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Tesla, Apple, Netflix, Google, Facebook – Kursdebakel in den USA voraus?

Da ist er nun… nach dem überaus beindruckenden Freitag nun noch ein schwarzer Montag, wenn man es denn so bezeichnen möchte. Ich persönlich halte diese Titulierung nach den zwar heftigen, aber dennoch zu erwartenden Verlusten für etwas überzogen. In China sieht die Sache da schon ein wenig anders aus. Dort hat der Aktienmarkt erneut chrashartige Züge, nachdem offensichtlich alle Stützungsmaßnahmen der Regierung nichts geholfen haben. Wie schon in einem Artikel zu Beginn der China Krise geschrieben, könnten genau diese Stützungsmaßnahmen nun zu weiteren Problemen führen! Auch in den USA gehen die Aktienkurse heute wohl kräftig auf Tauchfahrt. Dabei zeigen die vorbörslichen Indikatoren insbesondere bei den Highflyern der letzten Monate deutlich Besorgnis erregende Züge. Tesla, Apple, Netflix, Google, Facebook alle sind kräftig unter Wasser. Damit sind die wenigen Aktien die den US Markt in den letzten Wochen gestützt haben nun auch an der Reihe. Die daraus resultierende Abwärtsbewegung könnte also noch einmal heftig werden…!

Der verursachte charttechnische Schaden ist bisher weniger groß als so mancher Marktteilnehmer angesichts der blutroten Kurstafel vermuten könnte. Die nun erreichten Kurse entsprechen nach meiner Beobachtung zunächst einmal denen, die man bei einem stärkeren Rücksetzer erwarten konnte. Heute und morgen wird sich demnach wahrscheinlich erst zeigen, ob wir es mit einer ausgedehnteren Korrektur zu tun haben oder es sich lediglich um einen Rücksetzer im übergeordneten Aufwärtstrend handelt.

Schwarzer Montag im DAX

Für den DAX würde ich aktuell ein weiteres Abschlagsrisiko bis in den Bereich um die 9.300 Punkte sehen (siehe Chart). Ein Teil der von mir am Freitag angekündigten weitern 10 bis 15 Prozent Abwärtspotenzial für die chinesischen Märkte, sind  nun schneller abgearbeitet worden als erwartet. Ich sehe hier noch immer ein Restrisiko von ca. fünf Prozent, bevor dann möglicherweise auch hier stabilere Kurse zu erwarten sind. Am kritischsten würde ich aber die Situation in den USA sehen! Hier fand lange keine Korrektur statt, obwohl der Rest der Welt bereits seit längerem im Korrekturmodus war. Der Umstand dass die Rallye dort von wenigen Aktien am Leben gehalten wurde, die jetzt kräftig unter die Räder kommen, ist besorgniserregend. Ein mögliches Kursziel für den S&P 500 liegt nun bei ca 1.820 Punkten! Achten Sie also unbedingt auf die o.g. Aktien und die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD bevor Sie hier umfangreiche Käufe tätigen!

Fazit: Heute in Panik zu verfallen dürfte ohnehin deutlich zu spät sein. Wenn auch eine strikte Risikokontrolle spätestens jetzt unabdingbar ist. Wie weit diese Korrektur nun tragen kann bleibt offen, womit sich ein schlichtes „Hoffen“ auf Besserung strikt verbietet. Dennoch sind solche Tage auf der anderen Seite grundsätzlich natürlich für all diejenigen willkommen die schon so lange auf einen vernünftigen Einstieg in die ein oder andere Aktie warten. Auch hier ist aber – aus meiner Sicht – ein äusserst besonnenes Vorgehen angezeigt! Gestaffelt kann man bei so manchem Qualitätstitel nun ggf. erste Käufe tätigen. Dabei würde ich aber maximal ein Drittel der geplanten Gesamtposition riskieren. Weitere Drittel werden dann gekauft, sobald der Markt etwas weiter unten Stabilisierung-Tendenzen zeigt, oder aber wieder nach oben dreht. Vorsichtige Anleger halten weiterhin Cash.

In diesem Sinne drücke ich alle Lesern die Daumen für die richtigen Entscheidungen in diesen turbulenten Zeiten!

Apple oder Google? – Nach dem Split eine durchaus interessante Frage…

Google wird seine Aktien im Verhältnis 1 zu 2 splitten. Die neuen C-Atien sind ab Donnerstag handelbar ebenso wie natürlich weiterhin die alten A-Aktien. Jeder Anleger erhält dann zu seiner A-Aktie eine kostenlose C-Aktie hinzu. Die Verwirrung unter Anlegern dürfte einigermaßen groß sein denn die unterschiedlichen Aktiengattungen sind jeweils mit unterschiedlichen Stimmrechten belegt. Die B-Aktien befinden sich überwiegend in der Hand der Gründer des Unternehmens sowie weiterer Großinvestoren und verbriefen zehn Stimmen pro Aktie. Wohingegen die alten A-Aktien, die wir alle kennen, lediglich nur ein Stimmrecht beinhalten. Die Besitzer der neuen C-Aktien sollen dann gar kein Stimmrecht mehr haben.

Der Hintergrund für diesen Schritt ist, dass die neuen C-Aktien zum einen als Zahlungsmittel für Acquisitionen hergenommen werden sollen, und zugleich Mitarbeiterboni damit beglichen werden. Nach Auffassung der beiden Firmengründer wurde ein solches Instrument zudem erforderlich, damit sich der Stimmrechtanteil der Altaktionäre nicht weiter verringert. Die Google Aktionäre hatten sich zuletzt mit großer Mehrheit gegen diesen Schritt ausgesprochen. Dennoch konnten  Sergey Brin und Larry Page diesen Beschluss fassen, weil sie zusammen die Mehrheit der Stimmrechte besitzen. Und das wird wohl auch in Zukunft nun so bleiben.

Somit ist die Vergabe der Stimmrechte eigentlich relativ wurscht, denn letztlich werden Aktionäre ausserhalb des erlesenen Kreises ohnehin niemals ein ernsthaftes Mitspracherecht haben. Der Aktiensplit ist somit eher positiv zu sehen, auch wenn es nach solchen Kapitalmaßnahmen nicht selten vorübergehend zu einer erhöhten Volatilität bei der jeweiligen Aktie kommt.

