegen wesentlich schwächer ausgeprägt, was bedeutet das viele US Aktien noch einiges Potential nach unten haben.

Markttechnisch zeigt der deutsche Markt, nach seiner exorbitanten Schwäche im August nun endlich relative Stärke. Der DAX macht den Eindruck, als ob er nun einfach nach oben will. Im S&P 500 dagegen sehen wir eine deutliche Schwäche. Selbst die Mischung aus Window-Dressing zum Quartalsende, guten Arbeitsmarktdaten und der positiven Abstimmung im deutschen Bundestag konnte die amerikanischen Indizes am Donnerstag nicht nach oben bewegen. Ein klares Zeichen von Schwäche, das von der überdurchschnittlichen Schwäche des NASDAQ unterstrichen wird, zumal der NASDAQ normalerweise ein guter Frühindikator für künftige Bewegungen ist. Dies könnte ein schlechtes Omen für Anfang Oktober sein, wenn die Kaufprogramme wegbleiben, die nun zum Quartalsende bestimmte Kursmarken verteidigen.


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Charttechnisch haben wir beim S&P500 im Bereich um die 1120 Punkte eine ganz entscheidende Marke, an der der Markt bisher immer nach oben gedreht ist. Sollte diese Marke fallen, geht es mit hoher Wahrscheinlichkeit bis in den Bereich von 1020 herunter, der dem 2010er Tief entspricht, und gut unterstützt ist. Dieser Bereich, grob gesagt um die 1000 Punkte, ist dann die letzte Verteidigungslinie, wie man am langfristigen Chart sehr gut erkennen kann. Sollten wir die 1000 nicht halten können, hätte das dramatische Konsequenzen, und würde wahrscheinlich eine Jahre andauernde Baisse einleiten. Da ein grosser Absturz aber oft aus zwei Phasen besteht, mit einer Konsolidierung in der Mitte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir gerade erst in der Konsolidierung sind und uns der zweite Teil des Absturzes noch bevor steht.


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Saisonal steht das traditionell starke 4. Quartal vor uns und in diesem Quartal vereinen sich die Wünsche von Wallstreet, Notenbank und Regierung zu einer Einheit: die Kurse müssen hoch ! Sie müssen hoch um die Boni zu sichern, um die Reputation der FED zu retten und um Obama die Chance auf Wiederwahl zu ermöglichen. Es ist in meinen Augen riskant, sich dem vereinten Wunsch dieser Mächte in den Weg zu stellen. Allerdings steht uns nun mit dem Oktober ein traditionell schwacher Monat bevor, und die Wallstreet hat sicher nichts dagegen sich zunächst bessere Einstiegskurse zu verschaffen, um darauf aufbauend dann eine Jahresendrally zu starten.

Politisch spricht viel dafür, dass im Oktober eine Entscheidung hinsichtlich der Griechenland-Problematik fällt. Denn dann ist der EFSF endlich scharf geschaltet, und damit hätte das europäische System genügend finanzielle Firepower um eine geordnete Insolvenz Griechenlands abfedern zu können. Diese Entscheidung könnte dann auch der Wendepunkt sein an dem die Märkte zu einer Jahresendrally starten. Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren hat Ben Bernanke aktuell sehr eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass er eine Deflation auf keinen Fall zulassen wird. Nach einem weiteren Absturz der Kapiatalmärkte könnte dann auch eine von den Anlegern ersehnte FED Intervention den Wendepunkt darstellen.

Das für mich wahrscheinlichste Szenario mit 50% ist ein Absturz des S&P 500 im Oktober bis in den Bereich 1020, mit nachfolgender Jahresendrally bis knapp unter die 1300 Punkte Marke. Mit 10% davon möglich, aber eher unwahrscheinlich, ist das der Absturz im Bereich von 1000 keinen Halt findet und wir weiter abtauchen. Bei sehr positiven politischen Nachrichten ist auch ein direkter weiterer Anstieg im Oktober möglich, aber nur mit 30% Wahrscheinlichkeit. Mit 20% eher unwahrscheinlich ist, dass wir auch im Oktober weiter in der Tradingrange bleiben und uns den kompletten Monat seitwärts bewegen. Das ist meine Sicht der Dinge auf den Oktober und bis zum Jahresende. Der DAX würde sich diesen Bewegungen nicht entziehen können, auch wenn wir nun die Chance haben, dass er gegenüber dem S&P 500 eine Überperformance erzielt.

