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Erneuter Horrortag für Q-Cells und Solarworld Aktionäre

Einmal mehr machen heute die deutschen Solarwerte im negativen Sinne auf sich aufmerksam. Wir hatten ja bereits vor Tagen darauf hingewiesen, dass man sich der neuen Euphorie bei der Q-Cells Aktie besser nicht hingeben sollte. Und so kam es dann auch. Der letzte kräftige Kursanstieg erwies sich erneut als kurze Episode auf dem langen tragischen Weg gen Süden. Heute veröffentlichte die Q-Cells AG das Zahlenwerk zum abgelaufenen Quartal. Der Verlust lag bei stolzen 47,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr hier noch ein Überschuss von 36,7 Millionen Euro erzielt erden konnte. Auch der Umsatz bracht dramatisch weiter ein und schrumpfte von 400 auf nur noch 229 Millionen Euro. Als wäre dies alles nicht schon bedenklich genug nahm heute die Finanzchefin des Konzerns, Marion Helmes, mit sofortiger Wirkung ihren Hut. Die Aktie fällt heute erneut unter die Marke von einem Euro, wo sie offenbar auch hingehört.

Ging man bislang davon aus, dass so etwas beim deutschen Branchenprimus nicht passieren könne, so wurde man heute auch diesbezüglich eines Besseren belehrt. Die SolarWorld AG hat heute für das abgelaufene Quartal einen Umsatzrückgang auf 238 Millionen Euro von zuvor 342 Millionen Euro gemeldet. Das Ergebnis vor Zinsen sank deutlich von 49,8 Millionen Euro im dritten Quartal 2010 auf nunmehr nur noch von 20,6 Millionen Euro. Auch hier brach der Umsatz weiter weg. Im letzten Jahr wurden noch 958,3 Millionen Euro im dritten Quartal umgesetzt, heute nur noch 772,9 Millionen Euro. Frank Asbeck kürzte darauf hin auch die Prognose für das Gesamtjahr und geht nun noch von Erlösen von ca. einer Milliarde Euro aus.

Es bleibt wie es ist, die Solarbranche steckt in einer tiefen Krise. Es ist nicht abzusehen wann und ob sich daran etwas ändern wird, und somit bleibt die Branche für Anleger weiterhin uninteressant und risikoreich. Es ist letztlich als Anleger auch unerheblich woran das liegt, und das die Chinesen sich hier einen massiven Vorteil verschaffen. Letztlich wird es wohl keinen Gewinner dieser entwicklung geben. Die Solarworld Aktie verliert heute knapp 13 Prozent Q-Cells sogar 27 Prozent.

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Q-Cells, Solon und Conergy – die großen Verlierer

Q-Cells und Conergy sind inzwischen Pennystocks und damit wohl auch gleichzeitig die größte Enttäuschung, für Solaranleger, der letzten Jahren gewesen. Die Solon Aktie hält sich zwar noch über der wichtigen Marke von einem Euro, gehört für uns aber in die gleiche Kategorie. Und natürlich ist dies nicht ganz unbegründet so. Die Probleme bei den drei Solarfirmen sind vielschichtig. Bereits seit Monaten haben wir uns immer wieder skeptisch über die Zukunft der Solarbranche im Allgemeinen, und der drei Unternehmen im Speziellen, geäußert, und bereits seit Monaten fallen die Aktienkurse, trotz des deutlich ermäßigten Niveaus immer weiter. Ein Ende des Kursverfalls ist nach unserem Dafürhalten auch nicht in Sicht, da es nicht absehbar ist wann, und ob, der Preisverfall bei den Produkten der Unternehmen gestoppt werden kann.

Q-Cells erwartet zwar für den Rest des Jahres eine leichte Belebung des Geschäftes, von einer Wende in der Branche kann aber im Moment noch keine Rede sein. Die Preise für Module und Zellen sind seit Jahresanfang um teilweise knapp 40 Prozent gefallen, was die Margen gewaltig unter Druck bringt. Gleichzeitig ist die Nachfrage im ersten Halbjahr weiter deutlich eingebrochen. Das Unternehmen kündigte nun erneut ein massives Sparprogramm an, und will die Zellenproduktion zurückfahren. Ob eine Konzentration auf die Modulproduktion aber erfolgversprechender ist bleibt erst noch abzuwarten.

