Author Archives: Lars

Solon – mehr Umsatz, immer noch Verluste

Heute legte die Solon AG die neuesten Zahlen vor, und die waren nach wie vor besorgniserregend. Denn der Berliner Solaranbieter konnte seinen Umsatz um satte 76 Prozent auf 619,9 Millionen Euro steigern schaffte es aber immer noch nicht dabei Gewinne für seine Aktionäre zu erwirtschaften. Das Ebit belief sich auf nur  0,4 Millionen Euro. Die ist zwar ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein Minus von 199,2 Millionen Euro erwirtschaftet wurde,  das Konzernergebnis fiel aber mit minus 19,80 Millionen Euro immer noch deutlich negativ aus. Im Jahr 2009 musste die Solon AG noch Verluste in Höhe von 271,6 Millionen Euro bekanntgeben.

Insgesamt wurden Unternehmensangaben zufolge im Geschäftsjahr 2010 Photovoltaik Anlagen mit einer Gesamtleistung von 278 MW verkauft, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 100 Prozent entspricht (Vorjahr: 139 MW). Nachdenklich stimmt mich auch der nun wieder negative Cash Flow in Höhe von 9,7 Millionen Euro der bereits im Krisenjahr 2009 mit einem Plus von 93,1 Millionen Euro deutlich positiver war. Es bleibt wie es ist, das Solon Papier ist nur etwas für die ganz hart gesottenen Anleger. Uns hat auch das heutige Zahlenwerk nicht davon überzeugt, dass sich hier nachhaltig etwas verändert hat.

Wann kommt der Finanz-Tsunami?

Der Nikkei hat sich offenbar getrieben durch die massive Liquiditätsschwemme durch die japanische Notenbank von allen anderen negativen Faktoren abgekoppelt. Ob das gesund ist bleibt zunächst einmal dahingestellt. Somit gelang es der Notenbank vorerst einen Börsencrash zu verhindern. Ich habe meine Zweifel ob dies angesichts der Ereignisse in Fukushima dauerhaft so aufrecht erhalten werden kann. Letztlich befruchtet dieser Umstand aber derzeit auch die wichtigen Börsen in Europa und den USA positiv wie man täglich wieder verwundert feststellen kann. Die japanische Industrie ist durch den Tsunami weitestgehend lahm gelegt worden, und auch die europäischen Konzerne äußern bereits ihre Besorgnis über die wohl demnächst fehlenden Bauteile aus Japan.

Ich gehe somit nach wie vor davon aus, das bald die ersten konkreten Meldungen über unterbrochene Lieferketten bei großen Herstellern am Markt ankommen werden. Den Markt scheint dies aber momentan nicht zu interessieren. Insbesondere die Aktien der Autobauer zeigen sich in diesen Tagen nahezu immun gegen alle Angriffe von außen. Wie Sie alle wissen bin ich ein großer Optimist was die weitere Entwicklung dieser Branche anbelangt, aber unter diesen Umständen habe ich meine eigenen Erwartungen zunächst einmal heruntergeschraubt. Ich stelle mir also eher die Frage was letztlich noch passieren muss damit die Börse in Tokyo entsprechend reagiert, und somit auch in der westlichen Welt für schlechte Stimmung an den Finanzmärkten sorgen wird.

Eine passende Antwort habe ich derzeit aber noch nicht auf diese Frage. Vielleicht wird es eine radioaktive Wolke in Richtung Tokyo sein, oder alarmierend hohe Strahlungswerte an der amerikanischen Westküste, die dann zu dieser Reaktion führen können. Vorausschicken möchte ich natürlich, dass ich mir wirklich für alle dann betroffenen Menschen wünschen würde, dass es eben nicht so kommt! Letztlich bleibt aber nur mein Fazit, dass die momentane Börsenphase nach meiner Auffassung alles andere als gesund ist, und solche Übertreibungen in die ein oder andere Richtung, solange es die Börse gibt, irgendwann immer korrigiert wurden. Wann dies der Fall sein wird bleibt abzuwarten. Bleiben Sie also vorsichtig und lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen locken, bis Sie die Lage umfassend beurteilen können.

