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Aixtron und Klöckner – Was ist da los?

Gestern Abend gegen 21 Uhr schockte die Aixtron SE die Anleger seine Aktionäre mal wieder mit einer saftigen Warnung. In der Meldung hieß es, dass Aixtron sich mit einem chinesischen Kunden auf die Reduzierung des bereits geschlossenen Vertrages zur Abnahme von 50 MOCVD-Anlagen vom Typ AIX R6 geeinigt habe. Nunmehr sollen nur noch drei Anlagen von San’n Optoelectronics abgenommen werden. Dadurch müsse auch die Prognose für das Geschäftsjahr nun erneut nach unten angepasst werden. Der Spezialmaschinenbauer rechnet nun nur noch mit dem Erreichen der unteren Spanne der ursprünglichen Umsatzprognose. Anleger zeigten sich zu Recht entsetzt, die Aktie verlor nachbörslich bereits knapp 20 Prozent.

Beim Lesen solchen Nachrichten stellt sich dem geneigten Leser die dringende Frage, ob die Aixtron SE nun ein ernstzunehmendes „Qualitätsproblem“ hat? Offenbar war man auf der chinesischen Seite nach Auslieferung der ersten drei Anlagen nicht zufrieden mit dem was Aixtron da geliefert hat. Man darf gespannt sein ob andere Aixtron Kunden das genauso sehen, oder ob es sich hier um einen einmaligen Ausfall gehandelt hat. Möglicherweise liegt der Grund für die Rücknahme der Bestellung ja auch ganz woanders!? In jedem Fall ist die Aixtron Aktie auch weiterhin zu meiden. Das lange Warten der Aktionäre auf den Turnarround dürfte nun wohl in die Verlängerungsphase gehen… bzw. ist erneut auf unbestimmte Zeit verschoben!

Beim Stahlhändler Klöckner & Co. läuft es ebenfalls schon seit längerem nicht so richtig rund. Eigentlich kein Wunder in dem montanen Umfeld in dem Rohstoffe generell und Aktien die im entferntesten etwas damit zu tun haben, eher verkauft werden. Kurzum… das Marktumfeld hat sich für den Stahlhändler noch einmal eingetrübt, eine Besserung ist so schnell wohl nicht in Sicht. Gestern Abend gab das Unternehmen nun bekannt Abschreibungen in Höhe von 270 Millionen Euro auf das Nordamerika-Geschäft vorzunehmen. Eigentlich nicht wirklich verwunderlich, der Titel verliert aber vorbörslich über fünf Prozent.

Für das Gesamtjahr rechnet Klöckner dementsprechend mit einem Konzernverlust in Höhe von 350 bis 380 Millionen Euro. Das operative Ergebnis soll weiterhin im Bereich um die 85 Millionen Euro liegen. Im kommenden Jahr will das Unternehmen aber durch das eingeleitete Restrukturierungsprogramm wieder mit einem deutlichen Anstieg des EBITDA aufwarten. Das hören Klöckner Aktionäre aber auch schon etwas länger, ohne das Besserung eingetreten wäre… Aus charttechnischre Sicht kommt diese Nachricht mal wieder genau zur falschen Zeit, denn damit verbleibt die Aktie nun wohl ganz klar in dem seit langem bestehenden Abwärtstrend. Der mögliche Ausbruch ist erneut passé, das untere Ende des Trendkanals erneut ein mögliches Ziel!

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Linde – Kaufen bei 137,- oder 115,- Euro?

Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres hat der Linde Konzern nun seine Prognose gesenkt. Die Gründe für diesen Schritt sind vielschichtig. Zum einen macht dem Konzern die insgesamt lahmende Konjunktur zu schaffen, aber auch der Niedrige Ölpreis und rückläufige Preise im Medizin-Segment werden immer mehr zum ernsthaften Problem für Linde. Für das Jahr 2017 rechnet man nun mit einem operativen Ergebnis zwischen 4,2 und 4,5 Milliarden Euro, nachdem man zuvor noch von einem Wert zwischen 4,5 und 4,7 Milliarden Euro ausgegangen ist. Aussenden steht die angepeilte Rendite von 11-12 Prozent auf dem Prüfstand. Ein entsprechender Stellenabbau wird im Konzern offenbar bereits diskutiert…

Linde im Korrekturmodus

Der Aufwärtstrend bei der Aktie wurde mit dem gestrigen Rücksetzer deutlich nach unten verlassen. Im Moment befindet sich die Aktie somit im Bereich des 38,2 Fibonacci Retracements, welcher zusammen mit dem Verlaufshoch aus dem Januar 2012 eine relative starke Unterstützung bildet. Hält dieser Kursbereich aber nicht, muss man davon ausgehen, dass auch das 50er Fibonacci Retracement noch in greifbare Nähe rückt. Kurse um die 115,- bis 120,- Euro wären dann die Folge. Im positiven Fall gelingt es nun aber die Aktie wieder nach oben zu ziehen, bzw. auf diesem Niveau zu stabilisieren. Hierzu dürfte im Optimalfall noch der Bereich knapp unterhalb von 137,- Euro angelaufen werden, bevor dies passiert.

Linde bleibt auf lange Sicht ein interessantes Unternehmen, ich würde mich hier aber nicht darauf verlassen dass die verschiedenen Analysten mit ihren jüngst korrigierten Zielmarke richtig liegen, bzw. diese demnächst nicht noch einmal nach unten angepasst werden. Die Trendlinien deuten zumindest darauf hin, dass es hier zu einem weiteren Kursrutsch kommen könnte. Auf diesem dann erneut reduzierten Niveau wäre die Linde Aktie für mich persönlich ein klarer Kauf, auf dem aktuellen Niveau eher nur eine Halteposition, wegen der hohen Unsicherheiten.

Gewinnwarnung bei Leoni schockt die gesamte Branche…

Wer heute auf den Kurszettel schaut dürfte doch etwas verwundert sein, denn die Gewinnwarnung bei Leoni hat offenbar die gesamte Automobilbranche erfasst. Händler und Analysten zeigen sich ebenfalls geschockt, deuten die gelieferten Zahlen doch auf eine tiefer gehende Schwäche in bei den Automobil-Verkäufen hin. Die neue Handelsbilanz aus China versprühen zudem ebenfalls wenig Optimismus, was insbesondere für die Autobranche Gift ist! Leoni begründet die aktuelle Schwäche entsprechend mit einer schwächeren Nachfrage und Problemen im Bordnetz-Segment. Zudem sei der Gewinn im dritten Quartal wegen höherer Kosten deutlich eingebrochen, hieß es in der Meldung. Dieser fällt mit nur noch 30 Millionen Euro deutlich schwächer aus als zuvor prognostiziert…

Die Gesamtjahresziele für Leoni wackeln nun ebenso, da man ursprünglich von einem operativen Ergebnis in Höhe von ca. 200 Millionen Euro ausgegangen ist. Auch die Prognose für den Umsatz wurde nun von 4,8 auf 4,6 Milliarden Euro gekappt. Die EBIT-Marge soll nun deutlich unter den angepeilten sieben Prozent liegen, was für mich auch darauf hindeutet, dass gewisse Automobilhersteller hier zuletzt neu verhandelt haben könnten. Somit bleibt die Frage ob es sich bei der geringeren EBIT-Marge nun um einen dauerhaften Faktor handelt, an den sich die Aktionäre gewöhnen müssen.

Leoni mit Gewinnwarnung

Leoni ist und bleibt einer der aussichtsreichsten Zulieferer in der Automobilbranche. Die heutige Gewinnwarnung trifft aber sehr überraschend auf dem Markt, nachdem das Unternehmen erst kürzlich noch die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt hatte. Die Prognose für 2016 wird wohl ebenfalls neu überarbeitet. Der damit einher gehende Vertrauensverlust der Anleger dürfte in den kommenden Wochen schwer wiegen, weswegen davon auszugehen ist, dass die Aktie zunächst sehr volatil bleiben wird. Zumindest solange bis der Markt die neuen Daten abgewogen und eingepreist hat.

