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E.ON und RWE – wenig Phantasie aber viel Euphorie

Wie erwartet schlecht könnte man auf den ersten Blick bei den heute veröffentlichten E.ON Zahlen sagen, ich würde sogar meinen dass die Zahlen grottenschlecht waren. Aber offensichtlich hat sich der Markt hier noch Schlimmeres erwartet, anders ist der heutige Kursanstieg für mich nicht zu erklären. Für das Geschäftsjahr 2011 musste E.ON unterm Strich einen Konzernfehlbetrag von knapp 1,9 Milliarden Euro ausweisen. Noch im Vorjahr hatte der Konzern einen Gewinn von 6,2 Milliarden Euro erzielt. Erstmals in der langen Firmengeschichte schriebt der Energiekonzern also tief rote Zahlen. Natürlich wurde dieser Einbruch durch die plötzliche Energiewende unserer Bundesregierung, und der damit verbundenen sofortigen Stilllegung einiger Atomkraftwerke initiiert, der Ergebnisrückgang im Gashandel um 630 Millionen Euro trifft den Konzern aber nicht unbedingt schuldlos.

Die Tatsache dass nun alle Fakten auf dem Tisch liegen kann ja bekanntlich manchmal schon wahre Wunder an der Börse bewirken…Wie auch immer, ich bin noch gespannt ob die heutige Erleichterungs-Rally wirklich nachhaltig sein wird, oder ob sich der Anstieg auf über 18,- Euro eher mit dem allgemeinen Börsenumfeld erklären lässt. Konzernchef Johannes Teyssen geht davon aus dass E.ON die Talsohle durchschritten hat. Hohe Ergebniszuwächse bei den erneuerbaren Energien, im russischen Kraftwerksgeschäft und in der Gasproduktion zeigten, dass der Konzern die richtigen Wachstumsfelder definiert habe, so Teyssen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Firmenchef wieder eine Verbesserung des Ergebnisses die sich in den Folgejahren fortsetzen soll. Ob E.ON das Versprechen eines besseren operativen Ergebnisses halten kann bleibt dabei abzuwarten, denn der Konzernüberschuss soll mit 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro nur auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Auch wenn die Aktie heute aus charttechnischer Sicht ausgebrochen ist besteht meiner Meinung nach keine Eile sich nun in diesen Titel hinein zu stürzen. Für spekulative Naturen kann ein kurzfristige Trade sehr interessant sein, für Langfristanleger ist die Aktie in meinen Augen weiterhin ein heißes Eisen. Denn es ist keinesfalls in Stein gemeißelt dass die großen Energiekonzerne der Vergangenheit auch die führenden Anbieter in der Zukunft sein werden. Kleinere und flexiblere Unternehmen werden höchstwahrscheinlich mittelfristig Teilbereiche effizienter und flexibler abdecken können. Ich denke es ist wichtig sich gedanklich von dem „alten Modell“ zu verabschieden und die Urgesteine der deutschen Stromversorgung nicht über zu bewerten. Wie immer gibt es im Laufe der Geschichte eine Zeit vor und nach einem bedeutendem Ereignis. Und wer darauf setzt dass E.ON oder RWE ihre alten Höchststände wiedersehen, könnte bitter enttäuscht werden. Denken Sie bspw. an die „Volksaktie“ der Telekom…!

Telekom wirft Drillisch Tochter Betrug vor – Aktie stüzt ab

Für Drillisch Aktionäre war der heutige Montag ein katastrophaler Tag, der wohl noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte zeitweise von zuvor 8,40 Euro auf 3,25 Euro ab, konnte sich aber zum Handelsschluss wieder etwas fangen. Der Xetra Schlusskurs lag bei runden fünf Euro. Was war passiert? Die Telekom wirft einem Tochterunternehmen des Serviceproviders Drillisch, der Simply GmbH, vor mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert zu haben, ohne dass entsprechende Kundenverhältnisse zugrunde lagen. Soll heißen man habe versucht sich an den dafür gezahlten Provisionen zu bereichern, ohne einen „echten“ Gegenwert zu liefern. Die Telekom hat Strafanzeige erstattet, selbstverständlich wurde in diesem Zusammenhang auch gleich die Zusammenarbeit fristlos gekündigt.