Dies gilt natürlich auch insbesondere für die Solaraktien an denen sich die Optimisten in den vergangenen Wochen teilweise kräftig die Finger verbrannt haben dürften. Ebenso ist die Kapitalerhöhung bei Porsche offensichtlich ein Vorgang den die breite Masse falsch eingeschätzt hat.

Millionenklage von Conergy gegen Roth und Rau

Kaum hat sich die Solarbranche erholt schon gibt es wieder erste Störfeuer. Gestern wurde bekannt, dass der angeschlagene Solarkonzern Conergy nun den Zulieferer Roth und Rau in Millionenhöhe verklagt hat. Damit bleibt Roth und Rau wohl auch in nächster Zeit in den negativen Schlagzeilen der Branche, nachdem das Unternehmen bereits im angelaufenem Jahr mehrfach durch plötzliche Gewinnwarnungen auf sich aufmerksam machte. Das Handelsblatt berichtet, das Conergy nun Roth & Rau auf Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe wegen einer zu spät gelieferten Zellproduktionslinie verklagt. Die Vergleichsgespräche seien gescheitert, hieß es, daraufhin habe Conergy nun Klage eingereicht. Roth und Rau hat nun erneut die Vorlage der Geschäftszahlen verschoben, was erst einmal auf nichts Gutes schließen lässt, und wohl im direkten Zusammenhang mit der Klage stehen dürfte. Die Aktie ist somit erneut deutlich unter Druck, die Geschäftsleitung dürfte bald auch das letzte Vertrauen der Anleger verspielt haben…

Porsche Aktie mit deutlichem Abschlag in Richtung 38,- Euro?

Die Porsche Aktie dürfte heute deutlich schwächer notieren. Wie bereits in unserem letzten Artikel zu dem Wert angedeutet dürfte der letzte Kursanstieg über 60,- Euro lediglich ein Short-Squeeze gewesen sein, der zudem durch einige Geldinstitute gepusht wurde die sehr enge Short Derivate auf den Wert emittiert hatten. Diese wurden  somit vor der Kapitalerhöhung noch schnell abgefischt und ausgeknockt. Ab heute dürfte nun wieder etwas mehr Normalität in die Aktie kommen. Der Preis für die Bezugsrechte wurde heute festgelegt und dementsprechend wird die Aktie auch um genau diesen Betrag an Wert reduziert. Alleine schon aus diesem leicht nachzuvollziehenden Rechenexempel waren mir somit einige Kommentare zu den möglichen kurzfristigen Kurszielen der Porsche Aktie in den letzten Tagen etwas fremd…

Bereits mit dem gestrigen Rutsch unter die  Unterstützung bei 58,80 Euro hat sich der Chart erneut deutlich ein getrübt, und die Aktie Porsche läuft aus charttechnischer Sicht nun Gefahr, dass die jüngste Erholungsbewegung, die von 49,70 Euro auf 60,45 Euro reichte, nun in die entgegengesetzte Richtung läuft. Spannend dürfte es also in der nächsten Zeit für Porsche Aktionäre so oder so werden, ob beim Handel mit der Aktie , den Bezugsrechten, oder gar einer Spekulation, dass der Aktienkurs demnächst sowieso bei ca. 38,- Euro landet…Porsche-Aktien waren gestern mit 57,47 Euro aus dem Handel gegangen. Exklusive der Bezugsrechte in Höhe von 11,1256 Euro ergibt sich somit heute erst einmal ein wahrscheinlicher  Schlusskurs von ca. 46,35 Euro. An unserer grundsätzlichen Einstellung zu der Aktie hat sich nichts geändert, jedoch sollte man in der momentanen Situation etwas vorsichtiger werden. Ich bin sehr gespannt wie es hier weiter geht!

Nordex, Solarworld, Q-Cells – der Tag danach..

