Tag Archives: Insolvenz

Bitcoin Besitzer vor schweren Zeiten…

Ein kurzes Update zu dem gestrigen Artikel über die „verschwundene“ Bitcoin Handelsplattform MtGox, da ich dieses Thema als äusserst wichtig erachte. Wie man inzwischen in verschiedenen unbestätigten Quellen lesen konnte, gibt es offenbar einen Krisenplan bei MtGox um einer drohenden Pleite entgegen zu treten. Aus den Dokumenten geht u.a. hervor, dass Hacker über einen langen Zeitraum hinweg nun insgesamt 740.000 Bitcoins entwendet haben sollen, ohne dass dies vom Betreiber der Handelsplattform bemerkt wurde. Was schon immer von Bitcoin Skeptikern befürchtet wurde könnte nun also tatsächlich eingetreten sein. Der Digitale Bankraub in seiner reinsten Form.

Wie es in einigen Berichten heißt, stehen bei MtGox nun aktuelle Vermögenswerte in Höhe von 32 Mio. US-Dollar und rund 2.000 Bitcoins den Verbindlichkeiten in Höhe von 55 Mio. US-Dollar und weiteren ca. 350 Mio. US-Dollar durch die 740.000 gestohlene Bitcoins gegenüber. Keine guten Vorgaben für die Betreiber der Plattform möchte man meinen, und noch viel schlechter für die Gläubiger bzw. (ehemaligen) Bitcoin Besitzer! Ob das veröffentlichte interne Dokument von MtGox allerdings echt ist kann ich nicht beurteilen und wurde bislang auch nicht bestätigt.

MtGox will nun offenbar erst am 1.April dieses Jahres unter leicht geändertem Namen einen Neustart wagen. Ob das gelingen wird ist aus meiner Sicht äusserst fraglich, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten werden. Interessant wird aber in jedem Fall die Aufarbeitung dieser ersten schweren Krise, der zuvor hochgelobten Internet-Währung sein. Wie konnte es zu diesem vermeintlichen Betrug kommen, und waren dann eventuell auch Insider beteiligt? Somit stellt sich am Ende natürlich auch die spannende Frage, ob es einfach so möglich ist nahezu jede x-beliebige Plattform mit dem nötigen technischen Wissen, auszurauben?

Bitcoin Besitzer die aktuell nicht betroffen sind, dürften ein etwas mulmiges Gefühl in der Magengegend verspüren und ich gehe davon aus dass der Schaden für den Bitcoin , unabhängig von einer baldigen und umfassenden Aufklärung, groß sein wird. Sollten sich die Berichte bestätigen, würde das Hauptargument Sicherheit wohl wegfallen und die neue Währung könnte ganz schnell zum Spielball der Zocker werden und deutlich an Akzeptanz verlieren. Zur Zeit sind die führenden Anbieter Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China in einer gemeinsamen Erklärung um Schadensbegernzung bemüht und werben für Vertrauen in die Kryptowährung, um genau das zu verhindern…!

Wer Bitcoins handeln, aber nicht dauerhaft besitzen möchte, findet nach wie vor HIER eine interessante Alternative!

Kursbewegendes bei Praktiker, Facebook, Amazon, ThyssenKrupp, HeidelCement und Lafarge

Praktiker: Auch Max Bahr ist pleite

Gestern Abend wurde bekannt das auch die Praktiker Tochter Max Bahr nun Insolvenz angemeldet hat. Die Baumarkt-Kette Max Bahr sollte zunächst als „Filetstück“ des Praktiker Konzerns erhalten bleiben, musste nun aber ebenfalls und nicht ganz überraschend Insolvent anmelden. Also Hintergrund wurde angegeben dass ein Warenkreditversicherer die Lieferanten von Max Bahr nicht mehr unterstützt habe. Dadurch sei die Versorgung der Baumärkte mit Waren nicht mehr vollumfänglich gewährleistet gewesen…Ich enthalte mich an dieser Stelle eines Kommentars zu den Beteuerungen der letzten Tage. Anleger die auf eine profitable Fortführung von Max Bahr gesetzt haben sind nun ebenso gekniffen wie die die an ein Comeback der Praktiker Kette geglaubt haben. Ich hatte dringen davon abgeraten hier auch nur einen Cent zu investieren!

Facebook rockt

Die Aktie des Sozialen Netzwerkes konnte gestern nach überraschend guten Zahlen um satte 30 Prozent zulegen. Entgegen meiner Annhame, dass diese Gewinne im Tagesverlauf wieder abbröckeln würden konnte die Aktie nahe des Tageshochs schließen. Der Umsatz an der Wall Street lag bei stolzen 260 Millionen Aktien. Man kann somit davon ausgehen dass sich hier große Adressen eingedeckt haben, die längerfristig an dem Internet Konzern beteiligt sein wollen. Das Rückschlagspotenzial scheint damit zunächst begrenzt, das Aufwärstpotenzial aber aus meiner Sicht ebenso. Entscheidend ist hier die Marke von 33,- Dollar.

Amazon verdient wieder kein Geld

Eine Marktkapitalisierung von 138 Milliarden Dollar, ein KGV nahe der 100 (wenn überhaupt!), ein Buchwert pro Aktie von 18.53 Dollar und Cash pro Share von 17,35 Dollar, das sind die harten Fakten bei Amazon. Auch in diesem Quartal konnte der Online Händler erneut keinen Gewinn verbuchen sondern musste 7 Millionen Dollar Verlust ausweisen. Mit eigenen Produkten wie den Kindle-Tablets und Kampfpreisen versucht der Konzern, seinen Marktanteil stetig zu vergrößern, was weiterhin Unsummen an Geld verschlingt. Auch trotz der offensichtlich niedrigen Löhne schafft Amazon es nicht in die Profitabilität, denn Wachstum ist hier alles…. Eine attraktive Anlagechance sehe ich hier nach wie vor nicht

Thyssen-Debakel geht weiter

Eine Meldung auf die ich fast schon gewartet habe…Der Verkauf der beiden Stahlwerke in Nordamerika an den brasilianischen Konkurrenten CSN ist offenbar geplatzt. Einer Meldung des „Wall Street Journal“ zufolge könnten die Verhandlungen an unterschiedlichen Preisvorstellungen scheitern. Die Aktie reagiert entsprechend vorbörslich bereits mit einem Abschlag von 6,6 Prozent. Mehr sog i net!