Drillisch hingegen wehrt sich vehement gegen diese Vorwürfe. „Die Simply Communications GmbH habe sich im Hinblick auf von der Telekom gezahlten Provisionen vollumfänglich in Übereinstimmung mit den mit der Telekom geschlossen Verträgen verhalten“ hieß es in der Meldung. Offensichtlich streiten sich die beiden Unternehmen bereits seit einigen Tagen über diesen Vorfall, denn nach Aussage von Drillisch habe die Simply GmbH bereits am 03.11.2011 von sich aus den Vertrag gekündigt, nachdem man sich bei der Telekom uneinsichtig gezeigt hatte. Eine konkrete Gegendarstellung der Ereignisse war allerdings keiner Pressemeldung heute zu entnehmen.

Letztlich bleibt nicht viel übrig als das Gelesene zu deuten. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen dass die Simply GmbH es sich leisten kann einen Vertrag mit der Telekom von sich aus zu kündigen. Noch weniger kann ich mir vorstellen dass wirklich jemand so doof ist zu glauben dass er damit durchkommt, wenn es denn tatsächlich so gewesen ist. Kurzfristig ist all dies aber auch weniger relevant, denn es verhält sich ähnlich wie mit bspw. den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Strauss Kahn. Wenn so etwas mal ausgesprochen wurde ist es fast schon egal ob jemand etwas getan hat oder nicht. Es klebt an einem und man wird es nicht mehr los! Welche Auswirkungen dies auf die Bilanz der Drillisch AG hat ist also eher nicht so entscheidend sondern viel mehr der Imageschaden der hier entstanden ist.

Unser Fazit an dieser Stelle kann auch somit nur sein dass man die Finger bis zur endgültigen Klärung von der Aktie lassen sollte, auch wenn natürlich eine Rebound-Spekulation an solchen Tagen immer reizvoll erscheint.

Deutsche Telekom – Sieg oder Niederlage?

Manchmal ist es schon recht interessant mit anzusehen wie eine eigentliche Niederlage medial so aufbereitet wird, dass sie letztlich auf die meisten Menschen als Sieg wirken muss. So fragt man sich beim Durchlesen der Meldungen zur Deutschen Telekom momentan ernsthaft ob man da irgend etwas vielleicht nicht richtig verstanden haben könnte. Ausgang war die gestrige Meldung in der von dem Rückzug der Telekom aus dem amerikanischen Markt die Rede war. Der Verkauf der US Sparte an AT&T wurde groß gefeiert, schließlich gibt es ja auch bald einen Milliarden-Geldregen aus dem Verkaufserlös, und einen ordentlichen Anteil am weltgrößten Telekommunikationsanbieter AT&T.

Mit dem Geld wolle die Telekom unter anderem den stattlichen Schuldenberg von  rund 42 Milliarden  und ca. 12 Milliarden auf dann unter 30 Milliarden Euro reduzieren. Weitere fünf Milliarden Euro sollen in ein Aktienrückkaufprogramm investiert werden. Telekom Finanzvorstand Höttges stellt den Verkauf der US Sparte als wohl durchdachten strategischen Rückzug dar. Die Wahrheit dürfte wahrscheinlich etwas anders aussehen, und lässt zumindest vermuten, dass dieser Schritt aus der Not heraus geboren wurde. Dennoch muss man den Bonnern taktisches Geschick attestieren, da der Verkauf zumindest wohl zum richtigen Zeitpunkt, und vor allem zum richtigen Preis stattfindet.

