Author Archives: Lars

Fukushima – Kein Ende der Katastrophe in Sicht!

Alles noch viel schlimmer als gedacht. Die Japankrise ist eine echte Bewährungsprobe für den Staat, das Volk und die Umwelt. Immer deutlich kristallisiert sich heraus, dass es hier eben doch nicht um eine vorübergehende Krise handelt, sondern sich die japanische Geschichte wohl nun in eine Zeit vor- und nach der Krise unterteilt. Ähnlich wie der elfte September der die Welt veränderte könnte dies also nun ein trauriger Startschuss für ein neues Zeitalter sein. Volkswirtschaftlich betrachtet wird das Beben und der Tsunami voraussichtlich die mit Abstand teuerste Naturkatastrophe aller Zeiten. Die japanische Regierung schätzt die erwarteten direkten Kosten auf umgerechnet bis zu 220 Milliarden Euro. Wie wir alle wissen sind aber auch solche Schätzungen dann rückblickend betrachtet meistens Schall und Rauch und müssen deutlich nach oben korrigiert werden.

Zur Finanzierung des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben wird Japans Regierung, nach Einschätzung der regierenden Demokratischen Partei, nicht um deutliche Steuererhöhungen herum kommen. Die japanische Regierung arbeitet derzeit mit Hochdruck an einem ersten Sonderhaushalt über umgerechnet rund 33 Milliarden Euro zur Finanzierung der Folgeschäden. Japan ist eine wohlhabende und leistungsstarke Nation. Ich gehe davon aus das der finanzielle Teil in den Griff zu bekommen ist, wobei ich mir nicht vorstellen kann, das dort weiterhin an der Nullzins Politik festgehalten werden kann.

Schlimmer sind wohl die direkten und indirekten Auswirkungen der Schäden in den Atomkraftwerken Fukushima. Nach Einschätzung des Kraftwerksbetreibers Tepco werden die Probleme frühesten im Herbst gelöst sein. Das Abkühlen der Reaktoren und der Brennstäbe sei innerhalb der nächsten drei Monate geplant, danach werde das Herunterfahren der Anlagen weitere drei bis sechs Monate dauern. Auch das könnten wieder zu optimistische Prognosen sein…zwangsläufig stellt man sich die Frage wie viel radioaktive Strahlung in diesem langen Zeitraum austreten wird, und ob der Plan überhaupt gelingen kann. Sollte es zu weiteren Beben in der Region kommen, was wir alle nicht hoffen wollen, ist wohl auch das wieder Makulatur. Derzeit ist also wohl nicht angedacht wie in Tschernobyl, die gesamte Anlage zu begraben und eine finale Lösung anzustreben.

Metro – hält die Unterstützung?

Die Metro AG ist bereits seit Wochen unter Druck. Mit einem aktuellen Aktienkurs von 47,40 Euro erreichte die Aktie des Einzelhandelskonzerns heute eine wichtige Unterstützung. Hält diese nicht drohen weitere Abschläge bis in den Bereich 43,40 Euro sowie der runden Marke von 40,- Euro. Immer wieder ist in den letzten Tagen von Unstimmigkeiten bei der Festlegung der künftigen Strategie des Konzerns zwischen Metro und Media Markt, bzw. Saturn zu lesen. Auslöser war offenbar die Erkenntnis, dass man es verpasst habe bei den beiden Elektronikketten Media Markt und Saturn rechtzeitig auf eine entsprechende Online Vermarktung der Produkte zu setzen, und weiter Marktanteile verliert.

