Author Archives: Lars

Aixtron – Jahr des Über-, oder des Untergangs?

Die Aktie des Tages ist wohl neben Volkswagen die des LED Anlagenbauers Aixtron. Heute veröffentlichte das Unternehmen die Daten für das abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahres, und die waren wirklich grottenschlecht. So war es auch nicht weiter verwunderlich dass sich der Titel bereits vorbörslich kräftig im Minus befand. Denn die Daten deuteten eher darauf hin dass die Aktie heute kräftig unter Druck geraten würde. Der Chipanlagenbauer ist zu Jahresbeginn kräftig in die Verlustzone gerutscht. Bedingt durch einem Umsatzeinbruch um 70 Prozent auf 42 Millionen Euro lag das Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 18,3 Millionen Euro nach einem Gewinn im Vorjahreszeitraum von knapp 75 Millionen. Unter dem Strich fiel somit im ersten Quartal ein Verlust von 12,3 Millionen Euro an, wohingegen dieser Wert im Vorjahr noch bei plus 52,3 Millionen Euro gelegen hatte.

Faszinieren war aber dann die anschließende Bewegung bei der Aktie nach der Xetra Handelseröffnung. Mit einem satten Kursanstieg um über sieben Prozent zum gestrigen Schlusskurs landete das Papier heute bei 13,71 Euro statt bei 10,- Euro, wie vielleicht viele Marktteilnehmer nach der Lektüre des Quartalsberichtes erwartet hätten. Woher dieser spontane Optimismus rührt bleibt auch für mich etwas schwer nachzuvollziehen. Weder gab das Unternehmen einen konkreten Ausblick auf das Gesamtjahr ab, noch konnte der Vorstand einen Zeitpunkt für das Ende dieser Abwärtsbewegung beim Umsatz nennen. Nach wie vor geht man bei Aixtron davon aus das 2012 ein „Jahr des Übergangs“ sein werde, was auch immer das unter den gegebenen Umständen heißen soll.

Leser dieses Blogs wissen dass ich grundsätzlich sehr optimistisch für die Branche im Allgemeinen und Aixtron im Speziellen bin. Die Zahlen und die fehlende Perspektive haben mich allerdings sehr nachdenklich gestimmt. Bezüglich des weiteren Vorgehens bei der Aktie bin ich somit auch äusserst unschlüssig. Zum einen wäre da die äusserst positive Tatsache dass die Aktie heute nach so einer Meldung überhaupt im Plus notiert, und das auch noch kräftig! Und zum anderen die Überlegung dass das Unternehmen einen solchen Einbruch wohl nicht über einen längeren Zeitraum durchhalten kann. Sollte sich nicht in den nächsten Quartalen eine fundamentale Besserung einstellen könnte es wirklich eng werden für Aixtron.

So persvers das in dieser Situation klingen mag, aber die Aixtron Aktie ist kurz davor ein neues Kaufsignal zu generieren. Würde in den kommenden Tagen ein Anstieg über die Hürde bei 14,- Euro gelingen, dann wäre der Weg aus charttechnischer Sicht frei bis zum nächsten Widerstand bei 16,- Euro. In jedem Falle sollte das Investment aber nun nach unten entsprechend gut abgesichert werden. Hier bietet sich die wichtige Marke von 12,50 Euro an, die bislang immer gehalten hat. Am Ende  bleibt die vorläufige Erkenntnis dass eine Aktie die an an so einem Tag kräftig steigen kann vielleicht das Schlimmste überstanden hat, den Beweis der Nachhaltigkeit dieser Bewegung muss das Unternehmen aber möglichst bald nachreichen. Für heute gilt somit erst einmal Gewinne (trotzdem) laufen lassen.

Wacker Chemie – rauf oder weiter runter?

Eigentlich bin ich in gewisser Weise ein Fan der Wacker Chemie Aktie. Ich habe mir kürzlich sogar die Mühe gemacht den 274 Seiten umfassenden Geschäftsbericht des Jahres 2011 etwas genauer zu studieren, und mein Fazit bleibt das selbe wie in den Jahren zuvor. Wacker ist ein hochinteressantes Unternehmen mit einer breiten Produktpalette, in einem Markt der auf lange Sicht nahezu sichere Renditen verspricht. Die Polisilizium Sparte möchte ich hier allerdings etwas ausklammern. Wir alle wissen wie es um die Solarbranche bestellt ist. Weiterhin fallende Preise und entsprechende Wertminderungen bei der Tochter Silitronic sind die Folge. Die Polysiliziumsparte von Wacker Chemie erwirtschaftete im Jahr 2011 mit 545,6 Mio. Euro den mit Anstand größten Beitrag zum EBIT. Ein Ende dieser Entwicklung ist im Moment wohl auch nicht absehbar, und so bleibt ein fader Beigeschmack bei der Betrachtung der ansonsten sehr Erfolg versprechenden Konzernsparten.

Heute hat die Aktie ein neues vorläufiges Tief zur Eröffnung ausgebildet. Mit dem Rutsch unter die Marke von 57,- Euro war der Titel somit nur noch einen Hauch von einem erneuten Verkaufssignal, und damit einhergehenden deutlichen Kursverlusten, entfernt. Inzwischen hat sich die Aktie zwar wieder stabilisiert und notiert nahe der Marke von 58,- Euro, jedoch sind die Umsätze in der Aktie inzwischen so dünn, dass ein Swing in die Gegenrichtung weiterhin jederzeit möglich ist. So richtig überzeugt scheint also momentan niemand davon zu sein dass wir bald wieder höhere Kurse sehen werde. Auch die Analsten haben sich zuletzt mehrfach eher negativ zu der Aktie geäussert und ihre Kursziele deutlich zurück genommen. Wir haben bereits am 16.März darauf hingewiesen dass die Aktie sehr wahrscheinlich dahin fallen wird wo sie heute steht.

Angesichts der heutigen breiten Erholung des Marktes ist die „Gegenbewegung“ der Wacker Aktie von einem knappen Prozent, nach einem Kursverlust von über 30 Prozent alleine in den letzten 3 Monaten, ebenfalls eher schwach einzustufen. Es spricht also aus meiner Sicht einiges dafür, dass wir demnächst erneut fallende Kurse sehen werden, wenn das Börsenumfeld sich weiter eintrüben sollte. Auch charttechnischer Sicht sind dann Kurse von 52,10, 50,20 oder gar 48,30 Euro denkbar.

Sollte der Markt hingegen nun nachhaltig wieder nach oben drehen stehen die Chancen nicht schlecht, dass zumindest die 60,- Euro Marke zurückerobert werden kann. Erst ein Überwinden des Widerstandes bei 61,50 Euro und anschließend 66,60 Euro würde das Chartbild aber wieder etwas freundlicher aussehen lassen. Für die Aktie spricht im Moment eine völlig überverkaufte Situation und die Möglichkeit eines kurzfristigen Kaufsignals im MACD. Sehen Sie sich den Chart an und Sie wissen was ich meine. Allerdings gebe ich zu bedenken dass wir eine ähnliche Situation bereits Ende März hatten worauf hin die Aktie noch einmal um 15,- Euro abgetaucht ist.

Zusammenfassend bleibt bei mir die Erkenntnis dass es aus dem charttechnischen Blickwinkel schon lange keinen so interessanten Zeitpunkt mehr gegeben hat auf eine Rückkehr der Aktie zu setzen. Mit dem heutigen Jahrestief bei 56,87 Euro haben wir auch das Tief aus dem Dezember letzten Jahres wieder erreicht. Die Bildung eines Doppelbodens ist hier also möglich. Der MACD könnte spätestens demnächst auf „Kaufen“ springen. Aus technischer Sicht wären als kurzfristig Kurse über 60,- Euro möglich. Die Risiken bei der Aktie bleiben aber weiterhin hoch. Und ein echter Rebound der Wacker Chemie Aktie wird wahrscheinlich erst einsetzen wenn sich der Gesamtmarkt wieder deutlich nach oben bewegt. Die Solarbranche bleibt anfällig für Pleiten, Wacker könnte somit auch unter Umständen Zahlungsausfälle in den kommenden Monaten verbuchen müssen. Dennoch ist und bleibt die Aktie eine der interessantesten im Spezialchemie-Sektor und sollte täglich beobachtet werden!

