Author Archives: Lars

Glückspielstaatsvertrag belastet bwin.party und bet at home

Gestern, knapp drei Jahre nach dem letzten Entwurf wurden die Ergebnisse der Verhandlungen zum künftigen Glückspielstaatsvertrag mit Spannung von der Branche erwartet. Wettanbieter wie bwin.party und Bet-at-Home warten schon lange auf eine Liberalisierung des europäischen Wettmarktes, wurden aber erneut enttäuscht. Zusammenfassen kann man wohl vorab das Fazit ziehen, dass auch diese Variante mal wieder ein kräftiger Schuss in den Ofen ist, und vor dem Europäischen Gerichtshof ebenso wenig Bestand haben dürfte wie das Vorgängermodell. Bereits der Glücksspielstaatsvertrag von 2008 war fernab jeglicher Realität, und für die Branche in nahezu keinem Punkt akzeptabel, das ist auch heute leider nicht anders!

Die Bundesländer wollen nach dem neuen Beschluss ab dem Jahr 2012 den milliardenschweren Sportwettenmarkt für private Anbieter wie Bwin.de zwar öffnen, jedoch ist dieser Schritt mit einigen Auflagen für die Branche verknüpft. Maximal sieben Wettfirmen sollen bundesweit eine Lizenz erhalten, diese gilt aber vorerst nur fünf Jahre, was größere Investitionen sicherlich deutlich risikoreicher gestaltet. Auch die Werbung wurde reguliert!  Trikots- und Bandenwerbung im Stadion ist erlaubt, TV-Werbespots im Umfeld von Sportsendungen sind dagegen nicht zulässig. Private Wettanbieter mit Sitz in Deutschland sollen zusätzlich zu der Besteuerung des Umsatzes nun künftig auch noch eine Konzessionsabgabe von 16,67 Prozent des Wetteinsatzes zahlen, was für die Wettanbieter konkurrenzlos teuer und uninteressant ist.

Auch gestern haben die Ministerpräsidenten der Bundesländer wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, das wir noch nicht soweit sind, mit der Globalisierung, und dem Verständnis für das Internet und dessen Funktionsweise. Es wird krampfhaft an alten Strukturen festgehalten. Der neue Glücksspielstaatsvertrag wird ebenso wie sein Vorgänger die Kunden, sprich Glücksspieler, in die Hände ausländischer Anbieter treiben, die dort ihre Wetten platzieren, und keine Strafverfolgung fürchten müssen. Die Einnahmen und Steuern der Anbieter fließen somit natürlich auch ins Ausland! Beim staatlichen Lotto-Monopol soll sich dagegen nichts ändern, hieß es weiter!

Co-CEO von bwin.party, Norbert Teufelsberger kommentierte das gestern vorgeschlagene Modell der deutschen Ministerpräsidenten so: „Die Einführung wird genauso scheitern wie das zu Ende gehende Monopol-Modell in Deutschland.“ Eine Steuer von 16% auf die Umsätze bei den Sportwetten mache es unmöglich, ein kompetitives Produkt anzubieten. „Die Entscheidung, Poker und Casino-Produkte aus dem Lizenzmodell herauszunehmen, wird die Konsumenten zudem in Richtung Schwarzmarkt treiben.

Das Flensburger Tageblatt kommentierte die Ereignisse wie folgt:

