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Solarhybrid, SunConcept, Solar Millennium, Solon und Q-Cells – war die Krise vermeidbar?

Gastkommentar: PhotovoltaikBranche und Managementfehler: war die Krise vermeidbar?

Das Jahr 2012 markiert eine Wende in der Förderpolitik der vom Bundestag und Bundesrat im Jahr 2003 verabschiedeten Subventionen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und hat zugleich zu starken Verwerfungen in der Solar-Branche geführt. Das EEG 2003 legte zunächst den Grundstein für den wirtschaftlichen Betrieb von Solaranlagen in Deutschland. Seit 2006 gibt es neue Bedingungen für die Stromeinspeisung. Hier wurde festgeschrieben, dass Energieversorger 20 Jahre lang die Stromeinspeisung pro Kilowattstunde fest vergüten müssen. Diese besonders attraktiven Subventions- und Fördergarantien und das Programm zur CO² Reduzierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau machten diese Investition für Eigenheimbesitzer und Investoren sehr interessant.

Die Mindestvergütung für Solarstrom betrug 35,49 Cent pro Kilowattstunde, bei einer Solaranlagen-Dachinstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW wurden 46,75 Cent und bei einer Fassadeninstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW sogar 51,75 Cent vergütet. Im Jahr 2011 folgte die Ansage der Änderung in der Subventionspraxis mit besonderen Auswirkungen auf die mittelständisch ausgerichteten Solarunternehmen. Der Deutsche Bundestag hatte am 30. Juni 2011 die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und damit eine Umkehr in der bisherigen Förder- und Subventionspraxis beschlossen. Die Bundesregierung hatte erkannt, dass sie diese enormen Kostenlasten der Förderpolitik pro Photovoltaik nicht mehr länger wird tragen können, schon gar nicht in diesem Umfang. Das hatte Folgen:

Nach Solarhybrid, SunConcept, Solar Millennium, Solon und nun auch First Solar (Fabrik Frankfurt Oder), geriet auch das zweitgrößte Vorzeigeunternehmen Q-Cells deutlich unter Druck. Das Q-Cells Management hatte kürzlich sein Sanierungskonzept für gescheitert erklärt, deshalb kommen zunehmend Fragen zur Art und Weise der Unternehmensführung auf. Management und Managementqualitäten stehen auf dem Prüfstand. „Hintergrund sei ein Rechtsstreit mit Gläubigern“, wiegelte Q-Cells ab. Das Unternehmen, das einst an der Frankfurter Börse als Neuling gefeiert worden war und mehrere Preise für unternehmerisches Handeln bekommen hatte, wies 2011 einen Verlust von 846 Millionen Euro aus. Q-Cells war von einem starken Preisverfall betroffen, wie andere Unternehmen der Solar-Branche auch, der freilich auf die Billig-Konkurrenz aus China zurückgeht, aber wohl auch seine Ursache in strategischen Fehlern des Managements der vergangenen Jahre hat.

Kenner der Branche meinen, dass auch SunConcept in seiner strategischen Ausrichtung schwere Fehler gemacht hat. „Wenn man einen so großen Laden hat, dann muss man flexibler sein“, kommentieren Analysten. Das deckt sich mit den Recherchen anderer Nachrichtenblogs, nach denen Insider in erster Linie betriebswirtschaftliche Fehler der vier Chefs für die Pleite verantwortlich machen. Die Nassauische Neue Presse zitiert beispielsweise einen Beteiligten mit den Worten: „Bei Sun-Concept herrschte ein unglaubliches Durcheinander, in dem keiner den Überblick hatte. Die Geschäftsführer sind an ihrer Überheblichkeit gescheitert.“ So sollen bis Ende vergangenen Jahres alle Hinweise auf die wirtschaftliche Schieflage konsequent ignoriert worden sein. Erst auf konsequentes Drängen einer Bank erklärte sich das Unternehmensmanagement bereit, einen Unternehmensberater mit Branchenausrichtung und Affinität zum Mittelstand zu Rate zu ziehen: zu spät! berichtet die Rhein Zeitung

Schwere Managementfehler führten nach Ansicht der Experten auch den Erlanger Solarkraftwerkherstellers Solar Millennium in die Zahlungsunfähigkeit.

Allen Unternehmen ist schlichtweg nicht gelungen, sich auf die neue Situation umzustellen und sich einer veränderten Marktlage mit neuen, innovativen Strategien anzupassen. Neue Absatzmärkte wurden nicht erschlossen, jedenfalls nicht in einem Rahmen, der für diese Unternehmen relevant gewesen wäre. Der Schutz von Markenrechten, der Wettbewerbsschutz und andere, wichtig, rechtliche Rahmenbedingungen wurden außer acht gelassen. „Man hätte beispielsweise früh genug auf die Vermittlung von Zeitarbeitern umsatteln sollen“, vermerken Analysten. Die Strategie „wir können die Dumping-Preise aus China nicht unterbieten, aber mit Qualität und Innovation überzeugen“, ging nicht auf.

