Die Deutsche Post Aktie vor weiterem Kursrutsch?

Die Aktie der Deutschen Post AG ist seit der Gewinnwarnung im Sommer weiterhin unter Druck. Auch operativ betrachtet wird das Umfeld für den Paketzusteller immer schwieriger. Amazon, sowie die Konkurrenz der US Paketzusteller nagen an den Margen und Marktanteilen.

Die Gewinnwarnung der Deutschen Post AG vom Sommer wirkt immer noch nach. In einem allgemein schwachen Börsenumfeld rutscht die Aktie weiter ab. Eine zum Jahreswechsel durch die Post geplante Erhöhung des Briefportos wurde von der Bundesnetzagentur zunächst abgelehnt. Alleine diese Nachricht ließ den Aktienkurs noch einmal um vier Prozent abrutschen. Alles in Allem also kein wirklich günstiges Umfeld für einen steigenden Aktienkurs…
Das Jahr 2018 geht bisher nicht als ein gerade erfreuliches Jahr für DAX Investoren ein. Noch schlechtere Laune dürften aber in diesem Zusammenhang die Aktionäre der Deutschen Post AG besitzen. Während der DAX in diesem Jahr knapp 14% an Wert verloren hat, legt die Aktie der Deutschen Post noch eins drauf und verzeichnet per Schlusskurs vom 2.11. ein sattes Minus von 30%. Diese Entwicklung ist rückblickend betrachtet wenig verwunderlich, da sich der Titel bereits im Dezember 2017 und Januar 2018 im deutlich überkauften Bereich befand. Die Indikatoren glühten förmlich, sodass das weitere Aufwärtspotential damals doch sehr beschränkt war. Entsprechend fiel die anschließende Reaktion nach unten auch deutlich heftiger aus als vom Markt ursprünglich erwartet.

Betrachtung Deutsche Post AG im Monatschart (Kurs: 28,05 € / XETRA-Schlusskurs vom 02.11.2018)

Ein Blick auf die Aktie der Deutschen Post zeigt dass, obwohl bereits deutliche Abschläge zu verzeichnen sind, dies noch nicht das Ende der Abwärtsbewegung sein muss. Vielmehr fehlt noch ein Tief um die aktuelle Bewegung abzuschließen. Die erste potentielle Zone befindet sich bereits in Reichweite im Bereich von ca. 26,50 EUR. Hier laufen gleich 2 Unterstützungen zusammen die der Aktie Halt geben könnten. Dieses Level wäre eine Pullback-Bewegung zurück zum alten Allzeithoch aus dem April 2007, als auch ein Test des Aufwärtstrends beginnend ab 2011. Hier sollte unbedingt auf Tages- und Wochenbasis Ausschau gehalten werden ob der Titel Umkehrsignale in Form eines Dojis (noch besser einer grünen Hammer-Kerze) und gleichzeitigen bullischen Divergenzen im RSI, der SlowStochastik sowie des CCI. Die ersten beiden zeigen bereits jetzt zarte bullische Divergenzen, während der CCI sich noch etwas schwer tut. Eine Erholung bis in den Bereich von ca. 30,- EUR sollte in diesem Fall dann eingeplant werden.
Hält der Bereich von 26,50 EUR hingegen nicht, dann muss von einer weiteren Beschleunigung der Abwärtsbewegung ausgegangen werden. Erstes Anlaufziel wäre dann das 50er Retracement knapp unter 24,- EUR, sowie final der Rücklauf auf das 61,8er, welches sich in etwa bei 19,87 EUR befindet. Hier liegt auch das letzte Swinglow aus dem Jahr 2016. Spätestens hier wären dann auch alle Indikatoren im stark überverkauften Bereich und die Aktie der Deutschen Post könnte einen neuen Anlauf nehmen um einen Run in Richtung ihres Allzeithochs zu markieren.
Wichtig: Sollte die Aktie in den kommenden Wochen vorher einen Tagesschlusskurs über 32,18 EUR markieren, werden sämtliche unten genannten Ziele ungültig, da dann direkt und impulsiv ein neues Hoch ansteht. Diese Variante besitzt die geringste Wahrscheinlichkeit, sollte an dieser Stelle aber, der Vollständigkeit halber, erwähnt werden.

FAZIT:

In einem schwachen Markt sollten schwache Aktien bei Erholung verkauft werden. Dies galt dieses Jahr mehr denn je für die Aktie der Deutsche Post. Diese Schwäche wird mit erhöhter Wahrscheinlichkeit noch etwas anhalten, bietet aber bei den genannten unteren Kursbereichen attraktive Chancen diesen an sich eher defensiven Wert zu dann „realistischen“ Kursen ins Portfolio aufzunehmen. Vorstandschef Frank Appel hatte zudem – wegen der anhaltenden Probleme im heimischen Brief- und Paketgeschäft – ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm angekündigt. Greifen diese Maßnahmen irgendwann, sind durchaus wieder deutlich höhere Kurse gerechtfertigt.

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3 Comments

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  3. Lars said:

    Wow… Minus 55 Prozent beim operativem Gewinn und netto sogar ein Minus von 77 Prozent http://bit.ly/2zvbCD0 Das sieht zwar besser aus als vom Markt erwartet, aber gut ist anders!!!

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