„Was die Bundesländer beim Berliner Politpoker ausgewürfelt haben, wird vor dem Europäischen Gerichtshof mit großer Wahrscheinlichkeit keine Gnade finden. Wieder einmal sind die Ministerpräsidenten zu kurz gesprungen. Schon der Glücksspielstaatsvertrag von 2008 war weltfremd, weil er die Fakten, die das Internet-Zeitalter geschaffen hat, nicht berücksichtigt: Er wurde schlicht und ergreifend von Millionen Bundesbürgern ignoriert, die ihr Glück auf ausländischen Wettplattformen suchen – mit einer Strafverfolgung müssen sie nicht rechnen. Das wird sich auch jetzt nicht ändern: Die geplante Konzessionsabgabe von 16,6 Prozent des Spieleinsatzes schmälert die Ausschüttung über Gebühr. Deshalb wird auch künftig in Wettbuden auf Malta oder Gibraltar gezockt, und die hiesigen Finanzminister schauen in die Röhre. Noch ist Zeit für Nachbesserung. So wie der Deal jetzt eingefädelt wurde, ist der neue Glücksspielstaatsvertrag nicht zustimmungsfähig. Lizenzzahl und Konzessionsabgabe wirken wie auf dem türkischen Basar ausgehandelt. Wichtig wäre eine Abgabe mit Augenmaß, die den Fiskus am milliardenschweren Wettgeschäft beteiligt und den Wettbüros und ihrer Kundschaft gleichzeitig einen echten Anreiz gibt, nach Deutschland zurückzukehren. Hier können sie dann legal spielen und neue Kundschaft werben. Das hat seinen Preis – doch der darf nicht zu hoch sein.“

Die Aktien der Wettanbieter kamen nach der gestrigen Veröffentlichung deutlich unter Druck. Ich gehe nicht davon aus das der Entwurf für den neuen Glückspielstaatsvertrag so bleiben kann, ich gehe auch nicht davon aus, dass der Kursrutsch bei den Sportwettenanbietern von Dauer sein wird, und sehe hier kurzfristig bald interessante Einstiegsmöglichkeiten in die beiden Aktien von bwin.party und bet-at-home. Genauere Informationen zu den Einzelnen Wett-Anbietern erhalten Sie auf dem Frage-Portal WettFuchs.

Insider – Dr. Hans Michel Piëch verkauft seine Porsche Bezugsrechte

Am 30.03.2011 hat Dr. Hans Michel Piëch größere Positionen seiner Bezugsrechte für die Kapitalerhöhung bei der Porsche Automobil Holding SE verkauft wie heute bekannt wurde.
Dabei wurden in vier Transaktionen insgesamt 726.550 Bezugsrechte zu Preisen zwischen 8,56 Euro und 5,70 Euro verkauft wobei der Großteil der gehandelten Stücke erst im Bereich 5,70 bis 6,27 Euro veräußert wurde. Da ich nicht davon ausgehe, dass Herr Piëch seine Bezugsrechte veräußert hat weil er kurzfristig Geld gebraucht hat muss man sich zumindest die Frage stellen warum in dieser Größenordnung verkauft wurde, und vor allem zu diesen Kursen. Innerfamiliäre Umschichtungen schließe ich eigentlich aus, da diese wohl nicht über die Börse erfolgt wären.

Die Porsche Aktie ist nach wie vor unter Druck, ebenso wie die Bezugsrechte. Ich rechne auch in den kommenden zwei Handelstagen mit einem volatilem Handel sowohl bei der Aktie als auch einem turbulenten Handel bei den Bezugsrechten. Nach wie vor halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass der Porsche Kurs noch einmal deutlich nachgeben könnte, bis die gesamte Transaktion abgeschlossen ist. Der Gesamtmarkt scheint nun ebenfalls wieder etwas mehr Realität einkehren zu lassen. Eine Konsolidierung ist nach fast drei Wochen steigenden Kursen auch dringend nötig. Dies dürfte sich dann auch im Porsche und VW Aktienkurs zusätzlich bemerkbar machen. Wir bleiben an der Seitenlinie und warten auf die Richtige Gelegenheit.

Deutsche Bank braucht schon wieder Geld!

Gestern war ich dann doch etwas verwundert als ich die neuesten Pläne der Deutschen Bank bezügliche einer weiteren Kapitalerhöhung gelesen habe. Bis heute wurde vom Markt noch nicht einmal die letzte Kapitalmaßnahme „verdaut“, die man zur Übernahme der Postbank durchgeführt hatte! Nun will sich die Deutsche Bank von ihren Aktionären erneut das Kapital wieder auffüllen lassen, nachdem erst kürzlich zehn Milliarden Euro in die Kassen der Bank geflossen sind!

