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G20 stockt IWF auf, Frankreich wählt und Apple rockt…!?

Es gibt mal wieder ein paar sehr beherrschende Themen an den Börsen, die leider auch Ihre Spuren in einzelnen Aktienkursen und den Indizes, in der abgelaufenen Woche hinterlassen haben. Allen voran ist hier natürlich Spanien zu nennen, und die damit einher gehenden Unsicherheiten über die Zukunft des Euro. Es dürfte nun langsam auch dem letzten Beteiligten klar sein dass wir uns nicht mal kurzfristig Ruhe erkaufen können. Nachdem nun also das Griechenland Problem gelöst schien (was natürlich keinesfalls der Fall ist!) dauerte es nur wenige Tage um die Krise nun wieder voll entflammen zu lassen. Das Problem mit Spanien wäre natürlich um ein Vielfaches größer und schwerwiegender und ein Scheitern des Landes wäre auch mit dem endgültigen Scheitern des Euro, in seiner jetzigen Form, gleich zu setzen. Wieder einmal haben sich die Spekulanten offensichtlich auf ein Land und ein Thema eingeschossen, und es dürfte erneut schwer werden diesen Spekulationen gegen einen Zerfall der Eurozone Herr zu werden.

Im Fokus der Anleger standen in dieser Woche somit die verschiedenen Anleiheauktionen spanischer Staatsanleihen. Den Höhepunkt dabei sollte die Auktion der 10-jährigen Staatsanleihen am Donnerstag bilden. Diese konnte zwar, wie die vorangegangenen auch, mit Erfolg platziert werden, der dabei erzielte Zinssatz jedoch kann die spanische Regierung wohl keineswegs zufrieden stellen. Die Zinsen von nahezu sechs Prozent sind Gift für das Land und nahe an der Schwelle zur Katastrophe. Das Szenario gleicht passender Weise einem Stierkampf, in dem der Torrero (Spekulanten) nun einen Spieß (hohe Zinsen) nach dem anderen in dem wild schnaubenden Bullen (Spanien) platziert, wobei bis zum Schluss die Frage offen bleibt ob das Tier seinen Verletzungen letztlich erliegen wird, oder der Bulle sich am Ende noch einmal aufrafft, um durch eine geschickte Bewegung den Torrero auf die Hörner zu nehmen und zu überrennen.

Woher aber das letzte Aufbäumen des spanischen Bullen im Moment kommen soll ist mir angesichts der katastrophalen Situation auf dem Arbeitsmarkt, eine platzenden Immobilienblase und den eingeleiteten Reformen, die das Land wohl auf längere Sicht zum Stillstand verurteilen, schleierhaft. Letztlich wird also ein Wunder in Form einer weiteren groß angelegten Geldspritze seitens der EZB oder des IWF das vorläufige Ãœberleben des Bullen sichern müssen. Helfen diese Maßnahmen nicht ist der EFSF, später ESM einsatzbereit. Die Situation ist also heute deutlich anders als noch zu Griechenland-Zeiten, und trifft uns Europäer nicht mehr unvorbereitet. Das sollte bei aller Schwarzmalerei nicht vergessen werden! Auch wenn Spanien ein weitaus größerer „Brocken“ ist…etwas hat sich offensichtlich geändert. Die Menschen scheinen wieder mehr Vertrauen in die politischen Fähigkeiten Ihrer Landesführungen zu haben. Sieht man sich den, unter diesen Umständen sehr stabilen Euro/USD Wechselkurs an, vor allem aber auch die Entwicklung der Krisenwährung Gold, dann wird klar dass wir von einer Panik, wie im letzten Quartal des Jahres 2011, noch sehr weit weg sind.

Somit sollten wir uns auch, bei aller Beunruhigung über die Zukunft des Euro, vorerst etwas mehr den harten Fakten der Weltkonjunktur widmen. Die US Berichtssaison zeichnet bislang ein sehr deutliches Bild von der Konjunkturerholung in den USA. Die Quartalsberichte waren durch die Bank deutlich besser als dies vom Markt erwartet worden ist. Bislang konnten dieser Unternehmensergebnisse aber noch nicht so richtig „verarbeitet“ werden. Bessert sich nun das politische Umfeld demnächst wieder dürfte dieses Versäumnis dann schnell nachgeholt werden. Bankenwerte wie Goldman Sachs, Bank of Amerika und Morgan Stanley zeigen deutliche Erholungstendenzen. Konsumtitel wie Coca Cola und Mc Donalds glänzen erneut, noch besser sieht es aber im Technologiebereich aus.