Ein „Geschmäckle“ zu der Transaktion findet sich dann auch noch in einigen Presseberichten..So wird darauf hingewiesen, dass die US-Großbank JP Morgan zur Finanzierung des Deals einen Überbrückungskredit von 20 Milliarden US-Dollar sicherstellen muss, und somit im kurzfristigen Bereich, erhebliche bilanzielle Kurzfrist-Risiken entstehen könnten. In dem vereinbarten Kaufpreis von 39 Milliarden US Dollar ist unter anderem eine Gebühr von 7,6 Prozent oder  3,0 Milliarden US-Dollar vereinbart worden, die im Falle einer Rückabwicklung fällig werden würde. Diese laut Vereinbarung in bar zu zahlende Strafe ist prozentual betrachtet die bisher höchste die jemals bei einer Übernahme vereinbart wurde.

Die Kursgewinne des Titels in den vergangenen beiden Tagen halten sich nach der Meldung in Grenzen. Ich gehe nicht davon aus, dass es nun gelingen wird die Telekom Aktie durch eine Konzentration auf das Kerngeschäft kurzfristig zum echten Renditebringer zu wandeln, mal abgesehen von der Dividende. Genau diese Dividendenzahlungen aber dürften es wohl auch in Zukunft verhindern, dass der Aktienkurs nennenswert steigen wird. Auch die Gilde der Analysten übt sich doch eher in vornehmer Zurückhaltung. Ein überhasteter Einstieg dürfte sich hier nicht aufdrängen. Interessierten Anlegern rate ich vorher zu einem Blick auf den 10-Jahres-Chart 🙂 Kommt es zu einem erneuten Rücksetzer des Gesamtmarktes kann man immer noch ganz bequem zu günstigeren Kursen einsteigen – wenn man das denn möchte!

Die BILD schreibt heute unter dem Titel „Hype an der Börse“ Telekom: „Die Volks-Aktie ist plötzlich wieder da“ – das sollte einem eigentlich zu denken geben…

Weiterhin Vorsicht bei Solarworld, Q-Cells, Nordex, Solon, Conergy und Co.

Ich hatte ja bereits in der vergangenen Woche davor gewarnt nun allzu euphorisch bei den Aktien von Solarworld, Q-Cells, Nordex, Solon, Conergy und Co. zu werden, und mich damit wieder einmal gegen die allgemeine Meinung gestellt. Wie man sieht habe ich mit meiner Prognose Recht behalten und möchte auch weiterhin zur Vorsicht mahnen. Die Aktien sind nach der atomaren Katastrophe in Japan zunächst deutlich angesprungen, und gingen sofort in eine erneute Übertreibjungphase über – das konnte nicht gut gehen! Wer schon länger an der Börse aktiv ist weiß, dass solche Bewegungen meistens nur ein bis zwei Tage Bestand haben.

Auch heute, nachdem nun wieder etwas Ernüchterung eingetreten sein dürfte, sehe ich den Sektor der Solarwerte weiterhin erst einmal schwierig. Die Probleme sind bekannt, sinkende Margen, hohe Konkurrenz, etc. ändern sich auch mit einem Wechsel der Atompolitik nicht! Aktien wie die von Conergy gehören nach wie vor nur in die Depots von sehr spekulativ orientierten Tradern, aber sicherlich nicht in die von fundamental orientierten Langfristinvestoren. Ebenso kritische sehe ich die Titel von Solon und auch Q-Cells. die Conergy Aktie muss zudem nun den TecDAX verlassen und dürfte damit wohl in Zukunft noch weniger Anlegerinteresse auf sich ziehen.

Ein schönes Beispiel für die neue Euphorie ist wohl auch die Nordex Aktie, die auch heute wieder – nach einem kräftigen Rücksetzer am Freitag – deutlich zulegen kann. Auch Analysten äußern sich inzwischen immer kritischer zu der Aktie des Herstellers für Windkraftanlagen. Die fundamentalen Perspektiven hätten sich nicht so deutlich verbessert, wie viele Anleger momentan offenbar glaubten, schrieben Analysten der WestLB in einer Studie vom Freitag, und senkten das Kursziel auf 4,70 Euro. Auch die UBS setzte die Nordex Aktie kürzlich auf „sell“. Dieser Meinung kann ich mich ebenfalls nur anschließen. Langfristig dürfte die Aktien aus den beiden Sektoren selbst im Falle eines Supergaus in Japan vorerst nur mäßiges Potenzial haben.

