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Nordex – Kein Grund zur Euphorie…

Der Windanlagenbauer Nordex hat wie erwartet die Ertragswende geschafft. Nach drei Jahren mit Verlusten konnte gestern erstmals wieder Gewinne ausweisen. Zwar fiel dieser Gewinn mit 10,3 Millionen Euro nicht gerade üppig aus, Anleger jedoch hoffen auf eine Fortsetzung der Trendwende. Auch das Unternehmen selber geht angesichts prall gefüllter Orderbücher für die kommenden Monate davon aus, dass das Ergebnis weiter gesteigert werden kann. Im laufenden Geschäftsjahr will man 1,5 Milliarden Euro umsetzen und dabei eine Ebit-Marge zwischen 3,5 und 4,5 Prozent erwirtschaften. Unterm Strich werden dann am Ende des Jahres also ca. 67 Millionen Euro als operativer Gewinn ausgewiesen werden.

Sicherlich sind die jüngsten Zahlen bei Nordex ein Hoffnungsschimmer auf bessere Zeiten. Allerdings muss man sich schon die Frage stellen, ob eine möglicher operativer Gewinn in Höhe von 67 Millionen Euro ohne Kenntnis des tatsächlichen Reingewinns bei einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und einer Marktkapitalisierung von 920 Millionen Euro ein grundsätzlich guter Wert sind. Die Sparbemühungen haben gefruchtet und auch die Refinanzierung wird Ihren dauerhaften Beitrag zu diesem Ergebnis leisten. Rein operativ betrachtet hat sich aber offensichtlich gar nicht mal so viel zum Positiven gewendet, wie es die Zahlen vielleicht vermuten lassen.

Nordex Chart Analyse

Positiv ist sicherlich zu bemerken, dass die in Aussicht gestellten Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 bereits durch den aktuellen Auftragsbestand weitestgehend abgesichert sind. Zudem ist es Nordex gelungen wieder Marktanteile zurück zu gewinnen. Vorstandschef Jürgen Zeschky zeigte ebenfalls optimistisch für die Zukunft, hält aber eine Dividendenzahlung erst frühestens im Jahr 2016 für möglich. Alles in allem ist die Gemengelage hier durchaus gemischt und gibt aus meiner persönlichen Warte nicht unbedingt Anlass zu übertriebener Euphorie. Ganz im Gegenteil, wurde die Nachricht gestern im Markt verkauft und die Aktie befindet sich kurzfristig in einem Verkaufssignal.

Angesichts der in Aussicht gestellten Zahlen besteht also kein aktueller Handlungsbedarf, solange die Aktie die Hürde beim 23,60er Fibonacci Retracement. Zunächst müsste der hier eingezeichnete kurzfristige Abwärtstrend (grün) geknackt werden, was in dem momentanen Börsenumfeld schwer werden könnte. Hier also bereits jetzt auf ein Gap Close der offenen Kurslücke zu spekulieren, ist aus meiner Sicht zu früh. Einen erneuten Test des unteren Bereiches (rote Linie oder 50er Retracement) würde ich für wahrscheinlicher halten. Kurse zwischen 9,35 und 10,20 kann man aus meiner Sicht wieder zum Einstig nutzen.

Alcoa patzt – Achtung Turbulenzen voraus!

Viele Marktteilnehmer sind im Vorfeld der gestern Abend veröffentlichten Quartalszahlen von Alcoa fest davon ausgegangen dass das Unternehmen in diesem Quartal eine deutliche Verbesserung beim Ergebnis präsentieren kann. Wieder einmal wurden diese Optimisten eines Besseren belehrt… Der Aluminium-Riese unter der Leitung des ehemaligen Siemens Chefs Klaus Kleinfeld musste im vierten Quartal nun einen Verlust in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar ausweisen und toppte damit wohl auch noch die schlimmsten Befürchtungen der Pessimisten. Zum Vergleich… im Vorjahresquartal konnte Alcoa noch einen Gewinn in Höhe von 242 Millionen US Dollar ausweisen!

Hauptgrund für das deutlich schlechtere Ergebnis waren auch hier Umstrukturierungsmaßnahmen die bei dem Unternehmen nun deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen. Aufgrund des weiterhin sehr niedrigen Preises für Aluminium auf dem Weltmarkt, mussten Werksschließungen und Entlassungen von Mitarbeitern vorgenommen werden. Auch hier sind es einmal mehr die chinesischen Anbieter, die die Preise, trotz insgesamt hoher Nachfrage, kaputt machen. Eine Aussicht auf kurzfristige Verbesserung dieser Situation ist nicht gegeben.