Schlechte Vorgaben für HeidelCement durch Lafarge ?

Der französische Baustoffkonzern Lafarge musste im abgelaufenen Quartal einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen, und das trotz Preiserhöhungen! Der Umsatz ging um 3 Prozent auf 4,11 Milliarden Euro zurück, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schrumpfte sogar um 8 Prozent auf nur noch 922 Millionen Euro. Dem Baukonzern haben Währungseffekte in Nordamerika, die allgemein schwache Konjunktur und vor allem auch das schlechte Wetter zu schaffen gemacht. Alles drei wohl auch Faktoren die bei HeidelbergCement zum Tragen kommen könnten…!?

Aktien im Fokus…Praktiker, Rheinmetall, Deutsche Annington, Telekom, Nokia

Die seit gestern insolvente Baumarktkette Praktiker hofft offenbar noch auch Rettung. Der Vorstand hatte gestern Insolvenzanträge für die Ketten „Praktiker“ und „Extra Bau&Hobby“ beim Amtsgericht Hamburg gestellt. Ein entsprechender Antrag für die Aktiengesellschaft, die  Praktiker AG, soll spätestens am Freitag folgen, falls nicht doch noch ein weißer Ritter um die Ecke kommt! Marktführer Obi hat bereits gestern signalisiert, dass man keine Interesse an Praktiker habe. Heute war in der Presse zu lesen dass eventuell Hagebau-Geschäftsführer Heribert Gondert interessiert sein könnte, die Filialen zu übernehmen. Man darf also gespannt sein welche Kapriolen die Aktie heute schlagen wird…

Kraus Maffei Wegmann wollte eigentlich 270 Panzer an Saudi-Arabien verkaufen und wohl alle Beteiligten sind davon ausgegangen dass der Deal auch steht. Jüngsten Berichten zufolge droht das Geschäft  nun aber zu scheitern. Offiziell sind die Saudis über die öffentliche Entrüstung in Deutschland gestolpert und wollen deswegen zurückziehen. Ich halte diese plötzliche Empörung zwar eher für vorgeschoben, letztlich ist das aber natürlich für den deutschen Rüstungskonzern eine niederschmetternde Nachricht, ebenso wie für den Zulieferer Rheinmetall. Riad will das Geschäft jetzt laut einem Pressebericht mit der US-Konkurrenz machen. Der Rheinmetall Aktie dürfte die Nachricht heute nicht unbedingt gut tun.

Der Börsengang der Deutschen Annington ist besser gelaufen als erwartet. Nicht dass dies etwas an meiner Einstellung zu dem Unternehmen ändern würde, aber dies ist zumindest für einen zweiten Anlauf bei einem so kurzfristig durchgezogenen IPO bemerkenswert. Analysten zeigten sich gestern ebenfalls erstaunlich positiv zu der möglichen Entwicklung der Aktie. Also vielleicht liege ich hier ja falsch… Dennoch werde ich die Aktie nicht anfassen!

Die europäischen Wettbewerbshüter haben die Geschäfte einiger Telekommunikationsunternehmen in Europa ins Visier genommen. Dabei wurden unter anderem die Firmenzentralen der Deutschen Telekom, ebenso wie die von Orange und  Telefónica durchsucht. Es geht auch hier um mögliche, illegale Preisabsprachen…Konkret hieß es dazu: Die Unternehmen stünden im Verdacht, als Anbieter von Internet-Zugängen gegen EU-Recht verstoßen zu haben. Sowohl bei unmittelbaren Geschäft mit Endkunden als auch beim weltweiten Datenverkehr zwischen Telekomfirmen könnten die genannten Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung widerrechtlich ausgenutzt haben. Bis zum Abschluss der Untersuchungen dürfte der gesamte Sektor damit unter Druck bleiben.

Nokia verpatzt die Präsentation seines neuen Super-Smartphones Lumina 1020, weil zuvor bereits Fotos des Gerätes im Internet aufgetaucht sind. Wer das kameraähnliche Gerät mal sehen will findet > hier < die ersten Bilder. Der große Knalleffekt bleibt somit aus, auch wenn das neue Smartphone mit seiner 45 Megapixel Kamera für Fotobegeisterte Nutzer durchaus interessant sein dürfte. Die Aktie entwickelt sich weiterhin freundlich, auch wenn der große Wurf bislang ausgeblieben ist. Viel Neues wird von Nokia jetzt wohl erst einmal nicht mehr kommen, damit stellt sich auch die Frage woher nun neue Impulse für die Aktie kommen sollen. Die charttechnische Lage bei Nokia bleibt damit ebenfalls zwar stabil aber auch nicht unbedingt berauschend. Hier hatten sich wohl einige Anleger mehr von der Präsentation des neuen Flaggschiffs versprochen.

Solarhybrid, SunConcept, Solar Millennium, Solon und Q-Cells – war die Krise vermeidbar?

Gastkommentar: PhotovoltaikBranche und Managementfehler: war die Krise vermeidbar?

Das Jahr 2012 markiert eine Wende in der Förderpolitik der vom Bundestag und Bundesrat im Jahr 2003 verabschiedeten Subventionen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und hat zugleich zu starken Verwerfungen in der Solar-Branche geführt. Das EEG 2003 legte zunächst den Grundstein für den wirtschaftlichen Betrieb von Solaranlagen in Deutschland. Seit 2006 gibt es neue Bedingungen für die Stromeinspeisung. Hier wurde festgeschrieben, dass Energieversorger 20 Jahre lang die Stromeinspeisung pro Kilowattstunde fest vergüten müssen. Diese besonders attraktiven Subventions- und Fördergarantien und das Programm zur CO² Reduzierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau machten diese Investition für Eigenheimbesitzer und Investoren sehr interessant.