 

Mit dem Split sollte die Google Aktie nun auch wieder verstärkt für Kleinanleger interessant werden. Auch die ersten Analysten haben sich wegen der Kapitalmaßnahme nun zu den ersten Kurszielerhöhungen hinreißen lassen. Dennoch wird seitens der Altaktionäre befürchtet, dass die C-Aktien gegenüber den A-Aktien innerhalb der nächsten 12 Monate an Wert verlieren könnte. Für Neueinsteiger sollte also die alte A-Aktie nach wie vor die sicherere Wahl sein!

In diesem Zusammenhang ist dann auch das Gedankenspiel erlaubt, ob man nun für nahezu den gleichen Preis besser bei der Google Aktie aufgehoben ist oder bei Apple. Beide Aktien notieren dann zunächst bei ungefähr 540 bis 560 Dollar. Welches Unternehmen, bzw. welche Aktie wird in den kommenden Jahren die bessere Rendite abwerfen? Während es Apple immer noch an echter Innovationskraft mangelt, geht Google unbeirrt seinen Weg und probiert immer wieder mal was Neues. Obwohl ich persönlich nicht davon ausgehe, dass die Datenbrille „Glass“ ein echter Kassenschlager wird…!

Die stabilen Einnahmen des Weltmarktführers für Suchanfragen sollten den Aktienkurs entsprechend gut nach unten absichern. Die Apple Aktie befindet sich aus charttechnischer Sicht aber zumindest momentan in der interessanteren Ausgangslage. Sollte es gelingen in diesem Jahr nun doch ein paar echte Innovationen auf dem Markt zu bringen dürften sich dies auch endlich im Apple Aktienkurs widerspiegeln. Für welche Aktie man sich also entscheiden sollte kann nicht abschließend beurteilt werden. Am besten hat man beide im Depot!

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5 Gründe warum Apple hätte Tesla kaufen sollen

Wohlgemerkt HÄTTE kaufen sollen… weil der Elektroauto-Pionier heute vier bis fünfmal soviel kostet wie noch vor einem Jahr. Im Falle einer Komplettübernahme zum jetzigen Zeitpunkt müsste Apple wohl auch noch eine ordentliche Schippe drauflegen, sprich noch einmal 30 bis 50 Prozent on Top. Die Frage ist also, was wäre wenn Apple Tesla vor dem ganzen Hype gekauft hätte? Ohne jeglichen Zweifel wäre die der Deal des Jahrzehnts für Apple gewesen und niemand hätte auch nur ansatzweise an Tim Cook´s Kreativität oder Kompetenz gezweifelt, wie es heute teilweise der Fall ist. Die Gründe warum auch ich persönlich schon seit längerem der Meinung bin, dass dies der richtige Schritt gewesen wäre um die vielen Milliarden in Apples Kasse sinnvoll einzusetzen, sind vielschichtig.

Das ganze Thema einer Übernahme Teslas durch Apple ist ansich auch nicht neu. Man darf zumindest einigermaßen verwundert darüber sein, dass diese Spekulationen in diesen Tagen wieder so medial hochgekocht werden. Schließlich fand das besagte Treffen zwischen dem Apple M & A-Chef und Elon Musk bereits vor fast einem Jahr statt! Passiert ist seitdem nichts – zumindest nichts Offizielles. Der Sportwagenhersteller Tesla wird heute nach Börsenschluss in den USA die jüngsten Zahlen präsentieren und auch die  Analysten sind im Vorfeld dieser Veranstaltung durchaus geteilter Meinung darüber, ob dies ein guter Tag für Tesla Aktionäre wird.

Warum also gerade jetzt so intensiv über etwas diskutiert wird, was dem aufmerksamen Beobachter schon lange klar sein sollte, lässt sich nur erahnen, bzw. darüber spekulieren. Möglicherweise soll hier eine durchaus wahrscheinliche, operative Verlangsamung bei Tesla nicht unbedingt im Fokus stehen, sondern viel mehr die mögliche Fallhöhe der Aktie durch Übernahmephantasien begrenzt werden. Heute Abend wissen wir mehr…!

Die Gründe die für eine Übernahme gesprochen hätten, als diese noch „bezahlbar“ war, sind wie erwähnt durchaus vorhanden:

1. Einstieg in einen Multi-Milliarden-Markt

Da wäre wohl vor allem die Eroberung eines komplett neue Geschäftsfeldes gewesen. Die Vernetzung der Mobilität mittels der vorhandenen Smartphone-Technologien, die dann auch im Auto vollumfänglich genutzt werden könnten. Ein Milliardenmarkt, der nicht nur bei Tesla zum Einsatz kommen würde sondern langfristig auch bei anderen Automobilherstellern lizensiert werden könnte. Die Apple Aktie würde wahrscheinlich schon alleine aus diesem Grund heute deutlich höher stehen.

2. Ein neuer Visionär muss her

Da wäre ein Tesla-Chef gewesen, der ebenso wie sein großes Vorbild, Steve Jobs, große Visionen hat und diese auch konsequent umsetzt. Elon Musk wird nicht ohne Grund als der neue Steve Jobs gefeiert. Durch eine Übernahme Teslas hätte man diesen, für Apple so wertvollen Mann, sicherlich in irgend einer Form langfristig an das Unternehmen binden können.  Zusätzlich würden sich die führenden Köpfe der beiden Unternehmen hervorragend ergänzen. Tim Cook gilt als meisterlicher Organisator und Drahtzieher, während der charismatische Visionär Elon Musk als Galionsfigur alles darstellt was den Geist Apples immer ausgemacht hat und auch weiterhin ausmachen sollte.

3. Know How Transfer für kleines Geld

Man hätte mit dem hohen Cash Bestand den Apple besaß, und immer noch besitzt, ein komplett neuen Zukunftsmarkt erschließen können. Vor einem Jahr wer diese Investition wohl noch aus der Portokasse zu bestreiten gewesen. Heute sieht das leider schon ganz anders aus. Nicht zu vergessen das Know-how zum Thema Batterietechnik und Akku-Entwicklung dass man hiermit äusserst günstig hätte kaufen können und das auch oder gerade in den iPhones irgendwann Anwendung finden könnte. In Sachen Mobile-Payment hätte man zusätzlich wohl auch von den Erfahrungen Elon Musks profitieren können, der PayPal einst aufgebaut hat.