Durch die Werksschließungen und die Neubewertung von einzelnen Unternehmensteilen mussten nun alleine 1,7 Milliarden Dollar an Wertberichtigungen in der Bilanz vorgenommen werden. Der Umsatz ging im Berichtszeitraum ebenfalls um knapp fünf Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar zurück. Insgesamt kann man also wohl festhalten dass der Start in die neue Berichtssaison ziemlich verpatzt wurde… Die Alcoa Aktie verliert nachbörslich 4,3 Prozent und man darf gespannt sein welche Auswirkungen diese Daten auf einige andere Sektoren (Stahl) an der Wall Street, spätestens heute Nachmittag zur US Börseneröffnung, haben werden.

Aber… Die Alcoa Aktie konnte sich zuletzt kräftig erholen und ist aus charttechnischer Sicht nach oben ausgebrochen. Mit dem heutigen Rücksetzer dürfte dieser Ausbruch wohl aber zumindest kurzfristig angezweifelt werden… Grundsätzlich hat sich der Konzern aber nun von diversen Altlasten befreit und sollte in Zukunft wieder besser Ergebnisse vorweisen können. Diese Vision könnte den Aktienkurs, nach einer kurzen Schrecksekunde, weiter steigen lassen. Die „wahre“ Reaktion des Marktes auf die Quartalszahlen muss also noch abgewartet werden!

Ist Oracle die bessere SAP ?

Am Montag wird Deutschlands Software-Haus Nummer Eins die Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal präsentieren. Nachdem bereits das zweite Quartal eher schwach ausgefallen ist, warten die Anleger somit nun auf neue Signale, die die Aktie dann auch in die ein oder andere Richtung bewegen könnten. Zuletzt zeigte der Titel deutliche Schwäche, insbesondere wenn man die starke Performance des Gesamtmarktes berücksichtigt. Nach nunmehr zwei schwachen Quartalen rechnen die meisten Marktbeobachter aber trotzdem wieder mit einer Verbesserung beim Umsatz und Ergebnis. Dem Konsens nach soll der Umsatz leicht von 3,95 auf ca. 4,15 Milliarden Euro gestiegen sein, beim Gewinn erwarten die Analysten sogar wieder eine deutlichere Steigerung von 626 auf 921 Millionen Euro.

Woher dieser Optimismus kommt ist mir nicht ganz klar, denn nach wie vor leidet das Unternehmen an einem schwächelnden Absatz in Asien, insbesondere in China und Japan, während es im nordamerikanischen Markt offenbar weiterhin gut läuft. Hinzu kommen in diesem und voraussichtlich auch im nächsten Quartal negative Währungseffekte durch den zuletzt sehr festen Euro-Kurs. Es dürfte somit nicht ganz einfach sein die gesteckten Ziele auch tatsächlich zu erreichen…!

Die Vorgaben für die SAP Aktie sind damit klar abgesteckt. Sollten die Walldorfer im letzten Quartal nicht einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen, und die Eckdaten deutlich gegenüber dem zweiten Quartal verbessert haben, droht den Anlegern wohl die Kappung der Gesamtjahresprognose. Wie weit diese neuen Daten dann bereits in dem eher schwachen Aktienkurs eingepreist sind, bleibt noch abzuwarten. Aus charttechnsicher Sicht wäre bei einer weiteren Enttäuschung durchaus noch Platz bis in den Bereich um die 45,- Euro. Gelingt es hingegen, die erwarteten Daten zu erreichen oder gar zu toppen, bestünde wohl wieder etwas Aufwärtspotenzial für die SAP Aktie, allerdings wohl nur wenn auch die Prognose für das Gesamtjahr erneut bestätigt wird.

Anleger sollten somit bei der Zahlenvorlage am Montag genau hinsehen, ob das Erreichen der bereits reduzierten Jahresziele für 2013 tatsächlich noch möglich erscheint, oder nicht. Das Betriebsergebnis für das Gesamtjahr soll auf 5,85 bis 5,95 Milliarden, von 5,21 Milliarden Euro im Vorjahr, steigen. Die Erlöse aus Software und dazugehörigen Wartungsdienstleistungen sollen um mindestens 10 Prozent zulegen. Sollten die Zahlen zum dritten Quartal nicht wenigstens so ausfallen wie von den Analysten angenommen, müsste die Software-Schmiede wohl im vierten Quartal regelrecht zaubern… was in diesem Umfeld nicht ganz einfach sein dürfte.