Today is Apple Day…!

Heute nach Börsenschluss wird der wohl bekannteste, in jedem Falle aber der wertvollste, Konzern dieser Welt sein neues Zahlenwerk vorlegen. Apple konnte die Erwartungen des Marktes in der Vergangenheit immer wieder schlagen. Nicht nur das, meistens legte der Hightech Konzern noch eine ordentliche Schippe drauf. Ob das auch dieses mal so sein wird bleibt noch abzuwarten. Nicht unterschätzen sollte man aber wohl als Anleger die Wirkung des Quartalsberichts auf eine ganze Branche und einen Index, im negativen wie im positiven Sinne.

Die Welt erwartet ein erneutes Feuerwerk  guter Nachrichten. Wie bereits bei den letzten Veröffentlichungen der Quartalszahlen hängt die Latte inzwischen sehr hoch, und die Gefahr dass diese irgendwann einmal gerissen werden könnte steigt mit jedem Mal mit. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung unterlag die Apple Aktie einigen Schwankungen. Unterschiedliche Nachrichten haben die Anleger in den letzten Tagen offensichtlich verunsichert. Gerüchte über einen schleppenden Verkauf des iPAD 3 sowie einer bereits erreichten Marktsättigung beim iPhone in einigen Regionen dieser Welt bereiten Anlegern zusehends Kopfzerbrechen. Die Apple Aktie hat in der letzten Woche somit über zehn Prozent an Wert verloren.

Unterdessen tauchen bereits wieder erste Gerüchte über das iPhone 5 auf, um den Verkauf seiner nächsten Generation des legendären Smartphones bereits im Vorfeld mächtig anzukurbeln. Unbestätigten Berichten zufolge soll das neue Gerät bereits im Juni erscheinen. Die innovativste Neuerung ist demnach das Gehäuse, dass aus so genanntem „Liquid Metal“ bestehen soll. Der Werkstoff ,der ursprünglich aus dem militärischen Bereich stammt, weist eine enorm hohe Kratzfestigkeit auf. Ebenfalls ist in den Medien von Spekulationen über ein sogenanntes iPhone Nano oder Mini zu lesen, dass demnächst auf den Markt kommen soll, um eine direkte Konkurrenz zu Einsteiger-Telefonen aus dem Android-Lager zu werden.

Das macht aus Apple Sicht sicherlich auch Sinn, um einen Konkurrenzmarkt rechtzeitig aufzurollen und Wettbewerber auch aus diesem Segment zu verdrängen. Hierzu muss der Apfel Konzern allerdings mächtig an der Preisschraube drehen um konkurrenzfähig zu sein. Wie auch immer die künftigen Märkte des erfolgreichsten Konzerns dieser Erde aussehen werden, und welche Strategien und Produkte noch auf die Käufer warten, Apple ist und bleibt die unangefochtene Nummer Eins in dem Segment. Sollte es nach den Quartalszahlen tatsächlich zu einem weiteren Kursrückgang kommen, dürfte dies wohl eine neue Einstiegschance in die Aktie sein. Denn die Story ist noch lange nicht zu Ende und der übergeordnete Trend auch dann immer noch intakt.

Die Märkte würde ein solcher Rückgang allerdings kurzzeitig weiter unter Druck bringen. Ich persönlich gehe aber nicht davon aus dass wir heute am späten Abend eine echte Enttäuschung bei der Veröffentlichung der Apple Zahlen erleben werden. Und genau dieser Faktor sollte dann auch die heutige Erholungsbewegung der Indizes von dem Ausverkauf gestern weiter unterstützen. Spannend ist am Ende die Frage wie der Markt selbst gute Zahlen aufnehmen wird, und wie der Ausblick auf die künftigen Quartale aussieht. Und natürlich ob es im positiven Falle gelingen kann die US Indizes, insbesondere den S&P 500 der gestern seinen langfristigen Aufwärtstrend verletzt hat, wieder in diesen Trendkanal zurück zu befördern.

Commerzbank Aktie – starker Rebound oder erneuter Schwächeanfall?

Inzwischen sind die Analysten schon deutlich verhaltener geworden wenn es um die kurzfristigen Kursziele der Commerzbank Aktie geht. Und das ist wohl angesichts des erneuten Kursverfalls bei europäischen Banken auch nicht weiter verwunderlich. Wie gestern schon geschrieben bewegen wir uns in aussergewöhnlichen Zeite,n in denen Bewertungen von Assets oder die Ausgabe von Kurszielen nahezu sinnlos geworden ist. Dennoch möchte ich heute den Versuch unternehmen die Entwicklung bei der Commerzbank Aktie etwas näher zu beleuchten, da ich weiß das ein großes Interesse der Anleger an dieser Aktie vorhanden ist.

Inzwischen notiert der Titel wieder im deutlich überverkauften Bereich. MACD und Slow Stochastics Indikator signalisieren noch kein neues Kaufsignal, was sich aber bereits nach einem guten Handelstag wieder deutlich ändern könnte. Nach unten scheint die Aktie nun einen kurzfristigen Boden bei 1,53 Euro ausgebildet zu haben, der gestern zweimal getestet wurde und gehalten hat. Sollte auch diese Marke allerdings in den nächsten Tagen unterschritten werden dann liegen die nächsten Zielmarken der Aktie bei 1,45 und 1,35 Euro. Spätestens hier gehe ich aber von einem nachhaltigen Wendepunkt bei der Aktie aus. Fundamental betrachtet, mit einem etwas längeren Anlagehorizont, wäre die Aktie bereits auf dem heutigen Niveau wohl ein echtes Schnäppchen.

Das kurzfristige Minimalziel für den Rebound der Commerzbank Aktie liegt bei 1,60 Euro. Erst über dieser Marke gerät dann der nächsten Widerstand bei 1,75 Euro wieder in den Fokus der Anleger. Hier verläuft inzwischen nun auch die wichtige 200 Tage Linie, die es letztlich zu überwinden gilt. Wichtig wäre somit in den kommenden Tagen die Rückeroberung der 1,65 Euro,um ein weiteres Abrutschen der Aktie vorerst zu verhindern, und einen neuen Anlauf auf diese wichtige Hürde vorzubereiten.

Alle genannten Marken sollten in den nächsten Tagen genau beobachtet werden. Spekulativ orientierte Anleger versuchen diese Chartmuster gezielt zu spielen, konservative Anleger warten einfach ab bis der Trend nachhaltig gedreht hat, um dann erste Positionen wieder aufzubauen. Grundsätzlich bleiben wir bei unserer positiven Haltung zu der Commerzbank Aktie. Heute sollte die Aktie wieder etwas Boden gut machen können, was auch aus den oben genannten Gründen sehr wichtig wäre. Die politischen Turbulenzen in Europa sind allerdings nicht wirklich kalkulierbar, und so bleibt jede Analyse im Moment graue Theorie. Das aufgezeichnete Szenario stellt eher eine Einschätzung unter „normalen“ Bedingungen dar.

Solarhybrid, SunConcept, Solar Millennium, Solon und Q-Cells – war die Krise vermeidbar?

Gastkommentar: PhotovoltaikBranche und Managementfehler: war die Krise vermeidbar?