4. Die Konkurrenz schläft nicht

Ein weiterer und ganz wesentlicher Punkt in dieser Argumentationskette ist aus meiner Sicht schlicht und ergreifend der, dass man eine solche Erweiterung der Geschäftstätigkeit unbedingt machen sollte, bevor es ein anderer tut. Gerade im Hinblick auf die immer stärker werdenden Konkurrenz, sei es Samsung oder Google, wäre dies der nächste logische Schritt gewesen, den Tim Cook aber leider nicht bereit war zu gehen. Nun muss man eventuell gar befürchten das irgendwann ein kostspieliger Bieterwettkampf um Tesla entstehen kann, bei dem sogar der ein oder andere zahlungskräftige Autobauer mitbietet.

5. Eine starke Vetriebs-Allianz

Apple hätte mit dem Kauf von Tesla auf einen Schlag nicht nur eine deutlich bessere Bilanz in Sachen Umweltfreundlichkeit, und damit ein noch besseres Image, sondern auch ein weltweites Vertriebssystem, das es erlauben würde die Tesla/Apple-Produkte weltweit schneller und effizienter an den Mann/die Frau zu bringen. Zudem hätte Apple sein Know How in der Massenproduktion bei Tesla einbringen können, was sicherlich von Vorteil gewesen wäre.

Der ein oder andere unter Ihnen wird ohne Zweifel noch weitere Gründe finden, die dafür gesprochen hätten das Apple Tesla übernimmt. Letztlich ist es aber müßig darüber zu diskutieren was hätte sein können. Die spannende Frage ist nun eher warum wurde dieser Schritt nicht gegangen wurde als die Zeit dafür noch günstig war? Aus meiner persönlichen Sicht hätte es keine bessere Akquisition geben können um die vielen Milliarden in der Apple-Kriegskasse sinnvoll einzusetzen. Apple war aber offenbar der Meinung das die eigenen Aktien die bessere Invention sind.

Ist eine Übernahme Teslas aus heutiger Sicht somit noch wahrscheinlich? Ich denke ehrlich gesagt nicht, da das Objekt der Begierde inzwischen einfach zu teuer ist. Um die aktuelle Marktkapitalisierung als reiner Elektromobil-Hersteller zu rechtfertigen müsste Tesla wohl irgendwann zehnmal so viele Autos verkaufen wie heute. Ist das realistisch? Vielleicht, aber nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren. Dennoch bleibt das Unternehmen für Apple in vielerlei Hinsicht „The Perfect Match“ und ich halte es nicht für ausgeschlossen das irgendwann doch noch das zusammen geht was zusammen gehört. In einer anderen Zeit, zu einem anderen Preis und vielleicht mit einem eignen Produkt – dem iCar

Google hats gründlich vergeigt…Apple weiterhin schwach

Eigentlich waren die US Aktienmärkte gestern, nach vier starken Handelstagen, weiterhin auf einem guten Weg einen erneuten Angriff auf die Höchststände zu unternehmen. Der S&P 500 hatte mit dem Tageshoch von 1.464 Punkten die kritische Hürde bei 1.460 Punkten bereits hinter sich gelassen, bis dann plötzlich Unruhe und hektisches Treiben diese Bewegung wieder zerstörten. Der Grund war eine Panne bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Online Riesen Google. Nicht nur dass die Zahlen ungefähr vier Stunden zu früh den Markt erreichten, offenbar war das Zahlenwerk auch noch nicht von Firmenchef Larry Page abgesegnet und für die Öffentlichkeit freigegeben worden.Ebenso schlimm wie diese Panne empfand der Markt aber wohl auch den Inhalt der Pressemeldung.

Demnach hat Google im dritten Quartal einen unerwarteten Gewinnrückgang von 20 Prozent auf nur noch 2,18 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Vor allem die hohen Entwicklungskosten für die neuen Smartphones mit dem Googles Betriebssystem Android haben die Gewinne des Konzerns deutlich belastet. Hinzu kommt auch, dass Google weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden einnehmen konnte. Das zeigt ganz deutlich dass auch eine Cash Cow wie Google nicht ewig auf der Erfolgsspur bleiben kann. Zwar sind die Zahlen immer noch recht ordentlich, aber die erfolgsverwöhnten Aktionäre drückten umgehend den Verkaufsknopf, nach der Veröffentlichung der Daten. Die Aktie rauschte ungebremst bis zu 10,5 Prozent in die Tiefe und wurden vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Später konnte sich das Google Papier wieder etwas erholen und schloss mit einem Minus von „nur“ noch 8 Prozent.

Der Online Werbemarkt im allgemeinen und Google im speziellen galt in den letzten Jahren immer als verlässlicher Gewinnproduzent. Auch hier scheint die Krise aber so allmählich erste Bremsspuren zu hinterlassen und der Wachstumsmarkt Internet stößt offenbar langsam an seine Grenzen. Mit dem (zu früh) veröffentlichten Zahlenwerk von Google werden aus meiner Sicht nun einige Fragen aufgeworfen.   Die Feststellung dass solch peinliche Pannen auch Weltkonzernen wie Google passieren können bleibt dabei nur eine Randnotiz. Beispielsweise bleibt für mich, neben meinen Überlegungen zum Online Werbemarkt, die Frage: Was passiert eigentlich mit der Apple Aktie wenn hier die ersten leichten Enttäuschungen kommen? Und sie werden kommen, früher oder später – die Frage ist nur wann! Und was passiert dann mit dem Gesamtmarkt? Die Apple Aktie gab auch gestern wieder 1,86 Prozent ab und bleibt im Abwärtstrend…!

Gastkommentar: Google Inc. zwischen „Don’t be evil“ und „going green“

Don’t be evil“ – Dieser millionenfach zitierte Slogan der Google Inc. und deren Anhänger war über fast ein ganzes Jahrzehnt eine Art Garantie für die kritische Informatikszene, dass die ehemalige Garagenfirma „nichts Böses“ tut. Gilt das heute auch noch für den Weltmarktführer Google Inc. und welche Unternehmensstrategie verfolgt das Management? Das erste Quartal 2012 konnte das Unternehmen Google Inc. mit einem vorzeigbaren Gewinn von knapp 3 Mrd. USD überaus erfolgreich abgeschlossen.