Die chinesischen Produzenten haben in Deutschland mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 50 % erobert und die Aussicht auf einen hohen Absatz dürfte Anleger wie Investoren ermutigt haben, zumal die „Konkurrenz“ im eigenen Land in die Insolvenz geht. Die Zuwächse bei den chinesischen Solarproduzenten beim Absatz von Solarmodulen in Deutschland sind im ersten Quartal auf 1,9 GW gestiegen. So verwundert es Analysten nicht, dass die Aktienwerte der chinesischen Solarproduzenten wie etwa Trina Solar, Jinko und Yingli am Mittwoch, 18.04.2012, in einem starken Gesamtmarkt deutliche Kursgewinne verzeichnen können. Wettbewerber aus China haben konsequent den Deutschen Absatzmarkt „aufgerollt“, diese Aktien profitierten von der wachsenden Risikobereitschaft der Investoren, die unter anderem ausgelöst wurde von der Anhebung der Wachstumsprognosen und der konsequenten Wirtschaftsexpansionspolitik Chinas.

Ein besonders großes Managementversage der Deutschen Unternehmen lag wahrscheinlich in der Vernachlässigung, neue Joint Ventures zu gründen. China kann das, China macht das und China verschaffte sich damit Absatzmärkte im Bereich der Schwellenländer. Andere Länder, wie etwa Kanada, vermeiden diese Fehler. Der globale Wettbewerber Canadian Solar hat heute mitgeteilt, sich in sechzehn kanadische Projekte eingekauft zu haben, die in den kommenden Jahren einen Absatzwert von 800 Mio. USD erreichen  dürften. Weiterhin hat das Unternehmen die Gründung eines Joint Ventures beschlossen, welches dem Ausbau der Geschäftstätigkeiten in den wichtigen Schwellenländern dienen soll. Aber wer dachte in Deutschland schon an Kanada, wenn es um die Solar-Branche geht?

Es blieb in Deutschland leider nur das Fundament der Subvention und dieses Fundament war bereits erkennbar brüchig: Eine vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) durchgeführte Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen in Deutschland hatte ergeben, dass diese Form der Förder- und Subventionspolitik unangemessen und ineffektiv ist. Rund 51 % der Unternehmen gaben an, dass das neue Energiekonzept durch steigende Energiepreise und eine schwankende Versorgungssicherheit ihr Investitionsverhalten negativ beeinflussen wird. Demgegenüber dürfte die Energiewende lediglich 20 % zu steigenden Investitionen führen. Klar benachteiligt ist die gesamte Dienstleistungsindustrie in Deutschland, insbesondere die Branchen, deren Geschäftsmodell und Geschäftszweck (Solarien; Wellness; Fitness; Friseure; Shopping-Center) auf Lichttechnik ausgelegt und erhöhten Stromkonsum angewiesen ist. Im Prinzip handelt es sich um (kleine) Großverbraucher, die jedoch nicht durch die Bundes-Härtefallregelungen aufgefangen werden, weil sie keine sog. produzierenden Betriebe sind, aber dennoch als energieintensives Gewerbe bilanzieren (wegen erreichen der Stromkosten von 15 % plus X der Wertschöpfung, d.h. Umsatz minus Energie- und Materialkosten).

Von einem Missverhältnis sprach auch die Forschung in Deutschland unter Auswertung der Energieeffizienz von Windkraft und Solarenergie: für Windkraft sprechen sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die Effizienz der Anlagen, die deutlicher höher seien, als bei der Photovoltaik-Energie. Deshalb sei die Kürzung der Förderung der Solarenergiegewinnung durch die Bundesregierung durchaus nachvollziehbar, zumal die Photovoltaik in Deutschland nur einen Anteil von 3 % an der gesamten Stromerzeugung hat, aber über die Hälfte der jährlichen Kosten in Höhe von 14 Milliarden Euro in Form von ausgezahlter Einspeise-Vergütung verursacht. Dieses Missverhältnis wird nun korrigiert und diese Runde ging im internationalen Wettbewerb klar an China.Ein Gastkommentar von Sandro Valecchi

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Die größten Wertvernichter 2011 – Solon, Solar Millennium, Conergy, Q-Cells, Colexon Energy und Solarworld

Wie jedes Jahr um diese Zeit beginnen wir heute wieder mit unserer Serie der größten Wertvernichter, und schlechtesten Aktien im abgelaufenen Jahr. Einige der hier genannten Werte haben durchaus das Potenzial sich wieder zu erholen, wenn auch ein Aufstieg zu alten Höhen bei vielen Aktien wohl nicht mehr zu erwarten ist. Andere Aktien oder ganze Branchen werden wohl auch im Börsenjahr 2012 sehr schwierige Zeiten vor sich haben. Allen voran ist hier wohl die Solarindustrie zu nennen, die ein geradezu katastrophales Jahr hinter sich hat. Die Branche, die einst als großer Hoffnungsträger für die deutsche Industrie galt, zerstört sich sozusagen gerade aus sich selbst heraus. Verantwortlich dafür sind politische Entscheidungen die dazu geführt haben dass insbesondere durch den Druck aus China, und den damit einher gehendem Margenverfall, wohl auch in den kommenden Monaten mit weiteren Insolvenzen zu rechnen ist.

