Unruhige Zeiten für Deutsche Bank, Commerzbank, Hypo und JP Morgan

Die Aktie der Deutschen Bank startete gestern zunächst hoffnungsvoll in den Tag, und das obwohl das Geldinstitut gestern vom Bundesgerichtshof abgewatscht wurde. Mehr als eine halbe Million Euro Schadensersatz muss die Deutsche Bank an einen Unternehmen zahlen, die dieses mit einem komplizierten Zinsswap-Geschäft verloren hatte. Nach dem höchstrichterlichen Urteil des BGH muss die DB nun auch Firmenkunden in Zukunft besser über mögliche Risiken bei Geldgeschäften aufklären. Nicht die eigentliche Höhe des Schadenersatzes dürfte dabei nun in den Chefetagen der Deutschen Bank für Nervosität sorgen, sondern viel mehr die Befürchtung, dass diese Klage Schule machen könnte. Ebenso ist der damit einhergehende Imageverlust  nicht ganz ohne, denn der BGH war der Meinung, dass die Bank die Anlageprodukte „bewusst zulasten des Anlegers“ konstruiert hatte. Die damit einhergehende öffentliche Diskussion über die wissentliche Übervorteilung von Kunden hat auch Goldman Sachs kürzlich schon über sich ergehen lassen müssen, und nicht gerade gut dabei ausgesehen..

Das vom BGH gefällte Urteil könnte nun in der gesamten Branche für Unruhe sorgen, denn auch andere Geldinstitute wie die Commerzbank, die HypoVereinsbank oder JPMorgan stehen im Fokus, da sie ähnliche Zinsprodukte verkauft hatten. Das oberste Berufungsgericht setzt sich mit dem Urteil gegen alle vorangegangenen Instanzen durch und schafft somit die Voraussetzungen für weitere Klagen von Kommunen und mittelständischen Unternehmen die ebenfalls ordentliche Summen bei dieser Art von Geschäften verloren hatten. Eine weiterführende Klagewelle gegen die Deutsche Bank sollte also in die Anlageentscheidung in den kommenden Wochen mit einbezogen werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, kündigte bereits heute an, dass nun auch Städte Schadenersatzansprüche gegen die Deutsche Bank stellen könnten. „Die Städte haben in ihrer Not versucht, Finanzgeschäfte zu tätigen, die sehr risikoreich sind“. „Es ist nicht auszuschließen, dass nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs auch Schadenersatzansprüche von Städten bestehen.“ so Landsberg wörtlich. Die Aktie der Deutschen Bank gab gestern dann im Tagesverlauf alle Gewinne wieder ab und notiert heute zum Handelsbeginn nur noch knapp über der 40,- Euro Marke. Aus charttechnischer Sicht dürfte zunächst die Marke von 40,- Euro als psychologisch wichtige Marke fungieren, die nächsten Unterstützungen liegen aber erst bei 38,80 und knapp 36,- Euro.

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