Ich persönlich gehe nun davon aus, dass zumindest das letzte Verlaufstief bei ca. 37,25 Euro noch getestet wird. Möglicherweise sehen wir auch einen weiteren Kursrutsch in Richtung des langfristigen Aufwärtstrends (hier rot eingezeichnet). Kurse um die 34,50 bis 35,- Euro sollten also in naher Zukunft bei der Leon Aktie nicht ausgeschlossen werden.

Eine alte Börsenweisheit besagt: „Kaufe einen Absturz nie am ersten Tag sondern frühestens am dritten…“ 😉

Deutz schmiert mal wieder ab…

Die Aktionäre des Motorenherstellers Deutz können einem schon richtig leid tun.. Seit Jahren kämpft sich die Aktie nach einem deutlichen Rücksetzer immer wieder nach oben um dann schlussendlich doch wieder abzustürzen. Heute ist es mal wieder soweit. Vorbörsliche Kurse signalisieren einem erneuten Rücksetzer der zunächst einmal 15% Prozent betragen dürfte. Erfahrungsgemäß dürfte es dabei aber nicht bleiben…

Der Kölner Motorenhersteller hat die Erwartungen für das aktuelle Jahr erneut deutlich nach unten angepasst. Man rechnet jetzt, wegen der spürbaren Investitionszurückhaltung der Kunden, mit einem Umsatzrückgang von ca 20 Prozent, nachdem zuvor noch ein Rückgang um „nur“ 10 Prozent in Aussicht gestellt wurde. daraus resultierend soll das Unternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis anstreben. Zuvor war hier noch ein EBIT in Höhe von ca. drei Prozent des Umsatzes erwartet worden. Zum Vergleich. Der Umsatz des Unternehmens betrug im Geschäftsjahr 2014 ca. 1,53 Milliarden Euro. Dabei wurde ein kleiner Gewinn in Höhe von 21 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die Deutz Aktionäre werden somit auch in diesem Jahr mit einer mageren Dividende auskommen müssen, die möglicherweise aus der Substanz des Unternehmens bezahlt wird. Der langfristige Chart der Deutz Aktie deutet zudem darauf hin, dass nun erst einmal wieder die Kursregionen um die 3,- Euro das Ziel der aktuellen Abwärtsbewegung sein könnten. Ersten Halt bitte möglicherweise auch die glatte Marke von vier Euro, womit die Aktie zumindest in einem – aus langfristiger Sicht – zarten Aufwärtstrend verbleiben könnte.

LPKF Laser & Electronics – Was ist da los?

Nur eine kleine Randnotiz an einem Morgen, der durchaus interessante Nachrichten zu bieten hat. Wie zu erwarten war ist die LPKF Aktie seit Monaten im Abwärtsmodus. Heute lief dann die Nachricht über den Ticker, dass der Laserspezialist seine Jahresprognose anpassen muss. Für Investors Inside Leser dürfte dies nicht überraschend kommen, da ich frühzeitig davor gewarnt hatte hier der allgemeinen Euphorie vor einigen Monaten zu folgen und blind die Empfehlung eines Börsenmagazins zu kaufen. Leider haben sich meine grundsätzlichen Befürchtungen also bewahrheitet, auch der letzte Trade-Versuch war damit noch deutlich zu früh und wurde schnell wieder abgebrochen.

LPKF Laser senkt heute, aufgrund des deutlich unter den Erwartungen liegenden Auftragseingangs, die Erwartungen für das Gesamtjahr. LPKF rechnet jetzt für das Gesamtjahr 2015 nur noch mit einem von 90 – 110 Millionen Euro ( zuvor 128 – 136 Mio. EUR). Der Break-Even-Punkt ab dem das Unternehmen Gewinne schreibt liegt bei einem Umsatz von knapp 100 Millionen Euro. Somit ist wohl nicht unbedingt von einem deutlichen Gewinn zum Jahresende auszugehen. Die Aktie notiert vorbörslich mit bis zu 14% im Minus.