Auf der Hauptversammlung am 26. Mai sollen die Anteilseigner nun der Deutschen Bank das Recht einräumen das Grundkapital noch einmal um die Hälfte erhöhen zu können, was
in Summe mehr als 18 Milliarden Euro bedeuten könnte. Hinzu kämen noch weitere gut sieben Milliarden Euro an bedingtem Kapital, etwa für Wandelanleihen. Mit diesen Vorratsbeschlüssen will die Deutsche Bank bereits in diesem Jahr die strengeren Kapitalregeln Basel III befriedigen. Erst vor Kurzem hatte Vorstandschef Josef Ackermann weitere Kapitalerhöhungen vorerst ausgeschlossen.

Die neuen Pläne unterstreichen also nicht gerade die Glaubwürdigkeit der Aussagen Ackermanns. Die Aktie der Deutschen Bank ist heute erneut unter Druck. Langfristig sehen wir den Titel weiterhin positiv, wenn auch kurzfristig noch einmal weiterer Verkaufsdruck aufkommen könnte. Wir gehen davon aus, das der Titel bei einer Schwäche des Gesamtmarktes durchaus noch einmal unter die 40,- Euro Marke fallen sollte, wobei sich an dieser Marke eine starke Unterstützung befindet. Erste Kaufgelegenheiten könnte sich somit wieder ab ca. 38,85 Euro ergeben. Bei einer Korrektur des Marktes wäre sogar ein Kaufkurs um die 36,- Euro möglich.

Befreiungsschlag bei der Commerzbank

Nun ist die Katze aus dem Sack! Bereits am Dienstag wurde über eine größere Kapitalerhöhung bei der Commerzbank spekuliert, heute folgte nun die offizielle Meldung. Die Commerzbank will ihre Schulden beim Rettungsfonds SoFFin bis Juni zurückzahlen. Insgesamt hatte sich das Geldhaus in der Krise 16,2 Milliarden Euro beim Bankenrettungsfonds geliehen. Durch eine Kapitalerhöhung um ca. 11 Milliarden Euro, eine Pflichtumtauschanleihe und die Wandlung weiterer stiller Einlagen in Aktien, will man nun kurzfristig 14,3 Milliarden Euro dieser Schulden wieder an den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung zurückführen. Diese Kapitalmaßnahme soll nach Angaben der Commerzbank von Ende Mai bis Anfang Juni durchgeführt werden.

Bereits heute beginnt die Commerzbank mit der Platzierung einer Pflichtumtauschanleihen im Höhe von 2,6 Mrd EUR bis 3,4 Mrd EUR im Wege eines Bookbuilding-Verfahrens. Wenn die vorgezogene Hauptversammlung am 6. Mai die geplanten Kapitalmaßnahmen dann final beschlossen hat, werden diese Anleihen automatisch in Aktien gewandelt. Ende Mai folgt dann die Kapitalerhöhung.

Diese soll überwiegend (8,25 Milliarden Euro) durch ein internationales Bankenkonsortium, bestehend aus der Deutsche Bank, JP Morgan und der Citigroup getragen werden. Der SoFFIn will sich auch weiterhin bei der Commerzbank engagieren und trägt weitere 2,75 Milliarden Euro, die in Commerzbank-Aktien umgewandelt werden, dadurch bleibt der Rettungsfonds  auch in Zukunft mit etwas über 25 Prozent an der Bank beteiligt, erhält also einen „Verwässerungsschutz“. Bis zum Jahr 2014 sollen dann aber auch die restlichen Verbindlichkeiten aus dem normalen Kapitaldienst der Bank an den SoFFin zurückgezahlt werden.

Übernahmefieber bei Texas Instruments, National Semiconductor beflügelt Infineon und Dialog Semiconductor

Texas Instruments übernimmt National Semiconductor und zahlt eine Prämie von 70 Prozent!! Diese Nachricht schlug gestern bei der High-Tech Branche regelrecht ein und beflügelte die Kurse weltweit. Chip-Hersteller um den gesamten Globus profitierten von den Übernahmefantasien in der Branche nach dem Milliarden-Deal in den USA. Insgesamt 6,5 Milliarden Dollar oder 25,- Dollar je Aktie will Texas Instruments für seinen Konkurrenten zahlen, was einem satten Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs in Höhe von über 70 Prozent entspricht. Die Aktie von National Semiconductor konnten gestern dann um 72,- Prozent zulegen und stiegen auf 24,30 Dollar. Der Fusion müssen jetzt noch die Aktionäre und die Wettbewerbshüter zustimmen, ist also noch keinesfalls ausgemachte Sache!