Intel übertraf die Analystenerwartungen, obwohl höhere Entwicklungsausgaben den Gewinn belasteten. Microsoft konnte seine Gewinne vor allem im Firmenkundengeschäft mit Betriebssoftware steigern. IBM profitiert zunehmend vom Software- und Dienstleistungsgeschäft und von der anhaltend starken Nachfrage aus Schwellenländern, so dass der Netto-Gewinn im vergangenen Quartal auf Jahresbasis um gut neun Prozent zulegen konnte. Alle Unternehmen bestätigen einen soliden Ausblick und rechnen 2012 mit einem weiter anziehenden Wachstum. Spannend dürfte es aber werden wenn Apple am Dienstag seine Zahlen für das abgelaufene Quartal liefert. Offensichtlich sind sich Anleger momentan etwas uneinig über den weiteren Verlauf der Apple Story. Die Apple Aktie fällt seit Tagen im Vorfeld diese Ereignisses. Am Dienstag nachbörslich wird sich also mit hoher Wahrscheinlichkeit entscheiden ob weiterhin Druck auf  auf den Aktienmärkten lastet oder die Apple Aktie erneut um zehn Prozent oder mehr nach oben schießen kann. Denn fällt Apple unter enttäuschenden Nachrichten, wovon ich nicht ausgehe, dürfte das den gesamten Technologiesektor deutlich belasten. Dazu hier mehr..!

Ein weiterer wichtiger Termin der kommenden Woche sind neben dem G20 Treffen am Wochenende die Erstabstimmung zu den Präsidentschaftswahlen in Frankeich. Der Herausforderer Hollande liegt inzwischen etwas vorne und hat bereits deutliche Richtlinien für die zukünftige Euro-Politik, auch in punkto Stabilitätskriterien, Schulden und Wachstum ausgegeben. Der Ausgang der Wahl in Frankreich könnte somit deutlich weitreichendere Konsequenzen für Europa haben als bisher angenommen. Auch in Deutschland wird die Berichtssaison nun allmählich Fahrt aufnehmen, und man darf auf die harten Fakten aus den Unternehmen sehr gespannt sein. Ich rechne weiterhin mit soliden Ergebnissen auf breiter Basis, mit wenigen Ausreissern. Es erwartet uns also mal wieder eine der spannendsten Wochen an den Aktienmärkten, die in beide Richtungen viel Potenzial bietet.

Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild beim Dax zuletzt wieder etwas aufgehellt. Auch wenn sich dies natürlich jederzeit durch die oben geschilderten Ereignisse wieder ändern kann. Der Rücksetzer bis auf 6.555 Punkte war nahezu mustergültig bevor der DAX dann wieder nach oben drehen konnte. Richtig bearisch wird es also erst, wenn die letzten Tiefs dynamisch gebrochen werden. Unsere Zielzone wurde erreicht, hier konnte der Index aber wieder nach oben drehen. Somit bleibt das große Bild unverändert. Erst wenn das Oktober Hoch bei ca. 6,440 Punkten unterschritten wird, und anschließend auch noch das 61,80 Fibonacci Retracement bei 6.350 Punkten fällt ist der Trend endgültig gebrochen. Nach oben hin liefert ein Anstieg über 6.850 Punkte, mit dem Wiedereinstieg in den bullishen Trendkanal ein erstes Kaufsignal. Doch schon bei ca. 7.000 Punkten wartet eine massive Widerstandszone. Richtig bullish wird es erst wieder über 7.100 Punkten.

Die kommende Woche hat in jedem Falle das Potenzial diese Entscheidung nun herbei zu führen. Die gestern durch die führenden Industrie- und Schwellenländer beschlossene Verdoppelung des Weltwährungsfonds zur Rettung angeschlagener Staaten um 430 Milliarden Dollar auf nun eine Billion US Dollar, sollte wieder für etwas Beruhigung an den Kapitalmärkten sorgen. Wenn Apple also nicht patzt und Frankreich besonnen wählt dann stehen die Chancen für  wieder bessere Kurse an den Börsen sehr gut. Die Berichtssaison sollte diese Entwicklung dann zusätzlich untermauern. Natürlich handelt es sich hierbei eher um ein Wunschszenario… Die Analyse von Einzelaktien werde ich wieder aufnehmen wenn die künftige Richtung klarer ist, und dann auch wieder  Sinn macht. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Hammerwoche! Intel, Apple, Microsoft, RWE, Citigroup, Goldman Sachs, General Electric, Nokia, Philips