LPKF Laser Chart

Aus charttechnischer Sicht dürfte die Aktie damit zunächst in dem deutlich erkennbaren Abwärtstrend verbleiben. Die nächste Unterstützung ist nun im Bereich um die 7,- bis  6,90 Euro zu finden. Hält auch diese nicht, droht ein  erneutes Abrutschen der Aktie bis in den Bereich der Tiefstände aus den Jahren 2010 und 2011 bei knapp unter 4,- Euro. Weiterhin gilt also eher „Finger weg“ von dieser Aktie. Erst eine Rückkehr über 8,50 Euro würde das Gesamtbild wieder etwas aufhellen.

Ist die Gerry Weber Aktie jetzt wirklich ein Kauf?

Über keine Aktie wird wohl momentan so kontrovers diskutiert wie über die des Modelabels Gerry Weber. Nach der Gewinnwarnung und dem anschließendem Crash der Aktie um über 30% versucht der Markt nun fast schon verzweifelt allerlei Begründungen dafür zu finden um zu ermitteln welchen fairen Wert die Aktie denn nun haben könnte. Kräftige Insiderkäufe der beiden Familien Weber und Hardieck scheinen zusätzlich für deutliche Verwirrung bei den Marktteilnehmer zu sorgen, da der Aktienkurs dennoch immer weiter fällt. Nicht unbedingt ein gutes Zeichen, denn der Abgabedruck der anderen institutionellen Anleger scheint weiterhin hoch zu sein. Das Volumen ist nach wie vor untypisch hoch, sodass die aktuelle Bewegung noch nicht abgeschlossen sein dürfte…

Die Gerry Weber Aktie nach der Gewinnwarnung

Der Chart sieht grausig aus. Kurz zusammengefasst sehen wir hier wohl gerade das berühmte fallende Messer in das man nicht (zu früh) greifen sollte. In den nächsten Tagen dürfte das 61,80er Fibonacci Retracement bei ca. 18,95 Euro zunächst einmal angesteuert werden. Jedoch ist es fraglich, ob diese Marke in dem aktuellen Marktumfeld halten wird. Verschiedene Projektionslinien im Chart deuten eher auf tiefere Kurse hin, wobei hier aktuell keine seriöse Aussage zu treffen ist, wo möglicherweise der Boden sein könnte.

Fazit: Eine Bodenbildung nach einem solchen Absturz benötigt erfahrungsgemäß etwas Zeit, weswegen man hier wohl besser nicht von sofort wieder stark steigenden Kursen ausgehen sollte. Eine technische Gegenreaktion ist natürlich jederzeit möglich und auch wahrscheinlich. Die Dynamik der aktuellen Bewegung sollte nun immer weiter nachlassen und auch die Umsätze werden sich demnächst wieder im eher normalen Bereich von ca 7 Millionen Euro Tagesumsatz einpendeln. Dennoch ist aber eher angeraten dem Schauspiel eher von der Seitenlinie beizuwohnen. Kurse unter 18,- Euro oder gar 17,- Euro würde ich hier in nächster Zeit nicht ausschließen. Danach ist die Aktie dann für langfristig orientierte Anleger vielleicht wieder interessant.

