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Ist die Gerry Weber Aktie jetzt wirklich ein Kauf?

Über keine Aktie wird wohl momentan so kontrovers diskutiert wie über die des Modelabels Gerry Weber. Nach der Gewinnwarnung und dem anschließendem Crash der Aktie um über 30% versucht der Markt nun fast schon verzweifelt allerlei Begründungen dafür zu finden um zu ermitteln welchen fairen Wert die Aktie denn nun haben könnte. Kräftige Insiderkäufe der beiden Familien Weber und Hardieck scheinen zusätzlich für deutliche Verwirrung bei den Marktteilnehmer zu sorgen, da der Aktienkurs dennoch immer weiter fällt. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen, denn der Abgabedruck der anderen institutionellen Anleger scheint weiterhin hoch zu sein. Das Volumen ist nach wie vor untypisch hoch, sodass die aktuelle Bewegung noch nicht abgeschlossen sein dürfte…

Die Gerry Weber Aktie nach der Gewinnwarnung

Der Chart sieht grausig aus. Kurz zusammengefasst sehen wir hier wohl gerade das berühmte fallende Messer in das man nicht (zu früh) greifen sollte. In den nächsten Tagen dürfte das 61,80er Fibonacci Retracement bei ca. 18,95 Euro zunächst einmal angesteuert werden. Jedoch ist es fraglich, ob diese Marke in dem aktuellen Marktumfeld halten wird. Verschiedene Projektionslinien im Chart deuten eher auf tiefere Kurse hin, wobei hier aktuell keine seriöse Aussage zu treffen ist, wo möglicherweise der Boden sein könnte.

Fazit: Eine Bodenbildung nach einem solchen Absturz benötigt erfahrungsgemäß etwas Zeit, weswegen man hier wohl besser nicht von sofort wieder stark steigenden Kursen ausgehen sollte. Eine technische Gegenreaktion ist natürlich jederzeit möglich und auch wahrscheinlich. Die Dynamik der aktuellen Bewegung sollte nun immer weiter nachlassen und auch die Umsätze werden sich demnächst wieder im eher normalen Bereich von ca 7 Millionen Euro Tagesumsatz einpendeln. Dennoch ist aber eher angeraten dem Schauspiel eher von der Seitenlinie beizuwohnen. Kurse unter 18,- Euro oder gar 17,- Euro würde ich hier in nächster Zeit nicht ausschließen. Danach ist die Aktie dann für langfristig orientierte Anleger vielleicht wieder interessant.

Linde – fällt die Aktie nach der Enttäuschung auf 130,- Euro?

Damit hatten wohl die wenigsten Anleger gerechnet. Die Linde Group überraschte den Markt heute mit einer kräftigen Gewinnwarnung. Die insgesamt schwache Weltkonjunktur ebenso wie der weiter verschärfte Wettbewerbsdruck machen den Unternehmen zunehmend zu schaffen. Zu dem herben Einbruch beim Betriebsergebnis führten aber  letztlich Abschreibungen auf Geschäfte in China und Brasilien. Unter dem Strich verdiente Linde somit nur 194 Millionen Euro statt der zuvor erreichten 337 Millionen Euro im gleichen Quartal des vergangenen Jahres. Auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde entsprechend nach unten angepasst. der Aktienkurs des Unternehmens gab im frühen Handel teilweise um mehr als sieben Prozent nach, konnte sich aber bereits wieder etwas erholen.

Anleger sind im Vorfeld der Zahlenvorlage offensichtlich eher von guten bis sehr guten Nachrichten ausgegangen und ließen den Aktienkurs kräftig steigen. Umso enttäuschender dürfte die heutige Bekanntgabe dann tatsächlich gewesen sein. Aus rein charttechnischer Betrachtung ist die Linde Aktie nun deutlich angezählt und eine erste Analyse mahnt deutlich zur Vorsicht.

Linde Aktie Chart Analyse

Das kräftige Down-Gap dürfte so schnell nicht wieder geschlossen werden. Viel mehr ist ein weiterer Kursrutsch unter unter das letzte Tief zu erwarten, nachdem die Aktie nun zum dritten Mal den langfristigen Aufwärtstrend (rot) nach unten verlassen hat. Ich persönlich gehe somit eher davon aus dass die heutige Erholung bei der Aktie in den nächsten Tagen wieder verkauft wird und der Titel dann unter die Unterstützung bei ca 145,- Euro fällt. Ein weiterer Kursrutsch bis auf ca. 135,- Euro, respektive ca. 130,- Euro dürfte die neuen Nachrichten dann ausreichend eingepreist haben. Rein rechnerisch würde das Kursziel gar bei ca 129,- Euro liegen. Spätestens an diesem Punkt  ist die Linde Aktie dann für längerfristig orientierte Investoren u.U. wieder ein Kauf.