Das Jahr 2012 markiert eine Wende in der Förderpolitik der vom Bundestag und Bundesrat im Jahr 2003 verabschiedeten Subventionen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und hat zugleich zu starken Verwerfungen in der Solar-Branche geführt. Das EEG 2003 legte zunächst den Grundstein für den wirtschaftlichen Betrieb von Solaranlagen in Deutschland. Seit 2006 gibt es neue Bedingungen für die Stromeinspeisung. Hier wurde festgeschrieben, dass Energieversorger 20 Jahre lang die Stromeinspeisung pro Kilowattstunde fest vergüten müssen. Diese besonders attraktiven Subventions- und Fördergarantien und das Programm zur CO² Reduzierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau machten diese Investition für Eigenheimbesitzer und Investoren sehr interessant.

Die Mindestvergütung für Solarstrom betrug 35,49 Cent pro Kilowattstunde, bei einer Solaranlagen-Dachinstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW wurden 46,75 Cent und bei einer Fassadeninstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW sogar 51,75 Cent vergütet. Im Jahr 2011 folgte die Ansage der Änderung in der Subventionspraxis mit besonderen Auswirkungen auf die mittelständisch ausgerichteten Solarunternehmen. Der Deutsche Bundestag hatte am 30. Juni 2011 die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und damit eine Umkehr in der bisherigen Förder- und Subventionspraxis beschlossen. Die Bundesregierung hatte erkannt, dass sie diese enormen Kostenlasten der Förderpolitik pro Photovoltaik nicht mehr länger wird tragen können, schon gar nicht in diesem Umfang. Das hatte Folgen:

Nach Solarhybrid, SunConcept, Solar Millennium, Solon und nun auch First Solar (Fabrik Frankfurt Oder), geriet auch das zweitgrößte Vorzeigeunternehmen Q-Cells deutlich unter Druck. Das Q-Cells Management hatte kürzlich sein Sanierungskonzept für gescheitert erklärt, deshalb kommen zunehmend Fragen zur Art und Weise der Unternehmensführung auf. Management und Managementqualitäten stehen auf dem Prüfstand. „Hintergrund sei ein Rechtsstreit mit Gläubigern“, wiegelte Q-Cells ab. Das Unternehmen, das einst an der Frankfurter Börse als Neuling gefeiert worden war und mehrere Preise für unternehmerisches Handeln bekommen hatte, wies 2011 einen Verlust von 846 Millionen Euro aus. Q-Cells war von einem starken Preisverfall betroffen, wie andere Unternehmen der Solar-Branche auch, der freilich auf die Billig-Konkurrenz aus China zurückgeht, aber wohl auch seine Ursache in strategischen Fehlern des Managements der vergangenen Jahre hat.

Kenner der Branche meinen, dass auch SunConcept in seiner strategischen Ausrichtung schwere Fehler gemacht hat. „Wenn man einen so großen Laden hat, dann muss man flexibler sein“, kommentieren Analysten. Das deckt sich mit den Recherchen anderer Nachrichtenblogs, nach denen Insider in erster Linie betriebswirtschaftliche Fehler der vier Chefs für die Pleite verantwortlich machen. Die Nassauische Neue Presse zitiert beispielsweise einen Beteiligten mit den Worten: „Bei Sun-Concept herrschte ein unglaubliches Durcheinander, in dem keiner den Überblick hatte. Die Geschäftsführer sind an ihrer Überheblichkeit gescheitert.“ So sollen bis Ende vergangenen Jahres alle Hinweise auf die wirtschaftliche Schieflage konsequent ignoriert worden sein. Erst auf konsequentes Drängen einer Bank erklärte sich das Unternehmensmanagement bereit, einen Unternehmensberater mit Branchenausrichtung und Affinität zum Mittelstand zu Rate zu ziehen: zu spät! berichtet die Rhein Zeitung

Schwere Managementfehler führten nach Ansicht der Experten auch den Erlanger Solarkraftwerkherstellers Solar Millennium in die Zahlungsunfähigkeit.

Allen Unternehmen ist schlichtweg nicht gelungen, sich auf die neue Situation umzustellen und sich einer veränderten Marktlage mit neuen, innovativen Strategien anzupassen. Neue Absatzmärkte wurden nicht erschlossen, jedenfalls nicht in einem Rahmen, der für diese Unternehmen relevant gewesen wäre. Der Schutz von Markenrechten, der Wettbewerbsschutz und andere, wichtig, rechtliche Rahmenbedingungen wurden außer acht gelassen. „Man hätte beispielsweise früh genug auf die Vermittlung von Zeitarbeitern umsatteln sollen“, vermerken Analysten. Die Strategie „wir können die Dumping-Preise aus China nicht unterbieten, aber mit Qualität und Innovation überzeugen“, ging nicht auf.

Die chinesischen Produzenten haben in Deutschland mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 50 % erobert und die Aussicht auf einen hohen Absatz dürfte Anleger wie Investoren ermutigt haben, zumal die „Konkurrenz“ im eigenen Land in die Insolvenz geht. Die Zuwächse bei den chinesischen Solarproduzenten beim Absatz von Solarmodulen in Deutschland sind im ersten Quartal auf 1,9 GW gestiegen. So verwundert es Analysten nicht, dass die Aktienwerte der chinesischen Solarproduzenten wie etwa Trina Solar, Jinko und Yingli am Mittwoch, 18.04.2012, in einem starken Gesamtmarkt deutliche Kursgewinne verzeichnen können. Wettbewerber aus China haben konsequent den Deutschen Absatzmarkt „aufgerollt“, diese Aktien profitierten von der wachsenden Risikobereitschaft der Investoren, die unter anderem ausgelöst wurde von der Anhebung der Wachstumsprognosen und der konsequenten Wirtschaftsexpansionspolitik Chinas.

Ein besonders großes Managementversage der Deutschen Unternehmen lag wahrscheinlich in der Vernachlässigung, neue Joint Ventures zu gründen. China kann das, China macht das und China verschaffte sich damit Absatzmärkte im Bereich der Schwellenländer. Andere Länder, wie etwa Kanada, vermeiden diese Fehler. Der globale Wettbewerber Canadian Solar hat heute mitgeteilt, sich in sechzehn kanadische Projekte eingekauft zu haben, die in den kommenden Jahren einen Absatzwert von 800 Mio. USD erreichen  dürften. Weiterhin hat das Unternehmen die Gründung eines Joint Ventures beschlossen, welches dem Ausbau der Geschäftstätigkeiten in den wichtigen Schwellenländern dienen soll. Aber wer dachte in Deutschland schon an Kanada, wenn es um die Solar-Branche geht?

Es blieb in Deutschland leider nur das Fundament der Subvention und dieses Fundament war bereits erkennbar brüchig: Eine vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) durchgeführte Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen in Deutschland hatte ergeben, dass diese Form der Förder- und Subventionspolitik unangemessen und ineffektiv ist. Rund 51 % der Unternehmen gaben an, dass das neue Energiekonzept durch steigende Energiepreise und eine schwankende Versorgungssicherheit ihr Investitionsverhalten negativ beeinflussen wird. Demgegenüber dürfte die Energiewende lediglich 20 % zu steigenden Investitionen führen. Klar benachteiligt ist die gesamte Dienstleistungsindustrie in Deutschland, insbesondere die Branchen, deren Geschäftsmodell und Geschäftszweck (Solarien; Wellness; Fitness; Friseure; Shopping-Center) auf Lichttechnik ausgelegt und erhöhten Stromkonsum angewiesen ist. Im Prinzip handelt es sich um (kleine) Großverbraucher, die jedoch nicht durch die Bundes-Härtefallregelungen aufgefangen werden, weil sie keine sog. produzierenden Betriebe sind, aber dennoch als energieintensives Gewerbe bilanzieren (wegen erreichen der Stromkosten von 15 % plus X der Wertschöpfung, d.h. Umsatz minus Energie- und Materialkosten).