Bilfinger verspielt das letzte Vertrauen

Ich will nicht behaupten dass die jüngsten Entwicklungen bei Bilfinger vorhersehbar waren, aber man sollte sein Glück eben nicht überstrapazieren. Wie erwartet hat die Aktie, nachdem die beiden Kurslücken geschlossen wurden, nun wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Es war also richtig den Trade genau hier zu beenden und die schönen Kursgewinne einzustreichen. Gestern Abend schockte Bilfinger die Anleger erneut mit einer Gewinnwarnung, bei der Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen  zum 31.März 2015. Die Bilfinger Aktie ist heute vorbörslich bereits mit einem satten Minus von deutlich über zehn Prozent kräftig unter Druck…

Der Baudienstleister sieht seine Ziele nach einem überraschend schwachem ersten Quartal nun als nicht mehr erreichbar an. Weiterhin stellen sowohl das schwieriger gewordene Öl- und Gasgeschäft in den USA als auch das Geschäft mit Kraftwerken hierzulande die großen Probleme des Konzerns dar. Deswegen musste Bilfinger nun nach einem Vorjahresgewinn in Höhe von 47 Millionen Euro einen Verlust in Höhe von 8 Millionen Euro ausweisen. Das bereinigte Ergebnis aus fortführenden Aktivitäten lag gar bei minus 21 Millionen Euro. Der Umsatz konnte im gleichen Zeitraum leicht von 1,72 auf 1,76 Milliarden Euro gesteigert werden.

Auch die noch Mitte März bestätigte Jahresprognose wurde nun überraschend zurückgezogen. Womit die momentane Bilfinger-Führung einmal mehr bewiesen hat, wie sehr man zuvor mühsam wieder hergestelltes Anlegervertrauen mit Füssen treten kann, wenn innerhalb eines Monats solch dramatische Veränderungen auftauchen, die zuvor offenbar nicht erkannt wurden. Eine neue Prognose für das Gesamtjahr will der Dienstleistungskonzern erst wieder abgeben, sobald der Wechsel im Vorstandsvorsitz abgeschlossen ist. Erst dann könne man die Aussichten für das neue Geschäftsjahr umfassend analysieren und bewerten, hieß es in der Pressemeldung. Besser hätte man wohl nicht ausdrücken können, dass der Baukonzern momentan führungslos umherirrt…!

Korrektur 09:09 Uhr: Soeben läuft die Meldung über den Ticker, dass das Unternehmen nun offenbar doch einen neuen Chef gefunden hat, womit ich den letzten Satz meines Artikels relativieren möchte. Per H. Utnegaard wird ab 1. Juni den Posten von Interimsvorsitzenden Herbert Bodner übernehmen..!

Die Bilfinger Aktie schließt die beiden Gaps – Was kommt danach?

Wie zu erwarten war und wie ich hier auch mehrfach geschrieben habe steuert die Billfinger Aktie zielgerichtet darauf zu die beiden offenen Kürslücken, die jeweils nach einem weiteren Gewinnwarnung entstanden sind, wieder zu schließen. Das erste große Gap wurde heute zugemacht und das zweite ist nur noch wenige Cents entfernt. Man kann also davon ausgehen dass auch diese Kurslücke nun noch geschlossen wird. Die eigentlich spannende Frage ist eher was danach passieren wird…!

Die Bilfinger Aktie schließt die beiden Kurslücken

Der Anstieg der Aktie verlief zuletzt sehr dynamisch. Mit dem heutigen Kursverlauf hat sich der Trend noch einmal beschleunigt und der hier eingezeichnete Aufwärtstrend wurde dynamisch nach oben verlassen. Ich persönlich gehe nun davon aus, dass diese leichte Übertreibung nach Erreichen des Ziels (Gap Close) dann wieder korrigiert wird und die Aktie zumindest in den alten Trend zurück fällt. Gewinnmitnahmen sollten also durchaus an dieser Stelle überlegt werden. An der grundsätzlichen Situation des Baukonzerns hat sich nicht viel geändert. Der Absturz von 93,- auf knappe 40,- Euro stellte hingegen eine Übertreibung nach unten dar, die nun wieder abgebaute wurde. Bis das dritte Gap bei ca. 84,- Euro nun geschlossen wird dürfte es noch ein wenig dauern, denn dazu sind die Fundamentaldaten einfach noch zu schlecht. Der Erholungs-Trade ist damit spätestens bei ca. 61,- Euro beendet!

