Author Archives: Lars

Conergy – zurück auf Los, und weiter abwärts…?

Heute ist die Conergy Aktie erwartungsgemäß wieder an dem Punkt angekommen an dem sie vor der Japan-Atom-Hysterie gestartet ist. Nicht das mich das irgendwie überraschen würde, denn ich hatte ja versucht hier eindringlich vor allzu viel solarer Euphorie zu warnen, und hoffe dass einige unserer Leser diesem Rat auch gefolgt sind. Nach dem kurzen Ausflug bis auf 0,98 Euro notieren die Conergy Aktien nun wieder bei 0,37 Euro und ich gehe davon aus, dass auch die 30 Cent in Kürze erreicht sein werden. Sieht man sich die Umsätze der letzten fünf Handelstage einmal näher an so wird klar, dass hier von den Großaktionären noch schnelle dicke Pakete abgeladen wurden.

Bei der Aktie hat sich durch die Ereignisse in Japan nichts geändert, in Kürze wird es eine satte Kapitalerhöhung geben die zu umgerechnet 0,13 Euro stattfinden soll. Es steht zumindest zu befürchten, dass sich der Aktienkurs bis dahin weiter in die Richtung des Ausgabepreises für die neuen Aktien bewegen wird. Charttechnisch betrachtet wären nun sogar 0,17 Euro das nächste Ziel…seit gestern ist die Aktie zudem nicht mehr im TecDAX und dürfte somit weiter aus dem Blickfeld der Anlegergemeinde verschwinden. Das wird wohl auch der Hauptgrund für die hohen Umsätze der letzten Tage gewesen sein.

Achterbahnfahrt bei Pfleiderer

Die Aktie des angeschlagenen Pleiderer Konzerns sorgt nach dem Freudensprung am Freitag mal wieder für deutliche Ernüchterung. Mit einem satten Minus von 8,5 Prozent dürften nun auch die Optimisten heute wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen sein. Immer noch kämpft das Unternehmen um das nackte Überleben – nicht mehr und nicht weniger! Wer also geglaubt hat, dass nach den jüngsten Meldungen über die Einigung mit den finanzierenden Banken und den Hedge Fonds alles wieder im Lot sei, der könnte sich bitter irren. Nach Presseberichten werden die Gläubiger wohl auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Ersten Berichten zufolge handelt es sich dabei um eine Größenordnung von und 40 Prozent der vorrangigen Verbindlichkeiten in Höhe von rund 800 Millionen Euro. Pfleiderer soll nun auch weitere 100 Millionen Euro an Krediten erhalten, hieß es weiter.

Ebenso plant der Spanplattenhersteller eine Kapitalerhöhung mit der die Verbindlichkeiten des Konzerns deutlich reduziert werden sollen.Der Wert der heutigen Aktien dürfte dabei noch einmal deutlich verwässert werden, was wohl auch den heutigen Kursverlauf etwas erklären könnte. Nach den Kapitalmaßnahmen könnten dann Hedge-Fonds das Ruder bei dem ehemaligen Familienunternehmen übernehmen, was letztlich auch zu einer Zerschlagung oder Filetierung des Konzerns führen könnte.

Mit den eingeleiteten Maßnahmen ist die Insolvenz der Pfleiderer AG vorerst wohl abgewendet. Laut einem Bericht in den Nürnberger Nachrichten soll es seitens der finanzierenden Banken keine weiteren Auflagen geben. Grundsätzlich habe man sich mit den Gläubigern auf ein Restrukturierungs- und Finanzkonzept geeinigt, welche mittelfristigen Auswirkungen all dies aber für die heutigen Aktionäre haben wird ist wohl noch nicht absehbar. Anleger haben in den letzten beiden Tagen die höheren Kurse verstärkt zum Ausstieg genutzt. Wahrscheinlich keine schlechte Idee!

Weiterhin Vorsicht bei Solarworld, Q-Cells, Nordex, Solon, Conergy und Co.