Ich wünsche uns allen die richtigen Entscheidungen und viel Erfolg im Oktober ! (HS)

B̦rsenchaos РWie gehts weiter bei DAX & Co. ?

Was für eine Woche! Wir haben im negativen Sinne eine Börsenwoche der Rekorde gesehen. Noch nie haben die Indizes im August so stark nachgegeben. Die Panik ist zu vergleichen mit dem Börsencrash von 1987 und liegt bereits jetzt schon, in Ihrer Heftigkeit, vor der ersten Woche nach der Lehman Pleite. Auf der positiven Seite verzeichnete der Goldpreis natürlich ein neues Hoch und der Trend scheint sich nun noch einmal nach oben zu beschleunigen. Auslöser für diese rapide Kehrtwende an den Aktienmärkten waren die Ereignisse über die wir in den letzten Wochen berichtet hatten. Natürlich haben aber auch wir nicht mit einer derartigen Reaktion der Märkte gerechnet. Letztlich bleibt also momentan nur das traurige Fazit, dass die für das laufende Jahr ausgegebenen Kursziele damit allesamt hinfällig geworden sind, weitere seriöse Langfrist-Prognosen sind schlicht und ergreifend zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr möglich!

Momentan stellen sich weltweit alle Anleger wohl die Frage, wie es jetzt nun weitergehen kann. Die Politik hat einmal mehr bewiesen das sie momentan nicht in der Lage ist der Situation Herr zu werden. Nicht nur dass man sich in den USA lange nicht einigen konnte – genau so wie auch in Europa -die richtigen Schritte zu unternehmen, sondern auch dass in beiden Fällen versucht worden ist diese inzwischen sehr bedrohliche Situation für die Weltwirtschaft durch einen halbherzigen Kompromiss zu lösen, waren schlicht und ergreifend falsch! Inzwischen haben dies wohl auch die politischen Häupter der führenden Wirtschaftsnationen erkannt, und werden hier in naher Zukunft deutlich nachbessern müssen. Und das muss jetzt schnell gehen!

Am Freitag stufte zu allem Ãœberfluss noch die US Ratingagentur Standard & Poors die Bonität der USA auf AA+ herab und versah dem weiteren Ausblick mit dem Rating „negativ“. Rund um den Globus hat dies natürlich noch einmal für eine weiterhin deutlich zunehmende Nervosität gesorgt. Die Börsen in Dubai und Saudi Arabien sind am Wochenende bereits erneut um fünf Prozent abgestürzt, was nicht viel Gutes für den Montag erwarten lässt. In Asien ist man ebenfalls schon in Alarmbereitschaft was man zumindest momentan den Berichten aus dem asiatischem Raum entnehmen kann. Ob die FED Sitzung am Dienstag Abend tatsächlich die Wende bringen kann bleibt ebenfalls noch abzuwarten. Es wird erwartet das Fed Chef Ben Bernanke nun wenigstens Andeutungen über eine geplante Ausweitung des Ankaufprogramms (QE3) machen wird. Bleibt dies aus könnte auch hier die Enttäuschung der Anleger groß sein…

Im Dow Jones liegt ein mögliches Kursziel nun für die kommende Woche beim gleitenden Durchschnitt auf der Marke von ca. 10.900 Punkten, für den S&P 500 könnte sich dann noch kurzzeitig ein Kursziel unter 1.156 Punkten ergeben, eventuell sogar 1.100 Punkte. Für den Dax würde das in jedem Falle eine weitere Abwärtsbewegung bedeuten die unter die Marke von 6.000 Punkten führen dürfte. Ein mögliches Ziel wäre hier die Unterstützung bei 5.915 Punkten. Letztlich halten wir es nun für durchaus möglich das in den nächsten Wochen auch noch die nächste Marke bei 5.625 getestet werden kann, oder gar das Tief aus dem Februar 2010 bei ca 5.500 Punkten, bevor dann wieder eine neue „echte“ Aufwärtsbewegung starten kann.

Möglich wäre auch das demnächst eine starke Gegenbewegung einsetzten wird, die den Dax noch einmal bis in den Bereich 6.800 Punkte führen kann. Allerdings sollte dieser Bounce nur kurzzeitig, und eher technischer Natur sein. Eine langfristige Gegenbewegung wird es nach unserem Dafürhalten erst dann geben wenn die Politik die entsprechenden und vor allem klaren Signale gesandt hat. Wie schon oben gesagt ist eine seriöse Prognose nicht mehr möglich, viel mehr handelt es sich hierbei um unser ganz persönliches Wost-Case-Szenario. Wer kurzfristig auf einen Bounce der Märkte spekulieren will sollte sich des Risikos bewusst sein, denn der Markt wird dann wohl schnell rauf aber auch entsprechend dynamisch wieder runter gehen.