Begleitend zu dem eh schon wackeligen Aktienkurs macht der Metro Konzern nun durch interne Streitigkeiten auf sich aufmerksam, was sich wohl nicht vertrauensbildend auswirken dürfte. Die beiden Gründer der Elektronikmarkt-Kette Media Markt, Erich Kellerhals und Leopold Stiefel, sollen durch Holding-Partner Metro und dessen Konzernchef Eckhard Cordes offebar ausgebootet werden. Alles in allem ist all dies keine wirklich gute Basis für eine harmonische Konzentration auf die Zukunft der Firma. Es steht zu befürchten, dass hier erst einmal wesentlich mehr Energie auf die Streitigkeiten verwenden wird, und weniger auf die Bedürfnisse der Anleger, sprich die Restrukturierung einzelner Konzernteile.

Wir würden hier erst einmal abwarten wie die internen Konflikte weitergehen. Sollte sich der Machtkampf ausweiten dürfte dies auch die Aktie weiterhin belasten. Um die 40,- Euro könnte sich dann aber wieder eine langfristig interessante Einstiegschance ergeben..

Gegenwind für Nordex

Die Experten von Independent Research haben kürzlich das Kursziel und den Daumen für die Nordex Aktie gesenkt. Nach der Emission einer Anleihe im Volumen von 150 Millionen Euro, die im Kern nicht überrasche, habe man die Gewinnprognosen reduziert, hieß es in der Studie. Ob dem Hersteller von Windkraftanlagen die mit den frischen Mitteln geplante Entwicklung einer neuen Turbinengeneration gelinge, sei im Moment noch nicht absehbar, und selbst im falle des Erfolges würde diese nicht vor 2014 auf den Markt kommen, hieß es weiter in dem Fazit der Analysten. Ich hatte ja ebenfalls darauf hingewiesen, dass man nun bei der Nordex Aktie aufgrund der Japankrise und der damit verbundenen Diskussion um einen baldigen Atomausstieg nicht allzu euphorisch sein sollte.Das Kursziel sieht man bei Independent Research jetzt bei 6,60 Euro und rät zum Verkauf der Aktie.

Inzwischen ist die Nordex Aktie nun wieder nahezu da gelandet von wo aus sie vor der ganzen Hype gestartet war. Mit einem aktuellen Kurs unter 8,-  Euro liegt der Titel nun zwar immer noch über der Unterstützung bei ca. 7,35 aber deutlich unter dem Kurs des Zwischenhochs vor einigen Tagen bei 9,60 Euro. Auch die Analysten der Deutschen Bank, haben sich kürzlich zu Wort gemeldet und ein baldiges Kursziel von 4,- Euro für die Nordex Aktie prophezeit. Zwar sind wir nicht ganz so pessimistisch wie die Damen und Herren von der Deutschen Bank, fällt der Titel aber in den nächsten Tagen auch noch unter die Unterstützung bei 7,35 Euro dürfte wohl auch das nächste Gap bei ca 6,- Euro noch geschlossen werden.

Short-Squeeze bei bwin.party

Wie in der letzten Woche geschrieben war die Wahrscheinlichkeit für einen Short Squeeze bei der Aktie von bwin extrem hoch. Heute legt die Aktie des Sportwetten-Anbieters schlagartig um über 30% zu. Damit ist der vorausgegangene Ausverkauf bei der Aktie dann wohl auch beendet. Um fast 50% verlor die Aktie des neuen Gemeinschaftsunternehmens aus Bwin und Party Gaming in den letzten Tagen an Wert. Als Grund wurden natürlich die neuen Pläne der Bundesländer für die Regulierung des deutschen Wettmarktes angegeben. Ich persönlich habe hier eher an eine konzentrierte Aktion einiger Aktienhändler aus London geglaubt, die sich langfristig günstige Stücke des größten Online Wettanbieters der Welt sichern wollten.

Zugegeben die Gelegenheit für eine Shortattacke war entsprechend günstig. Altanleger waren überwiegend raus aus der Aktie nachdem der Börsenplatz gewechselt wurde, neue Anleger blieben skeptisch, dazu noch die politischen Unwägbarkeiten für die Branche…Wir hatten ja unsere Newsletter-Leser noch Ende letzter Woche darauf hingewiesen, dass hier eine mittelfristig sehr interessante Aktie momentan deutlich unter Wert zu haben sein dürfte. Nach dem Abverkauf von 210 Pence bis auf unter 120 Pence konnte man die bwin.party Aktie zum Preis nur einer der beiden Partner vor der Fusion erwerben. Soll heißen wenn man mutig in der letzten Woche gekauft hat hat man nun Bwin oder Party Gaming nahezu umsonst im Depot. Ich hoffe Sie sind unserem Rat gefolgt..

