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CatOil – Spielball der Spekulanten?

Daran haben wohl die wenigsten noch geglaubt. Umso größer sollte die Überraschung für die Verkäufer der Aktie des österreichischen Ölservice Unternehmens C.A.T. Oil sein, auf die ich später in diesem Artikel noch kurz eingehen möchte. Trotz eines geradezu dramatischen Verfalls des russischen Rubels gelang es dem hauptsächlich in Russland aktiven Unternehmen den Gewinn im dritten Quartal deutlich zu steigern. Das Nettoergebnis wuchs dank einer höheren Auslastung der Bohranlagen um gute 40 Prozent, auf 23,9 Millionen Euro. Analysten waren im Vorfeld der Zahlenveröffentlichung von einem Wert um die 16 Millionen Euro ausgegangen.

Auch die Prognose für das Gesamtjahr konnte sich durchaus sehen lassen. Man geht nun davon aus, dass der zu erwartende Umsatz zwar eher am unteren Ende der zuvor ausgegebenen Prognose sein wird, jedoch soll das operative Ergebnis eher das obere Ende der Prognose treffen. Konkret heißt dies, dass nun ein Umsatz von ca. 420 Millionen Euro und ein EBITDA von 120 Millionen Euro zu erwarten ist. Nachdem CatOil nach neun Monaten nun bereits 93,8 Millionen Euro bei einem Umsatz von 324 Millionen verdient hat, scheinen diese Ziele auch realistisch zu sein.

Alles in Allem muss man dem Management in diese Leistung in diesem politisch geprägten Umfeld wohl ein großes Kompliment aussprechen! Das der Aktienkurs der Cat Oil Aktie dennoch nicht so recht in Schwung kommen will, mag eher mit der offensichtlich geplanten Übernahme durch den französischen Ölmanager Maurice Dijols zusammen hängen. Dijols hält über seine Gesellschaft Joma Industrial die Mehrheit am CATOil Großaktionär, der CAT Holding, der wiederum 48 Prozent an dem Unternehmen hält. Ich beobachte das bunte Treiben nun schon seit Wochen und gewinne immer mehr den Eindruck dass der Aktienkurs hier ganz gezielt bewegt wird…. wohingegen es keinerlei Anzeichen auf aktive Leerverkäufer bei der Aktie gibt!

Meine ganz persönliche Theorie ist somit: Das Pflichtangebot zu 15,23 Euro, von dem in der Presse lange Zeit die Rede war, ist immer noch nicht erfolgt. Die meisten Anleger dürften ein solches Angebot auch als geradezu lächerlich empfinden. Da sich das Pflichtangebot aber nach dem durchschnittlichen Aktienkurs der letzten drei Monate bemisst, ist es naheliegend dass dieses dann bei den aktuellen Kursen auch niedriger liegen könnte, wenn die Aktie nur lange genug unten gehalten werden kann. Kommt das tatsächliche Angebot dann zur richtigen Zeit, und der Käufer legt sogar noch eine kleine Schippe drauf, erscheint eine solche Offerte gleich in einem ganz anderen Licht…

Die eher mageren Handelsumsätze bei der Aktie würden ein solches Szenario natürlich begünstigen, weswegen bei der CAT Oil Aktie grundsätzlich immer etwas Vorsicht angebracht ist. Ob der Aktienkurs nun wirklich aktiv in eine Richtung bewegt wird, oder schlicht und ergreifend die Käufer für den Titel fehlen, kann nicht seriös beurteilt werden. Bei dem hier dargestellten Szenario handelt es sich also ausdrücklich um meine ganz persönliche Deutung der bislang bekannten Fakten. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es einfach zu viel Unsicherheiten gibt, die hier kursbewegend wirken und die Aktie – zumindest bis zu einem ernsthaft positiven Signal und Sachen Ukraine Krise – eher ein Spielball der Spekulanten bleiben dürfte.

Air Berlin – Durchstarten oder Abstürzen?

Eine der Aktien die verstärkt im Fokus der Anleger standen, war wohl die von Air Berlin. Was wurde in den Medien nicht alles wieder als mögliche Option für die angeschlagene Fluggesellschaft gehandelt. Von einer möglichen Teil- oder Komplettübernahme war die Rede und der Aktienkurs fing kurzzeitig wieder an zu fliegen. Ich habe das ganze Treiben natürlich beobachtet, aber schön die Füsse still gehalten. Für mich persönlich ist eine wage Aussage darüber, warum eine Bilanzpressekonferenz spontan verschoben wird sicherlich kein Grund mein Geld auf ein damit verbundenes Ereignis zu setzen. Meist ist so etwas eher ein sehr schlechtes Zeichen…!

Wörtlich hieß es in der dazugehörigen Pressekonferenz: «Wir führen derzeit fortschgeschrittene Gespärche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden» Heute, bzw. gestern Abend wurde nun in mehreren Presseberichten bekannt, dass Air Berlin offenbar plant sich von der Börse zurück zu ziehen um einen kompletten Neustart zu wagen. Offensichtlich ist der Hauptaktionär inzwischen etwas ungeduldig geworden, nachdem auch nach Jahren der Beteiligung noch keine Gewinne absehbar sind. Grossaktionär Ethiad Airways aus Abu Dhabi macht nun Druck und will sich über ein Delisting mehr Stimmrechte sichern.

