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Trina, Jinko, Canadian Solar, Solarcity, Firstsolar – Droht ein deutlicher Kursrücksetzer im Solarsektor?

Nach den Trendaktien Tesla, Facebook – und anderen, wird nun offenbar die zuletzt stark gelaufene Solarbranche allmählich wieder abverkauft. Trina Solar hatte gestern eigentlich gute Nachrichten geliefert, nachdem zuvor bereits von JinkoSolar Erfreuliches zu lesen war. Dennoch ist der gesamte Sektor spätestens seit gestern massiv unter Druck, was man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen sollte. Sicherlich haben sich im letzten Jahr einige positive Dinge im Solarsektor ereignet, sodass auch ein Kursanstieg bei den Aktien aus diesem Sektor teilweise gerechtfertigt war. Die Frage ist nun wieviel von dem Kursanstieg tatsächlich gerechtfertigt war?

Insbesondere die starke Nachfrage aus dem eigenen Land, China, scheint hier die Umsätze momentan deutlich zu beflügeln, aber auch andere Nationen wie Nordamerika, Japan, und Großbritannien gehören zu den Hauptabnehmern für chinesische Solarprodukte. Die Strategie der Chinesen hat sich somit langfristig als richtig erwiesen.

Trina Solar beispielsweise hat sowohl den Gewinn als auch den Umsatz im dritten Quartal deutlich steigern können und somit zum ersten mal seit sehr langer Zeit wieder einen operativen Gewinn verkündet. Der Umsatz konnte von 346,1 Millionen Dollar auf 548,8 Millionen Dollar gesteigert werden, immerhin ein stolzer Anstieg von 84 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Nettoergebnis lag bei 9,9 Millionen Dollar, im Vorjahresquartal hatte das Solarunternehmen noch einen Nettoverlust in Höhe von 57,7 Millionen Dollar in den Büchern stehen. Insgesamt will das Unternehmen im Geschäftsjahr 2013 nun 2,3 bis 2,4 Gigawatt Liefervolumen erreichen.

Nach solchen Nachrichten könnte man eigentlich davon ausgehen, dass sich der Zuwachs bei der Trina Solar Aktie noch einmal beschleunigen würde, was er anfangs auch tat. Nach einem kräftigen Tagesgewinn von über 10 Prozent schloss die Aktie dann aber mit einem deutlichen Minus von 5,44 Prozent. Bei anderen Solarwerten sah es nicht anders aus: JKS verbilligte sich um 4,38 Prozent, JASO um 5,6, YGE um über 10, FSLR um 3,9 und SCTY um satte 7,98 Prozent, was aber wohl auch an dem derzeit schwindenden Vertrauen in den Visionär Elan Musk liegen dürfte… Der allumfassende ETF Guggenheim Solar, TAN, gab um 3,82 Prozent nach und befindet sich damit aus rein charttechnischer Sicht in Absturzgefahr.

Fazit: Momentum -Aktien oder Trendaktien sind in den letzten Tagen weiterhin kräftig unter Druck, was grundsätzlich zu Vorsicht mahnen sollte, denn das passiert immer als erstes gegen Ende einer Aufwärtsbewegung an der Börse. Letztlich muss das für das große Bild noch nicht viel heißen, sollte aber Ihre Beachtung finden und intensiv beobachtet werden. Die kommenden Tage werden im Solarsektor möglicherweise etwas unruhig und bieten dann nach einem reinigenden Gewitter wieder neue Chancen.

Wacker Chemie – back on track!

Heute meldet sich ebenfalls die Wacker Chemie Aktie zurück was mir eine kurze Analyse „wert“ ist. Ich hatte ja bereits kürzlich > hier < über Auffälligkeiten bei der Aktie berichtet. Dabei war insbesondere der ungewöhnliche Handelsumsatz bei der Xetra Schlussauktion am 30.11.2012 bemerkenswert, der für mich das Signal zum Einstieg gewesen ist. Am 12. Dezember ist die Wacker Aktie dann endgültig nach oben ausgebrochen. Nach dieser Bestätigung > hier < habe ich die Position entsprechend ausgebaut. Die mutigen Leser unseres Blogs müssten somit heute bereits auf kräftigen Gewinnen sitzen. Damals war ein Einstieg um die 42,- Euro möglich. Heute notiert der Titel bei 54,- Euro, und damit knapp 28 Prozent höher.

