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Sino Forest und Asian Bamboo – wie gehts hier weiter?

Durch den Skandal um Sino Forest, die laut Berichten sowohl bei den Bilanzen der letzten Jahre als auch bei der Größe der im Bestand befindlichen Waldflächen geschummelt haben sollen ist auch die Aktie des ehemaligen Highflyers Asian Bamboo in Mitleidenschaft gezogen worden. Alleine in den letzten zwei Monaten ist die Asian Bamboo Aktie von 35,- auf nunmehr nur noch knapp 20,- Euro eingebrochen. Ich habe mir die Aktie des chinesischen Bambusproduzenten heute mal etwas näher angesehen.

Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens startete vor etwas über zwei Jahren. Anfang 2009 notierte die Aktie noch bei ca. 5,- Euro und konnte im Anschluss bis zum Herbst 2010 auf über 40,- Euro zulegen. Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt in der Herstellung und dem Verkauf biologisch angebauter Bambussprossen und Bambusholz für die Holzverarbeitung, sprich das Unternehmen ist sowohl in der Lebensmittelbranche tätig als auch als Lieferant für die Papier- und Möbelindustrie. Den entscheidenden Vorteil sieht das Unternehmen nach eigenen Angaben darin, dass Bambus im direkten Vergleich ein sehr schnell nachwachsender Rohstoff ist.

Die Asian Bamboo AG ist zwar operativ in China tätig, die Firmenzentrale liegt aber in Hamburg. Sicherlich hat auch dieser Umstand dazu beigetragen, dass die Aktie in den vergangenen Jahren entsprechend am Deutschen Aktienmarkt „wahrgenommen“ wurde. Nach den herben Kursverlusten der letzten Wochen fragen sich Anleger nun verstärkt, ob die Bilanzierungsmethode des chinesischen Mitbewerbers Sino Forest wohl auch bei Asian Bamboo angewandt worden ist. Vorab ist wohl anzumerken, dass es dafür bislang nur wage Hinweise gibt. Das Unternehmen reagierte auf den Kursrutsch nun mit einem Aktienrückkauf-Programm. Das Volumen des Rückkaufs wurde erst am Freitag von 100.000 Stück auf 300.000 Stück erweitert.

Firmenchef und Gründer Lin Zuojun, der bereits 37,3% der ausstehenden Aktien hält hat kürzlich die Prognose für das Geschäftsjahr 2011 erneut bestätigt. Demnach soll der Umsatz bei mindestens 125 Mio. EUR und die Nettomarge bei mindestens 40% liegen. Auf Basis ihrer Ergebnisschätzungen 2011e notiert die  Asian Bamboo Aktie somit nahe am Buchwert und hat ein KGV von unter 7. Soweit so gut, sieht man sich jedoch den Drei-Jahres-Chart an ist weiterhin Vorsicht geboten..

Die Aktie notiert heute bereits am unteren Rand der Bollinger Bänder, jedoch scheint das Verkaufssignal weiterhin intakt zu sein. Bislang blieb jegliche Gegenwehr der Bullen aus. Mit dem heutigen Test der 20,- Euro Marke könnte nun weiteres Abwärtspotenzial generiert werden, wenn diese Marke unterschritten wird. Mögliche Wendemarken wären dann erst bei ca. 18,- Euro oder gar 15,- Euro auszumachen. Der weitere Werdegang der Aktie dürfte also nicht zuletzt vom Ausgang der Spekulation um Sino Forrest abhängen, auch wenn es zwischen den Unternehmen keinerlei Verbindung gibt. Gestern konnte sich die Sino Forest Aktie gegen Handelsende etwas fangen…ich gehe aber davon aus, dass es das noch nicht gewesen ist, auch wenn hier jederzeit eine technische Gegenbewegung zu erwarten ist. Dementsprechend bleiben dann wohl auch die Aktien von Asian Bamboo bis auf weiteres unter Druck!

Pfleiderer – gehen jetzt die Lichter aus?

Nicht viel Gutes verheißt die gestrige Schlussauktion bei der Pfleiderer Aktie. Nachdem es zuletzt, seit Ausbruch der Krise bei dem Holzverarbeiter recht ruhig geworden ist wurden in der Schlussauktion noch schnell ca. 350.000 Aktien verkauft und schickten den Aktienkurs damit erneut um zehn Prozent tiefer auf ein neuen Tiefstand. Damit generierte die Aktie ein neues, klares Verkaufssignal. Der ehemalige Weltmarktführer wird somit nur noch mit 43 Millionen Euro an der Börse bewertet. Charttechnisch bedingt dürfte nun die Marke von 0,54 Euro in den Fokus der Anleger rücken. Grund für den erneuten Kurssturz könnte die gestern veröffentlichte Einladung zu einer Gläubigerversammlung am 14.Juni sein.