Verständlich wäre dieser Schritt aus Sicht des Investors allemal. Auch eine Zerschlagung bzw. Aufspaltung der zweitgrößten deutschen Airline ist offenbar im Gespräch, berichtete das ManagerMagazin. Auch das macht Sinn, denn Ethiad braucht Verstärkung bei den Zubringerdiensten nach Abu Dhabi. Das Tourismus-Geschäft und der europäische Flugverkehr dürften dann die verbliebene neue Fluggesellschaft bilden. Die spannende Frage ist also was mit diesem Bereich passieren könnten wenn sich Ethiad das für sich interessante Filetstück gesichert hat?

Es ist anzunehmen dass dieser Teil des Unternehmens dann keinen Ankerinvestor im klassischen Sinn mehr haben könnte und sich die Unterstützungs-Bemühungen von Ethiad künftig nur noch auf den abgespalteten Zubringer-Teil konzentrieren. Gelingt es keinen Investor für die andere Sparte zu finden wird es wohl eng für Air Berlin. So oder so, die Aussichten für Aktionäre in diesem Spiel zu gewinnen sind erfahrungsgemäß äusserst schlecht. Wer als investierter Anleger die neue Bilanzpressekonferenz am 27.03.2014 abwarten möchte um Klarheit zu bekommen der sollte sich des Risikos um diese Entscheidung bewusst sein. Als Nichtinvestierter abwarten und ggf. tätig werden sobald die Fakten auf dem Tisch liegen scheint mir da doch die bessere Option zu sein.

K+S – Jetzt antizyklisch einsteigen?

Bereits seit Tagen zeigt sich die K+S Aktie als einer der stärksten DAX Titel und auch heute führt der Salz- und Düngemittelhersteller die Top-Liste an. Gründe für die neue Stärke der Aktie lassen sich im Moment so einige finden. Angefangen von den kürzlich kursierenden Gerüchten, dass der US Konzern, The Mosaic Company, an einer Übernahme von Kali und Salz interessiert wäre, bis hin zu den nun teilweise deutlich nach oben überarbeiteten Kurszielen der Analysten, die in Ihrer ersten Panik offensichtlich etwas über das Ziel hinaus geschossen waren.

Namhafte Analysehäuser wie bspw. JP Morgan haben ihr Kursziel nun von zuvor 12,- Euro auf 21,- Euro „überarbeitet“ Wie hoch die Qualität solcher Analysen im Allgemeinen ist, darf jeder für sich selbst entscheiden..! Letztlich bleiben aber, sowohl die Übernahme-Gerüchte als auch die Analystenmeinungen , ebenso wie auch die Prognosen über die Entwicklung der Kali-Preise oder auch Meldungen darüber welcher Hedgefonds wann welche Short-Position eröffnet oder geschlossen hat, reine Kaffesatzleserei.

Die Zahlenvorlage am 14.11.2013 soll nun Klarheit bringen. Auch hier sind die Hoffnungen allerdings wohl etwas überzogen, denn selbst das Management des Unternehmens dürfte, angesichts der kurzzeitigen Verwerfungen am Kali Markt und vor allen Dingen der weiterhin unklaren Situation in Russland, keinen klaren Blick auf die nahe Zukunft haben. Die Zahlen werden wohl schlecht bis grottenschlecht sein, was allerdings bereits hinreichend im Aktienkurs berücksichtigt wurde. Der Ausblick auf Kommendes ist somit wahrscheinlich aus den oben genannten Gründen auch eher wage. Eine klare Ansage der Konzernleitung wäre dennoch umso wichtiger und wird wohl der entscheidende Faktor für das Wohl oder Wehe der Aktie sein.

Bei einer Aktien-Story wie der von K+S spielt all das aber zumindest momentan eine eher untergeordnete Rolle, denn langfristig sollte der Konzern gute Gewinne in einem weiter wachsenden Markt verdienen. Kurzfristig könnten somit auch hier die Erleichterung über „...nicht so schlecht wie erwartete Daten„, überwiegen. Denn genau das ist es, was der Markt erwartet – eine Katastrophe, die aber bereits weitestgehend eingepreist sein dürfte. Hedge-Fonds haben sich entsprechend positioniert, was zusätzlichen Kurstreibstoff durch einen Short Squeeze bedeuten könnte, wenn die Position plötzlich gegen sie läuft.

Alles in Allem sehe ich hier gute Chancen für spekulativ orientierte Anleger,  auf deutliche Gewinne mit einem natürlich nicht zu verkennenden Risiko. Eher risikoaverse Anleger sollten vielleicht kurzfristig lieber an die Seitenlinie treten und sich erst positionieren, nachdem der Rauch sich wieder gelegt hat. Bei einem antizyklischen Einstieg vor der Zahlenvorlage müssen kurzzeitig starke Schwankungen und auch starke Verluste unbedingt einkalkuliert werden. Denn selbstverständlich ist auch ein deutliche Ausschlag in die andere Richtung möglich, wenn es die Konzernleitung nicht schaffen sollte den Druck auf die Aktie etwas zu reduzieren.