Wacker Chemie Chart Bodenbildung

Das ganze Ausmaß der vorangegangenen Kurskatastrophe bei Wacker Chemie wird im längerfristigen Chart deutlich… Um Sie aber nicht allzu sehr zu verwirren, bzw. Ihnen die aus meiner Sicht richtige Perspektive zu präsentieren, habe ich mich hier für den Ausschnitt der letzten 12 Monate entscheiden. Wie man deutlich sehen kann, war es kein besonders gutes Jahr für Wacker Chemie Aktionäre…dennoch scheint der Turnarround nun endgültig gelungen zu sein. Heute konnte die 200-Tage-Linie, die bei ca. 53,- Euro verläuft, wieder erfolgreich zurückerobert werden. Die Aktie nähert sich nun mit großen Schritten dem Widerstand bei ca. 56,87 Euro, den es letztlich zu überwinden gilt. Erst an dieser Marke wird sich entscheiden ob bei Wacker Chemie im Jahr 2013 wieder deutlich höhere Kurse möglich sind. Gelingt also in den kommenden Tagen der weitere Anstieg über die Marke von knapp 57,- Euro, sind Kurse um die 65,- Euro in Kürze sehr wahrscheinlich.

Solarworld – wie lange noch?

Es ist und bleibt ein Fass ohne Boden! Der deutsche Branchenprimus Solarworld hat heute seinen Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt. Um es kurz zu machen, unterm Strich stand ein kräftiger Verlust in Höhe von 68,7 Millionen Euro nach „nur“ 11 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Umsatz sackte weiter deutlich auf 128,8 Millionen Euro ab, was einem Rückgang um 41 Prozent entspricht.. Das EBIT lag bei einem Minus von knapp 46 Millionen Euro nach einem Plus von 19,2 Millionen Euro vor einem Jahr. Konzernchef Frank Asbeck erwartet auch für das Gesamtjahr nun „deutlich“ weniger Umsatz und Gewinn, bzw einen hohe operativen Verlust. Zwar will der Konzernchef nun weiter gegensteuern indem er auf die Kostenbremse tritt, ob dieses Sparprogramm allerdings die nötigen Verbesserungen bringen wird um operativ wieder auf eine schwarze Null zu kommen, darf aber zumindest bezweifelt werden. Der Weg des einstigen Highflyers scheint damit weiterhin vorgezeichnet zu sein. Ich persönlich lasse auf jeden Fall weiterhin die Finger von der Aktie!

Google, Microsoft, Intel und IBM enttäuschen – Was ist mit VW, Daimler, SAP, BASF, Peugeot, Renault und Wacker Chemie?

Der Ausklang der letzten Börsenwoche hat viele Anleger wieder etwas nervös werden lassen. Reihenweise wurden am Freitag Stopps ausgelöst oder Aktien aktiv verkauft. Schwergewichte wie General Electric und Mc Donalds gehörten zu den großen verlierern ebenos wie die Aktie der Citigroup. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass die eigentliche Schwäche fast ausschließlich aus dem Technologie Sektor kommt. bereits seit Wochen sind Technologieaktien unter Druck. Egal ob HP, Dell oder AMD, wir haben es hier mit eiber echten Korrektur in dem Sektor zu tun die wahrscheinlich bald auslaufen wird, nachdem nun auch die Schwergewichte unter Beschuss geraten. Sehen Sie selber, deutlicher könnte es nicht sein:

Nach dem verpatzten Start der gesamten Technologie Elite in die Berichtssaison kommen nun wohl selbst bei den hartgesottene Bullen erste Zweifel auf. Mit Google, Microsoft, Intel und IBM enttäuschte bisher alle großen Player in Ihrem Segment mit den Zahlen für das dritte bzw. dem Ausblick für das vierte Quartal. Auch SMA Solar, und Nokia lieferten aus meiner Sicht katastrophale Zahlen und/oder Ausblicke ab. Das ist aber nur eine Randnotiz. Allmählich kippt damit die zuvor eher neutrale Tendenz der Berichtssaison weiter in den negativen Bereich. Mit Spannung darf somit in dieser Woche die nun auch in Deutschland richtig startenden Berichtssaison erwartet werden.