Ich hatte ja bereits in der vergangenen Woche davor gewarnt nun allzu euphorisch bei den Aktien von Solarworld, Q-Cells, Nordex, Solon, Conergy und Co. zu werden, und mich damit wieder einmal gegen die allgemeine Meinung gestellt. Wie man sieht habe ich mit meiner Prognose Recht behalten und möchte auch weiterhin zur Vorsicht mahnen. Die Aktien sind nach der atomaren Katastrophe in Japan zunächst deutlich angesprungen, und gingen sofort in eine erneute Übertreibjungphase über – das konnte nicht gut gehen! Wer schon länger an der Börse aktiv ist weiß, dass solche Bewegungen meistens nur ein bis zwei Tage Bestand haben.

Auch heute, nachdem nun wieder etwas Ernüchterung eingetreten sein dürfte, sehe ich den Sektor der Solarwerte weiterhin erst einmal schwierig. Die Probleme sind bekannt, sinkende Margen, hohe Konkurrenz, etc. ändern sich auch mit einem Wechsel der Atompolitik nicht! Aktien wie die von Conergy gehören nach wie vor nur in die Depots von sehr spekulativ orientierten Tradern, aber sicherlich nicht in die von fundamental orientierten Langfristinvestoren. Ebenso kritische sehe ich die Titel von Solon und auch Q-Cells. die Conergy Aktie muss zudem nun den TecDAX verlassen und dürfte damit wohl in Zukunft noch weniger Anlegerinteresse auf sich ziehen.

Ein schönes Beispiel für die neue Euphorie ist wohl auch die Nordex Aktie, die auch heute wieder – nach einem kräftigen Rücksetzer am Freitag – deutlich zulegen kann. Auch Analysten äußern sich inzwischen immer kritischer zu der Aktie des Herstellers für Windkraftanlagen. Die fundamentalen Perspektiven hätten sich nicht so deutlich verbessert, wie viele Anleger momentan offenbar glaubten, schrieben Analysten der WestLB in einer Studie vom Freitag, und senkten das Kursziel auf 4,70 Euro. Auch die UBS setzte die Nordex Aktie kürzlich auf „sell“. Dieser Meinung kann ich mich ebenfalls nur anschließen. Langfristig dürfte die Aktien aus den beiden Sektoren selbst im Falle eines Supergaus in Japan vorerst nur mäßiges Potenzial haben.

Die Situation in Japan ist keineswegs geklärt und es ist immer noch nicht sicher, ob es hier noch zu einem positiven Ausgang für uns alle kommen wird. Auch in anderen Sektoren wie der High-Tech Branche und bei den Automobilaktien scheint sich bereits wieder übermäßiger Optimismus breit zu machen. Der Dax hat inzwischen bereits wieder 350 Punkte gut gemacht, vergessen sollte man dabei aber nicht, dass ein Großteil der heutigen Kursbewegung der Sondersituation bei der Telekom geschuldet ist!. Lassen Sie sich nicht zu unüberlegten Handlungen hinreißen und warten Sie weiter ab!

Was ist ein “ Dead Cat Bounce“?

Der Begriff der Dead Cat Bounce ist eine Metapher unter den Börsianern, die beschreibt das auch eine tote Katze wieder hochspringen wird, wenn man sie nur aus ausreichend großer Höhe fallen lässt! Soll heißen, dass Aktienkurse nach einem Abverkauf nicht selten noch einmal „hochspringen“ bevor sie dann noch tiefer fallen können, oder zumindest erst einmal am Boden liegenbleiben. Nach einem heftigen Kurseinbruch, ob längerfristig wie beim Ausbruch der Finanzkrise, oder kurzfristig wie in dieser Woche nach den schrecklichen Ereignissen in Japan, fallen Kurse zunächst sehr dynamisch bis auf wichtige Unterstützungsmarken.

Danach kommt es meistens zu einer technischen Gegenreaktion. Diese Erholung ist aber nicht immer nachhaltig, und nicht selten werden die letzten Tiefs noch mehrfach getestet oder gar unterschritten. Warum schreibe ich Ihnen das heute? Weil es sich aktuell um ein solches Szenario handeln könnte. Genau werden wir das wohl erst frühestens am Montag wissen, bleiben Sie also vorsichtig! Wenn die tote Katze nicht noch tiefer fällt sind wir wohl alle froh, denn das würde wohl auch bedeuten, das man die Lage an den Atomkraftwerken halbwegs in den Griff bekommen hat.

„Even a dead cat will bounce if it is dropped from high enough!”