Das Management der Pfleiderer AG schlägt den Gläubigern schon fast zwingend vor, dass die Inhaber der 2007 an den Markt gebrachten Anleihe, die ein Gesamtvolumen von 275 Millionen Euro hatte komplett auf ihre Ansprüche verzichten sollen, und im Gegenzug – nach allen vorgesehenen Kapitalmaßnahmen – zusammen vier Prozent der Aktien des Unternehmens dafür bekommen würden. Stimmen die Gläubiger dem nicht zu stünde auch das restliche Rettungspaket für den angeschlagenen Konzern auf sehr wackeligen Füßen. Am 14 Juni könnte hier also wohl eine finale Entscheidung über eine Fortführung des Unternehmens anstehen. Einige Anleger scheinend diese offenbar nicht abwarten zu wollen…

Die Verlierer der Hausse – Pfleiderer, MPC Capital, Heidelberger Druck

Auf Platz 5, 8 und 17 der größten Geldvernichter des vergangenen Jahres liegen die Aktien von Pfleiderer, MPC, Heidelberger Druck. Alle Unternehmen wurden von der Finanzkrise hart getroffen und haben sich von dem Schock bis heute nicht wieder richtig erholt. Für einen der Kandidaten, der Pfleiderer AG, ist die Luft inzwischen sogar extrem dünn geworden. Nur durch massives Eingreifen von Hedge Fonds und einem vorübergehenden Stillhalteabkommen mit den finanzierenden Banken konnte der hoch verschuldete Holzverarbeiter vor der Insolvenz bewahrt werden. Besagte Hedge-Fonds haben nun auch die Kontrolle über das ehemalige Familienunternehmen übernommen, Altaktionäre wurden somit praktisch von der künftigen Entwicklung bei dem ehemaligen Weltmarktführer ausgeschlossen. Vorstandschef Hans Overdiek räumte kürzlich ein, keinen guten Job bei der Expansion in den USA gemacht zu haben. Die kostspieligen Übernahmen haben dem Unternehmen letztlich wohl das Genick gebrochen. Im Jahr 2010 verlor die Pfleiderer Aktie 60,2 Prozent an Wert, über fünf Jahre betrachtet sogar 84,7 Prozent. Seit Jahresbeginn 2011, als die Aktie noch bei 2,50 Euro stand, mussten die Aktionäre einen weiteren Kurssturz unter die ein Euro Marke verkraften. Pfleiderer bleibt damit wohl der Spitzenreiter auf den Titel der größten Kapitalvernichter.

Bei MPC ist seit dem Ausbruch der Krise ebenfalls mächtig der Wurm drin. Die Fondsbranche hat es schwer erwischt und so notiert der einstige Highflyer nur noch um die 4,- Euro Marke. Kurzzeitig war der Titel sogar auf 2,82 Euro abgestürzt. Die Aktie von MPC müsste nun über 1700% zulegen, um vom aktuellen Kurs wieder bis an das Allzeithoch bei 78,86 Euro anzusteigen. Diese Aussage ist natürlich nur theoretischer Natur! MPC belegt den achten Rang auf der Liste der größten Kapitalvernichter des vergangenen Börsenjahres. Auf Fünf-Jahres -Sicht liegt die Performance gar bei minus 94,1 Prozent. Das Emissionshaus hat im Geschäftsjahr 2010 nach vorläufigen Zahlen zwar ein positives operatives Ergebnis von rund 5 Mio. Euro erzielt, letztlich blieb aber erneut ein Konzernverlust von 39,1 Mio. Euro. Im Vergleich zum katastrophalen Jahr 2009, in dem der Verlust bei 81,3 Mio. Euro lag, hat sich das Minus somit in etwa halbiert. Sicherlich sind auch diese Zahlen wohl aber noch kein Grund für die Aktionäre in Jubel auszubrechen. Die kleine Zwischenrally der Aktie zum Jahresbeginn wurde nahezu komplett wieder abverkauft!