Die Situation in Japan ist keineswegs geklärt und es ist immer noch nicht sicher, ob es hier noch zu einem positiven Ausgang für uns alle kommen wird. Auch in anderen Sektoren wie der High-Tech Branche und bei den Automobilaktien scheint sich bereits wieder übermäßiger Optimismus breit zu machen. Der Dax hat inzwischen bereits wieder 350 Punkte gut gemacht, vergessen sollte man dabei aber nicht, dass ein Großteil der heutigen Kursbewegung der Sondersituation bei der Telekom geschuldet ist!. Lassen Sie sich nicht zu unüberlegten Handlungen hinreißen und warten Sie weiter ab!

E.ON, RWE und Telekom – Dividendentitel sind „out“

Versorgertitel sind „Out“, RWE und E.ON Aktien bleiben weiter unter Druck. Wir hatten ja bereits als die ganze Diskussion um einen möglichen Sektorenwechsel aufkam darauf hingewiesen, dass man nicht alles glauben sollte, was einem die Presse so glauben machen will. Knapp 4 Wochen später sieht die traurige Bilanz dann doch wie erwartet ganz anders aus. Während die Autobauer eine schöne Zwischenrally hinlegen konnten in der man noch einmal überproportionale Gewinne einfahren konnte, ist das Strohfeuer bei den Versorgeraktien schnell wieder erloschen. RWE hat gestern das Zahlenwerk vorgelegt, und dies war durchaus nicht schlecht, aber nun erwartet der Konzern für 2011 einen Rückgang beim betrieblichen Ergebnis von satten 20 Prozent. RWE will nun Sparprogramme ausrufen, sich von Beteiligungen trennen, und Investitionen deutlich zurückfahren um diese Entwicklung aufzufangen.

Die RWE Aktie gab gestern nach der Nachricht kräftig nach und musste Abschläge von 52,- auf 48,50 Euro hinnehmen. E.ON Titel wurden sofort in Sippenhaft genommen und vielen entsprechend mit. Beide Titel haben damit neue Verkaufssignale generiert. Die Underperformer des Jahres 2010 im Dax könnten also auch die Anwärter auf diesen Titel für das Jahr 2011 werden. In einer kürzlich auf Investors Inside geführten Diskussion zum Thema Dividendentitel wurde immer wieder gerne auf die hohe Dividendenrendite der beiden Aktien verwiesen. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, das dies unter den gegebenen Umständen nicht das erste Kaufkriterium sein sollte, und es sicherlich falsch ist an einer Strategie die vor zehn Jahren gut war heute noch unbedingt festhalten zu wollen.

Ist es also wirklich ratsam in Versorgeraktien zu investieren, die zwar eine hohe Dividendenrendite aufweise, aber keinerlei sonstige Kurssteigerung der Aktie zeigen. Ganz im Gegenteil, während Anleger mit Automobilaktien bis zu 100 Prozent Rendite einfuhren mussten Anleger die defensive Werte im Depot hatten sogar Verluste hinnehmen. Am 17.02.2011 schrieb ich dazu folgenden Artikel: Sind E.ON und RWE wirklich ein Kauf?

Die Charttechnik versprach in den letzten Wochen kurzzeitig dass für die E.ON-Aktionäre nun wieder bessere Zeiten anbrechen könnten, jedoch sind die Kursgewinne doch eher überschaubar ausgefallen. Ebenso lief es bei der RWE Aktie. Ich traue beiden Titeln auch in diesem Jahr nur sehr moderate Zuwächse zu. Zunächst gehe ich davon aus, dass die zarten Kursgewinne der letzten Wochen erst einmal wieder abverkauft werden könnten, wenn es zu einer Konsolidierung des Gesamtmarktes kommt. Von dort aus könnten beide Titel dann , wie der Rest des Marktes, eine Erholungsrallye zeigen, die bei EON , zumindest kurzfristig, aber nicht über 27,50 Euro und bei RWE nicht über 58,- Euro führen sollte.