Die Mindestvergütung für Solarstrom betrug 35,49 Cent pro Kilowattstunde, bei einer Solaranlagen-Dachinstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW wurden 46,75 Cent und bei einer Fassadeninstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW sogar 51,75 Cent vergütet. Im Jahr 2011 folgte die Ansage der Änderung in der Subventionspraxis mit besonderen Auswirkungen auf die mittelständisch ausgerichteten Solarunternehmen. Der Deutsche Bundestag hatte am 30. Juni 2011 die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und damit eine Umkehr in der bisherigen Förder- und Subventionspraxis beschlossen. Die Bundesregierung hatte erkannt, dass sie diese enormen Kostenlasten der Förderpolitik pro Photovoltaik nicht mehr länger wird tragen können, schon gar nicht in diesem Umfang. Das hatte Folgen:

Nach Solarhybrid, SunConcept, Solar Millennium, Solon und nun auch First Solar (Fabrik Frankfurt Oder), geriet auch das zweitgrößte Vorzeigeunternehmen Q-Cells deutlich unter Druck. Das Q-Cells Management hatte kürzlich sein Sanierungskonzept für gescheitert erklärt, deshalb kommen zunehmend Fragen zur Art und Weise der Unternehmensführung auf. Management und Managementqualitäten stehen auf dem Prüfstand. „Hintergrund sei ein Rechtsstreit mit Gläubigern“, wiegelte Q-Cells ab. Das Unternehmen, das einst an der Frankfurter Börse als Neuling gefeiert worden war und mehrere Preise für unternehmerisches Handeln bekommen hatte, wies 2011 einen Verlust von 846 Millionen Euro aus. Q-Cells war von einem starken Preisverfall betroffen, wie andere Unternehmen der Solar-Branche auch, der freilich auf die Billig-Konkurrenz aus China zurückgeht, aber wohl auch seine Ursache in strategischen Fehlern des Managements der vergangenen Jahre hat.

Kenner der Branche meinen, dass auch SunConcept in seiner strategischen Ausrichtung schwere Fehler gemacht hat. „Wenn man einen so großen Laden hat, dann muss man flexibler sein“, kommentieren Analysten. Das deckt sich mit den Recherchen anderer Nachrichtenblogs, nach denen Insider in erster Linie betriebswirtschaftliche Fehler der vier Chefs für die Pleite verantwortlich machen. Die Nassauische Neue Presse zitiert beispielsweise einen Beteiligten mit den Worten: „Bei Sun-Concept herrschte ein unglaubliches Durcheinander, in dem keiner den Überblick hatte. Die Geschäftsführer sind an ihrer Überheblichkeit gescheitert.“ So sollen bis Ende vergangenen Jahres alle Hinweise auf die wirtschaftliche Schieflage konsequent ignoriert worden sein. Erst auf konsequentes Drängen einer Bank erklärte sich das Unternehmensmanagement bereit, einen Unternehmensberater mit Branchenausrichtung und Affinität zum Mittelstand zu Rate zu ziehen: zu spät! berichtet die Rhein Zeitung

Schwere Managementfehler führten nach Ansicht der Experten auch den Erlanger Solarkraftwerkherstellers Solar Millennium in die Zahlungsunfähigkeit.

Allen Unternehmen ist schlichtweg nicht gelungen, sich auf die neue Situation umzustellen und sich einer veränderten Marktlage mit neuen, innovativen Strategien anzupassen. Neue Absatzmärkte wurden nicht erschlossen, jedenfalls nicht in einem Rahmen, der für diese Unternehmen relevant gewesen wäre. Der Schutz von Markenrechten, der Wettbewerbsschutz und andere, wichtig, rechtliche Rahmenbedingungen wurden außer acht gelassen. „Man hätte beispielsweise früh genug auf die Vermittlung von Zeitarbeitern umsatteln sollen“, vermerken Analysten. Die Strategie „wir können die Dumping-Preise aus China nicht unterbieten, aber mit Qualität und Innovation überzeugen“, ging nicht auf.

Die chinesischen Produzenten haben in Deutschland mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 50 % erobert und die Aussicht auf einen hohen Absatz dürfte Anleger wie Investoren ermutigt haben, zumal die „Konkurrenz“ im eigenen Land in die Insolvenz geht. Die Zuwächse bei den chinesischen Solarproduzenten beim Absatz von Solarmodulen in Deutschland sind im ersten Quartal auf 1,9 GW gestiegen. So verwundert es Analysten nicht, dass die Aktienwerte der chinesischen Solarproduzenten wie etwa Trina Solar, Jinko und Yingli am Mittwoch, 18.04.2012, in einem starken Gesamtmarkt deutliche Kursgewinne verzeichnen können. Wettbewerber aus China haben konsequent den Deutschen Absatzmarkt „aufgerollt“, diese Aktien profitierten von der wachsenden Risikobereitschaft der Investoren, die unter anderem ausgelöst wurde von der Anhebung der Wachstumsprognosen und der konsequenten Wirtschaftsexpansionspolitik Chinas.

Ein besonders großes Managementversage der Deutschen Unternehmen lag wahrscheinlich in der Vernachlässigung, neue Joint Ventures zu gründen. China kann das, China macht das und China verschaffte sich damit Absatzmärkte im Bereich der Schwellenländer. Andere Länder, wie etwa Kanada, vermeiden diese Fehler. Der globale Wettbewerber Canadian Solar hat heute mitgeteilt, sich in sechzehn kanadische Projekte eingekauft zu haben, die in den kommenden Jahren einen Absatzwert von 800 Mio. USD erreichen  dürften. Weiterhin hat das Unternehmen die Gründung eines Joint Ventures beschlossen, welches dem Ausbau der Geschäftstätigkeiten in den wichtigen Schwellenländern dienen soll. Aber wer dachte in Deutschland schon an Kanada, wenn es um die Solar-Branche geht?

Es blieb in Deutschland leider nur das Fundament der Subvention und dieses Fundament war bereits erkennbar brüchig: Eine vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) durchgeführte Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen in Deutschland hatte ergeben, dass diese Form der Förder- und Subventionspolitik unangemessen und ineffektiv ist. Rund 51 % der Unternehmen gaben an, dass das neue Energiekonzept durch steigende Energiepreise und eine schwankende Versorgungssicherheit ihr Investitionsverhalten negativ beeinflussen wird. Demgegenüber dürfte die Energiewende lediglich 20 % zu steigenden Investitionen führen. Klar benachteiligt ist die gesamte Dienstleistungsindustrie in Deutschland, insbesondere die Branchen, deren Geschäftsmodell und Geschäftszweck (Solarien; Wellness; Fitness; Friseure; Shopping-Center) auf Lichttechnik ausgelegt und erhöhten Stromkonsum angewiesen ist. Im Prinzip handelt es sich um (kleine) Großverbraucher, die jedoch nicht durch die Bundes-Härtefallregelungen aufgefangen werden, weil sie keine sog. produzierenden Betriebe sind, aber dennoch als energieintensives Gewerbe bilanzieren (wegen erreichen der Stromkosten von 15 % plus X der Wertschöpfung, d.h. Umsatz minus Energie- und Materialkosten).