Von einem Missverhältnis sprach auch die Forschung in Deutschland unter Auswertung der Energieeffizienz von Windkraft und Solarenergie: für Windkraft sprechen sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die Effizienz der Anlagen, die deutlicher höher seien, als bei der Photovoltaik-Energie. Deshalb sei die Kürzung der Förderung der Solarenergiegewinnung durch die Bundesregierung durchaus nachvollziehbar, zumal die Photovoltaik in Deutschland nur einen Anteil von 3 % an der gesamten Stromerzeugung hat, aber über die Hälfte der jährlichen Kosten in Höhe von 14 Milliarden Euro in Form von ausgezahlter Einspeise-Vergütung verursacht. Dieses Missverhältnis wird nun korrigiert und diese Runde ging im internationalen Wettbewerb klar an China.Ein Gastkommentar von Sandro Valecchi

Das war ein Crash!

Ich wüsste nicht was es an dem heutigen Handelstag zu beschönigen gäbe und somit ist die Headline wohl durchaus berechtigt. Das was wir heute gesehen haben war nicht nur ein weiterer Rücksetzer sondern eine Kursbewegung die durchaus chrashartige Züge aufweist. Die Last der schlechten Nachrichten war erdrückend. Nach dem Wahlergebnis in Frankreich fürchten viele Investoren den baldigen Zerfall der Eurozone, oder zumindest tiefe Uneinigkeit über den weiteren Kurs von Euroland, und damit Stillstand in den Bemühungen die Währungsunion doch noch zu retten.

Hinzu kamen noch negative Daten aus Euroland und China, sowie der Rücktritt der holländischen Regierung. Spanien rutscht nun offiziell in die Rezession, was ansich nicht verwunderlich ist, das Gesamtbild aber wohl abrundet. Griechische Banken kämpfen nun offiziell ums Überleben und wollen weitere Hilfsmittel aus dem IWF in Anspruch nehmen, und zu guter Letzt demonstrieren deutsche Parteien ganz offiziell Uneinigkeit bereits in den wohl momentan unwichtigsten Fragen der Zukunft unseres Landes. Kurzum kein Boden auf dem Vertrauen gedeihen kann, oder salopp gesagt – die Hütte brennt an allen Ecken!

Sollte es der Politik nicht gelingen, auf welche Weise auch immer und sehr schnell, wieder Ruhe in die Märkte zu bringen, müssen wir uns wohl alle auf erneut sehr harte Zeiten einstellen. Dann wären die vielen Milliarden die wir in Griechenland „investiert“ haben bereits nach wenigen Wochen wohl verloren. Vielleicht wäre es auch eine gute Idee für Herrn Hollande sein Wahlkampfgeschrei nun wieder etwas zu mäßigen, und ein entsprechendes Signal nach Berlin zu schicken. Denn sonst dürfte der Mann vor einem Scherbenhaufen stehen den bald wohl niemand mehr regieren will. Eine entsprechende Ankündigung würde wohl auch davon zeugen dass die Franzosen gerade im Begriff sind wirklich den richtigen Mann zu wählen…

Ich kann es nicht anders sagen, der heutige Tag war frustrierend! Nicht etwa aufgrund der Tatsache dass sich die Aktienkurse heute so entwickelt haben wie sie es taten, sondern vielmehr die Erkenntnis der Hilflosigkeit gegen die Willkür der Märkte, vor allem aber die Angst und Sorge über die Zukunft unseres Landes und unserer Kinder lässt mich erschaudern.  Ganze Länder Europas leben inzwischen in der Angst ums nackte Überleben, ohne eine echte Perspektive. In Griechenland, Spanien und Italien ziehen die Menschen bereits jetzt ein sehr trauriges Fazit ihrer möglichen Zukunft, und dieser Zustand wird auch die Wirtschaft des jeweiligen Landes weiter lähmen, wenn nicht bald die nötigen Schritte dagegen eingeleitet werden.

Bewertungen von Unternehmen und deren erzielte Gewinne spielen offensichtlich nur noch eine untergeordnete Rolle. Es gibt keine Anlageklasse mehr in der man sich vor den möglichen Folgen dieser Entwicklung „verstecken“ kann. Der Goldpreis, einst ein sicherer Anker in Krisenzeiten, macht keinerlei Anstalten das aktuelle Szenario einzupreisen, wohingegen viele Aktien offensichtlich zu viel davon eingepreist haben. Einige Aktien notieren inzwischen schon unter dem Niveau des Herbst 2011, der DAX hingegen notiert 1.500 Punkte darüber. Die Frage die man sich also zwangsläufig langsam stellen muss, ist die der Angemessenheit mancher Kursbewegungen.

An diesem schwarzen Montag möchte ich aber gerne abschließen auch noch etwas positives loswerden auch wenn sich inzwischen allerorts Weltuntergangsstimmung breit macht. Portugal hat heute eine deutlich verbesserte Leistungsbilanz ausgewiesen. Das Defizit in der portugiesischen Handelsbilanz sank im Februar von 918,7 Millionen Euro auf 544,1 Millionen Euro. Auch die Kapitalbilanz des Landes sah nach einem Mittelabfluss im Januar von 400 Millionen Euro mit plus 2,3 Millionen Euro im Februar wieder etwas freundlicher aus.

Natürlich bietet der heutige Abverkauf auch wieder Chancen, insbesondere für die Anleger die die letzte Rally im Januar verpasst haben. „Kaufen wenn die Kanonen“ donnern könnte sich auch dieses mal wieder als das richtige Rezept erweisen. Aus charttechnischer Sicht befinden wir uns nun über der kräftigen Unterstützungszone zwischen 6.500 und 6.400 Punkten, die halten sollte. Wie immer bei solch extremen Kursbewegungen stehen die Chancen auf eine Erholung im Anschluss also nicht schlecht. Gelingt dies allerdings nicht sieht es düster aus. Dann haben wir einen erneuten Crash an den Börsen den die Eurozone dieses mal vielleicht nicht überlebt!

Goldman Sachs ist deutlich optimistisch für VW, Daimler und Porsche und BMW

Es ist schon irgendwie faszinierend wie schlecht das Timing von unterschiedlichen Nachrichten an den Börsen sein kann…Zum einen hagelt es gerade negative Meldungen auf der makroökonimischen Ebene, wie heute auch wieder, und zum anderen ist insbesondere die politische Lage in Europa seit heute erneut in den Fokus internationaler Anleger gerückt. Nach den Vorwahlen in Frankreich fürchtet der Markt nun offenbar einen Sieg des Herausforderers Hollande. Hinzu kamen heute die wirklich schlechten Daten vom Einkaufsmanager Index in Deutschland und der Eurozone. Alles zusammen brachte den DAX kurzerhand erneut zum Absturz. Dem gegenüber stehen die weiterhin guten Nachrichten aus dem Automobilsektor.

Während also die Welt so langsam im Chaos zu versinken scheint kaufen die Verbraucher weltweit fleißig neue Autos. Eine Diskrepanz die man auf den ersten Blick nicht unbedingt verstehen muss. Heute hat Goldman Sachs seine Einschätzung für den Automobilsektor noch einmal überarbeitet, und kommt dabei auf erstaunliche Ergebnisse. So wurde das Kursziel für die BMW Aktie nun von 115,- Euro leicht auf 114,- Euro gesenkt. Für die VW Vorzugsaktie ist man bei dem amerikanischen Investmenthaus unverändert positiv und hat das Kursziel nun noch einmal von 237,- Euro auf 245,- Euro angehoben. Ebenso wie bei der Daimler Aktie, deren Kursziel nun bei 88,- Euro gesehen wird. Porsche bleibt unverändert auf „neutral“ mit einem leicht erhöhten Kursziel von 65,- Euro.