Der wahren Grund für die heutige Kursbewegung dürfte aber wohl folgender sein… Am Freitag wurden die Inhaber der Seiten PokerStars, UB/AP und FullTilt wegen Geldwäsche, illegalem Glücksspiel und Bankbetrug angeklagt. Die Seite des Poker-Anbieters Fulltiltpoker.com wurde bereits gesperrt! Fulltiltpoker und PokerStars müssen nun Strafen von rund drei Milliarden Dollar fürchten. Poker-Kunden aus den USA sollen auf diesen Portalen künftig blockiert werden, offenbar spekuliert man nun verstärkt darauf, das seriöse Anbieter wie bwin.party davon extrem profitieren könnten, da die Konkurrenz gerade in den USA bislang sehr stark war.

Deutsche Bank – was ist da los?

Nachdem zuletzt die Krisenfähigkeit der Deutschen Bank ernsthaft in Frage gestellt wurde dürfte die folgende Meldung wohl auch nicht ohne Wirkung auf den Aktienkurs bleiben. Die Deutsche Bank hat offenbar deutlich mehr Geld durch die US-Immobilienkrise verloren als bisher bekannt. Alleine im Jahr 2007 verlor sie bei Wetten auf eine positive Entwicklung des Marktes insgesamt 4,5 Milliarden Dollar berichtete “Der Spiegel”. Das Magazin beruft sich dabei auf einen Bericht eines Untersuchungsausschusses des US-Senats. Demnach setzte die Bank damals 128 Milliarden Dollar auf eine positive Entwicklung der US-Häuserpreise, die sie teilweise durch Gegengeschäfte absicherte. Interessant an der Meldung sind aber wohl viel mehr die internen Zusammenhänge bei dem deutschen Geldhaus.

Letztlich war der Verlust aus der Immobilienkrise dem Bericht zufolge 1,5 Milliarden Dollar geringer, weil Deutsche-Bank-Händlers Greg Lippmann entgegengesetzte Geschäfte getätigt hatte. Dieser habe Investmentbanking-Chef Anshu Jain ab Dezember 2006 mehrmals vor dessen optimistischem Blick auf den Immobilienmarkt gewarnt. Jain ließ sich dem Bericht zufolge nicht belehren, ließ Lippmann aber immerhin mit einer entgegengesetzten Wette gewähren. Lippmann soll bereits im Jahr 2006 in etlichen Mails an Kollegen und Investoren davor gewarnt haben, dass die Hälfte der gehandelten Papiere wertlos seien..Insbesondere die Rolle des Kronprinzen Ackermanns, Anshu Jain darf man somit äußerst bemerkenswert finden. Hoffentlich ist das kein Omen für das zukünftige Risikomanagement bei der Deutschen Bank!?!

Weitere schlechte Nachrichten lassen dann heute ebenfalls nicht auf sich warten. Der geplante Verkauf der BHF Bank ist nach Presseberichten in letzter Minute noch gescheitert. Die Deutsche Bank war durch war durch die vollständige Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim im vergangenen Jahr in Besitz der BHF-Bank gekommen, wollte diese aber jetzt veräußern. Die Verträge zwischen der DM und der Lichtensteiner LGT waren bereits unterschriftsreif. Nun erklärte die Deutsche Bank, nach Gesprächen mit den zuständigen Aufsichtsbehörden, überraschend: „Die BHF-Bank solle Teil der Deutschen Bank bleiben. Vor allem das Geschäft mit den vermögenden Kunden solle gestärkt werden.“