Nun noch in die National Semiconductor Aktie einzusteigen dürfte sich also nicht lohnen, bzw. halte ich sogar für einigermaßen risikoreich. Platzt die Fusion doch noch dürften einige Anleger hier auf großen Verlusten sitzen. Auch die deutschen Chipwerte konnten von dieser Nachricht gestern deutlich profitieren. Spitzenreiter im Dax war gestern somit die Aktie von Infineon mit einem satten Plus von fast vier Prozent, sowie die  Dialog Semiconductor Aktie mit Kursgewinnen von 4,5 Prozent im TecDax. Während ich bei Infineon eher wenig Übernahmephantasien sehe könnte es bei Dialog irgendwann mal ein passendes Angebot geben. Letztlich bleibt alles reine Spekulation, und ich bin nicht der Meinung das man unter solchen Gesichtspunkten sein sauer verdientes Geld investieren sollte, sondern sich nur auf die fundamentalen Daten und die Charttechnik verlassen sollte. Die gestrigen Kursgewinne bei einigen Titeln aus der Branche könnten also schnell wieder weg sein…

Pfleiderer – jetzt wird nochmal ordentlich gezockt..

Die Pfleiderer Aktie hat heute erneut einen sehr volatilen Kursverlauf hinter sich. Nachdem der Titel zunächst auf 0,763 Euro gefallen ist konnte sich die Aktie dann im weiteren Handelsverlauf wieder bis auf 0,91 Euro erholen.  Ob diese späte Erholung allerdings dauerhaft ist bleibt abzuwarten. Normal wäre eigentlich nach einen solchen Kursverlauf der letzten Tage das sich hier wieder verstärkt die Zocker versammeln. Somit dürfte auch in den nächsten Handelstagen für spannende Unterhaltung bei dem Wert gesorgt sein. Fundamental gab es auch nicht viel neues zu berichten, außer das der noch vor kurzem engagierte Sanierungsspezialist Ernst Pelzer bereits nach wenigen Wochen das Handtuch geworfen hat. Sicherlich kein gutes Zeichen! Nun soll Hans Joachim Ziems sein Glück versuchen und den angeschlagenen Holz- und Bauzulieferer aus der Krise führen. Unabhängig von diesem spontanen Führungswechsel bleibt die Aktie aber vorerst nun im Pennystock-Bereich. Anleger haben in dieser Woche wohl auch die letzten Stücke auf den Markt geworfen nachdem nun klar ist, dass in Zukunft die Hedge Fonds das Heft bei Pfleiderer in der Hand halten. Wie gestern schon geschrieben liegen die nächsten Unterstützungen bei 0,80 und 0,62 Euro.

Die USA vor der Zahlungsunfähigkeit

US-Finanzminister Timothy Geithner warnt heute Nacht die Mitglieder des US-Kongresses davor, dass die USA nur noch wenige Wochen von dem Erreichen der Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar entfernt sei, und geht nun davon aus, dass diese spätestens am 16. Mai erreicht wird. Es geht um den, den Übergangshaushalt für die US-Regierung der unbedingt noch in dieser Woche verlängert werden muss um eine Zahlungsunfähigkeit der USA zu verhindern. Geschieht dies nicht, dürfte dies weitere sehr negative Folgen für das weltweite Vertrauen in die USA und den Dollar haben.