Stratasys mit fettem Minus – Vorsicht bei 3 D Systems, ExOne, Voxeljet

Die Stratasys Aktie kommt gestern nachbörslich kräftig unter Druck und verliert schlagartig fast 27 Prozent an Wert. Grund für diesen Kursverfall waren zum einen die enttäuschten Erwartungen bezüglich der Quartalsbilanz zum anderen aber wohl der schwächere Ausblick auf das kommenden Geschäftsjahr und die nun bereits zum zweiten Mal reduzierten Erwartungen für das Segment MakerBot. Stratasys die zunächst nur hochpreisige 3D Drucker für Industrie herstellte, hat die Firma im Jahr 2013 übernommen und wollte damit den Markt für erschwingliche 3D Drucker für den Hausgebrauch erobern. Diese Hoffnungen haben sich bislang aber keinesfalls bestätigt…

Stratasys erwartete für das nun laufende Geschäftsjahr Einnahmen im Bereich zwischen 940 und 960 Millionen Dollar und einen Gewinn von 2,07 bis 2,24 pro Aktie. Analysten hatten bislang eher mit Einnahmen in Höhe  von 1,01 Milliarden Dollar und damit einen Gewinn pro Aktie von ca 2,91 Dollar erwartet. Für das Geschäftsjahr 2014 geht das Unternehmen nun von einen Verlust in Höhe von 116 bis 129 Millionen Dollar oder 2,32 bis 2,58 Dollar je Aktie, bei Einnahmen von ca. 750 Millionen Dollar aus. Auch hier hatten sich dieFachleute deutlich mehr erhofft!

Die Nachrichten um einen der Marktführer im Segment 3D Drucker dürfte somit heute auch ihre Spuren in den Aktienkursen einiger Mitbewerber hinterlassen. Somit habe ich meine Kaufaufträge für die Aktien von ExOne und 3D Systems zunächst nach unten angepasst und warte erst einmal ab was der Tag so bringen wird. Grundsätzlich gehe ich nun aber auch davon aus, dass wir nach diesem finalen Shakeout möglicherweise einen vernünftigen Boden für künftige Gewinne mit 3D Druck Aktien ausbilden könnten. Auch wenn sich die hohen Erwartungen an die Branche in der gedachten Form nicht zu erfüllen scheinen!

Linde – fällt die Aktie nach der Enttäuschung auf 130,- Euro?

Damit hatten wohl die wenigsten Anleger gerechnet. Die Linde Group überraschte den Markt heute mit einer kräftigen Gewinnwarnung. Die insgesamt schwache Weltkonjunktur ebenso wie der weiter verschärfte Wettbewerbsdruck machen den Unternehmen zunehmend zu schaffen. Zu dem herben Einbruch beim Betriebsergebnis führten aber  letztlich Abschreibungen auf Geschäfte in China und Brasilien. Unter dem Strich verdiente Linde somit nur 194 Millionen Euro statt der zuvor erreichten 337 Millionen Euro im gleichen Quartal des vergangenen Jahres. Auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde entsprechend nach unten angepasst. der Aktienkurs des Unternehmens gab im frühen Handel teilweise um mehr als sieben Prozent nach, konnte sich aber bereits wieder etwas erholen.

Anleger sind im Vorfeld der Zahlenvorlage offensichtlich eher von guten bis sehr guten Nachrichten ausgegangen und ließen den Aktienkurs kräftig steigen. Umso enttäuschender dürfte die heutige Bekanntgabe dann tatsächlich gewesen sein. Aus rein charttechnischer Betrachtung ist die Linde Aktie nun deutlich angezählt und eine erste Analyse mahnt deutlich zur Vorsicht.