Die ersten beiden Unternehmen die sich dem weiter zunehmenden Preisverfall in der Branche beugen mussten sind Solon und Solar Millennium, wobei die Sachlage die dazu geführt hat dass das Unternehmen kürzlich Insolvenz anmelden musste, bei Solar Millennium wohl noch deutlich komplexer ist. Aber darüber hatten wir ja schon mehrfach und ausführlich berichtet. Die Conergy Aktie, die noch im März diesen Jahres bei 6,- Euro notierte ist nun bei einem Aktienkurs von 0,30 Euro wohl auch einer der Wackelkandidaten für das kommende Jahr, ebenso wie Q-Cells deren Aktienkurs sich ebenfalls noch einmal von 3,50 Euro auf inzwischen 0,48 Euro drastisch reduziert hat. Die Colexon Energy Aktie kannte ebenfalls nur eine Richtung und ist einer der größten Wertvernichter des Jahres 2011. Bis zum Frühjahr konnte sich der Branchenprimus Solarworld mit Kursen um die 10,- bis 12,- Euro diesem Trend noch einigermaßen gut entziehen. Schließlich gab aber auch der Aktienkurs deutlich nach und notierte teilweise unter der 3,- Euro Marke.

Ebenso düster sieht das Bild auch bei der chinesischen Konkurrenz aus. Hier wurden in den vergangenen Jahren enorme Investitionen mit billigem Staatsgeld getätigt, die letztlich die für alle tödliche Preislawine in Gang gesetzt haben. Letztlich wird es im Modul- und Wafermarkt auch im kommenden Jahr wohl nur wenige Gewinner geben können. Auch wenn ich grundsätzlich der Meinung bin das die Solarenergie in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, dürfte es nicht mehr ausreichen nur billige Module herzustellen, sondern der Fokus wohl eher darauf ausgerichtet sein innovative Produkte mit deutlich höheren Wirkungsgraden am Markt zu platzieren. Unternehmen denen dies gelingt werden dauerhaft überleben, andere wohl eher nicht! Die Solarbranche bleibt auch im kommenden Jahr somit anfällig für weitere schlechte Nachrichten…Also weiterhin kein Platz an dem man sich als Anleger tummeln muss! Im Falle Solar Millennium hilft wohl leider nur noch ein Rechtsschutz Test um wenigstens etwas von dem verlorenen Geld wieder zu bekommen.

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Nach Solon nun Solar Millennium – Der Solarkraftwerkbauer stellt Insolvenzantrag

Es kam wohl bei Solar Millennium wie es kommen musste. Gerade erreichte uns die Meldung das die Solar Millennium AG offenbar pleite ist und einen entsprechenden Insolvenzantrag eingereicht hat. Bereits seit Jahren war die Aktie immer wieder wegen Managementfehlern unter Druck. Heute hat das Unternehmen nun den Schlussstrich gezogen und ist damit das zweite Solarunternehmen in wenigen Tagen das in die Pleite geschliddert ist. Es ist fast schon müßig an dieser Stelle über die Gründe zu schreiben. Interessierte Anleger wissen bereits seit längerem das es nicht gut um das Unternehmen steht. Auch wir haben bereits seit Monaten darauf hingewiesen dass so etwas wie der heutige Insolvenzantrag durchaus  passieren kann, und dementsprechend unseren Lesern geraten sich von dem Titel fern zu halten. Für die verbliebenen Aktionäre ist dies natürlich ein letzter harter Schlag, letztlich aber nicht ganz überraschend! Am Ende bleibt somit das Fazit dass Utz Claassen offenbar doch richtig gehandelt hat als er das Unternehmen überraschend nach wenigen Tagen Amtszeit als Vorstand wieder verlassen hat. Die Pleitewelle in der Solarindustrie wird weiter rollen, bleiben Sie also vorsichtig bei der Auswahl ihrer Depotitel!

Nach der Solon Pleite – Wie gehts weiter bei Q-Cells, Solarworld, Trina, Yingli, Suntech, LDK

Die Solon AG läutet die nun von uns seit längerem erwartete „Konsolidierungswelle“ in der Solarindustrie ein. Gestern Abend wurde bekannt, dass der Berliner Solarmodulhersteller die Möglichkeiten zur Restrukturierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens nutzen werde, wie es so schön heißt. Kurzum Solon ist das erste Opfer des harten Preiskampfes im Markt geworden. Der Preisverfall in der Branche und die hohen Abschreibungen haben bei dem Unternehmen in den ersten neun Monaten zu einem hohen Verlust von ca 200 Millionen Euro geführt. Zudem sind alle Bemühungen um eine finanzielle Neuausrichtung des Solarunternehmens erfolglos geblieben. Die Gespräche mit Banken über eine finanzielle Restrukturierung des verschuldeten Unternehmens sind nun endgültig gescheitert. Somit hat sich die Unternehmensführung gestern entscheiden einen Insolvenzantrag zu stellen.

Solon ist nicht das einzige deutsche Unternehmen, dass unter Druck steht. Probleme bereitet der heimischen Solarindustrie vor allem die Billigkonkurrenz aus China. Aber auch die kann sich nicht von der nun beginnenden Welle von Pleiten in der Solarinduistrie freimachen. Aktien von Trina Solar, Yingli, Suntech und LDK sowie alle anderen Branchenvertreter mussten gestern auch an den US Börsen erneut heftige Abschläge hinnehmen. Der Fall Solon hat gezeigt wie fragil der Markt für Solarmodule ist, und man kann wohl davon ausgehen dass Solon nicht das einzige Opfer dieser Krise bleiben wird. Die Chinesen haben bislang im direkten Vergleich mit ihren europäischen Konkurrenten aber noch den ganz entscheidenden Vorteil, dass man preiswert nahezu unbegrenzte Kredite vom chinesischen Staat erhalten kann. Sollte sich dies ändern dürfte die Pleitewelle auch dort kräftig anrollen.

