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DAX und S&P 500 vor der Gezeitenwende? Droht eine Korrektur bis auf 6.337 bzw. 1.482 Punkte?

Wie Sie vielleicht gemerkt haben war es in den letzten Tagen etwas ruhiger in unserem Blog. Das hatte zum einen natürlich seinen Grund darin, dass ich entgegen der Meinung vieler Analysten hier zunehmend Gefahren sehe, und Ihnen somit nicht mehr guten Gewissens Aktien vorstellen wollte die ausreichende Chancen bei einem überschaubaren Risiko bieten. Zum anderen habe ich in den letzten Wochen intensiv an meinem Trading-Plan für die kommenden Monate gearbeitet, sprich viel recherchiert, analysiert und ausgewertet. Herausgekommen sind einige neue Erkenntnisse, die ich hier gerne in den kommenden Wochen mit Ihnen teilen möchte. Wie immer ist es bei einer gewissen Menge an Informationen nicht einfach einen vernünftigen Leitfaden zu finden und die Ergebnisse auch schlüssig für Dritte darzustellen, aber ich werde mein Bestes versuchen…!

Starten möchte ich heute mit einem durchaus interessanten übergeordneten Bild: Inzwischen befinden wir uns sowohl beim DAX als auch beim S&P 500 auf einem Niveau, dass ich Ihnen hier grafisch einmal darstellen möchte… Wie wir alle wissen bewegt sich die Börse in gewissen Zyklen, die oftmals bei rückwirkender Betrachtung eine erstaunliche Symmetrie aufweisen. Hierzu gehören im übergeordneten Bild auch gelegentliche Betrachtungen der einzelnen Wellen einer langjährigen Hausse, wie wir sie nun gerade vorfinden. Und so kommt es dass ich Ihnen heute folgende zwei Charts präsentieren möchte, die ich schon seit Wochen „vorbereitet“ habe. Ich musst nur noch auf den richtigen Zeitpunkt warten… Denn der DAX hat gestern als erstes das hier anvisierte Ziel nahezu erreicht, der S&P 500 befindet sich nur noch wenige Punkte davon entfernt.

DAX Masterplan

Was ich hier gemacht habe, mag für den ein oder anderen „Fachmann“ nun banal klingen, hat aber grundsätzlich seine Daseinsberechtigung, wenn man mal etwas weiter in die Vergangenheit zurückschaut und die einzelnen Schwünge von Aufwärts- oder Abwärstbewegungen miteinander vergleicht. Die Hoch- und Tiefpunkte der Hausse von März 2009 bis April 2011 wurde mit zwei Linien verbunden und diese in exakt dem gleichen Winkel mit exakt der gleichen Länge der Strecken auf die aktuelle Situation projiziert. Daraus ergibt sich dann der entsprechende Zielbereich und das mögliche Korrekturpotenzial für die Indizes, unter der Voraussetzung dass es sich bei der aktuellen Situation um einen ähnlichen Zyklus wie zuvor handelt. Keines der Kursziele ist dabei in Stein gemeißelt, sondern liefert lediglich einen Anhaltspunkt für eine mögliche Entwicklung. Zur genaueren Betrachtung dieser Ziele und möglichen Unterstützungen (blau) bitte zweimal auf den jeweiligen Chart klicken…!

S&P 500 Masterplan

Grundsätzlich würde ich dem DAX somit noch ein paar Pünktchen zubilligen bis der S&P 500 dieses Ziel ebenfalls nun auch abgearbeitet hat. Die beiden Charts sollen aber an dieser Stelle nur eine erste Warnung an alle Super-Optimisten darstellen und haben natürlich auch keinen Anspruch auf hundertprozentige Erfüllung. Auch wenn der DAX heute deutlich schwächer notiert und somit mustergültig abgeprallt wäre. Letztlich will ich Ihnen nur aufzeigen wo wir uns aktuell befinden KÖNNTEN. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios halte ich persönlich, gerade wegen des unerschütterlichen Optimismus vieler Marktteilnehmer, für durchaus gegeben.

Auffällig ist auch, dass der Dax mit seinen täglichen neuen Hochständen irgendwie ein Eigenleben zu führen scheint. Den Grund dafür hatte ich ja bereits im letzten Newsletter angesprochen. Viele Aktien die die Hausse bislang angeführt haben sind nun nicht mehr in der Lage mit dem steilen Anstieg der Indizes Schritt zu halten. Die meisten Vertreter dieser Gattung sind noch ein gutes Stück von ihren ehemaligen Hochständen entfernt, bzw. befinden sich teilweise schon wieder auf dem Weg in die andere Richtung. In den USA kann man ähnliches beobachten… Es gibt ein paar Ausnahmen wie Google, aber grundsätzlich überwiegt auch die hier genannte Tendenz. Das jüngste Negativ-Beispiel ist wohl die Netflix Aktie.

Auffällig ist weiterhin, dass es zuletzt eher die Rohrkrepierer der vorangegangenen Hausse waren, die nun endlich auch mal gestiegen sind. Aktien wie E.ON, RWE, Metro, SAP, Salzgitter, ThyssenKrupp usw. profitieren hier wohl in erster Linie davon, dass Anleger diese vermeintlich noch „billigen“ Titel in Ihre Depots gelegt haben. Auch das ist ein typisches „Verhalten“ in der Endphase einer Hausse! In den beiden letzten Phasen der Top-Bildung (roter Kreis) hatten wir genau die selben Erscheinungen bevor es dann, nach wochenlangem Hin und Her, zu einer deutlichen Korrektur gekommen ist.

Ich bin somit weiterhin der Meinung, dass wir uns nun in der letzten Phase, sprich der Übertreibungsphase, der aktuellen Hausse befinden KÖNNTEN. Diese kann sicherlich länger dauern als man annehmen möchte, aber inzwischen sprechen so viele Faktoren gegen einen weiteren deutlichen Anstieg, dass man diese besser permanent im Hinterkopf behalten sollte. Investments auf der long Seite beinhalten aus dem oben genannten Gründen ein höheres Risiko als Short-Spekulationen – man sollte sich aber dennoch vorerst nicht gegen einen solchen irrationalen Markt und die FED/EZB stellen. Einzelne Kurzfrist-Spekulationen sind weiterhin interessant, grundsätzlich scheint mir die Seitenlinie aber vorerst der richtige Ort zu sein, um das weitere Schauspiel zu betrachten und auf das nächste ernsthafte Signal zu warten.

Vielleicht muss ja die viel gepriesene runde Marke von 9.000 Punkten im Dax unbedingt noch abgearbeitet werden, bevor hier überhaupt eine ernsthafte Entscheidung fallen kann! Vielleicht aber auch nicht, und das würde so einige (große) Marktteilnehmer wohl richtig auf dem falschen Fuss erwischen…!

Indizes, Aktien, Gold, Rohstoffe… das letzte Quartal wird heiß!

Liebe Leser,

auch ein Blogger braucht in regelmäßigen Abständen ein wenig Pause… ein Trader vielleicht sogar noch dringender. Und da ich beides bin, habe ich beschlossen meine Schreibaktivitäten in den kommenden zwei Wochen etwas ruhen zu lassen, um mich wieder einmal den anderen Dingen des Lebens etwas mehr zuzuwenden und im Hintergrund diese Seite wieder ein Stückchen weiter zu optimieren.