Das kalifornische Unternehmen steigerte seinen Gewinn auf 2,9 Milliarden Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,8 Milliarden Dollar gewesen. Der Umsatz stieg um rund ein Viertel auf 10,6 Milliarden Dollar. Kerngeschäft ist und bleibt nach allen übereinstimmenden Statistiken die Internet-Suchmaschine Google für weltweite Suchanfragen. Google Inc. ist mit Abstand der Marktführer unter den Internet-Suchmaschinen. Der Vorläufer BackRub startete 1996, seit September 1998 ist die Suchmaschine unter dem Namen Google online. Seinen Erfolg generiert Google aus der Kombination von Suchmaschine mit Kostenextensiver Werbung aus dem AdSense-Programm.

Zwar musste Google Inc. einen erneuten Rückgang der Werbeeinnahmen, bedingt durch die volatile Marktlage und die Unsicherheiten an den Märkten,  hinnehmen, was sich auf das Kerngeschäft mit einem verkraftbaren Minus von knapp 12 % auswirkte. Google arbeitet jedoch stetig an der Optimierung und bleibt damit unangefochten, mit Abstand, Marktführer. Die exakte Funktionsweise der Ergebnissortierung ist Googles Betriebsgeheimnis. Marktbeobachter und Analysten verwundert deshalb nicht, dass die Google-Aktie ungeachtet aller Überraschungen, die von den Märkten in die Börsen eingepreist werden, nachbörslich auf 653 USD nach 651 US-Dollar zum Handelsschluss an der NYSE kletterte.

Solidität schöpft Google Inc. aus seinen Business, welches längerfristig ausgerichtet ist: beispielsweise der Zukauf der Videoplattform YouTube und die Entwicklung der Android-Software für mobile Geräte. Diese Investitionen hatten sich erst nach einigen Jahren ausgezahlt. Aber Google kann noch mehr. So ermöglicht Google Inc. beispielsweise mit dem Google Person Finder die Suche nach vermissten Verwandten und Bekannten. Das Tool wurde für die Opfer des Erdbebens in Japan angeboten, wurde aber auch schon beim Erdbeben von Neuseeland und dem besonders schweren Erdbeben in Haiti angeboten und benutzt. Der Person Finder ist eine moderne Version des Karteikarten-Suchverfahrens, das im Zweiten Weltkrieg benutzt wurde, in dem direkt an Hausruinen geschrieben wurde, wo man als Flüchtling Zuflucht gesucht hatte.

Google Inc. ist stets für Überraschungen gut, so beispielsweise das Projekt Street View: Das Projekt war im Frühjahr 2008 noch streng geheim. Niemand wusste, seit wann die dunklen Pkws mit ihren Kameras auf Deutschlands Straßen unterwegs waren. Google verdient sein Geld mit Werbung. Um Werbung geht es daher in erster Linie auch bei Street View. Mit dem lebensechten Abbilden von Straßenzügen oder Plätzen verspricht der Internetkonzern lokalen Unternehmen eine gezielte Werbung. Eine Pizzeria in Berlin oder Hamburg etwa kann mit diesem Tool eine Verknüpfung zu ihrem Menü erstellen. Auch vor der Buchung eines Hotels auf Mallorca könne man sich damit einen guten Eindruck von der Lage verschaffen. Immobilienmaklern verspricht Google mit Street View eine gezieltere Ansprache von Interessenten. Künftig sollen die Stadtbilder zudem in die Navigation auf mobilen Geräten eingebunden werden. Gerade den lokalen Werbemarkt sehen Branchenkenner als enorm ausbaufähig. Jetzt überraschten die beiden Firmengründer, Larry Page und Sergey Brin, sowohl Analysten wie Anleger mit der Ausgabe zusätzlicher Aktien. Jedoch beinhalten diese Aktien kein Stimmrecht, ein Vorzug für das Management, dessen Einfluss bleibt somit unangetastet.

Aber auch das besonders sensible Thema Energieeffizienz hat bei Google Inc. die gebotene Aufmerksamkeit gefunden. Suchmaschinenriese Google konnte die Energieeffizienz seiner Rechenzentren nach eigenen Angaben weiter steigern. Bei den 12-Monatsmessungen des Power-Usage-Efficiency-Wert (PUE) für 2011 bilanziert Google Inc. mit einem besseren Durchschnittswert von 1,14 – im Vergleich zu 1,16 des Vorjahres.

Google Inc. hat sich dem Thema Energieeffizienz und nachhaltiges, umweltbewusstes Wirtschaften verschrieben. „Google is creating a better web that’s better for the environment. We’re greening our company by using resources as efficiently as possible and supporting renewable power. That means when you use Google products, you’re being better to the environment.“ Google „is going green“ ist jetzt das Motto – die Unterstützung erneuerbarer Energien beziffert der Konzern auf 915.000.000 USD und wirbt zugleich für die Nutzung von Google-Mail.

„Unsere Herzen hängen an Google“, erklärten Larry Page und Sergey Brin, die neue Aktienstruktur ihres Erfolgsunternehmens. Mit dieser neuen Struktur soll sichergestellt werden, dass sie ihre Visionen auch umsetzen können, „im Interesse der Bewahrung des Gründer-basierten Ansatzes und im besten Interesse von Google Inc.“

Don’t be evil? „- Tatsache ist und bleibt: Google polarisiert. Sandro Valecchi

Die Zukunft beginnt schon 2012 !

Allen Leser wünsche ich ein gutes und erfolgreiches 2012 !

Ich blicke – was die Börse angeht – mit Zuversicht auf 2012 und die folgenden Jahre. Zwar rechne ich damit, dass uns im ersten Halbjahr 2012 noch die bösen Geister aus 2011 verfolgen werden und es uns nicht erspart bleibt, neue Pirouetten zum Thema Euro und Staatsverschuldung zu erleben. Ich rechne aber damit, dass wir den Höhepunkt dieser Krise schon erlebt haben, denn in meinen Augen sind die Ängste vor der Refinanzierung der Staaten übertrieben, dafür werden die Risiken der in Europa absehbaren Rezession eher unterschätzt.

