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Solarworld – Finale Furioso?

Heute wurde erneut bekannt dass der ehemalige „Sonnenkönig“ Deutschlands, Frank Asbeck erneut 1.200.000 Solarworld Aktien verkauft hat und sich damit erneut eine knappe halbe Million Euro sichert. Die spannende Frage für alle Noch-Investierten ist wohl nach wie vor die nach dem Grund der massiven Insider-Verkäufe auf diesem nahezu lächerlichen Kursniveau… Asbeck hatte zuletzt mehrfach große Aktienpakete verkauft, was allgemein nicht nur für großen Unmut und Verunsicherung unter den Anlegern gesorgt hat, sondern auch den Aktienkurs noch einmal deutlich fallen ließ. Laut offiziellen Angaben hält Asbeck nun inzwischen weniger als 10 Prozent der Aktien (9,85%), was ungefähr 11 Millionen Stimmrechten entspricht.

Verdenken kann man es dem Firmenchef nicht, denn der geplante Kapitalschnitt dürfte einen Großteil des verbliebenen Wertes einer Altaktie vernichten. Allerdings muss man sich doch zwangsweise die Frage nach dem gewählten Zeitpunkt stellen…? Solarworld hatte inzwischen Gesamtschulden von ca. 930 Millionen Euro angehäuft, die sich überwiegend aus Schuldscheindarlehen und Unternehmensanleihen ergeben. Dem gegenüber steht eine aktuelle Marktkapitalisierung von ca. 48 Millionen Euro. Aktionärsvertreter hatte zuletzt erfolglos gegen die weitere Enteignung geklagt sodass der Weg nun frei ist um den Restrukturierungsplan für die Gesellschaft umzusetzen.

Der im Sommer 2013 verabschiedete Rettungsplan sieht vor, dass 55 Prozent der Schulden nicht zurückgezahlt, sondern in Eigenkapital umgewandelt werden. Verbleiben würden dann aber immer noch fast eine halbe Milliarde Euro an Verbindlichkeiten. Das Emirat Qatar will sich über Qatar Solar zudem mit „stolzen“ 35 Millionen Euro an Solarword beteiligen. Hinzu kommt noch die kürzlich vereinbarte 130 Millionen Euro Zahlung  der Robert Bosch GmbH, für die Übernahme des Solargeschäfts der Stuttgarter, die allerdings wohl voll für den zu erwartenden Verlust der Bosch-Photovoltaikproduktion im thüringischen Arnstadt verwendet werden sollen. Insgesamt klingen die Rettungs-Beträge doch relativ gering…

Frank Asbeck selber möchte sich mit ca. 10 Millionen Euro an der Rettung seines Solarunternehmens beteiligen. Vielleicht ist das der Grund für die Verkäufe – vielleicht auch nicht. In jedem Fall scheinen die Aktionäre hier am Ende wohl einmal mehr die Leidtragenden zu sein, die nahezu leer ausgehen. Die Pläne sind allerdings schon seit Monaten bekannt und somit keine große Überraschung. Wer also immer noch Solarworld Aktien hat, sollte sich vielleicht fragen warum und ggf. darüber nachdenken es Frank Asbeck gleich zu tun. Das was jetzt kommt war schon mindestens seit 12 Monaten absehbar… ebenso wie das aus meiner persönlichen Sicht sehr wahrscheinliche Ende des ehemals größten Solarkonzerns Deutschlands.

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Solar-Party bei FirstSolar, Suntech, Trina, Yingli und LDK Solar, was machen Solarworld und Co.?

US Solaraktien legten gestern eine saftige Rally hin. Allen voran die amerikanische First Solar, deren Aktienkurs um stolze 45 Prozent zulegen konnte. Grund für diesen Kurssprung war die nach oben angepasste Prognose des größten Solarmodulherstellers der USA. So rechnet man bei FirstSolar nun für das laufende Jahr mit einem Gewinn je Aktie zwischen 4,0 und 4,5 Dollar, ohne Sonderposten. Die durchschnittliche Analystenschätzung beläuft sich aktuell noch auf ca. 3,50 Dollar je Aktie. Somit liegt die neue Prognose deutlich über den Erwartungen und wurde gestern in den Aktienkurs eingearbeitet. Auch für die kommenden beiden Geschäftsjahre zeigte sich das Unternehmen optimistischer als die Experten und erwartet höhere Erträge als bislang kalkuliert. Man darf gespannt sein ob die gesteckten Ziele auch tatsächlich erreicht werden können…?

Die restliche Solarbranche, insbesondere die chinesischen Solarwerte wie Trina Solar, Yingli, LDK und Suntech konnten ebenfalls kräftig zulegen. Zum einen beflügelten hier die Aussagen von FirstSolar die Aktienkurse, in der Annahme dass auch chinesische Hersteller nun wieder besseren Zeiten entgegen gehen, und zum anderen machten mal wieder Gerüchte die Runde das Investment-Legende Warren Buffet sich für die kürzlich in die Pleite gegangene Suntech Power interessieren würde.