Heute dürfte bei den Solarwerten und Windanlagenbauern nun erst einmal wieder etwas Ernüchterung einkehren. Nach den erneuten kräftigen Zuwächsen um zweistelligen Bereich gestern sollten die Titel heute eigentlich, in den etwas schwächeren Börsenumfeld, einen Teil der Gewinne wieder abgeben bevor dann die weitere Richtung von Solarworld und Co. bestimmt werden kann. Waren gestern noch die Wahlergebnisse in Baden Württemberg und Rheinland Pfalz sowie die Aussagen einer in die Ecke gedrängten Kanzlerin zum schnelleren Atomausstieg die Kurstreiber, so dürfte heute wieder etwas mehr Normalität und vor allem Realität an den Börsen Einzug halten.

Insbesondere bei der Nordex Aktie bin ich mir nicht so sicher, ob ein Kurs von über 9,- Euro wirklich gerechtfertigt ist, zumal das Unternehmen gestern eine Kapitalerhöhung angekündigt hat. Mit dem Erlös der Kapitalerhöhung will man bei Nordex künftig verstärkt in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte investieren, hieß es in der Pressemeldung. Dies soll durch die Ausgaben von 6,68 Millionen neuer Inhaber-Aktien finanziert werden. Der Platzierungspreis wird voraussichtlich heute festgelegt! Die neuen Aktien sollen überwiegend institutionellen Investoren auf dem Wege eines beschleunigten Platzierungsverfahrens angeboten werden. Die Aktie bleibt zwar interessant, ist aber inzwischen deutlich zu weit voraus gelaufen. Durch den gestrigen Kursanstieg um satte 12 Prozent wurde zudem ein Gap gerissen, dass wohl in den nächsten Tagen geschlossen werden dürfte.

Ebenfalls mit einem satten Kursanstieg von über 8 Prozent meldete sich gestern die Solarworld Aktie zurück. Auch hier sieht der Chart etwas „unsauber“ aus. Ein zumindest kurzzeitiges  Abtauchen bis auf mindestens 10,50 Euro würde die deutlich erkennbare Übersprungreaktion wieder kompensieren und somit einen möglichen weiteren Anstieg solide untermauern. Weitere Kursziele könnten dann bei 11,85 und 12,90 Euro liegen. Der deutsche Branchenprimus bleibt die erste Wahl unter den Solarzellenherstellern. Trotzdem bitte nicht zu euphorisch werden!

Gespannt darf man heute auch auf die Auswirkungen des  Q-Cells Zahlenwerkes auf den Kurs der Aktie sein. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Umsatz um 70 Prozent auf  1,35 Milliarden Euro gesteigert werden was zu einem positiven EBIT in Höhe von 82 Millionen Euro geführt hat. Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch einen satten Verlust ausweisen müssen. Die liquiden Mittel lagen am Geschäftsjahresende bei 473,9 Millionen € und damit 15 Prozent über dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal hat sich die Nettoverschuldung mit nunmehr 330 Millionen € mehr als halbiert. Ob dies dem Aktienkurs der Q-Cells Aktie heute erneut Flügel verleihen kann bleibt abzuwarten. Sicherlich mehren sich die positiven Zeichen bei dem Solarkonzern, ob dieser Weg aber nun dauerhaft eingeschlagen werden kann muss erst noch bewiesen werden.

Investors Inside ist für den Comdirect Financeblog Award nominiert!

Nachdem Investors Inside nun kürzlich zum „Finance Blog of the Year 2011“ gewählt worden ist habe ich heute von Comdirect die freudige Nachricht erhalten, dass unser Blog nun auch von der Jury des  Comdirect – Financeblog Award unter die besten 8 Finanzblogs gewählt wurde die an der Endausscheidung am 13. April in Frankfurt teilnehmen werden. Die Jury, besteht aus den renommierten und unabhängigen Experten wie, Prof. Dr. Christoph Neuberger, Universität München, Joachim Goldberg, Finanzmarktanalyst, Lothar Lochmaier, Wirtschaftsjournalist, Thomas Mrazek, Vorsitzender des Fachausschusses Online im Deutschen Journalisten-Verband. Beurteilt wurden vor allem die journalistische Qualität, die Finanzexpertise sowie der Einsatz von blogspezifischen Elementen wie Verlinkungen oder Kommentierungen.