Schwergewichte wie VW, Daimler, SAP, BASF, Puma und auch Wacker Chemie werden Ihre Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal veröffentlichen. Auch hier, und insbesondere bei den beiden Autobauern, dürfte der weitere Ausblick auf das letzte Quartal 2012 ebenso interessant sein wie eine Vorschau auf das Marktumfeld in 2013. Während ich mir bei dem Volkswagen Konzern da wenig ernsthafte Sorgen mache, haben mich die jüngsten Nachrichten aus dem Hause Daimler doch einigermaßen skeptisch werden lassen. Richtig unruhig werden hingegen wohl die Aktionäre von Peugeot Citroen am Mittwoch und Renault am Donnerstag auf die Veröffentlichung der Quartalszahlen warten…!

Bei SAP und BASF  gehe ich hingegen davon aus dass diese Unternehmen eher eine saubere Bilanz abliefern werden. Puma hingegen dürfte einen Gewinnrückgang verkünden. Bei Wacker Chemie scheiden sich hingegen die Geister. Wie wird sich die Schwäche im Solarsektor tatsächlich auf die Ergebnisse des Spezialchemie- Unternehmens ausgewirkt haben? Zuletzt hat der Aktienkurs in Erwartung schlechter Zahlen noch einmal deutlich nachgegeben und das 10-Jahres Tief erneut getestet. Der bereits erfolgte Kursrutsch der letzten Wochen sollte allerdings aus meiner Sicht nun das Schlimmste schon eingepreist haben. So gesehen könnten die Überraschungen hier nun eher auf der positiven Seite zu finden sein…Die kommende Woche verspricht mal wieder sehr spannend zu werden….!

Solarhybrid, SunConcept, Solar Millennium, Solon und Q-Cells – war die Krise vermeidbar?

Gastkommentar: PhotovoltaikBranche und Managementfehler: war die Krise vermeidbar?

Das Jahr 2012 markiert eine Wende in der Förderpolitik der vom Bundestag und Bundesrat im Jahr 2003 verabschiedeten Subventionen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und hat zugleich zu starken Verwerfungen in der Solar-Branche geführt. Das EEG 2003 legte zunächst den Grundstein für den wirtschaftlichen Betrieb von Solaranlagen in Deutschland. Seit 2006 gibt es neue Bedingungen für die Stromeinspeisung. Hier wurde festgeschrieben, dass Energieversorger 20 Jahre lang die Stromeinspeisung pro Kilowattstunde fest vergüten müssen. Diese besonders attraktiven Subventions- und Fördergarantien und das Programm zur CO² Reduzierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau machten diese Investition für Eigenheimbesitzer und Investoren sehr interessant.

Die Mindestvergütung für Solarstrom betrug 35,49 Cent pro Kilowattstunde, bei einer Solaranlagen-Dachinstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW wurden 46,75 Cent und bei einer Fassadeninstallation für die Erzeugung von weniger als 30 KW sogar 51,75 Cent vergütet. Im Jahr 2011 folgte die Ansage der Änderung in der Subventionspraxis mit besonderen Auswirkungen auf die mittelständisch ausgerichteten Solarunternehmen. Der Deutsche Bundestag hatte am 30. Juni 2011 die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und damit eine Umkehr in der bisherigen Förder- und Subventionspraxis beschlossen. Die Bundesregierung hatte erkannt, dass sie diese enormen Kostenlasten der Förderpolitik pro Photovoltaik nicht mehr länger wird tragen können, schon gar nicht in diesem Umfang. Das hatte Folgen:

Nach Solarhybrid, SunConcept, Solar Millennium, Solon und nun auch First Solar (Fabrik Frankfurt Oder), geriet auch das zweitgrößte Vorzeigeunternehmen Q-Cells deutlich unter Druck. Das Q-Cells Management hatte kürzlich sein Sanierungskonzept für gescheitert erklärt, deshalb kommen zunehmend Fragen zur Art und Weise der Unternehmensführung auf. Management und Managementqualitäten stehen auf dem Prüfstand. „Hintergrund sei ein Rechtsstreit mit Gläubigern“, wiegelte Q-Cells ab. Das Unternehmen, das einst an der Frankfurter Börse als Neuling gefeiert worden war und mehrere Preise für unternehmerisches Handeln bekommen hatte, wies 2011 einen Verlust von 846 Millionen Euro aus. Q-Cells war von einem starken Preisverfall betroffen, wie andere Unternehmen der Solar-Branche auch, der freilich auf die Billig-Konkurrenz aus China zurückgeht, aber wohl auch seine Ursache in strategischen Fehlern des Managements der vergangenen Jahre hat.

Kenner der Branche meinen, dass auch SunConcept in seiner strategischen Ausrichtung schwere Fehler gemacht hat. „Wenn man einen so großen Laden hat, dann muss man flexibler sein“, kommentieren Analysten. Das deckt sich mit den Recherchen anderer Nachrichtenblogs, nach denen Insider in erster Linie betriebswirtschaftliche Fehler der vier Chefs für die Pleite verantwortlich machen. Die Nassauische Neue Presse zitiert beispielsweise einen Beteiligten mit den Worten: „Bei Sun-Concept herrschte ein unglaubliches Durcheinander, in dem keiner den Überblick hatte. Die Geschäftsführer sind an ihrer Überheblichkeit gescheitert.“ So sollen bis Ende vergangenen Jahres alle Hinweise auf die wirtschaftliche Schieflage konsequent ignoriert worden sein. Erst auf konsequentes Drängen einer Bank erklärte sich das Unternehmensmanagement bereit, einen Unternehmensberater mit Branchenausrichtung und Affinität zum Mittelstand zu Rate zu ziehen: zu spät! berichtet die Rhein Zeitung

Schwere Managementfehler führten nach Ansicht der Experten auch den Erlanger Solarkraftwerkherstellers Solar Millennium in die Zahlungsunfähigkeit.

Allen Unternehmen ist schlichtweg nicht gelungen, sich auf die neue Situation umzustellen und sich einer veränderten Marktlage mit neuen, innovativen Strategien anzupassen. Neue Absatzmärkte wurden nicht erschlossen, jedenfalls nicht in einem Rahmen, der für diese Unternehmen relevant gewesen wäre. Der Schutz von Markenrechten, der Wettbewerbsschutz und andere, wichtig, rechtliche Rahmenbedingungen wurden außer acht gelassen. „Man hätte beispielsweise früh genug auf die Vermittlung von Zeitarbeitern umsatteln sollen“, vermerken Analysten. Die Strategie „wir können die Dumping-Preise aus China nicht unterbieten, aber mit Qualität und Innovation überzeugen“, ging nicht auf.

Die chinesischen Produzenten haben in Deutschland mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 50 % erobert und die Aussicht auf einen hohen Absatz dürfte Anleger wie Investoren ermutigt haben, zumal die „Konkurrenz“ im eigenen Land in die Insolvenz geht. Die Zuwächse bei den chinesischen Solarproduzenten beim Absatz von Solarmodulen in Deutschland sind im ersten Quartal auf 1,9 GW gestiegen. So verwundert es Analysten nicht, dass die Aktienwerte der chinesischen Solarproduzenten wie etwa Trina Solar, Jinko und Yingli am Mittwoch, 18.04.2012, in einem starken Gesamtmarkt deutliche Kursgewinne verzeichnen können. Wettbewerber aus China haben konsequent den Deutschen Absatzmarkt „aufgerollt“, diese Aktien profitierten von der wachsenden Risikobereitschaft der Investoren, die unter anderem ausgelöst wurde von der Anhebung der Wachstumsprognosen und der konsequenten Wirtschaftsexpansionspolitik Chinas.