Linde Aktie Chart Analyse

Das kräftige Down-Gap dürfte so schnell nicht wieder geschlossen werden. Viel mehr ist ein weiterer Kursrutsch unter unter das letzte Tief zu erwarten, nachdem die Aktie nun zum dritten Mal den langfristigen Aufwärtstrend (rot) nach unten verlassen hat. Ich persönlich gehe somit eher davon aus dass die heutige Erholung bei der Aktie in den nächsten Tagen wieder verkauft wird und der Titel dann unter die Unterstützung bei ca 145,- Euro fällt. Ein weiterer Kursrutsch bis auf ca. 135,- Euro, respektive ca. 130,- Euro dürfte die neuen Nachrichten dann ausreichend eingepreist haben. Rein rechnerisch würde das Kursziel gar bei ca 129,- Euro liegen. Spätestens an diesem Punkt  ist die Linde Aktie dann für längerfristig orientierte Investoren u.U. wieder ein Kauf.

LPKF Laser – Wie geht es nach dem Crash weiter?

LPKF Laser schockte gestern die Daueroptimisten mit einer satten Gewinnwarnung. Der Aktienkurs rauachte daraufhin in die Tiefe und vernichtete innerhalb weniger Minuten ein gutes Viertel der Marktkapitalisierung des Unternehmens. Anstelle einer geplanten Erlösspanne zwischen 132 und 140 Millionen Euro kalkuliert das Unternehmen nun nur noch mit ca. 120 bis 125 Millionen Euro. Die erwartete Ebit Marge musste ebenfalls zurückgenommen werden und soll nun nur noch ca. 12 Prozent betragen.

Nicht das mich die Gewinnwarnung ansich überraschen würde, aber die Tatsche das seitens des Unternehmens noch im August hier enorme Verbesserungen beim Umsatz und operativem Gewinn in Aussicht gestellt wurden, muss einen schon etwas nachdenklich stimmen. Bereits damals habe ich die ausgegebenen Ziele in unserem NewsTicker wie folgt kommentiert: „LPKF Laser will 15 bis 17 Prozent Ebit-Marge im Geschäftsjahr erzielen. In den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres lag diese bei nur 3,5 Prozent. Wie soll das funktionieren?“ Auch in dem Artikel vom 21.08 habe ich vor allzu viel Optimismus bei der Aktie gewarnt.

Trotz dieser relativ einfachen Überlegung zeigten sich aber einige Analysten von den Aussichten des Unternehmens sehr überzeugt und haben somit sicherlich auch diverse Privatanleger dazu verleitet hier eine Long-Position zu eröffnen, die ja alleine durch den medialen Rummel auch anfänglich ganz gut lief. Das hier aber eine Enttäuschung nahezu vorprogrammiert, bzw. sehr wahrscheinlich war, wurde offensichtlich von vielen Anlegern außer Acht gelassen. Mann/Frau ist also einmal mehr blind der Herde gefolgt und hat keine eigenen Überlegungen hierzu angestellt. Dabei sprach der Chart doch eine ganz deutliche Sprache…

LPKF Laser Aktie Chart Analyse

Auch wenn mir das für die Anleger dennoch leid tut, lässt sich hier eine gewisse Mitschuld also nicht leugnen und es bleibt zu hoffen dass der ein oder andere daraus wenigstens etwas lernen wird. Da das Kind nun aber bereits in den Brunnen gefallen ist hilft es wenig darüber zu lamentieren. Stattdessen möchte ich gerne kurz aufzeigen, wie es hier nun weiter gehen könnte. Vorab sei gesagt, dass jetzt noch in Panik zu verfallen sicherlich keine gute Strategie und deutlich zu spät ist…!

Wie man deutlich sehen kann befinden wir uns immer noch in einem intakten Abwärtstrend und haben diesen in den letzten Monaten auch nie verlassen. Es gab also keinerlei kaufbares Handelssignal dem man hätte folgen können…! Der gestrige Test der letzten massiven Unterstützungszone bei ca. 13,37 Euro von unten war ebenfalls mustergültig bevor der Aktienkurs dann drastisch nachgegeben hat. Inzwischen befinden wir uns nun in der Nähe des 61,80 er Fibonacci Retracements bei 10,37 Euro und der Unterstützungslinie bei 10,09 Euro, die zusammen eine starke Bastion gegen weitere Angriffe der Bären bilden sollten.