Schon wieder alles vorbei? VW, BMW, Daimler und Porsche im Aufwind

Das war es noch nicht! Auch wenn die Indizes uns heute bereits wieder steigende Kurse signalisieren glaube ich persönlich nicht daran, dass wir den Boden schon gesehen haben. Dies hat mehrere Gründe, die ich Ihnen heute hier kurz übermitteln will. Allem voran sei gesagt, dass der gestrige Kursanstieg wohl eher etwas mit den US Arbeitsmarktdaten zu tun hatte als mit einer fundamentalen Erholung. Die Arbeitsmarktdaten waren zwar leicht besser als erwartet, aber wirklich nicht der Brüller. Kein Grund also für dauerhafte Euphorie! Heute sorgten Interventionen am Devisenmarkt dafür, dass sich der Yen wieder etwas abschwächte. Ohne diesen Eingriff wären die Aktienkurse wohl nicht so deutlich gestiegen.

In Japan kämpft eine handvoll mutiger Männer immer noch verzweifelt gegen den drohenden Supergau. Ich weiß nicht ob diese Bemühungen letztlich von Erfolg gekrönt sein werden, aber ich drücke den Japanern wirklich täglich ganz fest die Daumen, dass es gelingen möge. In jedem Fall verdienen die 50 Arbeiter, die dort Ihr Leben zum wohle der Allgemeinheit riskieren unseren größten Respekt und Anerkennung! Sollte es nicht gelingen die Kühlung der Atomkraftwerke wieder in Gang zu setzen droht wohl innerhalb der nächsten 48 Stunden die atomare Katastrophe. Was dies dann letztlich für die Menschen in Japan bedeutet kann man sich nur ansatzweise vorstellen. Der Großraum Tokio wäre in Gefahr, 35 Millionen Menschen müssten evakuiert werden, was wohl ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Das Erdbeben von Kobe im Jahr 1995 hatte eine ähnlich zerstörerische Kraft, die Schäden damals wurde auf ca. 100 Milliarden Euro beziffert. Die japanische Börse knickte damals in der Folge um 25 Prozent ein. Allerdings geschah dies nicht von heute auf morgen sondern im Verlauf der folgenden 4-5 Monate bis der Nikkei dann zu einer fulminanten Erholungsrallye ansetzte. Die heutige Situation ist von der Schadenshöhe vielleicht ähnlich oder höher einzuschätzen, allerdings kommt noch die atomare Problematik hinzu, die ganze Landstriche und Industrien eventuell auf Jahrzehnte beeinträchtigen könnte, sprich unbewohnbar macht. Wer also heute an eine sich schnell wieder erholende Börse in Japan glaubt der könnte sich ganz bitter irren. Unabhängig von der Situation in den AKWs Fukushima hat heute noch niemand einen Überblick über die wirtschaftlichen Auswirkungen.

Die Börsen in den USA sowie die europäischen Indizes dürften sich letztlich dann etwas schneller wieder von dem Japan Schock erholen. Natürlich ist der direkte Einfluss hier nicht so groß, auch wenn meiner Meinung nach die Auswirkungen der Unterbrechung von Lieferketten hier von manchen Fachleuten deutlich unterschätzt wird. Man sollte auch hier erst einmal vorsichtig bleiben, bis klar ist was wirklich in Japan passiert ist, und noch passieren wird. Die Börse in Tokyo könnte in den kommenden Tagen durchaus noch einmal sehr heftig reagieren, was auch die anderen Indizes in Mitleidenschaft ziehen dürfte. Man sollte immer bedenken, dass das Schlimmste hier nur durch einen massiven Eingriff der japanischen Notenbank verhindert werden konnte, und diese Liquidität auch irgendwann wieder aus den Märkten gezogen wird.

Auch wenn der Dax heute erneut die Marke von 6.700 Punkten überschreiten konnte bleibt die Situation aus charttechnischer Sicht extrem angespannt. Die 6.350 Punkte dürften wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit noch abgearbeitet werden, im schlechtesten Fall sehen wir auch noch den Bereich um die 6.100 Punkte. Kurzfristig gehe ich aber von einem erneuten oder mehrfachen Test der 6.500 Punkte aus, und hoffe mal das der Index in diesem Bereich einen soliden Boden ausbilden wird. Bereits gestern haben wir über die bald möglichen Probleme der High-Tech Branche berichtet, ebenso negativ könnte sich die Situation auf die Aktien der Autobauer auswirken, die zwar bis zu einem gewissen Grad von der Situation profitieren könnten, aber auch nur dann wenn die Lieferketten nicht unterbrochen werden. Hier habe ich zumindest meine Zweifel, dass dies nicht der Fall sein wird…die nächsten beiden Quartale werden dies wohl zeigen!