Von einem Missverhältnis sprach auch die Forschung in Deutschland unter Auswertung der Energieeffizienz von Windkraft und Solarenergie: für Windkraft sprechen sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die Effizienz der Anlagen, die deutlicher höher seien, als bei der Photovoltaik-Energie. Deshalb sei die Kürzung der Förderung der Solarenergiegewinnung durch die Bundesregierung durchaus nachvollziehbar, zumal die Photovoltaik in Deutschland nur einen Anteil von 3 % an der gesamten Stromerzeugung hat, aber über die Hälfte der jährlichen Kosten in Höhe von 14 Milliarden Euro in Form von ausgezahlter Einspeise-Vergütung verursacht. Dieses Missverhältnis wird nun korrigiert und diese Runde ging im internationalen Wettbewerb klar an China.Ein Gastkommentar von Sandro Valecchi

Absturz bei Pfleiderer, Solarworld, Phoenix Solar und Praktiker – Was tun?

Heute gibt es gleich mehrere „alte Bekannte“ die durch einen ungewöhnlich hohen Kursabschlag auf sich aufmerksam machen. Allen voran wäre da wohl der traurige Niedergang des ehemaligen Weltmarktführers für Bodenbeläge, Pfleiderer zu nennen. Die Restrukturierung des Konzerns scheint zu scheitern. Das Oberlandgericht Frankfurt hat heute zugunsten der Anleihegläubiger entscheiden, und damit die Umsetzung der weiteren Pläne für einen Wiederaufbau des Unternehmens zunächst unmöglich macht. Seitens Pfleiderer prüft man heute somit die Notwendigkeit eines Insolvenzantrages. Der Aktienkurs brach daraufhin in der Spitze noch einmal um 50 Prozent ein. Anleger die auf einen positiven Ausgang der Verhandlungen gesetzt hatten wurden bitter enttäuscht. Somit ist es wohl nach momentanem Kenntnisstand nur noch eine Frage der Zeit wann die Aktie der Pfleiderer AG vom Kurszettel verschwinden wird. Wir haben unseren Lesern bereits bei Kursen von knapp zwei Euro dringend geraten die Finger von der Aktie zu lassen!

Ein weiterer Kandidat auf der Liste der Aktien die man besser nicht anfassen sollte, war damals die Aktie der Baumarktkette Praktiker. Heute veröffentlichte das Unternehmen die Daten für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Erwartungen der Anleger waren schon deutlich reduziert, die tatsächlichen Ergebnisse enttäuschten aber dennoch, und zeigen ein deutliches Bild der kritische Lage in der sich das Unternehmen seit geraumer Zeit befindet. Operativ wies Praktiker einen Fehlbetrag von 61,6 Millionen Euro vor Sondereffekten aus. Unterm Strich stand ein sattes Minus von 554,7 Millionen Euro in den Büchern. Bei einer Marktkapitalisierung von derzeit knapp 125 Millionen Euro sollten hier alle Alarmglocken angehen. Vorstandsvorsitzende Thomas Fox kämpft noch immer mit der Finanzierung der geplanten Restrukturierung. Das Sanierungsprogramm soll 300 Millionen Euro kosten. Wo die Mittel herkommen sollen, bleibt aber weiterhin unklar. Die Praktiker Aktie verliert heute über 10 Prozent. Das nächste Kursziel dürfte nun bei 1,60 Euro liegen.

Sehr bedenklich darf man inzwischen auch die Kursentwicklung der Solarworld Aktie finden. Charttechnisch ist das Papier inzwischen schwer angeschlagen, und auch operativ läuft es alles andere als gut für den deutschen Branchenprimus. Mit dem heutigen Kursrutsch um die 8,5 Prozent ist die Solarworld Aktie nun auch unter die nächste Unterstützung bei 2,71 Euro gefallen. Gelingt es nicht den Aktienkurs wieder über diese Marke zu hieven, droht ein weiterer Kursrutsch in Richtung 2,23 und 2,- Euro. Die Phoenix Solar Aktie konnte noch im Februar deutlich zulegen, bevor der Aktienkurs dann in sich zusammensackte, und heute ein neues Jahrestief markiert hat. Auch hier droht ein weiterer Absturz. Die nächste Unterstützung liegt bei 1,34 Euro, darunter winkt der Abstieg zum Pennystock. Phoenix Solar wird aktuell nur noch mit 12,3 Millionen Euro an der Börse bewertet.

Wir haben vor knapp einem Jahr über alle genannten Aktien berichtet, und alle auf unsere „NO GO Liste“ gesetzt. Leider haben wir damit Recht behalten, und ich hoffe für Sie, liebe Leser, dass sie unsere Warnungen auch ernst genommen haben. Weiterhin ist mit Solaraktien kein Geld zu machen, aber viel zu verlieren. Die Pleitewelle in dem Segment dürfte gerade erst begonnen haben. Bleiben Sie also weiterhin vorsichtig, und vor allem skeptisch. Und lassen Sie sich nicht von kurzzeitigen Kursanstiegen locken, denn die sind allesamt schnell wieder verkauft worden. Wir haben Quartalsende und Fondsmanager, die diese Verlustbringer noch im Depot haben, werden diese Verlierer nun aus Ihren Depots schmeißen, was die negative Entwicklung bei der ein oder anderen Aktie durchaus noch  beschleunigen kann. Wie schon mehrfach hier geschrieben, setzen Sie lieber auf die Gewinner der letzten Monate denn die werden auch die Gewinner des Gesamtjahres sein!