Leider ist es auch in solchen Börsenphasen immer wieder so, das es nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt welche Aktien Sie im Depot haben, und ob diese fundamental günstig sind oder nicht. Zunächst wird im Zuge der allgemeinen Verkaufspanik alles ähnlich stark verkauft bis sich der Markt wieder beruhigt hat. Allerdings werden die fundamental günstigen Aktien dann wohl bei einer entsprechenden Gegenbewegung überproportional profitieren können. Politische Börsen haben ja bekanntlich kurze Beine, Aktien von fundamental unterbewerteten Unternehmen werden somit auch wieder irgendwann auf ein angemessenes Niveau steigen können.

Wir gehen also somit momentan nicht von einer V-förmigen Erholung der Märkte aus, wie nach dem Erdbeben in Japan, sondern viel mehr von einem „W“, einer Bodenbildung mit erneutem Test der Tiefststände bevor es wieder nach oben geht. Auf welchem Niveau sich dieser Boden bilden kann ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös zu prognostizieren! Es dürfte also durchaus sinnvoll sein sich die Zeit bis zur Beruhigung der Märkte damit zu vertreiben die Hausaufgaben zu machen, und jetzt schon in Ruhe ein entsprechendes Depot zusammenzustellen, das man dann zur richtigen Zeit auch wieder guten Gewissens aufbauen kann. Vorerst bleibt Cash aber fesch!

BMW, Daimler, Volkswagen, Porsche – Automobilaktien vor erneutem Rekordquartal?

Das war eine Woche – die mutige Akteure an den Kapitalmärkten für das wochenlange Leiden zuvor entschädigt haben sollte. Ich hoffe Sie sind allen unseren Trading Ideen und Berichten in unserem Börsenblog gefolgt und haben ähnlich schöne Gewinne eingefahren wie wir. Unser Gesamtdepot konnte nun innerhalb von zehn Handelstagen um stolze 11,61 Prozent zulegen. Damit steigt auch in diesem Jahr die Jahresperformance wiedermal auf einen Wert der jenseits der 35 Prozent liegt – bis jetzt! Wiedermal waren wir, bedingt durch das konsequente Umsetzten unsere Swing-Trading-Strategie nur in drei entscheidenden Phasen im Januar/Februar im April und im Juni nahezu voll investiert. Und wiedermal war das Timing nahezu perfekt, was uns natürlich auch mit etwas Stolz erfüllt! Ich denke das dürfte es aber noch nicht gewesen sein für dieses Jahr. Im Gegenteil, wir erwarten im zweiten Halbjahr des Jahres weiter freundliche Börsen. Sogar ein neues Jahreshoch über der Marke von 8.000 Punkten ist möglich! Das zweite Halbjahr könnte viele überraschen oder gar auf dem falschen Fuß erwischen..

Aber bleiben wir zunächst einmal auf der kurzfristigen Ebene…Griechenland und damit die Eurozone sind zunächst aus der Schusslinie, auch wenn natürlich das Risiko besteht, dass die US Ratingagenturen sich nun wieder einen neuen Kandidaten suchen werden den sie abstufen und somit für weitere Unruhe sorgen. Allerdings ist auch dieses Schreckgespenst nun nicht mehr so aktuell, da der Euro-Rettungsschirm nun auf ein aktives Kreditvergabevolumen von 780 Mrd. Euro ausgeweitet wurde und somit theoretisch selbst Spanien effektiv geholfen werden könnte. Machen wir uns nichts vor, die Kuh ist keinesfalls vom Eis, und das Griechenland-Thema wird die Finanzmärkte irgendwann wieder beschäftigen. Vorerst kann die Börse nun aber wieder einmal druchschnaufen“ – was sie ja auch getan hat und in der nächsten Zeit tun wird!“

