Author Archives: Lars

Die Apple Aktie fällt…!

Ein zuletzt eher seltener Anblick ergibt sich bei der Betrachtung des Apple Charts. Die Aktie fällt seit drei Handelstagen, und das relativ deutlich. Ansich wäre dies nicht weiter ungewöhnlich nach dem steilen Anstieg der letzten Monate, und eine Korrektur auch durchaus gesund. Wenn da nicht ein massives Übergewicht der Apple Aktie und aller damit zusammenhängenden Zulieferer im Nasdaq bestehen würde. Gestern durchbrach die Aktie die wichtige Marke von 600,- Dollar und schloss mit einem satten Minus von 4,15 Prozent bei „nur“ noch 580,- Dollar. Kurz zuvor hatte der Wert ein neues Allzeit Hoch bei 644,- US Dollar markiert. Der Abschlag beträgt somit knappe 10 Prozent – bis jetzt.

 

Verunsicherte Apple Jünger werden sich nun natürlich fragen wie es weiter geht mit der Aktie die zuvor immer nur gestiegen ist. Alleine im letzten Jahr hat sich der Wert des Unternehmens auf zuletzt 540 Milliarden Dollar noch einmal verdoppelt. Damit stieg Apple zum wertvollsten Unternehmen dieser Welt auf. Ein Titel den bislang US-Ölmulti ExxonMobil hielt. Insbesondere die Quartalszahlen des Weihnachtsquartals hatten damals für einen erneuten deutliche Kursschub gesorgt. Erste Berichte von einer Abschwächung der Nachfrage von Apple Produkten, insbesondere beim iPad lassen vor den Zahlen aufhorchen.

Nun stellen sich offenbar einige Anleger die Frage ob dieses gigantische Zahlenwerk überhaupt noch zu toppen ist, und werden vorsichtiger. In Kürze wird Apple erneut berichten und zeigen ob das rasante Wachstum weiter anhält. Analysten erwarten für das erste Quartal 2012 einen Umsatz in Höhe von 10,83 Mrd. US-Dollar, was gegenüber dem Vorjahreswert von 10,54 Mrd. US-Dollar einem Anstieg um 2,7 Prozent entsprechen würde. Der Gewinn je Aktie soll von 86 Cents im Vorjahreszeitraum auf 87 Cents je Aktie zulegen. Bislang konnte Apple die Erwartungen des Marktes immer schlagen.

Aus charttechnischer Sicht sieht es so aus als ob  das Gap, dass der Sprung über die 550,- Dollar Marke hinterlassen hat, nun geschlossen wird. Ein weiteres Abrutschen bis knapp unter 550,- Dollar würde ich noch als gesund bezeichnen. Sorgenfalten hingegen muss man wohl unterhalb dieses Kursniveaus bekommen. Denn mit der Apple Aktie fallen auch die Aktienkurse der meisten Zulieferer für iPad, iPhone und Co. Fachleute schätzen das die Apple Aktie zusammen mit allen im Nasdaq gelisteten Zulieferern, und dem indirekten Einfluss auf die Mitbewerber, ein Gewicht von 35 bis 40 Prozent ausmacht. Der Rückgang um 0,76 Prozent  im Nasdaq gestern fiel also noch verhältnismäßig moderat aus.

Dennoch sollte die Apple Aktie und die Entwicklung des Index in diesen Tagen genauestens beobchtet werden. Denn fällt die Aktie massiv wegen enttäuschender Zahlen (Was ich mir nicht wirklich vorstellen kann!) dann fallen auch die Aktien der Zulieferer, dann der Index und zuletzt der Gesamtmarkt. Wir haben eine „Apple Hausse“ hat mal einer der berühmtesten Anleger dieser Welt gesagt. Dementsprechend viel Aufmerksamkeit sollte man der aktuellen Entwicklung schenken. Für Mutige bietet der aktuelle Rücksetzer aber vielleicht auch noch einmal eine Einstiegschance vor erneut bombastischen Zahlen!?!

Solarworld und Conergy – Die Hoffnung stirbt zum Schluss !

Es ist ruhig geworden um die einstigen Highflyer im Deutschen Solarmarkt…Auch wenn Frank Asbeck am Wochenende zu einer Großoffensive blies. „Man will uns kaputt machen“ lautete die markige Überschrift der verschiedenen Aktikel. Darin beschwert sich Asbeck ganz offen über die, seiner Meinung nach enormen Fehlleistungen unserer Politik, und den Einfluss den die Energie-Lobbyisten auf die Entscheidungen unserer Staatsführung. Weiter sprach Asbeck in dem Interview von einem Wirtschaftskrieg den China begonnen hätte, mit dem Ziel alle ausländischen Anbieter durch Dumpingpreise aus dem Markt zu verdrängen. Tausende von Arbeitsplätzen sein durch die Förderkürzungen in der Solarindustrie Deutschlands gefährdet….

Ansich sind das ja keine neuen Erkenntnisse. Auch wir haben in der Vergangenheit schon des öfteren über gewisse Diskrepanzen auf dem weltweiten Solarmarkt, und die Rolle gewisser politischer Entscheidungen dabei, hingewiesen. Dass Asbeck sich nun öffentlich klar dazu äussert, und die Bundesregierung auffordert diesem Treiben mittels Strafzöllen oder ähnlichem Einhalt zu gebieten, zeugt in meinen Augen eher davon dass auch dem deutschen Branchenführer das Wasser inzwischen bis zum Hals stehen könnte. Wie sinnvoll oder gerecht es ist an dieser Stelle öffentlich gegen die Bundesregierung zu schießen, darüber kann man sicherlich streiten. Das sich unsere Regierung aber auf ein Modell mit Strafzöllen einlassen wird, und die ansonsten so fruchtbaren Beziehungen zu China damit auf eine ernsthafte Belastungsprobe stellt, wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln.

Heute leidet die Aktie von Solarworld erneut an einem Schwächeanfall, der mit der aktuellen Herabstufung der UBS begründet wird. Das Schweizer Bankhaus hat das Kursziel von 3,- auf 1,50 Euro glatt halbiert, und würde die Aktie aktuell nur noch „Halten“ und nicht mehr „Kaufen“, und verweisen dabei auf das, trotz des geringen Kursniveaus extrem hohe KGV für das laufende Geschäftsjahr von 70. Für das kommende Jahr rechnen die Experten nun mit einem KGV von 38. Ob wir in den nächsten Jahren überhaupt ein KGV bei Solarworld sehen werden ist aber keinesfalls gewiss.

Der einstige Vorzeige Konzern der Branche ist zuletzt auch in die roten Zahlen gerutscht und hat weiterhin mit deutlich sinkenden Margen und dem Verlust von Marktanteilen zu kämpfen. Hinzu kommt dass Solarworld inzwischen Schulden in Milliardenhöhe angehäuft hat, während das Unternehmen nur noch mit aktuell 212 Millionen an der Börse bewertet wird. Auch die Charttechnik verheißt nichts Gutes…Mit dem heutigen Rutsch unter die Marke von 1,80 Euro dürfte das Kursziel der UBS schneller erreicht werden als so manchem Anleger lieb sein kann. Echte Unterstützungen sind in diesem Chart sowieso nicht mehr zu finden. Es bleibt also weiterhin das traurige Fazit, dass auch beim Branchenprimus nicht in ein fallendes Messer gegriffen werden sollte!

Etwas kurios fand ich auch die Meldung vom Wochenende dass Conergy bald wieder schwarze Zahlen schreiben will. Beim Lesen dieser Zeilen musste ich etwas schmunzeln, denn der Artikel klingt für mich doch eher etwas nach Zweckoptimismus als nach einem echten Plan sich aus der tiefen Krise zu befreien. Vorstandschef Philip Comberg beteuert dass man aus der Krise gelernt habe, und nun wieder „voran komme“. Unterstrichen wurde diese Aussage mit der Tatsache das das Unternehmen zum ersten Mal seit dem Börsengang im Jahre 2005 mehr eingenommen als ausgegeben habe. Na doll! Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen.

