Tag Archives: Übernahmephantasie

Was ist los bei Praktiker?

Die Praktiker Aktie bleibt weiterhin deutlich unter Druck! Auch am Freitag mussten die Aktionäre einen weiteren satten Kursrückgang um über neun Prozent verkraften. Die Aktie der Baumarktkette konnte nur mit Mühe und Not bei 3,- Euro aus dem Handel gehen. Noch immer dominieren die Verkäufer und es werden größere Blöcke in den Markt gegeben. Auch wir hatten unser Kursziel ja zuletzt deutlich von 4,- Euro auf 3,03 Euro reduziert. Inzwischen ist unsere Redaktion nun der Meinung, dass der Abverkauf nach dem Erreichen der Marke von 3,- Euro, und mit dem Unterschreiten dieser Marke (wenn auch vorerst nur knapp) weiter gehen dürfte. Die nächste Zielmarke liegt nun bei 2,62 Euro.

Auch die letzten Nachrichten, nach denen weder die BayWa noch OBI Interesse an einer Übernahme von Praktiker gezeigt hatten, dürften die Hoffnungen der Aktionäre auf einen baldigen Kurswechsel der Aktie vorerst beendet haben. Hinzu kam noch dass man bei OBI offenbar aber laut darüber nachdenkt die Standorte der Praktiker Heimwerkermärkte zu übernehmen sofern die Mietverträge demnächst auslaufen. Dies dürfte Praktiker dann zusätzlich schwächen und es stellt sich somit die Frage ob das selbst auferlegte Restrukturierungsprogramm „Praktiker 2013“ nicht umbenannt werden sollte. Gelingt es Praktiker nicht kurzfristig sich vom Billig-Image zu lösen und Marktanteile zurück zu gewinnen wäre es nach Aussage von Fachleuten auch denkbar dass es die Baumarktkette bis zum Jahr 2013 gar nicht mehr gibt.

Insbesondere beim Marketing wurden offenbar in der Vergangenheit die größten Fehler bei Praktiker gemacht. Dies wurde nun erkannt und umgesetzt. Die neu aufgelegte Markenkampagne mit Ex-Tennisprofi Boris Becker zahlt sich laut Presseberichten für Praktiker inzwischen aus. Der Baumarktkonzern legt sowohl beim Image als auch bei der Aufmerksamkeit signifikant zu. Vor allem bei Frauen und der Altersgruppe unter 30 kann Praktiker dank „Bobbele“ punkten. Es besteht also durchaus noch Hoffnung dass sich das Blatt für Praktiker wieder wenden kann, aber das wird dauern. Der Aktienkurs dürfte bis zur Verkündung der ersten echten Erfolge weiter schwächeln. Wir sehen uns das Ganze weiter von der Seitenlinie an!

Trading Update ThyssenKrupp verkauft Aktien, Klöckner & Co mit Übernahmegerüchten

Es tut sich etwas in der deutschen Stahlbranche! Gestern konnten die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co. gegen den allgemeinen Trend weiter deutlich zulegen und notierten am Abend um zwei Prozent höher. Nachbörslich setzte sich dieser Trend noch weiter fort. Mit ein Grund für die starke Performance waren Übernahmegerüchte um eine mögliche Übernahme durch den US-Konzern Reliance Steel. Letztlich konnte ich aber nichts wirklich fundiertes finden was diese Annahme wirklich stützen würde. Eine Übernahme würde eigentlich auch nach der kürzlich durchgeführten Kapitalerhöhung wenig Sinn machen, ist Klöckner doch selber strategisch eher so ausgerichtet zu übernehmen als übernommen zu werden. Alleine aufgrund der Marktkapitalisierung von Klöckner & Co. dürfte eine Übernahme für einen ähnlich großen Player wie Reliance kaum zu stemmen sein. Neben der Übernahmephantasie sollte man sich also lieber weiter auf die fundamentalen Daten des Konzerns verlassen. Und diese sind weiterhin hervorragend. Neben einer prall gefüllten Kriegskasse überzeugt uns das Unternehmen nicht zuletzt durch operative Erfolge sowie der Tatsache, das sich die positiven Effekte aus den letzten Übernahmen demnächst in der Bilanz niederschlagen dürften. Unser Kursziel bleibt zunächst bei 28,- Euro.

ThyssenKrupp macht heute durch einen größeren Verkauf eigener Aktien von sich Reden. Der deutsche Branchenprimus der Stahlbranche braucht dringend Geld um die Schuldensituation etwas zu entspannen. Nachdem der Verkauf der Schiffswerft Blohm + Voss kürzlich nun überraschend doch noch gescheitert ist nutzt man nun das derzeitig günstige Umfeld für Aktien um sich anderweitig Geld zu verschaffen. ThyssenKrupp hat allein kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 17,6 Milliarden Euro angehäuft. Der Industriekonzern schiebt zudem langfristige Schulden von rund 16 Milliarden Euro vor sich her. Die Nettoschulden sind seit dem 30. September um 2,7 Milliarden auf 6,5 hoch geschnellt, und genau diesen Posten möchte man nun reduzieren. Mit dem Verkauf von 49,5 Millionen eigenen Aktien an institutionelle Investoren sollen insgesamt 9,6 Prozent des Grundkapitals an der Gesellschaft veräußert werden. Händler taxieren den Verkaufskurs für das Aktienpaket zwischen 32,95 und 33,95 Euro. In dieser Range wird der Kurs wohl erst einmal verharren bis die Transaktion abgeschlossen ist. Die Unterstützung liegt momentan bei 33,30 Euro.

Übernahmefieber bei Texas Instruments, National Semiconductor beflügelt Infineon und Dialog Semiconductor

Texas Instruments übernimmt National Semiconductor und zahlt eine Prämie von 70 Prozent!! Diese Nachricht schlug gestern bei der High-Tech Branche regelrecht ein und beflügelte die Kurse weltweit. Chip-Hersteller um den gesamten Globus profitierten von den Übernahmefantasien in der Branche nach dem Milliarden-Deal in den USA. Insgesamt 6,5 Milliarden Dollar oder 25,- Dollar je Aktie will Texas Instruments für seinen Konkurrenten zahlen, was einem satten Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs in Höhe von über 70 Prozent entspricht. Die Aktie von National Semiconductor konnten gestern dann um 72,- Prozent zulegen und stiegen auf 24,30 Dollar. Der Fusion müssen jetzt noch die Aktionäre und die Wettbewerbshüter zustimmen, ist also noch keinesfalls ausgemachte Sache!

Nun noch in die National Semiconductor Aktie einzusteigen dürfte sich also nicht lohnen, bzw. halte ich sogar für einigermaßen risikoreich. Platzt die Fusion doch noch dürften einige Anleger hier auf großen Verlusten sitzen. Auch die deutschen Chipwerte konnten von dieser Nachricht gestern deutlich profitieren. Spitzenreiter im Dax war gestern somit die Aktie von Infineon mit einem satten Plus von fast vier Prozent, sowie die  Dialog Semiconductor Aktie mit Kursgewinnen von 4,5 Prozent im TecDax. Während ich bei Infineon eher wenig Übernahmephantasien sehe könnte es bei Dialog irgendwann mal ein passendes Angebot geben. Letztlich bleibt alles reine Spekulation, und ich bin nicht der Meinung das man unter solchen Gesichtspunkten sein sauer verdientes Geld investieren sollte, sondern sich nur auf die fundamentalen Daten und die Charttechnik verlassen sollte. Die gestrigen Kursgewinne bei einigen Titeln aus der Branche könnten also schnell wieder weg sein…

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