Hammerwoche! Intel, Apple, Microsoft, RWE, Citigroup, Goldman Sachs, General Electric, Nokia, Philips

Die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Berichtssaison! Intel, Apple und Microsoft legen ihre Zahlen vor ,hier ist wohl von keinen negativen Überraschungen auszugehen, auch wenn der High-Tech-Sektor für meinen Geschmack etwas viel Vorschusslorbeeren bekommen hat. Spannender könnte da schon der Einblick in die Bücher der US-Großbanken werden. Die Bilanzen der Citigroup und Goldman Sachs stehen auf der Agenda. Nachdem die Bank of America zuletzt eher hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, und auch die Deutsche Bank durch gemischte Nachrichten auf die Stimmung der Anleger drückt, bleibt abzuwarten, ob die beiden Großbanken ihr Soll erfüllen können, und somit dem Bankensektor wieder auf die Sprünge helfen.

Mit Spannung blicken Anleger auch auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen von General Electric. Der als Mischkonzern gilt immer noch als allgemeiner Gradmesser für den Zustand der US-Wirtschaft. Nicht minder interessant dürfte auch die Hauptversammlung beim Energieriesen RWE werden. Experten erwarten zwar durchaus auch positive Effekte auf Grund der Stilllegung von Kernkraftwerken, diese müssen wohl aber noch etwas genauer propagiert werden. Zuletzt war von entsprechenden Strompreiserhöhungen die Rede, und einer verstärkten Auslastung der Kohlekraftwerke wodurch die Verluste der Kernkraft-Umsätze abgepuffert werden könnten. In jedem Fall werden sich die Vorstände hier wohl einigen kritischen Fragen stellen müssen.

Ebenfalls veröffentlichen einige europäische Konzerne Ihre Bilanzen, die sich kursbewegend auswirken können, darunter der niederländische Elektronikkonzern Philips, der Pharmakonzern Novartis und Nokia. Der finnische Handyhersteller ist bei den Anlegern in Ungnade gefallen, und muss dringen wieder Erfolge vermelden. Zuletzt wurde bekannt, dass bedingt durch die Japankrise einige Werke von Nokia geschlossen werden müssen. Lieferengpässe und Transportprobleme bereiten dem Handyhersteller offenbar deutliche Probleme. Bei Philips dürfte das eventuell ähnlich sein. Von Novartis hingegen wird ein gewohnt solides Ergebnis erwartet. Morgan Stanley riet kürzlich dazu die Aktie überzugewichten, Die aktuell günstige Bewertung eröffne im Vorfeld der Quartalszahlen eine gute Kaufgelegenheit. In den kommenden Monaten rechnen die Experten damit, dass das Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt werden wird, und somit den Aktienkurs weiter unterstützt.

Die Porsche Aktie bleibt unter Druck!

Weiterhin lastet Druck auf der Aktie des Sportwagenbauers Porsche. Die Kapitalerhöhung wurde, wie man aus den eigenen Reihen hört, erfolgreich platziert. Unter anderem der geringe Ausgabepreis von 38,- Euro je neuer Aktie lastet weiterhin auf den Gemütern der Anleger, denn es steht eine entsprechend hohe Verwässerung der Anteile zu befürchten. Weiter fürchten Marktteilnehmer immer noch, dass die drohenden Milliardenklagen gegen Porsche zum einen die Gewinn und der Zukunft deutlich schmälern könnten, und zum anderen einen endgültigen Zusammenschluss mit dem Mutterkonzern auf unbestimmte Zeit verschieben könnte. Beides wäre natürlich extrem negativ für die neuen und die alten Porsche Aktionäre.