Die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Berichtssaison! Intel, Apple und Microsoft legen ihre Zahlen vor ,hier ist wohl von keinen negativen Überraschungen auszugehen, auch wenn der High-Tech-Sektor für meinen Geschmack etwas viel Vorschusslorbeeren bekommen hat. Spannender könnte da schon der Einblick in die Bücher der US-Großbanken werden. Die Bilanzen der Citigroup und Goldman Sachs stehen auf der Agenda. Nachdem die Bank of America zuletzt eher hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, und auch die Deutsche Bank durch gemischte Nachrichten auf die Stimmung der Anleger drückt, bleibt abzuwarten, ob die beiden Großbanken ihr Soll erfüllen können, und somit dem Bankensektor wieder auf die Sprünge helfen.

Mit Spannung blicken Anleger auch auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen von General Electric. Der als Mischkonzern gilt immer noch als allgemeiner Gradmesser für den Zustand der US-Wirtschaft. Nicht minder interessant dürfte auch die Hauptversammlung beim Energieriesen RWE werden. Experten erwarten zwar durchaus auch positive Effekte auf Grund der Stilllegung von Kernkraftwerken, diese müssen wohl aber noch etwas genauer propagiert werden. Zuletzt war von entsprechenden Strompreiserhöhungen die Rede, und einer verstärkten Auslastung der Kohlekraftwerke wodurch die Verluste der Kernkraft-Umsätze abgepuffert werden könnten. In jedem Fall werden sich die Vorstände hier wohl einigen kritischen Fragen stellen müssen.

Ebenfalls veröffentlichen einige europäische Konzerne Ihre Bilanzen, die sich kursbewegend auswirken können, darunter der niederländische Elektronikkonzern Philips, der Pharmakonzern Novartis und Nokia. Der finnische Handyhersteller ist bei den Anlegern in Ungnade gefallen, und muss dringen wieder Erfolge vermelden. Zuletzt wurde bekannt, dass bedingt durch die Japankrise einige Werke von Nokia geschlossen werden müssen. Lieferengpässe und Transportprobleme bereiten dem Handyhersteller offenbar deutliche Probleme. Bei Philips dürfte das eventuell ähnlich sein. Von Novartis hingegen wird ein gewohnt solides Ergebnis erwartet. Morgan Stanley riet kürzlich dazu die Aktie überzugewichten, Die aktuell günstige Bewertung eröffne im Vorfeld der Quartalszahlen eine gute Kaufgelegenheit. In den kommenden Monaten rechnen die Experten damit, dass das Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt werden wird, und somit den Aktienkurs weiter unterstützt.

Intel, AMD, Samsung, JP Morgan, Google und GE im Fokus der Anleger

Diese Börsenwoche wird wohl die Entscheidung bringen..Nachdem die US Indizes sich am Freitag dann letztlich doch in die gewünschte Richtung bewegt haben, stehen die Chancen für den Dax in den kommenden Tagen nun die Marke von 6.300 bzw. 6.335 Punkten zu überwinden sehr gut. Die US Berichtssaison ist nun angelaufen, was für neue Impulse in einem in den letzten Wochen so richtungslosen Handel sorgen sollte. Der Aluminiumkonzern Alcoa hat ordentlich vorgelegt, bei den vom Softdrinkherstellers PepsiCo vorgelegten Zahlen gab es bereits einen leicht faden Beigeschmack. Nun warten die Anleger gespannt auf die Zahlen, und vor allem den Ausblick, der Halbleiterhersteller Intel, Advanced Micro Devices und dem südkoreanischen Elektronik-Hersteller Samsung. Bei allen drei Unternehmen sind die Erwartungen extrem hoch, und lassen somit leider auch Raum für Enttäuschungen. Dennoch wird gerade dem Halbleiter-Sektor momentan mit der stärkste operative Zuwachs zugetraut.