Angesichts der heutigen Kursrückgänge bei den Aktien darf man sich also durchaus fragen wer hier nun falsch liegt, der Markt oder Goldman Sachs. Das Kurspotenzial der beobachteten Automobilaktien beträgt laut GS im Durchschnitt 49 Prozent (Diese Rechnung habe ich allerdings ebenfalls nicht verstanden…wenn ich meinen Rechenschieber anschmeiße komme ich da doch eher auf Werte nahe 100 Prozent!) Die Aussichten der Branche bleiben unabhängig davon unverändert positiv, und die leichte Schwäche beim Absatz in Europa dürfte sich weiterhin durch gute Zuwächse in Asien und den USA kompensieren lassen, lautet das Fazit der Analysten. Die Bewertungen der deutschen Automobilhersteller an der Börse sind nach wie vor extrem attraktiv. Ich sehe es ähnlich wie die Goldmänner. Die heutige Schwäche des Sektors könnte somit eine erneut sehr lukrative Einstiegschance in Autoaktien sein, auch wenn eine Kaufentscheidung angesichts der ansonsten eher desaströsen Lage in Europa wohl schwer fallen dürfte…

G20 stockt IWF auf, Frankreich wählt und Apple rockt…!?

Es gibt mal wieder ein paar sehr beherrschende Themen an den Börsen, die leider auch Ihre Spuren in einzelnen Aktienkursen und den Indizes, in der abgelaufenen Woche hinterlassen haben. Allen voran ist hier natürlich Spanien zu nennen, und die damit einher gehenden Unsicherheiten über die Zukunft des Euro. Es dürfte nun langsam auch dem letzten Beteiligten klar sein dass wir uns nicht mal kurzfristig Ruhe erkaufen können. Nachdem nun also das Griechenland Problem gelöst schien (was natürlich keinesfalls der Fall ist!) dauerte es nur wenige Tage um die Krise nun wieder voll entflammen zu lassen. Das Problem mit Spanien wäre natürlich um ein Vielfaches größer und schwerwiegender und ein Scheitern des Landes wäre auch mit dem endgültigen Scheitern des Euro, in seiner jetzigen Form, gleich zu setzen. Wieder einmal haben sich die Spekulanten offensichtlich auf ein Land und ein Thema eingeschossen, und es dürfte erneut schwer werden diesen Spekulationen gegen einen Zerfall der Eurozone Herr zu werden.

Im Fokus der Anleger standen in dieser Woche somit die verschiedenen Anleiheauktionen spanischer Staatsanleihen. Den Höhepunkt dabei sollte die Auktion der 10-jährigen Staatsanleihen am Donnerstag bilden. Diese konnte zwar, wie die vorangegangenen auch, mit Erfolg platziert werden, der dabei erzielte Zinssatz jedoch kann die spanische Regierung wohl keineswegs zufrieden stellen. Die Zinsen von nahezu sechs Prozent sind Gift für das Land und nahe an der Schwelle zur Katastrophe. Das Szenario gleicht passender Weise einem Stierkampf, in dem der Torrero (Spekulanten) nun einen Spieß (hohe Zinsen) nach dem anderen in dem wild schnaubenden Bullen (Spanien) platziert, wobei bis zum Schluss die Frage offen bleibt ob das Tier seinen Verletzungen letztlich erliegen wird, oder der Bulle sich am Ende noch einmal aufrafft, um durch eine geschickte Bewegung den Torrero auf die Hörner zu nehmen und zu überrennen.

Woher aber das letzte Aufbäumen des spanischen Bullen im Moment kommen soll ist mir angesichts der katastrophalen Situation auf dem Arbeitsmarkt, eine platzenden Immobilienblase und den eingeleiteten Reformen, die das Land wohl auf längere Sicht zum Stillstand verurteilen, schleierhaft. Letztlich wird also ein Wunder in Form einer weiteren groß angelegten Geldspritze seitens der EZB oder des IWF das vorläufige Überleben des Bullen sichern müssen. Helfen diese Maßnahmen nicht ist der EFSF, später ESM einsatzbereit. Die Situation ist also heute deutlich anders als noch zu Griechenland-Zeiten, und trifft uns Europäer nicht mehr unvorbereitet. Das sollte bei aller Schwarzmalerei nicht vergessen werden! Auch wenn Spanien ein weitaus größerer „Brocken“ ist…etwas hat sich offensichtlich geändert. Die Menschen scheinen wieder mehr Vertrauen in die politischen Fähigkeiten Ihrer Landesführungen zu haben. Sieht man sich den, unter diesen Umständen sehr stabilen Euro/USD Wechselkurs an, vor allem aber auch die Entwicklung der Krisenwährung Gold, dann wird klar dass wir von einer Panik, wie im letzten Quartal des Jahres 2011, noch sehr weit weg sind.

Somit sollten wir uns auch, bei aller Beunruhigung über die Zukunft des Euro, vorerst etwas mehr den harten Fakten der Weltkonjunktur widmen. Die US Berichtssaison zeichnet bislang ein sehr deutliches Bild von der Konjunkturerholung in den USA. Die Quartalsberichte waren durch die Bank deutlich besser als dies vom Markt erwartet worden ist. Bislang konnten dieser Unternehmensergebnisse aber noch nicht so richtig „verarbeitet“ werden. Bessert sich nun das politische Umfeld demnächst wieder dürfte dieses Versäumnis dann schnell nachgeholt werden. Bankenwerte wie Goldman Sachs, Bank of Amerika und Morgan Stanley zeigen deutliche Erholungstendenzen. Konsumtitel wie Coca Cola und Mc Donalds glänzen erneut, noch besser sieht es aber im Technologiebereich aus.

Intel übertraf die Analystenerwartungen, obwohl höhere Entwicklungsausgaben den Gewinn belasteten. Microsoft konnte seine Gewinne vor allem im Firmenkundengeschäft mit Betriebssoftware steigern. IBM profitiert zunehmend vom Software- und Dienstleistungsgeschäft und von der anhaltend starken Nachfrage aus Schwellenländern, so dass der Netto-Gewinn im vergangenen Quartal auf Jahresbasis um gut neun Prozent zulegen konnte. Alle Unternehmen bestätigen einen soliden Ausblick und rechnen 2012 mit einem weiter anziehenden Wachstum. Spannend dürfte es aber werden wenn Apple am Dienstag seine Zahlen für das abgelaufene Quartal liefert. Offensichtlich sind sich Anleger momentan etwas uneinig über den weiteren Verlauf der Apple Story. Die Apple Aktie fällt seit Tagen im Vorfeld diese Ereignisses. Am Dienstag nachbörslich wird sich also mit hoher Wahrscheinlichkeit entscheiden ob weiterhin Druck auf  auf den Aktienmärkten lastet oder die Apple Aktie erneut um zehn Prozent oder mehr nach oben schießen kann. Denn fällt Apple unter enttäuschenden Nachrichten, wovon ich nicht ausgehe, dürfte das den gesamten Technologiesektor deutlich belasten. Dazu hier mehr..!

Ein weiterer wichtiger Termin der kommenden Woche sind neben dem G20 Treffen am Wochenende die Erstabstimmung zu den Präsidentschaftswahlen in Frankeich. Der Herausforderer Hollande liegt inzwischen etwas vorne und hat bereits deutliche Richtlinien für die zukünftige Euro-Politik, auch in punkto Stabilitätskriterien, Schulden und Wachstum ausgegeben. Der Ausgang der Wahl in Frankreich könnte somit deutlich weitreichendere Konsequenzen für Europa haben als bisher angenommen. Auch in Deutschland wird die Berichtssaison nun allmählich Fahrt aufnehmen, und man darf auf die harten Fakten aus den Unternehmen sehr gespannt sein. Ich rechne weiterhin mit soliden Ergebnissen auf breiter Basis, mit wenigen Ausreissern. Es erwartet uns also mal wieder eine der spannendsten Wochen an den Aktienmärkten, die in beide Richtungen viel Potenzial bietet.

Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild beim Dax zuletzt wieder etwas aufgehellt. Auch wenn sich dies natürlich jederzeit durch die oben geschilderten Ereignisse wieder ändern kann. Der Rücksetzer bis auf 6.555 Punkte war nahezu mustergültig bevor der DAX dann wieder nach oben drehen konnte. Richtig bearisch wird es also erst, wenn die letzten Tiefs dynamisch gebrochen werden. Unsere Zielzone wurde erreicht, hier konnte der Index aber wieder nach oben drehen. Somit bleibt das große Bild unverändert. Erst wenn das Oktober Hoch bei ca. 6,440 Punkten unterschritten wird, und anschließend auch noch das 61,80 Fibonacci Retracement bei 6.350 Punkten fällt ist der Trend endgültig gebrochen. Nach oben hin liefert ein Anstieg über 6.850 Punkte, mit dem Wiedereinstieg in den bullishen Trendkanal ein erstes Kaufsignal. Doch schon bei ca. 7.000 Punkten wartet eine massive Widerstandszone. Richtig bullish wird es erst wieder über 7.100 Punkten.

Die kommende Woche hat in jedem Falle das Potenzial diese Entscheidung nun herbei zu führen. Die gestern durch die führenden Industrie- und Schwellenländer beschlossene Verdoppelung des Weltwährungsfonds zur Rettung angeschlagener Staaten um 430 Milliarden Dollar auf nun eine Billion US Dollar, sollte wieder für etwas Beruhigung an den Kapitalmärkten sorgen. Wenn Apple also nicht patzt und Frankreich besonnen wählt dann stehen die Chancen für  wieder bessere Kurse an den Börsen sehr gut. Die Berichtssaison sollte diese Entwicklung dann zusätzlich untermauern. Natürlich handelt es sich hierbei eher um ein Wunschszenario… Die Analyse von Einzelaktien werde ich wieder aufnehmen wenn die künftige Richtung klarer ist, und dann auch wieder  Sinn macht. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

VW Tochter Audi kauft Ducati, und macht BMW damit ernsthafte Konkurrenz

Die letzten Tage waren mal wieder sehr ereignisreich bei Deutschlands größten und erfolgreichstem Autobauer VW. Volkswagen Tochter Audi übernimmt den italienischen Motorradhersteller Ducati für 860 Millionen Euro. Damit integriert der VW Konzern inzwischen die zwölfte Marke und wächst weiter rasant. Ob es sich hierbei laut verschiedener Presseberichte um ein Geburtstagsgeschenk Ferdinand Piechs handelt, dass er sich zum 75 sten gegönnt hat, darf aber ernsthaft bezweifelt werden. Ich würde mal behaupten der Mann tut nichts ohne Grund, und schon gar nichts aus irgendwelchen emotionalen Sentimentalitäten heraus. Bereits seit Wochen ist diese mögliche Übernahme ein offenes Geheimnis gewesen.

Für mich persönlich ist dies eher kein Zufall und schon gar nicht eine Spontanhandlung Piechs. Bereits vor 25 Jahren hat der Patriarch damit begonnen Audi zu dem umzubauen was es heute ist – Ein Premium Hersteller a la BMW. Und so war dieser letzte Schritt eigentlich auch nur konsequent. Denn bislang bot BMW als einigster deutscher Automobilhersteller auch Zweiräder an. Nun wurde offensichtlich entschieden dass man in Ingolstadt auch Motorräder anbieten möchte, und somit dem Erzrivalen BMW auch in diesem Segment Marktanteile abringen will. Es ist wohl auch kein Zufall dass die Konzerntochter Audi nun diese Sparte gekauft hat. Damit sind die beiden Marken nun endgültig auf Augenhöhe!

Fachleute bemängeln die Strategie Piechs weiteres Neuland zu betreten, einige gehen sogar soweit diese Akquisition als reines Hobby  oder Spielzeug Piechs abzutun. Ferdinand Dudenhöffer bezeichnete den Kauf von Ducati als „nicht ernst zu nehmende Neuerwerbung“ und verweist dabei auf die Kosten für den Kauf sowie die fehlende Vertriebsstruktur. Und wieder einmal sehe ich das komplett anders als Herr Dudenhöffer, denn Ducati hat bereits heute eine gut funktionierende Vertriebsstruktur, und ist hochprofitabel. Die Motorräder der Marke Ducati gelten als mit das Beste was man kaufen kann. Hinzu kommt gerade durch die Integration in den VW Konzern dass die Marke Ducati in Zukunft deutliches zusätzliches Vertriebspotenzial durch die bereits bestehenden Vertriebsstrukturen des VW Konzerns haben sollte.

Wie auch immer, mit dem Kauf betritt VW wieder einmal Neuland, und das macht die Story neben den permanenten deutlichen Absatzsteigerungen für mich persönlich nur noch interessanter. Was Herr Dudenhöffer vielleicht auch nicht so recht bedacht hat, ist das enorme Potenzial dass sich durch das Thema E-Mobilität, insbesondere im Motorrad Bereich in den kommenden Jahren deutlich positiv entwickeln sollte…VW stellt sich somit auch in diesem Markt bereits jetzt die richtigen Weichen. Als nächstes steht wohl die komplette Integration von MAN auf dem Plan Piechs. Auch hier gibt es interessantes zu berichten. Doch dazu später mehr…Die VW Aktie konnte in den letzten Tagen wieder kräftig zulegen und haben ein frisches Kaufsignal generiert. Gelingt nun der weitere Anstieg über die Marke von 135,- Euro ist der Weg in Richtung 144,70 Euro zunächst wieder frei.

Der Kampf um Europas Ratingagentur

Gastkommentar: Roland Berger Projekt EU-Ratingagentur gescheitert

Seit Monaten wurde diskutiert.  Gelingt Europa der Aufbau einer großen, Markt- und wettbewerbsfähigen Ratingagentur, die es schafft, die Marktdominanz der großen 3 Ratingagenturen mit Sitz in den Vereinigten Staaten zu brechen? Der Vorschlag von Roland Berger scheint inzwischen mangels Beteiligung gescheitert zu sein. Gestern wagte hingegen Axel Springer einen Vorstoß in Sachen Ratingagentur den man durchaus sinnvoll finden kann. Letztlich geht es aber auch darum wie eine solche Institution international aufgestellt sein muss. Ein Hintergrundbericht:

Ratingagenturen bewerten die Sicherheit von Wertpapieren sowie die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, aber auch von Staaten und werden auch in Zukunft in der internationalen Finanzwelt eine wesentliche Rolle spielen. Im Rahmen der schweren Haushalts- und Verschuldungskrise des Jahres 2011, in dessen Folge sich zahlreiche Staaten, insbesondere in der Euro-Zone mit Schuldtiteln und Staatsanleihen überhoben hatten, eskalierte die Kontroverse um den Sinn und Unsinn der Bewertungen in Form von Ratings durch die 3 großen Agenturen. Die Ratingagenturen bewerteten dabei auch makroökonomische, strukturelle Schwächen, die sie zu sehen glaubten und die sich – aus ihrer subjektiven Sichtweise – negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken würden.

Diese Bewertungsansätze schlugen um ins Gegenteil, führten Weg von der Bewertung von Risiken und störten sowohl Finanzmärkte als auch geplante Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen der EU-Mitgliedstaaten. Die Meinungs- und Deutungshoheit wurde zu exzessiv von den 3 großen US-Rating-Agenturen beansprucht. Kritiker werfen den Agenturen unter anderem vor, durch die Absenkung der Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Länder die Krise der Eurozone mit verursacht oder zumindest ganz erheblich verschärft zu haben. Als Konsequenz aus der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise hat die EU zwar die neue Marktaufsichtsbehörde ESMA geschaffen, die Rating-Agenturen künftig überwachen soll. Allerdings blieb die gewünschte Wirkung zunächst aus, die Märkte beruhigten sich erst zu Beginn des Jahres 2012 wieder.

Wird das Problem also verkannt oder nichts ernst genug genommen und wem soll in Zukunft die Meinungs-, Deutungs- und Bewertungshoheit über die Finanzmärkte und Staaten überlassen werden? Eine immer wieder eingeforderte große, europäische Rating-Agentur scheitert bisher am mangelnden politischen Willen: „Die EU-Kommission will sich nach den Worten ihres nicht am Aufbau einer europäischen Ratingagentur beteiligen“, verlautbarte es aus dem Fachbereich des EU-Kommissionspräsidenten.