Ein weiterer Weltmarktführer auf der Liste der schwächsten Werte der letzten Jahre ist die Aktie der Heidelberger Druckmaschinen AG. Zwar konnte der Titel im Börsenjahr 2010 sogar leicht, um 6,9 Prozent zulegen, dennoch sieht der Chart im Fünf-Jahres-Zeitraum mit minus 81,8 Prozent nicht unbedingt gut aus. Inzwischen mehren sich die Zeichen, dass der Konzern das Schlimmste bereits hinter sich haben dürfte. Großartige Kurssprünge nach oben sind aber wohl auch hier in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. Für längerfristig orientierte Anleger die auf eine weitere Erholung des deutschen Maschinenbaus im Allgemeinen und der Druckbranche im Speziellen setzten wollen könnten die derzeitigen Kurse aber auf Sicht von mehreren Jahren interessant sein.

Pfleiderer – das wars dann wohl, erstmal!

Erneut gibt die Pfleiderer Aktie zweistellig ab! Grund für diesen weiteren Kursrutsch, der die Aktie des angeschlagenen Unternehmens nun auch unter die letzte Unterstützung bei 1,35 Euro geführt hat ist wohl die Meldung vom vergangenen Freitag. Zwar konnte man seitens des Bau- und Möbelzulieferers nun eine Verlängerung des Stillhalteabkommens mit seinen Gläubigern bis Anfang Mai erreichen, und weitere 100 Millionen Euro an Kapitalspritzen erhalten, dies reicht aber offenbar nicht aus, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bekommen.

Neben einer Hybridanleihe wird nun eine Kapitalerhöhung geplant an der die Altaktionäre dann nur zu einem sehr geringen Teil beteiligt werden sollen. Letztlich würde das Unternehmen nach Durchführung all dieser Maßnahmen in die Hände der beteiligten HedgeFonds und Banken fallen. Lediglich knapp fünf bis zehn Prozent des Unternehmen dürften dann den Altaktionären und Hybridkapitalgebern gehören während die Hedge Fonds rund 60 Prozent an Pfleiderer halten, und die Banken rund 30 Prozent.

Wie leider so oft in solchen Fällen werden die Aktionäre bei Übernahme durch einen oder mehrere Hedge Fonds wohl die Leidtragenden sein. Ich schätze mal das wars dann auch für die letzten Aktionäre in Sachen Vertrauen. Weitere Unterstützungen könnten nun bei 1,18 bzw. 0,92 Euro liegen, allerdings ist das alles nur noch Makulatur unter den gegebenen Umständen. Ich hoffe unsere Leser sind den Empfehlungen der letzten Wochen gefolgt und haben die Restbestände an stärkeren Tagen eher verkauft!

Pfleiderer Aktie – weiterhin klar im Abwärtstrend

Nach einem kurzen Ausflug in Richtung Norden befindet sich die Pfleiderer Aktie bereits wieder auf dem Weg in die anderer Richtung. Wir hatten ja in unserem letzten Artikel bereits darauf hingewiesen, dass es für einen Turanrround der Aktie wohl noch zu früh ist. Die Risiken sind weiterhin sehr hoch, und glaubt man den Pressemeldungen ist auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals hier noch möglich. Die Charttechnik hat sich bei dem  Bau- und Möbelzulieferer zwar kurzzeitig aufgehellt, der Trend bleibt weiterhin deutlich negativ.

Das Unternehmen ist nun bemüht mit den finanzierenden Banken bis Ende März eine Lösung zu erarbeiten, wobei es noch abzuwarten beliebt ob dem von der Pfleiderer Führung vorgeschlagenen Schuldenerlass zugestimmt wird. Ausserdem müsste sich der Konzern dann auch noch von seinem Nordamerikageschäft trennen, das zwar momentan defizitär ist, aber letztlich auch bei wieder anziehender Konjunktur in den USA Marktanteile sichern würde.

Die von uns ermittelte Trading-Range zwischen 1,78 und 1,35 Euro hat weiterhin Bestand. Nachdem die Aktie an der oberen Begrenzung mehrfach abgeprallt ist könnte nun die Unterseite erneut getestet werden. Hält diese Marke nicht dürften dann als nächstes die jüngsten Kursziele einiger Analysten abgearbeitet werden die bei ca einem Euro liegen. Wir lassen weiterhin die Finger von der Aktie, die weiterhin bei dem derzeitig schwachen Börsenumfeld anfällig für weitere Abschläge sein dürfte. Fällt der DAX auf 7.000 Punkte oder gar darunter dürfte das heute von Equinet ausgegebene Kursziel von einem Euro schnell erreicht werden.