Im ersten Halbjahr sind also einige Enttäuschungen im Bereich Konjunktur möglich, zumal das von mir schon thematisierte Thema Iran nach zwei Zügen aussieht, die unvermeidlich aufeinander zurasen und Chinas Immobilienblase gerade dabei ist zu platzen. Aber im zweiten Halbjahr 2012, wenn die Welt oder zumindest Europa in einer Rezession ist, werden die Börsen wie gewohnt schon den Blick nach vorne richten. Und so wie der Absturz im Sommer 2011 vieles vorweg genommen hat, was in der Realwirtschaft erst noch ankommen muss, werden die Börsen vielleicht schon wieder steigen, wenn es in der Realwirtschaft im Sommer 2012 eher düster aussieht. Denn über die kurzfristigen Rezessionsängste hinaus, gibt es für Zuversicht einige grosse Anlässe, die das Potential haben einen neuen, jahrelangen Bullenmarkt auszulösen !

Erinnern wir uns, Bullenmärkte kommen nicht aus dem Nichts, sondern korrelieren mit Innovationen und Produktivitätsschüben, die die Welt massiv nach vorne katapultieren. Das war nicht nur schon zu Zeiten der Erfindung der Dampfmaschine so, sondern neben der Friedensdividende aus dem Fall des eisernen Vorhangs auch der entscheidende Grund für den Bullenmarkt der 90er Jahre. Denn der Aufstieg der Computer lief als Innovationswelle um die Welt, ermöglichte den Aufstieg heutiger Weltfirmen wie Microsoft, Apple, Oracle oder Google und vernichtete im besten Schumpeterschen Sinne gleichzeitig andere, obsolete Industrien.

Weil das so ist, ist es auch nicht so verwunderlich, dass wir uns nun seit über 10 Jahren in einem strukturellen Bärenmarkt befinden, in dem die Aktienkurse unter wilden Schwüngen seitwärts bzw abwärts laufen. Erinnern wir uns, vor über 10 Jahren war der DAX auch schon bei 8000. Aber es gab im letzten Jahrzehnt eben nicht mehr die grossen technologischen Umwälzungen, die für einen erneuten weltweiten Produktivitätsschub sorgen könnten und auf denen ganze neue Industrien entstehen könnten.

Und wo keine echte Wertschöpfung ist, da ist eben auch keine wirkliche Wertsteigerung von Firmenwerten. Alles was die im letzten Jahrzehnt dominierende Finanzindustrie produziert, hat für mich mit Wertschöpfung so viel zu tun wie eine Kuh mit der Mondfahrt. Das ist letztlich nichts weiter als das hin- und her schieben von Zahlen auf Papier. Ich weiss, das wird von den Managern in den Banktürmen nicht gerne gehört, die ja gerne von „Produkten“ fabulieren, als ob dort etwas Neues geschaffen würde. Wertschöpfung findet aber primär durch Innovation und den damit verbundenen Fortschritt statt, der Begriff „Finanzinnovation“ ist dagegen eigentlich eine „Contradictio in adiecto“.

Und im Sinne Fortschritt sieht es für mich so aus, als könnte das Jahr 2012 der Beginn einer Zukunft sein, die erneut mit einer Innovationswelle um die Welt läuft. Und so nach über 10 Jahren Bärenmarkt einen neuen Bullenmarkt einleitet, der uns in den nächsten Jahren nicht nur zu DAX 10.000, sondern weit darüber hinaus tragen wird ! Denn eine erstaunliche Menge an innovativen, weltverändernden Technologien ist nun einsatzbereit oder kurz davor. Viele davon sind noch gar nicht richtig von der Börse wahrgenommen worden, haben aber das Potential der nächste Hype zu werden.

Im Rahmen unseres erweiterten Service wollen wir bei Investors Inside in 2012 in diese Themen tiefer graben und mit Ihnen Aktien besprechen, von denen Sie möglicherweise noch nie gehört haben, deren Potential aber ausserordentlich ist und die heute schon profitabel am Markt agieren. Drei ausgewählte dieser potentiell weltverändernden Themen will ich hier kurz skizzieren um Ihnen Freude auf mehr zu machen:

1. Die Replikatoren der NCC-1701 – auch als Raumschiff Enterprise bekannt – werden wohl schneller Realität als fast alle ahnen. Unter dem profanen Namen „3D-Drucktechnik“ erleben wir gerade den Aufstieg einer Technologie, die nicht weniger als das Potential hat das Ende des Industriezeitalter einzuläuten ! Standardisierte Massenproduktion aus Gleichteilen in zentralen Fabriken, das war Gestern. Morgen produzieren wir individuell selbst in unseren eigenen „Replikatoren“. Gewinn wird mit den Grundmaterialien und den Bauplänen gemacht, Fabriken für billige Gleichteile, der Kern des Industriezeitalters, werden verschwinden.

2. Die kommerzielle Raumfahrt vollzieht gerade still und heimlich gewaltige Durchbrüche. Nach 3 Jahrzehnten des Stillstands bedingt durch die Innovationsarmut der staatlichen Gross-Organisationen ala NASA, bricht sich die Innovation nun eindrucksvoll Bahn. Berühmte Unternehmer wie Elon Musk (PayPal, Tesla), Jeff Bezos (Amazon), Robert Bigelow (Hotelmilliardär) oder Richard Branson (Virgin) investieren Milliarden. Und wer glaubt, dass diese Leute nicht wissen wie man Geld macht, der sollte lieber seine Brille putzen. Touristen in der Umlaufbahn, Rohstoffabbau auf dem Mond, Energieübertragung aus dem All auf die Erdoberfläche ? Kommt schneller als viele ahnen, dauert keine 3 Jahrzehnte mehr und wird die Welt verändern.

3. Energiewende ? Dicke Überlandleitungen ? Ja, alles nötig. Die wirklich weltverändernde Technologie kommt aber wohl auf leisen Sohlen. Solarfarbe auf Hauswänden, Minikraftwerke in der Kleidung, Energieerzeugung wird lokal und dezentral. Und wird die Welt und wie wir leben drastisch verändern.