Bleiben Sie auch vorsichtig bei den Solaraktien und treffen Sie keine überhasteten Entscheidungen!

Japankrise könnte Apple, Dialog Semiconductor, Foxconn und Hon Hai stark belasten

Die Börsen rätseln weiter über die möglichen Auswirkungen der atomaren Katastrophe und des Tsunamis in Japan im allgemeinen und auf verschiedene Branchen im Speziellen. Klar dürfte zu diesem Zeitpunkt sein, dass vorrangig die High-Tech Branche darunter leiden könnte, da sehr viele Bauteile für Elektrogeräte aller Art aus Japan kommen, Auch beim Umsatzgiganten Apple dürfte man nun fürchten, dass dies in den kommenden Monaten auf die Verkaufszahlen von iPhone und iPad drücken könnte. Erste Analysten haben sich heute bereits zu Wort gemeldet und die Apple Aktie zurückgestuft. Analyst Alex Gauna von JMP Securities nahm heute die Einschätzung für die Aktie von „Market Outperform“ auf „Market Perform“ zurück und begründete diese Entscheidung mit einer zu erwartenden deutlichen Abschwächung des Umsatzwachstums bei dem Auftragshersteller Hon Hai Precision Industry.

Gauna begründete sein Urteil zudem durch seine Beobachtungen des vergleichsweise schwachen Wachstums beim chinesischen Auftragsfertiger Foxconn, der für Apple die Erfolgsgeräte von iPhone bis iPad herstellt, dies könne nur bedeuten, dass sich auch das Geschäft bei Apple etwas abgekühlt hat. Apple ist hier wie auch bei Hon Hai Precision Industry größter Kunde. Der Analyst rechnet zumindest vorübergehend mit Lieferengpässen, da ein Fünftel der weltweiten Halbleiterproduktion in Japan stattfindet. Letztlich dürfte diese negative Entwicklung dann auch Börsenlieblinge wie Dialog Semiconductor treffen, da eine Unterbrechung der Lieferkette sich negativ auf den Gesamtabsatz von Apple auswirken dürfte, und somit alle anderen Lieferanten ebenfalls deutlich länger auf Ihren Lagerbeständen sitzen werden als ursprünglich geplant. Bis also klar ist welche Auswirkungen nun aus Japan für die gesamte Branche zu erwarten sind würden wir bei den genannten Aktien erst einmal vorsichtig agieren.

Auch Sie können etwas tun! Öko- statt Atomstrom, und dabei noch Geld sparen

Die Ereignisse in Japan sowie die gesamte Diskussion über die Sinnhaftigkeit von atomarem Strom hat in der Bevölkerung etwas ausgelöst. Ein Umdenken in der deutschen Energiepolitik ist wohl für die Zukunft unseres Landes unerlässlich. Zwar stellt man sich zwangsläufig die Frage ob ein Alleingang in Deutschland hin zu regenerativen Energien und weg von Atomkraftwerken dauerhaft sinnvoll ist, aber es wäre sicherlich ein Anfang, und ein Beispiel dass auch bei anderen Nationen Schule machen könnte. Ich habe die Hoffnung, dass die schrecklichen Ereignisse in Japan , so schlimm diese auch für die Menschen dort sind letztlich die Welt verändern wird.

Warum diese Atomdebatte nun nicht Europaweit geführt wird verstehe ich hingegen nicht. Offenbar ist die Eurozone doch weniger Gemeinschaft als man glaubt. Letztlich ist es aber wohl auch nicht der richtige Weg nun zu fragen wann die Politiker etwas ändern werden, sondern vielmehr sich selbst zu fragen welchen Beitrag man zur Verbesserung der Welt leisten kann, und dies ist denkbar einfach…!