Mein Fazit lautet somit: Sowohl aus fundamentalen Überlegungen als auch aus charttechnischen Gesichtspunkten und insbesondere bei der Berücksichtigung von Währungseffekten scheint der US amerikanische Konkurrent Oracle für europäische Anleger momentan wohl die bessere Wahl zu sein. Der freundliche Euro/Dollar Wechselkurs eröffnet somit mittelfristig zusätzliches Gewinnpotenzial für Anleger, wenn man davon ausgeht dass der Euro nicht weiter dramatisch zulegen wird. Zudem sieht dieser Chart etwas vielversprechender aus:

Die Nachricht vom Wochenende über die Einstellung der SAP Mittelstandssoftware „Business by Design“ lässt ebenfalls aufhorchen. Laut einem Bericht in der „Wirtschaftswoche“ hat die Entwicklung der Software bislang ca 3 Milliarden Euro verschlugen, während der dadurch erzielte Umsatz lediglich auf knapp 23 Millionen Euro beziffert werden kann. In dem Bericht wurde Business by Design somit auch als der größte Flop in der Unternehmensgeschichte bezeichnet. Ich gehe somit davon aus, dass man auch Abschreibungen aus diesem Projekt wohl demnächst in der Bilanz des SAP Konzerns wiederfinden kann.Vorsicht ist also durchaus angebracht..!

Land unter bei HHLA

Zuletzt äusserten sich wieder einige Analysten positiv zu den Aussichten des Hamburger Hafenbetreibers HHLA. Ich persönlich war und bin angesichts der momentanen Konjunktursorgen nach wie vor skeptisch ob das Unternehmen eine nach wie vor ambitionierte Bewertung verdient. Heute veröffentlichte das MDax Unternehmen die Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal des Jahres 2011. Demnach ging das operative Ergebnis des Logistikdienstleisters in den genannten Zeitraum um satte 23 Prozent auf 31,5 Millionen Euro zurück. das Nettoergebnis fiel gar auf nur noch 8,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in dem noch gut 42 Prozent mehr Gewinn erwirtschaftet wurde.

Zudem erwartet Firmenchef Klaus-Dieter Peters nun für das Gesamtjahr nur noch einen Umsatz in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, und geht davon aus dass sich die Schwäche der Logistikbranche noch über das gesamte Jahr hinziehen könnte. Peters plant vorsichtig mit einem operativen Ergebnis von 200 Millionen Euro nach 207 Millionen Euro im vorangegangenem Jahr. Ursprünglich hatte man bei HHLA mit einer Gewinnsteigerung von 5 Prozent jährlich gerechnet. Hohe Zusatzkosten infolge des Umbaus des neuen Containerterminals Buchardkai, rückläufige Mieteinnahmen für Container und Verzögerungen bei der Elbvertiefung machte die Konzernführung für das Ergebnis verantwortlich.

Das Zahlenwerk ist für die HHLA Anleger schlichtweg eine Enttäuschung, was sich in dem heutigen Aktienkurs auch deutlich widerspiegelt. Mitte indem satten Minus von über sieben Prozent notiert die Aktie gerade bei 21,40. Aus charttechnischer Sicht wurden damit sehr wichtige Unterstützungsmarken bei ca 22,50 und 23,- Euro verletzt. Die nächsten Kursziele könnten somit nun bei 20,50 und 19,20 Euro liegen. Auch fundamental betrachtet ist die HHLA Aktie mit einem KGV von 18,72 und einem Buchwert je Aktie von lediglich 8,87 Euro (2011) nicht gerade attraktiv. Momentan gibt es zudem sicherlich aussichtsreichere Aktien am Deutschen Aktienmarkt

Commerzbank – Trendwende nach soliden Zahlen?

Bereits drei Monate vor Ablauf der durch die Europäische Bankenaufsicht, EBA gesetzten Frist hat die Commerzbank die Kapitallücke nun mehr als nur geschlossen. In den vergangenen Wochen wurde immer wieder spekuliert wie hoch denn das Eigenkapital der Bank nun tatsächlich sein möge. Heute verkündete Firmenchef Martin Blessing dass man die gesetzten Vorgaben von 5,3 Milliarden Euro Eigenkapital sogar noch um 1,1 Milliarden Euro übertroffen habe. Ein Polster dass durch den gezielten Abbau von Randaktivitäten der Bank in den letzten Monaten erreicht werden konnte. Bei der Commerzbank will man sich in Zukunft wieder verstärkt auf die Kernkompetenzen besinnen, und das ist gut so! Besonders hervor zu heben ist wohl dass sich das Bankhaus nun von nahezu allen Engagements in Griechenland getrennt hat, was die Gefahr bei einer ungeordneten Insolvenz des Landes inzwischen gen Null tendieren lässt!