Wie immer liegt der Gewinn im Einkauf, sprich ein Investment in Versorgeraktien kann kurzfristig interessant sein, wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt. Beispielsweise könnte ein Trade zu 48 bis 50,- Euro bei der RWE Aktie mit einem Kursziel von ca. 58,- Euro eine Rendite von ungefähr 20 Prozent abwerfen. Auch wenn ich glaube, dass es Blue Chips mit deutlich mehr Potenzial am deutschen Markt gibt, sicherlich keine schlechte Rendite. Vergessen Sie Dividenden, denn am Folgetag der Ausschüttung sind diese meistens voll im Aktienkurs eingepreist, und Sie haben de facto nichts verdient. Das sich das Warten auf eine Dividende nicht unbedingt lohnen muss zeigt heute auch die Dividendenkürzung bei der Telekom…die gewünschte Rendite hätte sich wohl auch innerhalb der letzten 24 Stunden mit Porsche Aktien erzielen lassen.

Volkswagen-Telekom Korruptionsaffäre drückt auch bei Porsche die Stimmung

Unschöne Geschichten hört man da seit gestern aus Wolfsburg… Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei ehemalige Manager der Telekom-Tochter T-Systems, einen Berater sowie zwei VW-Beschäftigte, weil diese sich Verträge mit einem Gegenwert von mehreren 100 Millionen  Euro zugeschachert haben sollen. Unter anderem sollen sich die betreffenden Mitarbeiter verabredet haben, T-Systems Großaufträge von VW zukommen zu lassen wenn die Telekom im Gegenzug einen millionenschweren Sponsoring-Vertrag mit dem VfL Wolfsburg verlängert. Beide Unternehmen sind um Schadensbegrenzung bemüht und versprechen der Öffentlichkeit uneingeschränkte Aufklärung der Vorwürfe. Sicherlich der beste Weg damit umzugehen, auch wenn die Unternehmensführungen beider Konzerne beteuern nichts davon gewusst zu haben bleibt dennoch ein etwas fader Beigeschmack.

Im Falle der Telekom kann und will ich mich dazu nicht äußern, da ich dieses Unternehmen schlicht und ergreifend nicht beobachte. Treue Leser von Investors Inside wissen auch warum! Im Falle VW versuche ich das ganze eher nüchtern, und realistisch zu betrachten. Natürlich sind solche Absprachen einzelner Mitarbeiter auch für das Image des Gesamtunternehmens nicht unbedingt positiv und wenn diese dann bekannt werden kurzfristig auch belastend für den Aktienkurs. Dennoch, was passiert im schlimmsten Fall? Die Ermittlungen werden sich über Monate hinziehen, und die meisten Anleger werden bis zur Veröffentlichung des Ergebnisses schon gar nicht mehr daran denken. Die Unternehmen werden gegebenenfalls eine Strafe zahlen müssen, die meistens eine Höhe hat, die für die Unternehmen noch aus der Portokasse zu bezahlen ist.

Völlig unverständlich ist mir in diesem Zusammenhang der Kursverlust bei der Porsche Aktie gestern. Das Unternehmen hat zwar auch so seine rechtlichen Altlasten durch die gescheiterte Übernahmen von VW zu tragen, eine Sippenhaft mit dem Mutterkonzern wegen der jüngsten Korruptionsaffäre macht aber wenig Sinn. Diese offensichtliche Betrachtungsweise vieler Anleger zeigt aber auch, dass die jüngsten Diskussionen über die baldige Fusion beider Unternehmen eigentlich völlig überflüssig sind, denn die Fusion hat in den Köpfen der Anleger schon längst stattgefunden. Der tatsächliche Schritt der Verschmelzung wird wohl kommen und zwar bald. Ich habe gestern Abend, im späten Xetra Handel,  beide Titel gekauft und setze auf einen kurzfristigen Rebound der VW und vor allem der Porsche Aktie.