Die aktuellen Daten zu den Erzeuger- und Verbraucherpreisen geben am Donnerstag und Freitag Aufschluss darüber wie es um, das Thema Inflation in den USA bestellt ist. Auch die Daten der US-Einzelhandelsumsätze und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan, die beide am Freitag erwartet werden, dürften darüber entscheiden, ob die Märkte nun endlich aus der seit Monaten bestehenden Seitwärtsphase nach oben ausbrechen können. Etwas besorgniserregend ist hingegen das Ergebnis der letzten Sitzungen des IWF am Wochenende ausgefallen. Es dürfte nun klar sein, dass wir uns in der Phase eines internationalen Abwertungs-Wettlaufes der wichtigsten Währungen befinden. Welche Auswirkungen dies in den kommenden Wochen und Monaten haben wird ist noch nicht klar abzusehen. Die Amerikaner teilten auch bei dieser Sitzung wieder kräftig aus, und griff auch Europa und insbesondere Deutschland an. Dies aber wohl mehr aus einer eher schwachen Position heraus, da die Amis Ihr Pulver bereits weitestgehend verschossen haben, und nun auf „Hilfe“ von außen angewiesen sind. Aber dazu später mehr…

Außer den bereits genannten Halbleiterherstellern werden die US-Bank JPMorgan , der Internetkonzern Google und der Mischkonzern General Electric Auskunft über ihre Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Quartal geben. Je nachdem wie also die Unternehmenszahlen und vor allem die Konjunkturdaten in dieser Woche ausfallen werden, könnte der Dax bis zum Ende der Handelswoche nach oben ausbrechen, und das Jahreshoch bei 6.387 Punkten eventuell nehmen, oder erneut an der 6.300 Punkte Marke scheitern. Sollte der Deutsche Leitindex  an dieser Marke erneut nach unten abdrehen, so wäre dies insgesamt der vierte gescheiterte Versuch gewesen, und man sollte etwas vorsichtiger werden. Ich gehe aber nach wie vor von einem Ausbruch nach oben aus!

General Electric, Intel top! – Bank of America, JP Morgan und Citigroup nicht wirklich..

Die Märkte spielen mal wieder Weltuntergang. Der Kursverlauf an den US Börsen am Freitag war alles andere als erfreulich, und zwingt natürlich auch uns die aktuelle Situation wiedermal komplett neu zu beleuchten. Was erwartet uns in der kommenden Handelswoche? Die Unternehmensdaten aus den USA waren überwiegend deutlich besser als dies vom Markt erwartet worden ist. Wir gehen davon aus, dass dies auch so bleiben wird. Besonders aussagekräftig sind hier wohl die ebenfalls am Freitag gelieferten Quartalszahlen von General Electric. Der amerikanische Mischkonzern, der von Kraftwerken über Kühlschränke bis Computertomographen so gut wie alles herstellt und darüber hinaus über ihre Finanzsparte einer der größten Finanzierer der Vereinigten Staaten ist, meldete einen Gewinn pro Aktie von 0,30 Dollar. Der Umsatz war zwar mit minus vier Prozent leicht rückläufig, dies konnte aber durch die eingeleiteten Sparmaßnahmen kompensiert werden. Der Ausblick auf steigenden Gewinnen und, eine höheren Dividende für das laufende Jahr sollten den Aktienkurs weiter beflügeln. GE gilt ähnlich wie allgemein als Gradmesser für den Gesamtzustand der amerikanischen Wirtschaft, ebenso wie Intel die Messlatte für die weltweite Computerindustrie darstellt.

Die Zahlen der US Großbanken waren allerdings nur auf den ersten Blick sehr gut. Zwar schrieben die Bank of America und JP Morgan wieder deutliche Milliardengewinne, diese waren aber überwiegend buchhalterischer Natur. Durch entsprechende Umbuchungen bei der Kreditvorsorge und Verkäufen von Unternehmensanteilen konnten also die gewünschten Zahlen erreicht werden, ob dies langfristig auch durch operative Gewinne untermauert werden kann bleibt weiter abzuwarten. Irgendwann wird auch das Tafelsilber ausgehen, und spätestens dann ist die zeit der Wahrheit gekommen. Das Wallstreet-Sorgenkind Citigroup machte seinem Image mal wieder alle Ehre. Die Einnahmen gingen stark zurück, trafen aber die Analystenschätzungen. Sie sanken von 33,1 auf 22,1 Milliarden Dollar. Die Prognosen lagen bei 22,16 Milliarden. Zurückzuführen war dieser Rückgang vorrangig auf die Citi Holdings, wo nur noch 4,9 Milliarden Dollar statt zuvor 16,8 Milliarden eingenommen wurden. Zusammenfassen kann mal wohl sagen, dass die produzierenden Konzerne deutlich besser laufen als angenommen, die Finanzkonzerne, aber noch lange nicht über den Berg sind.