Ein besonders großes Managementversage der Deutschen Unternehmen lag wahrscheinlich in der Vernachlässigung, neue Joint Ventures zu gründen. China kann das, China macht das und China verschaffte sich damit Absatzmärkte im Bereich der Schwellenländer. Andere Länder, wie etwa Kanada, vermeiden diese Fehler. Der globale Wettbewerber Canadian Solar hat heute mitgeteilt, sich in sechzehn kanadische Projekte eingekauft zu haben, die in den kommenden Jahren einen Absatzwert von 800 Mio. USD erreichen  dürften. Weiterhin hat das Unternehmen die Gründung eines Joint Ventures beschlossen, welches dem Ausbau der Geschäftstätigkeiten in den wichtigen Schwellenländern dienen soll. Aber wer dachte in Deutschland schon an Kanada, wenn es um die Solar-Branche geht?

Es blieb in Deutschland leider nur das Fundament der Subvention und dieses Fundament war bereits erkennbar brüchig: Eine vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) durchgeführte Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen in Deutschland hatte ergeben, dass diese Form der Förder- und Subventionspolitik unangemessen und ineffektiv ist. Rund 51 % der Unternehmen gaben an, dass das neue Energiekonzept durch steigende Energiepreise und eine schwankende Versorgungssicherheit ihr Investitionsverhalten negativ beeinflussen wird. Demgegenüber dürfte die Energiewende lediglich 20 % zu steigenden Investitionen führen. Klar benachteiligt ist die gesamte Dienstleistungsindustrie in Deutschland, insbesondere die Branchen, deren Geschäftsmodell und Geschäftszweck (Solarien; Wellness; Fitness; Friseure; Shopping-Center) auf Lichttechnik ausgelegt und erhöhten Stromkonsum angewiesen ist. Im Prinzip handelt es sich um (kleine) Großverbraucher, die jedoch nicht durch die Bundes-Härtefallregelungen aufgefangen werden, weil sie keine sog. produzierenden Betriebe sind, aber dennoch als energieintensives Gewerbe bilanzieren (wegen erreichen der Stromkosten von 15 % plus X der Wertschöpfung, d.h. Umsatz minus Energie- und Materialkosten).

Von einem Missverhältnis sprach auch die Forschung in Deutschland unter Auswertung der Energieeffizienz von Windkraft und Solarenergie: für Windkraft sprechen sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die Effizienz der Anlagen, die deutlicher höher seien, als bei der Photovoltaik-Energie. Deshalb sei die Kürzung der Förderung der Solarenergiegewinnung durch die Bundesregierung durchaus nachvollziehbar, zumal die Photovoltaik in Deutschland nur einen Anteil von 3 % an der gesamten Stromerzeugung hat, aber über die Hälfte der jährlichen Kosten in Höhe von 14 Milliarden Euro in Form von ausgezahlter Einspeise-Vergütung verursacht. Dieses Missverhältnis wird nun korrigiert und diese Runde ging im internationalen Wettbewerb klar an China.Ein Gastkommentar von Sandro Valecchi

Q-Cells, Solon und Conergy – die großen Verlierer

Q-Cells und Conergy sind inzwischen Pennystocks und damit wohl auch gleichzeitig die größte Enttäuschung, für Solaranleger, der letzten Jahren gewesen. Die Solon Aktie hält sich zwar noch über der wichtigen Marke von einem Euro, gehört für uns aber in die gleiche Kategorie. Und natürlich ist dies nicht ganz unbegründet so. Die Probleme bei den drei Solarfirmen sind vielschichtig. Bereits seit Monaten haben wir uns immer wieder skeptisch über die Zukunft der Solarbranche im Allgemeinen, und der drei Unternehmen im Speziellen, geäußert, und bereits seit Monaten fallen die Aktienkurse, trotz des deutlich ermäßigten Niveaus immer weiter. Ein Ende des Kursverfalls ist nach unserem Dafürhalten auch nicht in Sicht, da es nicht absehbar ist wann, und ob, der Preisverfall bei den Produkten der Unternehmen gestoppt werden kann.