Solon, Vivacon, Pfleiderer – welchens Schweinchen hätten Sie gerne?

Es scheint bald wieder soweit zu sein. Jedes mal gegen Ende einer längeren Aufwärtsbewegung an den Börsen werden noch schnell ein paar Säue durchs Dorf getrieben. Diese „Säue“ heißen in den letzten Tagen unter anderem Solon, Vivacon, und  Pfleiderer, über die wir ja auch zuletzt berichtet hatten. Die Kursverläufe dieser Aktien sind mit normalen, fundamental begründeten, Argumenten wohl nicht zu erklären. Bei Vivacon hatten Anleger auf eine deutliche und nachhaltige Wende des operativen Geschäftes im Vorfeld der gestern veröffentlichten Zahlen gesetzt, und wurden enttäuscht. Das kann man noch irgendwie nachvollziehen, auch wenn der vorangegangene Kursanstieg von ca. 100 Prozent bei einem Fast-Pleite-Unternehmen etwas heftig erscheint. Die Pleite sei nun abgewendet hieß es in der Presse, einen echten Beweis dafür konnte das Unternehmen mir persönlich mit dem Zahlenwerk aber nicht liefern.

Bei der arg gebeutelten Pfleiderer AG  sehnen sich die Anleger nach Rettung und der Hoffnung auf bessere Zeiten. Gestern konnte die Aktie um 16 Prozent zulegen und rettete somit das Chartbild vorübergehend. Zuvor sah eher alles nach einem Absturz in Richtung einem Euro aus. Ob diese neu eingeschlagene Richtung nun beibehalten werden kann darf zumindest bezweifelt werden. Die gestrige Meldung, dass man nun den Sanierungsspezialisten Hans Joachim Ziems für eine Restrukturierung des Konzerns gewinnen konnte ist sicherlich positiv zu werten. Ob sich hier nun allerdings schnelle Erfolge einstellen werden..? Ich bin gespannt! Normalerweise ist ein beliebter Spruch bei Sanierern „Erstmal wird alles noch viel schlimmer, bevor es dann besser wird.“

Nüchtern betrachtet befindet sich der Aktienkurs aktuell in einer Trading-Range zwischen 1,25 und 1,78 Euro und steht ziemlich genau in der Mitte dieser. Die nächsten Handelstage werden zeigen welche dieser Marken erreicht werden soll. Man sollte beachten, dass die gestrigen Umsätze in der Aktie nicht allzu hoch waren, und auch die Positionsgrößen eher darauf schließen lassen, dass hier verstärkt Trader, und nicht etwa Großinvestoren, am Werk sind.

Das heftigste Beispiel für die Sau-durchs-Dorf-Theorie lieferte gestern wohl die Solon Aktie. Das Unternehmen hat nach wie vor die gleichen Probleme wie vorher! Der Aktienkurs legte gestern noch einmal um satte 42 Prozent zu, nachdem die Aktie seit dem 04.02 bereits kräftig gestiegen ist. Inzwischen hat sich der Aktienkurs nun mehr als verdoppelt. Erstaunlich dabei ist nicht unbedingt die Tatsache an sich, sondern viel mehr die Dynamik mit der dies passiert. Die Kursbewegung deutet also eher auf einen Short Squeeze hin. Nachrichten die diesen Kursverlauf wirklich begründen würden gibt es nicht. Ich hatte ja bereits mein Unverständnis darüber geäußert. Wie auch immer, für diejenigen die dabei waren freut es mich, aber bitte daran denken auch irgendwann wieder ab zuspringen! Solon könnte aus charttechnischen Gründen noch bis 6,- Euro steigen, und wäre spätestens dann für mich persönlich wohl eher ein außerordentlich interessanter Short-Kandidat. Mal schauen wer das nächste Schweinchen wird…

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Pfleiderer engagiert Restrukturierungsexperten Hans-Joachim Ziems

Die Aktie des Holzverarbeiters Pfleiderer kann heute im frühen Handel wieder deutlich zulegen.  Laut Presseberichten ist es der Pfleiderer Führung gelungen den Kölner Restrukturierungsexperten Hans-Joachim Ziems zur Unterstützung der Sanierung des Konzernes zu engagieren. In den Übergangsjahren 2002 und 2003 führte Ziems die Fernsehgruppe ProSiebenSat.1, nachdem der Medienunternehmer Leo Kirch Insolvenz angemeldet hatte. Ziems soll demnach künftig den für das Ressort Restrukturierung zuständigen Pfleiderer Vorstand Ernst Pelzer bei seiner Arbeit unterstützen. Ob diese Meldung heute einen entsprechenden Aufschlag bei der Aktie rechtfertigt bleibt abzuwarten. Die Restrukturierung des Konzerns wird sicherlich nicht von heute auf morgen möglich sein.