Auch von konjunktureller Seite gab es mal wieder deutliche Störfeuer, die wohl letztendlich auch der Auslöser für den Kurssturz am Freitag gewesen sind. Allen voran war der von der Uni Michigan und Reuters ermittelte US-Verbraucherindex wohl das Zünglein an der Waage, von 76,0 Punkten im Juni fiel der Index überraschend stark auf 66,5 Punkte. Ein derart dramatischer Rückgang des Verbrauchervertrauens innerhalb nur eines Monats lässt nicht viel Gutes für den weiteren Verlauf der Konjunktur in den USA erwarten. Die Angst der Anleger vor einer deutlichen Verlangsamung des US Wachstums, oder gar dem erneuten Abtauchen in eine Rezession ist damit wieder allgegenwärtig. Wie soll man sich nun in den kommenden Tagen verhalten? Eine eigentlich sehr positive Situation hat sich an nur einem Handelstag in eine wiedermal sehr angespannte verwandelt. Charttechnisch befinden wir uns nun wieder im Niemandsland, sowohl ein erneuter Ansteig, als auch ein Abtauchen der Indizes ist nun wieder möglich.

Ich rechne am Montag spätestens nach dem Handelsbeginn in den USA mit einer technischen Gegenbewegung. Der Dax sollte nach Möglichkeit nicht wieder nachhaltig unter 6.000 Punkte fallen. Je nachdem wie stark oder schwach diese ausfallen wird, müssen wir dann unsere Swing Trading Strategie konsequent umsetzen..

viele Grüße Ihr

Lars Röhrig

Intel – Gradmesser für die Hightech-Branche

Gestern Abend hat auch Intel sein Zahlenwerk für das abgelaufene Quartal vorlegen. Mit großer Spannung schaut die ganze Welt auf die ersten Zahlen aus der Halbleiter-Industrie. Die Nachfrage nach Speicherchips, die so ziemlich in allen elektronischen Geräten stecken, ist nicht nur Gradmesser für die Hightech-Branche, sondern vielmehr auch sehr aussagekräftig was die gesamtwirtschaftliche Lage anbelangt. Fachleute erwarteten einen Umsatz in Höhe von 10,25 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie wird im Schnitt bei 43 Cents je Aktie gesehen. Diese Ziele sind wie immer sehr ambitioniert und bedeuten letztlich einen Zuwachs von 25 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal des Jahres 2009. Dennoch verglichen mit den schlechten Zahlen aus dem Krisenjahr 2009 sollte Intel mal wieder glänzen können, und dürfte wohl auch dieses mal auch wieder positiv überraschen.

Besonders die Nachfrage aus den Emerging Markets wie China und Indien treibt das PC Geschäft weiter an. Ebenso kann auch die Intel Aktie als Hauptlieferant für Apple MacBook, iMac, usw. von der Apple Hype profitieren. Weltweit stecken in drei von vier Computern Intel Chips! Mit einer satten Bruttomarge von 67 Prozent gehören die Intel Produkte immer noch zu den margenstärksten im gesamten Sektor. Tatsächlich erwirtschaftete Intel sogar einen Gewinn von 0,51 Dollar pro Aktie und übertrifft damit die hoch gesteckten Erwartungen von Wall Street um 8 Cent noch einmal deutlich. Der Umsatz klettert sogar gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 34,6 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar. Für das aktuelle dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 11,2 bis 12,0 Milliarden Dollar in Aussicht, was ebenfalls sehr deutlich über den aktuellen Konsensschätzungen liegt.

Kaufkurse bei Porsche, Rio Tinto, Swiss Re, Apple, Intel uvm.?

Die Meinungen über den Verlauf der Börsen, in der kommenden Handelswoche, könnten unterschiedlicher nicht sein. Dies verdeutlicht auch, das angespannte Niveau auf dem wir uns gerade befinden. Grundsätzlich gilt, dass wir aus charttechnischer Betrachtung nun den unteren Bereich einer Trading-Range, die seit Monaten gültig ist, wieder erreicht haben. Auf diesem Niveau sind die meisten Marktteilnehmer wieder sehr skeptisch, auch wenn der Markt deutliche Anzeichen einer überverkauften Situation aufweist. Viele Aktien notieren inzwischen unter ihrer 200 Tage Linie, was eher als bearisches Zeichen zu sehen ist. Die Umsätze an den Börsen sind ebenfalls in den letzten Wochen weiter zurückgegangen. Für uns sind dies wieder einige Kontraindikatoren, die man spielen sollte. Kaufen wenn die Stimmung am schlechtesten ist, hat sich alleine in diesem Jahr bereits dreimal als hervorragende Strategie erwiesen…..Auch der Euro erholt sich weiter, „Der Euro bestimmt die Richtung“ hat mehr denn je Gültigkeit.