Conergy ist bereits vor Monaten aus unserem Blickwinkel verschwunden. Das Unternehmen will sich nun ebenfalls neu organisieren und in seinem Werk in Frankfurt/Oder auf die profitable Modulproduktion fokussieren. Die aktuell nicht kostendeckend zu betreibende Wafer- und Zellfertigung soll bis auf weiteres eingestellt werden. Das Unternehmen will nun die meisten Zellen für seine Module ab Dezember 2011 von namhaften externen Lieferanten aus Asien beziehen.

Als international tätiges Unternehmen hat Solon im ersten Halbjahr 2011 über drei Viertel seiner Umsätze außerhalb des Heimatmarktes Deutschland erzielt. Nach der Restrukturierung fokussiert sich das Unternehmen nun stärker auf das Segment der Industrie- und Gewerbedächer. Im ersten Halbjahr 2011 konnte das Unternehmen mit 221,9 Mio. Euro den Vorjahresumsatz nicht erreichen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei minus 24,7 Mio. EUR nach einem Plus von 6,6 Mio. EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres. Demgemäß passte das Unternehmen seine Aussichten deutlich nach unten an und erwartet nun einen Verlust für das Gesamtjahr.

Generell erscheint eine charttechnische Betrachtung aller drei Titel mittlerweile wenig sinnvoll zu sein. Dazu wurde einfach zu viel (charttechnisches) Porzellan zerschlagen. Ohne Frage werden die Aktien bei der geringsten positiven Meldung in der Branche auch wieder anspringen, und kurzzeitig zweistellig zulegen können. Dies ist ja auch in der Vergangenheit mehrfach passiert, endet aber immer mit dem gleichen Ergebnis – noch tiefer Kurse.

Wir sehen Conergy, Solon, und auch Q-Cells weiterhin als die großen Verlierer im Solarmarkt, die es auch in Zukunft schwer haben werden dauerhaft zu überleben. Momentan sollten man sich wohl an stärkeren Tagen von den Aktien trennen, sofern das nicht sowieso schon geschehen ist. Für die Zockermentalitäten unter Ihnen kann eine kurzzeitige Spekulation zwar durchaus interessant sein, ist aber mit sehr hohem Risiko verbunden. In der Wochenendausgabe unseres kostenlosen Börsen Newsletters werden wir und diesem Thema etwas genauer annehmen, und die Zukunftsaussichten einzelner Titel bewerten. Wenn Sie Interesse haben melden Sie sich hier unverbindlich an!

„Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste,
und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste.“

Jetzt hat es auch SMA Solar erwischt…

Aus aktuellem Anlass möchten wir unsere Serie über die Solarindustrie mit der Aktie von SMA Solar beginnen. Das Unternehmen galt bislang immer als der Fels in der Brandung, letztlich konnte sich aber auch die SMA Solar Technology AG dem allgemein vorherrschenden Trend in der Solarbranche nun nicht mehr entziehen, und revidierte in der vergangenen Woche die Umsatz- und Gewinnziele deutlich nach unten. Der Hersteller von Wechselrichtern ist Weltmarktführer in dem Bereich, jedoch scheint auch hier zunehmend Konkurrenz , insbesondere aus den USA, den Marktanteil des Unternehmens weiter zu reduzieren. Der Marktanteil von SMA Solar ist in den letzten Jahren von 60 auf nunmehr knapp 40 Prozent gesunken. Die bedien stärksten Konkurrenten in dem Geschäft sind die US Firmen Power One und Satcon.