Es bleibt bei unserem Fazit der letzten Monate. Solaraktien muss man nicht im Depot haben, denn die politischen Rahmenbedingungen können sich jederzeit ändern und eine ganze Branche deutlich negativ beeinflussen wie wir gesehen haben. Gerade jetzt scheint das Risiko für Anleger noch einmal deutlich gestiegen zu sein. In Deutschland hat man es leider vor Jahren schon verpasst eine zukunftsweisende Technologie, in der wir mal wieder Weltmarktführer hätten werden können, entsprechend sinnvoll zu fördern. Nun ist das ersten Opfer dieser Politik zu beklagen, und es werden noch einige folgen, fürchte ich. Es tut mir leid für die Mitarbeiter von Solon, die nun ihren Arbeitsplatz verlieren, und natürlich auch für die Aktionäre die sich eine „grüne“ Rendite erhofft haben.

Q-Cells, Solon und Conergy – die großen Verlierer

Q-Cells und Conergy sind inzwischen Pennystocks und damit wohl auch gleichzeitig die größte Enttäuschung, für Solaranleger, der letzten Jahren gewesen. Die Solon Aktie hält sich zwar noch über der wichtigen Marke von einem Euro, gehört für uns aber in die gleiche Kategorie. Und natürlich ist dies nicht ganz unbegründet so. Die Probleme bei den drei Solarfirmen sind vielschichtig. Bereits seit Monaten haben wir uns immer wieder skeptisch über die Zukunft der Solarbranche im Allgemeinen, und der drei Unternehmen im Speziellen, geäußert, und bereits seit Monaten fallen die Aktienkurse, trotz des deutlich ermäßigten Niveaus immer weiter. Ein Ende des Kursverfalls ist nach unserem Dafürhalten auch nicht in Sicht, da es nicht absehbar ist wann, und ob, der Preisverfall bei den Produkten der Unternehmen gestoppt werden kann.

Q-Cells erwartet zwar für den Rest des Jahres eine leichte Belebung des Geschäftes, von einer Wende in der Branche kann aber im Moment noch keine Rede sein. Die Preise für Module und Zellen sind seit Jahresanfang um teilweise knapp 40 Prozent gefallen, was die Margen gewaltig unter Druck bringt. Gleichzeitig ist die Nachfrage im ersten Halbjahr weiter deutlich eingebrochen. Das Unternehmen kündigte nun erneut ein massives Sparprogramm an, und will die Zellenproduktion zurückfahren. Ob eine Konzentration auf die Modulproduktion aber erfolgversprechender ist bleibt erst noch abzuwarten.

Conergy ist bereits vor Monaten aus unserem Blickwinkel verschwunden. Das Unternehmen will sich nun ebenfalls neu organisieren und in seinem Werk in Frankfurt/Oder auf die profitable Modulproduktion fokussieren. Die aktuell nicht kostendeckend zu betreibende Wafer- und Zellfertigung soll bis auf weiteres eingestellt werden. Das Unternehmen will nun die meisten Zellen für seine Module ab Dezember 2011 von namhaften externen Lieferanten aus Asien beziehen.

Als international tätiges Unternehmen hat Solon im ersten Halbjahr 2011 über drei Viertel seiner Umsätze außerhalb des Heimatmarktes Deutschland erzielt. Nach der Restrukturierung fokussiert sich das Unternehmen nun stärker auf das Segment der Industrie- und Gewerbedächer. Im ersten Halbjahr 2011 konnte das Unternehmen mit 221,9 Mio. Euro den Vorjahresumsatz nicht erreichen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei minus 24,7 Mio. EUR nach einem Plus von 6,6 Mio. EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres. Demgemäß passte das Unternehmen seine Aussichten deutlich nach unten an und erwartet nun einen Verlust für das Gesamtjahr.

Generell erscheint eine charttechnische Betrachtung aller drei Titel mittlerweile wenig sinnvoll zu sein. Dazu wurde einfach zu viel (charttechnisches) Porzellan zerschlagen. Ohne Frage werden die Aktien bei der geringsten positiven Meldung in der Branche auch wieder anspringen, und kurzzeitig zweistellig zulegen können. Dies ist ja auch in der Vergangenheit mehrfach passiert, endet aber immer mit dem gleichen Ergebnis – noch tiefer Kurse.

Wir sehen Conergy, Solon, und auch Q-Cells weiterhin als die großen Verlierer im Solarmarkt, die es auch in Zukunft schwer haben werden dauerhaft zu überleben. Momentan sollten man sich wohl an stärkeren Tagen von den Aktien trennen, sofern das nicht sowieso schon geschehen ist. Für die Zockermentalitäten unter Ihnen kann eine kurzzeitige Spekulation zwar durchaus interessant sein, ist aber mit sehr hohem Risiko verbunden. In der Wochenendausgabe unseres kostenlosen Börsen Newsletters werden wir und diesem Thema etwas genauer annehmen, und die Zukunftsaussichten einzelner Titel bewerten. Wenn Sie Interesse haben melden Sie sich hier unverbindlich an!

„Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste,
und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste.“

Solarworld, Q-Cells, Conergy, Solon oder Sunways – wer wird überleben?

In der Solarbranche dürften wir unmittelbar vor einem umfangreichen Selektionsprozess stehen. Sieht man sich die Charts der deutschen Branchenvertreter Q-Cells, Solarworld, Solon, Conergy und Sunways an wird einem etwas mulmig zu Mute. Bereits vor Jahren habe ich hier im Blog darüber geschrieben wie diese Branche kaputt subventioniert wird, und wie traurig dies eigentlich ist. Der einstige Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Branche ist im Wandel sagen die Fachleute fast schon zynisch. Ursprünglich sollten in der deutschesten Solarindustrie, in den kommenden 10 bis 20 Jahren, massiv Arbeitsplätze geschaffen werden. Jetzt muss man langsam eher eine umfangreiche Entlassungswelle fürchten.

Es wird immer schwerer für die Solarhersteller noch ausreichend Geld mit Ihren Produkten zu erwirtschaften, die Margen gehen wegen des weltweiten Überangebotes weiter in den Keller, ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen. Selbst die chinesischen Solarzellen- und Modulhersteller bekommen immer größere Probleme. Das Geschäft ist insbesondere im Absatzmarkt Europa massivem Konkurrenzdruck unterlegen. Hinzu kommt nun noch das die Rezessionsbefürchtungen den Absatzmarkt deutlich verkleinert haben, da Unternehmen und Privatpersonen ihre Investitionen bis auf Weiteres zurückstellen.

Letztlich wird nun eine umfangreiche Branchenbereinigung dazu führen müssen, dass einige Firmen von der Bildfläche verschwinden, und wiederum andere sich den verbleibenden Kuchen in der Zukunft aufteilen werden. Die Frage dürfte also nicht sein ob es in der näheren Zukunft noch Solarhersteller geben wird, sondern viel mehr welche Firmen stark genug sein könnten um den Selektionsprozess nicht nur zu überleben, sondern klar für sich zu entscheiden und gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden. Zu schnell wurden auch in China zu viele Firmen mit staatlicher Hilfe hochgezogen die sich nun gegenseitig Konkurrenz machen. Auch dort werden manche Firmen, nach heutigem Kenntnisstand, auf Dauer nicht überleben können. Hinzu kommen dort noch andere Faktoren die sich ebenfalls belastend auswirken.

Für uns ist die aktuelle Entwicklung in der Solarbranche nun ein guter Anlass sich die Aktien aus dem Sektor, nach längerer Abstinenz, wieder etwas genauer anzusehen. Von welchen Aktien sollte man sich unbedingt fernhalten, und welche könnten die Gewinner von Morgen sein? Und wo könnte sich eine kurzfristige Rebound-Spekulation lohnen? Diese und andere Fragen versuchen wir in den kommenden Wochen in unserem Newsletter, und auf dem Blog zu beantworten. Natürlich ist das Thema etwas umfangreicher und kann nicht in einem Artikel abgehandelt werden. In der Wochenendausgabe des Investors Inside Börsen Newsletters werden wir mit dem ersten Teil dieser interessanten Reihe starten.  Melden Sie sich jetzt hier kostenfrei und unverbindlich an!

Solon, Q-Cells, Conergy und Sunways – wie gehts hier weiter?

Die deutsche Solarbranche bleibt unter Druck! Die abgelieferten Zahlen von Solon weckten erneut die schlimmsten Befürchtungen, auch bei den Anlegern von Q-Cells, Conergy und Sunways, dass der Solar-Boom endgültig vorbei sein könnte – zumindest für die deutschen Solarmodul- und Zellen Hersteller. In China hingegen könnte die Entwicklung der Solarbranche in den kommenden Jahren deutlich positiver verlaufen. Währen hierzulande die Margen immer geringer und die Absatzmärkte immer enger werden kann man in China noch aus dem Vollen schöpfen. Unterstützt durch der Staat und gigantische finanzielle Mittel konnten chinesischen Firmen wie  Yingli, LDK, Trina, Suntech und Jinko Solar den weltweiten Marktanteil inzwischen auf satte 45 Prozent ausbauen! Auch die Gewinne in den Unternehmen sind weiter kräftig gestiegen währen diese bei heimischen Unternehmen immer weiter zurück gehen.

Alleine im letzten Jahr sind deutsche Unternehmen, die einst weltweite Marktführer in den Segment waren, weiter deutlich abgerutscht und erwirtschaften inzwischen nur noch knapp acht Prozent der weltweiten Erträge der Branche, Tendenz weiter fallend. Es ist nach unserer Auffassung bereits seit Jahren unschwer zu erkenne wohin die Reise für die deutschen Branchenvertreter gehen wird. Insbesondere die Aktien der inzwischen nach Börsenwert sehr kleinen Unternehmen werden es schwer haben dauerhaft am Markt zu überleben. Insbesondere die oben aufgeführten Titel eignen sich wohl inzwischen eher für kurzfristig orientiere Spekulationen als für eine dauerhafte Geldanlage! Etwas anders könnte das Bild bei den Maschinenbauern und den Projektierern in Zukunft aussehen. Die einen verkaufen das Equipment nach China und die anderen verbauen die günstigeren Produkte der Chinesen in Europa…