Ich persönlich halte nicht viel von solchen Spekulationen und glaube auch nicht daran dass sich Buffet wirklich für Suntech interessiert. Viel mehr dürfte eines seiner Tochterunternehmen – wenn an den Gerüchten überhaupt etwas dran ist – wohl eher Interesse an den wenigen profitablen Geschäftsbereichen, die nicht mit Schulden überladen sind, haben. Das hieße aber dann wohl auch das der Rest des Unternehmens nach der Filetierung in die Abwicklungsabteilung geschickt wird. Der Aktionär des Unternehmens geht wie immer leer aus…! Kein Grund also die Suntech Aktie zu kaufen, die gestern um satte 29 Prozent zulegen konnte.

Spekulationen auf Gerüchte bleiben ein gewagtes Spiel, insbesondere wenn es sich dabei um eine so angeschlagene Branche wie die Solarindustrie handelt. Die deutschen „Solarwerte“ wie SMA Solar oder auch Wacker Chemie konnten von dem Umfeld gestern ebenfalls kräftig profitieren, andere werden diese Entwicklung heute höchstwahrscheinlich noch nachholen. Woher der plötzliche Optimistmus bei FirstSolar kommt ist für mich persönlich noch ein Rätsel und so recht daran glauben kann ich nicht.

Ich prognostiziere somit mal wieder eine kurze Party mit einem längerem Kater danach, wie die letzten fünf Male auch! Für alle Glücksritter die sich nun erneut in die Aktien dieser Branche locken lassen, gilt…Wer schnell genug ist hat gute Chancen auf schnelle Gewinne, sollte aber die Party rechtzeitig wieder verlassen. Und das gilt auch für die deutschen Branchenvertreter!

Kann Solarworld die Schulden nicht mehr begleichen?

Die Krise der Solarbranche bringt nun offenbar auch das ehemalige deutsche Vorzeigeunternehmen Solarworld schwer in finanzielle  Bedrängnis. Gestern Abend kündigte das Unternehmen an, dass angesichts der wettbewerbswidrigen Marktbedingungen “gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten der Gesellschaft“notwendig sind” Insbesondere sollen die ausgegeben Anleihen und Schuldscheindarlehen davon betroffen sein. Laut dem Vorstand komme man bei eine externe Prüfung der Unternehmensplanung für die kommenden Jahre auf folgendes Ergebnis. Zum Stichtag 30. September 2012 wies der Finanzbericht von Solarworld Gesamtschulden in Höhe von 1,04 Milliarden Euro aus. Darunter 543 Millionen in Anleihen und 354,2 Millionen Euro in Schuldscheinen. Die nun folgenden Maßnahmen betreffen also wohl die große Mehrzahl der Gläubiger.

Details über konkrete Maßnahmen gab es bei dieser Ankündigung jedoch nicht. Dennoch kann man wohl davon ausgehen dass diese Meldung heute bei der gesamten deutschen Solarlandschaft ihre Spuren hinterlassen wird. Firmenboss Frank Asbeck macht weiterhin die Dumping Politik der Chinesen für sie Probleme seines Konzerns verantwortlich – womit er ja wahrscheinlich auch recht hat. Das hilft den Anlegern die seit Jahren auf ein Comeback bei dem Konzern warten aber herzlich wenig… Die Solarworld Aktie fiel nachbörslich bereits um knapp 5 Prozent heute vorbörslich ist die Aktie weiter deutlich unter Druck. Wenn Sie mich fragen hört sich das gar nicht gut an, ist aber letztlich genau das was ich u.a. > hier < erwartet habe und früher oder später so kommen musste. Ich hatte zuletzt mehrfach u.a. >  hier < gewarnt als die Euphorie bei dem Titel mal wieder am größten war. Jetzt heißt es wohl erst einmal „Anschnallen“!

Solarworld – wie lange noch?

Es ist und bleibt ein Fass ohne Boden! Der deutsche Branchenprimus Solarworld hat heute seinen Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt. Um es kurz zu machen, unterm Strich stand ein kräftiger Verlust in Höhe von 68,7 Millionen Euro nach „nur“ 11 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz sackte weiter deutlich auf 128,8 Millionen Euro ab, was einem Rückgang um 41 Prozent entspricht.. Das EBIT lag bei einem Minus von knapp 46 Millionen Euro nach einem Plus von 19,2 Millionen Euro vor einem Jahr. Konzernchef Frank Asbeck erwartet auch für das Gesamtjahr nun „deutlich“ weniger Umsatz und Gewinn, bzw einen hohe operativen Verlust. Zwar will der Konzernchef nun weiter gegensteuern indem er auf die Kostenbremse tritt, ob dieses Sparprogramm allerdings die nötigen Verbesserungen bringen wird um operativ wieder auf eine schwarze Null zu kommen, darf aber zumindest bezweifelt werden. Der Weg des einstigen Highflyers scheint damit weiterhin vorgezeichnet zu sein. Ich persönlich lasse auf jeden Fall weiterhin die Finger von der Aktie!

Solarworld und Conergy – Die Hoffnung stirbt zum Schluss !