Der Solar Millennium / Solarhybrid Supergau

Heute stellte dann auch die Solahybrid AG erwartungsgemäß den Insolvenzantrag, für mich eigentlich nur noch eine Formsache, denn das Ereignis habe ich schon lange erwartet. Spätestens nachdem bekannt wurde wie bei der Solarhybrid AG mit Millionenbeträgen rumgeschmissen wurde hätte man die Aktie verkaufen sollen. Das Handelsblatt berichtete damals unter dem Titel „Die seltsame Millionen Überweisung“ davon dass die Solarhybrid AG der  inzwischen in die Pleite gegangenen Solar Millennium AG noch kurz vorher einen unbesicherten Kredit in Höhe von 7,5 Millionen Euro gewährt hatte. Anlegergelder die also ohne jede Besicherung an ein befreundetes Unternehmen verliehen wurden dass sich bereits seit längerem in Schieflage befand. Nach meiner Auffassung ist dies immer noch eine Handlung die sich die Staatsanwaltschaft etwas näher ansehen sollte. Natürlich wurde diese Summe dann in der Insolvenzmasse der Solar Millennium AG versenkt. Zum Zeitpunkt der Geldvergabe war das Unternehmen Solarhybrid insgesamt nur 38 Millionen Euro an der Börse wert, was die stolze Summe von 7,5 Millionen Euro ins rechte Licht rücken sollte.

Insgesamt finde ich persönlich die Verstrickungen mit den angedachten Übernahmen von Unternehmensteilen der Solar Millennum AG mehr als dubios, auf die ich aber hier nicht näher eingehen möchte. Die vollmundigen Versprechen des Vorstandes Tom Schröder der Solarhybrid AG, vor gar nicht allzu langer Zeit, den Aktienkurs des eigenen Unternehmens auf über 20,-  „hieven“ zu wollen muss man wohl heute aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Die Insiderverkäufe von Tom Schröder und seinen Kumpanen in den letzten Wochen sprachen dann ebenfalls eine deutliche Sprache. Wer auch diesen Wink nicht verstanden hat sitzt ab heute wohl auf 100 Prozent Buchverlust mit der Aktie. Das hier noch ein paar Cent pro Aktie aus der Insolvenzmasse an die Anleger zurückfließt darf zumindest bezweifelt werden. Ende Februar oder Anfang März hätte man die Aktie immerhin noch für über 4,- Euro verkaufen können!

Das Unternehmen  selbst machte heute die Politik, genauer gesagt die Gesetzesnovelle für das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) für das Scheitern verantwortlich. Bereits Anfang März warnte die Firma und sah ihr Geschäftsmodell ernsthaft gefährdet. Dann ging alles ganz schnell. Weitere 7,5 Millionen Euro wurden in ein Solarkraftwerk in  Neuhardenberg gesteckt, dass aber erst zum Jahresende fertig werden soll und somit künftig keine Einspeisevergütungen erhalten wird. Wo der Rest des Firmenkapitals verblieben ist konnte noch nicht recherchiert werden. Die Firma aus dem sauerländischen Brilon setzte nach eigenen Angaben in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011 rund 286 Mio. Euro um. Das Konzernergebnis lag laut ungeprüften Zahlen bei rund 5,9 Mio. Euro, wie aus dem jüngsten Quartalsbericht hervorgeht. Der Vorstand hat heute erklärt, dass aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen die Veröffentlichung des geprüften Konzerngeschäftsberichtes 2011 im März 2012 nicht mehr möglich erscheint…. Auch das darf ich zumindest komisch finden !

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  • tom schrder brilon

Dax Ausbruch – Wann erwachen die Bären wieder?

Wir befinden uns inzwischen in Woche sieben der aktuellen Rally, und der Markt  zeigt immer noch keinerlei Anzeichen von Schwäche. Ganz im Gegenteil, der Dow Jones markierte gestern ein neues Drei-Jahres-Hoch, nachdem die US Arbeitsmarktdaten deutlich besser ausgefallen sind als dies vom Markt erwartet wurde. Insbesondere die auf 8,3 Prozent gesunkene Arbeitslosenrate lässt vermuten dass die USA allmählich das Tal der Tränen durchschritten haben könnten. Und genau diese Vermutung wurde gestern an den Börsen auch kräftig gefeiert. Ein endgültiger Beweis für diese These steht aber noch aus. Wie ich Ihnen bereits in den letzten Ausgabe unseres Newsletters geschrieben habe, ist und bleibt es es aber trotz aller Begeisterung, die oberste Pflicht eines jeden Anlegers sich gegen eventuell Rückschläge abzusichern. Die Party geht offenbar weiter bis die Musik irgendwann aufhört zu spielen, und dann sollte man nicht der letzte sein der diese Party wieder verlässt.

In Europa scheint sich die allgemeine Stimmung am Aktienmarkt nun ebenfalls deutlich gebessert zu haben. Die großen Anleiheverkäufe der Club Med Länder verliefen bislang überwiegend sehr erfreulich, auch wenn hier sicherlich von politischer Seite etwas nachgeholfen wurde. Sorge hingegen bereitet nun Portugal. Die Bedenken dass neben Griechenland nun auch Portugal nicht mehr in der Lage sein könnte längerfristig auf eigenen finanzpolitischen Füßen zu stehen, äusserten sich in der abgelaufenen Woche durch Renditen 2-jähriger portugiesischer Staatsanleihen, mit einer Verzinsung von satten 18 Prozent. Portugal ist zwar bis 2014 durchfinanziert, dennoch sollte man wohl ein Auge darauf haben ob hier nicht der nächste Brandherd entsteht. Bis dahin sollten wir uns aber erst einmal der aktuellen Situation widmen, und uns auf dem Anstieg der Börsen konzentrieren um diesen möglichst effektiv auszuschöpfen.

Der Markt will anscheinend einfach nur noch nach oben. Es ist wieder mal der Weg des maximalen Schmerzes für alle die noch nicht investiert sind, die Rally nicht rechtzeitig erkannt haben, oder sich gar auf der Short Seite positioniert haben. Unsere Zielzone wurde somit nun überschritten. Wie weit die aktuelle Bewegung noch tragen kann lässt sich nicht mehr seriös prognostizieren. Aber solange dieser Trend nicht nachhaltig gebrochen wird ist es besser sich nicht dagegen zu stellen, und die Bewegung einfach als gegeben zu akzeptieren. Auch ich bin zwischenzeitlich mit einem ein paar Positionen wieder ausgestiegen und haben Teilgewinne gesichert. Aus heutiger Sicht vielleicht zu früh. Deshalb habe ich mich in der abgelaufenen Woche darauf konzentriert meinen Investitionsgrad wieder etwas zu erhöhen, und in Aktien einzusteigen, die noch gar nicht oder wenig gelaufen sind…Schauen Sie sich mal die Aktien von Metro, K+S, Deutsche Börse, usw. an.