Neben diesen drei „Appetizern“ gibt es noch weit mehr hoch spannende Innovationen, die nun kurz vor dem Durchbruch stehen. Es sieht für mich so aus, als stehen wir 2012 weltweit am Beginn eines neues, weltweiten Technologieschubes. Gut für die Börsen wird das auf jeden Fall sein ! Seien Sie also gespannt auf die Aktien, die wir zu diesen Themen schon auf dem Radar haben und drücken Sie mit uns die Daumen, dass 2012 der Start einer Zukunft ist, die uns in den nächsten Bullenmarkt katapultiert. Frei nach Star Trek: To boldly go where no man has gone before ! (HS)

Nach LinkedIn und Groupon nun auch das Facebook-Debakel?

Aktien der neuen Internet Wunderkinder standen noch im Sommer ganz hoch im Kurs. Zuerst wagte sich LinkedIn an die Börse und konnte einen fulminanten Start hinlegen. Wenig später kam dann die Ernüchterung für die Aktionäre. Heute kostet die Aktie nur noch knapp 60,- Dollar was angesichts einer Marktkapitalisierung von knapp sechs Milliarden Dollar immer noch deutlich zu teuer sein dürfte. Ich hatte unseren Lesern bereits damals dazu geraten die Aktien unmittelbar nach der Erstnotiz zu shorten. Ähnlich, nur noch etwas schneller ist der Kursverfall beim hoch gepriesenen Schnäppchen Portal Groupon. Vor Kurzem musste man noch fast 20,- Euro für eine Aktie des Unternehmens bezahlen, inzwischen bekommt man diese für knapp 11,- Euro hinterher geschmissen. Tendenz weiter fallend. Aber auch auf diesem Niveau wird Groupon noch mit satten acht Milliarden Euro bewertet!

Der direkte Vergleich mit den Bewertungsmodellen im damaligen, und schon fast sagenumwobenen Neuen Markt ist nicht von der Hand zu weisen. Ganz im Gegenteil, die heutigen Bewertungsmodelle scheinen noch deutlich ambitionierter zu sein als damals. Die Spitze des Wahnsinns stellt in meinen Augen der geplante Börsengang von Facebook dar. Heute ist zu lesen dass die Mutter der sozialen Netzwerke ihren Börsengang nun doch schneller als geplant vollziehen will. Warum dürfte offensichtlich sein. 10 Milliarden Dollar soll er bringen, der Börsengang, und den Börsenwert des Unternehmens auf 100 Milliarden Dollar aufblasen. Zum direkten Vergleich, die Erstnotiz von Google brachte damals 1,9 Milliarden Dollar.

Wie auch beim letzten Artikel zu diesem Thema kann ich nur noch einmal darauf hinweisen, dass man von diesen Aktien tunlichst die Finger lassen sollte. Die Zeit der großen Emissionsgewinne, wie damals im Neuen Markt, ist vorbei, wenn man nicht bereits im Vorfeld investiert ist. Für mich persönlich eignet sich hier einzig und alleine die Gegenrichtung, sprich der Aufbau von Short Positionen nach vollzogenem Börsengang als lohnendes Investment. Wer dennoch nicht die Finger von den Aktien lassen kann, der sollte wenigstens warten bis sich die erste Euphorie gelegt hat…

Nokia – da ist Musik drin – Rebound des Jahres 2012 ?

Heute möchte ich den Lesern einen der meist verprügelten Werte des Jahres 2011 in Erinnerung rufen: Nokia !

Sie werden denken, wie bitte ? Nokia ? Wer braucht die denn noch, der Markt ist doch schon längst zwischen iOS von Apple und der Android Fraktion rund um Google aufgeteilt ?

Langsam, langsam mit der ewigen Verdammung, auch wenn es Sie vielleicht überrascht, ich kann mir gut vorstellen, dass die Nokia Aktie den Rebound des Jahres 2012 hinlegt und in einem Jahr 100% über den heutigen Kursen steht.

Lange der Weltmarktführer im Handy-Markt, hatte Nokia den Siegeszug der Smartphones verschlafen und mit seiner eigenen Software Symbian technologisch den Anschluss verpasst. Als der Aufsichtsrat dann im September 2010 die Reissleine zog und mit Stephen Elop einen ehemaligen Microsoft Manager und Software Spezialisten an die Spitze holte, begannen der Schrecken für die Nokia Aktionäre erst recht. Denn nun kam die traurige Wahrheit permanent sinkender Marktanteile ans Tageslicht und die neue Strategie nun voll auf Microsoft als Partner zu setzen und eigene Software-Entwicklung einzustellen, wurde vom Markt als Offenbarungseid gewertet. Ich habe selten so eine schlechte Presse für einen Grosskonzern erlebt, wie bei Nokia Anfang 2011. Jeder zerriss sich den Mund über die vermeintlich fehlgeleitete Strategie sich Microsoft an den Hals zu werfen. In Folge stürzte der Kurs vom Herbst letzten Jahres noch einmal um 50% auf unter 4€ ab. Selten war der Begriff „ausgebombt“ so treffend wie beim Kurs von Nokia.

Chartechnisch scheint Nokia nun aber auf diesem Niveau Anfang August seinen Boden gefunden zu haben und hat seitdem eine mustergültige Umkehrformation hingelegt. Und das alles, obwohl der breite Markt in dieser Phase extrem schwach war, ein deutliches Zeichen relativer Stärke. Vor wenigen Tagen hat der Kurs dann noch das alte Verlaufshoch aus Ende August überschritten und damit das klassische Bild eines höheren Tiefs und höheren Hochs erzeugt – ein bullisches Muster. Der Kurs von Nokia scheint nun mit Gewalt Anlauf auf die Zone um 6€ von Anfang diesen Jahres zu nehmen. Danach wäre der Bereich um 8€ das nächste Ziel, was gegenüber heute nahezu eine Verdoppelung darstellen würde.