Es ist ruhig geworden um die einstigen Highflyer im Deutschen Solarmarkt…Auch wenn Frank Asbeck am Wochenende zu einer Großoffensive blies. „Man will uns kaputt machen“ lautete die markige Überschrift der verschiedenen Aktikel. Darin beschwert sich Asbeck ganz offen über die, seiner Meinung nach enormen Fehlleistungen unserer Politik, und den Einfluss den die Energie-Lobbyisten auf die Entscheidungen unserer Staatsführung. Weiter sprach Asbeck in dem Interview von einem Wirtschaftskrieg den China begonnen hätte, mit dem Ziel alle ausländischen Anbieter durch Dumpingpreise aus dem Markt zu verdrängen. Tausende von Arbeitsplätzen sein durch die Förderkürzungen in der Solarindustrie Deutschlands gefährdet….

Ansich sind das ja keine neuen Erkenntnisse. Auch wir haben in der Vergangenheit schon des öfteren über gewisse Diskrepanzen auf dem weltweiten Solarmarkt, und die Rolle gewisser politischer Entscheidungen dabei, hingewiesen. Dass Asbeck sich nun öffentlich klar dazu äussert, und die Bundesregierung auffordert diesem Treiben mittels Strafzöllen oder ähnlichem Einhalt zu gebieten, zeugt in meinen Augen eher davon dass auch dem deutschen Branchenführer das Wasser inzwischen bis zum Hals stehen könnte. Wie sinnvoll oder gerecht es ist an dieser Stelle öffentlich gegen die Bundesregierung zu schießen, darüber kann man sicherlich streiten. Das sich unsere Regierung aber auf ein Modell mit Strafzöllen einlassen wird, und die ansonsten so fruchtbaren Beziehungen zu China damit auf eine ernsthafte Belastungsprobe stellt, wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln.

Heute leidet die Aktie von Solarworld erneut an einem Schwächeanfall, der mit der aktuellen Herabstufung der UBS begründet wird. Das Schweizer Bankhaus hat das Kursziel von 3,- auf 1,50 Euro glatt halbiert, und würde die Aktie aktuell nur noch „Halten“ und nicht mehr „Kaufen“, und verweisen dabei auf das, trotz des geringen Kursniveaus extrem hohe KGV für das laufende Geschäftsjahr von 70. Für das kommende Jahr rechnen die Experten nun mit einem KGV von 38. Ob wir in den nächsten Jahren überhaupt ein KGV bei Solarworld sehen werden ist aber keinesfalls gewiss.

Der einstige Vorzeige Konzern der Branche ist zuletzt auch in die roten Zahlen gerutscht und hat weiterhin mit deutlich sinkenden Margen und dem Verlust von Marktanteilen zu kämpfen. Hinzu kommt dass Solarworld inzwischen Schulden in Milliardenhöhe angehäuft hat, während das Unternehmen nur noch mit aktuell 212 Millionen an der Börse bewertet wird. Auch die Charttechnik verheißt nichts Gutes…Mit dem heutigen Rutsch unter die Marke von 1,80 Euro dürfte das Kursziel der UBS schneller erreicht werden als so manchem Anleger lieb sein kann. Echte Unterstützungen sind in diesem Chart sowieso nicht mehr zu finden. Es bleibt also weiterhin das traurige Fazit, dass auch beim Branchenprimus nicht in ein fallendes Messer gegriffen werden sollte!

Etwas kurios fand ich auch die Meldung vom Wochenende dass Conergy bald wieder schwarze Zahlen schreiben will. Beim Lesen dieser Zeilen musste ich etwas schmunzeln, denn der Artikel klingt für mich doch eher etwas nach Zweckoptimismus als nach einem echten Plan sich aus der tiefen Krise zu befreien. Vorstandschef Philip Comberg beteuert dass man aus der Krise gelernt habe, und nun wieder „voran komme“. Unterstrichen wurde diese Aussage mit der Tatsache das das Unternehmen zum ersten Mal seit dem Börsengang im Jahre 2005 mehr eingenommen als ausgegeben habe. Na doll! Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen.

Wer auf das Comeback der beiden Unternehmen setzen will der sollte dies wohl nur mit ganz kleinen Beträgen und einem laaaangem Atem tun. Oder Sie kaufen sich eine dieser spottbilligen Solaranlagen aus China für das Geld 😉

Gastkommetar: Der Druck auf Solaraktien steigt weiter…

Jeder Job in der Solarindustrie in Deutschland kostet die Stromverbraucher rund 250.000 €, kommentierten die Subventionskritiker. Deutschland ist für die weltweite Solarbranche aufgrund exakt dieser Subventionspolitik durchaus ein Schlüsselmarkt, aber das war einmal:

Die „politische Energiewende“ sorgt aktuell wieder für Unruhe und Verunsicherung bei Verbrauchern und der Wirtschaft des Mittelstandes aus. Der Grund dafür ist, dass die Bundesregierung die bisherige Förder- und Subventionspraxis im erheblichen Umfang radikal ändern will und dies bereits früher und stärker, als bisher geplant. Der Kürzungsumfang, der zunächst ab 09.03.2012 angesetzt werden soll, für Strom aus neu installierten Anlagen, soll bis zu 29% Subventionsreduzierung – je nach Größe – umfassen. Die Kürzung umfasst 20,2 % für neu installierte Kleinanlagen; Besitzer von größeren und Freiflächenanlagen müssen Kürzungen von 29 % verkraften. Sukzessive soll die Förderung 0,15 Cent pro Kilowattstunde pro Monat und fortfolgend reduziert und heruntergefahren werden. Für neue Anlagen mit mehr als 10 Megawatt Leistung entfällt die Förderung gänzlich.