Analysten, die zuvor nicht selten noch höhere Kursziele für die Aktie ausgerufen hatten reduzieren nun reihenweise Ihre Gewinnprognosen und damit auch die künftigen Kursziele. Diese skeptische Grundhaltung dürfte nun noch eine Weile anhalten, bis das Unternehmen vom Gegenteil überzeugt hat. Das durchschnittliche Kursziel für die SMA Aktie liegt derzeit bei 42,- Euro, die Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr 2012 wurden deutlich von knapp 6,60 Euro auf 3,50 bis 3,80 Euro zurückgenommen, was angesichts des aktuellen Aktienkurses von 46,- Euro immer noch ein KGV von 12 bis 13 bedeuten würde. Damit wäre die Aktie angesichts der Unsicherheiten sicherlich kein Schnäppchen.

Aufgrund des rapiden Modulpreisverfalles in der Solarbranche hat SMA Solar inzwischen das Problem, dass der prozentuale Anteil der teuren Wechselrichter bei Solaranlagen bei der Gesamtkalkulation deutlich mehr ins Gewicht fällt als noch vor wenigen Monaten. Dementsprechend erhöhen die Abnehmer für die SMA Produkte auch den Druck auf das Unternehmen und diktieren die Preise weiter nach unten. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich dieser Prozess in naher Zukunft zum positiven wenden wird. Zudem besteht wahrscheinlich die Gefahr von Zahlungsausfällen, wenn es in der Solarindustrie zu Insolvenzen schwacher Unternehmen kommen sollte.

Fazit: Wir würden die Aktie weiterhin meiden. Im Vergleich zu anderen Unternehmen aus der Branche, die bereits deutlich korrigiert haben, scheint hier die theoretische Fallhöhe noch sehr deutlich zu sein. Unser charttechnisches Kursziel liegt momentan bei 39,60 Euro. Erst eine Rückkehr über die 50,- Euro Marke würde das charttechnische Bild wieder etwas aufhellen. Sollte sich an unserer Einschätzung zu der Aktie etwas grundlegendes ändern werden wir Sie selbstverständlich über unseren Börsen Newsletter informieren.

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Solarworld, Q-Cells, Conergy, Solon oder Sunways – wer wird überleben?

In der Solarbranche dürften wir unmittelbar vor einem umfangreichen Selektionsprozess stehen. Sieht man sich die Charts der deutschen Branchenvertreter Q-Cells, Solarworld, Solon, Conergy und Sunways an wird einem etwas mulmig zu Mute. Bereits vor Jahren habe ich hier im Blog darüber geschrieben wie diese Branche kaputt subventioniert wird, und wie traurig dies eigentlich ist. Der einstige Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Branche ist im Wandel sagen die Fachleute fast schon zynisch. Ursprünglich sollten in der deutschesten Solarindustrie, in den kommenden 10 bis 20 Jahren, massiv Arbeitsplätze geschaffen werden. Jetzt muss man langsam eher eine umfangreiche Entlassungswelle fürchten.

Es wird immer schwerer für die Solarhersteller noch ausreichend Geld mit Ihren Produkten zu erwirtschaften, die Margen gehen wegen des weltweiten Überangebotes weiter in den Keller, ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen. Selbst die chinesischen Solarzellen- und Modulhersteller bekommen immer größere Probleme. Das Geschäft ist insbesondere im Absatzmarkt Europa massivem Konkurrenzdruck unterlegen. Hinzu kommt nun noch das die Rezessionsbefürchtungen den Absatzmarkt deutlich verkleinert haben, da Unternehmen und Privatpersonen ihre Investitionen bis auf Weiteres zurückstellen.

Letztlich wird nun eine umfangreiche Branchenbereinigung dazu führen müssen, dass einige Firmen von der Bildfläche verschwinden, und wiederum andere sich den verbleibenden Kuchen in der Zukunft aufteilen werden. Die Frage dürfte also nicht sein ob es in der näheren Zukunft noch Solarhersteller geben wird, sondern viel mehr welche Firmen stark genug sein könnten um den Selektionsprozess nicht nur zu überleben, sondern klar für sich zu entscheiden und gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden. Zu schnell wurden auch in China zu viele Firmen mit staatlicher Hilfe hochgezogen die sich nun gegenseitig Konkurrenz machen. Auch dort werden manche Firmen, nach heutigem Kenntnisstand, auf Dauer nicht überleben können. Hinzu kommen dort noch andere Faktoren die sich ebenfalls belastend auswirken.