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Fundamental ist Nokia aktuell nur noch 18 Milliarden € am Markt wert und hat alleine 4 Milliarden € Cash zur Verfügung. Vor kurzem wurden von Interbrand wieder die wertvollsten Markten der Welt gekürt und Nokia kam trotz aller Probleme immer noch auf 25 Milliarden € ! Auch wenn derartige Bewertungen mit Vorsicht zu geniessen sind, zeigt es doch wie billig man Nokia aktuell bekommt. Das operative Geschäft von Nokia scheint aus Sicht des Marktes also nahezu nichts mehr wert zu sein. Darüber hinaus verfügt Nokia noch über mehr als 9000! Patente mit teilweise erheblicher Bedeutung, die in Summe möglicherweise eine zweistellige Milliardensumme wert sind. So willigte Apple im Juni diesen Jahres ein, viele hundert Millionen Schadensersatz an Nokia zu zahlen, plus zukünftiger Lizenzzahlungen die den Wert wahrscheinlich in den Milliardenbereich drücken. Einen besseren Beweis für die Werthaltigkeit der Nokia Patente gibt es wohl nicht. Auch dieses Patentportfolio bekommt man also zum heutigen Kurs praktisch dazu geschenkt. Für mich persönlich ist dieses Kursniveau die Definition eines Schnäppchens.

Auch vom Sentiment her ist die gesamte Analystengilde immer noch skeptisch was Nokia angeht und operiert in der Mehrzahl noch mit Kurszielen um 4-6€. Wer jetzt einsteigt, tut das also bevor der breite Markt wieder zum Halali ruft.

Aber all die charttechnischen oder fundamentalen Argumente sind alle nichts wert, wenn Nokia nicht die Wende bei den Smartphones schafft und wieder zu der hippen Marke wird, die es einmal war. Und genau hier, bei diesem entscheidenden Thema, bahnt sich unter der Decke scheinbar Bedeutendes an !

Nokia steht kurz davor auf der Hausmesse Nokia World in London diesen Mittwoch 26.10.11 sein erstes Smartphone mit Windows Mobile vorzustellen (Codename „Sea Ray“). Und was man aus der informierten Presse (so ein ganz aktueller Artikel der Wirtschaftwoche) und von den gewöhnlich gut informierten IT Geeks im Internet hört, scheint ein grosser Wurf bevor zu stehen. Denn dieses Smartphone wurde schon an ausgewählte Grosskunden verteilt und erntet höchstes Lob. Von „Hingucker“ und „coolem Design“ und „potentiellem Verkaufsschlager“ ist da die Rede.

Abgesehen davon, dass Nokia also seine Hausarbeiten in den Griff zu bekommen scheint, hat sich Google mit der Motorola Übernahme möglicherweise selber geschwächt, da damit die grossen Android Kunden wie Samsung und HTC verärgert wurden, die nun auch auf Windows Mobile schielen und damit Nokias Strategie indirekt unterstützen. Aber Nokia ist nun der Top-Partner von Microsoft ! Jeder weitere Hersteller der nun Windows Mobile Handys anbietet, wird indirekt Nokias Position im Weltmarkt stärken, denn die Verbreitung des Betriebssystems ist immer noch ein entscheidender Faktor für die Entwickler-Community die Apps generiert.

All das hat mich dazu veranlasst, in den letzten Tagen erste Positionen in Nokia aufzubauen. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass Nokia nun kurz vor der auch öffentlich sichtbaren Wende steht. Ich werde nun noch die Reaktionen der Presse nach der kurz bevorstehenden Nokia World in London abwarten. Sollten diese hinsichtlich des neuen Smartphones so positiv sein, wie sich das im Moment ankündigt, werde ich Nokia signifikant aufstocken. Ich halte es auf jeden Fall für einen Fehler das Duo Microsoft/Nokia zu unterschätzen und setze bei Nokia auf eine Verdoppelung des Kurses innerhalb der nächsten 12 Monate. Mein Stop liegt bei 4€, wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, sollten wir diese Marke nicht mehr wiedersehen. Nach unten besteht also ein Risiko von 20%. Nach oben ist alles möglich, selbst eine Verdoppelung und mehr. Das ist für mich die Definition eines attraktiven Chance/Risiko Verhältnisses. (HS)

Nokia – charttechnisch schwer angeschlagen!

Seit der Ankündigung das Nokia sich nun zusammen mit Microsoft für den Kampf gegen Apple und Google rüsten will ist die Aktie des finnischen Handyherstellers regelrecht abgestürzt. Man will künftig  bei Smartphones auf das Betriebssystem von Microsoft aufsetzen hieß es in der Pressemeldung vom Freitag. Analysten sind sich einig, das eine Kooperation mit Google eventuell besser gewesen wäre. An der Börse kam diese Zusammenarbeit nicht besonders gut an. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass der einstige Weltmarktführer bei Handys die Entwicklung bei den Smartphones komplett unterschätzt, und den Anschluss an die Weltspitze verpasst hat. Aus diesem Grund gehört die Nokia Aktie bereits seit Jahren nicht zu unseren Favoriten im Technologiesektor, und wird auch nicht mehr beobachtet. Aus gegebenem Anlass habe ich mir aber dennoch den Chart heute mal wieder etwas näher angesehen.

Die Nokia Aktie ist charttechnisch massiv angeschlagen. Die aktuelle Unterstützung der Aktie verläuft bei 6,60 Euro. Diese wurde heute bereits mehrfach unterschritten. Damit wurde gleichzeitig ein neues Zehnjahres-Tief markiert. Gelingt es nicht den Aktienkurs hier zu stabilisieren so drohen weitere Kursverluste bis zunächst in den Bereich um die 5,75 Euro. Erst eine nachhaltige Rückkehr über 7,50 Euro würde das kurzfristige Chartbild wieder etwas aufhellen und könnte eine erneute Aufwärtsbewegung bis ca 8,50 Euro-Marke zulassen. Die Nokia Aktie ist mit einem aktuellen KGV von 11 moderat, aber nicht günstig, bewertet. Wir würden die Aktie unter den gegebenen Umständen vorerst nicht anfassen. Einen starken Rebound in den kommenden Tagen würden wir ausschließen, vielmehr stellt sich die Frage wie weit die Aktie im Zuge einer Konsolidierung des Gesamtmarktes noch fallen kann.

Facebook – Wir befinden uns bereits in der nächsten Internet-Blase

Laut Berichten der New York Times steigt nun auch das Investmenthaus Goldman Sachs bei Facebook ein. Das wäre an sich noch nicht so bemerkenswert, aber der veranschlagte Preis für das Unternehmen des Firmengründers Marc Zuckerberg gibt einem dann doch etwas zu denken. Noch vor einem halben Jahr fragte man sich, ob Facebook rund 25 Milliarden US Dollar wert sein könnte. Zwar hat das junge Unternehmen bislang im Gegensatz zu vielen anderen Startups bereits Geld verdient, jedoch dürften die Einnahmen durch Werbung und Erlöse aus Netzwerkspielen lange nicht ein solche Bewertung rechtfertigen.