Natürlich werden wir Bürger nun wieder zur Kasse gebeten, das dürfte auch für die meisten Mitbürger unseres Landes in Ordnung sein, sofern diese sich die Mehrbelastungen überhaupt noch leisten können. Die Frage ist nur müssen wir nun ersatzweise zur Atomsteuer, die die Energieerzeuger ja auch nur auf die Kunden umlegen, oder den nun möglichen Ausgleichszahlungen für das Abstellen der AKWs, auch noch pauschal höhere Strompreise akzeptieren, oder sollten wir stattdessen lieber aktiv mitbestimmen woher unser Strom tatsächlich kommt.

Vergleichsportale bieten seit Jahren die Möglichkeit sich ganz gezielt das Wunschpaket aus verschiedenen Energiequellen für den Hausstrom zusammenzustellen. Seit tagen erhalten Anbieter wie Verivox oder toptarif reihenweise Anfragen zu ökologischem Strom aus regenerativen Energiequellen. Auch Sie sollten jetzt zu einem Anbieter wechseln der Ihnen sauberen Strom liefert. Und das beste daran ist – oftmals sind diese Anbieter sogar günstiger als die großen Energieversorger die Ihnen den Strom aus Atomkraftwerken nach Hause liefern.

Sie können durch einen Wechsel zu einem Öko Stromanbieter mit dazu beitragen, dass der Druck auf die großen Stromanbieter in Zukunft zunimmt, und auch diese somit verstärkt auf den Einsatz alternativer Energien wie Wind- und Sonnenenergie setzen werden. Wie bereits geschrieben ist Ökostrom inzwischen auch vom Preis her sehr interessant geworden! Probieren Sie es aus, informieren Sie sich unverbindlich, und leisten Sie damit Ihren Beitrag zur Bewältigung eines Problems dass uns alle angeht! Vielen Dank

Zu schnell, zu viel – Solarworld, Q-Cells, Phoenix, SMA, Roth & Rau, Centrotherm

Heute kehrt etwas Ernüchterung nach der Party der vergangenen Tage bei den Solarwerten Solarworld, Q-Cells, Phoenix, SMA Solar  sowie Roth und Rau und Centrotherm ein. Ich rechne nun wieder mit einem Rücksetzer bei den Aktien aus der Branche, sprich die Euphorie könnte schon bald wieder vorbei sein, den der grundsätzlichen Situation hat sich nichts geändert, zumindest ist eine Förderung der regenerativen Energien noch lange nicht in Stein gemeißelt! Sicherlich bedeuten die Ereignisse der vergangenen Tage in Japan eine Zäsur bei der künftigen Nutzung der Atomenergie. Wer künftig allerdings Profiteur dieser Entwicklung sein wird ist sicherlich noch nicht entschieden. Grundsätzlich haben die Probleme der Überkapazitäten und der deutlich zurückgehenden Margen der Branche sowie der starken Konkurrenz aus den asiatischen Ländern weiterhin und unverändert Bestand. Dabei ist es auch durchaus vorstellbar, dass fossile Energieträger zunächst die Gewinner einer möglichen reduzierten Atomstromerzeugung sein werden, da diese Ressourcen schneller zur Verfügung stehen.

Langfristig wird nun wohl kein Weg mehr an einer weiteren Förderung der alternativen Energien in Deutschland vorbeiführen. Wenn man also aus den Ereignissen in Japan eine positives Resümee ziehen will so ist es wohl dieses…Die Welt wird sich nun hoffentlich langfristig verändern, und die Politiker die sich in der Vergangenheit die Thematik einer Energiewende eher unter dem Aspekt einer anstehenden Wahl zu Nutze gemacht haben, werden ihre Glaubwürdigkeit wohl in Zukunft nicht zuletzt an den Taten bei der Umsetzung eines vernünftigen Energiekonzeptes messen lassen müssen. US Kommentatoren sprachen gestern von einer „göttlichen Botschaft“ im Zusammenhang mit der atomaren Katastrophe in Japan und verwiesen ebenfalls darauf, dass in den kommenden Jahren mit einem Umdenken der Menschheit im Bezug auf die Atomenergie zu rechnen ist. Mittelfristig könnte sich also ein Investment in Solarwerte auszahlen, kurzfristig würde ich eher erst einmal abwarten und nicht diesen Wahnsinnskursen hinterher laufen.