Am Montag ist zunächst einmal Feiertag in den USA. So gesehen wird es auch dieser Richtung wegen des  Independence Day am Wochenanfang keine neuen Impulse geben. Um so erstaunlicher ist es aber, dass die US Indizes am Freitag, vor dem langen Wochenende, nicht unter Gewinnmitnahmen gelitten haben, sondern bis zum Handelsschluss kräftig weiter ansteigen konnten. ich werte das mal als starkes Zeichen! Der S&P 500 überwand somit in der letzten Handelswoche gleich mehrere Widerstände mit einer gewissen Leichtigkeit, die angesichts der jüngsten Nachrichten und Konjunkturdaten aus den USA doch einigermaßen erstaunlich ist. Der Markt hat nun offenbar erkannt, dass trotz der Drohgebärden der Opposition, die US Regierung Ihren Staat nicht in den Offenbarungseid jagen wird. Demokraten und Republikaner werden sich in diesem Monat auf die Erhöhung des US Schuldenlimits einigen und damit den Super-Gau für die US-Volkswirtschaft verhindern, was ebenfalls für zusätzliche Kursphantasien an den Börsen sorgt.

Damit wären für die Sommermonate wohl vorerst auch alle Unsicherheitsfaktoren von konjunktureller Seite eingepreist. Das auslaufende Ankaufprogramm von US Staatspapieren durch die FED, (QE2) wird wohl unter anderem Namen, oder sagen wir besser, in anderer Form weiter geführt. Wir hatten ja kürzlich hierüber berichtet. Die Märkte werden sich somit ab der dann folgenden Woche wieder verstärkt auf die kommende Berichtssaison der Unternehmen konzentrieren können. Von dieser Seite ist wiederum noch einiges an positiven Nachrichten zu erwarten. Ich weiß es wird bald etwas langweilig, aber an dieser Stelle muss ich mal wieder die Automobilhersteller, Volkswagen, BMW, Daimler und Porsche anführen. Auch in diesem Quartal ist bei den Autobauern wieder mit Hammer-Zahlenwerken zu rechnen. Von einer Verlangsamung der Entwicklung beim Absatz ist hier wohl auch in den nächsten Quartalen noch nichts zu sehen.

Ähnlich dürfte auch die Entwicklung in anderen Branchen sein, wenn auch nicht in allen! Wir haben Ihnen ja im letzten Börsenbrief eine komplette Aufstellung der interessanten Aktien und ein TradingUpdate geschickt. Bitte dies unbedingt noch einmal lesen. Alle getroffenen Aussagen haben weiterhin Gültigkeit! Insgesamt dürfte sich aber im zweiten Halbjahr der weltweite Konsum weiterhin als Stütze für die deutsche Konjunktur erweisen. Das deutsche Wirtschaftswachstum gewinnt weiter an Nachhaltigkeit, ein Endes des Aufschwung ist nicht in Sicht. Und natürlich schlägt sich die gute Stimmung in der deutschen Wirtschaft langfristig auch am deutschen Aktienmarkt nieder! Auch kurzfristig befinden wir uns nun in einer äußerst interessanten Situation. Die positiven US Vorgaben sollten die asiatischen Märkte am Montag entsprechend beflügeln, was für den DAX heißen würde, das bereits in der kommenden Woche die wichtige Marke von 7.600 Punkten in Angriff genommen werden könnte.

OnVista Bank - Die neue Tradingfreiheit

Mit einem Schlusskurs von 7.419 Punkten (der Future stieg noch auf 7.446 Punkte) liegt der Dax nun da wo ihn die wenigsten Marktteilnehmer noch vor einer Woche erwartet hätten. Gelingt nun auch noch der Anstieg über 7.600 Punkte, dann würde der DAX zum einen die Trading Range zwischen 7600 und 6800 Punkten endgültig verlassen, und zum anderen die Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, zur Eindeckung ihrer Positionen zwingen, was natürlich für zusätzlichen Kaufdruck sorgt. Ich rechne damit, dass die 7.600 Punkte bald getestet wird. Kann der Markt diese dann auch noch überwinden, werden wir wohl, ganz entgegen der Meinung mancher Akteuren die ein „Sommerloch“prognostizierten, neue Höchststände beim Deutschen Leitindex sehen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine weitere erfolgreiche Börsenwoche, lassen Sie`s laufen! Ein kleiner Tipp zum Schluss: Schauen Sie auch regelmäßig in unseren Realtime Börsenkalender. Ich nutze dieses Tool wirklich täglich, und es hilft mir kurzfristige Bewegungen der Märkte besser einschätzen zu können. Für Leser die sich noch nicht zu unserem kostenlosen Börsenbrief angemeldet haben hier nochmal der Link.