Wer auf das Comeback der beiden Unternehmen setzen will der sollte dies wohl nur mit ganz kleinen Beträgen und einem laaaangem Atem tun. Oder Sie kaufen sich eine dieser spottbilligen Solaranlagen aus China für das Geld 😉

Commerzbank, VW, Alcoa, Google, JP Morgan und Wells Fargo im Fokus – DAX im Rückwärtsgang

Die negative Stimmung konnte sich in der abgelaufenen Woche weiter durchsetzen. Nach einem deutlichen Rücksetzer am Anfang der Woche und einer starken Erholung am Donnerstag folgte leider am Freitag ein erneut sehr schwacher Tag. Wegen der durchwachsenen Konjunkturdaten aus China , vor allem aber den erneut sehr beunruhigenden Nachrichten aus Europa, bleiben Anleger weiterhin in Deckung, oder verkauften ihre bestehenden Positionen. Dem gegenüber stand eine ganze Reihe von hervorragenden Unternehmenszahlen die allesamt besser waren als dies vorm Markt erwartet wurde. Alcoa, Google, JP Morgan, Wells Fargo konnten die Erwartungen des Marktes erneut deutlich schlagen.

Den Anfang der Berichtssaison zum ersten Quartal des Jahres 2012 machte traditionsgemäß der Aluminiumkonzern Alcoa, und überraschte positiv mit einem Gewinn. Am Donnerstag hatte Google bereits nachbörslich Zahlen für das erstes Quartal veröffentlicht. Der Nettogewinn belief sich auf 2,89 Milliarden Dollar nach 1,8 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse stiegen um 24 Prozent auf 10,65 Milliarden Dollar. Die Finanzwerte JP Morgan und Wells Fargo glänzten ebenfalls, konnten sich aber dem schwachen Marktumfeld, in dem erneut insbesondere Bankaktien abgestraft wurden, nicht entziehen.

Commerzbank Aktionäre mussten somit erneut deutliche Verluste hinnehmen ebenso wie Aktionäre andere europäischer Banken. Insbesondere spanische und italienische Finanzwerte wie bspw. die Banco Santander und die UniCredit standen hier unter Beschuss, nachdem die Anleiheauktionen beider Länder nur zu deutlich erhöhten Zinsen abgeschlossen werden konnte. Ich hatte ja bereits Anfang der Woche über verschiedene, interessante Bankaktien berichtet und darauf hingewiesen dass es für einen Kauf noch zu früh sein könnte. Für die Commerzbank Aktie bin ich hingegen unverändert optimistisch. Das Gap sollte bald geschlossen werden, was für einen weiteren Anstieg durchaus gesund wäre, erst dann wird es wirklich spannend..!

 

Der Facebook Börsengang und wie Sie davon profitieren können!

 

Der Automobilbauer Volkswagen machte in dieser Woche einmal mehr im positiven Sinne von sich reden. Der VW Konzern eilt von Erfolg zu Erfolg und dürfte mit den nächsten Quartalszahlen erneut einen Rekordwert beim Umsatz und Ertrag vorlegen. Ebenso wie BMW, Audi und Daimler die gerade im Reich der Mitte weiter kräftig zulegen, konnte VW die Absatzzahlen im ersten Quartals erneut deutlich steigern, und verkaufte in diesem Zeitraum erstmalig über 2 Millionen Fahrzeuge. Offensichtlich straft VW auch in diesem Jahr alle Analysten, die einen Rückgang beim Absatz prognostiziert haben, Lügen.

Die VW Aktie bleibt damit auch weiterhin eines der  Top Investments in unserem Depot, und ich freue mich schon jetzt auf den kommenden Quartalsbericht. Denn ich gehe immer noch davon aus dass der Markt dieses Feuerwerk an erstklassigen Zahlen nicht dauerhaft ignorieren kann. Und das gilt natürlich insbesondere für VW aber auch alle anderen Autobauer sowie Zulieferer wie Continental und Leoni. Natürlich möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal darauf hinweisen dass ich grundsätzlich nach wie vor sehr optimistisch für die Kursentwicklung der Porsche Aktie in diesem Jahr bin. Ebenso wie Morgan Stanley und BNP, die Ihre Ratings und das Kursziel von 66,- Euro erneut bekräftigt haben, rechne ich mit deutlich höheren Kursen zum Jahresende.

Die eigentlich spannende Frage für die kommende Woche bleibt nun aber erst einmal welches der beiden „Lager „sich durchsetzen kann, die negativen Erwartungen und Spekulationen über einen weiterhin möglichen Zerfall der Eurozone, oder die sehr positiven harten Fakten aus den einzelnen Unternehmen. Bislang gelang es den berichtenden Unternehmen nicht positive Impulse für den Gesamtmarkt zu geben, da wir uns erneut in einer Phase der politischen Börsen befinden. Sollte der Zahlenreigen allerdings so weiter gehen wie er begonnen hat wird der Markt dies auch irgendwann honorieren. Und sollten sich die Gerüchte um ein baldiges QE3 Programm der US Notenbank bestätigen, haben wir am Donnerstag schon mal einen Vorgeschmack darauf bekommen was dann passieren wird…!

Das kurzfristige Bild für den Anfang der kommenden Woche sieht aber wohl eher negativ aus. Der Test der Unterstützungszone des Dax zwischen 6.400 und 6.500 Punkten wird kurzfristig immer wahrscheinlicher. Hier sollte sich allerdings ein tragfähiger Boden ausbilden, und die Börsen allmählich wieder nach oben drehen. Zumindest würde ich diesem Szenario im Moment die höchste Wahrscheinlichkeit einräumen. Im Extremfall ist auch noch mit einem kurzfristigen Unterschreiten dieser Unterstützungzone zu rechnen. Diese Bewegung dürfte dann aber spätestens bei 6.350 Punkten,  am 61,80 Fibo Retracement enden, bzw. drehen (Wahrscheinlichkeit 20 bis 30 Prozent!).  Dies ist dann auch spätestens wieder ein sehr interessantes Niveau sein auf dem man erste Käufe tätigen kann.

Für mich persönlich stehen die oben beschriebenen Aktien immer noch ganz weit oben auf der Kaufliste. Wie auch immer sich der Markt also entscheiden sollte, es kann nicht schaden in der nächsten Woche etwas genauer hinzusehen, und die Strategie gegebenenfalls anzupassen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Woche, und stets die richtigen Entscheidungen!

VW, Daimler, BMW und Audi bleiben Weltspitze – wann zündet der Turbo?

Am 03.04.12  habe ich ja bereits auf die neuen Chancen in dem Sektor hingewiesen: „Heute werden nach mal wieder die Zahlen für den Gesamtfahrzeugabsatz in den USA bekannt gegeben. Nach den zuletzt eher nüchternen Prognosen der Profis, was den europäischen Markt anbelangt, könnten die Absatzzahlen des abgelaufenen Monats März in Amerika für neuen Schwung bei den Autoaktien sorgen. Ich gehe somit davon aus dass wir bei der Veröffentlichung der Daten keine negativen Überraschungen erleben werden. Die deutschen Premiumhersteller VW, Daimler, BMW und Porsche sollten auch im März weiterhin starke Zahlen geschrieben haben. Somit könnte es heute durchaus eine interessante Anlageidee sein die Titel der Autobauer bei Schwäche wieder kurzfristig ins Depot zu nehmen…“

Auch die Daten aus China, die heute veröffentlicht wurden, zeigen lediglich einen sehr moderaten Rückgang von 1,7 Prozent auf 3,77 Millionen PKW im ersten Quartal. Auch hier zeigte sich aber bereits im März wieder eine deutlich steigende Tendenz im Neuwagengeschäft. Insgesamt ging es im März schon wieder um 4,5 Prozent auf 1,4 Millionen nach oben, und somit darf mich die erneut skeptische Reaktion der Fachpresse doch zumindest verwundern… Hervorragend läuft es nach wie vor im Premiumsegment, und hier insbesondere bei den deutschen Automobilherstellern. Daimler konnte seine Absätze exemplarisch um 25 Prozent auf 54.720 verkaufte Autos steigern. Erfolgreich war hier vor allem das Flaggschiff S-Klasse, das 13.400 Mal aus den Autohäusern rollte.