Die veröffentlichten Zahlen für das abgelaufene erste Quartal hingegen konnten auf den ersten Blick wenig begeistern. Das Bankhaus ist mit einem Gewinnrückgang von knapp 60 Prozent in das neue Jahr gestartet. Unter dem Strich verdiente das zweitgrösste deutsche Kreditinstitut nach eigenen Angaben im ersten Quartal 369 Millionen Euro. Allerdings findet man in der Bilanz des letzten Quartals eine ganze Reihe von Restrukturierungskosten. Eine Belastungen von alleine knapp 500 Millionen Euro verursachte der Abbau der Risikopositionen und die Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten. Ohne diese einmaligen Sondereffekte wäre das operative Ergebnis auf Jahressicht nahezu stabil geblieben. Auch wenn man heute ganz andere Headlines lesen kann, ich würde die Zahlen unter den gegebenen Umständen als absolut „solide“ bezeichnen.

Man darf also durchaus gespannt sein wie der Markt diese Zahlen heute interpretieren wird. Ich gehe davon aus dass dieses Ereignis heute noch vom Markt abgewartet wurde, am Ende aber die Bemühungen und handfesten Erfolge Blessings nun auch einpreisen wird. Insgesamt hat sich der Bankensektor in den letzten Handelstagen trotz der Nachrichtenlage und der Schwäche in den Indizes erstaunlich stark präsentiert. Es würde mich also nicht wundern wenn der Wendepunkt bei der Commerzbank Aktie nun erreicht ist. Als Belastungsfaktor in diesen Tagen bleibt natürlich das Thema Griechenland, wobei ich glaube dass es hier nicht zum Supergau kommen wird, auch wenn das am Ende wohl das Beste für alle Beteiligten sein dürfte.

Im Vordergrund steht für mich persönlich nun der Glaube an einen erfolgreichen Fortbestand der Commerzbank, und das zurück gewonnene Vertrauen in die Fähigkeiten des Managements. Nachdem noch vor kurzem das Verhältnis der Bank zu seinen Aktionären durch eine überraschende Kapitalerhöhung belastet wurde, kann man nun wohl darauf setzen dass es so etwas in Zukunft wohl nicht mehr geben wird. Blessing hatte immer wieder betont dass es die Commerzbank ohne weitere Hilfen des Staates und aus eigener Kraft schaffen werde, die Voraussetzungen zu erfüllen. Dies ist Ihm nun gelungen und sollte eigentlich auch der Aktie wieder etwas auf die Sprünge helfen. Aus charrtechnischer Sicht bleibt alles somit wie in unserer letzten Analyse beschreiben, achten Sie auf die wichtigen Marken..!

Metro – vor den Zahlen kaufen?

Der Metro Konzern veröffentlicht morgen die Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal. Fachleute gehen davon aus dass auch im letzten Quartal die Preisoffensive der Media-Saturn Märkte, ebenso wie in den Großhandelsmärkten, dazu geführt haben dass der Handelskonzern in den roten Zahlen gelandet ist. Die spannende Frage scheint somit nur noch zu sein wie hoch der tatsächliche Quartalsverlust bei Metro ausfallen wird. Die Experten erwarten dass der Konzern bei einem leicht gesteigerten Umsatz von ca. 15,6 Milliarden Euro ein von 145 Millionen auf 55 Millionen Euro geschrumpftes EBIT ausweisen wird. Der Nettoverlust nach Anteilen Dritter dürfte sich somit auf ca. 53 Millionen Euro belaufen haben.

Das erste Quartal ist traditionell eher das schwächste des Jahres, und sollte somit nicht über bewertet werden. Im vergangenen Jahr trug der Zeitraum Januar bis März lediglich sechs Prozent zum Konzernergebnis bei. Dennoch war auch die Entwicklung im ansonsten so erfolgreichen Weihnachtsquartal alles andere als zufriedenstellend für die Aktionäre. Im Gesamtjahr 2011 war der Konzerngewinn bereits um 20 Prozent auf 741 Millionen Euro gesunken. Zusätzlich belastet wurde das Vertrauen der Anleger in den Metro Konzern durch die öffentlich ausgetragenen Streitereien der Konzernführung.