Geithner betonte zwar auch, dass es noch weitere Optionen gäbe, eine Zahlungsunfähigkeit der USA um ca.acht Wochen bis etwa 8. Juli hinauszuzögern letztlich wird das Parlament aber nicht mehr um eine baldige Entscheidung herum kommen. Vor allem die Konservativen wollen dem ungezügelten Schuldenmachen nun ein Ende bereiten. Sollten sich die Parteien nicht einigen können sind die tatsächlichen Folgen wohl nicht absehbar. Letztlich könnten die Gläubiger des Staates ihre Forderungen sofort fällig stellen. Passiert dies dann in großem Umfang ist auch eine weitere Finanzkrise nicht mehr weit.

Nun, letztlich kann ich mir nicht wirklich vorstellen dass die konservativen Kräfte es wirklich darauf ankommen lassen, aber das habe ich damals bei der Lehman Pleite auch gedacht..Heute weiß man dass die Pleite des Investmenthauses den Schaden für die Weltwirtschaft wohl vertausendfacht hat. Was also für viele Normaldenkenden bereits damals klar war oder zumindest zu befürchten, wurde von den Verantwortlichen in den USA offenbar übersehen. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht auch dieses mal der Fall sein wird!

Dax Prognosen – ich bleibe skeptisch!

Heute habe ich schon die ersten Prognosen gelesen, dass der DAX noch in diesem Monat theoretisch auf 8.000 Punkte steigen könnte! Naja, dann mal los lieber DAX! Ich habe mich am Wochenende noch einmal intensiv mit der jetzigen Situation auseinandergesetzt, und bin mehr denn je davon überzeugt, dass sich viel zu viel Optimismus im Markt befindet. Auch die Argumentation einiger Fachleute, dass die Hausse in der Skepsis geboren wird, und somit weiter steigende Kurse zu erwarten sind kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Die Hausse bereits vor zwei Jahren geboren, und das richtiger weise in einer Phase der großen Skepsis, dies hat aber nichts mit der heutigen Situation zu tun.

Die Lage in Japan spitzt sich dramatisch zu! Nachdem dieses Problem nicht nur die Japaner sondern viel mehr die gesamte Menschheit angeht frage ich mich langsam auch wann hier mal ernsthaft etwas unternommen wird um den Druck von außen auf Japan zu erhöhen. Offenbar hat die japanische Regierung den AKW Betreiber Tepco nicht im Griff. Für mich persönlich ist es gänzlich unakzeptabel wenn ich höre dass dieser Zustand noch Monate andauern könnte und dabei fröhlich Radioaktivität in die Umwelt geblasen wird! Der Ölpreis markiert ein Hoch nach dem anderen, etc. – aber das habe ich ja alles schon in der vergangenen Woche ausführlich beschrieben…ich bleibe dabei, der Markt wird korrigieren, die Frage ist nur ob schnell und heftig oder einigermaßen kontrolliert über mehrerer Wochen.

 

Pfleiderer – das wars dann wohl, erstmal!

Erneut gibt die Pfleiderer Aktie zweistellig ab! Grund für diesen weiteren Kursrutsch, der die Aktie des angeschlagenen Unternehmens nun auch unter die letzte Unterstützung bei 1,35 Euro geführt hat ist wohl die Meldung vom vergangenen Freitag. Zwar konnte man seitens des Bau- und Möbelzulieferers nun eine Verlängerung des Stillhalteabkommens mit seinen Gläubigern bis Anfang Mai erreichen, und weitere 100 Millionen Euro an Kapitalspritzen erhalten, dies reicht aber offenbar nicht aus, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bekommen.

Neben einer Hybridanleihe wird nun eine Kapitalerhöhung geplant an der die Altaktionäre dann nur zu einem sehr geringen Teil beteiligt werden sollen. Letztlich würde das Unternehmen nach Durchführung all dieser Maßnahmen in die Hände der beteiligten HedgeFonds und Banken fallen. Lediglich knapp fünf bis zehn Prozent des Unternehmen dürften dann den Altaktionären und Hybridkapitalgebern gehören während die Hedge Fonds rund 60 Prozent an Pfleiderer halten, und die Banken rund 30 Prozent.