Die Zielrichtung der Förder- und Subventionspolitik in Sachen Solarstromgewinnung ist klar: die Fördersätze werden konzeptionell stetig weiter sinken. Zudem sollen die Besitzer der Anlagen künftig einen Teil des von ihnen erzeugten Stroms selbst verbrauchen oder vermarkten.

Der Deutsche Bundestag hatte am 30. Juni 2011 die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und damit eine Umkehr in der bisherigen Förder- und Subventionspraxis beschlossen. Der Bundesregierung ist bewusst geworden, dass sie diese enormen Kostenlasten der Förderpolitik pro Photovoltaik nicht mehr länger wird tragen können, schon gar nicht in diesem Umfang. Bedenken gegen die einseitige Privilegierung der Solarenergie wurden allerdings auch von Seiten der Wirtschaft und der Forschung erhoben:

Eine vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) durchgeführte Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen in Deutschland hatte ergeben,  dass diese Form der Förder- und Subventionspolitik unangemessen und ineffektiv ist. Rund 51 % der Unternehmen gaben an, dass das neue Energiekonzept durch steigende Energiepreise und eine schwankende Versorgungssicherheit ihr Investitionsverhalten negativ beeinflussen wird. Demgegenüber dürfte die Energiewende lediglich 20 % zu steigenden Investitionen führen. Klar benachteiligt ist die gesamte Dienstleistungsindustrie in Deutschland, insbesondere die Branchen, deren Geschäftsmodell und Geschäftszweck (Solarien; Wellness; Fitness; Friseure; Shopping-Center) auf Lichttechnik ausgelegt und erhöhten Stromkonsum angewiesen ist. Im Prinzip handelt es sich um (kleine) Großverbraucher, die jedoch nicht durch die Bundes-Härtefallregelungen aufgefangen werden, weil sie keine sog. produzierenden Betriebe sind, aber dennoch als energieintensives Gewerbe bilanzieren (wegen erreichen der Stromkosten von 15 % plus X der Wertschöpfung, d.h. Umsatz minus Energie- und Materialkosten).

Von einem Missverhältnis sprach auch die Forschung in Deutschland unter Auswertung der Energieeffizienz von Windkraft und Solarenergie: für Windkraft sprechen sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die Effizienz der Anlagen, die deutlicher höher seien, als bei der Photovoltaik-Energie. Deshalb sei die Kürzung der Förderung der Solarenergiegewinnung durch die Bundesregierung durchaus nachvollziehbar, zumal die Photovoltaik in Deutschland nur einen Anteil von 3 % an der gesamten Stromerzeugung hat, aber über die Hälfte der jährlichen Kosten in Höhe von 14 Milliarden Euro in Form von ausgezahlter Einspeise-Vergütung verursacht. Dieses Missverhältnis wird nun korrigiert.

Unternehmen und Aktienwerte dieser Branche geraten in schwere Bedrängnis, so z. B. die deutsche Q-Cells. Aber auch die im US-Markt notierten China-Solar-Aktien wie LDK Solar und Suntech Power stürzten nach der Veröffentlichung der geplanten Förderkürzungen teilweise erheblich ab.

Damit markiert das Jahr 2012 eine Wende in der Förderpolitik der vom Bundestag und Bundesrat im Jahr 2003 verabschiedeten Subventionen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Dieses Gesetz legte den Grundstein für den wirtschaftlichen Betrieb von Solaranlagen in Deutschland. Seit 2006 gibt es neue Bedingungen für die Stromeinspeisung. Hier wurde festgeschrieben, dass Energieversorger 20 Jahre lang die Stromeinspeisung pro Kilowattstunde fest vergüten müssen. Diese besonders attraktiven Subventions- und Fördergarantien und das Programm zur CO² Reduzierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau machten diese Investition für Eigenheimbesitzer und Investoren sehr interessant. Die Mindestvergütung für Solarstrom betrug 35,49 Cent pro Kilowattstunde, bei einer Solaranlagen-Dachinstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW wurden 46,75 Cent und bei einer Fassadeninstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW sogar 51,75 Cent vergütet.

Hier die aktuelle Vergütungsübersicht seit 01.01.2011(alt) und ab 01.01.2012 (neu = reduziert)
·         für Gebäudeanlagen bis 30 kWp

28,74 ct/kWh (alt)
24,43 ct/kWh (neu)
·         für Gebäudeanlagen 30 bis 100 kWp

27,33 ct/kWh (alt)
23,23 ct/kWh (neu)
·         für Gebäudeanlagen 100 kWp bis 1 MWp

25,86 ct/kWh (alt)
21,98 ct/kWh (neu)
·         für Gebäudeanlagen größer als 1 MWp

21,56 ct/kWh (alt)
18,33 ct/kWh (neu)
·         für Konversionsflächen

22,07 ct/kWh (alt)
18,76 ct/kWh (neu)
·         für Freilandanlagen

21,11 ct/kWh (alt)
17,94 ct/kWh (neu)