Charttechnisch bleibt die Pfleiderer Aktie extrem angeschlagen. Auch unser in der vergangenen Woche ausgegebenes Kursziel von 1,35 Euro je Aktie wurde schneller erreicht, also dies den Aktionären lieb sein dürfte. Die nächste Unterstützen liegt nun im Bereich 1,18 bis 1,26 Euro. Ich rechne damit, dass dieser Bereich noch einmal getestete werden könnte bevor sich die Pfleiderer Aktie dann eventuell stabilisieren kann. Die heutige Meldung ist zwar sicherlich gut und könnte neues Vertrauen in eine Zukunft des Pfleiderer Konzerns schaffen, allzu euphorisch sollte man aber wohl deswegen nicht werden. Es besteht aber zumindest nun eine gute Chance auf eine baldige Bodenbildung der Aktie!

Pfleiderer am Abgrund – wie weit gehts runter?

Mit der heutigen Meldung, dass mehr als die Hälfte des Grundkapitals der Pfleiderer AG aufgebraucht ist bekommt die ganze Story wohl eine neue Qualität. Die Situation des angeschlagenen Holzverarbeiters Pfleiderer verschärft sich zusehends. Als Gründe werden seitens der Unternehmensführung neben den Kosten der Konzernsanierung und Werkschließungen in erheblichem Maße Verlustübernahmen und Abschreibungen , insbesondere in Nordamerika angegeben. Über die genaue Verlusthöhe wurden noch keine offiziellen Aussagen getroffen. Nach Angaben von Pfleiderer berührt der Verlusts beim Grundkapital das Stillhalteabkommen mit den Kreditgebern nicht. Weiterhin verwies das Unternehmen darauf, dass die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen erste Erfolge zeigen würden und man diesbezüglich voll im Plan liegen würde. Zum Jahresauftakt seien deutliche Preiserhöhungen für Rohspanplatten sowie beschichtete Platten durchgesetzt worden. Dies sei ein Grundstein für eine nachhaltige Verbesserung der Margen, hieß es. Ob die Restrukturierung gelingen wird darf zumindest bei der momentanen Nachrichtenlage bezweifelt werden. Den Aktionären schmeckt die Nachricht überhaupt nicht, sie schicken die Aktie erneut auf Talfahrt. Aus charttechnischer Sicht sind nun wohl Kurse um 1,35 Euro das nächste Ziel.

Pfleiderer zerfällt…Aufsichtsräte legen Ihre Ämter nieder

Die Probleme der Pfleiderer AG scheinen ungebrochen groß zu sein.  Nun legten auch noch zwei Aufsichtsräte ihr Amt nieder. Dies ist sicherlich kein gutes Anzeichen dafür, dass man bei Pfleiderer ernsthaft der Meinung ist der Lage wieder Herr werden zu können.. Das Unternehmen ist hoch verschuldet, schreibt weiterhin rote Zahlen, hat die Banken im Nacken sitzen, und selbst die Gründerfamilie steht offenbar nicht mehr so ganz hinter dem Konzern und verkauft ihre Anteile. Nun legen auch noch die Aufsichtsräte  ihre Ämter nieder! Christopher von Hugo (Aufsichtsratsvorsitzender!) , und Helmut Burmester werden zum 17. Februar als Aufsichtsrat nicht mehr zur Verfügung stehen. Hugo und Burmester vertreten den Pfleiderer-Großaktionär One Equity Partners und wollen nach eigenen Angaben künftige Interessenkonflikte vermeiden, was letztlich alles mögliche heißen kann. Selbst eine Zerschlagung und Filetierung des Konzerns halte ich persönlich nun nicht mehr für ausgeschlossen. Für die Aktionäre bedeutet dies meistens weitere herbe Verluste.