Fazit: Der DAX liegt nach wie vor in einem stabilen Aufwärtstrend, so dass dieser grundsätzlich gute Chancen hat noch bis auf 6.850 Punkte anzusteigen. Positiv sieht auch der Euro Stoxx 50 aus, für den ein weiterer Anstieg bis 2.550 Punkte möglich wäre. Bis auf die Arbeitsmarktdaten vom Freitag lieferten die US Konjunkturdaten zuletzt ein eher gemischtes Bild, wenn auch mit grundsätzlich positiver Tendenz. Wie heißt es doch so schön „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ Noch immer schwebt auch das Damoklesschwert Griechenland über den Märkten, dass sollte zu keinem Zeitpunkt vergessen werden…Grundsätzlich bleibt der Markt damit also in einer Bias zwischen den wirtschaftlichen Rahmendaten und den Gegebenheiten am Aktienmarkt, und wird weiterhin getrieben durch die von den Zentralbanken zur Verfügung gestellten üppigen Liquidität.

Für den Moment ist die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes deutliches Abtauchen der Märkte in meinem Augen genau so hoch wie ein weiterer Anstieg. Denn die Bären befinden sich in einer Art Angststarre die sich, beim Erwachen dieser zotteligen Kuscheltiere, dann in einer weiteren und extremen Aufwärtsbewegung entladen könnte. Wie wir bereits am Freitag gesehen haben kann eine solche Bewegung dann sehr schnell gehen. In die Gegenrichtung allerdings auch, wie wir aus schmerzlicher Erfahrung des letzten Jahres wissen. Am Montag und Mittwoch wurden nun erneut ausgelöst durch starke Kursbewegungen zwei neue Gaps im S&P 500 hinterlassen die wahrscheinlich noch geschlossen werden müssen. Zumindest hat der Markt in den letzten Monaten konsequent darauf geachtet das solche Kurslücken im Chart nicht übermäßig lange verbleiben.

Für den Anfang der Woche kann ich mir durchaus vorstellen dass es nochmal ein paar Dips gibt, die man dann kurzfristig kaufen kann, wenn sie etwas heftiger ausfallen. Bitte vergessen Sie aber nicht diese Positionen sofort eng abzusichern. Der Markt muss auch mal wieder etwas Luft ablassen, und das wird er! Die Frage ist nur wann? Ein kurzfristiger Rücksetzer im Dax könnte noch einmal zu einem Retest der 6.600er Marke führen oder zurück in die Zielzone zwischen 6.400 und 6.500 Punkten (siehe Chart oben!) Im S&P 500 ist gar der Retest der 1.300er Marke vorstellbar.

In der kommenden Woche muss sich also nun zeigen ob wir uns langsam dem Finale nähern, in dem die Shorties entnervt aufgeben, und somit dem Schub in Richtung 6.850 Punkte oder mehr auslösen, oder ob die Märkte nun im Zuge der Unsicherheit um Griechenlands Schuldenschnitte auch mal wieder nachgeben werden. Die Entscheidung über die Höhe des HairCut, oder gar den Verbleib des Landes in der Eurozone, sollte jetzt immer mehr in den Fokus der Anleger rücken. Der Ausgang der griechischen Tragödie ist nach wie vor ungewiss, denn so langsam platzt einigen Beteiligten der Kragen in diesem Milliardenpoker. Die Worte des Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker am Wochenende waren mehr als deutlich…! Alleine schon aus diesem Grunde ist es, trotz aller Freude über steigende Kurse am Aktienmarkt, nicht ratsam sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Versuchen Sie einen ausgewogenen Mittelweg zu finden, der manche Chance auslässt, aber immer noch viel Spaß mit den bestehenden Positionen bereitet.

Die größten Wertvernichter 2011 – Solon, Solar Millennium, Conergy, Q-Cells, Colexon Energy und Solarworld

Wie jedes Jahr um diese Zeit beginnen wir heute wieder mit unserer Serie der größten Wertvernichter, und schlechtesten Aktien im abgelaufenen Jahr. Einige der hier genannten Werte haben durchaus das Potenzial sich wieder zu erholen, wenn auch ein Aufstieg zu alten Höhen bei vielen Aktien wohl nicht mehr zu erwarten ist. Andere Aktien oder ganze Branchen werden wohl auch im Börsenjahr 2012 sehr schwierige Zeiten vor sich haben. Allen voran ist hier wohl die Solarindustrie zu nennen, die ein geradezu katastrophales Jahr hinter sich hat. Die Branche, die einst als großer Hoffnungsträger für die deutsche Industrie galt, zerstört sich sozusagen gerade aus sich selbst heraus. Verantwortlich dafür sind politische Entscheidungen die dazu geführt haben dass insbesondere durch den Druck aus China, und den damit einher gehendem Margenverfall, wohl auch in den kommenden Monaten mit weiteren Insolvenzen zu rechnen ist.

Die ersten beiden Unternehmen die sich dem weiter zunehmenden Preisverfall in der Branche beugen mussten sind Solon und Solar Millennium, wobei die Sachlage die dazu geführt hat dass das Unternehmen kürzlich Insolvenz anmelden musste, bei Solar Millennium wohl noch deutlich komplexer ist. Aber darüber hatten wir ja schon mehrfach und ausführlich berichtet. Die Conergy Aktie, die noch im März diesen Jahres bei 6,- Euro notierte ist nun bei einem Aktienkurs von 0,30 Euro wohl auch einer der Wackelkandidaten für das kommende Jahr, ebenso wie Q-Cells deren Aktienkurs sich ebenfalls noch einmal von 3,50 Euro auf inzwischen 0,48 Euro drastisch reduziert hat. Die Colexon Energy Aktie kannte ebenfalls nur eine Richtung und ist einer der größten Wertvernichter des Jahres 2011. Bis zum Frühjahr konnte sich der Branchenprimus Solarworld mit Kursen um die 10,- bis 12,- Euro diesem Trend noch einigermaßen gut entziehen. Schließlich gab aber auch der Aktienkurs deutlich nach und notierte teilweise unter der 3,- Euro Marke.