Auch auf der Trading-Seite sehe ich keinen Anlass mich hier momentan allzu weit aus dem Fenster zu lehnen. Denn, in den letzten Wochen hat sich der Markt erwartungsgemäß ruhig verhalten und ist weiter seitwärts gelaufen. Einzelne Aktien, die zuvor recht ordentlich gelaufen sind, und inzwischen ordentliche Bewertungen aufweisen, zeigen erste Ermüdungserscheinungen. Andere Märkte wie der gesamte Rohstoffsektor und insbesondere die Edelmetalle, Gold und Silber sind hingegen auch weiterhin einen genaueren Blick wert, Bei anderen Rohstoffen hingegen werden die Bäume wohl auch in den kommenden Wochen nicht in den Himmel wachsen…!

Ich persönlich gehe weiterhin auch nicht davon aus, dass sich an der Gesamtsituation an den Märkten in naher Zukunft grundsätzlich etwas ändern wird. Zumindest erwarte ich keinen nachhaltigen Ausbruch nach oben, da die Anleger – nicht ohne Grund – wieder zusehends von Unruhe und Unsicherheit erfasst werden. Auf der anderen Seite werden die Notenbanken den Markt wohl auch in den kommenden Wochen verbal soweit stimulieren, dass auch mit einem starken Ausbruch auf der Unterseite vorerst nicht zu rechnen ist. Einen kleinen Schwächeanfall halte ich aber demnächst für durchaus wahrscheinlich…!

Eine erste genauere Einschätzung der aktuellen Situation und des letzten Quartals dieses Jahres, ebenso wie konkrete Anlageideen erhalten Sie wieder in unserer nächsten Newsletter-Ausgabe, die Mitte September erscheinen wird. Für interessiere Anleger, die sich noch nicht für den kostenlosen Investors Inside Börsenbrief angemeldet haben, besteht somit die Möglichkeit dies noch vor dem Jahresendspurt nachzuholen.

Bitte tragen Sie dazu einfach kurz Ihren vollständigen Namen und eine gültige Email Adresse ein.

In diesem Sinne wünsche ich allen regelmäßigen Lesern dieses Blogs und natürlich auch den „Neuzugängen“ und „Gelegenheitsnutzern“ bis dahin erst einmal entspannte Tage und stets die richtigen Entscheidungen.

Bis bald…Ihr

Lars Röhrig

 

P.S. Abschließend noch einmal der kurze Hinweis: Aus schon genannten Gründen können unvollständige oder fehlerhafte Registrierungen künftig leider nicht mehr berücksichtigt werden, bzw. müssen leider wieder entfernt werden.

DAX- Kursziel 7.400 erreicht – Jetzt kommt die Jahresendrally, wenn…!

Der DAX ist nun „planmäßig“ in Richtung der 7.400 Punkte Marke marschiert. Ich erinnere an dieser Stelle auch noch einmal gerne an den Artikel vom…, den Sie > hier < nachlesen können. Auslöser für diese Bewegung waren die neuesten Daten aus China. Hinzu kam noch die Hoffnung auf eine baldige Lösung der amerikanischen „Fiscal Cliff“ und natürlich der Beantwortung der Frage wie es denn nun dauerhaft mit Griechenland in der Eurozone weiter gehen wird. Allerdings gebe ich mich im Punkt Griechenland keinen große Illusionen mehr hin. Das Ende dieser traurigen europäischen Episode bleibt offen, eine echte Lösung scheint nicht in Sicht. Zumindest hatten die Verantwortlichen nun mal einen kleinen kreativen Schub in Sachen Anleihen-Rückkauf…!

Wie auch immer, die aktuelle Situation ist und bleibt hauptsächlich geprägt durch die politischen Probleme in den USA und nicht denen in Europa – zumindest für den Moment! Im Streit um den künftigen US Haushalt wird inzwischen jeder noch so kleine Hinweis auf eine Lösung auf die Goldwaage gelegt. So auch gestern, als sowohl Obama als auch sein Kontrahent John Boehner Zuversicht versprühten dass man bis Weihnachten eine Lösung gefunden haben will. Prompt drehten die zuvor schwächelnden Märkte steil nach oben  und sorgten somit heute für ein entsprechend freundliches Börsenumfeld, dass auch den DAX wieder an die obere Begrenzung des Trendkanals geführt hat.

Nun kommt also wohl der eigentlich spannende Teil auf uns zu. Die Frage, die es in den kommenden Tagen nun zu beantworten gilt, ist ob wir eine Jahresendrally bekommen werden. Hierzu muss der Dax die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs nun beenden. Um dieses Ziel zu erreichen ist also unbedingt ein weiterer Anstieg über die Marke des letzten Hochs bei 7.438 Punkte notwendig. Die nächste wichtige Marke liegt bereits knapp darüber bei 7.447 Punkten. Erst wenn diese beiden Hürden genommen wurden kann man wohl von einer Entspannung der Lage ausgehen. Dann besteht eine gute Möglichkeit dass der seit Anfang Juni bestehende Aufwärtstrend im DAX wieder aufgenommen wird. die nächsten Kursziele liegen dann aus charttechnischer Sicht bei 7.478, 7.528 und  7.600 Punkten. Gelingt es hingegen nicht die obere Begrenzung des aktuellen Seitwärtstrends zu überwinden droht ein erneuter Rückfall in Richtung der unteren Begrenzung bei ca. 6.930 Punkten.

Beantwortet wird diese Frage, ob wir eine Jahresendrally sehen werden oder nicht, aber in den USA. Hierzu kann ein Blick auf den Chart helfen, allerdings sei hier noch erwähnt dass sich dieses Bild in einem nachrichtengetriebenen Markt wie diesem auch jederzeit wieder gravierend ändern kann:

Ein ähnliches, wenn auch nicht ganz so dynamisches Bild sehen wir im S&P 500. Mit der heute zu erwartenden Kursbewegung wäre der kurzfristige Abwärtstrend erneut verlassen worden. Erst ein weiterer Anstieg des Index über die Marke von 1.435 Punkte eröffnet letztlich wieder neuen Spielraum nach oben. Auch hier gilt, scheitert der Index an dieser wichtigen Marke, besteht das Risiko eines erneuten Abtauchens in tiefere Regionen. Wie wichtig die aktuelle Phase für die Märkte ist verdeutlicht das langfristige Bild des S&P 500…

Deutlich ist der seit Oktober 2011 bestehende Aufwärtstrend zu erkennen, der nun mit dem Überwinden der Marke von 1.412 Punkten wieder zurückerobert werden kann. Vorbörslich deuten die Indikatoren auf eine Börseneröffnung in den USA über dieser wichtigen Marke hin. Das wäre ein starkes Signal für die Märkte auf eine mögliche Trendwende. Ein Anstieg bis auf 1.435 Punkte wäre damit sehr wahrscheinlich, bevor dann dort die eigentliche Entscheidung fällt. Heute ist also mal wieder ein ganz entscheidender Tag für die weitere Entwicklung der Indizes! Achten Sie auf die genannten Marken!

Gewinnmitnahmen aus Angst der Amerikaner vor zu hohen Steuern…Apple im Fokus

Barack Obama ist der neue/alte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und das ist auch meiner persönlichen Sicht gut so, denn die Alternative, Mitt Romney hätte wohl, nach einer eventuell kurzen und euphorischen Phase an der Börse, viel neue Unsicherheit mit sich gebracht. Genau das ist es aber wohl was die Welt nun so gar nicht braucht und die Finanzmärkte schon erst recht nicht. Denn die Börse hasst nichts mehr als Unsicherheiten. Fachleute waren sich bereits im Vorfeld der US Präsidentschaftswahlen einig: Mitt Romney von den ultrakonservativen Republikanern täte der Welt in dieser Zeit der wirtschaftlichen Probleme mit seiner harten Linie nicht gut. Zudem er eher ein waschechter Amerikaner zu sein scheint, der ähnlich wie George W. Bush nur selten über den amerikanischen Tellerrand hinaus geschaut hat. Für Europa und die Lösung der aktuellen Probleme dürfte Obama somit die deutlich bessere Wahl sein.