Einigermaßen fasziniert habe ich somit gestern im späten Handel mal wieder den überraschend steilen Anstieg der Q-Cells Aktie wahrgenommen. Auch hier soll es in Kürze Zahlen geben und offensichtlich setzt jemand darauf das diese besser sein werden als die Erwartungen des Marktes. Oder es liegt schlicht und ergreifend an den zu vermutenden Short-Eindeckungen nachdem die Short-Quote bei den Aktien zuletzt sehr hoch gewesen ist. Bleiben sie vorsichtig und betrachten Sie solche Kursbewegungen mit einer gesunden Skepsis! Aus charttechnischer Sicht trifft Q-Cells nun bei 1,34 Euro auf die nächste Hürde, nach unten hin bleibt die Zone um 1,16 Euro die zentrale Unterstützung. Mittelfristig gehen wir aber von Kursen unter einem Euro aus! Die Sunways Aktie profitiert weiterhin von Übernahme-Phantasien, Conergy bleibt für uns ein reines Zockerpapier und auch für Solon scheint der Weg vorbestimmt…

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Conergy, Solon und Q-Cells – zurück auf Los..wie gehts nun weiter?

Es stand zu befürchten, das genau das passieren würde! Alle drei Aktien, Conergy, Solon und Q-Cells, haben den Großteil ihrer Gewinne bereits wieder abgegeben nachdem sich die Rally bei Solarwerten nicht als nachhaltig erwiesen hat. Branchenführer Solarworld leidet ebenso unter den Gewinnmitnahmen wie die Nordex Aktie und weitere Vertreter der Zunft, wenn auch bislang deutlich weniger als andere Aktien. Nicht das ich das nicht erwartet hätte, allerdings muss ich offen zugeben, dass es mich schon ein wenig überrascht hat das die Euphorie bereits nach einem guten Tag wieder verflogen ist. Fundamental betrachtet hatte sich ja durch den angekündigten Atomausstieg nicht viel verändert. Ganz im Gegenteil stand, oder steht, noch zu befürchten das es dadurch weitere Förderkürzungen für die sowieso schon arg gebeutelte Branche geben wird.

Noch am Montag haben wir dazu geschrieben: „Fasziniert darf man heute mal wieder von der allgemeinen Euphorie bei den Solarwerten sein. Bereits nach der atomaren Katastrophe in Fukushima haben die Aktien einen ungeahnten Run hingelegt, der aber wenige Tage später wieder in sich zusammen fiel. Offenbar wieder schnell vergessen sind die aktuellen Probleme der Branche wie weiterhin sinkende Margen und eine enorm große und starke Konkurrenz aus China.“

Der schnelle Abverkauf nach der Ernüchterung ist wohl als weiteres mahnendes Zeichen zu sehen, denn dieser begann nicht etwa nachdem die amerikanischen Börsen gestern angefangen haben zu fallen, sondern bereits im frühen Handelsverlauf. Nachdem einigen Marktteilnehmern offenbar klar geworden ist, das die Energiewende nicht unbedingt positiv für die Branche sein muss, und zudem die Reaktionen bei den US Titeln aus der Branche relativ verhalten ausgefallen sind wurden wohl die Erwartungen der Anleger auf ein Neues deutlich enttäuscht. Auch die chinesischen Solaraktien befinden sich inzwischen wieder allesamt im negativen Bereich. An unserer Einschätzung zu den Solarwerten hat sich dadurch nichts geändert, die Branche bleibt schwierig und risikoreich!

E.ON und RWE vs. Solarworld, Q-Cells, Solon, Conergy

Es sieht weiterhin nicht gut aus für die Aktien der großen Energieversorger E.ON und RWE. Nachdem nun am Wochenende der lang diskutierte Plan für einen Atomausstieg Deutschlands verabschiedet wurde steht zu befürchten, dass die Aktien in den kommenden Wochen noch weiter nachgeben werden. Bis spätestens 2022 soll in Deutschlands der letzte Atommeiler abgeschaltet sein, bis dahin will der Staat aber weiterhin noch die Brennelemente-Steuer von den Anbietern kassieren. Das ist wohl der schlimmste anzunehmende Fall für E.ON und RWE sowie natürlich deren Aktionäre. Wir hatten ja bereits im Januar davor gewarnt bei den beiden Werten allzu optimistisch zu sein. Sie erinnern sich, im Januar haben einige Fachleute verstärkt einen Sektorenwechsel weg von Zyklikern, hin zu den konservativen Werten empfohlen…

Damals, als noch niemand wusste, das die gesamte Diskussion um einen Atomausstieg überhaupt entstehen würde war uns bereits klar, dass es für die Energieversorgern nicht werden würde. Die Ereignisse in Fukushima haben dem Ganzen natürlich noch zusätzlich eine neue Qualität verliehen. Nun ist die Katze aus dem Sack und man muss die beiden Anbieter wohl noch einmal komplett neu bewerten. Auch wenn ich nicht glaube, dass EON und RWE sich so einfach kampflos ergeben werden, sprich ich rechne fest damit, dass hier nun Milliarden-Klagen auf den Bund (also auf die Steuerzahler) zukommen werden.