Insider verkaufen weiter Pfleiderer Aktien

Das sieht nicht gut aus! Bei Pfleiderer trennen sich immer mehr Insider von ihren Aktienbeständen, und das zu diesen Kursen! Zuletzt wurde bekannt, dass Vorstandsvorsitzender Hans Overdiek sich von Anteilen der eigenen Firma getrennt hatte, nun trennte sich auch die Vermögensverwaltung HTP, hinter der Hans Theodor Pfleiderer steht, von 250.000 Pfleiderer Aktien. Nachdem erst vor Kurzem bekannt gegeben wurde, dass Pfleiderer sich mit den finanzierenden Banken vorerst geeinigt habe standen die Chancen für eine Kurserholung nicht allzu schlecht. Die massiven Insiderverkäufe verheißen allerdings nicht viel gutes für die nahe Zukunft.

Die zwischenzeitliche Erholung der Aktie auf 2,80 Euro dürfte nun wohl erst einmal der Vergangenheit angehören. Charttechnisch bleibt für uns die Marke von 1,80 Euro relevant. Allerdings sollte man sich gut überlegen ob man dann zu diesem reduzierten Preis wieder in die Aktie des Holzboden- und Spanplattenherstellers investiert. Derzeit ist noch völlig unklar wie die Pfleiderer AG den Schuldenberg von knapp 900 Mio Euro abtragen will. Wir werden zunächst einmal abwarten wie sich die jüngsten Werksschließungen auf die kommenden Quartalsbilanzen des Unternehmens auswirken, und ob weitere Insiderverkäufe folgen..

Pfleiderer – wie gehts nun weiter?

Noch immer scheint weder die weitere Richtung der Aktie noch die generelle Zukunft des Unternehmens klar zu sein. Die Pfleiderer AG, Marktführer für Bodenbeläge und Spanplatten ist grundsätzlich sicherlich ein interessantes Unternehmen, und auch wir sind zuletzt davon ausgegangen, dass hier ein Turnarround möglich sein dürfte, allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht bekannt, dass die Inhaberfamilie Pfleiderer sich massiv von den eigenen Aktien getrennt hat, und das offenbar zu diesen Kursen! In dem Wert sind seit einigen Tagen offenbar auch verstärkt die Zocker aktiv, somit bleibt unser kurzes Fazit bis zur endgültigen Klärung wie es hier nun weiter gehen soll, das Treiben lieber von der Seitenlinie zu beobachten, und noch bestehende Positionen ggf. n stärkeren Tagen erst einmal aufzulösen. Ein echtes Kaufsignal sehen wir erst wieder beim Überschreiten der Marke von 2,88 Euro, momentan scheint aber spätestens im Bereich 2,40 bis 2,50 Euro der Deckel drauf zu sein…

Pfleiderer AG – die wundersame Auferstehung einer Totgesagten

Es kam wie es kommen musste, oder zumindest sprach einiges dafür. Die Pfleiderer Aktie befindet sich seit gestern im Rallymodus, Noch am Montag munkelte man über eine mögliche Insolvenz des Unternehmens, seitdem konnte der Titel satte 55 Prozent zulegen. Was ist passiert? Unsere Vermutung, das es sich bei dem „Gemunkele“ um eine gezielt gestreute Ente handeln könnte, scheint nicht so falsch gewesen zu sein. Auch die massiven Probleme bei der weiteren Finanzierung des Unternehmens dürften nur eine Momentaufnahme sein, und wie gestern schon gesagt, ein unkooperatives Verhalten der finanzierenden Banken schlichtweg dumm. Da Banken aber meistens, bis auf ein paar Ausnahmen, alles andere als dumm sind gehen wir von einer baldigen Meldung der Refinanzierung bzw. Verlängerung der Kredite bei der Pfleiderer AG aus.

Die Aktie des Weltmarktführers konnte heute nicht nur bis 2,20 Euro ansteigen wie von uns im ersten Zuge vermutet, sondern auch die charttechnisch äußerst relevante Marke bei 2,53 Euro wieder überschreiten. Hier wurde nun sogar ein starkes Kaufsignal ausgelöst welches zunächst wieder bis in den Bereich von 3,15 Euro führen könnte. Hier verläuft aktuell die 30 Tage Linie. Wie gestern schon geschrieben geht es hier nicht um einen Insolvenzzock sondern viel mehr darum, dass das Unternehmen die zwar für einige Mitarbeiter schmerzlichen, aber offenbar notwendigen Weichen für die Zukunft gestellt hat. Dies sollte das Ergebnis in den kommenden Jahren deutlich positive beeinflussen. Ich freue mich für unsere Newsletter Leser die meiner Einschätzung vom Montag gefolgt sind! Dabei bleiben und Stopps nachziehen!

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