Seit kurzem zeichnet nun Olaf Koch an der Konzernspritze für den weiteren Kurs des Unternehmens verantwortlich. Einsparungen in Höhe von 150 Millionen Euro, sowie einen deutlich geänderte Strategie beim Online Handel sollen den Konzern langfristig wieder auf Kurs bringen. Für 2012 kündigte der neue Chef ein EBIT auf Vorjahresniveau an. Jedoch steht zu befürchten dass nun erst einmal alle schlechten Assets des Konzerns in den ersten Quartalsberichten ausgewiesen werden. Denn ein Wechsel in der Konzernführung führt meist genau zu diesem Phänomen, damit man dann im Anschluss darauf verweisen kann wie gut sich der Konzern unter der neuen Führung entwickelt hat.

Ich gehe also eher davon aus dass wir bei Metro wirklich schlechte Daten sehen werden. Entscheidend ist nun aber der Ausblick auf die kommenden Quartale, und wie der Markt darauf reagieren wird. Der französische Konkurrent Carrefour hat kürzlich ebenfalls deutlich enttäuscht, die Aktie notiert inzwischen auf einem 10 Jahres Tief. Davon ist Metro allerdings noch etwas entfernt, es zeigt aber die mögliche Fallhöhe eines solchen Konzerns auch wenn die Aktie heute schon „billig“ aussieht. Aus meiner Sicht sind die Risiken immer noch sehr hoch auch wenn sich die Aktie zuletzt etwas erholen konnte. Ich werde somit in jedem Falle erst einmal die Reaktion des Marktes auf die Quartalszahlen abwarten!

Für die Deutsche Bank Aktie wird es jetzt eng…!

Die Bankaktien gehören heute einmal mehr zu den großen Verlierern an den Börsen. Weiterhin belasten die Unsicherheiten um die europäische Schuldenkrise. Für die Deutsche Bank kommt heute noch ein zusätzlich unschöner Faktor hinzu. Deutschlands Branchenprimus hat bei den Zahlen zum abgelaufenen Quartal gepatzt. Damit endet auch die Ära Josef Ackermann etwas unrühmlich. Der Noch-Deutsche-Bank-Chef wollte ursprünglich ein Rekordergebnis präsentieren, aber daraus wurde leider nichts. Mit einem Vorsteuergewinn von nur 1,9 Milliarden Euro blieb die Deutsche Bank weit hinter den Erwartungen des Marktes zurück, nachdem das Geldhaus im Vorjahres-Zeitraum noch einen Vorsteuer-Ertrag in Höhe von drei Milliarden Euro erwirtschaftet hatte.

Insbesondere Sonderbelastungen aufgrund von Vergleichszahlungen beim Verkauf des verlustreichen Pharma-Unternehmens Actavis hatten den Frankfurtern die Bilanz verhagelt. So musste die Deutsche Bank auf Actavis im ersten Vierteljahr 2012 Abschreibungen in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro tätigen. Aber auch hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten waren für das ernüchternde Ergebnis verantwortlich. Das Ergebnis aus der Sparte Investmentbanking hingegen konnte mit einer Rendite von 26 Prozent aufwarten, was nahezu unglaublich ist. Der Gewinn aus diesem Segment trug somit knapp zwei Drittel zum Konzernergebnis bei. Leider zeigt dies wohl auch den künftigen Weg des Geldhauses…Die Tier 1 Kernkapitalqoute von zehn Prozent kann sich im internationalen Vergleich ebenfalls sehen lassen.

Die Aktie der Deutschen Bank war nach diesen Nachrichten heute kräftig unter Druck und tauchte zeitweise sogar bis auf 32,- Euro ab. Das ist insofern bemerkenswert als dass die Aktie damit sogar noch unter das Tief vom 24.04 gerutscht ist, und sich aus charttechnischer Betrachtung nun in einer äusserst schwierigen Lage befindet. Sollte der Titel in den kommenden Tagen weiter unter Druck geraten, und die Unterstützung bei ca. 31,75 Euro nachhaltig unterschreiten, wäre damit weiterer Abwärtsdruck zu befürchten. Hier verläuft auch die Trendlinie des seit September bestehenden Aufwärtstrends. Ebenso kann man sehen dass die Nackenlinie einer möglichen SJS Formation damit bereits kurzzeitig unterschritten wurde.

Für heute rettet sich die Aktie mit einem Minus von 3,3 Prozent und einem Kurs von knapp über 33,- Euro noch einmal in den minimal positiven Bereich. Die Gefahr ist damit aber keineswegs gebannt und sollte nicht unterschätzt werden. Ein Bruch der Nackenlinie könnte die Aktie bis in den Bereich um die 28,- Euro führen. Der Aufwärtstrend wäre damit dann vorläufig gebrochen…!