Q-Cells erwartet zwar für den Rest des Jahres eine leichte Belebung des Geschäftes, von einer Wende in der Branche kann aber im Moment noch keine Rede sein. Die Preise für Module und Zellen sind seit Jahresanfang um teilweise knapp 40 Prozent gefallen, was die Margen gewaltig unter Druck bringt. Gleichzeitig ist die Nachfrage im ersten Halbjahr weiter deutlich eingebrochen. Das Unternehmen kündigte nun erneut ein massives Sparprogramm an, und will die Zellenproduktion zurückfahren. Ob eine Konzentration auf die Modulproduktion aber erfolgversprechender ist bleibt erst noch abzuwarten.

Conergy ist bereits vor Monaten aus unserem Blickwinkel verschwunden. Das Unternehmen will sich nun ebenfalls neu organisieren und in seinem Werk in Frankfurt/Oder auf die profitable Modulproduktion fokussieren. Die aktuell nicht kostendeckend zu betreibende Wafer- und Zellfertigung soll bis auf weiteres eingestellt werden. Das Unternehmen will nun die meisten Zellen für seine Module ab Dezember 2011 von namhaften externen Lieferanten aus Asien beziehen.

Als international tätiges Unternehmen hat Solon im ersten Halbjahr 2011 über drei Viertel seiner Umsätze außerhalb des Heimatmarktes Deutschland erzielt. Nach der Restrukturierung fokussiert sich das Unternehmen nun stärker auf das Segment der Industrie- und Gewerbedächer. Im ersten Halbjahr 2011 konnte das Unternehmen mit 221,9 Mio. Euro den Vorjahresumsatz nicht erreichen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei minus 24,7 Mio. EUR nach einem Plus von 6,6 Mio. EUR im ersten Halbjahr des Vorjahres. Demgemäß passte das Unternehmen seine Aussichten deutlich nach unten an und erwartet nun einen Verlust für das Gesamtjahr.

Generell erscheint eine charttechnische Betrachtung aller drei Titel mittlerweile wenig sinnvoll zu sein. Dazu wurde einfach zu viel (charttechnisches) Porzellan zerschlagen. Ohne Frage werden die Aktien bei der geringsten positiven Meldung in der Branche auch wieder anspringen, und kurzzeitig zweistellig zulegen können. Dies ist ja auch in der Vergangenheit mehrfach passiert, endet aber immer mit dem gleichen Ergebnis – noch tiefer Kurse.

Wir sehen Conergy, Solon, und auch Q-Cells weiterhin als die großen Verlierer im Solarmarkt, die es auch in Zukunft schwer haben werden dauerhaft zu überleben. Momentan sollten man sich wohl an stärkeren Tagen von den Aktien trennen, sofern das nicht sowieso schon geschehen ist. Für die Zockermentalitäten unter Ihnen kann eine kurzzeitige Spekulation zwar durchaus interessant sein, ist aber mit sehr hohem Risiko verbunden. In der Wochenendausgabe unseres kostenlosen Börsen Newsletters werden wir und diesem Thema etwas genauer annehmen, und die Zukunftsaussichten einzelner Titel bewerten. Wenn Sie Interesse haben melden Sie sich hier unverbindlich an!

„Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste,
und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste.“

Jetzt hat es auch SMA Solar erwischt…

Aus aktuellem Anlass möchten wir unsere Serie über die Solarindustrie mit der Aktie von SMA Solar beginnen. Das Unternehmen galt bislang immer als der Fels in der Brandung, letztlich konnte sich aber auch die SMA Solar Technology AG dem allgemein vorherrschenden Trend in der Solarbranche nun nicht mehr entziehen, und revidierte in der vergangenen Woche die Umsatz- und Gewinnziele deutlich nach unten. Der Hersteller von Wechselrichtern ist Weltmarktführer in dem Bereich, jedoch scheint auch hier zunehmend Konkurrenz , insbesondere aus den USA, den Marktanteil des Unternehmens weiter zu reduzieren. Der Marktanteil von SMA Solar ist in den letzten Jahren von 60 auf nunmehr knapp 40 Prozent gesunken. Die bedien stärksten Konkurrenten in dem Geschäft sind die US Firmen Power One und Satcon.