Zum ersten Mal war China nicht nur für Audi, sondern auch für BMW der größte Absatzmarkt. Im ersten Quartal verkauften die Münchner rund 425.500 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, und damit rund 11,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Rekorde vermeldete auch Volkswagen, Europas größter Autobauer: Von der Marke VW wurden im ersten Quartal 1,36 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, das sind 10,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Alleine im März wurden 536.000 Fahrzeuge verkauft. Dies ist zugleich das beste Absatzergebnis der Firmengeschichte. Ganz nebenbei ist VW damit bereits heute Weltspitze bezogen auf den Umsatz.

Allen Unkenrufen sogenannter Fachleute zum trotz entwickelt sich das Jahr 2012 offensichtlich zu einem noch besseren Geschäftsjahr für die Deutsche Automobilbranche als 2011. Während also der Umsatz in Europa weiterhin leicht schwächelt können die Absatzzahlen in Nordamerika und Asien diesen Umstand weiterhin locker kompensieren. Das dürfte auch noch eine ganze Weile so bleiben. Hinzu kommt aber noch erfreulicher Weise, dass auch die europäischen Märkte nun wieder erste Erholungstendenzen zeigen. Die Talsohle könnte mit den jüngsten Zahlen somit bereits durchschritten sein. Eine Steigerung der europäischen Absatzzahlen im nächsten Quartal wirkt dann wohl wie ein Turbo, auch auf die Aktienkurse.

Streit um „Seltene Erden“ bremst US-und EU-Konjunktur und wird militärisch relevant

Der Dauerstreit um die Vorkommen und vor allem um die Marktzugänge zu den für die Industrie besonders wichtigen Rohstoffe der Gruppe der “Seltenen Erden” (kurz: REEs – rare earth elements), in dem China eine Schlüsselrolle übernimmt und den Marktzugang strikt reguliert, kann die schwächelnde Weltkonjunktur in den kommenden Monaten spürbar negativ beeinflussen. Der größte Seltene-Erden-Produzent in China, Baotou Steel Rare-Earth, konnte im vergangenen Jahr nicht nur seinen Gewinn mehr als vervierfachen: in der Lobby des Staatsbetriebes rankt unübersehbar die Losung: „Der Nahe Osten hat Öl, aber China hat Seltene Erden“, Zitat vom Chinas großem Wirtschaftsreformer Deng Xiaoping.

„Seltenen Erden“ (kurz: REEs = rare earth elements) ist ein begehrter, notweniger Rohstoff für die Hightech-Industrie des 21. Jahrhunderts. Um die Bedeutung von “Seltenen Erden” zu begreifen, sollte man sich zunächst vergegenwärtigen, wo “Seltenen Erden” eine technologische Schlüsselfunktion haben und www.investorsinside.de blickt ins Detail:

Seltene Erden-Magnesium-Legierungen sind ziemlich stark und leicht, weshalb sie ideal für Flugzeug-und Raumfahrtindustrie eignen. Die Stealth-Technologie und super-leise Rotorblätter der neusten Helicopter-Generation sind ohne REEs nicht zu produzieren. REEs eignen sich außerdem zum Bau von Permanentmagneten mit super-magnetischen Eigenschaften. Dies ist besonderes interessant für die Rüstungsindustrie (Stichwort: Permanentmagnete).

  • Der  Kampfpanzer M1A2 von General Dynamics und das Aegis SPY-1 Radar von Lockheed Martin funktionieren mit Samarium-Kobalt (SmCo) Permanentmagneten. Hybrid Electric Drive Ship Programme für die DDG-51 Klasse der Lenkflugkörper Zerstörer operieren mit Neodym-Eisen-Born (NdFeB) Magneten (Permanentmagnet-Motoren).
  • Aber auch deutsche Windkraftanlagen-Hersteller sind betroffen: Um Windkraftanlagen effizient steuern zu können, werden häufig Neodym-Eisen-Born (NdFeB) Magnete verwendet, um Stillstände der Systems zu verhindern. Moderne Windenergieanlagen benötigen oft bis zu 1.000 kg Neodym, um effizient arbeiten zu können.
  • Die Entwicklung von Hybrid-Kraftfahrzeugen wird beeinträchtigt:  Der Elektromotor in einem Toyota Prius erfordert 10-15 kg Lanthan für die Nickel-Metallhydrid-(NiMH)-Batterie und 1-2 kg für Neodym-Permanentmagneten, ein Mercedes S400 Hybrid benötigt über 0,5 kg Neodym.

Im Focus steht hier die militärische Industrie. „Seltene Erden“ eignen sich als Brennstoffe in Bomben und für nukleare Anwendungen, einschließlich der militärischen Verteidigung, also der Abschirmung vor nuklearer sowie thermischer Strahlung; REEs braucht die „moderne Armee des 21. Jahrhunderts” für Laser, einschließlich Laser-Entfernungsmesser, Laser-Führungs- sowie Laser-Kommunikationssysteme, Sonar- und Ortungssysteme und für viele andere Verwendungen im Bereich der Navigationssysteme. Dennoch hat die Markt- und Zugangsbeschränkung zu den Vorkommen der „Seltenen Erden“ auch erhebliche, unmittelbare Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft und damit die Weltkonjunktur.

Die Europäische Union, die Vereinigten Staaten und Japan haben bereits reagiert und den Streit um die künstlich herbeigeführte Verknappung dieser Rohstoffe durch einseitige Handelsbeschränkungen und Restriktionen vor die Welthandelsorganisation (WTO) gebracht. Die EU habe ein Schlichtungsverfahren zu den Exportbeschränkungen Chinas bei der WTO beantragt, erklärte die EU-Kommission in einem ersten Statement. China hat diese Klage bereits scharf kritisiert und die Anschuldigungen zurückgewiesen. Jetzt droht zwischen China und seinen wichtigsten Wirtschaftspartnern ein Handelskrieg um die seltenen Rohstoffe.

In China wurde jetzt ein Industrieverband für die Förderung und Verarbeitung von REEs gegründet in dem 155 Mitglieder, davon 13 große Unternehmen wie Aluminium Corporation of China, Batou Steel Rare Earth und China Minmetals Corporation, ihre Interessen – unter der Ägide der regierendenden Staatspartei in Peking – bündeln. „Wir haben die Gründung des neuen Verbandes jetzt beschleunigt, damit er sich um den Handelsstreit bei der WTO kümmern kann“, erklärt Generalsekretär Lin Donglu. Die chinesische Regierung will sich mit dieser Option absichern und sich damit im Dauerstreit bei der Welthandelsorganisation im Hintergrund halten. China, der wichtigste Lieferant von REEs, hortet diese begehrten Bodenschätze und verwendet „Seltene Erden“ seit etwa 30 Jahren auch zur Düngung von Böden und zur Fütterung von Nutztieren. Nutzpflanzen sollen deutlich höhere Erträge erbringen, Nutztiere weisen ein schnelleres Wachstum und eine besserer Futterverwertung auf. Dadurch sind die Preise in den vergangenen Jahren um 130 % gestiegen und überdies sichert sich Peking in Afrika weitere Zugänge zu den Minen. Die großen Minenfirmen in China sind Staatseigene Betriebe.