Gestern haben wir bereits über die Aktien berichtet, die wir zu den größten Gewinnern einer solchen Gegenbewegung zählen, und wollen nun heute die Liste der interessanten Kandidaten vervollständigen, die wir auf der Watchlist haben. Neben den oben genannten Blue Chips ist nach wie vor die Porsche Aktie auf diesem Niveau ein interessantes Investment, auch unter langfristigen Gesichtspunkten. Die zuletzt veröffentlichten Absatzzahlen aus den USA sehen schon wieder deutlich besser aus, und lassen auf eine weitere Absatzzunahme in den kommenden Monaten hoffen. Insgesamt legten die Verkäufe des Sportwagenbauers auf 2.141 Einheiten um 127 Prozent zu. Besonders die überarbeite Baureihe des Cayenne und der Panamera scheinen sich im amerikanischen Markt nun durchgesetzt zu haben. Das Klagerisiko wegen der gescheiterten VW Übernahme durch Porsche ist zwar existent, ich würde dies aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht überbewerten. Prozesse dieser Art können sich auf Jahre und Jahrzehnte hinziehen.

Ein Basisinvestment im Rohstoffbereich ist nach wie vor auch die Aktie von Rio Tinto, die ebenfalls durch die letzten Börsenturbulenzen wieder auf einem sehr attraktivem Kaufniveau gelandet ist. Hinzu kommt noch, dass die von der australischen Regierung geplante Steuerbelastung, laut offiziellen Berichten, nun deutlich geringer ausfallen dürfte, und das Ergebnis des Bergbaukonzerns nicht so stark belasten sollte wie angenommen. Geplante, und teilweise deutliche Preiserhöhungen bei Rohstoffen, insbesondere bei Eisenerz, sollten sich dabei ebenfalls deutlich positiv auf das Ergebnis in den kommenden Quartalen auswirken. Rio Tinto bleibt nicht zuletzt auf Grund der Kennzahlen unser Favorit im Rohstoffsektor.

Wer es gerne etwas weniger volatil hat und eher langfristig orientiert ist sollte sich hingegen noch einmal  die Aktie des Schweizer Rückversicherers Swiss Re ansehen. Die jetzigen Kurse laden durchaus ein um sich ein paar Stücke ins Depot zu legen. Wir haben diesen Wert bereits seit zwei Jahren immer wieder mal Beimischung gekauft…Einer der wenigen Werte die zwar kurzfristig nur ein überschaubares Potenzial bieten, einen aber ruhiger schlafen lassen. Genau wie die Aktie von Apple, die nun auch etwas zurückgekommen ist und bei einem Rebound der US Börsen überproportional profitieren dürfte.

In diesem Zusammenhang ist wohl auch die Aktie von Dialog Semiconductor noch einmal zu erwähnen. Dialog ist einer der Profiteure von der ganzen Apple iPhone, und iPad Hype. Zwar sind hier für meinen Geschmack inzwischen zu viele Börsenbriefe engagiert, nach dem Rücksetzer kann man aber durchaus mal eine Tradingposition wagen. Fast schon merkwürdig finde ich da das momentane Desinteresse an der Intel Aktie. Die Zeichen, dass wir uns nun wieder in einem Zyklus für Technologie Aktien befinden, mehren sich. Auch der Chipgigant aus den USA ist ein Profiteur des Apple Booms, findet aber weniger Beachtung als beispielsweise Infenion in diesem Zusammenhang. Die neue Chipgeneration von Intel dürfte bald ordentliches Potenzial bei der Aktie entfalten. Weitere Kandidaten sind wie schon geschrieben, Solar Millennium der weltgrößte Ziegelhersteller Wienerberger, Die Baumarktkette Praktiker, Klöckner& Co. und natürlich zu gegebener Zeit die Stahlaktien wie Salzgitter oder Posco..

Wir haben bereits wieder „Grabbeltischkurse“, ob es nochmal ein Stückchen günstiger wird werden wir bald sehen..In jedem Falle lohnt es sich nun die Kaufkandidaten langsam auszuwählen um dann bei einer Richtungsänderung der Indizes vorbereitet zu sein. Erfahrungsgemäß geht solch eine Gegenbewegung dann oftmals sehr schnell..Unsere Fußball-Jungs haben gestern mal wieder sehr überzeugend gespielt, jetzt glaube auch ich, dass wir Weltmeister werden! Ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Faktor an der Börse…

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