Somit bleibt abzuwarten, wann die Investoren neues Vertrauen gewinnen werden. Charttechnisch bleibt der Titel eher angeschlagen. Auch die leichte Erholung der letzten Tage wirkt alles andere als überzeugend. Im Gegenteil, wie zu befürchten war schmeißen Anleger nun wohl verstärkt ihre neuen – oder die alten – Stücke auf den Markt was nach einer abgeschlossenen Kapitalerhöhung auch nicht weiter ungewöhnlich ist. Zum einen trennen sich Investoren in solchen Phasen von den überschüssigen Stücken, und zum anderen findet man am Ende einer Kapitalmaßnahme nicht selten ein verstärktes Sportinteresse, weil die Big Boys wissen, das die neuen Stücke entsprechen eng abgesichert werden sobald sich diese in den Depots befinden.

Das lässt natürlich genügend Spielraum um reihenweise Stopp-Loss-Orders abzufischen! Der ganze Findungs-Prozess bei der Porsche Aktie könnte also noch einige Tage anhalten, ein Kauf drängt sich erst einmal nicht auf. Die 40,- Euro Marke bietet grundsätzlich eine solide Unterstützung. Wird diese unterschritten könnten sich im Bereich 37,50 bis 39,- Euro erste Käufe langfristig sicherlich wieder auszahlen..

Commerzbank – jetzt wird es spannend!

Die Commerzbank Aktie bleibt angeschlagen! Während so einige Analysten bereits jetzt schon wieder auf eine Erholung setzen, oder zumindest mit einer technischen Gegenreaktion rechnen, macht der Aktienkurs aber keinerlei Anstalten sich in die gewünschte Richtung zu bewegen. Nach dem Unterschreiten der Unterstützungen bei 5,05 und 4,81 Euro wurde nun heute auch das überwiegend angepeilte Kursniveau von ca. 4,56 Euro je Commerzbank Aktie unterschritten. Spannend dürfte nun sein ob die Marke von 4,50 Euro halten kann. Wir gehen immer noch davon aus, das ein mögliches Ziel für den Start zu einer dann eventuell nachhaltigen Kurserholung erst die Marke von 4,- Euro sein könnte.

Nimmt man nämlich den längerfristigen Chart bei der Commerzbank Aktie zur Hilfe, sieht man dass das Tief aus dem Juli des vergangenen Jahres bei knapp 4,- Euro lag und somit eine vernünftige Unterstützung bilden könnte. Angesichts der hohen Shortquote, die offenbar täglich weiter zunimmt, besteht natürlich auch die Möglichkeit eines baldigen Short Squeeze, was ich aber auf Grund  der hohen Summe die hier investiert wurde nicht für wahrscheinlich halte. Ab 4,- Euro rechne ich also spätestens mit einer technischen Gegenreaktion, was nicht heißen soll, dass die Aktie im Anschluss daran noch einmal deutlich nach unten tendieren könnte.

Thielert Aktie – auf sehr wackeligen Füssen!

Anlässlich des gestrigen Gewinns des dritten Platzes für Investors Inside beim Financeblog Awards der Comdirect, und der damit verbundenen Frage von Joachim Goldberg, warum ich manchmal über die ein oder andere Aktie schreibe, hier nun ein Update zu der Thielert Aktie. Ich schaue mir regelmäßig Aktien über die ich geschrieben habe wieder an um zu sehen, ob sich irgend etwas an der Situation des Unternehmens, oder meiner Einschätzung geändert hat. Einige Börsenbriefe, oder auch Internetportale begnügen sich damit Momentaufnahmen ins Netzt zu stellen und dann nie wieder über die Aktie zu berichten. Ich denke man sollte seine Leser etwas mehr begleiten…

Die Thielert Aktie ist wie von uns erwartet und bereits Anfang Dezember geschrieben nun auf dem Ausgangsniveau der kleinen Zwischenrally ohne fundamentalen Hintergrund angekommen. Die Zocker dürften damit weitestgehend raus sein und nur noch Anleger die auf das schnelle Geld gesetzt hatten auf Ihren Positionen sitzen. Wie fast immer an diesem Punkt muss man sich, wenn man noch im Besitz der Aktie ist, fragen ob man einen Fehler gemacht hat und sich diesen nun spätestens eingesteht, und entsprechend handelt. Eigentlich hätte man schon viel früher handeln müssen, das dürfte wohl spätestens heute klar sein.