Ich fühle mich wirklich sehr geehrt und bin natürlich begeistert und stolz über so viel Anerkennung des oben genannten Expertenteams. Alleine die Teilnahme an diesem Wettbewerb mit dem vorläufigen Ergebnis einer Nominierung sehe ich als hohe Auszeichnung meiner täglichen Arbeit hier, und möchte mich dafür bei den Beteiligten ganz herzlich bedanken. Natürlich möchte ich es nicht missen mich auch bei Ihnen allen, liebe Leser, für Ihr Interesse und die vielen tollen Kommentare und Anregungen zu bedanken die Investors Inside letztlich zu dem gemacht haben was es heute ist. Mein besonderer Dank gilt auch den Verantwortlichen der Comdirect Bank AG die diesen Wettbewerb ins Leben gerufen haben. Ich bin mir sicher, dass auch dieser Wettbewerb weiter dazu beitragen wird, dass gerade Finanzblogs in der breiten Medienwelt in Zukunft ihren festen Platz als unabhängige Informationsquelle zu Thema Börse, Aktien, Banking, etc. haben werden.

Politischer Wandel – Chancen für Solarworld, Q-Cells, Solon, Conergy und Co.?

Deutschland befindet sich seit gestern offensichtlich im Wandel. Die Grünen sind auf dem Vormarsch was heute schon wieder die Anleger motiviert sich verstärkt mit Aktien aus dem Bereich der regenerativen Energien einzudecken. Nicht nur die Geschehnisse in Japan um die Atomkraftwerke dürfte zu dieser Ergebnis geführt haben , auch wenn die Grünen dadurch offensichtlich sehr überraschend für die Konkurrenz den Turbo zünden konnten. Die gesamte politische Entwicklung in Deutschland wird bereits seit Jahren eher von der Wahlmüdigkeit der Bürger bestimmt als durch aktive Teilnahme. Zumindest das hat sich jetzt schon offensichtlich durch die Japan Krise geändert!

Bei den letzten Wahlen lagen die große Hoffnungen der wenigen Wähler noch bei der FDP, die Liberalen haben sich jedoch innerhalb kurzer Zeit durch wilden Aktionismus und nicht eingehaltene Wahlversprechen disqualifiziert. Die Quittung für dieses teilweise unkoordinierte Politisieren gab es gestern bei den Landtagswahlen in Baden Württemberg und Rheinland Pfalz. Die Liberalen sind in der Wählergunst nun da gelandet wo sie viele Jahre zu finden waren, und ich schätze mal man wird nun wieder seeeeehr lange darauf warten können, dass die FDP eine nennenswerte Rolle in der politischen Landschaft Deutschlands spielen wird.

Jetzt sind die Grünen am Drücker, und das wohl nicht ganz zu unrecht. Wer über Jahrzehnte so überzeugt für ein Thema eingetreten ist wie diese und an ihrer Kernkompetenz unwiderruflich festgehalten haben, der hat am Ende einen solchen Wahlsieg verdient. Die Frage wird nun sein ob diese Partei in der Lage sein wird mit dem nötigen Fingerspitzengefühl an Ihr Wahlprogramm ran zugehen, und ob es gelingen wird die gegebenen Versprechen auch einzulösen. Ich bin zumindest frohen Mutes, dass dies auch gelingen kann. Die Zeit ist in jedem Fall die richtige, ein besseres Timing hätte eine Partei mit ökologischen Fundamenten wohl nicht haben können. Den Menschen dürstet nach tief greifender Veränderung, und nach einer dritten starken Partei in diesem Land. Drücken wir der neuen Kraft in Deutschland die Daumen, dass sich die geplanten Veränderungen auch durchsetzten lassen und bezahlbar bleiben.