„Wir haben nicht vor, irgendeine Variante einer öffentlichen-rechtlichen Ratingagentur aufzubauen“, erklärte EU-Präsident José Manuel Barroso am 06.09.2011 und positionierte sich damit außerhalb der Meinungsblogs in Europa, die den Aufbau einer großen, öffentlich-rechtlich begleiteten Ratingagentur vehement einfordern, um Stabilität und Vertrauen in die internationalen Finanzmärkte wieder herzustellen.

Im Deutschland ergriff man die Initiative und sprach man sich zuletzt zwar für den Aufbau einer EU-Ratingagentur aus, um der marktbeherrschenden Dominanz der 3 großen US-Ratingagenturen entgegenzuwirken und um mehr Konkurrenz – damit auch mehr Wettbewerb – in die Märkte zu implementieren. In Deutschland wurden hierzu 2 wesentliche Positionen vertreten.

  • Die erste Position favorisiert den Aufbau einer großen, öffentlich-rechtlich entlehnten EU-Rating-Agentur. Es handelt sich um eine Initiative von Markus Krall, Partner der Beratungsgesellschaft Roland Berger in Düsseldorf, der für Unterstützer für seine Vision einer europäischen Rating-Agentur – wie auch die Deutsche Börse – wirbt.
  • Die zweite Position spricht sich für ein Joint-Venture mit einer mittelgroßen, aber bereits renommierten US-Rating-Agentur wie Egan-Jones Ratings Company (kurz: EJR), Haverford Township (Pennsylvania), aus, die von den beiden Geschäftsführen Sean Egan und Bruce Jones geleitet wird.

Die zweite Position erschien von Anfang an die schlüssigere, kompatiblere Lösung zu sein, kommentierten Analysten. Zwar gibt es in Deutschland bereits neben Euler Hermes Rating die Agentur Feri EuroRating Services AG mit Sitz in Bad Homburg. Feri EuroRating Services AG erstellt seit über als 20 Jahren Länder-Ratings und erhielt im Mai 2011 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Zulassung als EU-Ratingagentur, verfügt allerdings über keine Zulassung in den USA. Dies halte ich in unserer heutigen Zeit der global vernetzten Finanzwelt für einen Makel und damit einen erheblichen Nachteil.

Zwar unterstellt die EU-Verordnung nun erstmals Ratingagenturen einer staatlichen Aufsicht, dies ist jedoch in den USA ständiger Standard. Damit holt die EU lediglich das nach, was ohnehin bereits Pflicht in anderen Staaten ist. Auch die Pflicht zur Erfüllung bestimmter Auflagen erscheint nur die Wirkung der Schließung einer bislang bestehenden Regelungslücke zu haben. Maßnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten, das Verbot gleichzeitiger Beratungs- und Dienstleistungen für dieselben Mandanten und ein Rotationsprinzip für Analysten in Ratingagenturen sowie eine fortlaufende Berichterstattung vermochten jedenfalls ungeachtet aller massiver Kritik an den 3 großen Ratingagenturen eben diese entweder in Europa in die Schranken zu verweisen oder von den Märkten zu verbannen.

Die Initiative von Markus Krall (Roland Berger) war deshalb nicht nur halbherzig und unschlüssig angedacht, weil der Betrag in Höhe von 300 Mio. Euro für das Start-Up nie zur Verfügung stand. Krall‘s (Roland Berger) Ansatz war zudem stets mit dem Makel behaftet, in den USA keine Zulassung bekommen zu können und damit nicht wirksam global tätig werden zu können. Krall ist bis heute eine Erklärung dahingehend schuldig geblieben, wie er dieses Manko zu lösen gedenkt, zumal es keine abgeschotteten Märkte in unserer Zeit gibt.

Selbstverständlich ist die Zulassung als staatlich anerkannte Ratingagentur entscheidend für ihren Erfolg. In den Vereinigten Staaten sind derzeit 10 Institute als sogenannte „national anerkannte statistische Rating-Organisationen“ (Nationally Recognized Statistical Rating Organization: kurz NRSRO) zum Stand April 2011 zugelassen. Darunter befinden sich die bekannten 3 großen NRSROs wie Fitch, Inc., Fitch Ratings Ltd., Moody’s Investors Service, Inc., Moody’s Analytics, Inc. und Standard & Poor’s.

Egan-Jones Ratings Company hätte beispielsweise im Rahmen eines Joint-Venture Projekts das Fundament für eine erste, große und schlagkräftige EU Rating-Agentur bilden können und die Hürde der Zulassung für den US-Finanzmarkt wäre damit genommen worden. Egan-Jones Ratings Company (kurz: EJR), vertreten durch die beiden Geschäftsführen Sean Egan und Bruce Jones, stammt aus Haverford Township (Pennsylvania). Die 1995 gegründete Firma ist bekannt für die Bewertung von Anleihen US-amerikanischer Unternehmen. Dieses Institut darf sich als „credit rating agency“ (CRA) bezeichnen, weil es über eine amtlich bestellte Zulassung durch die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) verfügt.

International bekannt wurde EJR mit der Herabstufung (Downgrading) der USA von der Bestnote AAA auf AA+, noch bevor S&P dies wagte. Bislang hatte es noch keine westliche Ratingagentur gewagt, die Vereinigten Staaten herabzustufen. EJR hatte bereits vor dem 02.08.2011, dem „Deal“ in Washington, den nach Angaben der beiden politischen Lager „in dieser Form so keiner wollte“ und faktisch lediglich zu einer Vertagung der US-Schulden- und Haushaltsproblematik führte, die Bonität der USA auf AA+ herabgestuft, mit der Begründung, dass objektiv kein Fortschritt im Rahmen der andauernden Schuldendiskussion in Washington feststellbar ist. Egan-Jones verteidigte standhaft seine Maxime „Accurate Ratings with Predictive Value“ und damit zugleich die schwierige, umstrittene Entscheidung zur Herabstufung der USA im Kreuzfeuer der Kritik. Sandro Valecchi

Commerzbank – Trendwende in Sicht?

Die Commerzbank Aktie machte ihren Anlegern in den letzten Tagen wenig Freude. Im Zuge der neu aufflammenden Krise in Europa, die sich insbesondere durch die negativ gelaufenen Anleiheauktionen in Spanien und Italien bemerkbar machte, mussten nahezu alle europäische Bankenaktien kräftige Abschläge hinnehmen.  Die Banco Santander notierte gestern auf einem neuen 3-Jares-Tief, die ING Groep verbilligte sich ebenfalls kräftig und die Unicredit Aktie kratzte wieder an der drei Euro Marke. Heute jedoch sind alle europäischen Bankenwerte kräftig im Plus wenn auch mit sehr unterschiedlichen Kursbewegungen. Die heutige Anleiheauktion Spaniens verlief erfolgreich und verschaffte somit erst einmal etwas Erleichterung, am Donnerstag steht nun die nächste Auktion spanischer Staatsanleihen auf dem Plan.

Die jüngsten Nachrichten bezüglich des geplanten Ausstiegs der Allianz aus Ihrem Investment bei der Commerzbank haben ebenfalls erneut zum Unmut der Anleger beigetragen. Die Aktionäre sollen auf der Hauptversammlung am 23. Mai entscheiden ob die Allianz als Großaktionär aussteigen darf. Somit würden die  stillen Einlagen in Commerzbank Aktien getauscht werden. Diese können dann über die Börse veräussert werden. Die Folge wäre zum einen natürlich eine erneute Erhöhung der Aktienzahl die mit einer weiteren Verwässerung der jetzigen Aktien einher geht, und zum anderen könnte durch den anschließenden Verkauf der neuen Anteile erneut Abwärtsdruck auf der Aktie lasten.