Der Aktienkurs steht nun wieder bei ca 0,61 Euro, und damit auf sehr wackeligen Füssen. Hier sollte die letzte Unterstützung liegen bevor dann ein erneuter Abwärtsschub in Richtung 0,25 Euro  und später gar 0,12 Euro stattfinden könnte. Die Gefahr, dass die Zocker genau diese Situation nun erneut ausnutzen ist groß. Da die Umsätze inzwischen auch wieder deutlich zurückgegangen sind ist eine Manipulation des Aktienkurses entsprechend einfach. Natürlich ist dieses Szenario bis jetzt reine Spekulation meinerseits, aber ich denke das sollte zumindest jedem Noch-Investierten bewusst sein. Fundamental gibt es bei Thielert immer noch nichts Neues, der erhoffte Investor ist-  wie von mir erwartet – bislang nicht aufgetaucht..

ProSiebenSAT1 wie weit runter geht es noch?

Der Chart der ProSiebenSAT1 Aktie verheißt derzeit nicht viel Gutes. Nach dem fulminanten Anstieg der Aktie nach der Krise um mehrere hundert Prozent befindet sich der Titel inzwischen in einer Konsolidierungsphase. Noch im März stand der Aktienkurs bei knapp 25,- Euro, wir haben damals bereits darauf hingewiesen, dass hier offensichtlich einige Anleger etwas zu euphorisch sind. ProSiebenSAT1 hatten seit dem Verlust der TV-Rechte für die europäische Fußball Champions League noch einmalt rund 15 Prozent an Börsenwert verloren. Erst gestern erreichte die Aktie ihr vorläufiges sechs Monats Tief bei  17,43 Euro, konnte aber im Tagesverlauf 2,9 Prozent zulegen.

Grund für den gestrigen Anstieg war die Meldung, dass man Stefan Raab, bzw, seine Produktionsfirma Raab TV, eine brainpool-Tochter für weitere fünf Jahre verpflichten konnte. Das lässt sich der Sender die stolze Summe von 185 Millionen Euro kosten. Damit dürfte Stefan Raab inzwischen einer der bestbezahlten Entertainer im deutschen Showbusiness sein. Raab ist inzwischen das Zugpferd des Senders geworden, und offenbar unverzichtbar, auch wenn die produzierten Formate in meinen Augen schon etwas ausgelutscht sind.

Für die Aktie bedeutet die Meldung zumindest eine kurzfristige Erholung. Hier muss sich nun zeigen, ob der Mitte Februar eingeschlagene Weg in Richtung der Unterstützung bei 16,10 Euro wieder aufgenommen wird, oder es gelingen kann die 20,- Euro Marke bald nach oben zu durchbrechen. Ich persönlich denke das hängt weniger von Stefan Raab als viel mehr vom Gesamtmarkt ab. Bei ca 19,30 Euro verläuft derzeit die 200-Tage Linie die es in jedem Fall wieder zu überwinden gilt. Gelingt dies nicht drohen weitere Verkäufe in Richtung der Unterstützung bei ca 16,- Euro. Fundamental betrachtet wäre die Aktie auf dem deutlich reduzierten Niveau dann aber wieder ein Kauf.