Militärische Analysen sehen den Grund für eine Verschärfung des Streits um REEs mit China in einem Waffengeschäft der USA mit Taiwan im Umfang von 6,4 Milliarden US-Dollar. Im Online-Forum der regierenden, Chinesischen Kommunistischen Partei, wurde das Verbot des Verkaufs von Seltenen Erden (REEs) an US-Unternehmen als Sanktionsmaßnahme gefordert.

Die Verteuerung dieser Produkte könnte auch für eine Exportnation wie Deutschland zum Problem werden. Die Palette der Anwendungen, in denen sie derzeit verwendet werden, ist außerordentlich breit, von den gewöhnlichen Bauteilen und Komponenten (Kfz-Katalysatoren, Erdöl-Crack-Katalysatoren, Feuersteinen, Glas und keramische Pigmente, Poliermittel), bis hin zu hoch spezialisierten Systemen (nuklearen Miniatur-Batterien, Supraleitern, leistungsstarke Miniatur-Magnete und Laser-Systeme). Das Ende des Booms der Weltkonjunktur hatte zum Jahresende 2011 auch Deutschland erreicht. Preis-, Saison- und kalenderbereinigt schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2011 um 0,2 % zum Vorquartal. Der Grund dafür: der schwächelnde Außenhandel.

Welche Alternativen stehen kurzfristig zur Verfügung, um zu verhindern, dass eine Preisexplosion für alle Produkte, die „Seltene Erden“ als Baustein oder Bestandteil notwendigerweise haben, zu verhindern?

Die EU stuft im Rahmen ihrer “Rohstoffinitiative“ die Verfügbarkeit von REEs 14 Rohstoffe als besonders „kritische Metalle“ ein. Diese seien, so die Arbeitsgruppe der EU-Kommission, „besonders wichtig in ihrer Nutzung und selten in ihrer Verfügbarkeit.“ Darin enthalten ist die Gruppe der „Seltenen Erden.“ Deutschland setzt auf strategische Rohstoffpartnerschaften, um sich den Marktzugang zu den „Seltenen Erden“ perspektivisch sichern zu können. Experten haben Zweifel an der Effektivität dieses Schrittes: nur der Marktzugang wird damit gewährleistet, es besteht allerdings keine Möglichkeit der Einflussnahme auf die Preisentwicklung, die im Endeffekt Deutsche Produkte erheblich verteuern kann.

Eine andere Lösung setzt auf die Wiedereröffnung von stillgelegten Minen. In den Vereinigten Staaten setzt man auf die Wiedereröffnung der Mine Mountain Pass in Kalifornien (Molycorp Minerals) und in Australien soll eine neue „Seltene Erden-Mine“ am Mt. Weld in Australien (Lynas) in Betrieb genommen werden. Molycorp Minerals Möglichkeiten sind allerdings begrenzt. Bis in die 1980er Jahre war die Molycorp Minerals Mountain Pass Mine in Süd-Kalifornien der weltweit führende Produzent von REEs. 1998 wurde nach der behördlichen Kontrolle einer Abwasserleitung die Mine geschlossen, zudem waren auf dem Weltmarkt wegen des Preisdumpings der chinesischen Hersteller eine Fortführung des Abbaus in der Mountain Pass Mine seinerzeit unwirtschaftlich. Dies hat sich jetzt aufgrund der aktuellen Ereignisse und der globalen Verschärfung in der Auseinandersetzung um die überaus wichtige Ressource REEs wieder geändert, aber: selbst bei voller Produktionsgeschwindigkeit, fehlt dem Mountain Pass Mine bedeutende Vorkommen an den Elementen der Gruppe der sogenannten “schweren seltenen Erden”, die zunehmend gefragt sind. Sogenannte „Leichte Seltene Erden“ (wie Cer) sind reichlich vorhanden, aber die „schweren seltenen Erden“ (wie Europium) werden immer schwerer zu finden. Deshalb kann Molycorp Minerals am Mountain Pass nur in einem begrenzten Umfang fördern.

Mit der Förderung allein ist es aber noch nicht getan. Den richtigen Marktwert für die wertvollen Metalle erzielt man erst nach mehreren Verarbeitungsstufen und Raffination. Im Gegensatz zu normalen Mining-Prozessen produziert der Bergbau bei der Förderung „Seltener Erden“ radioaktiver Abfälle! Der Umgang mit diesem Abfall erfordert in den westlichen Industriestaaten stets teure Überwachung, Sicherungs- und Klimaschutzmaßnahmen, ein klarer Wettbewerbsnachteil gegenüber China. Intensiv geprüft wird deshalb aktuell der Abbau von REEs am Lemhi Pass in Nord-IdahoDiamond Creek im Northern Idaho und Bokan Berg im südlichen Alaska. Zwar gibt es weltweit nahezu überall Vorkommen „Seltener Erden“ es braucht allerdings in der Regel eine Zeitspanne von 10 bis 15 Jahren ab dem Zeitpunkt der Entdeckung, bis eine effektive Förderkapazität erreicht ist. Sandro Valecchi

Commerzbank, Bank of America, ING, Unicredit, Banco Santander – jetzt wieder kaufen?

Die Commerzbank Aktie war gestern wie erwartet deutlich unter Druck. Mit einem satten Minus von 5,8 Prozent hielten sich die Verluste im direkten Vergleich zu manchem Mitbewerber aber noch in einem fast akzeptablen Rahmen. Andere europäische Geldhäuser mussten weitaus mehr Prügel einstecken und befinden sich durch den gestrigen Kursrutsch in einer nicht ganz ungefährlichen, charttechnischen Lage. Beispielsweise gerieten italienische und spanische Bankaktien, nach der eher missglückten Anleiheauktion der beiden Länder erneut deutlich unter Beschuss, während griechische Bankenwerte eine ordentliche Rally hingelegt haben. Ja so ändern sich die Zeiten…! Auch die amerikanischen Titel, wie beispielsweise die Bank of America gehörten zu den großen Verlierern des Tages. Die extremen Bewegungen sind für mich ein guter Grund um noch einmal etwas genauer in den Bankensektor zu blicken..

Viele Anleger warten momentan bei der Commerzbank Aktie auf einen weiteren Rücksetzer in Richtung des noch offenene Gaps, dass der kräftige Anstieg im Januar hinterlassen hat. Die Kurslücke dürfte in den nächsten Wochen mit hoher Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, auch wenn heute erst einmal ein Rebound der Aktie gelungen ist. Die eigentlich spannende Frage ist aber ob der Kurs an dem Gap dann wieder nach oben drehen wird oder ob der Verkaufsdruck die Aktie nun bis an die massive Unterstützung im Bereich von 1,44 bis 1,54 Euro führen kann. Natürlich kann er, aber ich halte das nicht für sehr wahrscheinlich. Dennoch sollte man als Trader immer davon ausgehen dass genau dass was die Mehrzahl der Anleger erwartet gerade nicht eintreffen wird…!

Letztlich kann es einem langfristig orientierten Anleger auch fast egal sein, ob er bei 1,45, 1,62 oder 1,85 Euro seine Positionen gekauft hat. Es geht viel mehr um die Frage ob die Bank überlebensfähig ist, in einem Umfeld wie diesem. Wird die Eurokrise wirklich gelöst, oder ein Zusammenbruch der Währungsunion nur verschoben? Und welche tragische Rolle spielen die Banken in diesem Spiel? Am Ende ist es eigentlich ganz einfach. Entweder man glaubt daran dass wir, und damit auch die Banken, die Kurve kriegen, oder man glaubt an einen Totalcrash. Wenn es der Eurozone gelingt sich aus dieser misslichen Lage zu befreien, dann sind viele Bankaktien heute wohl immer noch historisch günstig bewertet, und notieren deutlich unter dem Buchwert. Wenn es zum Kollaps kommen sollte  dann wären es wohl nicht sehr ratsam Bankaktien im Depot zu haben… Aber dann haben wir sowieso ganz andere Probleme!