Conergy und Solon- das letzte Aufbäumen?

Die Panik an den Börsen und die Hoffnung von dieser Krise zu profitieren treibt manchmal schon seltsame Blüten. Noch vor Kurzem wurde die Conergy Aktie als Pleitekandidat gehandelt, und gestern legte diese schon wieder über 100 Prozent zu. An solchen Tagen frage ich mich immer wieder wer denn hier sein Geld investiert, und vor allem stelle ich fasziniert fest, dass die Menschen offensichtlich eine schon fast selbstzerstörerische Fähigkeit zur Verdrängung besitzen. Nicht nur, das meiner Meinung nach die Gefahren und Risiken  der aktuellen Ereignisse in Japan vom Großteil der Menschen falsch eingeschätzt wird, sondern auch die Tatsache, dass die Börsen bereits heute wieder „Normalität“ vorgaukeln bringen mich letztlich zu der Überzeugung, dass der gestrige Kursrutsch erst der Anfang gewesen sein könnte.

Die Annahme dieser Akteure, dass die Conergy AG nun eine ernsthafte Rolle bei der atomaren Abrüstung spielen wird halte ich für sehr gefährlich. Bei der allgemeinen Euphorie bei den Solarwerten sind pauschal offenbar alle Aktien gekauft worden die nur ansatzweise etwas mit alternativen Energien zu tun haben. Der Kater dürfte nach der Party nicht lange auf sich warten lassen. Die strukturellen Probleme bei Conergy haben sich nicht geändert. Eine Aktie die innerhalb von zwei Handelstagen so extrem ansteigt dürfte auch entsprechend schnell und heftig wieder fallen, wenn die Marktteilnehmern klar wird das eben nicht alle Aktien aus diesem Bereich nun ein gutes Investment sind. Hier dürften überwiegend die Zocker aktiv sein! Ebenso kritisch sehe ich den aktuellen Kursverlauf bei der Solon Aktie, auch hier passt die Entwicklung des Aktienkurses nicht mit den fundamentalen Rahmendaten zusammen!

Daimler, VW, BMW und Porsche – wie soll man sich nun verhalten?

Die Geschehnisse in Japan und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind zum jetzigen Zeitpunkt wohl überhaupt noch nicht kalkulierbar. Somit stellt sich die Frage ob man diese nicht überschaubaren Risiken tragen will, wenn die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Rückgang der Indizes zumindest überwiegend gegeben ist. Natürlich scheinen einzelne Titel, wie beispielsweise die der Autobauer aufgrund der zu erwartenden Gewinne, bereits jetzt wieder sehr günstig zu sein. Solche Faktoren werden von der Börse aber im Allgemeinen in Krisensituationen völlig außer Acht gelassen. Zumindest für VW und Porsche Aktionäre kann sich also aus meiner Sicht etwas Geduld und Durchhaltevermögen kurzfristig auszahlen, wenn sich die Krise nicht verschärft.

Insbesondere die Daimler Aktie ist momentan aus charttechnischer Betrachtung bereits schwer angeschlagen, wohingegen sich die VW und BMW Aktien noch ganz ordentlich halten. Bei VW wirkt sich wohl aktuell zusätzlich zum hervorragenden Geschäft die Konkurrenzsituation zu Toyota positiv aus. Die Wolfsburger wollen der größte Autobauer der Welt werden, und sind diesem Ziel durch die traurigen Ereignisse in Japan eventuell einen Schritt näher gekommen. Auch wenn ich mir sicher bin, dass die VW Führung dieses Ziel lieber im ehrlichen Wettbewerb erringen möchte!!! Charttechnisch betrachtet gehe ich davon aus, dass bei den VW Vorzügen in den kommenden Tagen Verkäufe bis in den Bereich um die 108,- Euro erfolgen könnten, bei den Stammaktien wäre auch ein Abtauchen unter die runde Marke von 100,- Euro ebenfalls zumindest möglich.