Markus Frick ist auf Bewährung…

Markus Frick muss nicht ins Gefängnis! Ein Jahr und neun Monate auf Bewährung lautete heute das Urteil des Berliner Landgerichts. Trotzdem es als erwiesen angesehen wurde, dass der selbst ernannte Börsenguru zwischen September 2005 und Juni 2007 in seinen Newsletter Aktien empfohlen hat, die er zum einen selbst besaß, und die zum anderen offenbar nahezu wertlos waren. Nach einer kurzen Hype, fielen die Aktien danach ins bodenlose, tausende von Anlegern verloren hier wohl einen wesentlichen Teil ihres Geldes. Markus Frick hielt die besagten Aktien, laut Angabe des Gerichts nicht persönlich, sondern eine Treuhandgesellschaft, die diese gewinnbringend verkaufte. Somit ist Ihm der entstandene Gewinn auch nicht persönlich zuzurechnen. Vom Gericht wurde mit dem rechtskräftigen Urteil vom April 2011, wegen verbotener Marktmanipulation in 36 Fällen, die Summe von 42,6 Millionen Euro für verfallen erklärt (Drittverfall), und floss an die Staatskasse.

Die Staatsanwaltschaft forderte drei Jahre Haftstrafe für Frick, und gab an, dass ca. 20.000 Anleger für die stolze Summe von 760 Millionen Euro Aktien der Unternehmen Russoil, Star Energie und StarGold gekauft hatten. Ich bin ehrlich – diese Dimensionen haben sogar mich überrascht! Zum Einen, weil ich nicht glauben kann, dass so viele Anleger so viel Geld in solche „Werte“ stecken, was schlicht und ergreifend dumm ist! Das würde ja heißen, das jeder der Anleger im Schnitt 38.000,- Euro verpulvert hat!!! Da kann ich persönlich nur sagen „Gier frisst Hirn!“ Wahrscheinlich sind einige Leser unseres Blogs auch Leidtragende gewesen, und ich möchte wirklich nicht in alten Wunden rumstochern, aber eine gewisse Mitschuld lässt sich hier wohl nicht leugnen!

Zum Anderen war ich auf Grund der Summe wirklich überrascht, dass Markus Frick mit seiner Marketing-TV-Seminar-Maschinerie so eine Marktmacht gehabt hat, und offenbar noch heute besitzt. Mit moneymoney.tv wurde ein neues Instrument geschaffen die Massen zu erreichen. Neben seinem Kollegen Jan Pahl sieht man auch gelegentlich noch den Guru über die Leinwand huschen. Fasziniert bin ich ebenfalls in diesem Zusammenhang das es offenbar immer noch eine große Anzahl von Anhängern gibt die dem Guru auch nach diesen leidvollen Erfahrungen noch die Stange halten, die Seminare besuchen, und regelmäßig die Aktientipps kaufen, anstatt sich lieber Ihre eigenen Gedanken zu machen.

Frick darf nun vorerst weitermachen wie zuvor, zumindest aus strafrechtlicher Sicht, zivilrechtlich dürfte in den kommenden Monaten noch einiges auf den gelernten Bäckermeister zukommen. Dennoch wurde es von der Justiz verpasst hier ein deutliches Zeichen zu setzen. Das ist traurig für alle geschädigten Anleger und öffnet Tür und Tor für Nachahmer!

Nachtrag aus aktuellem Anlass am 27.09.2013 : Ich wurde von Markus Frick´s Anwaltskanzlei vor kurzem abgemahnt, und habe die ehemalige Passage am Ende des ersten Absatzes nun ins rechte Licht gerückt. Wichtig erscheint dem Anwalt offenbar die Feststellung zu sein, dass das an die Staatskasse geflossene Geld nicht das Geld des Mandanten war, was ich hiermit noch einmal deutlich dargestellt habe. Wieso der Staat dann allerdings darauf zugreifen konnte bleibt für mich eine offene Frage, der ich noch einmal genau nachgehen werde, und ggf. berichte.

Seit Anfang des Jahres 2013 sitzt Markus Frick Markus Frick in Untersuchungshaft, wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug und Marktmanipulation. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt erneut im Zusammenhang mit Kaufempfehlungen für verschiedene Börsenbriefe gegen Markus Frick und zwei mutmaßlichen Komplizen, sagte eine Sprecherin der Behörde. Ein Prozess-Termin stehe noch nicht fest, voraussichtlich ist es aber der 24. Oktober 2013. Man darf also durchaus gespannt sein wie diese Verhandlung gegen Markus Frick ausgehen wird. Ich werde mir diesen Termin auf jeden Fall vormerken und die Sache weiter verfolgen.