Etwas überraschend war für mich hingegen wie deutlich der Vorsprung Obamas am Ende der Wahlnacht doch gegenüber dem Herausforderer gewesen ist. An dieser Stelle auch noch meinen Herzlichen Glückwunsch an Barrack Obama und das amerikanische Volk, dass es zu verhindern wusste dass eine lange und zähe Auszählung von Stimmen und Wahlmännern erst nach Wochen die tatsächliche Entscheidung bringt. Denn dieses Szenario wurde nicht nur von mir im Vorfeld befürchtet. Die Folgen für die Börsen wären wohl verheerend gewesen..!

 

 

Kurzzeitig setzten die Märkte also am Mittwoch früh zunächst zu einer Rallye an und feierten das deutliche Wahlergebnis, bevor dann leider EZB Chef Mario Draghi diese am Nachmittag jäh beendete. Im Fokus der Rede Draghis standen insbesondere die „schlechten“ Konjunkturdaten aus Deutschland. Die aus meiner Sicht zwar alles andere als wirklich schlecht sind, aber eben auch nicht mehr so gut wie gewohnt. Der rettende Anker in der europäischen Krise droht zu rutschen – zumindest nahmen die Marktteilnehmer die Äußerungen Draghis zunächst so auf. Was dann folgte war eine typische Lawine an Verkäufen, Gewinnmitnahmen und ausgeführten Stopp-Loss Orders. Am Ende dieser Bewegung rutscht der DAX kurzzeitig deutlich unter die wichtige Marke von 7.100 Punkten, konnte sich aber bis zum Wochenende dann wieder etwas erholen. Der S&P 500 testete den aus meiner Sicht alles entscheidenden Bereich (roter Kreis)

Hinzu kommt noch dass die Amerikaner nun sofort wieder auf das nächste Thema umgeschaltet haben – die fikale Klippe, die es unbedingt zu umschiffen gilt, weil dem Land sonst griechenlandähnliche Zustände drohen. Das sogenannte „Fiscal Cliff“ beschreibt unter anderem auch die die Möglichkeit dass Steuererleichterungen zum Jahreswechsel wegfallen werden, sollte nicht eine kurzfristige Lösung in Zusammenarbeit mit den Republikanern gefunden werden. Präsident Bush hatte während seiner Amtszeit die Dividendenbesteuerung und die Besteuerung von Kapitalerträgen auf nur 15% gedrückt. Diese Steuererleichterung war jedoch befristet und läuft zum Jahresende aus. Dreimal dürfen Sie raten was die direkte Konsequenz daraus ist? Amerikaner verkaufen Ihre Aktien und nehmen nun Gewinne für günstige 15 Prozent Steuern mit, bevor Sie im kommenden Jahr eventuell das doppelte oder gar dreifache an den Staat zahlen müssen.

Die aktuelle Schwäche in den US Indizes dürfte also nicht zuletzt von dieser Angst geprägt sein. Insbesondere trifft dies nun Aktien die zuvor kräftig gelaufen sind. Die Gewinne sind dort entsprechend hoch und die Versuchung der Anleger umso größer. Das beste Beispiel dafür liefert in meinen Augen immer noch die Apple Aktie, über die ich auch in dieser Woche berichtet habe. Lesen Sie dazu bitte > hier< weiter. Apple ist und bleibt ein Top Unternehmen, auch wenn die momentanen Schwierigkeiten nicht zu unterschätzen sind. Die letzte Chartanalyse zu dem Wert hat nach wie vor Gültigkeit. Zudem habe ich Ihnen eine neue und sehr wichtige Linie in den Chart eingezeichnet die Sie unter der Rubrik „Chart der Woche“ sehen können. Auf dieser Linie dürfte die weitere Entwicklung bei Apple entschieden werden! Ich habe somit nun bei meinem Handel sowohl mit der Apple Aktie als auch mit binären Optionen auf Apple die Richtung kurzzeitig von short auf long gewechselt.

Achten Sie auf Bankaktien, Rohstoffe und den Transportsektor

Der Markt ist nach den Ankündigungen der EZB, der FED und jetzt auch der Bank of Japan weiterhin im überkauften Bereich. Diese Situation wird nun nach und nach wieder abgebaut. Somit muss man die aktuelle Schwäche grundsätzlich als durchaus gesunde Konsolidierung betrachten, Solange die wichtigen Marken beim Dax S&P 500 und Co. nicht unterschritten werden ist also nach wie vor alles in Butter. Die kritischen Bereiche sehe ich nach wie vor zunächst bei 7.185 Punkten im DAX und 1.425 Punkten für den S&P.

Ab diesen Niveaus könnte die Stimmung beginnen zu kippen. Auffällig war in der abgelaufenen Woche insbesondere die Schwäche bei den Finanzwerten und auch bei den Rohstoffen. Das lag natürlich auch daran dass hier zuvor die größten Gewinne verbucht werden konnten. Das somit die Konsolidierung etwas deutliche ausfällt als in anderen Sektoren ist normal. Die beiden Sektoren stehen bei mir weiterhin unter intensiver Beobachtung. Ein weiterer Anstieg der Indizes kann wahrscheinlich nur gelingen wenn Banken und Rohstoffe zu einer weiteren Rally ansetzen, nachdem diese Konsolidierung abgeschlossen ist.

Der Transportsektor hat ebenfalls geschwächelt, und das obwohl wir im Baltic Dry Index einen echten Sprung nach oben gesehen haben. Die schwachen FedEx Zahlen haben hier auf die Stimmung gedrückt ebenso wie schwächere Konjunkturdaten aus China. Deswegen bleibt aber auch die Beobachtung dieses Sektors extrem wichtig denn hier wird am ehesten signalisiert ob wir eine breite Erholung der weltweiten Handelsaktivitäten sehen werden. Für die Quartalszahlen zum nun bald abgelaufenen dritten Quartal rechne ich persönlich noch einmal mit schlechteren oder zumindest gemischten Ergebnissen aus dem Transportsektor. In den kommenden Quartalen sollte es dann wieder etwas freundlicher aussehen und somit der Ausblick der Unternehmen bereits jetzt schon verhalten optimistisch ausfallen.

Insgesamt bleibt auch das Sentiment für Aktien weiterhin negativ, was in diesem Falle bullish zu werten ist. Selten gab es eine Börsenphase in der der DAX um 1000 Punkte zugelegt hat und an der gleichzeitig so wenige Marktteilnehmer teilhaben konnten. Der Investitionsdruck der institutionellen Investoren bleibt extrem hoch, bzw. nimmt täglich weiter zu. Die Price Action ist weiterhin ganz klar freundlich für weiter steigende Kurse. Sämtliche Pullbacks wurden, auch in der abgelaufenen Börsenwoche, umgehend wieder gekauft. Man muss somit davon ausgehen dass sich dieses Verhalten auch zum Monats- und Quartalsende weiter fortsetzen wird. Wie schon erwähnt befinden wir uns bereits jetzt wieder in der Zeit des Window Dressing..