Durch diese Kürzungen soll der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland gebremst und neue Förderpräferenzen gesetzt werden, um die Effizienz und Qualität der Energie-Wende deutlich zu verbessern. Werden mehr neue Anlagen gebaut, als von der Regierung vorgesehen, können die Fördersätze weiter gekürzt werden. Die Bundesregierung privilegiert nur das sogenannte produzierende Gewerbe zum Nachteil der gesamten Dienstleistungsbranche, die in Deutschland sehr stark von kleinen und mittelständischen Betrieben vertreten werden. Als produzierendes Unternehmen müssten sie lediglich ein Zehntel der EEG-Umlage zahlen, was zu weiteren, erheblichen Wettbewerbsverzerrungen führt. Sandro Valecchi

Q-Cells, Conergy, Solon und Co. – Kommt jetzt das Ende?

Es war ein kurzer heftiger Bounce in der Solarbranche Anfang Januar, als neue Euphorie aufkam und es hieß der Solarsektor könne sich nachhaltig erholen. Wie wir heute sehen war dies nicht der Fall. Genau so schnell wie die Aktien aus dem Segment gestiegen sind wurden sie auch in den kommenden Tagen wieder abverkauft. Noch notieren einige Titel über den letzten Tiefstständen, aber die jüngsten Nachrichten aus der EU lassen auf für dieses Jahr nicht viel Gutes erahnen. Einspeisevergütungen werden immer weiter gekürzt. Der neue Sparwille in Euroland wird sich wohl zuerst bei diversen Förderprogrammen zeigen. Um die Schuldenbremse, die nun teilweise in den Verfassungen einzelner Nationen verankert wird, auch definitiv erreichen zu können, werden die Staaten den Rotstift gerade hier kräftig ansetzen.

Erste Anzeichen dafür gibt es bereits aus den Sonnenstaaten Italien und Spanien. Die beiden Länder wollen Ihre Einspeise Programme für Solar-Neuinstallationen teilweise gar komplett aussetzen. Zwar wird momentan noch von einer vorübergehenden Aussetzung geredet, die Wiederaufnahme ist aber keinesfalls definiert. Damit fallen zwei ganz entscheidende Absatzmärkte für die Solarbranche bis auf Weiteres weg. Insbesondere auch die angeschlagenen deutschen Hersteller Conergy, Q-Cells und Co. dürfte dies in den kommenden Monaten in ernsthafte Bedrängnis bringen. Denn weltweit dürfte der Druck auf die Modulpreise durch diesen Ausfall von bisher fest eingeplanten Weltmärkten anhalten, da die Überkapazitäten weiter hoch bleiben.

Inzwischen verdunkelt sich der Himmel für die gesamte Branche geradezu dramatisch. Wie bereits seit Monaten hier geschrieben werden wir den gesamten Sektor bis auf Weiteres meiden. Einzelne Aktien von Spezialanbietern, oder Zulieferern können wieder interessant sein nachdem die zu erwartende Konsolidierungswelle über die Branche hinweggefegt ist. Die Aktien von Conergy, Q-Cells. Solon und Co sind inzwischen zu reinen Zockeraktien verkommen. Alle anderen Vertreter der Zunft sind wohl auch nur geeignet für Anleger mit starken Nerven, viel Optimismus und einem sehr langem Atem. Denn auch die chinesischen Unternehmen LDK, STP. TSL, YGE und Co. werden unter dieser Entwicklung kräftig leiden.

Die größten Wertvernichter 2011 – Solon, Solar Millennium, Conergy, Q-Cells, Colexon Energy und Solarworld

Wie jedes Jahr um diese Zeit beginnen wir heute wieder mit unserer Serie der größten Wertvernichter, und schlechtesten Aktien im abgelaufenen Jahr. Einige der hier genannten Werte haben durchaus das Potenzial sich wieder zu erholen, wenn auch ein Aufstieg zu alten Höhen bei vielen Aktien wohl nicht mehr zu erwarten ist. Andere Aktien oder ganze Branchen werden wohl auch im Börsenjahr 2012 sehr schwierige Zeiten vor sich haben. Allen voran ist hier wohl die Solarindustrie zu nennen, die ein geradezu katastrophales Jahr hinter sich hat. Die Branche, die einst als großer Hoffnungsträger für die deutsche Industrie galt, zerstört sich sozusagen gerade aus sich selbst heraus. Verantwortlich dafür sind politische Entscheidungen die dazu geführt haben dass insbesondere durch den Druck aus China, und den damit einher gehendem Margenverfall, wohl auch in den kommenden Monaten mit weiteren Insolvenzen zu rechnen ist.

