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Satire, Schmutzkampagne oder Wahrheit ? – Wie ein US Senator namens Max Baucus unsere Depots beeinflusst

Ein Betthupferl zum Handelschluss.

Manchmal, nach einem langen anstrengenden Tag, tut es gut zu lachen oder zu weinen um die Anspannung los zu werden. Nun, hier habe ich für Sie eine kleine Anekdote am Abend, bei der man gleichzeitig lachen und weinen muss.

Die kleine Gegenbewegung eine Stunde vor Handelsschluss nach dem Blutbad, wurde neben einer überkauften Markttechnik wohl auch von Aussagen des US Senators Max Baucus (Montana) befeuert, der implizierte das an einer neuen Idee für einen Deal gearbeitet würde. Zumindest wurde das am Markt so interpretiert. So entstand wieder Hoffnung im Markt. ->Baucus on Deal<- Dieser Senator Max Baucus ist wohl genau der betrunken wirkende Senator aus diesem Video, der sich nicht entblöded in diesem Zustand eine Rede im US Senat zu HealthCare zu halten. ->Baucus drunk ?<- Es gab 2009 hinterher massive Diskussionen woran diese "Performance" gelegen haben könnte und gegenseitige Vorwürfe zwischen Republikanern und Demokraten. Die einen riefen "betrunken", die anderen "Schmutzkampagne". Denn das Verhalten von Baucus kann ja auch eine medikamentöse Nebenwirkung oder massive Müdigkeit sein. Geklärt wurde es wohl nie, entscheiden Sie selbst. Aber genau dieser Senator - zu dem Sie noch allerlei anderes Interessantes finden wenn Sie suchen - war nun eben Teil der kleinen und exklusiven Komission, die überparteilich eine Lösung für die Schuldenkrise in den US finden sollte. Und hatte damit die (Mit-)Verantwortung für die Zukunft der USA und die finanzielle Stabilität der westlichen Welt. Jetzt muss man auch noch wissen, dass die Kongressabgeordneten und Senatoren in den US im Moment noch ganz legal an den Märkten agieren können, selbst wenn sie mit den eigenen Worten Kursbewegungen auslösen. Das scheint in den US (noch) kein illegales Insidertrading zu sein, wird aber gerade im Moment heiss diskutiert. Suchen Sie einfach nach "Senator Insider Trading". Und kurz nach Handelschluss, eine Stunde später, kam dann natürlich die Meldung, dass ein Deal endgültig gescheitert ist. Ein Schelm wer bei diesem Ablauf Böses denkt ! Dieser "Schelm", der Baucus öffentlich Insider Trading unterstellt, ist der in der Szene höchst respektierte Hedge Fund Manager und Trader Doug Kass in seinem Twitter Account: ->Kass on Baucus<- Kass schreibt auch regelmässig für „The Street“.

So lernen wir nun also alle, wie Rallys entstehen ! Faszinierend … um mal mit Mr. Spock zu sprechen !

Und ob das oben nun Wahrheit, Satire oder einfach nur eine bösartige Unterstellung seitens Doug Kass ist ? Ich weiss es wirklich nicht, es wäre schön es wäre nur Satire oder ein böses Spiel gegen einen respektablen Senator. Irgendwie würde ich mich dann besser fühlen. Vielleicht ist es wirklich nur eine Schmutzkampagne der für solche Aktionen durchaus bekannten Republikaner. Aber sicher bin ich mir eben gar nicht.

Eines zeigt der Vorgang aber: in welchem Umfeld und mit welchen Kampfmitteln die drängenden Probleme der Welt in den US behandelt werden. Und das reicht doch für Tränen, oder ? Ich habe mich ja schon oft über unsere Politik geärgert, aber dem gegenüber sind unsere Merkel und Co. Vertreter allerhöchster Staatskunst ! Ich weiss das ist alles nicht wirklich beruhigend und Sie hätten sich von mir jetzt sicher beruhigende und zuversichtliche Worte gewünscht. Aber damit kann ich im Moment nicht dienen – nur mit Lachen oder Weinen – ganz nach Ihrer Wahl !