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..spanische, und andere Störfeuer

Zunächst einmal möchte ich mich offiziell bei Ihnen zurückmelden. Meine technischen Schwierigkeiten bezüglich eines nicht vorhandenen Internetanschlusses scheinen zumindest vorübergehend gelöst zu sein. Auch wenn ich nicht so ganz davon überzeugt bin, dass dies nun schon das Ende meiner digitalen Odyssee gewesen ist habe ich doch die Hoffnung, dass ich künftig nicht ausgerechnet an den turbulentesten Handelstagen des Jahres ohne Internetanschluss dastehen werde. Man ist auch seitens der Telekom inzwischen, nach diversen Telefonaten mit der Führung in Bonn und der Bundesnetzagentur, wirklich bemüht eine Lösung zu erarbeiten. Mir war einfach nicht klar, dass der Wechsel von einem zum anderen Provider eine der letzten großen Herausforderungen dieser Zeit ist. Und für meine Naivität möchte ich mich insbesondere beim Anbieter M-Net entschuldigen. Da bin ich Depp doch tatsächlich davon ausgegangen, dass eine Kündigung vier Monate vor einem Wechsel ausreichend sein sollte um am 12. Mai einen Schalter umzulegen….aber besonders bei MNet scheint dies einer unlösbaren Aufgabe gleich zu kommen!

Nun ja, ich will Sie nicht langweilen, dies nur zur Erklärung warum ich etwas unregelmäßig geschrieben habe… Der Markt scheint sich stabilisieren zu wollen. Heute Morgen sah eigentlich alles noch ganz prima aus, die Vorgaben vom Freitag aus den USA waren einigermaßen erfreulich und man konnte zum Handelsstart im Dax mit steigenden Notierungen rechnen. Dann gegen 10 Uhr mussten wir leidgeprüften Anleger eine erneute Hiobsbotschaft aus Europa wahrnehmen, die sogleich auch den Euro wieder ein Stockwerk tiefer rauschen ließ. Die spanische Sparkasse CajaSur musste heute nicht ganz überraschend vom Staat gerettet werden um einen Kollaps abzuwenden. Nun auch noch Spanien? Nicht wirklich, denn die Schieflage der CajaSur war schon länger bekannt und lediglich die Ignoranz des eigenen Managements hatte eine schnellere und für die Nerven der Anleger schonendere Lösung bisher verhindert.

Man wollte seitens der alten kirchlichen Chefriege der CajaSur sogar lieber das Unternehmen in die Pleite führen, als einer Fusion mit der größten Sparkasse des Landes, Unicaja, zuzustimmen. Die etwas weltfremden Herren durften dann auch gleich Ihre Stühle räumen, was aber auch nicht verhindern konnte, dass Bankenwerte in Europa insbesondere die drei größten Spaniens, Santander, BBVA und Popular heute herbe Kursverluste einstecken mussten. Die Frage nach der Stabilität des spanischen Bankensektors wurde heute erneut und etwas unsanft aufgeworfen. Persönlich glaube ich nicht, dass nun Spanien den nächste Wackelkandidat ist, die extreme Nervosität der Märkte ist spürbar und immer noch scheinen sich die Indizes weltweit nur am Eurokurs zu orientieren. Viel mehr sollte man wie bereits erwähnt die Schwäche in ausgesuchten Aktien nun für erste Käufe nutzen.

Bereits vergangene Woche habe ich Ihnen meine Kaufkandidaten vorgestellt, leider bin auch ich nahezu komplett erst einmal wieder ausgestoppt worden. Am Freitag habe ich die Positionen nun wieder alle eingebucht. Ich möchte aber noch einmal darauf hinweisen, dass diese Strategie nichts für schwache Nerven ist und auch nur verfolgt werden sollte, wenn man sehr konsequent auch bereit ist kleinere Verluste hinzunehmen bevor es große werden. Sollten also nun erst einmal keine weiteren Störfeuer auf uns zukommen sehe ich gute Chancen für eine Erholung der Märkte in der aktuellen Börsenwoche. Die Unterstützungen haben gehalten, auch wenn es deutlich tiefer ging als zunächst angenommen. Das wichtigste Faktor für die weitere Entwicklung bleibt aber wohl der Eurokurs, der sich nun zu stabilisieren scheint. Auch in dieser Woche sollten Sie also die europäische Leitwährung weiter genau beobachten. Mittelfristig dürfte der Euro wohl noch etwas an Boden verlieren, doch die Abhängigkeit der Indizes davon sollte irgendwann wieder nachlassen..