Ich gehöre also zu den Tradern die den Bankaktien grundsätzlich auf Sicht der nächsten ein bis zwei Jahre ein ordentliches Erholungspotenzial zutrauen, bevor die Krise dann mit voller Wucht zurückkehren könnte. Wie schon mehrfach hier geschrieben, ging ich bereits im März auch davon aus das wir vorher noch einmal deutliche Schwäche im Markt sehen werden, die sich durchaus auch über mehrere Monate hinziehen kann. Der Kursrutsch der letzten Woche hat nun aber bereits einen Großteil der zu erwartenden Kursbewegung abgearbeitet. Die aktuelle Korrektur wirft also die Frage auf ob der schnelle und heftige Abverkauf den wir gesehen haben, nun schon den Boden für einen erneuten Anstieg geebnet hat, und man einzelne Titel bereits wieder kaufen sollte?

Mit dem gestrigen Ausverkauf  sind, die Aktien der  Commerzbank (minus 5,8 %), ING Groep (minus 6,9 %), Unicredit (minus 8 %), Banco Santander (minus 3,7 %) und die Bank of America (minus 4,7 %) nun wieder optisch günstiger geworden. Bereits heute werden diese Aktien erneut gekauft. Ob diese Entwicklung nachhaltig ist bleibt noch abzuwarten, denn die Nachrichten aus Europa tragen weiterhin nicht gerade zur Beruhigung der Anleger bei. Ein Kursrutsch des Dax bis auf 6.500 Punkte ist durchaus noch zu erwarten, dann sollten auch alle charttechnisch relevanten Marken bei den Bankaktien erreicht sein, wie im Falle der Commerzbank das Gap bei 1,62 Euro. Auf diesem Niveau ergeben sich dann, auch bei den anderen genannten Aktien, wieder interessante Einstiegschancen. Es könnte also noch etwas zu früh sein jetzt verstärkt auf einen Rebound der Bankaktien zu setzen….aber wie schon gesagt sind ein paar Cent rauf oder runter auf mittlere Sicht auch nicht entscheidend.

Commerzbank in schwerer See – wird das Gap jetzt geschlossen?

Bankenwerte gehören in diesen Tagen erneut zu den Verlierern an den Börsen. Die Angst um eine Eskalation der Situation in Europa bleibt offenbar, trotz aller Bemühungen der Notenbanken, das zentrale Thema. Auch die Commerzbank Aktie konnte sich diesem Trend nicht entziehen und gab in der abgelaufenen Handelswoche erneut kräftig ab. Hinzu kam noch dass die Nachrichtenlage bei der Bank in den letzten Tagen sehr gemischt war. Zwar ist die Expansion nach China aus langfristiger Sicht durchaus sehr positiv zu sehen, dennoch gab es auch Nachrichten die weitere Belastungen für die Bankbilanz bedeuten.

Zuletzt konnte man in der WELT lesen, dass die CoBa von der Krise der Seefrachtlogistik offenbar deutlicher getroffen wurde als man bislang angenommen hat. Die Presse berichtete über Kredit- Ausfallkosten und Wertberichtigungen in Höhe von 441 Millionen Dollar aus der 92 prozentigen Beteiligung der Deutschen Schiffsbank. Nicht ohne Grund plant die Commerzbank Führung um Martin Blessing das Volumen der Schiffsfahrtbeteiligung bald auf fünf Milliarden Euro reduzieren…

Mit einem Kurs um die 1,70 Euro hat sich die Aktie nun weit von der Ausbruchszone entfernt. Kurse von 2,- Euro oder gar darüber sind somit kurzfristig nicht mehr zu erwarten. Viel mehr ist ein Test der unteren Begrenzung jetzt sehr wahrscheinlich. Ich gehe somit davon aus, dass auch das Gap unter 1,65 Euro nun bald noch geschlossen werden könnte. Eine weitere massive Unterstützung liegt bei 1,44 Euro. Diese sollte aber erst erreicht werden wenn die Börsen wieder in den „Krisenmodus“ übergehen. Bislang ist der Rücksetzer im DAX noch als gesunde Korrektur zu bezeichnen.

Das Gap bei 1,623 Euro sollte sich aber spätestens eine hervorragende Einstiegschance in die Aktie, für alle Nachzügler die den Kursanstieg von über 80 Prozent im Januar verpasst haben, ergeben. Langfristig betrachtet spielt es wahrscheinlich auch eine untergeordnete Rolle ob man die Commerzbank Aktie nun bei 1,65 oder 2,- Euro gekauft hat, denn ich erwarte in den kommenden Jahren deutlich höhere Notierungen. Die Commerzbank ist operativ auf einem guten Wege eine grundsolide Bank zu werden, die sich künftig verstärkt auf das klassische Bankgeschäft konzentrieren will. Dies beweist auch die nun angekündigte Verstärkung der China Aktivitäten der Bank. Auch die Abwicklung der Eurohypo wird sich im Nachhinein als echter Meilenstein erweisen…

Wer also noch einen Einstieg in diese spannende Story sucht sollte sich bei den oben dargestellten Marken auf die Lauer legen, oder diese Marken zumindest beobachten.

DAX Einbruch – wohin geht die Reise?

Die letzte Woche war heftig, man kann es nicht anders sagen! Die von uns schon seit längerem erwartete Korrektur ist nun voll eingetreten, und die zuvor heile Welt der Börsianer wurde einmal mehr erschüttert. Nicht nur die teilweise beunruhigenden Nachrichten aus China sondern insbesondere das „Schreckgespenst Eurozone“, und die mangelnde Aussicht auf weitere Kapitalspritzen der Notenbanken sorgen erneut für fluchtartige Bewegungen, raus aus den Aktienmärkten. Offenbar haben Anleger wieder einmal von jetzt auf gleich in den Krisenmodus geschaltet. Die Angst ist zurück, und das ändert – zumindest auf der kurzfristigen Ebene – alles!

Während sich der amerikanische Aktienmarkt in den vergangenen Wochen noch sehr stabil präsentiert hatte begann diese Schwäche im DAX bereits vor geraumer Zeit, und mahnte zur Vorsicht. Insgesamt bleibt das übergeordnete Bild aber weiterhin positiv, auch wenn der Glaube daran, aufgrund der teilweise heftigen Verluste der letzten Woche, nun einer weiteren schweren Prüfung unterzogen wird. Die US Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht worden sind, werfen ihren Schatten nun auch in der neuen Woche voraus, und lassen zunächst weiter fallende Kurse erwarten. Ein kurzer Blick auf den DAX Chart verrät somit wohin die Reise kurzfristig wohl gehen wird.

Das vorrangige Ziel der Aufwärtsbewegung, den Kreuzwiderstand um die 7.200 Punkte zu überwinden, ist gescheitert. Die Abwärtsdynamik der aktuellen Bewegung ruft nun das untere Trading-Ziel auf den Plan. Auch mit einem Test der Unterstützungszone zwischen 6.500 und 6.400 Punkten muss somit wahrscheinlich gerechnet werden. Im günstigsten Fall kann die Abwärtsbewegung schon beim 38ger Fibonacci Retracement von 6.590 Punkten gestoppt werden. Damit ist nicht nur der steile Aufwärtstrend seit Dezember endgültig gebrochen, sondern auch der etwas flacher verlaufende Trend der letzten Wochen in Gefahr.