Und noch eines ist auf jeden Fall klar: die Rally der letzten Stunde steht auf tönernen Füssen. Auf der anderen Seite sind wir nun so nach unten überdehnt, dass eine Gegenrally nun fällig ist. Schauen wir mal, was der morgige Tag bringt.

Ich kann heute ausnahmsweise mal in die Zukunft sehen: viel Stress 😉 (HS)

Deutsche Telekom – Sieg oder Niederlage?

Manchmal ist es schon recht interessant mit anzusehen wie eine eigentliche Niederlage medial so aufbereitet wird, dass sie letztlich auf die meisten Menschen als Sieg wirken muss. So fragt man sich beim Durchlesen der Meldungen zur Deutschen Telekom momentan ernsthaft ob man da irgend etwas vielleicht nicht richtig verstanden haben könnte. Ausgang war die gestrige Meldung in der von dem Rückzug der Telekom aus dem amerikanischen Markt die Rede war. Der Verkauf der US Sparte an AT&T wurde groß gefeiert, schließlich gibt es ja auch bald einen Milliarden-Geldregen aus dem Verkaufserlös, und einen ordentlichen Anteil am weltgrößten Telekommunikationsanbieter AT&T.

Mit dem Geld wolle die Telekom unter anderem den stattlichen Schuldenberg von  rund 42 Milliarden  und ca. 12 Milliarden auf dann unter 30 Milliarden Euro reduzieren. Weitere fünf Milliarden Euro sollen in ein Aktienrückkaufprogramm investiert werden. Telekom Finanzvorstand Höttges stellt den Verkauf der US Sparte als wohl durchdachten strategischen Rückzug dar. Die Wahrheit dürfte wahrscheinlich etwas anders aussehen, und lässt zumindest vermuten, dass dieser Schritt aus der Not heraus geboren wurde. Dennoch muss man den Bonnern taktisches Geschick attestieren, da der Verkauf zumindest wohl zum richtigen Zeitpunkt, und vor allem zum richtigen Preis stattfindet.

Ein „Geschmäckle“ zu der Transaktion findet sich dann auch noch in einigen Presseberichten..So wird darauf hingewiesen, dass die US-Großbank JP Morgan zur Finanzierung des Deals einen Überbrückungskredit von 20 Milliarden US-Dollar sicherstellen muss, und somit im kurzfristigen Bereich, erhebliche bilanzielle Kurzfrist-Risiken entstehen könnten. In dem vereinbarten Kaufpreis von 39 Milliarden US Dollar ist unter anderem eine Gebühr von 7,6 Prozent oder  3,0 Milliarden US-Dollar vereinbart worden, die im Falle einer Rückabwicklung fällig werden würde. Diese laut Vereinbarung in bar zu zahlende Strafe ist prozentual betrachtet die bisher höchste die jemals bei einer Übernahme vereinbart wurde.

Die Kursgewinne des Titels in den vergangenen beiden Tagen halten sich nach der Meldung in Grenzen. Ich gehe nicht davon aus, dass es nun gelingen wird die Telekom Aktie durch eine Konzentration auf das Kerngeschäft kurzfristig zum echten Renditebringer zu wandeln, mal abgesehen von der Dividende. Genau diese Dividendenzahlungen aber dürften es wohl auch in Zukunft verhindern, dass der Aktienkurs nennenswert steigen wird. Auch die Gilde der Analysten übt sich doch eher in vornehmer Zurückhaltung. Ein überhasteter Einstieg dürfte sich hier nicht aufdrängen. Interessierten Anlegern rate ich vorher zu einem Blick auf den 10-Jahres-Chart 🙂 Kommt es zu einem erneuten Rücksetzer des Gesamtmarktes kann man immer noch ganz bequem zu günstigeren Kursen einsteigen – wenn man das denn möchte!

Die BILD schreibt heute unter dem Titel „Hype an der Börse“ Telekom: „Die Volks-Aktie ist plötzlich wieder da“ – das sollte einem eigentlich zu denken geben…

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