Vossloh – Die vergessene Aktie mit viel Potenzial

Wir haben kürzlich hier auf Investors Inside im Kommetar-Bereich über die Vossloh Aktie gesprochen. Heute war es dann soweit. Die Aktie hat das angepeilte Kursziel mustergültig abgearbeitet und danach wieder nach oben gedreht. Diese Bewegung führte für mich persönlich auch automatisch zum ersten Kauf der Aktie. Nicht nur das ich davon ausgehen, dass der Kursverfall bei dem Schienendienstleister völlig überzogen war, sondern auch gewisse politische Gegebenheiten und natürlich die voranschreitende Restrukturierung des Konzerns, lassen mich erwarten, dass das Unternehmen bald wieder zu alter Stärke zurück finden wird.

Wie man im langfristigen Chart der Vossloh Aktie deutlich sehen kann, hatten die Aktionäre zuletzt nicht allzu viel zu lachen und mussten eine stetigen Kursverfall zusehen. Dies lag hauptsächlich an den zunächst unerwartet hohen Kosten der Restrukturierung des Konzerns, sowie eine veränderte Risikobeurteilung. Heute nun hat die Aktie nicht nur den unteren Bereich des Abwärtstrends getestet sondern auch die Unterstützungslinie bei ca. 44,89 Euro bestätigt. Eine Trendwende mit Kurs auf  die hier rot eingezeichnete Aufwärtstrend-Linie erscheint nun wieder möglich, wobei man wohl erst bei Kursen über 49,- Euro wieder von Entspannung reden kann. Eine erste Hürde wäre aber mit dem Verlassen des kurzfristigen Abwärtstrends bei ca. 46,65 Euro bereits genommen.

Vossloh Chart Analyse langfristig

Im ersten Halbjahr diesen Jahres erzielte der Konzern, bedingt durch diese Maßnahmen somit ein negatives EBIT in Höhe von 145,4 Millionen Euro, nachdem im gleichen Zeitraum des Vorjahres hier noch ein Gewinn von 12, 1 Millionen Euro in den Büchern stand.  Der Umsatz hingegen konnte um 2,2 Prozent auf 626 Millionen Euro gesteigert werden, ebenso wie die Auftragseingänge, die um 12,4 Prozent auf 661,6 Millionen Euro anstiegen. Der Auftragsbestand lag gar um 15,8 Prozent höher bei knapp 1,8 Milliarden Euro. Also insgesamt kein schlechtes Zahlenwerk, lässt man die Sonderposten mal kurzzeitig ausser Acht…

Das bundesweit teilweise stark renovierungsbedürftige Schienennetz und die von Regierungsseite geäusserten Überlegung bezüglich einer baldigen Sanierung, sollte die Aktie auf mittelfristige Sicht nun wieder beflügeln. Ob und in welchem Umfang Vossloh von dieser Entwicklung profitieren kann bleibt allerdings noch offen. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Marktführer ein ordentliches Stück vom Kuchen abbekommt, ist aus meiner Sicht nun deutlich gegeben. Die Restrukturierung sollte zudem bald abgeschlossen sein und die kommenden Bilanzen nicht mehr so extrem belasten.

Die Zeche für die Sanierung des Schienennetzes zahlt mal wieder der Steuerzahler zu einem gewissen Teil. Somit stellt die Aktie nicht nur eine Möglichkeit dar die persönlichen Belastungen durch ein Investment in Vossloh Aktien abzufedern, sondern sogar davon zu profitieren 😉 Für Hintergrund weitere Hintergrundinformationen lesen Sie bitte auch den Kommetarteil zu diesem Artikel.

Südzucker – Auffällige Stärke!