Warum ich niemals Telekom Aktien kaufen würde..

Heute war es mal wieder soweit die Deutsche Telekom hat erneut ihre geballte Kompetenz unter Beweis gestellt! Es ist nun bereits das dritte Jahr in Folge, in dem ich versuche meinen Internet- und Telefonanschluss zum deutschen Marktführer um zuziehen. Leider bin ich aber auch dieses mal an der Unfähigkeit der dort zuständigen Mitarbeiter gescheitert. Hintergrund war, dass ich ganz regulär bei meinem alten Anbieter gekündigt, und zum heutigen Tag eine Übernahme der bestehenden Leitungen durch die Telekom beantragt habe, was mir auch schriftlich bestätigt wurde. Der Grund meines Wechsels liegt nicht etwa in irgend einer Unzufriedenheit meinem alten Anbieter begründet sondern schlicht an der Tatsache das man bei der Telekom für einen ähnlichen monatlichen Betrag noch das schicke Fernsehen auf Abruf mit dazu bekommt – wenn man es bekommt. Letztendlich hat mich also das überaus schlechte deutsche Fernsehprogramm dazu bewegt, weil ich nicht mehr meine kostbare Zeit mit sinnfreien Soaps und Gameshows verschwenden wollte.

Soweit zu meinen Beweggründen… Im Vorfeld meines erneuten Wechselversuches hatte ich mich bereits mit mehreren Freunden über die Zufriedenheit bezüglich Ihres T-Home Paketes unterhalten, und eigentlich auch durchweg ein positives Feedback bekommen. Die Zeiten der DDR Mentalität von Telekom Mitarbeitern seien vorbei und der Service inzwischen deutlich besser geworden, war das Fazit. Letztendlich überzeugte mich aber eigentlich wie gesagt das Angebot die von mir gewünschten Sendungen jederzeit abrufen zu können. Trotz meiner persönlichen Erfahrungen aus den vergangenen Jahren in denen ich bereits erfolglos und mit ähnlichem Ergebnis versucht hatte einen Wechsel zu einem bestimmten Termin zur Telekom zu veranlassen, versuchte ich es also nun erneut. Wie Sie sich vorstellen können ist es für mich aus beruflichen Gründen nicht tragbar einen oder mehrere Tage auf einen Internetanschluss zu verzichten. Ich war mir aber auch sicher, dass der koordinierte Wechsel zu einem bestimmten Termin keine Raketenwissenschaft sein sollte…

Weit gefehlt! Die Telekom lieferte wieder mal nicht wie versprochen und ich muss jetzt ganz schnell bei meinem alten Provider um Gnade bitten und reumütig zurückkehren, damit ich nicht ab morgen ohne Telefon und Internetanschluss dasitze. Ich hoffe das klappt jetzt noch! Dies war dann sicherlich auch mein letzter Versuch zu wechseln und bringt mich immer wieder sehr verärgert zu dem Ergebnis, dass sich eben doch nichts geändert hat bei der deutschen Telekom. Ich gehe mal davon aus, dass ich mit den gemachten Erfahrungen kein Einzelfall bin, langfristig wird sich diese Schlamperei rächen. Der Aktienkurs zeigt seit dem Börsengang der „Volksaktie“ nahezu konstant nach unten. Anleger die darauf hoffen, dass die Kurse aus den Jahren 1999/2000 jemals wieder erreicht werden können einem nur Leid tun. Es hat sich seitdem eben nichts wirklich geändert…warum sollte diese Aktie dann steigen? Und warum sollte man eine Aktie die seit fast 10 Jahren fällt kaufen? Sollten Sie morgen also nichts von mir lesen wissen Sie was passiert ist…Lieber Rene Obermann ,das musste jetzt einfach mal raus!

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