Heiße Gerüchte bei Nokia und Apple, harte Fakten bei Blackberry

In dieser Börsenwoche scheinen insbesondere die Hersteller von Mobilfunkgeräten wie Apple, Nokia oder auch Blackberry erneut im Fokus vieler Anleger zu stehen. Während der finnische Handy Hersteller Nokia bereits am Freitag mit einem Kurssprung von knapp acht Prozent auf sich aufmerksam machte, scheint der Smartphone-Riese Apple ernsthafte charttechnische Schwierigkeiten zu haben. Branchen-Underdog Blackberry lässt weiterhin verbal die Muskeln spielen und bereitet seine Anleger schon einmal auf die nächsten Quartalszahlen vor…

Bei keiner anderen Aktie des Sektors gibt es wohl so viele unnütze Artikel und Spekulationen wie bei Nokia. Zuletzt konnte die Aktie stark zulegen, weil man jetzt über den baldigen Verkauf der Tochter Nokia Siemens Network (NSN) spekuliert. Mögliche Käufer bzw. Interessenten sollen hier Blackstone oder auch KKR und TPG sein. Ohne Frage würde sich ein Verkauf dieser Sparte positiv auf den Kassenbestand der Finnen auswirken, da der Wert des Gemeinschaftsunternehmens auf ca. 7-8 Milliarden Euro taxiert wird. Jedoch scheint es sich bei diesen Überlegungen bislang eher um gezielt gestreute Gerüchte als weniger um Fakten zu handeln auf die man ernsthaft spekulieren kann. Dabei gehen manche Spekulationen noch deutlich weiter…

Nach Meinung einiger Marktteilnehmer könnte ein baldiger Verkauf von NSN die Vorbereitung auf eine mögliche Übernahmen des gesamten Nokia Konzerns durch den Software-Riesen Microsoft sein. Diese Annahme beruht hauptsächlich darauf, dass bei Nokia kürzlich komplett auf das Betriebssystem „Windows Phone“ umgestellt wurde. Für Microsoft wiederum könnte ein weiteres Standbein im Smartphone-Markt auch durchaus Sinn machen…Ob dies alles tatsächlich so kommen wird oder nicht, weiß aber wohl niemand so genau. Dennoch ist eine solche Spekulation natürlich hochinteressant. Aus charttechnischer Sicht sieht die Aktie allerdings etwas müde aus, was sicherlich anders wäre wenn einige Big Boys tatsächlich etwas über solche Übernahme-Pläne wissen würden. Die Aktie hat ein neues Kaufsignal generiert.

Ebenfalls kräftig spekuliert wird weiterhin bei Apple. Nachdem die letzte Präsentation auch wieder nur eher Aufgewärmtes aus dem Hause Apple zu Tage gebracht hat, warten die Fans immer noch auf echte Innovationen, die den Konzern wieder auf den richtigen Pfad führen können. Stattdessen war kürzlich zu lesen, dass auch Apple wohl nun ernsthaft in den Bereich der günstigen Smartphones vorstoßen will und demnächst ein Billig-iPhone für 75,- Euro auf den Markt schmeißt. Damit würde der US Gigant dann natürlich nicht zuletzt auch Nokia mit seiner neuen Strategie angreifen! Auch wenn dieser Einstieg Apple aus rein monetärer Sichtweise wahrscheinlich nicht viel bringen wird, könnten damit Marktanteile für die Zukunft in den wichtigen Märkten von Morgen, China und Indien etc., gesichert werden. Dennoch halte ich einen solchen Schritt nach wie vor für sehr gefährlich, würde der Nobel-Handy Produzent doch damit ein ordentliches Stück genau dieses Image einbüßen.

Apple Aktie Chart mit Trend

Aus rein charttechnischer Sicht will die Apple Aktie den erneuten Anstieg über die wichtige Marke von 470,- Dollar momentan einfach nicht zu schaffen, was befürchten lässt dass es demnächst noch ein Stockwerk tiefer geht. Kann der Bereich um die 430,- Dollar nicht gehalten werden, droht zunächst ein Rücksetzer auf ca. 418,- Dollar. Hier wird sich dann aller Voraussicht nach entscheiden ob die Aktie den Turnarround doch noch vollziehen kann, oder aber weiter dem Abwärtstrend folgen wird. Ich habe Ihnen hier mal eine mögliche Variante des Kursverlaufes eingezeichnet. Hält diese Chartformation nicht, droht die Apple Aktie aus charttechnischer Sicht in diesem Jahr noch neue Tiefststände auszubilden!

Für den kanadischen Smartphone-Hersteller Blackberry dürfte der Tag der Wahrheit ebenfalls nicht mehr allzu fern sein. Am 28. Juni werden die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres bekannt gegeben, in denen nun auch erstmalig die realistischen Verkaufszahlen des neuen Flaggschiffs Z10 enthalten sind. An diesem Tag wird sich also zeigen, ob sich die Geräte tatsächlich so gut (oder vielleicht sogar deutlich besser!) verkaufen wie bisher angenommen. Die Short-Seller scheinen im Vorfeld dieses Ereignisses allmählich etwas nervös zu werden. Sieht man sich sowohl die Handelsvolumina als auch die Kursbewegungen der letzten Tage an so scheint hier allmählich etwas Kaufdruck aufzukommen. Kein Wunder, denn wenn es den Kanadiern gelingen sollte die Erwartungen des Marktes zu schlagen, dürfte ein kräftiger Short Squeeze bei der Blackberry Aktie anstehen. Die Marke von 16,- Dollar spielt hier eine ganz entscheidende Rolle! Kann dieses Kursniveau überwunden werden, sollte sich der Aufwärtstrend danach noch einmal kräftig beschleunigen. Die Aktie hat kürzlich ein Kaufsignal generiert!

Die Aktien der Smartphone Hersteller bleiben somit allesamt interessant. Jedes Unternehmen mit einer anderen Story und begleitet von den unterschiedlichsten Gerüchten. Ob sich all die im Umlauf befindlichen Berichte auch tatsächlich bewahrheiten werden, bleibt noch abzuwarten. In jedem Falle kann aber eine etwas intensivere Beobachtung in den kommenden Wochen nicht schaden.

Solar-Party bei FirstSolar, Suntech, Trina, Yingli und LDK Solar, was machen Solarworld und Co.?