Jedoch kann noch keineswegs ausgeschlossen werden dass wir im Anschluss an diese Kursbewegung eine erneut stärkere Aufwärtsbewegung sehen, denn wie immer gibt es zwei Seiten einer Interpretation der vorangegangenen Ereignisse. Die Ankündigung Bernankes nun vorerst keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen um den Markt zu stimulieren könnte man durchaus auch dahingehend deuten, dass die US Konjunktur auf einem guten Wege ist die gesteckten Ziele nun aus eigener Kraft zu erreichen, zumindest lassen dies die jüngsten Daten vermuten. Die bislang geschaffene Liquidität sollte ihren Weg weiterhin in die Aktienmärkte finden, denn dies ist kein Prozess der von heute auf morgen einfach abreißen wird.

Spannend bleibt auch heute die Reaktion der US Märkte auf die Arbeitsmarktdaten. Während die Non Farm Gehaltsabrechnungen deutlich unter den Erwartungen geblieben sind konnte die Arbeitslosenquote in den USA dennoch von 8,3 auf 8,2 Prozent verbessert werden. Auch wenn die Futures also momentan auf einen sehr schwachen Markt hindeuten bleibt somit noch abzuwarten ob dies bis zum Handelsschluss auch so bleiben wird. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute erst einmal einen erholsamen Ostermontag und morgen entsprechend gute Nerven um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

GASTKOMMENTAR Nachtflugverbot, Kostendruck, Wettbewerb – Deutsche Lufthansa AG

Die Deutsche Lufthansa AG wird derzeit schwer geprüft! Sie muss nicht nur den defizitären Europaverkehr in den Griff bekommt, um sich und dem Konzern die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Jetzt muss die LH AG ausgerechnet auch noch an ihrem Referenzstandort, dem „Heimatflughafen Rhein-Main“ ein gerichtlich verordnetes Nachtflugverbot verkraften, was insbesondere den CARGO-Frachtverkehr in einem erheblichen Umfang einschränkt. Kurz nachdem das Nachtflugverbot bestätigt wurde, fielen die Kurse von LH- sowie der FRAPORT-Aktien.

Der zuständige Senat mit weinerlich eingestimmten Berufsrichtern am Bundesverwaltungsgericht Leipzig torpedierte die auf Mobilität ausgerichtete deutsche Volkswirtschaft des Jahres 2012, die den Warenumschlag nach dem „just-in-time-Prinzip“ (JIT) dringend braucht; hierzu zählen freilich auch Luftfrachtverkehre, die auch Nachts abgewickelt werden müssen. Nach dem Leipziger Diktat dürfen zwischen 23 Uhr und 5 Uhr früh gar keine Flugzeuge starten oder landen. Ohnehin waren für diesen Zeitraum bislang gerade einmal 17 Flüge genehmigt worden. Zwar hatten Analysten und Wirtschaftsexperten mit Auflagen (Lärmschutzmaßnahmen; Beschränkung auf Flugzeuge mit „leisen Triebwerken“; Bevorzugung von Anflug-Routen mit geringerer Emission), die völlig undifferenzierte Ausurteilung in Leipzig hat allerdings den deutschen Wirtschaftsstandort aufgeschreckt. Die Zuverlässigkeit und Planungsgarantie, einst „deutsche Tugenden“ aus Sicht des Auslandes, kommt erneut auf den Prüfstand.

Das Dax-Vorzeigeunternehmen LH AG fürchtet um den Konsolidierungskurs. Lufthansa kappte bereits wegen der schwachen Passagierentwicklung im August 2011 und den unsicheren Wirtschaftsaussichten ihre Jahresprognose. Der Vorstand gehe für 2011 nur noch von einem operativen Gewinn im oberen dreistelligen Millionen-Bereich aus, verlautbarte es aus dem Konzern. Die vom Konzern erwartete Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 876 Millionen Euro dürfte aus derzeitiger Sicht nicht mehr realisierbar sein. Die Aktien der Deutschen Lufthansa AG gerieten bereits 2011 in erste Turbulenzen. Dem LH-Management ist bewusst: nur Sparen wird bei weitem nicht reichen. Deshalb stellen sowohl Analysten wie Marktbeobachter die durchaus berechtigte Frage, wohin der Konzern Lufthansa AG steuert?

„Es ist die Pflicht eines Vorstands, sich neben den reinen Kosten auch alle anderen Szenarien, die möglich sind, anzuschauen”, erklärte LH-Vorstand Christoph Franz. Eine Aussage, die allerdings viel Raum für Spekulationen lässt. Konzernweit verbuchte Lufthansa AG in 2010 mit ihren gut 117.000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von 27,3 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von 876 Mio. Euro. Nun zu den aktuellen Fakten:

• Tochtergesellschaften: Die Lufthansa Tochtergesellschaften German Wings, British Midland, Austrian uns Swiss schrieben für das Jahr 2011 Verluste auf der Europastrecke in der Größenordnung eines dreistelligen Millionenbetrages. Pläne, die Billigflieger Germanwings mit British Midland (BMI) und der österreichischen AUA zu einen neuen, größeren Billiganbieter zu formen, um andere Low-Cost-Carrier wie Ryanair bzw. Easyjet auf Abstand zu halten, wurden zurückgestellt, die EU hat jetzt den Verkauf von der Tochter British Midland genehmigt.

• Altersversorgung der Mitarbeiter, Stichwort: Deferred Compensation. Das Oberlandesgericht Stuttgart (Beschluss v. 22.08.2011 – 2 UF 103/11) hatte aktuell in einem Musterprozess über betriebliche Altersvorsorgeansprüche bei der LH AG zu entscheiden gehabt. In dem Prozess ging es nicht nur um das vom Amtsgericht berücksichtigte Anrecht auf die LufthansaBetriebsrente mit einem Ausgleichswert von 19.680,27 Euro. Es ging zudem um mehrfache Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung im Versorgungsausgleich. Durch den Ausgleich des Anrechts – Deferred Compensation – entsteht kein unverhältnismäßiger Verwaltungsaufwand bei der Deutschen Lufthansa AG als Versorgungsträger.

Zudem hat diese sich selbst nicht gegen einen Ausgleich ausgesprochen, was im Rahmen der Ermessensentscheidung ebenfalls zu berücksichtigen ist4. Da die Deutsche Lufthansa AG für das Anrecht die externe Teilung beantragt hat, erschöpft sich der ihr entstehende Verwaltungsaufwand in der Auszahlung des Ausgleichswertes an die Zielversorgung und in der Erfassung und Berücksichtigung des Versorgungsausgleichs im Versorgungskonto des Antragsgegners. Da die LH AG bereits aufgrund der externen Teilung der Lufthansa-Betriebsrente zu deren Ausgleich durch Zahlung an denselben Zielversorgungsträger verpflichtet ist, entsteht ihr durch den externen Ausgleich des zweiten Anrechts ersichtlich kein nennenswerter Verwaltungsaufwand.

Darüber hinaus ist das Entstehen einer Splitterversorgung auf Seiten der Antragstellerin ausgeschlossen, weil die Ausgleichsbeträge für die betrieblichen Anrechte im Wege der externen Teilung (ohne Abzug von Kosten) insgesamt an einen Zielversorgungsträger zur Begründung eines Vertrages über eine Basisversorgung überwiesen werden. Bei einer Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersversorgung (arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung, auch Deferred Compensation genannt) verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehalts zugunsten einer Altersvorsorgezusage. § 1 Abs. 1 Nr. 3 BetrAVG fordert, dass künftig fällige Entgeltbestandteile in eine wertgleiche Zusage umgewandelt werden.