Aktuelle Markteinschätzung DAX und S&P 500

Getrieben durch diverse Nachrichten aus allen kritischen Bereichen erleben wir im DAX heute einmal mehr einen extrem unruhigen und volatilen Tag. Nachdem der Deutsche Leitindex gestern noch kräftig zulegen konnte gelang es heute zunächst nicht diese Stärke zu halten, was angesichts der Nachrichtenlage auch nicht weiter verwundert. Die gestrigen Gerüchte um ein weiteres Konjunkturprogramm in China haben sich nicht bestätigt. Dementsprechend sind heute insbesondere wieder die zyklischen Werte deutlich unter Druck. Hinzu kommen einmal mehr beunruhigende Nachrichten aus Spanien sowie eine eher enttäuschende Anleiheauktion in Italien. Bei einer Versteigerung neuer Papiere des Landes mit fünf- und zehnjähriger Laufzeit wurde das Maximalziel deutlich verfehlt. Die Zinsen zogen erneut weiter an.

Gerüchte und deren umgehendes Dementi der EZB zur Bankenrefinanzierung in Spanien machten heute ebenfalls die Runde. Demnach solle sich die Europäische Zentralbank zunächst unzufrieden über die Pläne der Spanier gezeigt haben, der Muttergesellschaft der angeschlagenen Sparkasse Bankia Anleihen im Wert von 19 Milliarden Euro zuzuschießen. Wie immer sorgen solche Nachrichten zunächst für große Verunsicherung an den Märkten und schickten den Dax erneut auf unter 6.300 Zähler. Diese Aussage wurde dann aber von der EZB  umgehend dementiert, was wiederum zu einem Anstieg im Dax bis auf 6.390 Punkte führte. Letztlich hat man als Anleger keine wirkliche Möglichkeit auf solch mediengetriebene Kursbewegungen zu reagieren, und am Ende ist das alles auch nur Grundrauschen. Ein Blick auf die Charts gibt da meistens ein etwas besseres Bild ab.

 

 

Der seit dem 24 Mail bestehende, zarte Aufwärtstrend des DAX wurde somit heute zu Handelsbeginn gebrochen. Die lange Kerze nach dem EZB Dementi verdeutlicht aber dass es heute sehr wohl noch möglich ist wieder in diesen Bereich vorzudringen. Hierzu benötigt der Markt aber wohl zur Abwechslung mal eine gute Nachricht! Dies wäre dann ganz klar als kurzfristige Bärenfalle zu werten und ich würde somit davon ausgehen dass im Anschluss wieder die obere Begrenzung dieses Kanals angesteuert werden kann. Wie Sie sehen können läge das Kursziel dann bei ca 6.500 Punkten. Gelingt es heute aber nicht wieder in den Trendkanal zurück zu finden droht ein weiterer Abverkauf bis in den Bereich der 6.270 und später 6.246 Punkte Marke. Am Ende wird auch heute der S&P 500 darüber entscheiden wohin die weitere Reise uns führt. Ich rechne momentan damit dass die Schlusskurse des gestrigen Handelstages bei 1.332,42 Punkten heute noch einmal erreicht werden ( was allerdings vorbörslich schon passiert ist!) Im Anschluss muss sich zeigen ob es gelingen kann die wichtige Marke von 1.335 Punkten heute zurück zu erobern, oder ob auch hier die unterer Begrenzung des aktuellen Trendkanals wieder angesteuert werden soll.

 

Das große Bild bleibt damit somit, wie bereits in unserem kostenlosen Newsletter dargestellt, weiterhin unverändert. Solange der Dax nicht nachhaltig unter das Kursziel von 6.172 Punkten fällt bleibt die Wahrscheinlichkeit für einen Bounce in Richtung 6.600 Punkten bestehen. Das Kursniveau um die 6.370 Punkte spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle. Ich persönlich gehe weiterhin davon aus dass wir aus rein technischer Betrachtung einen Bounce bis maximal 6.500 Punkten sehen könnten, der dann nach einem erneuten Rücksetzer auf knapp 6.400 Punkte einen erneuten Anstieg bis zur 6.600 Punkte Marke produzieren kann. Erst im Anschluss an diese Bewegungen muss sich dann entscheiden ob der Markt erneut und sehr dynamisch zusammenklappt, oder wir ein ruhiges Hochschieben bis in den Bereich um die 7.000 Punkte sehen werden.

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Die DAX Schwäche geht weiter und das Jahr neigt sich – Zeit für etwas Muße

Man muss sich das einmal in Erinnerung rufen. Am 08.07.2011 – dem Höhepunkt des Marktes im Sommer – notierte der S&P500 bei 1360 und der DAX bei 7500. Heute der S&P500 bei 1240 und der DAX bei 5750.

Das ist beim S&P ein Minus von 8,8% und beim DAX von – halten Sie sich fest – 23,3 % ! Und dabei ist die Rechnung noch in Heimatwährung. Hätte man im Sommer von einem Eurokonto den S&P 500 gekauft, wäre die Differenz noch eklatanter, weil das Minus des S&P500 noch kleiner wäre.

Innerhalb von 5 Monaten hat der DAX also gegenüber dem S&P in Euro relativ ca. 20% oder absolut grob 1000 Punkte verloren ! Ehrlich gesagt, eine derartige Divergenz zwischen dem DAX und den US Indizes in so kurzer Zeit habe ich noch nicht erlebt. Und wer im DAX war, kann sich ja noch glücklich schätzen, im CAC und anderen europäischen Indizes sieht es ja noch schlimmer aus.

Und auch heute geht es gnadenlos so weiter, DAX im Minus, S&P500 im Plus. Alle Aktien in Deutschland, auch die Nebenwerte, fühlen sich wie ein nasser Sack an, ein Sack der zwar auch nicht mehr stark fallen kann weil er schon labbrig am Boden liegt, aber eben auch keinerlei Leben mehr in sich trägt.

Was wir gesehen haben und heute wieder sehen, sind die unmittelbaren Auswirkungen des Vertrauensverlustes von Europa an den Märkten. Was letzte Woche beschlossen wurde ist zwar langfristig richtig, löst aber kurzfristig wenig und bedeutet kurzfristig sogar weitere wirtschaftliche Bremsspuren bedingt durch die Sparmassnahmen.

Wir können uns also darauf einrichten, dass uns dieser nervige Markt ohne klare Richtung noch bis in 2012 begleitet. Und auch Anfang 2012 werden wir wohl wieder diese Spreizung haben – zwischen einem Amerika dessen Wirtschaftsdaten langsam wieder nach oben zeigen und einem Europa, dass in den Seilen hängt.

Heute Abend gegen 20.15 Uhr wird mit der FED der letzte für mich absehbare, grössere Katalysator vor dem Jahresende kommen. In meinen Augen hat der Markt damit die letzte Chance noch einen richtigen Sprung zu machen. Danach wird das Handelsvolumen langsam austrocknen. In der Woche vor Weihnachten wird es schon ruhig werden und über den Jahreswechsel passiert dann sowieso nichts mehr. Diese Ruhe, in der auch die Ratingagenturen mal Weihnachten feiern und keine Schlagzeilen mehr produzieren, birgt bei selektiven ausgebomten Titeln im DAX (ala Rheinmetall) durchaus die Chance, dass diese an den ruhigen Tagen ein paar Prozent hoch laufen, weil sie von privaten Schnäppchenjägern über den Jahreswechsel gekauft werden. Aber mehr sollte man in meinen Augen nicht mehr erwarten.