Aixtron – war es das jetzt?

Die heute veröffentlichten Zahlen des Anlagenbauers Aixtron sind für mich persönlich keine große Überraschung gewesen. Nachdem die Mitbewerber Veeco bereits „vorgewarnt“ hatte und auch bei Cree Dunkle Wolken aufgezogen sind, war davon auszugehen dass auch bei Aixtron nicht viel Positives für das Gesamtjahr 2011 zu erwarten ist. Der Kursverlauf der Aktie in dem Geschäftsjahr hat es ja bereits angedeutet. Dennoch, auch wenn der LED-Anlagenbauer seinen Anlageren einen Ausblick für das Gesamtjahr schuldig geblieben ist, sollten nun erst einmal alle schlechten Nachrichten in dem Aktienkurs verarbeitet worden sein.

Die anhaltende Nachfrageschwäche in China drückte, laut Unternehmensangaben, den Umsatz im vierten Quartal um 38 Prozent auf nur noch 140 Millionen Euro. Damit lag der Umsatz sogar noch über den durchschnittlichen Umsatzschätzungen der Analysten von 131 Millionen Euro. Bei den Auftragseingängen meldete Aixtron aber einen satten Einbruch um 86 Prozent auf 29,3 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach somit gegenüber dem Vorjahr auf minus 16,9 Millionen Euro ein. Unter dem Strich betrug der Verlust je Aktie 0,11 Euro.

Heute ist die Aixtron Aktie somit noch einmal kräftig unter Druck. Mit einem Minus von über zehn Prozent sackte die Aktie zum Handelsbeginn auf 10,85 Euro ab. Inzwischen zeigt sich der Titel wieder einigermaßen erholt und notiert nahe der letzten Unterstützung bei 11,40 Euro, die nun offensichtlich den Widerstand für die Aktie darstellt. Gelingt es zum Handelsende wieder über dieser Marke zu schließen sollte in den kommenden Tagen eine weitere Erholung bis in den Bereich um die 12,- Euro oder gar 12,50 Euro einsetzten. Hier muss sich dann entscheiden ob es gelingen kann die vorangegangene Chartformation wieder aufzunehmen. Nachdem das Gap bei 13,60 Euro kürzlich, wie von uns erwartet, geschlossen wurde, erwarte ich immer noch dass auch die Kurslücke bei 17,30 Euro noch in diesem Jahr erreicht werden kann.

Aixtron selber bezeichnete in der heutigen Presseerklärung das laufende Jahr als „Übergangsjahr“ zwischen den Investitionszyklen der LED Industrie, und geht für 2012 davon aus wieder schwarze Zahlen zu schrieben. Die langfristigen Aussichten für die Branche bleiben unverändert gut. Wer darauf setzen möchte, und die nötige Geduld mitbringt, findet vielleicht heute schon die richtigen Einstiegskurse. Für vorsichtigere Anleger empfiehlt es sich den Titel in den kommenden Tagen und Wochen genauestens zu beobachten.

BMW, VW, Porsche, Daimler – Autobauer vor Korrektur?

Heute muss die BMW AG als letzter der großen Autobauer Deutschlands die Bücher öffnen. Nachdem zuletzt auch die Daimler AG gute Zahlen vorgelegt hat kann man wohl davon ausgehen, dass auch hinter den Münchnern ein gutes Quartal liegt. Analysten rechnen im Vorfeld der Quartalszahlen mit einem Umsatz von 15,45 Milliarden Euro sowie einem EBIT von 1,54 Milliarden Euro. Können diese Zahlen noch übertroffen werden dürfte noch etwas Luft nach oben im Aktienkurs der BMW AG sein. Die Analysten einzelner Investmenthäuser sind sich bei der Aktie offenbar uneins. Warburg Research hat kürzlich die Anlageempfehlung „Buy“ bestätigt, und das Kursziel von 72,00 auf 79,00 Euro angehoben, während Exane BNP nur 56,- Euro als Kursziel sieht.

Am besten läuft es aber wohl nach wie vor bei dem VW Konzern, der gestern seine Hauptversammlung abgehalten hat. Martin Winterkorn und Ferdinand Piech mussten sich teilweise kritischen Fragen über die Dividendenhöhe gefallen lassen, die bezogen auf den Gewinn je Aktie mit 15% Anteil in diesem Jahr sehr mager ausfällt. Die etwas langatmige Veranstaltung bot aber dann doch noch den ein oder anderen Einblick in die künftige Strategie die insgesamt viel versprechend erscheint. Das Ziel der weltgrößte Autobauer zu werden ist in greifbarer Nähe und könnte bereits vor dem Jahr 2018 erreicht werden. Heute handelt die VW Aktie Ex- Dividende, sprich sowohl die Vorzüge als auch die Stämme dürften um ca. 2,60 Euro niedriger notieren.