US Solaraktien legten gestern eine saftige Rally hin. Allen voran die amerikanische First Solar, deren Aktienkurs um stolze 45 Prozent zulegen konnte. Grund für diesen Kurssprung war die nach oben angepasste Prognose des größten Solarmodulherstellers der USA. So rechnet man bei FirstSolar nun für das laufende Jahr mit einem Gewinn je Aktie zwischen 4,0 und 4,5 Dollar, ohne Sonderposten. Die durchschnittliche Analystenschätzung beläuft sich aktuell noch auf ca. 3,50 Dollar je Aktie. Somit liegt die neue Prognose deutlich über den Erwartungen und wurde gestern in den Aktienkurs eingearbeitet. Auch für die kommenden beiden Geschäftsjahre zeigte sich das Unternehmen optimistischer als die Experten und erwartet höhere Erträge als bislang kalkuliert. Man darf gespannt sein ob die gesteckten Ziele auch tatsächlich erreicht werden können…?

Die restliche Solarbranche, insbesondere die chinesischen Solarwerte wie Trina Solar, Yingli, LDK und Suntech konnten ebenfalls kräftig zulegen. Zum einen beflügelten hier die Aussagen von FirstSolar die Aktienkurse, in der Annahme dass auch chinesische Hersteller nun wieder besseren Zeiten entgegen gehen, und zum anderen machten mal wieder Gerüchte die Runde das Investment-Legende Warren Buffet sich für die kürzlich in die Pleite gegangene Suntech Power interessieren würde.

Ich persönlich halte nicht viel von solchen Spekulationen und glaube auch nicht daran dass sich Buffet wirklich für Suntech interessiert. Viel mehr dürfte eines seiner Tochterunternehmen – wenn an den Gerüchten überhaupt etwas dran ist – wohl eher Interesse an den wenigen profitablen Geschäftsbereichen, die nicht mit Schulden überladen sind, haben. Das hieße aber dann wohl auch das der Rest des Unternehmens nach der Filetierung in die Abwicklungsabteilung geschickt wird. Der Aktionär des Unternehmens geht wie immer leer aus…! Kein Grund also die Suntech Aktie zu kaufen, die gestern um satte 29 Prozent zulegen konnte.

Spekulationen auf Gerüchte bleiben ein gewagtes Spiel, insbesondere wenn es sich dabei um eine so angeschlagene Branche wie die Solarindustrie handelt. Die deutschen „Solarwerte“ wie SMA Solar oder auch Wacker Chemie konnten von dem Umfeld gestern ebenfalls kräftig profitieren, andere werden diese Entwicklung heute höchstwahrscheinlich noch nachholen. Woher der plötzliche Optimistmus bei FirstSolar kommt ist für mich persönlich noch ein Rätsel und so recht daran glauben kann ich nicht.

Ich prognostiziere somit mal wieder eine kurze Party mit einem längerem Kater danach, wie die letzten fünf Male auch! Für alle Glücksritter die sich nun erneut in die Aktien dieser Branche locken lassen, gilt…Wer schnell genug ist hat gute Chancen auf schnelle Gewinne, sollte aber die Party rechtzeitig wieder verlassen. Und das gilt auch für die deutschen Branchenvertreter!

Klöckner & Co. – Eine hübsche Braut in rot ?

Der Stahlhändler Klöckner & Co. ist im letzten Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Vor allem wegen der schwachen Stahlnachfrage in Europa und des weiter anhaltenden Preisdrucks in der Stahlbranche, aber auch aufgrund von hohen Restrukturierungskosten, musste der Konzern einen Fehlbetrag in Höhe von 195 Millionen Euro verbucht. Bereits im Vorjahr hatte KlöCo einen Gewinn von „nur“ zwölf Millionen Euro erzielt, was die Aktionäre damals reihenweise aus der Aktie fliehen ließ. Bis heute hat sich der Aktienkurs davon eigentlich nicht nennenswert erholt. Analysten sind im Schnitt von einem Verlust in Höhe von 140 Millionen Euro ausgegangen. Der Umsatz konnte durch den Zukauf des US Händlers MacSteel um 4,1 Prozent auf 7,388 Milliarden Euro gesteigert werden. Dennoch sank das operative Ergebnis von 217 auf 62 Millionen Euro.

Auffällig dabei war das insbesondere das letzte Quartal des Jahres zu diesem hohen Verlust beigetragen hat. Sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis erfüllten die Erwartungen nicht und damit zeigt der Trend eindeutig weiterhin nach unten. Unternehmenschef Gisbert Rühl versprühte heute mal wieder etwas mehr Optimismus, indem er für das laufende Jahr Licht am Ende des Tunnels sieht und ein positives Konzernergebnis für 2013 erwartet. So richtig überzeugend finde ich diese Prognose nicht, denn das Licht sieht Herr Rühl schon länger, aber der Tunnel ist offensichtlich seeeeeehr lang…

Man darf also durchaus gespannt sein wie sich die Veröffentlichung des Zahlenwerkes heute auf den Aktienkurs auswirken wird. Letztlich könnten die Spekulationen um die Übernahme weiterer Aktienpakete durch den Gips-Milliardär Albrecht Knauf wahrscheinlich das Schlimmste verhindern. Der Baustoff-Unternehmer hat seine Beteiligung in Höhe von 7,82 Prozent an der Klöckner & Co AG bislang als strategisches Investment bezeichnet und angekündigt diesen Anteil weiter aufstocken zu wollen. Der Markt spekuliert indes auf eine Fusion oder gar Übernahmen von Klöckner durch Knauf Interfer. Sollte diese Spekulation allerdings bald aus dem Klöckner Aktienkurs entweichen, da es sich wirklich nur um eine strategische Beteiligung der Knauf Gruppe handelt, dürften auch die heute veröffentlichten Zahlen im Kurs spätestens dann eingepreist werden. Vielleicht ja auch schon früher…?