Hier ist nun also der Punkt gekommen auf den ich persönlich gewartet habe. Hält das aktuelle Niveau, kann man jetzt u.U über einen antizyklischen Einstieg in die Aktie, mit dem Kursziel der oberen Begrenzung des Trendkanals nachdenken. Eine technische Gegenreaktion wäre nach den starken Kursverlusten gestern zumindest zu erwarten. Kann der aktuelle Bereich allerdings nicht verteidigt werden, wartet erst um die 8,50 Euro die nächste Auffangzone. Eher vorsichtige Anleger tun somit nun sicherlich gut daran erst einmal auf ein klares Signal zu warten, bzw. möglicherweise auch auf die Veröffentlichung der Guidance für 2015 und 2016 in ca. drei Wochen abzuwarten.

Für Trader ergeben sich hier kurzfristig aber durchaus interessante Perspektiven, denn aus meiner persönlichen Sicht sind die Chancen ab diesem Niveau nun deutlich größer als die weiteren Risiken. Ein kurzfristiger long Einstieg bei einem erneuten Re-Test der hier eingezeichneten (unteren) roten Linie könnte sich also lohnen. Seit Monaten ist aus meiner Sicht also genau dieser Punkt nun der erste wirklich interessante Einstiegszeitpunkt in die LPKF Laser Aktie, den ich für grundsätzlich kaufbar halte.

Bilfinger – Das Vertrauen endgültig verspielt?

Der Baukonzern Bilfinger kappte heute auch die bereits schon zweimal gesenkte Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Was sich zunächst wie ein schlechter Scherz liest, ist leider traurige Wahrheit. Offenbar ist das ganze Ausmaß der Misére doch größer als zunächst angenommen. Das Vertrauen der Anleger dürfte mit der heutigen Meldung zumindest auf längere Sicht zerstört sein. Da half es auch nur wenig den ehemaligen Vorstandschef Olaf Koch als Sündenbock „freiwillig ausscheiden zu lassen“, denn dieser hat das ganze Desaster sicherlich nicht alleine zu verantworten.

Die erste Gewinnwarnung erfolgte Anfang Juli diesen Jahres Erst vor knapp einem Monat hatte der Baukonzern die Prognose für den bereinigten Überschuss von 220 Millionen Euro auf nunmehr 205 Millionen Euro erneut gesenkt. Nun soll der um Sondereffekte bereinigte Gewinn, wegen anhaltender Probleme in der Energiesparte und dem Umbau der Industriesparte, noch einmal „mindestens“ auf 160 Millionen Euro fallen. Das entspricht einem satten Rückgang um mindestens 37 Prozent!

Bilfinger Chart langfristig

Nicht unbedingt diese Tatasche ansich dürfte den Aktionären sauer aufstoßen, sondern viel mehr die Informationspolitik des Konzerns, bei der innerhalb von nur 66 Tagen gleich drei Gewinnwarnungen abgegeben werden. Das schafft nicht unbedingt Vertrauen bei den Anlegern, und erweckt bei mir persönlich den Eindruck dass die Führung des Unternehmens offenbar wenig Ahnung davon hat was im Konzern so wirklich vor sich geht.

Die Aktie ist heute vorbörslich bereits stark unter Druck und notiert knapp 8,5 Prozent tiefer. Angesichts des zu erwartenden Gewinnrückgangs und des nun wohl erst einmal vollends verspielten Vertrauens,  ist das wohl noch ein ganz gutes Ergebnis. Wie bereits vor einigen Wochen hier geschrieben, erwarte ich auch  aus charttechnischer Sicht einen weiteren Rückgang des Aktienkurses bis mindestens 51,80 Euro respektive knapp unter die 50,- Euro Marke. Heute sehen wir erst einmal das dritte kräftige Down-Gap. Nur als Randnotiz: Das Zweite sieht zwar auf den ersten Blick geschlossen aus, ist aber bei genauerer Betrachtung immer noch offen!

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