Denn wenn der Markt es diese Woche nicht mehr schafft zu einem Sprung anzusetzen, kann man das Jahr wohl abhaken. Mit einem Auge muss man trotzdem wachsam bleiben, denn das Thema Iran schwebt weiter über unseren Köpfen und Feiertage sind da aus militärtaktischen Gründen eher Risikotage, als Tage der Ruhe.

Auch für mich hatte 2011 eine sehr schwierige zweite Jahreshälfte. Gegenüber dem oben genannten 08.07.11 habe ich aktuell – über alle Depots hinweg – gerade einmal 1% verloren. Damit muss ich mich nicht verstecken, zumal wenn der Heimatmarkt um mehr als 20% abstürzt. Aber ein Verlust ist es trotzdem und letztlich hatte man im zweiten Halbjahr viel Arbeit, viel Energieaufwand und am Ende trotzdem kein Ergebnis. Es gab definitiv bessere Jahre. Hoffen wir, dass 2012 uns positiv überrascht. In Anbetracht des extrem negativen Konsens mit Blick auf 2012, ist das durchaus möglich.

Meine Beiträge werden hier nach dieser Woche nun auch spärlicher werden, denn wenn der Markt diese Woche nicht zum Sprung ansetzt, stelle ich die meisten meiner Positionen glatt und habe dann endlich mal wieder Zeit, mit meinem kleinen Sohn auch in der Woche am Nachmittag einen Ausflug zu machen. Er möchte gerne schwimmen und tauchen lernen, da hat Papa doch mal eine schöne Aufgabe.

Darauf freue ich mich ! Wenn der Markt einem keine Freude macht, sollte man sich diese woanders suchen. (HS)

DAX, S&P 500 und Co. – Ist das die Wende ?

Ist das heute die Wende und der Beginn einer kleinen Rally zum Jahresende, von der ich hier in diesem Post erst letzten Mittwoch geschrieben habe ? Erleben wir gerade die Wiederholung des 04.10.11, die ich in dem genannten Artikel skizziert habe ?

Kann sein, muss aber nicht. Vergessen Sie bitte nicht, dass viel wichtiger als die dynamische Bewegung des heutigen Tages die Bestätigung Morgen sein wird. Denn hier sind nun drei Dinge im Spiel. Auf der einen Seite eine extrem überverkaufte Markttechnik, die nach einem Bounce geradezu „gebettelt“ hat, worauf ich ja in den letzten Tagen hingewiesen habe. Auch die beiden „Buying on Weekness“ Tage im SPY hatte ich ja erwähnt und diese haben sich wiederum als guter Vorlauf-Indikator für solche Wendepunkte bewährt.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch jede Menge positive Hoffnungen, die in die diversen politischen Gerüchte rund um die Euro-Zone hinein interpretiert werden und die Lars hier in diesem Post ja beschrieben hat. Und zu guter Letzt die guten Daten aus den Kaufhäusern, nicht nur in den USA, sondern durchaus auch in Deutschland, die das Bild einer unmittelbaren Rezession in Frage stellen.

Die überverkaufte Markttechnik wird aber spätestens Übermorgen verschwunden sein. Damit fällt die Unterstützung durch die Markttechnik dann weg. Und dann wird sich zeigen, ob hinter den Gerüchten um die EU Zone mehr als nur eine verzweifelte Hoffnung ist. Erst dann, Morgen, spätestens Übermorgen, wird diese Rally den wahren Test erfahren.

In dieser Lage und an diesem entscheidenden Wegpunkt, möchte ich daher noch einmal ein paar wichtige Gedanken in Erinnerung rufen. Vieles davon haben wir in den letzten Tagen schon verschiedentlich gesagt, hier aber noch einmal gebündelt:

1. Wenn man von diesen dynamischen Gegenbewegungen profitieren will, muss man sehr früh und massiv aufspringen. Wer heute Morgen bei DAX 5580 den Mut hatte, wurde Intraday immer noch mit 3% belohnt. Und kann seine Stops in die Komfortzone ziehen und das weitere Geschehen ohne grosses Risiko beobachten.

2. Typischerweise wird sich Morgen am Vormittag eine erneute Chance eröffnen, wenn es kleine Gewinnmitnahmen auf die Rally von Heute geben könnte. Mglw passiert das auch schon heute. Auch diese Chance kann man in meinen Augen mitnehmen, aber nur mit sehr, sehr engen Stops, denn der Test dieser Rally wird definitiv kommen und zwar spätesten Übermorgen.

3. Im Moment haben wir alle Signale eines V-Bottoms wie am 04.10.11. Der Markt hatte in den letzten Monaten einige solcher V-Rebounds, insofern ist das gar nicht mal unüblich. Das liegt auch an den immer mehr dominierenden Algos, die Bewegungen verstärken und verlängern. Was nach dem 04.10.11 passierte – eine wochenlange Rally – wissen wir ja. Auch heute neige ich in Anbetracht der Dynamik und des Momentums des Rebounds eher dazu, der Rally mehr als nur einen Tag zu geben. Ich vermute da „geht“ noch was und halte es für wahrscheinlicher, dass das der Beginn einer umfangreicheren Bewegung ist, als das der Markt Morgen schon wieder wegbröselt. Trotzdem ist auch das „Bröseln“ sehr gut möglich.

4. Sollte die Rally den Test Morgen oder Übermorgen bestehen und weiter hochschieben, wird der Performance-Druck der Institutionellen zum Jahresende extrem stark werden und immer wieder Geld in den Markt fliessen und damit die Rally befeuern. Um den Test zu bestehen, sollte der DAX die 5700er Zone Morgen im Wesentlichen halten können. Fallen wir deutlich und dauerhaft wieder unter 5650, würde ich den Test als verfehlt betrachten. Besteht der Markt aber den Test, dann ist die Jahresendrally da und ich vermute dann werden viele erstaunt über die Brutalität der Aufwärtsbewegung bis Weihnachten sein, denn wenn Geld so kurzfristig in „Torschlusspanik“ in den Markt schiebt, dann gibt es massive Übertreibung nach oben. Dann sind die 6400 vom Oktober und etwas mehr wieder schnell in Reichweite.

5. Sollte die Rally kommen, sollte man diese definitiv mitnehmen, sich aber für 2012 davon nicht blenden lassen ! Gerade wenn es eine Art „Torschlusspanik“ gibt, werde ich diese Stärke nutzen um zum Jahreswechsel neutral positioniert zu sein. Und dann warte ich erst einmal ab, wie sich die Grosswetterlage weiter entwickelt.

6. Bei aller Markttechnik, wir dürfen nie vergessen: Dominiert wird das alles aktuell durch die Politik und eine falsche Nachricht und alles fällt in sich zusammen ! Jeder der diese Rally spielt, sollte sich dieses Risikos bewusst sein.

Ich wünsche allen ein gutes Händchen. Wenn es noch eine Jahresendrally geben sollte, dann ist das hier *die* Chance. Nun ist also äusserste Aufmerksamkeit gefragt ! Zögerlichkeit wird hier nach meiner Ansicht nicht zum Erfolg führen ! Eher beherztes Zupacken, verbunden mit konsequenter Absicherung nahe am Einstiegspreis. (HS)

S&P500, DAX, MF Global und Co. – Marktupdate am Abend des 31.10.11

Den nun folgenden Kurzkommentar zum Markt am Ende des Oktober 2011 hatte ich ursprünglich als Kommentar auf Wunsch des Lesers „Nikolas“ geschrieben. Ich habe mich dann aber doch entschlossen, dass hier als Post zu veröffentlichen, da es auch für andere mglw von Interesse sein könnte.