So manche Kursbewegung bei einzelnen Aktien scheint in den letzten Tagen irgendwie keinen Sinn zu ergeben. So ist bspw. die Südzucker Aktie aktuell einen näheren Blick wert. Denn, der Titel befindet sich schon seit Jahren im Abwärtstrend, was nicht zuletzt dem permanenten Kursverfall des Zuckerpreises geschuldet sein dürfte. Dieser hat auch zuletzt wieder deutlich nachgegeben und nähert sich nun den letzten Tief bei 14,70, wie man in folgendem Chart sehen kann. Insgesamt befindet sich das weiße Süß weiterhin in einem sehr intakten Abwärtstrend, der weiter anhalten dürfte. Heute wird hier er langfristige Abwärstrends (schwarz) erneut von oben getestet. Ein Rutsch unter diese Linie würde wohl schnell neue Tiefstände produzieren und einen erneuten Test der unteren Begrenzung des Trends mit sich bringen:

Zucker Chart lang

Ganz im Gegensatz zu dieser Entwicklung konnte sich die Südzucker Aktie zuletzt deutlich erholen. Nicht nur dass, sondern auch an insgesamt schwachen Börsentagen zeigte der Titel immer wieder erstaunliche Stärke. Heute nun wurde durch die letzte Aufwärtsbewegung ein altbekanntes charttechnisches Muster komplettiert, das grundsätzlich auf höhere Aktiennotierungen hindeutet. Die Aktie verhält sich also komplett entgegengesetzt zu ihrem Basiswert. Dies kann zum einen diversen Medienberichten geschuldet sein, die immer wieder darauf verweisen wie „günstig“ die Aktie ist, oder lässt erwarten dass der Zuckerpreis demnächst eine Kehrtwende nach oben vollziehen wird.

Südzucker Aktie Chart Analyse

Da ich von der zweiten Variante nicht unbedingt ausgehen würde, ist die aktuelle charttechnische Situation bei der Aktie durchaus mit Vorsicht zu genießen. Die Ausbildung eines klassischen Fehlsignals – oder auch Bullenfalle genannt – liegt hier nahe. Dennoch möchte ich in diesem speziellen Fall auch eine positive Entwicklung, in Form eines bestätigten Ausbruchs nach oben, nicht gänzlich ausschließen, da die Aktie zuvor bereits so deutlich an Wert verloren hat. Hier dürfte also schon sehr viel Negatives im Kurs eingepreist worden sein, was auf der anderen Seite durchaus Spielraum für positive Überraschungen bietet.

Fazit: Die aktuelle Divergenz zwischen der Entwicklung des Zucker-Preises und der Aktie ist offensichtlich. Ein nachhaltiger Ausbruch über den Bereich um die 14,10 Euro setzt – rein rechnerisch – weiteres Potenzial von knapp 1,90 Euro nach oben frei. Ein Scheitern der aktuellen Tassen-Henkel-Henkel-Formation (Double Cup and Handle) hingegen, würde die Aktie wohl noch einmal in den Bereich des letzten Tiefs führen. Insgesamt bietet sich hier somit ein Trade auf steigende Kurse mit einem sehr engen Stop an, wenn man davon ausgeht dass die Märkte stabil bleiben und der Zuckerpreis nun wieder vom Abwärtstrend nach oben abprallt! Die zuletzt erhöhten Leerverkäufe in der Aktie durch „Egerton Capital“ und „Canada Pension Plan“ könnten dabei dann als Turbo fungieren… allerdings ist die Aktie im bereits jetzt schon etwas überkauft.

Fällt die Aktie wieder unter die hier eingezeichnete blaue Linie ist hingegen Vorsicht geboten, bzw. sollten eingegangene Positionen wohl vorerst wieder geschlossen werden.

Nordex – Jetzt oder Nie…

Interessant ist sicherlich auch inzwischen wieder das Setup bei der Nordex Aktie. Hier konnte der Kursverfall seit Juni zunächst nun gestoppt werden und die Aktie hat nun wieder eine gute Chance auf eine Trendwende. Wie bereits in dem letzten Artikel, „Nordex, keine Panik, alles ganz normal“ geschrieben wurden die charttechnisch relevanten Marken zuletzt sauber abgearbeitet. Das eigentlich interessante dabei ist aber das mögliche Kurspotenzial, dass sich aus der aktuellen Ausgangslage ergibt…

Nordex Chart mittelfristige Analyse

Die Aktie befindet sich offensichtlich in einer Keilformation, die sich demnächst in die ein oder andere Richtung auflösen wird. Ich würde hier nun grundsätzlich eher vom positiven Fall ausgehen, da bei der Betrachtung der aktuellen Nachrichtenlage um das Unternehmen, das schlechte letzte Quartal lediglich ein Ausrutscher gewesen sein dürfte und für die kommenden Berichtszeiträume deutlich bessere Ergebnisse zu erwarten sind. Insgesamt bietet ein Trade auf steigende Kurse bei der Nordex Aktie somit wohl ein durchaus günstiges Chance-Risiko-Verhältnis.