Die ersten beiden Unternehmen die sich dem weiter zunehmenden Preisverfall in der Branche beugen mussten sind Solon und Solar Millennium, wobei die Sachlage die dazu geführt hat dass das Unternehmen kürzlich Insolvenz anmelden musste, bei Solar Millennium wohl noch deutlich komplexer ist. Aber darüber hatten wir ja schon mehrfach und ausführlich berichtet. Die Conergy Aktie, die noch im März diesen Jahres bei 6,- Euro notierte ist nun bei einem Aktienkurs von 0,30 Euro wohl auch einer der Wackelkandidaten für das kommende Jahr, ebenso wie Q-Cells deren Aktienkurs sich ebenfalls noch einmal von 3,50 Euro auf inzwischen 0,48 Euro drastisch reduziert hat. Die Colexon Energy Aktie kannte ebenfalls nur eine Richtung und ist einer der größten Wertvernichter des Jahres 2011. Bis zum Frühjahr konnte sich der Branchenprimus Solarworld mit Kursen um die 10,- bis 12,- Euro diesem Trend noch einigermaßen gut entziehen. Schließlich gab aber auch der Aktienkurs deutlich nach und notierte teilweise unter der 3,- Euro Marke.

Ebenso düster sieht das Bild auch bei der chinesischen Konkurrenz aus. Hier wurden in den vergangenen Jahren enorme Investitionen mit billigem Staatsgeld getätigt, die letztlich die für alle tödliche Preislawine in Gang gesetzt haben. Letztlich wird es im Modul- und Wafermarkt auch im kommenden Jahr wohl nur wenige Gewinner geben können. Auch wenn ich grundsätzlich der Meinung bin das die Solarenergie in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, dürfte es nicht mehr ausreichen nur billige Module herzustellen, sondern der Fokus wohl eher darauf ausgerichtet sein innovative Produkte mit deutlich höheren Wirkungsgraden am Markt zu platzieren. Unternehmen denen dies gelingt werden dauerhaft überleben, andere wohl eher nicht! Die Solarbranche bleibt auch im kommenden Jahr somit anfällig für weitere schlechte Nachrichten…Also weiterhin kein Platz an dem man sich als Anleger tummeln muss! Im Falle Solar Millennium hilft wohl leider nur noch ein Rechtsschutz Test um wenigstens etwas von dem verlorenen Geld wieder zu bekommen.

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Erneuter Horrortag für Q-Cells und Solarworld Aktionäre

Einmal mehr machen heute die deutschen Solarwerte im negativen Sinne auf sich aufmerksam. Wir hatten ja bereits vor Tagen darauf hingewiesen, dass man sich der neuen Euphorie bei der Q-Cells Aktie besser nicht hingeben sollte. Und so kam es dann auch. Der letzte kräftige Kursanstieg erwies sich erneut als kurze Episode auf dem langen tragischen Weg gen Süden. Heute veröffentlichte die Q-Cells AG das Zahlenwerk zum abgelaufenen Quartal. Der Verlust lag bei stolzen 47,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr hier noch ein Überschuss von 36,7 Millionen Euro erzielt erden konnte. Auch der Umsatz bracht dramatisch weiter ein und schrumpfte von 400 auf nur noch 229 Millionen Euro. Als wäre dies alles nicht schon bedenklich genug nahm heute die Finanzchefin des Konzerns, Marion Helmes, mit sofortiger Wirkung ihren Hut. Die Aktie fällt heute erneut unter die Marke von einem Euro, wo sie offenbar auch hingehört.

Ging man bislang davon aus, dass so etwas beim deutschen Branchenprimus nicht passieren könne, so wurde man heute auch diesbezüglich eines Besseren belehrt. Die SolarWorld AG hat heute für das abgelaufene Quartal einen Umsatzrückgang auf 238 Millionen Euro von zuvor 342 Millionen Euro gemeldet. Das Ergebnis vor Zinsen sank deutlich von 49,8 Millionen Euro im dritten Quartal 2010 auf nunmehr nur noch von 20,6 Millionen Euro. Auch hier brach der Umsatz weiter weg. Im letzten Jahr wurden noch 958,3 Millionen Euro im dritten Quartal umgesetzt, heute nur noch 772,9 Millionen Euro. Frank Asbeck kürzte darauf hin auch die Prognose für das Gesamtjahr und geht nun noch von Erlösen von ca. einer Milliarde Euro aus.

Es bleibt wie es ist, die Solarbranche steckt in einer tiefen Krise. Es ist nicht abzusehen wann und ob sich daran etwas ändern wird, und somit bleibt die Branche für Anleger weiterhin uninteressant und risikoreich. Es ist letztlich als Anleger auch unerheblich woran das liegt, und das die Chinesen sich hier einen massiven Vorteil verschaffen. Letztlich wird es wohl keinen Gewinner dieser entwicklung geben. Die Solarworld Aktie verliert heute knapp 13 Prozent Q-Cells sogar 27 Prozent.

Phoenix Solar reißt Solarworld, SMA, Wacker, Centrotherm & Co. nach unten

Aus gegebenem Anlass hier noch einmal Auszüge aus unserem Artikel vom 26.09.2011: Die Phoenix Solar Aktie hat ebenfalls turbulente Zeiten hinter sich. Nach einem Anstieg der Aktie bis auf 50,- Euro im Jahr 2008 folgte der erste Absturz bis auf 20,- Euro. im Jahr 2009 gelang drei Rebound bis ca 43,- Euro. Seit Anfang 2010 kennt die Aktie jetzt aber nur noch eine Richtung – gen Süden. Inzwischen notiert die Phönix Solar Aktie unter der wichtigen 10,- Euro Marke bei ca. 9,20 Euro und hat damit erneut ein kräftiges Verkaufssignal generiert. Die nächste Unterstützung für die Aktie liegt nun im Bereich zwischen 6,50 und 7,- Euro, was gleichzeitig dem 10-Jahres-Tief entsprechen würde.