Analysten, die zuvor nicht selten noch höhere Kursziele für die Aktie ausgerufen hatten reduzieren nun reihenweise Ihre Gewinnprognosen und damit auch die künftigen Kursziele. Diese skeptische Grundhaltung dürfte nun noch eine Weile anhalten, bis das Unternehmen vom Gegenteil überzeugt hat. Das durchschnittliche Kursziel für die SMA Aktie liegt derzeit bei 42,- Euro, die Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr 2012 wurden deutlich von knapp 6,60 Euro auf 3,50 bis 3,80 Euro zurückgenommen, was angesichts des aktuellen Aktienkurses von 46,- Euro immer noch ein KGV von 12 bis 13 bedeuten würde. Damit wäre die Aktie angesichts der Unsicherheiten sicherlich kein Schnäppchen.

Aufgrund des rapiden Modulpreisverfalles in der Solarbranche hat SMA Solar inzwischen das Problem, dass der prozentuale Anteil der teuren Wechselrichter bei Solaranlagen bei der Gesamtkalkulation deutlich mehr ins Gewicht fällt als noch vor wenigen Monaten. Dementsprechend erhöhen die Abnehmer für die SMA Produkte auch den Druck auf das Unternehmen und diktieren die Preise weiter nach unten. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich dieser Prozess in naher Zukunft zum positiven wenden wird. Zudem besteht wahrscheinlich die Gefahr von Zahlungsausfällen, wenn es in der Solarindustrie zu Insolvenzen schwacher Unternehmen kommen sollte.

Fazit: Wir würden die Aktie weiterhin meiden. Im Vergleich zu anderen Unternehmen aus der Branche, die bereits deutlich korrigiert haben, scheint hier die theoretische Fallhöhe noch sehr deutlich zu sein. Unser charttechnisches Kursziel liegt momentan bei 39,60 Euro. Erst eine Rückkehr über die 50,- Euro Marke würde das charttechnische Bild wieder etwas aufhellen. Sollte sich an unserer Einschätzung zu der Aktie etwas grundlegendes ändern werden wir Sie selbstverständlich über unseren Börsen Newsletter informieren.

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  • probleme mit sma wechselrichter

Solarworld, Q-Cells, Solon und Conergy – wo ist der Boden?

Die Preise in der Solarbranche bleiben weiterhin unter Druck, wie den Aussagen von Frank Asbeck, dem Solarworld Gründer und Chef auf der Hauptversammlung zu entnehmen war. „Ob wir die Ebit-Marge von über 14 Prozent halten können, wage ich zu bezweifeln“ sagte Asbeck und bezog sich dabei insbesondere auf die harte internationale Konkurrenz, insbesondere aus China. Aber auch die Förderkürzungen für Solarstrom bereiten dem Firmenlenker offenbar immer mehr Sorgen. Für den deutschen Markt rechnet Asbeck allerdings nicht mit ganz so heftigen Einschnitten. Statt des zu befürchtenden Abschlags von 15 Prozent werde die Kürzung wohl nur bei sechs Prozent liegen sagte Asbeck auf der HV am Dienstag.

Solarworld will nun die schwache Nachfrage im heimischen Markt mit einer entsprechenden Expansion in den US Markt kompensieren. Ob dieser Schritt von Erfolg gekrönt sein wird bleibt aber abzuwarten, denn auch dort haben sich die chinesischen Solarfirmen bereits etabliert. Ich gehe davon aus, dass Anleger deutscher Solartitel auch in den kommenden Monaten nicht allzu viel zu Lachen haben werden. Etwas anders könnte es bei den chinesischen Konkurrenten aussehen..wie gestern berichtet.