Fasziniert darf man heute mal wieder von der allgemeinen Euphorie bei den Solarwerten sein. Bereits nach der atomaren Katastrophe in Fukushima haben die Aktien einen ungeahnten Run hingelegt, der aber wenige Tage später wieder in sich zusammen fiel. Offenbar wieder schnell vergessen sind die aktuellen Probleme der Branche wie weiterhin sinkende Margen und eine enorm große und starke Konkurrenz aus China. Einzig die Möglichkeit, dass sich unsere Regierung die Höhe der Einspeisevergütung noch einmal durch den Kopf gehen lässt, könnte hier das Gesamtbild wohl momentan etwas aufhellen. Konsequent wäre dies nun allemal, darf man aber wohl nicht unbedingt erwarten … Ich bin gespannt wie weit die neue Euphorie nun dieses mal die Aktien von Q-Cells, Solon, Conergy und Co. treiben kann…

Es ist also grundsätzlich zu begrüßen, das nun etwas mehr Klarheit bezüglich des weiteren Kurses der deutschen Regierung in der Energiefrage herrscht, eine schonende Umsetzung für die deutsche Wirtschaft wäre wünschenswert. Letztlich hat die Arbeit nun erst begonnen und ich hege die Hoffnung, das dieser Weg auch konsequent eingehalten und vor allem vernünftig umgesetzt wird. Für EON Und RWE dürfte die Zukunft aber wohl holprig werden, und für die Solarwerte….?

TradingUpdate – Nordex, Q-Cells, Solon

Allem voran ist wohl heute zur erwähnen, dass die Nordex Aktie nun da gelandet ist wo sie landen musste. Wir hatten ja auf die besondere charttechnische Situation bei dem nicht mehr günstigen Titel hingewiesen. Das Gap bei ca. 6,- Euro musste noch geschlossen werden, sprich ein kurzzeitiges Unterschreiten der Marke um die 5,75 Euro wäre mustergültig, um dann die entstandene Kurslücke zu schließen. Ich gehe also weiterhin davon aus, das dieses Szenario eintreten wird. Bleibt die Frage wie es weiter gehen wird. Die schlechte Nachricht ist nämlich, dass mit dem Unterschreiten der 6,- Euro Marke dann ein theoretisches Kursziel von 4,92 Euro generiert wird. Hier ist also nach wie vor Vorsicht geboten, die gestern ausgeführten Verkaufsorders lassen nicht viel Gutes erwarten. Ich würde hier weiter abwarten, denn für meinen Geschmack ist die Nordex Aktie auch jetzt noch deutlich zu teuer.

Kürzlich schrieb ich in unserem Newsletter… „Bei Solon und Q-Cells zeigt sich ein noch düstereres Bild. Nachdem die Q-Cells Aktie nun erwartungsgemäß die Latte bei 2,- Euro gerissen hat ist bei 1,81 Euro die wohl vorerst letzte charttechnische Unterstützung zu finden.“ Inzwischen hat die Aktie von Q-Cells auch diese Marke nun unterschritten und bewegt sich weiter südwärts. Mit etwas Wohlwollen kann man bei 1,63 Euro eine weitere mögliche Unterstützung im Chart finden. Die Aktie des einstigen Highflyers ist zwar hoffnungslos überverkauft, bleibt aber nur nur etwas für ganz Hartgesottene. Mutige Trader setzen spätestens im Bereich bei 1,50 Euro auf eine technische Gegenbewegung

Die Solon Aktie hat vor ein paar Tagen bereits die aktuelle Unterstützung bei 2,45 Euro angetestet, und kurzzeitig auch unterschritten. Heute notiert die Aktie wieder genau an dieser Unterstützung. Kann die 2,45 Euro Marke erneut nicht gehalten werden sollten sich Anleger wohl schon mal mit der runden Marke von 2,- Euro “anfreunden”. Charttechnisch gesehen wäre sogar erst bei ca. 1,80 Euro die nächste „echte“ Unterstützung zu finden. Auch die Solon Aktie bleibt für uns einer der Kandidaten die von ernsthaften Anlegern wohl in der nächsten Zeit gemieden werde sollte. Ein kurzfristiger Rebound-Trade bietet sich noch nicht an! Alle drei genannten Titel sind maximal eine Halteposition…

 

Solarworld, Q-Cells, Solon und Conergy – wo ist der Boden?

Die Preise in der Solarbranche bleiben weiterhin unter Druck, wie den Aussagen von Frank Asbeck, dem Solarworld Gründer und Chef auf der Hauptversammlung zu entnehmen war. „Ob wir die Ebit-Marge von über 14 Prozent halten können, wage ich zu bezweifeln“ sagte Asbeck und bezog sich dabei insbesondere auf die harte internationale Konkurrenz, insbesondere aus China. Aber auch die Förderkürzungen für Solarstrom bereiten dem Firmenlenker offenbar immer mehr Sorgen. Für den deutschen Markt rechnet Asbeck allerdings nicht mit ganz so heftigen Einschnitten. Statt des zu befürchtenden Abschlags von 15 Prozent werde die Kürzung wohl nur bei sechs Prozent liegen sagte Asbeck auf der HV am Dienstag.