Die Daimler Zahlen lagen hingegen „nur“ im Rahmen der Erwartungen. Dementsprechend wurden die Aktien der Stuttgarter in den letzten Handelstagen eher verkauft. Ich halte einen baldigen Test der 50,- Euro Marke für sehr wahrscheinlich. Ebenso könnte die Porsche Aktie nach den jüngsten Nachrichten über erneute Sammelklagen und der damit verbundenen Verschiebung der Fusion mit dem Mutterkonzern VW noch einmal unter Druck geraten. Unterstützungen liegen hier derzeit bei 44,70 und 41,60 Euro. Insgesamt bleibt die Branche anfällig für Gewinnmitnahmen, auch wenn die langfristigen Aussichten stimmen, was die gestern Abend veröffentlichten US Absatzzahlen einmal mehr verdeutlichen. Die Auswirkungen auf die Produktion in den kommenden Monaten durch die Ereignisse in Japan, sowie der hohe Euro der sich ebenfalls negativ auswirken dürfte, sollen in die Anlageentscheidung mit einbezogen werden.

Als weitere Belastungsfaktor für die gesamte Branche dürfte sich ein Bericht der Financial Times Deutschland erweisen. Demnach ergab ein Gutachten der Universität Köln das die Besteuerung von Firmenwagen zu unnötigen Mindereinnahmen für den Staat führt und eine überproportionale Schädigung der Umwelt unterstützt, da insbesondere die spritschluckenden Firmenwagen subventioniert werden. Gerade die Mittelklasse Wagen von BMW und Audi dürften somit wohl in den kommenden Wochen verstärkt in die Schusslinie geraten. Alle deutschen Autobauer bleiben aber weiterhin interessant und sind nach wie vor gemessen an den derzeitigen Gewinnen günstig bewertet

 

Solon – mehr Umsatz, immer noch Verluste

Heute legte die Solon AG die neuesten Zahlen vor, und die waren nach wie vor besorgniserregend. Denn der Berliner Solaranbieter konnte seinen Umsatz um satte 76 Prozent auf 619,9 Millionen Euro steigern schaffte es aber immer noch nicht dabei Gewinne für seine Aktionäre zu erwirtschaften. Das Ebit belief sich auf nur  0,4 Millionen Euro. Die ist zwar ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein Minus von 199,2 Millionen Euro erwirtschaftet wurde,  das Konzernergebnis fiel aber mit minus 19,80 Millionen Euro immer noch deutlich negativ aus. Im Jahr 2009 musste die Solon AG noch Verluste in Höhe von 271,6 Millionen Euro bekanntgeben.

Insgesamt wurden Unternehmensangaben zufolge im Geschäftsjahr 2010 Photovoltaik Anlagen mit einer Gesamtleistung von 278 MW verkauft, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 100 Prozent entspricht (Vorjahr: 139 MW). Nachdenklich stimmt mich auch der nun wieder negative Cash Flow in Höhe von 9,7 Millionen Euro der bereits im Krisenjahr 2009 mit einem Plus von 93,1 Millionen Euro deutlich positiver war. Es bleibt wie es ist, das Solon Papier ist nur etwas für die ganz hart gesottenen Anleger. Uns hat auch das heutige Zahlenwerk nicht davon überzeugt, dass sich hier nachhaltig etwas verändert hat.

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Nordex, Solarworld, Q-Cells – der Tag danach..

Heute dürfte bei den Solarwerten und Windanlagenbauern nun erst einmal wieder etwas Ernüchterung einkehren. Nach den erneuten kräftigen Zuwächsen um zweistelligen Bereich gestern sollten die Titel heute eigentlich, in den etwas schwächeren Börsenumfeld, einen Teil der Gewinne wieder abgeben bevor dann die weitere Richtung von Solarworld und Co. bestimmt werden kann. Waren gestern noch die Wahlergebnisse in Baden Württemberg und Rheinland Pfalz sowie die Aussagen einer in die Ecke gedrängten Kanzlerin zum schnelleren Atomausstieg die Kurstreiber, so dürfte heute wieder etwas mehr Normalität und vor allem Realität an den Börsen Einzug halten.