• Viele Piloten, viele Wünsche: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) kippte die bisherige tarifvertragliche Altersgrenze bei den Piloten der Lufthansa. Mit Urteil vom 13.9.2011, Az. C-447/09, hat der EuGH eine tarifvertragliche Altersgrenze als unwirksam angesehen, weil sie altersdiskriminierend sei. Für die betroffenen Piloten bedeutet dies: weiterfliegen bis 65 und für Lufthansa heißt dies weiterzahlen.

• Viele Kosten, wenige Konzepte: Infolge der Flugticketsteuer stieg der operative Verlust bei LH Tochter Germanwings im ersten Halbjahr 2011 um fast 18 % auf 46 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um 10 % auf 293 Millionen Euro zulegte. Kleiner Trost: Germanwings produziert zu niedrigeren Stückkosten als Lufthansa. Stark belastet haben das Geschäft des LH Konzerns auch die Atomkatastrophe in Japan und die Unruhen in Nordafrika. Der operative Gewinn liege noch bei 3 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war hingegen noch ein Verlust von 171 Millionen Euro angefallen, was seine Ursachen unter anderem in der Vulkan-Aschewolke hatte, die damals die den Flugverkehr tagelang lähmte, zudem streikten auch noch die Piloten. Der Konzernumsatz zog in der ersten Jahreshälfte 2011 um 11 % auf 14,1 Mrd. Euro an und insgesamt stieg die Zahl der Fluggäste um 10 % auf 50,2 Millionen. Japan, Libyen, Aschewolke, Kerosin-Kosten treffen allerdings zwar nicht nur die Lufthansa AG, aber auch der Dax-Konzern LH AG muss diese Kostenlast managen.

Der Wettbewerbsdruck besteht vor allem im Verhältnis zu den international agierenden Low-Cost-Carriern. Kostendruck entsteht infolge weiterer Belastungen, etwa aufgrund Regierungsauflagen, Steuern und Gebühren sowie der unterschiedlichen Verkehrsrechte zwischen den einzelnen Staaten. Wenn weitere unvorhergesehene Ereignisse hinzukommen, wie beispielsweise Flugverbote wegen einer Vulkan-Aschewolke im Mai 2001, erhöht sich der Kostendruck. Hinzu kommt noch, dass ab 2012 alle Flüge, die von Flughäfen innerhalb der EU starten oder auf Flughäfen in der EU landen, dem EU ETS unterliegen. Dies bedeutet, dass die CO2-Emissionen dieser Flüge bis 2020 um mindestens 20% ihres Niveaus von 1990 reduziert werden müssen.

Auf der Kurzstrecke drückt der massive Wettbewerb mit Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet die Margen. Die haben sich auf die Kurzstrecke konzentriert, fliegen von Punkt zu Punkt. Die Flugzeuge sind ständig in der Luft und verdienen Geld. Ein solches Modell ist für die Lufthansa-Kernmarke nicht möglich, da hier die Kurzstrecke als Zubringer für die Langstrecke genutzt wird, die Flugzeuge deshalb länger am Boden sind. Kosteneinsparungen allein reichen nicht. Zwar wurden alle 50-sitzigen Flugzeuge ausgemustert und gegen größere Maschinen ausgetauscht, die pro Passagier geringere Kosten verursachen. So konnten die Stückkosten im Europaverkehr beispielsweise im Jahr 2010 um 14 % gesenkt werden. Analysten und Bilanzbuchhalter wissen hingegen, dass mindestens das doppelte Einsparvolumen generiert werden muss, um wieder im Europaverkehr profitabel zu sein.

Auch besondere Faktoren, wie etwa das Nachtflug- und Ladeverbot auf Verkehrsflughäfen wie Frankfurt Rhein-Main, können den Kostendruck auf die LH zunehmend weiter erhöhen. Laut LH AG dürfte die CARGO-Tochter das Nachtflugverbot im Jahr mindestens 40 Mio. Euro kosten. Das sei mehr, als er erwartet habe, kommentierte die LH AG. „Wir können unser Zentrum in Frankfurt und die Umladungen dort nicht verlegen“, sagte der Lufthansa-Cargo-Vorstandsvorsitzende Ulrich Garnadt derzeit noch. Die richtige Managementstrategie wird für den Lufthansa Konzern jetzt darüber entscheiden, wie zukunftsfähig die LH AG aufgestellt wird, um die kommenden Turbulenzen in der heutigen, schwierigen Marktlage weltweit zu meistern.

Hierzu gehört auch, dass die LH AG unter Umständen dem Land Hessen und FRAPORT die „rote Karte“ im CARGO-Geschäft zeigen muss und damit auf einen anderen Standort ausweicht, wo es heißt: „Herzlich Willkommen LH CARGO!“ Sandro Valecchi

VW, Daimler, BMW und Porsche – in Erwartung froher Kunde !

Heute werden nach mal wieder die Zahlen für den Gesamtfahrzeugabsatz in den USA bekannt gegeben. Nach den zuletzt eher nüchternen Prognosen der Profis, was den europäischen Markt anbelangt, könnten die Absatzzahlen des abgelaufenen Monats März in Amerika für neuen Schwung bei den Autoaktien sorgen. Denn Marktbeobachter rechnen grundsätzlich mit weiter steigenden Automobilverkäufen, da die Amerikaner wohl schon seit Monaten dazu neigen den geplanten Neuwagenkauf nun wegen der extrem hohen Benzinpreise vor zu ziehen. Laut Branchenberichten ist der Trend hin zu spritsparende Modelle ungebrochen. Davon profitieren insbesondere auch die ausländischen Hersteller aus Asien und Europa.

Aber auch die bessere wirtschaftliche Lage in den USA und eine wieder zunehmende Kreditverfügbarkeit haben im letzten Quartal zu deutlich mehr Kauflaune bei den Amerikanern geführt. So verkündete heute beispielsweise die zur Chrysler Group gehörende Fiat S.p.A., dass der Absatz in den USA im vergangenen Monat um 34 Prozent auf 163.381 Einheiten zugelegt hat. Dabei handelt es sich um das beste Ergebnis seit vier Jahren. AutoNation, der größte Händler von Neu-und Gebrauchtwagen meldete ebenfalls bereits im Vorfeld der Zahlen dass man den Absatz um 15 Prozent steigern konnte. Interessant hierbei ist das insbesondere der Absatz europäischer Fahrzeuge, und hier insbesondere das Luxussegment konnten weiter gut zulegen.

Diese Fakten lassen also durchaus darauf schließen dass die deutschen Automobilhersteller weiter auf dem Vormarsch sind. Ich gehe somit davon aus dass wir bei der Veröffentlichung der Daten keine negativen Überraschungen erleben werden. Die deutschen Premiumhersteller VW, Daimler, BMW und Porsche sollten auch im März weiterhin starke Zahlen geschrieben haben. Somit könnte es heute durchaus eine interessante Anlageidee sein die Titel der Autobauer bei Schwäche wieder kurzfristig ins Depot zu nehmen…

Und China wächst doch kräftig…Zykliker wieder kaufen?

Die in der letzten Woche gesehenen Umschichtungen, aus den anderen Anlageklassen rein in die Aktienmärkte, sollten in diesem Jahr dafür Sorge tragen dass 2012 ein freundliches Börsenjahr wird. Neben den Liquiditätsspritzen der Zentralbanken wird dieser Prozess der Umschichtung des Kapitals aus den Anleihe- und Rohstoffmärkten, der nun offenbar begonnen hat, noch über Monate unterstützend auf die Märkte wirken. Was nicht heißen soll dass es nicht zwischenzeitlich auch mal einen Rücksetzer geben kann! Insbesondere die Unsicherheiten über den weiteren Wachstumskurs Chinas dürfte dabei eine ganz wesentliche Rolle spielen. Gestern wurde bekannt dass der Einkaufsmanager Index Chinas im Februar überraschend deutlich zulegen konnte. Die Daten zeigen an, dass es der chinesischen Industrie offenbar deutlich besser geht als bisher angenommen. Und damit sollten insbesondere die konjunktursensitiven Werte wieder etwas freundlicher in diese Woche starten.