Bei Daimler stellt sich dieses Bild noch etwas extremer dar. Das nächste logische Kursziel ist hier nun, bei weiter fallenden Börsen, die Marke von 43,80 Euro. Bleibt also für die Daimler Anhänger zu hoffen, dass diese Marke nicht auch noch getestet wird. Ebenfalls eher in guter Verfassung scheint die Aktie von BMW zu sein, die das aktuelle Kursniveau aufgrund der zuletzt sehr positiven Nachrichten auch ordentlich halten kann. Bei Porsche bin ich nach wie vor davon überzeugt das die Aktie, unter der Maßgabe das die Fusion mit VW noch in absehbarer Zeit vollzogen wird, deutlich zu günstig sein dürfte. Auch Fachleute gehen hier davon aus, das man sich auf dem aktuellen Kursniveau letztlich mit einem satten Abschlag von ca. 30 Prozent an der spannenden VW Story beteiligen kann. Kurse um die 50,- Euro dürften sich mittelfristig wohl wieder als hervorragende Einstiegschance erweisen.

Generell gilt – wer ruhig schlafen will sollte wohl erst einmal verkaufen und abwarten, oder aber auf einen kurzfristigen Rebound setzen und dann reduzieren. Wer nicht investiert ist wartet weiterhin auf ein klares Signal, bzw. die Nachrichten die die tatsächliche Situation in Japan glaubwürdig erklären.

…unmoralische Gewinne an den Börsen

Schrecklich – die Bilder aus Japan sitzen tief in den Köpfen der Menschen, und das wohl zu Recht. Auch ich fühle mich heute etwas ohnmächtig, und tue mich sehr schwer damit zum Tagesgeschäft – Börse überzugehen. Ich habe mich entschlossen heute nur das notwendigste zu machen, sprich Positionen kontrolliert weiter abzubauen und mich in den kommenden Tagen eher etwas zurück zu halten, und eher zu beobachten. Die Situation in Libyen ist auch alles andere als beruhigend. Inzwischen hat sich die arabische Liga dafür ausgesprochen eine Flugverbotszone zu errichten, was nichts anderes heißen würde, als das sich die Situation auch dort bald zuspitzen könnte. Militärische Interventionen könnten Gaddafi in die Enge treiben und zu weiteren Kurzschlusshandlungen veranlassen.

Verwunderlich ist die vermeintliche Stärke der europäischen Indizes sowie die der US Futures bis jetzt schon. Ob dies so bleiben wird bleibt abzuwarten, ich bin da eher skeptisch. Insbesondere die Situation in Japan ist weiter sehr unklar. Wie immer hat man das Gefühl, dass die Medien hier bewusst gesteuert werden und die japanische Regierung nicht wirklich transparent informiert. Eine weitere Tsunami-Warnung ist herausgegeben worden. Ich hoffe dringend, dass diese sich nicht bewahrheiten wird, da sich die Situation in den Atomkraftwerken durch eine neue Welle schlagartig dramatisch zuspitzen könnte. Was dies für die Menschen in Japan bedeuten würde kann sich jeder wohl denken.

Persönlich bin ich eher der Meinung, dass dies Entwicklungen an den europäischen Börsen irgendwie unmoralisch ist. Alles in allem ist dies sicherlich keine Situation die mich veranlasst heute daraus irgendwelche Gewinne zu ziehen. Weder aus der Not Japans, der neuen Diskussion in Deutschland über einen baldigen Atomausstieg, oder einer möglichen kriegerischen Auseinandersetzung im nahen Osten möchte ich Kapital schlagen. Das mögen einige Leser vielleicht dumm oder unprofessionell finden, und vielleicht haben Sie damit in gewisser Weise auch Recht. Dennoch möchte ich mir meine Moralvorstellungen weiterhin erhalten!

In Stunden wie diesen gibt es für mich aber wichtigeres als Gewinne an der Börse. Wenn uns die Ereignisse in Japan eines gezeigt haben sollten, dann ist es wohl, dass es die Profitgier der Menschen diese Welt letztlich zerstören wird, und das sich einige Dinge auf dieser Welt ganz schnell ändern müssen wenn diese Welt auch noch für unsere Kinder lebenswert sein soll. Ich bin vorerst komplett aus der Börse ausgestiegen. Warum die Japaner heute nicht einfach Ihre Börsen geschlossen haben kann ich mir ehrlich gesagt nicht erklären. Das dürfte ähnlich dumm gewesen sein wie zu denken dass die Lehman Brothers Pleite keinen nennenswerten Einfluss auf die Kapitalmärkte haben wird – von Moral möchte ich hier gar nicht reden!