Wie leider so oft in solchen Fällen werden die Aktionäre bei Übernahme durch einen oder mehrere Hedge Fonds wohl die Leidtragenden sein. Ich schätze mal das wars dann auch für die letzten Aktionäre in Sachen Vertrauen. Weitere Unterstützungen könnten nun bei 1,18 bzw. 0,92 Euro liegen, allerdings ist das alles nur noch Makulatur unter den gegebenen Umständen. Ich hoffe unsere Leser sind den Empfehlungen der letzten Wochen gefolgt und haben die Restbestände an stärkeren Tagen eher verkauft!

Irland, Portugal, Griechenland, Japan, Libyen, Nahost. Ölpreis, Zinsanhebung…

Stresstest für Irlands Banken, Portugal, Griechenland in der Krise, Atomkatastrophe in Japan, unterbrochene Lieferketten, etc. Krieg in Libyen, Unruhen in Nahost, Ölpreisanstieg, baldige Zinsanhebung der FED und der EZB etc. – das ist normalerweise alles reines Gift für die Börsen und jede Nachricht für sich schon kursbewegend in Richtung Süden. Ich behaupte mal, dass ich im Normalfall ein ganz gutes Verständnis für die Börse habe, und ich muss offen zugeben das die momentane Stärke des Marktes etwas „unheimlich“ ist. Spätestens heute nach dem nun das  sogenannten „Window Dressing“ der Fonds und großen Investoren vorerst abgeschlossen sein dürfte sollte sich der Markt so langsam wieder etwas mehr den fundamentalen Daten anpassen. Bislang sieht es aber auch heute allerdings nicht danach aus!

Insbesondere die Entwicklung im Nahen Osten macht zunehmend Sorgen. Der Konflikt in Libyen dürfte sich wohl nicht so schnell in Wohlgefallen auflösen wie es so mancher Stratege prognostiziert hat. Der Ölpreis klettert weiter und dürfte wohl bald neue Höchststände markieren. Alleine dieser Faktor für sich genommen belastet die Weltwirtschaft überproportional und hätte früher unter normalen Bedingungen wohl für eine Korrektur der Aktienmärkte von mindestens zehn Prozent gesorgt. Die Auswirkungen dieser, und anderer Krisen werden sich in den kommenden Quartalen auch in den Bilanzen einzelner Konzerne wiederfinden, sei es durch deutlich gestiegene Energiekosten oder durch unterbrochene Lieferketten. Ich rechne bereits in der nächsten Berichtssaison, die in wenigen Tagen startet mit entsprechenden Belastungsfaktoren. Spätestens dann wird die momentan schon fast grenzenlose Euphorie an den Märkten wohl auch ihr Ende finden.

Die Frage dürfte somit sein, wird es ein schleichender Prozess in dem nun allmählich alle oben genannten Faktoren und deren direkte und indirekte Auswirkungen eingepreist werden, oder passiert dies mit einem großen Knall? Davon das noch einmal eine größere Korrektur kommen MUSS bin ich überzeugt, nur ob tatsächlich und wann kann ich natürlich nicht beantworten. Gesund wäre es für die weitere Entwicklung der Indizes allemal. Wahrscheinlich hängt auch die heutige Ankündigung der FED die Zinsen noch in diesem Jahr zu erhöhen damit zusammen, weil man gesehen hat, dass die übermäßige Liquidität die sich im Markt befindet und die Kurse treibt, langsam für ungesunde Entwicklungen an den Finanzmärkten sorgt und vorsichtig wieder abgezogen werden sollte. Die EZB hat ja bereits für April einen Zinsschritt angekündigt um ein wenig Dampf abzulassen.

Heute gegen 14:30 erwartet der Markt die Arbeitsmarktdaten aus den USA. Nach den vorab gelieferten Zahlen dürften diese nicht allzu gut ausfallen, eine Katastrophe ist aber ebenso nicht zu erwarten. Dennoch könnte dieses Ereignis eventuell die Wende einleiten, und den Markt zunächst einmal in eine Art „Beruhigungsphase“ schicken, denn letztlich waren insbesondere die amerikanischen Börsen mal wieder der Grund für die Stabilität der letzten Wochen. Der S&P 500 scheitert bereits seit Tagen an der Marke von 1.325 Punkten. Achten Sie auf die 1.330 Punkte Marke als mögliches weiteres Ausbruchssignal nach oben, und die 1.316 Punkte Marke als Startschuss zu einer Konsolidierung in Richtung der 1.274 Punkte Marke. Der April wird mal wieder ein sehr interessanter Börsenmonat in dem ich mit starken Turbulenzen rechne. Schönes Wochenende!