Für uns ist die aktuelle Entwicklung in der Solarbranche nun ein guter Anlass sich die Aktien aus dem Sektor, nach längerer Abstinenz, wieder etwas genauer anzusehen. Von welchen Aktien sollte man sich unbedingt fernhalten, und welche könnten die Gewinner von Morgen sein? Und wo könnte sich eine kurzfristige Rebound-Spekulation lohnen? Diese und andere Fragen versuchen wir in den kommenden Wochen in unserem Newsletter, und auf dem Blog zu beantworten. Natürlich ist das Thema etwas umfangreicher und kann nicht in einem Artikel abgehandelt werden. In der Wochenendausgabe des Investors Inside Börsen Newsletters werden wir mit dem ersten Teil dieser interessanten Reihe starten.  Melden Sie sich jetzt hier kostenfrei und unverbindlich an!

Phoenix Solar – Auftragseingang und Umsatz bricht deutlich ein!

Im ersten Quartal müssen die Aktionäre der Phoenix Solar AG 12,9 Millionen Euro Verlust hinnehmen! Anleger reagieren zunächst geschockt auf diese Ankündigung und schicken die Aktie zum Handelsbeginn um über sieben Prozent in den Keller. Im Vorjahreszeitraum konnten noch 2,8 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen werden, was bereits damals nicht üppig war. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach auf minus 16,9 Millionen Euro ein, der Umsatz schrumpfte deutlich von 80,4 auf 32,4 Millionen Euro. Der Auftragsbestand zum Ende des ersten Quartals 2011 sank von 375 auf 178 Millionen Euro. Aufgrund einer nur schwachen Nachfrage bleibt die Phoenix Solar AG mit diesem Zahlenwerk wohl weit hinter den eigenen Erwartungen und denen des Marktes zurück. Auch im laufenden Quartal werden Umsatz und EBIT nicht das Vorjahresniveau erreichen, warnte das Photovoltaik-Systemhaus. Damit müssen auch wir unsere ursprünglich positive Haltung zu dem Unternehmen noch einmal genauestes überdenken. Charttechnisch sieht die neue Situation nun äußerst bedrohlich aus, nachdem heute ein neues Jahrestief generiert wurde. Das Zahlenwerk, insbesondere der schwache Auftragseingang lassen vermuten, dass wir nun bald deutlich tiefere Kurse bei der Aktie sehen werden.

Die Verlierer der Hausse – Conergy, Solon, Q-Cells

An der Börse wird ja grundsätzlich eher die Zukunft gehandelt, dennoch kann auch gelegentlich ein Blick in die Vergangenheit nicht schaden. Aus diesem Grunde haben wir hier auf Investors Inside in den kommenden Tagen die Serie der größten Kapitalvernichter aus dem vergangenen Börsenjahr, sowie dem vergangenen Fünf-Jahres-Zeitraum für Sie zusammengestellt. Der ein oder andere Wert dürfte unseren Lesern sehr wohl bekannt vorkommen. Die Frage ist nun lässt sich von der vergangenen Performance eventuell die zukünftige Kursentwicklung ableiten, lässt bzw. sich in dieser Liste eventuell sogar ein interessanter Rebound-Kandidat für die Zukunft findet. Sicherlich sind auf den ersten Blick fast alle hier aufgeführten Titel mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Einige Aktien werden wohl ihre alten Höchststände nie wieder erreichen oder gar in der Versenkung verschwinden, wohingegen andere die Hausse bislang einfach nur verpasst haben und noch enormes Potenzial bieten könnten:

Die Serie beginnt heute mit den Solarwerten Solon auf Platz 1, Q-Cells auf Platz 3 und Conergy auf Platz 6 der Liste der schlechtesten Aktien im Börsenjahr 2010. Während wir bei Conergy nur noch sehr wenig Hoffnung haben, dass sich die Firma noch einmal in ungeahnte Höhen aufschwingen kann, stehen die Chancen dafür bei Solon und Q-Cells etwas besser. Conergy konnte zwar die Umsätze in 2010 um 52% auf € 913,5 Mio. (2009: € 600,9 Mio.) steigern, es gelang dem Unternehmen jedoch nicht wieder in die Gewinnzone zurück zu finden. Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -14,7 Mio. Euro (2009: -21,8 Mio. Euro) betrug das Nachsteuerergebnis -42,0 Mio. Euro (2009: -81,1 Mio. Euro). Für 2011 erwartet Conergy nun einen Umsatz in Höhe von knapp einer Milliarde Euro, ob hieraus auch wieder ein positives Ergebnis erwartet werden kann bleibt vorerst fraglich. Auf Sicht der letzten fünf Jahre mussten Anleger einen Wertverlust bei der Aktie von satten 94,6 Prozent hinnehmen. Es bleibt wie es ist, die Conergy Aktie ist nur etwas für die ganz hart gesottenen Anleger.

Mit einer Wertminderung um 91 Prozent innerhalb des Fünf-Jahres Zeitraumes und alleine 67,6 Prozent Verlust hatten die Solon Aktionäre wohl auch nicht viel zu Lachen. Der Berliner Solaranbieter konnte seinen Umsatz im Jahr 2010 um satte 76 Prozent auf 619,9 Millionen Euro steigern schaffte es aber ebenfalls nicht dabei Gewinne für seine Aktionäre zu erwirtschaften. Das Ebit belief sich auf nur  0,4 Millionen Euro. Die ist zwar ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein Minus von 199,2 Millionen Euro erwirtschaftet wurde,  das Konzernergebnis fiel aber mit minus 19,80 Millionen Euro immer noch deutlich negativ aus. Im Jahr 2009 musste die Solon AG noch Verluste in Höhe von 271,6 Millionen Euro bekanntgeben. Uns hat auch das jüngste Zahlenwerk bislang nicht davon überzeugt, dass sich hier nachhaltig etwas verändert hat.

Noch die besten Chancen auf eine nachhaltige Trendwende sehen wir bei der Q-Cells Aktie. Die Aktie hat alleine im Börsenjahr 2010 um 72,9 Prozent an Wert verloren, und gehört damit zu den Top Drei Kapitalvernichtern in 2010.  Auf Sicht von fünf Jahren waren es 87,5 Prozent Wertverlust. Wir stufen die Q-Cells Aktie momentan mit „neutral“ ein. Große Kurssprünge sind hier wohl kurzfristig nicht zur erwarten, allerdings scheint die Marke um die 2,80 Euro eine solide Basis zu bilden. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die Q-Cells Aktie in den kommenden Jahren wieder zu den Basisinvestments im deutschen Solarsektor avancieren kann. Für 2011 planen die Hersteller von Solarzellen eine Steigerung der Produktion auf rund 50 GW. Sollte die Branche von den aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland künftig wieder verstärkt profitieren, könnte sich dieser Faktor auch in den Q-Cells Bilanzen deutlich positiv bemerkbar machen.

Solon – mehr Umsatz, immer noch Verluste

Heute legte die Solon AG die neuesten Zahlen vor, und die waren nach wie vor besorgniserregend. Denn der Berliner Solaranbieter konnte seinen Umsatz um satte 76 Prozent auf 619,9 Millionen Euro steigern schaffte es aber immer noch nicht dabei Gewinne für seine Aktionäre zu erwirtschaften. Das Ebit belief sich auf nur  0,4 Millionen Euro. Die ist zwar ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein Minus von 199,2 Millionen Euro erwirtschaftet wurde,  das Konzernergebnis fiel aber mit minus 19,80 Millionen Euro immer noch deutlich negativ aus. Im Jahr 2009 musste die Solon AG noch Verluste in Höhe von 271,6 Millionen Euro bekanntgeben.