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Ist der Kursanstieg bei Klöckner & Co nur ein „One Day Wonder“?

Bei dem Stahlhändler Klöckner & Co sind seit gestern Übernahmegerüchte im Umlauf, nachdem bekannt wurde dass der Essener Stahlhändler Interfer sich mit 7,82 Prozent an den Duisburgern beteiligt hat. Die KlöKo Aktie schloss daraufhin um 15,71 Prozent höher als am Vortag. Ob dieser Kurssprung gerechtfertigt ist, und es sich hier tatsächlich um eine  mögliche Übernahmen des Stahlhändlers durch die von Albrecht Knauf kontrollierte Interfer Holding handeln könnte, werden wir wohl erst in ein paar Wochen oder Monaten erfahren. Für meinen Geschmack ist der Kursanstieg aufgrund bloßer Vermutungen übertrieben, denn die Familie Knauf dürfte hier lediglich eine weitere strategische Beteiligung eingegangen sein. Das Gesamtvermögen der Familie Knauf wird auf ca 2,5 Milliarden Euro geschätzt, wovon wesentliche Teile in einem der führenden deutschen Baustoff- Hersteller investiert sind. Eine Komplettübernahme der Klöckner & Co. AG mit einem möglichen Kaufpreis von über einer Milliarde Euro dürfte sich schon aus diesem Grund schwierig gestalten..

Die Anleger haben hier wohl eher gesehen was sie sehen wollen und nicht das was tatsächlich sein wird. Ausschließen kann man eine Übernahmen freilich nicht, aber ich persönlich gehe eher davon aus dass Klöckner irgendwann von einem wirklich großen Player in der Branche übernommen werden könnte. Die Cash Position des Unternehmen ist neben dem operativen Geschäft immer noch so groß und attraktiv für den Übernehmenden,  dass Klöckner grundsätzlich ein heißer Übernahmekandidat bleibt. Die Familie Knauf dürfte sich schon heute für genau dieses Szenario positioniert haben, was ich durchaus als intelligenten Schachzug bezeichnen würde, denn Klöckner wird bereits seit Jahren als heißer Übernahme-Kandidat gehandelt. Grundsätzlich hat sich also seit gestern nicht viel an der Situation des Unternehmens geändert! Man darf gespannt sein wie sich der Aktienkurs in den kommenden Tagen entwickeln wird…

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Hochtief Aktie – ist das der Startschuss für die Rallye?

Heute nähert sich die Hochtief Aktie mit einem kräftigen Kurssprung von 5,8 Prozent wieder der oberen Begrenzung der seit längerem bestehenden Seitwärts-Bewegung. Bereits seit Tagen ist hier zu beobachten dass offensichtlich wieder starkes Kaufinteresse für die Aktie des deutschen Bauriesen besteht. Während ich hier gerade schreibe wird bereits die runde Marke von 40,- Euro nun erfolgreich getestet. Das letzte Hoch bei 39,80 Euro wurde damit erfolgreich überwunden…

 

Gelingt der Aktie nun ein weiterer Anstieg bis über die Marke von 40,55 Euro wäre der Weg aus charttechnischer Sicht frei bis zunächst 45,20 Euro. Weitere Hürden auf dem Weg dorthin müssten bei 41,40 und 42,68 Euro überwunden werden. Ein Anstieg über 45,20 würde gar eine Rückkehr der Aktie bis in den Bereich um die 50,- Euro möglich machen. Charttechnisch betrachtet war die heutige Kursbewegung der Ausbruch aus einem sich zuspitzenden Dreieck nach oben, was ich grundsätzlich als starkes Signal werten würde. Das rechnerische Kursziel aus dieser Bewegung liegt  bei 42,15 Euro. Ein Erreichen des 38,20 Fibonacci Retracements halte ich somit in den kommenden Tagen für sehr wahrscheinlich. Weitere aktuelle und unter Umständen kursrelavante Informationen zu der Aktie erhalten Sie >hier<

Übernahmeschlacht zwischen ACS und Vinci bei Hochtief ?

Die Hochtief Aktie gehörte in den letzten Wochen nicht gerade zu den Lieblingen der Anleger. Eine entsprechend verwirrende Nachrichtenlage über die mögliche Aufstockung der Beteiligung durch hoch verschuldete Hochtief-Mehrheitseigner ACS, ebenso wie die Berichte über die Verpfändung eben dieser Anteile an die spanische Bank BBVA trieben den Aktienkurz in den letzten Tagen hin und her. Die Schwierigkeiten der australischen Tochter Leighton sorgten zudem in den letzten Monaten für Abgabedruck bei der Aktie. Zahlreiche Analysten haben darauf hin ihre Einschätzungen zur Hochtief Aktie zuletzt deutlich überarbeitet und die Kursziele nach unten angepasst.

Die in den Berichten geschilderten Gefahren sind absolut real. Die Möglichkeit einer Fusion von ACS und Hochtief hätte höchstwahrscheinlich deutlich negative Auswirkungen auf die künftigen Bilanzen des deutschen Baukonzerns. Das ehemals gesunde Unternehmen, dass auch zuletzt wieder eine saubere Bilanz abgeliefert hat, könnte vom Käufer ACS mit Schulden überhäuft werden, um die eigene Bilanz aufzubessern. Heute läuft eine Meldung über den Ticker die aber durchaus das Zeug hat das Gesamtbild bei Hochtief deutlich zu verbessern.