Rufschädigung und rassistische Diskriminierung des Wolfes…

Der Naturschutzbund hat nach eigenen Angaben vor, die Gebrüder Grimm wegen „antiquierter Rufschädigung“ und „rassistischer Diskriminierung des Wolfes“ zu verklagen. „Rotkäppchen ist schuld, dass die extrem scheuen Wölfe gemeinhin als angriffslustig und blutrünstig gelten“, erklärte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Auch etliche andere beliebte Märchen der Gebrüder Grimm erfüllen den Tatbestand der üblen Verleumdung und wahrheitswidrigen Aufwiegelung gegen den Wolf. Diesem altdeutschen Mobbing müssen wir endlich Einhalt gebieten.“
Es gelte, den Wolf endlich von seinem „bösen Imageschaden“ zu befreien. Der NABU fordere deshalb, „dass die grimmigen Märchen aus dem Verkehr gezogen werden oder künftig nur noch zusammen mit dem NABU Wolfsleitfaden für Kindergärten und Grundschulen“ verbreitet werden sollen. Quelle: dts

Ich konnte mich nicht beherrschen 🙂 Diese Meldung kann wohl nur etwas mit dem heutigen ersten April zu tun haben….oder etwa nicht?!?

Was ist los bei Nordex?

Ich hatte ja bereits letzte Woche davor gewarnt (Text siehe unten!) nun bei der Nordex Aktie aufgrund der Japankrise und der damit verbundenen Diskussion um einen baldigen Atomausstieg allzu euphorisch zu werden. Heute ist die Nordex Aktie nun wieder da gelandet von wo aus sie gestartet war. Mit einem aktuellen Kurs von 7,70 Euro liegt der Titel nun etwas über der Unterstützung bei ca. 7,35 und deutlich unter dem Zwischenhoch vor ein paar Tagen bei 9,60 Euro. Anleger dürften sich nun die Frage stellen wie es weitergehen wird. Zwar bin ich nicht ganz so pessimistisch für die Nordex Aktie wie die Analysten der Deutschen Bank, die ein baldiges Kursziel von 4,- Euro sehen, dennoch sollte man wohl weiterhin vorsichtig bei dem Titel agieren, da die Auswirkungen der Kapitalerhöhung noch nicht absehbar sind. Heute kam die Meldung, dass wieder zwei größere Insider-Käufe stattgefunden haben, allerdings offenbar zu früh. Auch dies hat die Aktie aber nicht davon abgehalten weiter abzutauchen. Fällt der Titel also in den nächsten Tagen auch noch unter die Unterstützung bei 7,35 Euro dürfte wohl auch das nächste Gap bei ca 6,- Euro noch geschlossen werden.

Hier noch der Text aus meinem letzten Artikel: „Insbesondere bei der Nordex Aktie bin ich mir nicht so sicher, ob ein Kurs von über 9,- Euro wirklich gerechtfertigt ist, zumal das Unternehmen gestern eine Kapitalerhöhung angekündigt hat. Mit dem Erlös der Kapitalerhöhung will man bei Nordex künftig verstärkt in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte investieren, hieß es in der Pressemeldung. Dies soll durch die Ausgaben von 6,68 Millionen neuer Inhaber-Aktien finanziert werden. Der Platzierungspreis wird voraussichtlich heute festgelegt! Die neuen Aktien sollen überwiegend institutionellen Investoren auf dem Wege eines beschleunigten Platzierungsverfahrens angeboten werden. Die Aktie bleibt zwar interessant, ist aber inzwischen deutlich zu weit voraus gelaufen. Durch den gestrigen Kursanstieg um satte 12 Prozent wurde zudem ein Gap gerissen, dass wohl in den nächsten Tagen geschlossen werden dürfte.“

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