Insgesamt wurden Unternehmensangaben zufolge im Geschäftsjahr 2010 Photovoltaik Anlagen mit einer Gesamtleistung von 278 MW verkauft, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 100 Prozent entspricht (Vorjahr: 139 MW). Nachdenklich stimmt mich auch der nun wieder negative Cash Flow in Höhe von 9,7 Millionen Euro der bereits im Krisenjahr 2009 mit einem Plus von 93,1 Millionen Euro deutlich positiver war. Es bleibt wie es ist, das Solon Papier ist nur etwas für die ganz hart gesottenen Anleger. Uns hat auch das heutige Zahlenwerk nicht davon überzeugt, dass sich hier nachhaltig etwas verändert hat.

Bald wieder Katerstimmung bei Solarworld, Q-Cells, Roth&Rau oder Trina Solar, LDK, Yingli Green?

Wie bereits gestern schon angedeutet halte ich die neue Euphorie bei den deutschen Solarwerten für etwas überzogen oder gar leichtsinnig. Die Partystimmung bei Solarworld, Q-Cells, Roth&Rau, Trina Solar, LDK, Yingli Green usw. dürfte wohl schneller wieder zu Ende sein als dies den meisten Solaranhängern lieb ist. Die gesamte Branche leidet weiterhin an Überkapazitäten und einem entsprechenden Preisverfall bei den einzelnen Produkten. Die Kürzungen der Einspeisevergütung drücken zusätzlich auf die Margen. Die Förderung für die Solarbranche soll nun laut einem Bericht von gestern noch schneller gekürzt werden als geplant. Der Verband BSW und das Umweltministerium haben zwar einen Kompromiss ausgehandelt, dieser verschafft aber letztlich keine wirkliche Erleichterung.

Die deutsche Einspeisevergütung für Solarstrom wird demnach zum 1. Juli um bis zu 15 Prozent erneut gesenkt. Entsprechende Erwägungen der Bundesregierung wurden der Deutschen Presse-Agentur dpa bestätigt. Wie hoch die vorgezogene Kürzung tatsächlich ausfallen wird, ist abhängig davon, wie viele Solaranlagen insgesamt im Jahr 2011 Deutschland errichtet werden. Hierzu soll statistisch erfasst werden wie viele Sonnenkollektoren in Deutschland in den Monaten März bis Mai installiert werden. Der erreichte Wert wird dann aufs Jahr hoch gerechnet, also mit dem Faktor vier multipliziert. Was an sich wohl schon zu einem nicht wirklich objektiven Ergebnis führen kann, da alleine schon witterungsbedingt nicht in jedem Monat dieses Jahres gleich effektiv gearbeitet werden kann, gerade im Zeitraum November bis Februar, der somit aber voll gewertet wird.

Übersteigt die somit erreichte Kapazität 3500 Megawatt, wird die Förderung zum 1. Juli um 3 Prozent gesenkt. Bei einem Zubau von mehr als 4500 Megwatt betrüge die Kürzung 6 Prozent, bei mehr als 5500 Megawatt 9 Prozent, bei mehr als 6500 Megawatt 12 Prozent, und bei 7500 Megawatt würde die Förderung um 15 Prozent sinken. Zum Jahresende sinkt die Förderung um zusätzliche neun Prozent; zudem soll dann geprüft werden, ob die Zubau-Prognose aus dem Frühjahr korrekt war. Heißt das jetzt im schlimmsten Fall 15 + 9 Prozent Kürzungen? Neuesten Prognosen zufolge werden in der Bundesrepublik 2010 Anlagen mit einer Leistung von mehr als 8000 Megawatt ans Netz gehen, und somit der Höchstwert der Förderkürzungen wohl auch erreicht.

Die konkreten Pläne sollen am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt werden, man darf also gespannt sein wie es bei der Branche weiter geht. Die Kürzungen der Förderungen sollen den Bürger entlasten der momentan mit ca 3,5 Pfennig je Kilowattstunde zur Kasse gebeten wird. Letztlich liegt der Verdacht nahe, und die Vergangenheit hat dies ja oft bewiesen, das diese Einsparungen nicht wirklich beim Bürger ankommen werden, oder an anderer Stelle bald wieder in Form einer neuen Abgabe auftauchen. Die Branche der Solarzellenhersteller wird hingegen von einer Zukunftsbranche und Jobmotor zum Auslaufmodell. Schade eigentlich, ich hätte gerne weiterhin 3,5 Cent je Kilowattstunde für eine bessere Welt gezahlt…vielleicht hätte man sich diesen Betrag lieber bei den großen Energiekonzernen holen sollen die sich seit Jahrzehnten die Taschen ordentlich gefüllt haben…

Sonnenaufgang bei Solarworld, Q-Cells, Roth & Rau, Solon und Centrotherm?