Ob der gestrige Wahlsieg der Grünen nun solche Kurszuwächse bei den Solarwerten wie Solarworld, Conergy, Q-Cells, Solon, etc. rechtfertigt bleibt abzuwarten. Richtig ist natürlich, dass die gesamte Branche in den letzten Monaten hart abgestraft worden ist und man den Aktien aus dem Sektor ein gewisses Nachholpotenzial nachsagen könnte. Fundamental ist die Lage bei einigen Branchenvertretern nach wie vor, vorsichtig formuliert – angespannt! Dies dürfte sich so schnell auch nicht durch einen politischen Umbruch ändern.

Es ist also ratsam auch hier wirklich auf Qualität zu achten und nicht vorschnell zu agieren. Die Nachrichten aus Japan sind ebenfalls weiterhin sehr beunruhigend und könnten sogar auch negative Auswirkungen auf den Solarsektor haben wenn der Gesamtmarkt in Kürze deutlich korrigieren wird. Einer größeren Korrektur werden sich die genannten Titel dann wohl auch nicht entziehen können. Bleiben Sie vorsichtig, denn nach der Party kommt meistens erst einmal der Kater! Das haben wir gerade im Solarsektor kürzlich bereits schon einmal erlebt. Wenn man dann ein zwei Tage später wieder halbwegs bei Sinnen ist kann man wieder logische Entscheidungen treffen. …

Sind die neuen Porsche Aktien wirklich spottbillig?

Nun ist es raus! Die lange geplante Porsche Kapitalerhöhung kommt, schnell und zu einem überraschenden Preis. Nur 38,- Euro sollen die neuen Aktien kosten, die dann im Verhältnis 1 zu 0,75 ausgegeben werden. Mit dem geplanten Erlös aus der Kapitalerhöhung bei der bis zu 131,25 Millionen Aktien neu ausgegeben werden sollen ca. 5 Milliarden an Schulden getilgt werden, um den Konzern nach der geplatzten VW Übernahme wieder fit zu machen, und ihn  für eine Integration in den Mutterkonzern VW anzuhübschen. Die ganze Transaktion geschieht unter einem gewissen Zeitdruck, da bereits im Juni ein Teil der derzeitigen Schulden fällig wird. Über den Ausgabepreis gab es heute morgen etwas Verwunderung bei den Börsianern.

Nicht klar ist warum man einen so deutlich unter dem derzeitigen Aktienkurs liegenden Bezugspreis gewählt hat. Letztlich dürfte dies aber keine allzu große Rolle spielen, da die Kapitalerhöhung mittels der Ausgabe von handelbaren Bezugsrechten ablaufen wird. Im Normalfall schließt der Wert dieser Bezugsrechte dann die preisliche Lücke zwischen dem Ausgabepreis und dem aktuellen Aktienkurs. Die Anteilseigner erhalten also eine Art Vorkaufsrecht, und dürften pro gehaltener Aktie 0,75 neue hinzukaufen. Die Gesamtzahl der Porsche Aktien steigt damit um stolze 75 Prozent auf 306,25 Millionen Stück. Die Bezugsfrist für die neuen Aktien läuft vom 30. März 2011 bis einschließlich zum 12. April.

Ob eine Zeichnung zum derzeitigen Zeitpunkt sinnvoll erscheint kann nicht abschließend gesagt werden. Angesichts der Nachrichtenlage aus Japan würden wir hier erst einmal Vorsicht walten lassen. Ein Kauf drängt sich vorerst nicht auf, da wir noch mit tieferen Notierungen in den kommenden Tagen rechnen. Wie günstig die neuen Aktien also nun tatsächlich sind hängt nur von dem Bezugsrechtehandel und der Entwicklung der Porsche Aktie ab. Anleger die den Titel des Sportwagenbauers im Depot haben wollen sollten sich daher wohl nach wie vor auf den Aktienkurs der derzeitigen Aktien konzentrieren und ihre Entscheidungen nicht von der momentanen Sondersituation abhängig machen.

Was ist los bei Conergy?