Der französische Bau- und Infrastrukturkonzern Vinci, ein direkten Konkurrent von ACS, erwägt offenbar im Falle von Notverkäufe beim spanischen Konkurrenten ACS diese Unternehmensteile zu übernehmen. Durch die Verpfändung des größten Teils der Anteilsscheine am deutschen Baukonzern an die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria S.A ist ACS nun nicht mehr alleiniger Herr über solch durchgreifenden Entscheidungen. Die Chancen für ein solches Szenario stehen also gar nicht mal so schlecht. Vinci Chef Huillard signalisierte insbesondere großes Interesse für die Hochtief Töchter  Leighton und Turner im australischen und kanadischen Markt…!

 

 

Die Hochtief Aktie konnte bereits am Freitag kräftig zulegen und gehörte zu den absoluten Tagesgewinnern. Nachdem zuvor die Unterstützung um die 35,20 Euro zweimal getestet worden ist stehen die Chancen nun nicht schlecht dass es sich hierbei um einen dauerhaften Doppelboden gehandelt hat. Aus charttechnischer Sicht stehen die Ampeln nun wieder auf grün. Der MACD hat ein kräftiges Kaufsignal generiert und die Aktie mit dem letzten Anstieg auch die 38-Tage Linie wieder hinter sich gelassen. Zunächst ist nun zu erwarten dass der Titel bis zum letzten Hoch knapp über der Marke von 41,- Euro ansteigen wird. Bei 42,20 und 44,50 Euro liegen die nächsten ernst zu nehmenden Hürden.

Fazit: Hochtief ist und bleibt fundamental betrachtet ein sauberes Unternehmen mit einem KGVe 2013 von 9,84 und einer geplanten Dividendenrendite von 5,3 Prozent für das kommende Jahr . Der längerfristige Chart der Aktie sieht grundsätzlich (noch) nicht unbedingt vertrauenserweckend aus. Gelingt nun jedoch ein Anstieg bis in den Bereich um die 45,- Euro wäre der Weg nach oben wieder frei. Übernahmespekulationen oder ein Bieterwettkampf zwischen Vinci und ACS würden den Aktienkurs wohl sehr schnell in ungeahnte Höhen treiben. Bei ca 52,- Euro wartet zudem noch ein offenes Gap auf Schließung. Dort liegt auch der aktuelle Buchwert der Aktie..! Für mich ist die Hochtief Aktie somit unter den gegebenen Umständen eine interessante Spekulation mit einem günstigen Chance/Risiko Verhältnis.

Vestas – Nach 74 Prozent Gewinn auch mal wieder Gewinne mitnehmen?

Die Vestas Aktie hat uns, und unseren Lesern in den letzten Tagen viel Freude bereitet. Insgesamt konnten wir nun einen Gewinn von über 74 Prozent in wenigen Tagen verbuchen, und so liegt die Überlegung nahe auch mal wieder ein paar Gewinne zu realisieren. Denn wie Sie ja alle bereits wissen ist es nicht nur wichtig einen guten Einstieg in einen Trade zu finden. Mindestens eben so wichtig ist es den geordneten Rückzug zu planen um die Früchte der Arbeit auch ernten zu können. Deswegen möchte ich heute einen kurzen Blick auf die aktuelle Situation bei der Vestas Aktie richten:

Der Grund für den Anstieg der letzten Tage liegt darin, dass der finanziell angeschlagene Windanlagen Hersteller vor kurzem bekannt gegeben hat dass man sich in intensiven Gesprächen mit dem japanischen Maschinenbauer Mitsubishi Heavy Industries befindet. Über die genauen Hintergründe und Theme dieser Gespräche wurde bislang nichts bekannt. Die dänische Zeitung Berlingske berichtete nun kürzlich dass es offenbar um eine strategische Partnerschaft gehen würde bei der sich Mitsubishi mit bis zu 20 Prozent an Vestas beteiligen will. Natürlich würde eine solche Partnerschaft auch finanziell deutlich positive Effekte auf Vestas haben.

Der große Deal für Vestas dürfte aber auch darin liegen dass dadurch völlig neue Märkte erschlossen werden könnten. Der Global Player Mitsubishi hingegen würde sich ein weiters Marktsegment erschließen, dass bislang eher stiefmütterlich bei den Japanern behandelt wurde. Beiden Seiten wäre also deutlich geholfen – eine Beteiligung somit äußerst sinnvoll. Vergessen sollte man bei den Überlegungen diesbezüglich wohl auch nicht dass in Japan, nach der Atomkatastrophe von Fukushima, nun an einem ähnlichen Modell wie in Deutschland gearbeitet wird, um den Atomausstieg zu beschleunigen. Regenerative Energieerzeugung dürfte auch in Japan weiterhin zu den Top Themen der Politik gehören.

Kürzlich konnte man lesen das Vestas auch noch mit anderen Interessenten wie Samsung und Hyundai Heavy Gespräche führen würde. Manche Marktbeobachter schließen gar eine spätere Komplettübernahme durch einen der Wunschkandidaten nicht aus. Letztlich sind dies aber bislang auch nur unbestätigte Spekulationen. Aus rein charttechnischer Betrachtung hat die Vestas Aktie heute einen sehr wichtigen Punkt erreicht. Mit einem aktuellen Kurs von 6,56 Euro oder knapp 50 Dänischen Kronen befindet sich der Titel knapp über der 200 Tage Linie. Sollte dieses Kursniveau heute gehalten oder gar noch etwas ausgebaut werden, eröffnet dies weiteres Potenzial.