Die unglaubliche Anzahl der täglichen User dieser Plattform verspricht jedoch enormes Potenzial für die Zukunft. Heute, nur sechs Monat später, wird Facebook  von Goldman Sachs und der russischen Internet-Beteiligungsgruppe Digital Sky Technologies mit knapp 50 Milliarden Dollar bewertet. Zwar hat man immer noch keine weiteren Wege gefunden Geld mit dieser Plattform zu verdienen, aber der Wert des Unternehmens hat sich erneut verdoppelt. Facebook hat Traffic und das nicht zu knapp. Inzwischen wurde auch die Internetseite von Google, die bislang die meistbesuchte Website der USA war, von den Facebook- Nutzern auf Platz zwei verbannt.

Hintergrund für die Investition mehrerer institutioneller Unternehmen in dieses aufgeblähte Unternehmen scheint wohl viel mehr der Plan zu sein mittels eines Börsengangs, der 2012 kommen könnte viel Geld zu verdienen. Wie bereits vor über 10 Jahren spielt auch hier wohl der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle für den Erfolg einer Investition. Es muss schnell gehen, der Druck auf Zuckerberg von seinen neu gewonnenen „Freunden“ die auf einen baldigen Börsengang drängen könnte sich nun drastisch erhöhen.

Ich bin gespannt ob diese Rechnung dann aufgeht, oder bis dahin dann doch irgend ein schlauer Mensch mal einen Taschenrechner in die Hand genommen und nachgerechnet hat. Die Dotcom Blase Ende des letzten Jahrtausends scheint doch eher harmlos gewesen zu sein, wenn man sich heutige Unternehmensbewertungen ansieht…

Yahoo kann nicht wirklich überzeugen

Yahoo enttäuscht mit leicht rückläufigem Umsatz, kann aber beim Ergebnis deutlich zulegen. Im dritten Quartal hat das Internet-Urgestein zwar seinen Gewinn dank des Verkaufs einer Tochterfirma, Einsparungen und der Suchmaschinen-Kooperation mit Microsoft mehr als verdoppelt. Doch das eigentliche Geschäft hängt den Erwartungen hinterher. Weiterhin macht der allmächtige Rivale Google dem Unternehmen das Leben schwer. Der Umsatz von Yahoo stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um laue 2 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar nach 1,2 Mrd Euro im Vorjahreszeitraum.

Online- Werbung bleibt  auch für Yahoo die wichtigste Einnahmequelle. Der Internetkonzern konnte seinen Gewinn aber in erster Linie nur durch den Verkaufserlös des Stellenportals HotJobs um ca. 113 Prozent auf 396 Millionen Dollar steigern. Die Zusammenarbeit mit Microsoft bei der Internetsuche trug ebenfalls einen ordentlichen Teil zum Gewinnsprung bei, wobei der große Partner hier deutlich in Vorleistung ging. Die Anleger ließen sich von den Zahlen dennoch beeindrucken und ließen die Aktie nachbörslich etwas steigen. Mittelfristig dürfte hier erst wieder durch Übernahmespekulationen richtig Phantasie in den Kurs kommen.

Rivale AOL will laut US Medienberichten zusammen mit einer Investorengruppe ein Kaufangebot für Yahoo vorlegen, oder sich gar selbst von Yahoo schlucken zu lassen. Dadurch soll die Werbemacht im Internet gebündelt werden um sich gegen einen immer stärker werdenden Gegner namens Google zu wappnen. Selbst ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen dürfte aber nicht wirklich am Geschäft des Internetriesen kratzen können Der Suchmaschinenprimus erzielte zuletzt einen Umsatz von 7,3 Milliarden Dollar einen Gewinn von unterm Strich knapp 2,2 Milliarden Dollar. Hier steht der Sieger des Wettkampfes bereits seit Jahren wohl fest..

It`s a Google´s Day!

Die US Indizes haben gestern eigentlich etwas geschwächelt, und das war wohl angesichts der Fülle von eher negativen Nachrichten auch nicht weiter verwunderlich. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren mal wieder etwas höher als erwartet, die US Erzeugerpreise sind ebenfalls unerwartet stark gestiegen, und der gesamte europäische Bankensektor wurde zudem von der Ratingagentur Moody´s runtergestuft, was auch dem Kurs der Deutschen Bank unerwartet wieder etwas zugesetzt hat. Zudem ist heute wiedermal ein kleiner Verfallstag für Futures und Optionen, ab 14:30 Uhr stehen wieder einige Konjunkturdaten aus den USA an und und und…und dann kam Google….

Die US Märkte zeigten sich angesichts dieser Nachrichtenlage zunächst schwach, drehten aber mit den wirklich überraschend guten Zahlen die der Internetriese Google gestern veröffentlichte wieder nach oben. Google´s Bruttoumsatz stieg im abgelaufenem Quartal um 23 Prozent auf 7,29 Milliarden Dollar und der Gewinn sogar um knapp ein Drittel auf 2,17 Milliarden Dollar. Das Werbegeschäft bleibt dabei immer noch der Hauptumsatztreiber des Unternehmens und strafte alle Lügen die einen Untergang des Online Werbemarktes prognostiziert haben, „Die Zahlen von Google sind wahrhaftig Wahnsinn und sie zeigen die Allmacht und kluge Strategie des Internetkonzerns“ hieß es, und dem ist wohl nicht viel hinzu zu fügen. Die Google Aktie legte nachbörslich fast neun Prozent zu!

Ob das allerdings heute reichen wird um die schönen Wochengewinne sicher ins Wochenende zu bringen bleibt abzuwarten. Die Richtung für die kommende Woche dürfte heute zwischen 14:00 und 16:00 Uhr wiedermal von den amerikanischen Konjunkturdaten vorgegeben werden. Schauen Sie regelmäßig in unseren Realtime – Börsenkalender um auf dem laufenden zu bleiben..

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