Der DAX hat heute an einem schwachen Monatsende im nachbörslichen Handel die 6100 erreicht, das ist aber in meinen Augen nicht entscheidend, denn das ist nur ein Rechenwert und kein wirklicher Kurs, zumal das auf einem typischen Abverkauf in den letzten Minuten in den US beruht. Ein paar Minuten vorher waren wie im S&P500 noch ein Prozent höher.

Morgen der 01.11.11 wird aber wichtig. Wie schon vor ein paar Tagen geschrieben, halte ich die 6100 im DAX für die Wassermarke, die wir halten sollten. Dabei darf man diese Zahl nicht exakt nehmen, es beschreibt eine Zone, denn das war die Ausbruchszone aus der Range 5700-6100 vor der EU Entscheidung. Wir dürfen Morgen problemlos mal drunter schauen und Richtung 6000 gucken, dann sollte aber im Laufe des Tages wieder Kaufinteresse kommen und der Ausbruch bestätigt werden. Wenn dieses Kaufinteresse Morgen im Bereich 6000-6100 fehlen sollte, ist in meinen Augen Vorsicht geboten und der Markt hat möglicherweise wieder den Charakter geändert. Das muss man dann ernst nehmen, heute ist noch nichts entscheidendes passiert.

Ich muss allerdings zugeben, dass mich die Schwäche gerade heute im Ausmass überrascht hat. Ich habe mit ihr am Freitag fest gerechnet, weil sie natürlich nach so einem Anstieg zwangsläufig ist. Am Freitag kam sie aber nicht und ich habe am Freitag etwas Geld mit Shorts verloren. Und ich habe für Morgen den Monatsersten mit Schwäche gerechnet, aber nicht heute, weil heute der Monatsabschluss ist und gute Zahlen im Oktober für Wallstreet wichtig sind. Aber so ist halt Mr. Market, auch für einen alten Fahrensmann wie mich hat er immer wieder eine Überraschung parat.

Nachbörslich habe ich dann aber den Grund für die Schwäche erkannt, der mir während der Session nicht bewusst geworden ist. Kurzauszug aus dem WSJ: “MF Global Files For Bankruptcy MF Global Holdings Ltd. filed for Chapter 11 bankruptcy protection in New York on Monday morning after an effort to sell itself to Interactive Brokers Group Inc. failed. The filing sent financial exchanges around the world scrambling to address the uncertainty swirling around the collapsed broker-dealer.” Oder mehr hier in der New York Times zu MF Global

Das ist also der Grund, warum die Börsen heute so besonders schwach waren. Das versöhnt mich auch wieder mit Mr. Market, weil es irritiert mich immer, wenn ich mit seiner Stimmung nicht in Sync bin wie heute. Aber das erklärt vieles, so etwas mag Wallstreet nun gar nicht. Und wenn ein Broker platt geht, bedeutet das auch massive Geldflüsse und panikartige Versuche Mittel abzuziehen. Das so ein Tag schwach wird ist nicht verwunderlich. Das bedeutet aber auch, die Wahrscheinlichkeit, dass das in Kürze vergessen ist, ist hoch. Solche Themen verursachen in der Regel nur kurze Marktschwächen.

Darüber hinaus war das Verhalten des US Marktes bis auf die letzten Minuten heute bei aller Schwäche recht konstruktiv. Insofern bleibe ich noch bei meiner Gelassenheit. Wachsamkeit ja, aber Gelassenheit, auch wenn es sich heute wieder nicht schön angefühlt hat. Derartige Korrekturen sind normal und ein Muss und die letzten Minuten darf man nicht überbewerten. Dass es im DAX heute wieder heftig gerappelt hat, ist halt das alte Spiel. Kommt Angst auf, geht das Geld wieder Richtung US und wird aus dem DAX abgezogen. Der DAX ist zum Optionsschein amerikanischer, institutioneller Anleger auf die Weltkonjunktur geworden. Mit den DAX Firmen und mit Deutschen hat das wenig zu tun.

Wir sind ja selber schuld, weil wir unser Geld lieber dem Staat für weniger als die Inflationsrate geben. Oder besser sollte ich sagen „unsere deutschen Mitbürger“, denn hier lesen ja die letzten Mohikaner mit, die sich in D noch für den Aktienmarkt interessieren. Genau genommen kann man die Deutsche Börse also gleich zumachen, weil aus Deutschland kommen die DAX Käufer sowieso nicht …. aber halt, das ist ja schon passiert. Wir fusionieren ja mit der NYSE und dann sind die deutschen Aktien endlich da, wo sie sowieso gehandelt werden. In Frankfurt bleiben all die schönen Derivate, ohne die die Finanzwelt ja untergehen würde. Das macht ja auch Sinn, weil Oma Büllerbeck hat die ja in der „nachhaltigen Garantie-Version“ im Depot. Der „unwichtige“ Aktienhandel geht dafür nach NewYork. Aber wen interessiert das schon, wer braucht schon Aktien. Und davon abgesehen, welche Firma braucht schon einen Aktienmarkt um Kapital aufzunehmen, wenn man seine Mittel für Investitionen bei so schönen Instituten wie der IKB als Kredit bekommen kann (oder auch nicht). Wer in diesem Absatz Sarkasmus findet, kann ihn behalten.

Also Fazit: abwarten und Tee trinken. Bis jetzt finde ich nichts so herausragend oder ungewöhnlich an diesem Rücksetzer, dass ich meine grundsätzlich positive Sicht aufs Jahresende in Frage stellen müsste. Morgen kann meine Sicht schon anders aussehen. (HS)

DAX, Eurostoxx, S&P500 & Co. – Ein Tag für die Geschichtsbücher !

Ich weiß, Sie erwarten nun tiefschürfende Analysen und Ausblicke, aber an diesem denkwürdigen Abend des 27.10.11 kann und will ich damit nicht dienen.

Ich finde an so einem Abend sollte man einfach mal nur die Zahlen für sich sprechen lassen und diese damit für die Nachwelt konservieren. Ich greife einfach mal ein paar herausragende Bewegungen heraus. Die folgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf den letzten mir verfügbaren Kurs, teilweise also von 20Uhr, teilweise also von 22Uhr, teilweise aus den Futures-Märkten:

DAX +6%
Eurostoxx 50 +6%
S&P 500 +3,5%
Silber +5%
EUR/USD + 2%

Commerzbank + 16%
Deutsche Bank + 15%
Volkswagen + 10%
Heidelberg Cement + 8%
Arch Coal +8%
Freeport McMoran +10%
Rio Tinto +10%

Diese Zahlen sprechen für sich, mehr muss man zum 27.10.11 nicht sagen. Finanzaktien, Konjunkturaktien und Rohstoffe, das waren die ganz großen Gewinner des Tages. Glücklich kann sein, wer dabei war.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie diesen Ausbruch mitgenommen haben. Gestern, vor der Entscheidung, waren wir im DAX noch im definierten Band von 5700-6100 und haben intraday sogar noch einmal Richtung 5900 geschaut. Ich hatte letzten Sonntag ->hier-< in einem Marktausblick geschrieben, dass wir nach dem Ausbruch aus dem Band je nach politischer Nachricht und damit Richtung ganz schnell die 6300 oder 5500 sehen werden. Das war offensichtlich noch untertrieben, denn nun sind wir 7% höher als beim Tief gestern, das nenne ich denkwürdig !