Die Aktien der Solarbranche sind heute kräftig angesprungen. Mit Kurszuwächsen von teilweise über zehn Prozent melden sich Solarworld, Q-Cells sowie Roth & Rau zurück. Die Solon Aktie kann sich mit fast sieben Prozent Kursgewinn ebenfalls wieder deutlich von den Tiefstständen absetzen. Was ist passiert? Eine wirklich nachvollziehbare Meldung ließ sich heute nicht finden. Marktforscher von IMS Research prognostizieren der Solarbranche im abgelaufenen Geschäftsjahr eine installierte Leistung von 17,5 Gigawatt, was einem Zuwachs von ca. 130 Prozent gegenüber 2009 bedeuten würde. Für das Jahr 2011 rechnen die Fachleute nun mit 20,5 Gigawatt und bis zum Jahr 2014 hält man bei IMS sogar eine jährliche Installation von 34 Gigawatt für möglich.

Soweit so gut, Prognosen sind eine feine Sache wenn Sie denn so eintreffen..Die Vorhersage ist ambitioniert, und sagt wenig über die dabei erzielten Gewinn einzelner Unternehmen aus, sorgte jedoch heute offenbar für ungezügelten Optimismus bei den Anlegern. Warum ausgerechnet die deutschen Solartitel von einer solchen Meldung so stark profitieren ist mir persönlich etwas schleierhaft. Viel mehr sollten eigentlich heute die chinesischen Solarwerte im Fokus der Anleger stehen. Diese verhalten sich jedoch mit moderaten Zugewinnen von 3 bis 4 Prozent relativ ruhig, was sich allerdings heute noch ändern könnte. Das sieht für mich – zumindest was die deutschen Solaraktien angeht – viel mehr nach einer technischen Reaktion, nach den starken Kursverlusten der letzten Wochen und Monate, aus und weniger nach einer fundamental begründeten Rallye.

Man ist wohl gut beraten hier nicht allzu euphorisch zu werden. Der Gesamtmarkt befindet sich inzwischen auf einem kritischen Niveau und ist längst überfällig für eine Korrektur. Sollte diese kommen sind es genau die oben erwähnten Titel die wieder überproportional verlieren werden.  Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit dieser Meinung relativ alleine dastehe, aber es kann sicherlich nicht schaden diesen Gedanken im Hinterkopf zu behalten. Nicht zuletzt die vielen Nachrichten in den Medien über die „heile Börsenwelt“ und die nun anstehende gigantische Hausse sollten den aufgeklärten Trader etwas skeptisch stimmen…Bleiben Sie vorsichtig!

Conergy kommt nicht zur Ruhe

Conergy hat heute den Verlust von knapp der Hälfte seines Grundkapitals vermeldet. der Solarkonzern kommt einfach nicht zur Ruhe, erst kürzlich schöpften Anleger neue Hoffnung, nachdem neue Investoren für die Gesellschaft gefunden werden konnten, auf eine baldige Besserung. Lesen Sie hierzu bitte auch unseren Artikel. „Conergy – zwischen Pest und Cholera“ In einer Pressennachricht von heute hieß es dann „Weil der Konzern auf bestehende Darlehensforderungen gegenüber in- und ausländischen Tochtergesellschaften verzichte und einer daraus resultierenden Neubewertung bei der Aktiengesellschaft, sei ein Verlust in Höhe von 190 Millionen Euro eingetreten. Die Conergy-Aktien wurden am Morgen kurzzeitig vom Handel an der Frankfurter Börse ausgesetzt.“

Laut Unternehmensangaben bleibt das Konzernergebnis hiervon unberührt. Man gehe weiterhin von einem Ergebnis von 30 Millionen bis 40 Millionen Euro für das Gesamtjahr aus, hieß es. Das Unternehmen muss nun eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten. Fachleute bezeichneten die Kapitalmaßnahme als normal und verwiesen darauf, dass eine ein solches Vorgehen bei der Restrukturierung von Tochtergesellschaften unerlässlich sein. Der Aktienkurs sackte heute erneut um über acht Prozent auf 0,45 Euro ab. Wir bleiben bei unserer Einschätzung zu der Aktie und gehen von einer massiven Verwässerung des Aktienkurses in der Zukunft aus.