Erneut ist  die Conergy Aktie gestern stark gelaufen was schon etwas verwundert, nachdem sich einige Anleger bei der letzten Hype die Finger kräftig verbrannt haben dürften. Bis auf 0,33 Euro rutschte der Titel zuvor wieder ab und notierte damit nur noch bei ungefähr einem Drittel des Höchstkurses der solaren Japan Hype. Nun greifen die Anleger offenbar wieder zu und hoffen auf eine erneute Rallye bei dem Wert. Mag sein das dies nun mit der Nachrichtenlage in Japan zusammenhängt, oder aber mit den jüngsten Meldungen des Unternehmens nachdem nun von Conergy ein Wechselrichterstation mit einem Trockentransformator an den Markt gebracht wird, und man sich somit deutlich bessere Chancen, insbesondere beim Italien-Geschäft ausrechnet. In diesem Zusammenhang war die Aussage „Dadurch wird das Genehmigungsverfahren von solaren Projekten oftmals vereinfacht und beschleunigt“ zu finden. Na, dann hoffen wir mal dass dies dem Unternehmen weiterhilft, denn fundamental hat sich wohl auch dadurch erst einmal nicht viel geändert. Die Probleme sind bekannt! Wer mitzocken will soll das tun denn mehr als ein Zock oder eine technische Gegenbewegung dürfte es zu diesem Zeitpunkt nicht sein. Nach unserer letzten charttechnischen Einschätzung dürfte die Aktie bald wieder gen Süden tendieren..

Japan – Was wäre wenn?

Kollabierende Börsen in Kairo, atomarer Gau in Japan, dreistellige Milliardenschäden, Krieg in Libyen, Warnungen Griechenlands vor einem Kollaps des Bankensystems, US Immobilienmarkt ohne Erholung, Währungsturbulenzen um nur die kritischsten Themen zu nennen, die Börsianer momentan beschäftigen – oder sagen wir lieber beschäftigen sollten. Denn momentan scheint offenbar keine Meldung schlecht genug zu sein um dem momentan vorherrschenden Optimismus an den Finanzmärkten Einhalt zu gebieten. Man stellt sich zwangsläufig die Frage ob das alles noch mit rechten Dingen zugeht. Die Frage ist weiterhin ob diese Kursbewegungen momentan unter „echten Bedingungen“ stattfinden, oder ob hier größere Adressen ganz gemütlich Ihre Pakete abladen. Schaut man sich die Orderbücher einzelner Aktien an so lässt sich zumindest vermuten, dass genau das hier gerade der Fall ist.

Nach wie vor sind die Unsicherheiten an den Börsen extrem hoch und dies ist somit kein guter Zeitpunkt sich allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, auch wenn der aktuelle Kurs der ein oder anderen Aktie inzwischen schon wieder reizvoll erscheint. Die Bemühungen der tapferen Feuerwehrleute in Japan machen auf mich persönlich nicht unbedingt den Eindruck als ob sich hier das Schlimmste noch verhindern ließe, auch wenn ich mir dies für das japanische Volk wünschen würde. Die Folgen eines Supergaus wären verheerend, und das nicht nur für die japanische Wirtschaft. Bereits heute kämpft man in Tokio mit verseuchten Lebensmitteln und Wasser. Ein Großteil der Anbaugebiete für Gemüse liegt nahe bei der heute bereits kontaminierten Zone, die Wasserreservoires von Tokio ebenfalls. Der Pazifik um Japan herum zeigt bereits deutliche Spuren von Kontamination und damit ist wohl auch bald die Fischabstände in dieser Region. Was wird also erst passieren wenn es nun doch zu einer vollständigen Kernschmelze kommt?

Neben einer nahezu unmöglichen Evakuierung Tokios, die zwangsläufig im totalen Chaos enden würde, hätte dies dann dramatische Folgen für die Weltwirtschaft die offenbar heute die wenigsten Anleger mit in Ihre Überlegungen einbezogen haben. Viele der weltweit existierenden Derivate und Swap-ETFs sind heute auch über japanische Aktien abgesichert. Fallen diese weiter dramatisch werden diese Absicherungen nahezu wertlos. Weiter ist auch nicht abschätzbar, wie viele der Schulden, die sich nicht in den Händen der japanischen Bevölkerung befinden, in anderen Derivaten „versteckt“ verbrieft in den Depots der Banken und den Portfolios der Fonds liegen. Die Immobilien in Tokio, die durch eine starke radioaktive Verseuchung wertlos werden würden, würden wohl auch die damit verbundenen Kredite wertlos für die finanzierenden Institute machen. Dieser Schaden ist aus heutiger Sicht wohl nicht zu beziffern, wäre aber immens!