Ebenso düster sieht das Bild auch bei der chinesischen Konkurrenz aus. Hier wurden in den vergangenen Jahren enorme Investitionen mit billigem Staatsgeld getätigt, die letztlich die für alle tödliche Preislawine in Gang gesetzt haben. Letztlich wird es im Modul- und Wafermarkt auch im kommenden Jahr wohl nur wenige Gewinner geben können. Auch wenn ich grundsätzlich der Meinung bin das die Solarenergie in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, dürfte es nicht mehr ausreichen nur billige Module herzustellen, sondern der Fokus wohl eher darauf ausgerichtet sein innovative Produkte mit deutlich höheren Wirkungsgraden am Markt zu platzieren. Unternehmen denen dies gelingt werden dauerhaft überleben, andere wohl eher nicht! Die Solarbranche bleibt auch im kommenden Jahr somit anfällig für weitere schlechte Nachrichten…Also weiterhin kein Platz an dem man sich als Anleger tummeln muss! Im Falle Solar Millennium hilft wohl leider nur noch ein Rechtsschutz Test um wenigstens etwas von dem verlorenen Geld wieder zu bekommen.

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Thielert Aktie – auf sehr wackeligen Füssen!

Anlässlich des gestrigen Gewinns des dritten Platzes für Investors Inside beim Financeblog Awards der Comdirect, und der damit verbundenen Frage von Joachim Goldberg, warum ich manchmal über die ein oder andere Aktie schreibe, hier nun ein Update zu der Thielert Aktie. Ich schaue mir regelmäßig Aktien über die ich geschrieben habe wieder an um zu sehen, ob sich irgend etwas an der Situation des Unternehmens, oder meiner Einschätzung geändert hat. Einige Börsenbriefe, oder auch Internetportale begnügen sich damit Momentaufnahmen ins Netzt zu stellen und dann nie wieder über die Aktie zu berichten. Ich denke man sollte seine Leser etwas mehr begleiten…

Die Thielert Aktie ist wie von uns erwartet und bereits Anfang Dezember geschrieben nun auf dem Ausgangsniveau der kleinen Zwischenrally ohne fundamentalen Hintergrund angekommen. Die Zocker dürften damit weitestgehend raus sein und nur noch Anleger die auf das schnelle Geld gesetzt hatten auf Ihren Positionen sitzen. Wie fast immer an diesem Punkt muss man sich, wenn man noch im Besitz der Aktie ist, fragen ob man einen Fehler gemacht hat und sich diesen nun spätestens eingesteht, und entsprechend handelt. Eigentlich hätte man schon viel früher handeln müssen, das dürfte wohl spätestens heute klar sein.

Der Aktienkurs steht nun wieder bei ca 0,61 Euro, und damit auf sehr wackeligen Füssen. Hier sollte die letzte Unterstützung liegen bevor dann ein erneuter Abwärtsschub in Richtung 0,25 Euro  und später gar 0,12 Euro stattfinden könnte. Die Gefahr, dass die Zocker genau diese Situation nun erneut ausnutzen ist groß. Da die Umsätze inzwischen auch wieder deutlich zurückgegangen sind ist eine Manipulation des Aktienkurses entsprechend einfach. Natürlich ist dieses Szenario bis jetzt reine Spekulation meinerseits, aber ich denke das sollte zumindest jedem Noch-Investierten bewusst sein. Fundamental gibt es bei Thielert immer noch nichts Neues, der erhoffte Investor ist-  wie von mir erwartet – bislang nicht aufgetaucht..

Das nächste Schweinchen heißt… Thielert

Das nächste Schweinchen heißt Thielert… passend zu meinem gestrigen Artikel …„Solon, Vivacon, Pfleiderer welches Schweinchen hätten Sie gerne?“ muss ich jetzt wohl eine tägliche „Schweinchen Kolumne“ daraus machen. Nicht nur wegen der großen Resonanz auf den Artikel, sondern viel mehr weil sich nun jeden Tag ein solches Schweinchen, dass von ertragsorientierten Schweinehirten durchs Dorf getrieben wird, finden lässt. Gestern im späten Handel haben sich diese Hirten nun auf den Flugzeugmotoren-Hersteller Thielert gestürzt und den Kurs kräftig angetrieben. Wohlgemerkt ohne irgendwelche neuen Nachrichten oder fundamentalen Begründungen. Über 30 Prozent konnte das eigentlich insolvente Unternehmen gestern an Wert zulegen. Respekt!! Das hatten wir doch bereits vor einigen Wochen schon mal bei Thielert, doch offenbar gibt es immer wieder neue Anleger die das Spiel mitmachen.

Oder es sind gar die alten die sich bereits beim letzten Mal die Finger verbrannt haben und nun Ihr Geld zurück haben wollen. Das wäre allerdings noch dümmer! Nun ja ich orakle mal das neue Spiel „Schweinchenrennen“ wohl wie beim letzten Mal für die meisten Anleger nicht gut ausgehen wird…wünsche aber allen Investierten trotzdem viel Glück! Für mich ist dies ein weiteres untrügerisches Zeichen dafür, dass wir uns am Ende der aktuellen Aufwärtsbewegung befinden. Die Gier bremst den Verstand, und es scheinen wieder verstärkt unerfahrene Anleger am Markt zu agieren, die das Spiel gegen die erfahrenen Schweinchenhirten immer wieder verlieren werden…

Pfleiderer engagiert Restrukturierungsexperten Hans-Joachim Ziems

Die Aktie des Holzverarbeiters Pfleiderer kann heute im frühen Handel wieder deutlich zulegen.  Laut Presseberichten ist es der Pfleiderer Führung gelungen den Kölner Restrukturierungsexperten Hans-Joachim Ziems zur Unterstützung der Sanierung des Konzernes zu engagieren. In den Übergangsjahren 2002 und 2003 führte Ziems die Fernsehgruppe ProSiebenSat.1, nachdem der Medienunternehmer Leo Kirch Insolvenz angemeldet hatte. Ziems soll demnach künftig den für das Ressort Restrukturierung zuständigen Pfleiderer Vorstand Ernst Pelzer bei seiner Arbeit unterstützen. Ob diese Meldung heute einen entsprechenden Aufschlag bei der Aktie rechtfertigt bleibt abzuwarten. Die Restrukturierung des Konzerns wird sicherlich nicht von heute auf morgen möglich sein.