Solar Millennium vor Gap Close?

Ähnlich kritisch wie bei SMA Solar sieht derzeit der Chart bei der Aktie von Solar Millennium aus. Zwar konnte das Unternehmen in den letzten Wochen wieder mit deutlich besseren Meldungen als noch Anfang 2010 das Vertrauen bei den Anlegern wieder etwas stärken. dennoch bleibt ein fader Beigeschmack nach dem ganzen Hickhack. Wir haben uns damals entschlossen bei Kursen um die 20- Euro aus der Aktie aus zusteigen bis das Management das Unternehmen wieder auf Kurs gebracht hat. Trotz aller positiver Meldungen über die Projekte in den USA, Spanien und Ägypten bleiben wir vorsichtig. Letztlich müssen die Zahlen zeigen ob es sich hier um ein gutes Investment handelt. Weiter gehört, zumindest für uns, sicherlich auch eine transparente Informationspolitik zu den Erfolgsfaktoren eines Investments.

Zurück zum Chart… inzwischen haben sich einige Analysten nicht mehr ganz so optimistisch über die zu erwartende Entwicklung der Aktie geäußert. Dies hat natürlich noch zusätzlich auf den Kurs der Solar Millennium Aktie gedrückt. Die Aktie notiert nun bei ca 18,80 Euro und damit nur noch leicht über der kritischen Marke von 18,50 Euro. Sollte diese Marke also nun unterschritten werden ist ein Gap Close der Ende Oktober gerissenen Kurslücke wohl sehr wahrscheinlich. Dies dürfte dann zumindest einen kurzzeitigen Abverkauf unter die Marke von 17,20 Euro zur Folge haben. Die nächste Unterstützung für die Aktie liegt dann bei ca. 16,40 Euro. Zusammenfassend dürften hier die Risiken momentan die Chancen überwiegen. Für Trader kann sich aber in den kommenden Tagen eine interessante Rebound – Chance bieten.

SMA Solar – charttechnisch angeschlagen, Kursziel 60,- Euro

Der ehemalige Anlegerliebling scheint in Ungnade gefallen zu sein! Fast schon zwingend scheint sich bei der SMA Solar demnächst ein Kursniveau von 60,- Euro oder gar darunter abzuzeichnen. Bereits seit einigen Tagen verliert die Aktie weiter an Wert und setzt damit den Anfang November begonnenen Abwärtstrend beschleunigt fort. Wirft man einen Blick auf den langfristigen Chart der Aktie so dürfte klar sein wohin die Reise gehen soll. Wir halten das baldige erreichen der 60,- Euro Marke für sehr wahrscheinlich. Hier sollte eine starke Unterstützung für die Aktie liegen.

Aufgrund des deutlichen Bruchs der Seitwärtsbewegung und den damit verbundenen drohendem Kursrutsch ist die Aktie zur Zeit aber eine Verkaufsposition. Bei Kursen um die 60,- Euro könnte dann ein Einstieg unter langfristigen Gesichtspunkten wieder interessant sein. Fundamental betrachtet ist die Aktie der SMA Solar immer noch sehr interessant und vor allem attraktiv bewertet. Hersteller von Wechselrichtern gehören weiterhin zu den interessantesten Anlagemöglichkeiten im gesamten Solarsektor. Obwohl inzwischen einige Mitbewerber wie z.B. die amerikanische Power One dem Unternehmen Marktanteile abnehmen bleibt der Markt wohl groß genug um weiterhin gute Umsätze zu erzielen.

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