Meistgesucht

  • automobilaktien

Zahlenreigen РDeutsche Bank, Deutsche B̦rse, Bayer, Merck, SAP, Puma, Volkswagen, Daimler

Deutsche Bank, Deutsche Börse, Bayer, Merck, SAP, Procter & Gamble, Dow Chemical, Unilever, Santander, Sanofi Aventis, UBS, Amazon, Puma. Credit Suisse, Boeing, Volkswagen, Daimler – das sind die wichtigsten Unternehmen in dieser Woche die allesamt Ihre neuen Quartalszahlen vorlegen werden. Wie schon gestern geschrieben dürfte es spannend sein zu beobachten wie sich der Dax in dieser Woche schlagen wird.

Zum Einen liegt eine turbulenten Handelswoche hinter dem Deutschen Leitindex, der sich letztlich getrieben durch gute Zahlen aus dem High-Tech Sektor nach einem Absacker zum Wochenbeginn wieder deutlich erholen konnte, und zum Anderen drohe nun langsam verstärkt Gewinnmitnahmen bevor es in den Wonnemonat Mai geht, der ja bekanntlich an der Börse eher negativ verläuft. Bereits am Montag konnte man in China sehen, dass es verstärkt zu Verkäufen an den Aktienmärkten gekommen ist.

Die Zahlenwerke der Unternehmen werden also auch in dieser Woche wieder den Ton angeben. Großartig negative Überraschungen erwarten wir hier nicht. Die Frage ist vielmehr ob die Unternehmen die hohen Erwartungen des Marktes noch übertreffen können und somit dem Aktienmärkten noch einmal neue Schubkraft verleihen werden, oder nicht. Insbesondere bei den Banken- und Finanztiteln darf man gespannt sein ob dies gelingen kann, da ein Großteil der Anleger nun verstärkt darauf gesetzt hat, dass sich diese Nachzügler im Börsenjahr 2011 besser entwickeln werden als der Durchschnitt..

Hammerwoche! Intel, Apple, Microsoft, RWE, Citigroup, Goldman Sachs, General Electric, Nokia, Philips

Die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Berichtssaison! Intel, Apple und Microsoft legen ihre Zahlen vor ,hier ist wohl von keinen negativen Überraschungen auszugehen, auch wenn der High-Tech-Sektor für meinen Geschmack etwas viel Vorschusslorbeeren bekommen hat. Spannender könnte da schon der Einblick in die Bücher der US-Großbanken werden. Die Bilanzen der Citigroup und Goldman Sachs stehen auf der Agenda. Nachdem die Bank of America zuletzt eher hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, und auch die Deutsche Bank durch gemischte Nachrichten auf die Stimmung der Anleger drückt, bleibt abzuwarten, ob die beiden Großbanken ihr Soll erfüllen können, und somit dem Bankensektor wieder auf die Sprünge helfen.

Mit Spannung blicken Anleger auch auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen von General Electric. Der als Mischkonzern gilt immer noch als allgemeiner Gradmesser für den Zustand der US-Wirtschaft. Nicht minder interessant dürfte auch die Hauptversammlung beim Energieriesen RWE werden. Experten erwarten zwar durchaus auch positive Effekte auf Grund der Stilllegung von Kernkraftwerken, diese müssen wohl aber noch etwas genauer propagiert werden. Zuletzt war von entsprechenden Strompreiserhöhungen die Rede, und einer verstärkten Auslastung der Kohlekraftwerke wodurch die Verluste der Kernkraft-Umsätze abgepuffert werden könnten. In jedem Fall werden sich die Vorstände hier wohl einigen kritischen Fragen stellen müssen.

Ebenfalls veröffentlichen einige europäische Konzerne Ihre Bilanzen, die sich kursbewegend auswirken können, darunter der niederländische Elektronikkonzern Philips, der Pharmakonzern Novartis und Nokia. Der finnische Handyhersteller ist bei den Anlegern in Ungnade gefallen, und muss dringen wieder Erfolge vermelden. Zuletzt wurde bekannt, dass bedingt durch die Japankrise einige Werke von Nokia geschlossen werden müssen. Lieferengpässe und Transportprobleme bereiten dem Handyhersteller offenbar deutliche Probleme. Bei Philips dürfte das eventuell ähnlich sein. Von Novartis hingegen wird ein gewohnt solides Ergebnis erwartet. Morgan Stanley riet kürzlich dazu die Aktie überzugewichten, Die aktuell günstige Bewertung eröffne im Vorfeld der Quartalszahlen eine gute Kaufgelegenheit. In den kommenden Monaten rechnen die Experten damit, dass das Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt werden wird, und somit den Aktienkurs weiter unterstützt.

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