All dies würde das weltweite Finanzsystem in einer äußert labilen Situation wohl erneut mit voller Wucht treffen, fraglich ist nur ob die Notenbanken einen solchen Finanzmarktschock dann wieder abfedern könnten. Ich bin sicherlich kein Schwarzmaler, und wie schon geschrieben hoffe ich sehr, dass sich dieses Szenario nicht bewahrheiten wird! Aber man sollte diese Argumente zumindest im Hinterkopf behalten um sich bewusst zu machen wie zerbrechlich die aktuelle Situation an den Börsen ist. Die eigentliche Gefahr sind also nicht die eventuell auftretenden Unterbrechungen von Lieferketten durch die Japan-Krise sondern viel mehr die schlagartige Vernichtung von Kapital in ungeahnter Milliarden-Höhe. Es kann also nicht schaden die Japaner, und das Gelingen der Rettungsaktionen an den AKWs, in der nächsten Zeit in das Abendgebet mit einzubeziehen, und bleiben Sie vorsichtig!

Unruhige Zeiten für Deutsche Bank, Commerzbank, Hypo und JP Morgan

Die Aktie der Deutschen Bank startete gestern zunächst hoffnungsvoll in den Tag, und das obwohl das Geldinstitut gestern vom Bundesgerichtshof abgewatscht wurde. Mehr als eine halbe Million Euro Schadensersatz muss die Deutsche Bank an einen Unternehmen zahlen, die dieses mit einem komplizierten Zinsswap-Geschäft verloren hatte. Nach dem höchstrichterlichen Urteil des BGH muss die DB nun auch Firmenkunden in Zukunft besser über mögliche Risiken bei Geldgeschäften aufklären. Nicht die eigentliche Höhe des Schadenersatzes dürfte dabei nun in den Chefetagen der Deutschen Bank für Nervosität sorgen, sondern viel mehr die Befürchtung, dass diese Klage Schule machen könnte. Ebenso ist der damit einhergehende Imageverlust  nicht ganz ohne, denn der BGH war der Meinung, dass die Bank die Anlageprodukte „bewusst zulasten des Anlegers“ konstruiert hatte. Die damit einhergehende öffentliche Diskussion über die wissentliche Übervorteilung von Kunden hat auch Goldman Sachs kürzlich schon über sich ergehen lassen müssen, und nicht gerade gut dabei ausgesehen..

Das vom BGH gefällte Urteil könnte nun in der gesamten Branche für Unruhe sorgen, denn auch andere Geldinstitute wie die Commerzbank, die HypoVereinsbank oder JPMorgan stehen im Fokus, da sie ähnliche Zinsprodukte verkauft hatten. Das oberste Berufungsgericht setzt sich mit dem Urteil gegen alle vorangegangenen Instanzen durch und schafft somit die Voraussetzungen für weitere Klagen von Kommunen und mittelständischen Unternehmen die ebenfalls ordentliche Summen bei dieser Art von Geschäften verloren hatten. Eine weiterführende Klagewelle gegen die Deutsche Bank sollte also in die Anlageentscheidung in den kommenden Wochen mit einbezogen werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, kündigte bereits heute an, dass nun auch Städte Schadenersatzansprüche gegen die Deutsche Bank stellen könnten. „Die Städte haben in ihrer Not versucht, Finanzgeschäfte zu tätigen, die sehr risikoreich sind“. „Es ist nicht auszuschließen, dass nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs auch Schadenersatzansprüche von Städten bestehen.“ so Landsberg wörtlich. Die Aktie der Deutschen Bank gab gestern dann im Tagesverlauf alle Gewinne wieder ab und notiert heute zum Handelsbeginn nur noch knapp über der 40,- Euro Marke. Aus charttechnischer Sicht dürfte zunächst die Marke von 40,- Euro als psychologisch wichtige Marke fungieren, die nächsten Unterstützungen liegen aber erst bei 38,80 und knapp 36,- Euro.