Strategie: Ein Anstieg über das letzte Hoch und 38er Fibonacci Retracement (bei 14,315 Euro) liefert nun den ersten Hinweis dafür, dass der Ausbruch demnächst klappen sollte. Weiter steigende Kurse bis an oder über die Marke von 15,10 Euro setzen dann aus charttechnischer Sicht Potenzial bis in den Bereich der alten Hochstände um die 17,- Euro frei.

Für Trader bietet sich an die hier eingezeichnete schwarze Linie als Orientierung für einen Stopp zu benutzen, womit das Risiko doch sehr überschaubar sein dürfte. Für mittelfristig orientierte Anleger sind die Pivot-Punkte entscheidend, die ich hier mittels einer blauen Linie gekennzeichnet habe. Auch hier ist das Risiko mit knapp einem Euro pro Aktie durchaus erträglich. Unter 12,86 Euro sollte man also spätestens die Reißleine ziehen wenn der Trade nicht aufgeht.

Deutsche Bank – Geht sie doch noch runter bis 22,- Euro?

Die leichte Erholung der letzten Tage bei der Aktie der Deutschen Bank hat sich mal wieder als nicht nachhaltig erwiesen. Während die amerikanischen Branchenkollegen weiterhin ungehemmt viel Geld verdienen kämpft das deutsche Bankhaus weiterhin mit seinen Altlasten. Immer neue Probleme und Ärger mit verschiedensten Aufsichtsbehörden lassen den Aktienkurs einfach nicht zur Ruhe kommen. Inzwischen hat sich nun auch das charttechnische Bild wieder deutlich eingetrübt. Der Slow Stochastic Indikator signalisiert schon seit Tagen wieder eher fallende Kurse und der MACD ist kurz davor diesem Vorbild zu folgen. Ein Unterschreiten der zuletzt erreichten Tiefstände würde somit wohl deutliches Abwärtspotenzial freisetzen….

DB Aktie Chart Analyse

Fazit: Der zuletzt erfolgte Ausbruch aus der abwärts gerichteten Keilformation erfolgte indem eine Kurslücke bei ca 25,45 Euro gerissen wurde. Diese gilt es nun kurzfristig offenbar zu schließen und danach schnellstens wieder in den hier im Chart neu eingezeichneten Trendkanal zurück zu gelangen. Gelingt dies nicht, muss man diese Formation wohl als Bärenflagge interpretieren, die dann Kurse von zunächst 25,- Euro, später sogar unter Umständen 22,- Euro zur Folge hat. Gelingt hingegen heute wieder die Trendwende nach oben, besteht grundsätzlich eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir dem nächste einen erneuten fest der oberen Begrenzung dieses neuen Trends sehen werden..

Commerzbank – Das sieht nicht gut aus!

Die Commerzbank Aktie ist heute erneut kräftig unter Druck und bestätigt damit einmal mehr meine Annahme das wir die Hochstände für dieses Jahr bereits gesehen haben. Bereits in meinem letzten Artikel zur Commerzbank Aktie im Mai hatte ich Ihnen geschrieben, dass es hier durchaus ein paar nennenswerte Risiken für die kurzfristige Entwicklung des Aktienkurses gibt. Seit gestern befindet sich der Markt nun in der traditionell schwächsten Phase des Jahres. Die meisten Börsenaktivisten in den USA haben Ihre Bücher vorübergehend geschlossen und genießen nun den Sommer an irgend einem Strand dieser Welt.

Es ist somit erst einmal nicht davon auszugehen dass wir nun ernsthafte Impulse in den kommenden Wochen sehen werden, auch wenn gerade die dünnen Umsätze in dieser Zeit immer wieder für die ein oder andere Überraschung gut sind. Wohl aber nicht bei der Commerzbank Aktie, die nach dem zuletzt gesehenen Bounce vom Mai-Tief inzwischen eine SKS-Formation ausgebildet hat wodurch mit der jüngsten Abwärtsbewegung nun auch der abwärts gerichtete Trendkanal bestätigt wurde. Der kurze Bounce zurück über die blaue Unterstützungslinie hat somit nicht gehalten und wurde umgehend wieder abverkauft. Damit bleibt auch weiterhin die hier eingezeichnete rote Linie der „Leitfaden“ für die künftige Kursentwicklung. Ein Test der unteren Begrenzung des neuen Trendkanals ist nun sehr wahrscheinlich geworden.
Commerzbank Aktie Chartanalyse

Wie weit kann die Aktie also noch fallen? Die 200-Tage Linie, die derzeit bei ca. 11,75 Euro verläuft, hat nicht gehalten, was einmal mehr als starkes Verkaufssignal gesehen werden sollte. Aus rein charttechnischer Betrachtung besteht hier nun weiteres Abwärtspotential bis in den Bereich um die 9,50 – 9,75 Euro. Dabei bietet das 50er Fibonacci Retracement bei ca 10,- Euro die erste nennenswerte Unterstützung. Weitere Haltemarken sind bei 9,38 Euro und knapp unter 9,- Euro zu finden. Hier würde ich einen neuen Einstieg für durchaus sinnvoll halten, wenn der Gesamtmarkt dann wieder mitspielt. Bleiben Sie also geduldig!