Aus Sicht der Aktionäre kann also die Auflösung der Allianz Beteiligung zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirklich gewünscht sein, und sollte an einen Zeitfaktor gekoppelt werden. Hintergrund der ganzen Transaktion ist laut Presseberichten, dass die Commerzbank ab dem Jahr 2018 die Stillen Einlagen nach Basel 3 nicht mehr als hartes Kernkapital der Gesellschaft ausweisen darf. Somit bereitet sich die Commerzbank Führung nun offenbar auf einen Ausstieg der Allianz und des Staates vor. Die Bundesregierung hält aktuell noch 25 Prozent der Anteile an der Commerzbank und ist mit knapp 1,75 Milliarden Euro an dem Unternehmen beteiligt. Die Stillen Einlagen der Allianz hingegen belaufen sich „nur“ auf knapp 750 Millionen Euro.

Wichtig ist nun zunächst aus charttechnischer Sicht dass die CoBa Aktie gegen Handelsschluss zumindest über der Marke von 1,63 Euro schließt, ansonsten könnte sich das zuletzt geschlossene Gap bei 1,623 Euro als echte Hürde für einen weiteren Anstieg erweisen. Gelingt hingegen ein weiterer Anstieg in Richtung 1,66 Euro stehen die Chancen nicht schlecht das wir den Wendepunkt bei der Aktie erst einmal gesehen haben. Ich rechne damit dass die Indizes heute noch deutlich anziehen werden, was auch auf die Bankaktien positiv wirken sollte. Auf dem jetzigen Niveau kann man also durchaus auf eine kurzfristige Trendwende bei der Commerzbank Aktie spekulieren. Dennoch sollte man nach wie vor sehr vorsichtig bei den Bankenwerten agieren. Rückschläge sind jederzeit möglich, denn die bekannten Unsicherheiten werden uns noch eine Weile begleiten. Nach unten sollte der Aktienkurs bei ca. 1,45 Euro abgesichert sein, bzw. in der Nähe dieser Marke ein entsprechender Stopp platziert werden.

Gastkommentar: Google Inc. zwischen „Don’t be evil“ und „going green“

Don’t be evil“ – Dieser millionenfach zitierte Slogan der Google Inc. und deren Anhänger war über fast ein ganzes Jahrzehnt eine Art Garantie für die kritische Informatikszene, dass die ehemalige Garagenfirma „nichts Böses“ tut. Gilt das heute auch noch für den Weltmarktführer Google Inc. und welche Unternehmensstrategie verfolgt das Management? Das erste Quartal 2012 konnte das Unternehmen Google Inc. mit einem vorzeigbaren Gewinn von knapp 3 Mrd. USD überaus erfolgreich abgeschlossen.

Das kalifornische Unternehmen steigerte seinen Gewinn auf 2,9 Milliarden Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,8 Milliarden Dollar gewesen. Der Umsatz stieg um rund ein Viertel auf 10,6 Milliarden Dollar. Kerngeschäft ist und bleibt nach allen übereinstimmenden Statistiken die Internet-Suchmaschine Google für weltweite Suchanfragen. Google Inc. ist mit Abstand der Marktführer unter den Internet-Suchmaschinen. Der Vorläufer BackRub startete 1996, seit September 1998 ist die Suchmaschine unter dem Namen Google online. Seinen Erfolg generiert Google aus der Kombination von Suchmaschine mit Kostenextensiver Werbung aus dem AdSense-Programm.

Zwar musste Google Inc. einen erneuten Rückgang der Werbeeinnahmen, bedingt durch die volatile Marktlage und die Unsicherheiten an den Märkten,  hinnehmen, was sich auf das Kerngeschäft mit einem verkraftbaren Minus von knapp 12 % auswirkte. Google arbeitet jedoch stetig an der Optimierung und bleibt damit unangefochten, mit Abstand, Marktführer. Die exakte Funktionsweise der Ergebnissortierung ist Googles Betriebsgeheimnis. Marktbeobachter und Analysten verwundert deshalb nicht, dass die Google-Aktie ungeachtet aller Überraschungen, die von den Märkten in die Börsen eingepreist werden, nachbörslich auf 653 USD nach 651 US-Dollar zum Handelsschluss an der NYSE kletterte.

Solidität schöpft Google Inc. aus seinen Business, welches längerfristig ausgerichtet ist: beispielsweise der Zukauf der Videoplattform YouTube und die Entwicklung der Android-Software für mobile Geräte. Diese Investitionen hatten sich erst nach einigen Jahren ausgezahlt. Aber Google kann noch mehr. So ermöglicht Google Inc. beispielsweise mit dem Google Person Finder die Suche nach vermissten Verwandten und Bekannten. Das Tool wurde für die Opfer des Erdbebens in Japan angeboten, wurde aber auch schon beim Erdbeben von Neuseeland und dem besonders schweren Erdbeben in Haiti angeboten und benutzt. Der Person Finder ist eine moderne Version des Karteikarten-Suchverfahrens, das im Zweiten Weltkrieg benutzt wurde, in dem direkt an Hausruinen geschrieben wurde, wo man als Flüchtling Zuflucht gesucht hatte.

Google Inc. ist stets für Überraschungen gut, so beispielsweise das Projekt Street View: Das Projekt war im Frühjahr 2008 noch streng geheim. Niemand wusste, seit wann die dunklen Pkws mit ihren Kameras auf Deutschlands Straßen unterwegs waren. Google verdient sein Geld mit Werbung. Um Werbung geht es daher in erster Linie auch bei Street View. Mit dem lebensechten Abbilden von Straßenzügen oder Plätzen verspricht der Internetkonzern lokalen Unternehmen eine gezielte Werbung. Eine Pizzeria in Berlin oder Hamburg etwa kann mit diesem Tool eine Verknüpfung zu ihrem Menü erstellen. Auch vor der Buchung eines Hotels auf Mallorca könne man sich damit einen guten Eindruck von der Lage verschaffen. Immobilienmaklern verspricht Google mit Street View eine gezieltere Ansprache von Interessenten. Künftig sollen die Stadtbilder zudem in die Navigation auf mobilen Geräten eingebunden werden. Gerade den lokalen Werbemarkt sehen Branchenkenner als enorm ausbaufähig. Jetzt überraschten die beiden Firmengründer, Larry Page und Sergey Brin, sowohl Analysten wie Anleger mit der Ausgabe zusätzlicher Aktien. Jedoch beinhalten diese Aktien kein Stimmrecht, ein Vorzug für das Management, dessen Einfluss bleibt somit unangetastet.

Aber auch das besonders sensible Thema Energieeffizienz hat bei Google Inc. die gebotene Aufmerksamkeit gefunden. Suchmaschinenriese Google konnte die Energieeffizienz seiner Rechenzentren nach eigenen Angaben weiter steigern. Bei den 12-Monatsmessungen des Power-Usage-Efficiency-Wert (PUE) für 2011 bilanziert Google Inc. mit einem besseren Durchschnittswert von 1,14 – im Vergleich zu 1,16 des Vorjahres.

Google Inc. hat sich dem Thema Energieeffizienz und nachhaltiges, umweltbewusstes Wirtschaften verschrieben. „Google is creating a better web that’s better for the environment. We’re greening our company by using resources as efficiently as possible and supporting renewable power. That means when you use Google products, you’re being better to the environment.“ Google „is going green“ ist jetzt das Motto – die Unterstützung erneuerbarer Energien beziffert der Konzern auf 915.000.000 USD und wirbt zugleich für die Nutzung von Google-Mail.

„Unsere Herzen hängen an Google“, erklärten Larry Page und Sergey Brin, die neue Aktienstruktur ihres Erfolgsunternehmens. Mit dieser neuen Struktur soll sichergestellt werden, dass sie ihre Visionen auch umsetzen können, „im Interesse der Bewahrung des Gründer-basierten Ansatzes und im besten Interesse von Google Inc.“

Don’t be evil? „- Tatsache ist und bleibt: Google polarisiert. Sandro Valecchi

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