Einer der zentralen Punkte für die kommenden Monate wird die konjunkturelle Entwicklung in den USA sein. Die US Industrie gewinnt zusehends an Stabilität. Die US-Auftragseingänge langlebiger Güter folgen dem Frühindikator und konnten im Februar im Vergleich zum Vorjahr um satte 17,7 Prozent zulegen. Fed Chef Ben Bernanke wird weiter seinen Beitrag zur Erholung der US Industrie leisten und stellt die nötigen Mittel zur Verfügung, auch QE3 ist nun nicht mehr ausgeschlossen, oder besser gesagt sehr wahrscheinlich.

Die externen Störfaktoren der letzten Woche haben dem europäischen Aktienmärkten einen erneuten leichten Dämpfer verpasst, sodass das hier skizzierte Szenario eines starken Quartalsausklangs, zumindest für deutsche Aktien, vorerst nicht aufgegangen ist. In Amerika sieht das Bild aber immer noch deutlich freundlicher aus. Die Mittelabflüsse die wir im DAX gesehen haben dürfte auch zu einem gewissen Teil daher gekommen sein. Es spricht vieles dafür, dass amerikanische Investoren einen Teil Ihres Kapitals abziehen um dieses nun wieder verstärktim Heimatmarkt zu investieren. Die Aussichten auf eine baldige Geldspritze der FED machen diesen Markt jetzt einfach interessant.

Deutsche Aktien sind nach wie vor aber günstig bewertet und werden von einem weiteren Anstieg der US Indizes ebenso profitieren wie von den neuesten Nachrichten aus China. Kurzum, nach der Korrektur der letzten Woche hat sich noch nichts grundlegendes geändert, auch wenn man in den kommenden Wochen etwas vorsichtiger agieren sollte. Fundamental betrachtet spricht weiterhin fast alles für Aktien, aber man muss flexibel bleiben. Ich kann mir gut vorstellen dass der Auftakt in das nächste Quartals nun erst einmal von neuer Stärke geprägt sein wird.

Letztlich gehe ich aber nicht zwingend davon aus dass wir in den nächsten zwei Wochen neue Höchststände sehen werden. Viel eher ist nun eine Seitwärtsphase zu erwarten, die den DAX in einer Range zwischen 6.800 und 7.200 Punkten halten wird. Sollte die Marke von 7.182 Punkten aber nachhaltig nach oben durchstoßen werden muss man kurzfristig draufspringen, um noch den finalen Schub vor der „Sommerpause“ mitzunehmen. Dieser kann dann durchaus bis in den Bereich 7.500 oder gar 7.600 Punkte führen. Sollte uns auch dieser Kursschub noch vergönnt sein werde ich dann konsequent meine Positionen abbauen und wahrscheinlich erst im Sommer bei deutlicher Schwäche wieder kaufen.

Heute möchte ich Sie gerne noch einmal kurz auf die heute endende Wahl des „Financeblog of the Year 2012“ hinweisen, und würde mich freuen wenn Sie uns Ihre Stimme geben. Zur Abstimmung geht es hier! … Keine Angst es dauert nur fünf Sekunden 🙂

Trading Update Conti, VW, Daimler, Commerzbank, Aixtron, TUI…

Zu den einzelnen Aktien gibt es eigentlich auch nicht viel Neues zu berichten. Denn an meiner kurzfristigen Sicht hat sich nicht viel geändert. Es ist wieder deutlich mehr Volatilität im Markt und das kann durchaus eine Zusatzrendite bringen, wenn man die Positionen auch mal wieder auflöst um etwas weiter unter dann wieder einzusteigen. Die Automobilaktien sind in dieser Woche kräftig unter Druck gewesen, das wurde auch so von mir erwartet. Allerdings hätte ich gegen Ende der Woche bereits mit etwas mehr Belebung der Aktienkurse von VW. Daimler, Porsche gerechnet. Die Continental Aktie hingegen hat schon deutlich vorgemacht was hier möglich ist, wenn der Markt mal wieder ein oder zwei gute Tage haben sollte. Die Kursziele der Analysten wurden in den letzten Tagen wieder deutlich nach oben korrigiert.

Die Commerzbank Aktie ist und bleibt das Sorgenkind vieler Anleger, und das wohl auch zu Recht. Die Nachrichtenlage um die Einigung mit der EU Kommission auf eine Zerschlagung und Abwicklung der Problemtochter Eurohypo haben nicht zu dem erhofften Kursschub geführt. Sicherlich spielten hier aber vorrangig die Überlegungen der Anleger bezüglich eines griechischen Totalsausfalls, und der Probleme in Portugal uns Spanien, die übergeordnete Rolle. Grundsätzlich sehe ich die Nachrichten bei der Commerzbank äusserst positiv. Gelingt es den europäischen Politikern erneut Vertrauen in die Eurozone zu schaffen, dann sollte sich das auch im Aktienkurs der Commerzbank bald widerspiegeln. Ich habe die Position unter 1,85 Euro noch einmal vergrößert.

Aixtron hat sich in diesem Börsenumfeld eigentlich ganz vernünftig geschlagen was mich weiterhin vermuten lässt dass wir das Schlimmste bei der Aktie überstanden haben. Die Deutsche Bank ist inzwischen sehr positiv für den Titel eingestellt. Ebenso wie wir sieht man dort den Kurs bei 17,- Euro auf Jahressicht. Wir bleiben dabei auch wenn wir nochmal schwächere Tage sehen sollten. Ähnlich verhält es sich mit der Klöckner & Co. Aktie, die ehrlich gesagt die große Enttäuschung der Woche für mich war. Nachdem die Aktie des Stahlhändlers in den Tagen zuvor immer deutliche Stärke gezeigt hatte bracht der Titel dann regelrecht ein. Konjunktursorgen aus China haben den gesamten Sektor erneut belastet. Letztlich bleibt aber die Tatsache das die KlöKo Aktie auf Cash Niveau notiert. Kurse um die 10,- Euro werde ich deswegen zum Nachkauf nutzen.

Veolia läuft einfach. Der Rücksetzer bis auf 12,20 Euro wurde bereits wieder gekauft. Sollten wir in Kürze einen weiteren Anstieg bei den Indizes sehen rechne ich damit dass sich die Aktie über der 13,- Euro Marke etablieren kann. Die Veolia Aktie bleibt einer meiner Favoriten für das Gesamtjahr. Salzgitter und Rheinmetall sind kurzzeitig per StoppLoss aus meinem Depot gewandert. Hier warte ich jetzt wieder auf eine baldige Gelegenheit zum Einstieg. TUI werde ich in den nächsten Tagen ebenfalls aufstocken. Die Nachrichtenlage hat sich deutlich verbessert. Zusätzlich gibt es hier einiges an Phantasien durch die Hapag Lloyd Beteiligung, wie ich Ihnen ja bereits letzte Woche berichtet habe.

Noch ein spekulativer Hinweis zum Abschluss. Die Aktie von Asian Bamboo hat sich inzwischen wieder von den Tiefstständen unter 10,- Euro erholt und notiert  um die 11,50 Euro. Sieht man sich den Chart etwas genauer an, erkennt man nun eine inverse SKS Formation, deren rechte Schulter gerade ausgebildet wird. Steigt die Aktie nun über 12,- Euro besteht die berechtigte Hoffnung auf wesentlich höhere Kurse. Ich bleibe investiert mit einem Kursziel von zunächst 15,- Euro.

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