Deutsche Telekom – Sieg oder Niederlage?

Manchmal ist es schon recht interessant mit anzusehen wie eine eigentliche Niederlage medial so aufbereitet wird, dass sie letztlich auf die meisten Menschen als Sieg wirken muss. So fragt man sich beim Durchlesen der Meldungen zur Deutschen Telekom momentan ernsthaft ob man da irgend etwas vielleicht nicht richtig verstanden haben könnte. Ausgang war die gestrige Meldung in der von dem Rückzug der Telekom aus dem amerikanischen Markt die Rede war. Der Verkauf der US Sparte an AT&T wurde groß gefeiert, schließlich gibt es ja auch bald einen Milliarden-Geldregen aus dem Verkaufserlös, und einen ordentlichen Anteil am weltgrößten Telekommunikationsanbieter AT&T.

Mit dem Geld wolle die Telekom unter anderem den stattlichen Schuldenberg von  rund 42 Milliarden  und ca. 12 Milliarden auf dann unter 30 Milliarden Euro reduzieren. Weitere fünf Milliarden Euro sollen in ein Aktienrückkaufprogramm investiert werden. Telekom Finanzvorstand Höttges stellt den Verkauf der US Sparte als wohl durchdachten strategischen Rückzug dar. Die Wahrheit dürfte wahrscheinlich etwas anders aussehen, und lässt zumindest vermuten, dass dieser Schritt aus der Not heraus geboren wurde. Dennoch muss man den Bonnern taktisches Geschick attestieren, da der Verkauf zumindest wohl zum richtigen Zeitpunkt, und vor allem zum richtigen Preis stattfindet.

Ein „Geschmäckle“ zu der Transaktion findet sich dann auch noch in einigen Presseberichten..So wird darauf hingewiesen, dass die US-Großbank JP Morgan zur Finanzierung des Deals einen Überbrückungskredit von 20 Milliarden US-Dollar sicherstellen muss, und somit im kurzfristigen Bereich, erhebliche bilanzielle Kurzfrist-Risiken entstehen könnten. In dem vereinbarten Kaufpreis von 39 Milliarden US Dollar ist unter anderem eine Gebühr von 7,6 Prozent oder  3,0 Milliarden US-Dollar vereinbart worden, die im Falle einer Rückabwicklung fällig werden würde. Diese laut Vereinbarung in bar zu zahlende Strafe ist prozentual betrachtet die bisher höchste die jemals bei einer Übernahme vereinbart wurde.

Die Kursgewinne des Titels in den vergangenen beiden Tagen halten sich nach der Meldung in Grenzen. Ich gehe nicht davon aus, dass es nun gelingen wird die Telekom Aktie durch eine Konzentration auf das Kerngeschäft kurzfristig zum echten Renditebringer zu wandeln, mal abgesehen von der Dividende. Genau diese Dividendenzahlungen aber dürften es wohl auch in Zukunft verhindern, dass der Aktienkurs nennenswert steigen wird. Auch die Gilde der Analysten übt sich doch eher in vornehmer Zurückhaltung. Ein überhasteter Einstieg dürfte sich hier nicht aufdrängen. Interessierten Anlegern rate ich vorher zu einem Blick auf den 10-Jahres-Chart 🙂 Kommt es zu einem erneuten Rücksetzer des Gesamtmarktes kann man immer noch ganz bequem zu günstigeren Kursen einsteigen – wenn man das denn möchte!

Die BILD schreibt heute unter dem Titel „Hype an der Börse“ Telekom: „Die Volks-Aktie ist plötzlich wieder da“ – das sollte einem eigentlich zu denken geben…

Top