Dennoch sollten bestehende Positionen nun zumindest abgesichert werden. Eventuell wäre auch ein Teilverkauf ratsam. Was wir hier gesehen haben war ein Short Squeeze wie er im Bilderbuch steht. Dieser hat durchaus das Potenzial die Aktie noch einige Stockwerke weiter nach oben zu katapultieren. Wie wir aber auch alle wissen laufen so extrem steile Kursbewegungen irgendwann auch mal aus, oder brechen abrupt ab. Und dann schlägt das Pendel nicht selten erst einmal kräftig in die Gegenrichtung aus. Sieht man sich den Drei Jahres Chart der Aktie an wird klar welche Relevanz die 200 Tage Linie für die Kursentwicklung der Aktie bislang gehabt hat. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Vestas Aktie ist aber wohl erst dann möglich, wenn sich die Gerüchte auch bewahrheiten sollten.

Porsche und VW fusionieren – Was ist die Porsche SE wirklich wert?

Lange hat es gedauert, und zum Schluss hat wohl niemand mehr so richtig daran geglaubt. Gestern am späten Abend erreichte die Märkte die Nachricht dass VW und Porsche nun definitiv bis zum 01.08.2012 verschmolzen sein wollen. Die monatelange Hängepartie ist damit für die Porsche Aktionäre, ebenso wie die Anteilsinhaber von VW Papieren beendet. VW wird das Porsche Sportwagengeschäft zum ersten August übernehmen und beide Konzerne in Zukunft von den Synergieeffekten profitieren. Als Kaufpreis für die verbleibenden 50,1 Prozent  an der Porsche AG wird der Porsche Automobil Holding SE der Betrag von 4,46 Milliarden Euro und eine VW Stammaktie (aus steuerrechtlicher Sicht handelt es sich nicht um einen Verkauf, sondern um einen internen Umbau. Daher muss auch die eine Aktie fließen) zufließen. Aus der Transaktion resultiert auf Ebene der Porsche Automobil Holding SE, unter Berücksichtigung von Effekten aus der at Equity Bilanzierung der Beteiligung an der Volkswagen Aktiengesellschaft im IFRS-Konzernabschluss, ein einmaliger positiver Ergebniseffekt in Höhe von voraussichtlich rund EUR 7 Milliarden.

Die Porsche SE erklärte gestern dass man aus dem Erlös zunächst die bestehenden Bankverbindlichkeiten von knapp zwei Milliarden Euro zurückgeführt werde. Sonderausschüttungen an die Aktionäre der Porsche SE seien nicht geplant. Wer also mit einer fetten Dividende nach Abschluss der Transaktion gerechnet hatte wurde enttäuscht. Die Vorteile liegen nun bei Volkswagen, deren Vorsteuergewinn sich in den kommenden Jahre durch den abgeschossenen Deal um sechs Prozent erhöhen dürfte. Wer eine Auto Aktie im Depot haben will sollte sich überlegen ob er seine Stücke bald in VW Stamm- oder Vorzugsaktien tauschen will. Damit ist man dann immer noch an der Porsche Story beteiligt wenn auch nur in einem deutlich geringerem Umfang.

Die Porsche SE Aktie wird in Zukunft dann zu einer reinen Finanzholding gehören, die allerdings noch einen nennenswerten Anteil an der Volkswagen AG besitzt, der sich in den kommenden Jahren weiter positiv entwickeln sollte und nach meiner Auffassung zum jetzigen Zeitpunkt deutlich unterbewertet ist. Der Erfolg der Neuausrichtung der Porsche SE, die kürzlich auf der Hauptversammlung beschlossen wurde, muss hingegen erst noch abgewartet werden. Der verbleibende Teil der Liquidität soll nun nach Abschluss des Deals für den Erwerb von strategischen Beteiligungen mit Schwerpunkt entlang der automobilen Wertschöpfungskette verwendet werden, hieß es kürzlich in einer Pressemitteilung. Die Meldung dass man sich auch im Solarbereich engagieren könnte darf ich zumindest komisch finden, da es im Moment wohl bessere Anlagemöglichkeiten gibt.

Mein Fazit bleibt dass es grundsätzlich zu begrüßen ist dass der Deal nun endlich abgeschlossen wird. Die Risiken durch die ausstehenden Klagen, die hauptsächlich in der Porsche SE verbleiben, sind nach wie vor nicht zu unterschätzen, auch wenn ich persönlich davon ausgehe dass Porsche siegreich aus diesen hervor gehen wird, oder zumindest entsprechende Vergleiche erzielen kann. Dies ist der alles entscheidende Faktor bei der Bewertung der Porsche SE neben dem gehaltenen Volkswagen Anteil. Aktuell notiert die Porsche Aktie bei ca. 64 Prozent des Nettovermögenswertes. Bei einem üblichen Holding-Abschalg von 10 bis 20 Prozent wäre die Porsche Aktie ohne das Klagerisiko dann immer noch deutlich unterbewertet. Letztlich wird die Porsche Aktie somit ab dem 01.08.2012 zu einer Wette auf einen positiven Ausgang der Klagen sein und kein Automobilhersteller mehr – Darüber sollten sich Anleger im Klaren sein.