Zuletzt konnten einige neue Aufträge, mit einer Gesamtleistung von 3,7 Megawatt, aus Italien an Land gezogen werden. Der Vorteil der Phoenix Solar AG bei der Bewältigung dieser Aufträge liegt klar auf der Hand. Man kauft die benötigten Komponenten bei dem dafür besten, oder günstigsten Anbieter ein. So wurden bei zwei Aufträgen die Solarkraftwerke mit Modulen des Herstellers First Solar ausgestattet, in einem dritten Auftrag liefert Phoenix Solar Module des kalifornischen Herstellers Miasolé. Dennoch leidet natürlich auch eine Phoenix Solar unter den immer weiter zurückgehenden Margen der Branche. Der Umsatz und das EBIT sind zuletzt deutlich eingebrochen, die Nachfrage bleibt insgesamt schleppend. Fachleute gehen von einem negativen Ergebnis für das Gesamtjahr 2011 aus. (Was sich ja heute leider auch bewahrheitet hat!)

Die nächsten Quartalsberichte werden also zeigen müssen ob es dem Unternehmen gelingen kann diese negative Tendenz wieder zu drehen. Solange sollten sich Anleger bei der Aktie wohl auch noch zurückhalten. Sollte die Nachfrage also auch in den kommenden Monaten schwach bleiben, wovon momentan auszugehen ist, wäre ein weiteres Abrutschen des Aktienkurses in den genannten Bereich durchaus möglich. Auch der Abstieg aus dem TecDax dürfte sich vorläufig eher negativ auf die Aktie auswirken. Die schlechten Nachrichten in dem Sektor reißen nicht ab. Auch der oben genannte Branchenprimus aus Amerika, First Solar befindet sich weiter im Abwärtssog. Und natürlich leiden auch bislang als solide geltende Werte wie Solarworld, SMA, Wacker, Centrotherm unter diesen Nachrichten.

Mit den heute veröffentlichten Zahlen zum abgelaufenen Quartal hat sich das Bild nicht nur bei der Phoenix Solar Aktie noch einmal deutlich ein getrübt. Die Phoenix Solar Aktie muss deutliche zweistellige Abschläge hinnehmen und notiert auf einem Allzeit-Tief bei knapp 6 Euro. Auf diesem Kursniveau  allerdings könnte die Aktie, aus charttechnischer Betrachtung, für spekulativ orientierte Anleger, eine der interessantesten Rebound-Kandidaten im deutschen Solarsektor sein. Grundsätzlich bleiben wir aber weiterhin für den gesamten Sektor negativ eingestellt.

Solarworld – Angst vor der „Gelben Gefahr“

Solarworld warnt vor der „Gelben Gefahr“…und damit ist nicht die FDP gemeint, um das gleich mal voraus zu schicken. Der Chef des größten deutschen Solarkonzerns Solarworld, Frank Asbeck, schlug in der abgelaufenen Woche Alarm. Nicht zuletzt der rekordverdächtig niedrige Aktienkurs der Solarworld Aktie dürfte Herrn Asbeck dazu veranlasst haben sich mal etwas Luft zu verschaffen und seinen Unmut über das politische Versagen kund zu tun. Asbeck sieht seine Branche wegen der chinesischen Konkurrenz ernsthaft bedroht und fordert die Politik zum Handeln auf. Der Solarworld-Chef rechnet damit, dass sich der Solarmarkt bis 2020 etwa verfünffachen wird. Die Frage dürfte nun sein wer von dieser Entwicklung in Zukunft profitieren wird…

Asbeck kritisierte in diesem Zusammenhang insbesondere die „unfairen Methoden“ der Konkurrenz. Gemeint sind natürlich die Chinesen. Chinas Konzerne werden, seiner Meinung nach, vom Staat mit günstigen Krediten gepäppelt und könnten auf diese Weise riesige Mengen zu extrem niedrigen Preisen anbieten, die teilweise bis zu 30 Prozent unter den Herstellungskosten liegen sollen. Unter den deutschen Herstellungskosten war hier wohl gemeint. Weiter befürchtet Asbeck, das nun Großkonzerne wie Foxxcon oder Samsung bald massiv in den Wettbewerb eingreifen werden, und das wohl nicht zu Unrecht. Die Konzerne stehe in den Startlöchern und werden in den Markt eingreifen, was für Solarworld dann konkret heißt das man in Zukunft nur noch einer der mittelgroßen Player am Markt sein könnte.