Die spannende Frage in diesem Zusammenhang ist natürlich auch die, nach der kurzfristigen Entwicklung des Gesamtmarktes… Der gestrige Handelstag hat zunächst einmal ein idealtypisches Muster einer klassischen Bullenfalle hinterlassen. Können durch die heute startende US Berichtssaison nicht neue – und sehr positive – Impulse gesetzt werden, dürften wir die hier genannten Kursziele bei der CoBa Aktie schneller sehen als so manchem Dauerbullen lieb ist. Ich weiß ich wiederhole mich, aber gerade bei solchen Aktien sollten Anleger in den kommenden Wochen deutlich mehr Vorsicht walten lassen, und lieber den Sommer genießen, als vermeintlich günstig neu einzusteigen. Die richtigen Kaufkurse kommen dann wenn der Markt sich einmal kräftig geschüttelt hat…!

Commerzbank – Es wird eng für die Bullen

Die Commerzbank konnte heute auf den ersten Blick besser als erwartete Zahlen verkünden. Deutschlands zweitgrößte Bank konnte erneut schwarze Zahlen für das abgelaufene Quartal vorweisen. Unterm Strich verblieben rund 200 Millionen Euro Gewinn, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust in Höhe von 98 Millionen Euro angefallen war. Dennoch ist die Aktie heute kräftig unter Druck und nähert sich damit einem aus charttechnischer Sicht kritischen Bereich. Analysten hatten im Vorfeld der Veröffentlichung mit knapp 231 Millionen Euro Überschuss gerechnet.

Positiv war auch der weitere Abbau der Immobilien-, Schiffs- und Staatskredite auf den ersten Blick. Zum Ende des Quartals schlummerten noch Papiere im Umfang von knapp 102 Milliarden Euro in der Bilanz der Bad Bank, was 14 Milliarden weniger als noch drei Monate zuvor ist. Der Bestand von Krediten und Papieren ist somit innerhalb eines Jahres um 29 Prozent gesunken, was durchaus eine sehr respektable Leistung ist. Allerdings rührt ein Teil der jüngsten Verbesserung auch hier nur daher, dass  das Management einige Wertpapiere und Schuldscheindarlehen wieder in die Kernbank überführte. Bis zum Jahr 2016 will die CoBa hier „nur“ noch 75 Milliarden Euro in den Büchern stehen haben…!

CoBa Chart mit Trends

Die charttechnische Lage bei der Aktie bleibt nach dem heutigen Kursrücksetzer angespannt. Auch wenn die Aussichten auf eine weitere Erholung und Gesundung der Bank durchaus gegeben sind muss man das aktuelle Chartbild mit etwas Vorsicht genießen. Mit dem heutigen Rutsch unter die Unterstützung bei ca. 12,60 Euro gerät nun die massive Unterstützungszone um die 11,86 Euro wieder in den Fokus der Anleger. Hält diese nicht, besteht weiteres deutliches Abwärtspotenzial. Als Orientierungshilfe für dann mögliche Kursziele dient die hier eingezeichnete rote Linie.

Bleibt die Commerzbank Aktie hingegen in den hier eingezeichneten blauen Trendkanal dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass wir demnächst einen erneuten Anlauf auf die Oberseite dieses Seitwärtstrends sehen werden. Die kurzfristige Marschrichtung ist somit relativ klar. Interessierte Anleger kaufen unter 12,-Euro (11,85 bis 11,95) mit Kursziel bei knapp 14,- Euro. Engen Stopp unterhalb des letzten Verlaufshochs bei 11,83 Euro unbedingt beachten! Dann u.U. auf die Short-Seite wechseln!?

Tesla mit dem Mut zur Lücke – Wie weit fällt die Aktie?