Die heutige Kursentwicklung der Porsche Aktie dürfte somit für viele Anleger eine herbe Enttäuschung sein. Nach einem deutliche Plus notiert die Aktie inzwischen nahezu unverändert knapp über der Marke von 42,- Euro. Offensichtlich trennen sich hier einige größere Adressen nun von ihren Positionen, bzw. schichten in Volkswagen Aktien um.  Somit bleibt nun abzuwarten wo der Markt den fairen Preis der Aktie in den kommenden drei Wochen taxieren wird. Nimmt man den Wert des VW Anteils von 150 Millionen Stammaktien erhält man heute einen Wert der Beteiligung von ca. 19 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der Porsche SE betrug zum 31. März 2012 noch 22,36 Milliarden Euro. Addiert man nun den geschätzten Ergebnisseffekt von ca 7 Milliarden durch den Verkauf an VW hinzu dann kommt man auf ein Eigenkapital von knapp 30 Milliarden Euro. Das wiederum würde eigentlich einen Porsche Aktienkurs von nahezu 86,- Euro rechtfertigen.

Wie Sie, liebe Leser, ja wissen fahre ich seit einigen Monaten hier zweigleisig und habe zwei ähnlich große Positionen in VW Vorzugsaktien und Porsche Aktien. Daran werde ich auch heute trotz der schwachen Kursentwicklung der Porsche Aktie erst einmal nichts ändern da ich grundsätzlich davon ausgehe dass die Aktie deutlich mehr wert ist als heute dafür an der Börse bezahlt wird. Für Volkswagen erweist sich der Deal erst einmal als riesiges Schnäppchen, da man sich den profitabelsten Sportwagenbauer dieser Welt mit einem KGV von 3,5 für das nächste Jahr nun komplett einverleibt hat. Spannend dürfte es somit heute erst einmal sein zu beobachten ob das heute morgen gerissenen Gap bei der Porsche Aktie nun geschlossen wird und es anschließend dann doch noch zu einem angemessenen Anstieg der  Aktie kommt…es würde mich nicht wundern!

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SGL Carbon – vor weiterem Kursrutsch?

Eine der Aktien die ich nach wie vor nicht für attraktiv halte ist die der SGL Carbon AG. Nach den Beteiligungen von BMW und VW ist der Aktienkurs regelrecht in die Höhe geschossen und hat zwischenzeitlich zu einer meiner Meinung nach sehr deutlichen Überbewertung des Unternehmens geführt. Anleger sind reihenweise auf den fahrenden Zug aufgesprungen, obwohl es sich hierbei eher jeweils um eine strategische Beteiligung gehandelt haben dürfte. Die Hoffnung des Marktes beruhten aber offensichtlich vorrangig auf Übernahmephantasien durch einen der beiden Automobilhersteller. Carbon wurde damals als DER neue Werkstoff gefeiert der die Elektromobilität in Zukunft im Karosseriebau begleiten wird. Auch diese Annahme war nach meiner persönlichen Ansicht falsch, da Carbon in der Herstellung weiterhin viel zu teuer ist und somit für eine Massenproduktion bei VW oder BMW ausscheidet. Mittelfristig gehe ich somit eher davon aus dass verschiedene Kunststoffe bei den kommenden E-Autos zum Einsatz kommen werden. Der Aktienkurs der SGL Carbon Aktie erreichte auf dem Stimmungshoch am 14.12.2011 sein All-Time-High bei 48,25 Euro.

Ich hatte ja bereits kurz vor Weihnachten darauf hingewiesen dass ich hier eine grundsätzlich andere Meinung zu der SGL Carbon Aktie als der breite Marktkonsenz habe, und das eher mit deutlich fallenden Notierungen zu rechnen ist. Heute befindet sich der Aktienkurs nun bei knappen 30,- Euro. Nichtsdestotrotz halte ich die Aktie auch auf diesem Niveau immer noch für deutlich überteuert. Zwar fielen die letzten Bilanzen ganz vernünftig aus indem der Umsatz weiter erhöht wurde, beim EBIT jedoch musste man einen Rückgang verbuchen. Das Wachstum sollte nach Schätzungen von Fachleuten auch in diesem Jahr nur sehr moderat voranschreiten. Aktuell wird die Aktie immer noch mit einem stolzen KGV von ca 28 bewertet, im kommenden Jahr sollen es dann 25 sein. Der Buchwert je Aktie lag im Geschäftsjahr 2011 bei ca. 15,- Euro.

Eine Komplettübernahme durch einen der großen Autobauer halte ich persönlich für nicht sehr wahrscheinlich. Gerüchte um einen möglichen Bieterwettkampf halten sich aber hartnäckig und können zwischendurch auch immer wieder zu steigenden Kursen führen. Aus charttechnischer Sicht hingegen dürfte nun auch die 30,- Euro Marke demnächst unterschritten werden, was mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Verkäufe nach sich ziehen wird. Die nächsten Kursziele liegen nun bei 27,80 Euro sowie 26,30 Euro. Mittelfristig sind sogar noch tiefere Kurse zwischen 20,- und  25,- Euro denkbar. SGL Carbon bleibt ohne Frage ein interessantes Unternehmen, dass aber knapp die Hälfte seines Umsatzes in der Stahlindustrie verdient. Im Automobilsektor erzielt SGL hingegen eher einen verschwindend kleinen Teil seines Umsatzes, wird aber immer noch als Automobilzulieferer von vielen wahrgenommen. Das Unternehmen ist also nur in sehr eingeschränkter Form ein Profiteur des weltweiten Auto Booms. Auch der kürzlich erfolgte Insiderverkauf vom Vorstandsmitglied Armin Horst runden das Gesamtbild für mich ab. Die Aktie ist somit auch auf diesem Niveau kein Kauf!

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