Weitere Links zum Thema:  „Die Welt„, „WirtschaftsWoche„, „Focus“ und „Der Spiegel

3. Preis des Comdirect Finanzblog Award 2011 für Investors Inside

Investors Inside erreicht den dritten Platz bei dem „comdirect financeblog award 2011“ Ich fühle mich sehr geehrt und bin natürlich begeistert und stolz über so viel Anerkennung des hochkarätigen Expertenteams. Alleine die Teilnahme an diesem Wettbewerb mit dem vorläufigen Ergebnis einer Nominierung habe ich schon als große Auszeichnung meiner täglichen Arbeit empfunden, und möchte mich dafür bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken. Mein besonderer Dank gilt auch den Verantwortlichen der Comdirect Bank AG die diesen Wettbewerb ins Leben gerufen haben, und somit weiter dazu beitragen, dass gerade Finanzblogs in der breiten Medienwelt in Zukunft noch mehr wahrgenommen werden. Herzliche Glückwünsche schicke ich auf diesem Wege den beiden erstplatzierten, Die Börsenblogger auf Platz 1, und dem Best Börsen Blog auf Platz 2

Und hier nun die offizielle Würdigung von Lothar Lochmaier bei seiner Laudatio über Investors Inside: Das Weblog richtet sich an eine ambitionierte Leserschaft und besitzt einen breiten Fokus auf die Aktienmärkte. Lars Röhrig, obwohl kein Finanzjournalist von Beruf, schreibt mit hoher Frequenz und Aktualität, und er liefert fundiertes Wissen über Einzelwerte, besonders aus dem TecDax, für seine Leserschaft. Das hervorragende Nutzerranking dürfte auf den guten Mix aus charttechnischer Analyse und persönlicher Färbung zurückzuführen sein. Unklar bleibt gelegentlich, warum er zu einem bestimmten Zeitpunkt diese oder jene Aktie oder Branche in den Fokus rückt. Er scheut sich nicht davor, an Unternehmen kritische Fragen zu richten und Kommentare zum Finanzgeschehen abzugeben, die sich nicht nur Gewinn und Verlust orientieren. So kritisierte er zum Beispiel, dass an den Kapitalmärkten aus der nuklearen Katastrophe in Japan Profit gezogen wird. Auch einer mutigen rechtlichen Auseinandersetzung infolge kritischer Berichterstattung ist Investorsinside keineswegs aus dem Weg gegangen, eine für Einzelkämpfer in der Blogosphäre nicht gerade leichte Gratwanderung. Insgesamt ist investorsinside also ein zukunftsweisender Ansatz für andere Blogs, der weiter ausbaufähig ist. Design und Navigation sind anspruchsvoll gestaltet.

Erst kürzlich wurde unser Blog Investors Inside mit Hilfe unserer Leser zum „Finance Blog of the Year 2011“ gewählt, und wir haben uns natürlich riesig gefreut, dass wir auch beim zweiten großen Blogger-Wettbewerb von der Jury zur Endausscheidung in Frankfurt geladen wurden. Mit einem Rang unter den besten drei Blogs habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet, und freue mich nun umso mehr. Die Jury, bestehend aus den Experten wie, Prof. Dr. Christoph Neuberger, Universität München, Joachim Goldberg, Finanzmarktanalyst, Lothar Lochmaier, Wirtschaftsjournalist, Thomas Mrazek, Vorsitzender des Fachausschusses Online im Deutschen Journalisten-Verband beurteilte bei Ihrer Auswahl vor allem die journalistische Qualität, die Finanzexpertise sowie der Einsatz von blogspezifischen Elementen wie Verlinkungen oder Kommentierungen.

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