Die heute schon erwähnte Tesla Aktie möchte ich kurz noch einmal aus charttechnischer Sicht beleuchten. Wie schon erwähnt hielt ich den letzten Kursanstieg bis auf 265,- für zu schnell und vor allem zu steil und fundamental wenig begründet. Wie man in folgendem Chart sehen kann laufen Trends dann zwar immer länger als man denkt, aber irgendwann kehrt die Realität wieder zurück und Übertreibungen werden korrigiert. Für mich war also nicht die Frage das die Tesla Aktie nachgeben würde, sondern viel mehr ab welchem Niveau und wann. Nun fällt der bisherige Rücksetzer bislang eher noch verhalten aus, was mich zu der Frage bringt wo diese Bewegung enden könnte. Wie so oft bei meiner persönlichen Trading-Strategie, spielen Kurslücken dabei eine gewisse Rolle:

Tesla Aktie offene Gaps

Wie man deutlich sehen kann befinden sich gerade im Tesla Chart noch einige offene Gaps (rote Kreise), die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit irgendwann noch geschlossen werden dürften. Die letzte Kurslücke wurde bei 218,- Dollar gerissen und stellt aus meiner Sicht auch das heutige Minimalziel der aktuellen Korrekturbewegung dar. Auch das Schließen des zweiten großen Gaps unterhalb der 200,- Dollar Marke halte ich kurzfristig für sehr wahrscheinlich, um ein wenig der zuvor in den Chart gepumpten heißen Luft wieder abzulassen.

Bitte verstehen Sie mich hier nicht falsch – nicht alle Gaps werden immer geschlossen, zudem ist ein Up-Gap grundsätzlich ein sehr bullishes Zeichen und gerade bei einer Momentum-Aktie wie Tesla ist ein spontaner Richtungswechsel jederzeit wieder möglich. Dennoch treten solche Kurslücken gerade in Endphasen von Übertreibungen verstärkt auf und werden dann auch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von weit über 80 Prozent zeitnah wieder geschlossen. Entscheidend dabei ist auch die Größe der gerissenen Kurslücke. Kleinere Gaps in linearen Aufwärtsbewegungen kann man nach meiner Erfahrung durchaus vernachlässigen – größere eher nicht!

Ein weiteres nennenswertes Gap liegt im Übrigen bei 124,- Dollar, aber ich fürchte auf die Schließung werden wir noch etwas warten müssen…!

Trendwende beim Euro? – Gold-Anleger zeigen Nerven

Gestern war mal wieder ein äusserst interessanter Börsentag. Nicht nur die Rally bei BMW war beindruckend, sondern die Reaktion des Marktes auf ein Ereignis das längst eingepreist sein sollte. Janet Yellen hat wie erwartet das Tapering-Program Ihres Vorgängers, mit einer Reduktion um weitere 10 Milliarden Dollar fortgeführt, womit die monatlichen Wertpapierkäufe der FED nun inzwischen auf 55 Milliarden Dollar geschrumpft sind. Das war so erwartet worden und dennoch gab es kräftige Kursbewegungen im Anschluss an Ihre Rede. Die US Indizes gaben nach und konnten diese Bewegung auch (ausnahmsweise) nicht bis zum Handelsende wieder ausbügeln, auch wenn hart daran „gearbeitet“ wurde! Gold erhielt einen kräftigen Dämpfer und fiel deutlich, was aus meiner persönlichen Sicht genauso viel Sinn macht wie ein immer noch unnatürlich starker Euro.

Apropos Euro… eigentlich weiß niemand so genau warum der Euro in der letzten Zeit eine so deutliche Stärke gegenüber dem Dollar zeigt. Viele Fachleute zermartern sich den Kopf darüber aber niemand scheint eine wirklich passende Antwort auf dieses Phänomen zu haben, und spätestens seit dem Ausbruch der Krim Krise fehlen den meisten Analysten jegliche Worte über die dennoch weiter steigende europäische Währung. Da ist der Erklärungsversuch von Wirtschafsweisen Peter Bofinger noch der plausibelste. Bofinger verglich Anleger schlicht mit einer Schafherde die in eine Richtung läuft bis die gesamte Herde dann irgendwann wieder die Richtung ändert. Nicht unbedingt die Weisheit schlechthin, aber es ist wohl so – im Übrigen ein Phänomen dass man auch bei vielen Aktien beobachten kann. Fundamentale Bewertungen spielen eine eher untergeordnete Rolle…!