Auch aus charttechnischer Sicht bleiben alle o.g. Titel angeschlagen. Branchenprimus Solarworld hat sich nun letztlich dem Abwärtstrend der Branche auch nicht mehr entziehen können. Einen erneuten Test der Tiefststände von 7,-Euro halte ich in diesem Jahr für nicht ausgeschlossen, vorher warten noch ein paar Unterstützungen bei aktuell 8,35 bis 8,04 Euro, 7,67 und 7,35 Euro auf neue Käufer.

Bei Solon und Q-Cells zeigt sich ein noch düstereres Bild. Nachdem die Q-Cells Aktie nun erwartungsgemäß die Latte bei 2,- Euro gerissen hat ist bei 1,81 Euro die wohl vorerst letzte charttechnische Unterstützung zu finden. Die Solon Aktie hat heute bereits die aktuelle Unterstützung bei 2,45 Euro angetestet, hält diese nicht sollten sich Anleger wohl schon mal mit der runden Marke von 2,- Euro „anfreunden“. Conergy bleibt für uns ein reines Zockerpapier und hat nichts in einem vernünftigen Depot zu suchen…

Wunschanalyse LDK Solar

LDK Solar (WKN A0M SNX, ISIN US50183L1070, Marktkapitalisierung: ca. 1,34 Mrd. US$, ca. 1,00 Mrd. Euro)


Firmenlogo LDK Solar

Die heutige Wunschanalyse beschäftigt sich mit der Aktie des chinesischen Solarkonzerns LDK Solar. LDK Solar wurde im Jahr 2005 von Xiaofeng Peng (geboren 1975) gegründet, der dazu 30 Mio. US$ seines privaten Vermögens einsetzte. Seit der Gründung des Unternehmens fungiert Herr Peng als Chairman of the Board und Chief Executive Officer (CEO) und bestimmt so die Richtung des Unternehmens. LDK Solar war das erste chinesische Unternehmen, das sogenannte Solarwafer herstellte. Mittlerweile gilt LDK Solar als vertikal integrierter Solarkonzern, der alle Schritte der Wertschöpfungskette in der Photovoltaik mit einer eigenen Fertigung abdeckt. So kann LDK Solar sowohl Silizium, Ingots und Wafer, Solarzellen und letzten Endes auch Solarmodule produzieren. Insbesondere in der Produktion von Solarwafern ist LDK Solar mit einem Weltmarktanteil von ca. 20% der Weltmarktführer. Das IPO des Unternehmens erfolgte am 1. Juni 2007 an der New York Stock Exchange (NYSE) zum Ausgabepreis von 27 US$ je Aktie und die Aktie konnte sich in den ersten Wochen nach dem Börsengang auf 73,95 US$ fast verdreifachen. Danach fiel die Aktie jedoch im Zuge der Finanz- und Weltwirtschaftskrise bis auf ein Allzeittief von 4,04 US$. Und auch im laufenden Jahr 2010 war die Aktie ähnlich volatil. Zu Jahresbeginn noch bei etwas über 7,00 US$ notierend, ging es bis Anfang/Mitte Juni abwärts bis auf genau 5,00 US$. Danach erfolgte zwischen dem 9. Juni 2010 und dem 9. November 2010 fast eine Verdreifachung auf das Jahreshoch bei 13,90 US$. Seitdem verliert die Aktie jedoch wieder deutlich und notierte zuletzt nur noch knapp über 10,00 US$. Wie es jetzt weitergehen könnte, analysieren wir nun im Rahmen der heutigen Sharewise Wunschanalyse.

1.) Fundamentale Analyse

Der globale Solarmarkt und die chinesischen Hersteller

Einsteigen möchten wir in die heutige Sharewise Wunschanalyse mit einer Betrachtung des weltweiten Solarmarktes. Laut Schätzungen des Marktforschungsinstitutes iSuppli sollen im Jahr 2010 weltweit Solaranlagen mit einem Volumen in Höhe von 15,8 Gigawatt neu installiert werden, was einem Wachstum von knapp +120% entspräche. Für das kommende Geschäftsjahr 2011 erwartet iSuppli eine neu installierte Gesamtleistung in Höhe von 19,3 Gigawatt, so dass der Markt nach wie vor ein Wachstumsmarkt bleibt.

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