Selbst der Branchenprimus Solarworld sieht seine Existenz nun offenbar ernsthaft bedroht, und weiß sich offenbar keinen anderen Ausweg als nach der Politik zu rufen. Das hat aber so nach unserer Auffassung wenig Sinn, zumal die Chinesen gerade als potenzieller „Retter Europas“ um weitere Freiräume „gebeten“ habe. Unsere Politik dürfte an der ganzen Misere nicht ganz unschuldig sein. Der Sektor Solarwirtschaft wurde in den vergangenen Jahren regelrecht kaputt-subventioniert statt der freien Marktwirtschaft ihren Lauf zu lassen. Nicht wenige der deutschen Steuergelder sind genau dadurch in China gelandet und haben es erst möglich gemacht das diese Industrie dort so enorm wachsen konnte. Wir haben bereits vor Jahren vor genau diesem Szenario gewarnt…

Ich möchte hier heute mal den 10-Jahres Chart der Solarworld AG einstellen, der eindrucksvoll den steilen Aufstieg, und den tiefen Absturz einer Branche dokumentiert. Auch in diesem Falle gilt – ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Anleger müssen sich mental von den „guten alten Zeiten“ verabschieden, denn die werden aller Voraussicht nach nicht wieder kommen! Die Solarworld Aktie notiert aktuell bei 3,40 Euro, der Börsenwert der Firma ist von Zig-Milliarden auf nur noch 390 Millionen Euro geschrumpft. Eine Trendwende scheint vorerst auch nicht in Sicht zu sein, und es steht zu befürchten das der Kursverfall, auch bei einer Solarworld Aktie, weiter gehen wird.

Charttechnisch betrachtet liegen die nächsten Zielmarken nun bei 2,88 und 2,65 Euro. Der aktuelle Widerstand, den es zu überwinden gilt liegt bei 4,11 Euro. Solarworld dürfte aber aufgrund der Größe und der „Marke Solarworld“ zu den Unternehmen gehören die die zu erwartende Marktbereinigung überleben werden. Vielleicht wird das Unternehmen auch irgendwann ein interessanter Übernahmekandidat für einen ausländischen Konzern… Kurzfristige Kurssprünge sind natürlich, bei positiver Nachrichtenlage, immer mal wieder drin, da die Aktie deutlich überverkauft erscheint. Langfristig bleiben die Aussichten aber wohl eher negativ. Solarworld ist für uns , auch auf diesem Niveau, immer noch kein Kauf, wäre aber zu gegebener Zeit, eine schöne Trading-Aktie mit relativ überschaubarem Risiko.

Solarworld, Q-Cells, Conergy, Solon oder Sunways – wer wird überleben?

In der Solarbranche dürften wir unmittelbar vor einem umfangreichen Selektionsprozess stehen. Sieht man sich die Charts der deutschen Branchenvertreter Q-Cells, Solarworld, Solon, Conergy und Sunways an wird einem etwas mulmig zu Mute. Bereits vor Jahren habe ich hier im Blog darüber geschrieben wie diese Branche kaputt subventioniert wird, und wie traurig dies eigentlich ist. Der einstige Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Branche ist im Wandel sagen die Fachleute fast schon zynisch. Ursprünglich sollten in der deutschesten Solarindustrie, in den kommenden 10 bis 20 Jahren, massiv Arbeitsplätze geschaffen werden. Jetzt muss man langsam eher eine umfangreiche Entlassungswelle fürchten.

Es wird immer schwerer für die Solarhersteller noch ausreichend Geld mit Ihren Produkten zu erwirtschaften, die Margen gehen wegen des weltweiten Überangebotes weiter in den Keller, ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen. Selbst die chinesischen Solarzellen- und Modulhersteller bekommen immer größere Probleme. Das Geschäft ist insbesondere im Absatzmarkt Europa massivem Konkurrenzdruck unterlegen. Hinzu kommt nun noch das die Rezessionsbefürchtungen den Absatzmarkt deutlich verkleinert haben, da Unternehmen und Privatpersonen ihre Investitionen bis auf Weiteres zurückstellen.

Letztlich wird nun eine umfangreiche Branchenbereinigung dazu führen müssen, dass einige Firmen von der Bildfläche verschwinden, und wiederum andere sich den verbleibenden Kuchen in der Zukunft aufteilen werden. Die Frage dürfte also nicht sein ob es in der näheren Zukunft noch Solarhersteller geben wird, sondern viel mehr welche Firmen stark genug sein könnten um den Selektionsprozess nicht nur zu überleben, sondern klar für sich zu entscheiden und gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden. Zu schnell wurden auch in China zu viele Firmen mit staatlicher Hilfe hochgezogen die sich nun gegenseitig Konkurrenz machen. Auch dort werden manche Firmen, nach heutigem Kenntnisstand, auf Dauer nicht überleben können. Hinzu kommen dort noch andere Faktoren die sich ebenfalls belastend auswirken.

Für uns ist die aktuelle Entwicklung in der Solarbranche nun ein guter Anlass sich die Aktien aus dem Sektor, nach längerer Abstinenz, wieder etwas genauer anzusehen. Von welchen Aktien sollte man sich unbedingt fernhalten, und welche könnten die Gewinner von Morgen sein? Und wo könnte sich eine kurzfristige Rebound-Spekulation lohnen? Diese und andere Fragen versuchen wir in den kommenden Wochen in unserem Newsletter, und auf dem Blog zu beantworten. Natürlich ist das Thema etwas umfangreicher und kann nicht in einem Artikel abgehandelt werden. In der Wochenendausgabe des Investors Inside Börsen Newsletters werden wir mit dem ersten Teil dieser interessanten Reihe starten.  Melden Sie sich jetzt hier kostenfrei und unverbindlich an!

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