Chart EUR-USD langfristig

Letztlich hat sich der Euro nun endgültig als eine der drei oder vier wichtigsten Weltwährung etabliert, die aus meiner persönlichen Sicht momentan einfach so stark ist, weil fast alle anderen Währungen immer schwächer werden. Der Euro scheint also momentan noch die beste Option von allen möglichen zu sein, was sich seit gestern aber wieder etwas zu Gunsten des Dollar verlagert hat. Es ist langfristig betrachtet also eher die Wahl zwischen Pest und Cholera und man darf durchaus gespannt sein wann und ob die Schafherde die Richtung wieder wechseln wird. Nach der Notenbank Sitzung gestern gab es den ersten nennenswerten Rücksetzer beim Euro, der angesichts der charttechnischen Lage unbedingt intensiv beobachtet werden sollte.

Dieser Gedanke bringt mich letztlich wieder zurück zum Gold, der Weltwährung die im Gegensatz zu allen Papierwährungen dieser Welt langfristig immer einen gewissen Wert behält. Gold verlor gestern erneut deutlich, was ebenso irrational sein dürfte wie die Stärke des Euro. Anleger „befürchten“ ein Ende der bisherigen Zinspolitik, nachdem Janet Yellen angedeutet hat, dass man die Zinsen eventuell in der ersten Jahreshälfte 2015 anheben könnte, wenn der Arbeitsmarkt und die Inflationsraten mitspielen!

Für meinen Geschmack enthalten solche Sätze doch etwas viele Variable auf die man keinesfalls eine Anlagestrategie aufbauen sollte. Jedem aufmerksamen Beobachter dürfte auch klar sein, das Zinserhöhungen dann nur in sehr homöopathischen Dosen erfolgen können und somit auch die möglichen Auswirkungen auf  die Goldpreisentwicklung eher bescheiden ausfallen werden. Mal ganz abgesehen davon dass es keine dauerhaft belastbare Korrelation zwischen Zinsen und Gold gibt ebenso wie es keine solche Korrelation zwischen Gold und dem Aktienmarkt gibt. Historische Daten beweisen dies eindrucksvoll…!

Gold Chart März 2014

Insgesamt war es eine äusserst ungesunde Mischung von Nachrichten die zu diesem deutlichen Rücksetzer beim Goldpreis geführt hat. Zusammen mit dem kürzlich erfolgten Statement der Analysten von Morgan Stanley, die einen erneut tieferen Goldpreis prognostizieren, kam es aber zu einer entsprechend heftigen Reaktion, die das gelbe Edelmetall nun in den Bereich um die 1.330,- Dollar geführt hat. Eine weitere Meldung die bereits vor der FED Sitzung im Tagesverlauf veröffentlicht wurde sorgten ebenfalls für Verunsicherung unter Goldanlegern. So wird aktuell befürchtet, dass das seit 15 Jahren bestehende Goldabkommen der (damals noch) 15 europäischen Zentralbanken eventuell nicht mehr verlängert werden könnte. In diesem Abkommen wurde damals beschlossen, dass innerhalb von fünf Jahren von allen europäischen Notenbanken zusammen nicht mehr als die maximale Menge von 400 Tonnen Gold verkauft werden darf. Die Verhandlungen über eine Verlängerung dieses Abkommens laufen aktuell.

Wie man dem Goldchart entnehmen kann ist aus rein charttechnischer Sicht nicht allzu viel passiert. Der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt und selbst ein Rücksetzer bis in den Bereich um die 1.300 er Marke wäre noch nicht allzu dramatisch. Kurzfristig gehe ich davon aus dass der Goldpreis nicht nachhaltig unter 1.320,- Dollar fallen sollte. Eine Gegenreaktion nach den starken Verkäufen gestern scheint überfällig zu sein.

Es kann also durchaus sinnvoll sein sich auch bei den Goldminen-Betreibern nun wieder etwas umzusehen, wenn man den ersten Anstieg verpasst hat. Der heutige Handelstag, ebenso wie der Hexensabbat morgen, werden nun Aufschluss darüber geben ob es sich hierbei um eine nachhaltige Trendwende handelt oder eben nur eine kurze Konsolidierung der starken Gewinne seit Dezember. Ich persönlich gehe weiterhin davon aus dass Gold  und Goldaktien die besten Tage in diesem Jahr noch vor sich haben. Wer es also schafft, trotz des medialen Drucks einfach seiner Strategie zu folgen sollte am Ende dafür belohnt werden..!

Meistgesucht

  • börsenbewertung overweight

JA Solar, Yingli, Trina, Canadian Solar und Jinko Solar – Erst einmal Pause machen!