Und wer jetzt unbedingt von mir noch einen Ausblick will, für den habe ich noch 4 kurze Punkte zur Erinnerung an alte Börsenregeln:

1. Wenn der Markt einmal so ein Momentum entwickelt wie aktuell, dann ist es ganz schwierig diese Stampede wieder zu drehen, wie bei einer Stampede 4-beiniger Bullen mit Hörnern auch. Sprich es ist nun in meinen Augen unwahrscheinlich, dass der Markt von sich aus einfach so auf dem Fuß und ohne Ankündigung wieder nachhaltig nach unten dreht. Denn viele haben diese Bewegung verpasst und werden nun aufspringen und so die Kurse weiter treiben. Wenn der Markt wieder dreht, dann kündigt Mr. Market das in der Regel erst einmal in Form einer länger dauernden Topbildung an. Eine Jahresendrally Richtung 7000 im DAX ist nun also wahrscheinlich geworden und die Reflexe die beim Absturz im August / September richtig waren – sprich jeden Gewinn schnell mitzunehmen – dürften in den nächsten Wochen wohl nicht mehr gültig sein.

2. Auch wenn die aktuelle Bewegung mittelfristig die Börsenampeln wieder auf Grün gestellt hat, geht so eine Bewegung kurzfristig nicht tagelang so weiter und es wird definitiv schon in Kürze Gewinnmitnahmen geben, die bei diesem Hub den Markt auch mal schnell um 2-3% Intraday drücken. Solange wir aber im DAX die 6100 nicht wiedersehen, sehe ich das ganz entspannt und nutze diese Rücksetzer als „Buy the Dip“.

3. Wie immer bewegen sich die hoch kapitalisierten Bluechips in den Indizes am schnellsten, weil zunächst dort das Geld der Marktteilnehmer hinein fliesst. Wir haben alle nur zwei Hände um Kauforders einzugeben und die grossen Titel werden als erste ins Depot geworfen. Die vergleichbaren Titel der zweiten Reihe in MDAX und SDAX hängen etwas nach, das ändert sich bei jedem Bullenmarkt dann aber in der zweiten Phase. Hier liegen Chancen für die, die bei dieser Bewegung zu spät gekommen sind.

4. Die obigen 3 Sätze stehen nach wie vor unter dem Vorbehalt der Politik. Wir dürfen nie vergessen, dass wir es eben nicht mit einem „normalen“ Markt zu tun haben, der frei nach seinen eigenen Stimmungen schwingt. Wir haben immer noch einen hoch politischen Markt, der durch entsprechende Äusserungen und Taten ganz schnell und unvorhersehbar die Richtung ändern kann. Bei aller Euphorie und Hoffnung auf eine schöne Rally zum Jahresende dürfen wir das nie vergessen !

Und jetzt mache ich ein Flasche Wein auf, für mich war es – was meine Depots angeht – der beste Tag des Jahres 2011. Ein Prost auf den 27.10.2011 ! (HS)

Marktupdate DAX und S&P 500 – Ampeln auf Gelb !

Hier ein kurzes Marktupdate zur Eröffnung am heutigen Mittwoch.

Nachdem wir nun eine Woche lang jeden Tag in den Indizes hoch geschoben sind, steigt nun das Risiko eines kurzfristigen Rücksetzers erheblich. Denn bei aller Euphorie darüber, dass der DAX endlich mal wieder einen kraftvollen Anstieg gezeigt hat, dürfen wir nicht vergessen, dass wir im S&P 500 immer noch in der Trading-Range sind. Es ist also noch nichts Entscheidendes passiert.

Weitere Warnsignale sind aktuell:
– Eine deutlich überkaufte Markttechnik
– Das Scheitern des S&P500 an der 1200er Marke gestern
– Ein sehr deutliches „Selling on Strength“ Signal im S&P 500 gestern – das Signal, dass die grossen Marktteilnehmer eher auf der Verkaufsseite waren

Ich richte mich daher nun gedanklich auf einen Rücksetzer ein, der uns im S&P 500 wieder in Richtung 1150 und im DAX Richtung 5500 bringen könnte. In Anbetracht des Momentums des Marktes nach oben sollte man dieses Signal aber nur als Warnsignal verstehen, mehr nicht. Es ist keineswegs unmöglich, dass wir von hier weiter hochschieben.

Wie es dann nach einem Rücksetzer bis 1150 bzw 5500 weitergeht ist unklar. Nach meiner Analyse ist der Anstieg der letzten Tage aber Markttechnisch signifikant und unterscheidet sich im DAX positiv von allen Bewegungen , die wir seit dem Start des Absturzes Ende Juli gesehen habe. Insofern besteht eine gute Chance, dass ein derartiger Rücksetzer im Sinne „Buy the Dip“ eine Kaufgelegenheit ist. Ich neige auch eher zu dieser Sicht, werde aber aufgrund dieses reinen Bauchgefühls keinen Positionen eingehen, sondern die Frage erst entscheiden, nachdem der Rücksetzer einen Boden gefunden hat. Im S&P 500 ist die Lage sowieso unklarer als im DAX. Dort ist ein Fallen bis zum unteren Ende der Trading Range bei ca. 1120 alles andere als unmöglich.

Für Heute und die nächsten Tage gilt also: bei aller Freude über steigende Kurse darf nun die Defensive auf keinen Fall vernachlässigt werden !

Noch ein Faktor, den man im Auge behalten sollte. Nachdem die Märkte auf die Aussagen der Politik zur Rekapitalisierung der Banken der Eurozone so positiv reagiert haben, sollte die Politik nun aber auch liefern. Sollte beim anstehenden EU Gipfel nur ein typisch wackelweicher Kompromiss heraus kommen, ist mit einer deutlichen „Sell the News“ Reaktion zu rechnen.

Noch ein Hinweis in ganz anderer Sache. Nachdem Chinas Aktienmärkte seit Monaten schwach sind, hat dort die Politik vor Kurzem mit der Absicht über den Staatsfonds Bankaktien zu kaufen ein Signal gegeben, das gestern schon an den Märkten angekommen ist. Es könnte also sein, dass die Schwäche des chinesischen Marktes nun zu Ende geht. Ich empfehle daher, diesen Markt nun unbedingt im Auge zu behalten ! (HS)

Über Demut, Flexibilität und den richtigen Zeithorizont – zwei Lehren aus dem 04.10.11

Der gestrige Tag mit seiner beeindruckenden Rally in den letzten 45 Minuten der Handelszeit an der Wallstreet, hat für uns zwei wichtige Lehren parat, die wir uns alle unbedingt vergegenwärtigen sollten. Damit beantworte ich indirekt auch ein paar Fragen und Kommentare.