Charttechnisch bleibt die Pfleiderer Aktie extrem angeschlagen. Auch unser in der vergangenen Woche ausgegebenes Kursziel von 1,35 Euro je Aktie wurde schneller erreicht, also dies den Aktionären lieb sein dürfte. Die nächste Unterstützen liegt nun im Bereich 1,18 bis 1,26 Euro. Ich rechne damit, dass dieser Bereich noch einmal getestete werden könnte bevor sich die Pfleiderer Aktie dann eventuell stabilisieren kann. Die heutige Meldung ist zwar sicherlich gut und könnte neues Vertrauen in eine Zukunft des Pfleiderer Konzerns schaffen, allzu euphorisch sollte man aber wohl deswegen nicht werden. Es besteht aber zumindest nun eine gute Chance auf eine baldige Bodenbildung der Aktie!

Vivacon – Pleitegefahr gebannt?

Eine mögliche Plei­te der Köl­ner Vi­va­con ist of­fen­bar end­gül­tig ab­ge­wen­det heißt es heute in der Immobilien Zeitung in folgendem Artikel: In den ers­ten Ja­nu­ar­wo­chen des neuen Jah­res will Vor­stand Marco Meyer die lange an­ge­kün­dig­ten, jetzt aber erst mit Ernst-&-Young-Tes­tat ver­se­he­nen Ge­schäfts­zah­len für die Jahre 2008 und 2009 vor­le­gen. Für Ende Fe­bru­ar peilt er eine or­dent­li­che Haupt­ver­samm­lung an. Und: Spä­tes­tens bis zum vier­ten Quar­tal 2011 wird die Ent­schul­dung der Vi­va­con nach Ein­schät­zung Mey­ers ge­schafft sein – trotz letz­ter Un­klar­hei­ten im Fall des Gläu­bi­gers NordLB.

Bei den Ir­ri­ta­tio­nen zwi­schen Vi­va­con und NordLB geht es un­ver­än­dert um einen von den Köl­nern re­kla­mier­ten Sa­nie­rungs­bei­trag der Lan­des­bank in Höhe von 2,45 Mio. Euro, der bis heute nicht ge­flos­sen ist. In Krei­sen der Bank ver­lau­tet dazu, eine ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung habe es nie ge­ge­ben. Zwei­ter Streit­punkt ist eine von Meyer ge­wünsch­te end­gül­ti­ge Ent­las­sung sei­nes Un­ter­neh­mens aus der Schuld in einer Grö­ßen­ord­nung von gut 16 Mio. Euro. Bei die­ser geht es um einen Kre­dit, den die NordLB der Vi­va­con An­fang 2008 für den 21 Mio. Euro teu­ren Kauf einer 80%-Be­tei­li­gung am Ge­bäu­de­ver­wal­ter Cu­ra­nis, Muns­ter (Lü­ne­bur­ger Heide), ge­währt hatte.

Die Be­tei­li­gung ging Ende 2009 im Zuge der Sa­nie­rung der schwer an­ge­schla­ge­nen Vi­va­con an die von Ra­fa­el Ko­ren­ze­cher ge­führ­te Con­sus Pro­per­ty Group, Ber­lin. Bei der Ge­le­gen­heit wan­der­ten auch in vier Ob­jekt­ge­sell­schaf­ten ge­bün­del­te 736 Wohn­ein­hei­ten für mehr als 20 Mio. Euro an die Ber­li­ner. Die Schuld­über­nah­me durch Con­sus ist of­fen­bar immer noch nicht voll­zo­gen. Der In­ves­tor macht dafür die NordLB ver­ant­wort­lich. Die ge­schol­te­ne Bank schweigt dazu. Das Pro­blem für die Vi­va­con: Soll­te die Schuld­über­nah­me durch Con­sus nicht zu­stan­de kom­men, könn­te die Bank et­wai­ge For­de­run­gen wei­ter­hin an die Ur­sprungs­schuld­ne­rin Vi­va­con rich­ten.

Wenn Marco Meyer trotz die­ser Un­klar­hei­ten tes­tier­te Ge­schäfts­zah­len an­kün­digt, dann spricht das dafür, dass er sein mas­siv ge­schrumpf­tes Un­ter­neh­men für hin­rei­chend sta­bi­li­siert hält. Die Rest­schul­den, die die Vi­va­con noch bei der Post­bank und der Credit Su­is­se hat, lie­gen bei deut­lich unter 10 Mio. Euro. Soll­te die Ent­schul­dung bis Ende 2011 ge­lin­gen, hätte die bör­sen­no­tier­te Vi­va­con in Zu­sam­men­ar­beit mit 18 Gläu­bi­ger­ban­ken 540 Mio. Euro ent­schul­det.

Meyer hat die frü­he­ren Ge­schäfts­zwei­ge Port­fo­li­o­han­del, Pro­jekt­ent­wick­lung sowie Be­tei­li­gun­gen an Cu­ra­nis und Wiag im Laufe der Sa­nie­rung ab­ge­schnit­ten. Er kon­zen­triert sich aufs Ge­schäft mit Erb­bau­rech­ten. 2010 be­stell­te die Vi­va­con für 1.100 Grund­stü­cke Erb­bau­rech­te, womit der jähr­li­che Fluss an Erb­bau­zin­sen von 12 Mio. auf 15 Mio. Euro stieg. Damit feh­len nur noch rund 2 Mio. Euro bis zum bis­he­ri­gen Spit­zen­wert der Vi­va­con von gut 17 Mio. Euro. Dem Aktienkurs der Vivacon AG tut die Nachricht heute mit einem Gewinn von knapp 80 Prozent sichtlich gut.

Wir bleiben erst einmal vorsichtig skeptisch an der Seitenlinie und beobachten das Schauspiel..wer hier mitspielt sollte sich des Risikos einer Fehlspekulation a la Thielert oder Primacom bewusst sein.

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