Insbesondere bei der Nordex Aktie bin ich mir nicht so sicher, ob ein Kurs von über 9,- Euro wirklich gerechtfertigt ist, zumal das Unternehmen gestern eine Kapitalerhöhung angekündigt hat. Mit dem Erlös der Kapitalerhöhung will man bei Nordex künftig verstärkt in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte investieren, hieß es in der Pressemeldung. Dies soll durch die Ausgaben von 6,68 Millionen neuer Inhaber-Aktien finanziert werden. Der Platzierungspreis wird voraussichtlich heute festgelegt! Die neuen Aktien sollen überwiegend institutionellen Investoren auf dem Wege eines beschleunigten Platzierungsverfahrens angeboten werden. Die Aktie bleibt zwar interessant, ist aber inzwischen deutlich zu weit voraus gelaufen. Durch den gestrigen Kursanstieg um satte 12 Prozent wurde zudem ein Gap gerissen, dass wohl in den nächsten Tagen geschlossen werden dürfte.

Ebenfalls mit einem satten Kursanstieg von über 8 Prozent meldete sich gestern die Solarworld Aktie zurück. Auch hier sieht der Chart etwas „unsauber“ aus. Ein zumindest kurzzeitiges  Abtauchen bis auf mindestens 10,50 Euro würde die deutlich erkennbare Übersprungreaktion wieder kompensieren und somit einen möglichen weiteren Anstieg solide untermauern. Weitere Kursziele könnten dann bei 11,85 und 12,90 Euro liegen. Der deutsche Branchenprimus bleibt die erste Wahl unter den Solarzellenherstellern. Trotzdem bitte nicht zu euphorisch werden!

Gespannt darf man heute auch auf die Auswirkungen des  Q-Cells Zahlenwerkes auf den Kurs der Aktie sein. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Umsatz um 70 Prozent auf  1,35 Milliarden Euro gesteigert werden was zu einem positiven EBIT in Höhe von 82 Millionen Euro geführt hat. Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch einen satten Verlust ausweisen müssen. Die liquiden Mittel lagen am Geschäftsjahresende bei 473,9 Millionen € und damit 15 Prozent über dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal hat sich die Nettoverschuldung mit nunmehr 330 Millionen € mehr als halbiert. Ob dies dem Aktienkurs der Q-Cells Aktie heute erneut Flügel verleihen kann bleibt abzuwarten. Sicherlich mehren sich die positiven Zeichen bei dem Solarkonzern, ob dieser Weg aber nun dauerhaft eingeschlagen werden kann muss erst noch bewiesen werden.

Heidelberger Druck – waren das wirklich gute Zahlen?

Die Heidelberger Druckmaschinen AG befindet sich auf dem Wege der Besserung kann man heute allerorten lesen. Der Auftragseingang des Konzerns hat um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 684 Millionen Euro zulegen können. der Umsatz kletterte wieder auf 687 Millionen Euro was einer Steigerung von knapp 19 Prozent entspricht. Das operative Ergebnis wurde gar um 28 Millionen Euro verbessert und das Unternehmen weist wieder einen Überschuss aus. Ohne Sondereinflüsse liegt dieser bei 15 Millionen Euro, hieß es. Im Vorjahr musste der Konzern noch einen Verlust in Höhe von 13 Millionen Euro im dritten Quartal ausweisen.

Diese Zahlen lagen zwar über den Erwartungen der Analysten, sind aber wohl noch kein Grund zum Jubeln. Das Ergebnis soll auf operativer Ebene in diesem Jahr wohl nur ausgeglichen ausfallen, des weiteren erwartet die Konzernführung Belastungen beim Finanzergebnis und rechnet mit einem deutlichem Verlust. Der Verschuldungsgrad der Heidelberger Druck AG konnte durch die Kapitalerhöhung deutlich um rund 400 Millionen auf nun 369 Millionen Euro zurückgefahren werden. Dennoch weist der Wert ein 2012er KGV von 35 aus und dürfte gemessen daran deutlich zu teuer sein.

Bei ca 4,- Euro wartet die nächste massive charttechnische Hürde. Ich gehe nicht davon aus, dass diese kurzfristig überwunden werden kann, wenn doch dürften kurzfristige Gewinne bis ca. 4,50 Euro möglich sein. Sollten die nächsten Quartale zeigen, dass der Weltmarktführer für Druckmaschinen den Turnarround wirklich vollzogen hat kann man hier wohl immer noch unter langfristigen Gesichtspunkten günstig einsteigen…

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