Lehre 1 – Gedankliche Flexibilität und opportunistische Haltung

Gestern um 21.15 Uhr war die Welt mit meiner alten, kurzfristigen Strategie noch völlig im Reinen. Es sah alles, wirklich alles nach dem Absturz bis ca. 1000 im S&P500 aus. Der Markt konnte die 1100 nicht halten und näherte sich den Tagestiefständen, die 1080 waren schon erreicht. Im DAX war alles blutrot mit -10% bei großen Werten. In all den Tagen davor, war die letzte Stunde besonders schwach. Viel sprach also dafür, dass der Markt nun zusammen bricht. Und unzählige Profis hatten aggressive Short Wetten im Markt. Dann kam dieses gewaltige Kaufprogramm und als Folge davon wurden alle diese Shorts aus ihren Positionen gepresst und wir hatten einen gewaltigen Shortsqueeze der uns 4% in 45 Minuten nach oben bewegt hat. Dazu hier noch einmal das eindrucksvolle Chartbild der US Indizes:

Es ist völlig egal was das Kaufprogramm ausgelöst hat, möglicherweise hat ein klug programmierter Algorithmus eines der BigBoys diese Menge an Shorts gesehen, eine Gelegenheit erkannt und mit genügend Kapital versucht, genau diesen Squeeze auszulösen. Möglicherweise hat ein dumm programmierter Algorithmus eine Headline aus Europa getradet, obwohl es eigentlich gar nichts zu traden gab. Völlig egal. Aber sobald sich der Wurm gedreht hatte und nach oben ging, mussten alle Marktteilnehmer mit und haben diese Bewegung möglich gemacht. Um 21.15 Uhr hatte ich also eine kurzfristige Strategie. Um 21.45 Uhr, als ich sah mit wie viel Momentum wir durch die 1100 durch gingen, habe ich diese Strategie ohne zu zögern fallen gelassen. Und um 22.15 Uhr gestern war mir klar, dass eine Bewegung dieser Dynamik das Potential hat kurzfristig zu weiteren Käufen zu animieren, die Rally also heute und morgen noch Potential hat.

Ich habe also innerhalb einer Stunde meine kurzfristige Sicht auf den Markt um 180 Grad gedreht. Nicht weil meine Analyse vorher falsch war, die würde ich jederzeit wieder so machen, sondern weil mir der Markt einen klaren Hinweis gegeben hatte. Und ich habe gelernt auf diese Hinweise demütig und unverzüglich zu reagieren. Ein weniger erfahrener Marktteilnehmer würde in dieser Situation dazu neigen, seine alte Position gedanklich zu verteidigen und daran festzuhalten. Und als Folge dabei viel Geld verlieren. Und wenn er dann endlich nach Tagen bereit ist die veränderte Welt zu akzeptieren, dann dreht Mr. Market schon die nächste Pirouette die einen wieder auf dem falschen Fuß erwischt. Ich denke wir alle haben das schon mal genau so erlebt, oder ?

Die Lehre ist also, große gedankliche Flexibilität ist ein Muss ! Und eine opportunistische Haltung, die demütig akzeptiert, was uns Mr. Market vorsetzt und nicht versucht zur Befriedigung des eigenen Egos die eigene Meinung zu verteidigen. Wenn Mr. Market eine solche Rally hinlegt, dann hat das Folgen. Schon alleine weil nun andere versuchen an den Folgetagen auch auf den Zug zu springen. Genau das passiert heute und wahrscheinlich auch Morgen. Und es kann gut sein, dass die Rally sachlich ohne Grund, ungerechtfertigt und einfach nur Ausbund des psychopathischen Verhaltens von Mr. Market ist. Das ist aber völlig egal und keinen Gedanken wert. Die Rally ist da und deshalb real. Wer Geld verdienen will, muss sich schnell anpassen oder der Markt walzt ihn platt.

Das ist auch die Schwierigkeit von öffentlichen Voraussagen in so Blogs wie hier. Und deswegen mache ich sie sehr ungern ! Wer das gestern nicht direkt erlebt hat, kann nicht verstehen, warum ich innerhalb einer Stunde meine Sicht anpasse. Gestern hat der Hari noch von S&P500 bei 1000 geredet und heute von 1150 – der spinnt doch. Und wie hätte ich jemanden warnen sollen, dass sich meine Sicht geändert hat ? In den 45 Minuten in denen auch ich nur damit beschäftigt war meine Positionen anzupassen ? Wer das verstanden hat, wird mich nicht mehr fragen was ich morgen vom Markt erwarte. Denn der weiß, dass meine Meinung schon eine Stunde später anders sein kann. Wer erfolgreich sein will, muss lernen eine eigene Meinung zu entwickeln. Anders geht es nicht. Immer schön gedanklich flexibel bleiben!

Lehre 2 – Zeithorizont

Damit sind wir auch beim zweiten typischen Fehler den zu Viele an der Börse machen. Sie sind sich nicht über den Zeithorizont im klaren in dem sie agieren ! Mit schrecklichen Folgen für das eigene Depot. Denn man muss ja gar nicht so kurzfristige Richtungswechsel mitmachen wie ich. Man kann auch langfristig denken und kann dann solche Tage wie gestern einfach ignorieren. Nur dann muss man auch langfristig handeln !

Typisches Szenario: Max Müller liest in einer Anlegerpostille einen Artikel, der eine Aktie als unterbewertet und „Schnäppchen“ anpreist. Das überzeugt Max Müller, unter anderem weil es viele gute langfristige Argumente gibt, warum das Geschäftsfeld zukunftsträchtig ist und langfristig wachsen wird. Max Müller kauft also, ohne sich mit der kurzfristigen Markttechnik des Titels zu beschäftigen, er könnte das auch gar nicht, weil ihm die Techniken dafür fehlen. Genau 24 Stunden lang fühlt sich Max Müller nun wie Warren Buffet und als kommender „Value-Investor“. Dann, am nächsten Tag, fällt der Titel um 5%. Am Tag darauf wieder um 4%. Und so weiter. Zunächst wird Max Müller es nicht glauben, aber nach 20% Verlust und einer Woche später dann entnervt verkaufen und seiner Frau sagen: die Börse spinnt doch, ich rühre keine Aktie mehr an. Erkennt sich jemand wieder ? Ich mich schon, diese Fehler habe ich Anfang der 90er Jahre auch gemacht.

Die Börse spinnt aber keineswegs, Max Müller ist einfach nur unfähig. Er kauft eine Aktie aus langfristigen Erwägungen, springt dann aber nach Tagen raus, weil ihn ein kurzfristiger Verlust überrascht, über den er sich vorher keine Gedanken gemacht hat. Das kann nicht gut gehen ! Wenn man sicher gehen will in der nächsten Woche nicht 10% zu verlieren, muss man sich zwingend auch mit kurzfristigen Fragen auseinandersetzen und die Techniken dafür beherrschen.

Und damit sind wir wieder beim 04.10.11 und der Frage an mich, wie ich die weitere Entwicklung sehe. Ich kann diese Frage so nicht beantworten. Ich gebe die Antwort daher auf meine Weise:

Kurzfristig hat diese Rally Potential uns noch weiter nach oben zu bringen. Morgen (Donnerstag) könnte auch noch gut werden, dann dürfte der Schock-Effekt dieser Rally langsam auslaufen und die Bären langsam wieder ihre Krallen wetzen.
Mittelfristig sind wir immer noch in einem Abwärtstrend. Nichts hat sich daran bisher geändert. Es ist immer noch wahrscheinlich, dass wir noch neue Tiefststände sehen.
Langfristig haben wir in vielen Aktien Kaufkurse. Langfristig ist es egal, ob man VW für 87 oder 93 gekauft hat, es sind beides wohl gute Kurse.

Das ist meine Sicht heute 05.10.11 um 21.15 Uhr während ich das schreibe. Aber bitten erwarten Sie nicht, dass ich diese Sicht auch zwingend in 24 Stunden noch habe. Gerade die kurzfristige Sicht kann sich schnell ändern. Die wichtige Lehre ist also: man sollte unbedingt den Zeithorizont seines Handelns mit dem Zeithorizont der Anlagestrategie in Einklang bringen. Wer das vergisst, wird Geld verlieren.

Mr. Market interessiert sich nicht für unser Ego. Und uns sollte es auch nicht interessieren. Wir sind an der Börse um Erfolg zu haben, nicht um Recht zu behalten !(HS)

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