Solarworld will nun die schwache Nachfrage im heimischen Markt mit einer entsprechenden Expansion in den US Markt kompensieren. Ob dieser Schritt von Erfolg gekrönt sein wird bleibt aber abzuwarten, denn auch dort haben sich die chinesischen Solarfirmen bereits etabliert. Ich gehe davon aus, dass Anleger deutscher Solartitel auch in den kommenden Monaten nicht allzu viel zu Lachen haben werden. Etwas anders könnte es bei den chinesischen Konkurrenten aussehen..wie gestern berichtet.

Auch aus charttechnischer Sicht bleiben alle o.g. Titel angeschlagen. Branchenprimus Solarworld hat sich nun letztlich dem Abwärtstrend der Branche auch nicht mehr entziehen können. Einen erneuten Test der Tiefststände von 7,-Euro halte ich in diesem Jahr für nicht ausgeschlossen, vorher warten noch ein paar Unterstützungen bei aktuell 8,35 bis 8,04 Euro, 7,67 und 7,35 Euro auf neue Käufer.

Bei Solon und Q-Cells zeigt sich ein noch düstereres Bild. Nachdem die Q-Cells Aktie nun erwartungsgemäß die Latte bei 2,- Euro gerissen hat ist bei 1,81 Euro die wohl vorerst letzte charttechnische Unterstützung zu finden. Die Solon Aktie hat heute bereits die aktuelle Unterstützung bei 2,45 Euro angetestet, hält diese nicht sollten sich Anleger wohl schon mal mit der runden Marke von 2,- Euro „anfreunden“. Conergy bleibt für uns ein reines Zockerpapier und hat nichts in einem vernünftigen Depot zu suchen…

Schwere Zeiten für Q-Cells Solon, Sunways und Conergy

Die drei „Sorgenkinder“ der deutschen Solarbranche, Solon, Sunway, Conergy bleiben auch weiterhin unter Druck. Heute verkündete das Hamburger Photovoltaik-Unternehmen Conergy die Zahlen zum ersten Quartal, und die waren erneut nicht berauschend, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Erneut musste ein Verlust, diesmal sogar in Höhe von 20,7 Millionen Euro ausgewiesen werden. Zwar steig der Umsatz dank des weiterhin wachsenden Auslandsgeschäftes um 8,6 Prozent auf 163,3 Millionen Euro, aber auch operativ musste das Unternehmen ein Verluste in Höhe von 12,3 Millionen Euro verbuchen. Im Vorjahresquartal konnte noch ein Gewinn in Höhe von 7,3 Millionen Euro ausgewiesen werden. Damit bestätigt die Conergy AG einmal mehr unsere Einschätzung zu dem Unternehmen, wir würden die Aktie weiterhin verkaufen, wenn wir diesen Titel im Depot hätten.

Bei der Solon AG sieht die Situation zwar insgesamt etwas besser aus, aber auch hier ist man wohl von einer echten Trendwende noch weit entfernt. Der Konzernumsatz lag bei 65,2 Millionen Euro, nach einem Umsatz von  88,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dies führte zu einem Verlust beim operativen Ergebnis in Höhe von 17,0 Millionen Euro, und zu einem negativen Konzernergebnis von 21,5 Millionen Euro. In der entsprechenden Vorjahresperiode wurde ein Verlust in Höhe von 8,2 Millionen Euro „erwirtschaftet“, der Verlust entsprach damals also nur etwa einem Drittel des heutigen Wertes. Die Solon Aktie bleibt mit dem Ergebnis ebenfalls auf unserer persönlichen Verlierliste der Solarunternehmen.

Die Sunways AG wurde noch vor kurzem von Analysten hochgelobt, und konnte auch kurzzeitig einen beachtlichen Kurssprung hinlegen. Seitdem ging es aber erneut ständig bergab mit der Aktie. Auch die heute vorgelegten Zahlen geben ernsthaft Anlass zur Sorge. Nach Verlusten im ersten Quartal 2011 hat der Solarzellenhersteller nun die Prognosen für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Wie Sunways heute mitteilte beträgt das operative Minus im ersten Quartal 3,5 Millionen  Euro. Im gleichen Zeitraum vor einem Jahr erzielte Sunways einen Gewinn von 4,7 Millionen Euro. Der Umsatz halbierte sich in dem Zeitraum gar von 44,3 Millionen Euro auf nur noch 22,2 Millionen Euro. Die Aktie rutschte heute somit unter die Marke bei 4,- Euro, die nächste nennenswerte Unterstützung sehen wir erst im Bereich um die 2,80 Euro..

Auch die Q-Cells AG dürfte die noch verbliebenen, hart gesottenen Anleger mit den Quartalszahlen erneut verprellt haben. Der Umsatz ist um 46 Prozent auf 125 Millionen Euro eingebrochen, der Rückgang ist nach Unternehmensangaben aber auf ein Großprojekt zurückzuführen, das Q-Cells bereits 2010 abgewickelt hat. Letztlich musste der Solaranbieter einen erneuten Verlust in Höhe von 41,1 Millionen Euro ausweisen, der zwar um etwa 5,3 Millionen Euro niedriger ausfällt als im ersten Quartal 2010 aber dennoch wohl nicht den Erwartungen der Anleger entsprechen kann. Wie bereits Anfang der Woche geschrieben gehe ich davon aus das die Q-Cells Aktie nun weiter in Richtung 2,17 Euro abtauchen wird.

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