Ölpreisanstieg, Moodys, US Konjunkturdaten, Erdbeben, Tsunami – volle Breitseite!

Wenn es dicke kommt dann aber richtig…Gestern morgen schien die Börsenwelt noch einigermaßen in Ordnung zu sein, doch dann führte eine Reihe von Ereignissen zu dem aktuellen Absturz. Die Nervosität der Anleger könnte aktuell nicht größer sein. Immer wieder erschüttern die Nachrichten aus Libyen das Vertrauen der Investoren in einen dauerhaften Aufschwung an der Börse. Der Ölpreis hingegen ist inzwischen wieder deutlich zurückgekommen und signalisiert, dass der Anstieg des schwarzen Goldes vielleicht schon wieder vorbei sein könnte. das „echte“ Gold hingegen befindet sich seit Tagen wieder auf dem Rückzug, was etwas verwunderlich ist wenn man Gold als echte Krisenwährung sieht.

Gestern kam dann noch hinzu, dass Moody`s erneut das Rating für Spanien herabgesetzt hat und damit auch erneut die Befürchtungen um eine Eurokrise anfacht. Wie auch schon in der letzten Periode des starken Euros, vor ziemlich genau einem Jahr, ist es doch immer wieder verwunderlich warum die amerikanischen Ratingagenturen gerade dann mit solchen Meldungen an den Markt gehen, wenn die europäische Leitwährung gegenüber dem Dollar deutlich an Stärke gewinnen haben! Ein Schelm wer sich böses dabei denkt! Die US Konjunkturdaten waren schlichtweg einfach nur schlecht und übten zusätzlichen Druck auf die Märkte aus. Nach wie vor bleibt der US Arbeitsmarkt die Achillesferse der amerikanischen Wirtschaft.

Heute morgen dann die Meldung über den Tsunami und das Erdbeben in Japan der die Börsen dort gegen Handelsende abstürzen ließ. Das Erdbeben der Stärke 8,9 ereignete sich gegen 14:45 Uhr Ortszeit, kurz vor dem Handelsende der japanischen Börsen. Das Epizentrum lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio, hieß es in den Presseberichten. Zu diesem Zeitpunkt war das Ausmaß der Schäden nicht absehbar und so entschlossen sich die Anleger das Risiko deutlich zu reduzieren und schickten die Börse auf Talfahrt. Der Nikkei büßte in den letzten 15 Handelsminuten mehr als hundert Punkte ein und schloss auf einem Fünf-Monats-Tief bei 10.254 Punkten.

Heute scheint irgendwie alles zusammengekommen zu sein. Dennoch kann man dem DAX und einzelnen Aktien trotz der Nachrichtenlage auch heute wieder deutliche Stärke attestieren. Es würde mich nicht wundern wenn sich bereits nach dem Test der 7.000 Punkte Marke die Stimmung in den kommenden Tagen wieder deutlich aufhellen würde. Im Tief markierte der deutsche Leitindex heute die 6.978 Punkte, der S&P 500 hätte bei 1.286 Punkte ebenfalls bereits eine wichtige Unterstützung abgearbeitet, ebenso wie der Dow Jones mit dem nochmaligen Test der 12.000 Punkte Marke. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für wieder steigende Kurse wäre wohl ein weiterer Rückgang des Ölpreises, sowie eine deutliche Beruhigung der Lage in den arabischen Staaten Nordafrikas.

Es besteht also eine durchaus berechtigte Chance darauf, das wir den Großteil der Korrektur nun bereits schon gesehen haben. Dennoch muss man natürlich weiterhin die Bälle flach halten, und die Geschehnisse genauestens beobachten. Zunächst bleibt abzuwarten wie groß die Schäden in Japan tatsächlich sind, und wie die Börsen dort darauf reagieren werden. Erneut sind viele Menschen Opfer einer Naturkatastrophe geworden, und das geht uns wohl alle an, denn es gibt wichtigeres als die Börse. Wenn Sie die Möglichkeit haben zu helfen, dann tun Sie dies bitte! In diesem Sinne wünsche ich ihnen erst einmal ein schönes Wochenende und gute Erholung von einer wirklich anstrengenden Börsenwoche..

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