Gestern konnte das chinesische Solarunternehmen JA Solar überraschend gute Zahlen vorlegen und beflügelte damit einmal mehr den gesamten Sektor. Dabei waren die gelieferten Daten alles andere als berauschend, bedenkt man das es JA Solar nun erstmalig seit 10 Quartalen gelungen ist überhaupt wieder einen kleinen Gewinn auszuweisen. Der Umsatz wurde im Berichtszeitraum auf 357 Millionen Dollar gesteigert, Analysten hatten hier einen Wert von 292 Millionen Dollar erwartet. Der Gewinn legte auf 0,16 Dollar je Aktie zu, was auch dank einer deutlich verbesserten Bruttomarge von numehr 15 Prozent möglich war. Aus meiner Sicht noch ein Grund in Euphorie zu verfallen, solange sich dieses Ereignis möglicherweise als Eintagsfliege entpuppen könnte. Eine Bestätigung dieser positiven Tendenz steht also noch aus, bzw. muss mit den nächsten Quartalszahlen geliefert werden. Erst dann kann man wohl von einem „echten“ Turnarround ausgehen..!

Der Markt ließ sich im späteren Handel das Zahlenwerk offensichtlich auch noch einmal durch den Kopf rauschen, die Tagesgewinne wurden fast vollständig wieder abgegeben, und die Aktie schloss letztlich mit einem kleinen Plus von nur noch zwei Prozent. Zuvor konnte der Titel um über 10 Prozent in die Höhe schießen und zog somit auch den gesamten US-Solarsektor mit nach oben. Trotz aller Skepsis muss man hier wohl anerkennen, dass die Aktie nun aus dem abwärts gerichteten Trendkanal nach oben ausgebrochen ist, wenn auch bislang nur sehr knapp und wenig überzeugend. Ein Rückfall unter die 11,- Dollar Marke macht das Szenario umgehend wieder hinfällig. Der heutige Handelstag dürfte somit deutlich mehr Aussagekraft haben als die Erstreaktion gestern!

Aus meiner Sicht bleibt hier nun festzuhalten, dass die Dynamik in dem gesamten Sektor zuletzt deutlich nachgelassen hat, was eine weitere Korrektur sehr wahrscheinlich werden lässt. Die ehemaligen Highflyer Jinko Solar und Canadian Solar haben beide Doppeltops ausgebildet und befinden sich seitdem auf dem Rückzug, ebenso wie die Yingli Green Energie Aktie, die den abwärts gerichteten Keil kürzlich nach unten verlassen hat. Yingli ist wahrscheinlich auch die erste Aktie aus dem Sektor die über die Klippe stürzt… Die Trina Solar Aktie ist kurz davor ebenfalls nach unten abzutauchen. Nach mehreren hundert Prozent Kurszuwachs benötigt der chinesische Solarsektor nun einfach mal wieder eine kleine Verschnaufpause, die man durchaus als gesund bezeichnen kann.

Es ist also nicht unbedingt an der Zeit sich in diesem Sektor nun noch allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, da die Wahrscheinlichkeiten für eine weiterführende Korrektur aus meiner Sicht momentan deutlich höher sind als ein starker Anstieg. Intraday-Trades machen aber, insbesondere bei der JinkoSolar Aktie, immer wieder Sinn und können auch weiterhin eingegangen werden. Nach einer nun möglichen Korrektur dürfte auch der gesamte Sektor dann wieder interessante sein.

Der Chart des Tages: Apple vor dem Ausbruch?

Heute möchte ich aus Zeitmangel nur kurz auf den, aus meiner Sicht vielversprechenden, Apple Chart verweisen. Selten habe ich in den letzten Tagen ein so interessantes Chartbild gefunden, dass sich meiner Meinung nach fast schon von selbst erklärt. Ein Ausbruch über die hier eingezeichnete Abwärtstrend-Linie würde nicht nur kurzfristig deutliches Potenzial bei der Aktie freisetzen. Auch mittelfristig rückt dann das von mir HIER gezeichnete Bild einer großen Tassen-Formation, mit Kursziel 765,- Dollar, in greifbare Nähe…

Der Gesamtmarkt konsolidiert weiterhin, sodass der Ausbruch nach oben durchaus noch etwas Zeit in Anspruch nehmen könnte. Es besteht also wahrscheinlich kein Grund für übereilte Handlungen. Der erste richtig bullishe Tag sollte aber die Entscheidung bringen. Wer sich also für die Aktie interessiert, muss sich jetzt die ultimative Frage stellen ob der richtige Zeitpunkt für ein Investment gekommen ist? Ich habe wie gesagt schon deutlich schlechtere Setups gesehen. Unbedingt beobachten!

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