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Commerzbank – Verwässerung? Das ist eher ein Tsunami…

Keine Gnade mit den Altaktionären! Die Commerzbank zieht die angekündigte Kapitalerhöhung durch – und das offenbar um jeden Preis! Noch gestern war in unkommentierten Berichten zu dieser Kapitalmaßnahme zu lesen, dass die CoBa plant die neuen Aktien zu einem sehr günstigen Ausgabepreis von sieben Euro, oder knapp darunter auf den Markt zu bringen. Heute nun wurde bekannt dass die CoBa den Bezugspreis der neuen Aktien auf 4,50 Euro festgelegt hat. Somit müssen entsprechend mehr Anteilsscheine ausgegeben werden um die gewünschten 2,5 Milliarden Euro zu erlösen. Ausgegeben werden sollen somit nun insgesamt 555.555.556 neue Aktien, die rückwirkend ab dem 1. Januar gewinnanteilberechtigt sind. Wobei das Wort „gewinnberechtigt“ hier schon fast etwas sarkastisches hat…!

Mit dem eingenommenen Geld will die Commerzbank endlich die restlichen Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds SoFFin inHöhe von 1,6 Milliarden Euro sowie die Beteiligung der  Allianz in Höhe von 750 Millionen Euro zurückzahlen. Mit dieser Maßnahme möchte das Bankhaus künftig auch ca. 200 Millionen Euro jährlich an Zinsen einsparen, die dann für eine Dividende an die Aktionäre zur Verfügung stünden. Allerdings kann man sich auch ohne einen höheren Bildungsabschluss ausrechnen, dass dieser Betrag – so er denn zur Dividendenzahlung verwenden würde – bei der aktuellen Aktienanzahl eher ein Tropfen auf den heißen Stein wäre.

Comerzbank Chart 10 Jahre

Commerzbank-Chef Martin Blessing erhofft sich vom dem von ihm sogenannten „Einstieg in den Ausstieg“ des Staates eine „Normalisierung“ der Aktionärsstruktur. Demnach soll die CoBa nun wieder „eine normale Bank mit einem größeren Aktionär“ werden. Welchen Vorteil dies allerdings an dieser Stelle für die Altaktionäre haben soll bleibt für mich bislang noch im Verborgenen. Viel mehr muss man nun auch noch befürchten dass künftig weitere Schritte, ohne die Sperrminorität des Staates, beschlossen werden könnten, die eher nicht so geeignet sind um die Aktionäre zu beglücken.

Ich muss ganz ehrlich sagen – ich habe selten einen so rücksichtslosen Umgang mit den Interessen von Aktionären eines Unternehmens gesehen, wie es offenbar bei der Commerzbank der Fall ist. Das ist ein Lehrbeispiel dafür, welchen Stellenwert Aktionäre für manche Unternehmen tatsächlich haben, obwohl sie das Blut liefert (in Form von Liquidität) das durch die Adern einer jeden AG fließt. Anleger sollten sich den Chart der zweitgrößten deutschen Bank als mahnendes Beispiel an Ihre Wand vor ihrem Schreibtisch hängen, um nie zu vergessen wie sich der Kurs einer Aktie unter einem entsprechenden Management entwickeln kann – sei das Unternehmen auch noch so interessant oder der Aktienkurs vermeintlich günstig!

…Und natürlich ist es manchmal hilfreich den Blick für die wahren Relationen nicht zu verlieren, insbesondere nach einem Reverse Split!

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Commerzbank – Trendwende in Sicht?

Die Commerzbank Aktie machte ihren Anlegern in den letzten Tagen wenig Freude. Im Zuge der neu aufflammenden Krise in Europa, die sich insbesondere durch die negativ gelaufenen Anleiheauktionen in Spanien und Italien bemerkbar machte, mussten nahezu alle europäische Bankenaktien kräftige Abschläge hinnehmen.  Die Banco Santander notierte gestern auf einem neuen 3-Jares-Tief, die ING Groep verbilligte sich ebenfalls kräftig und die Unicredit Aktie kratzte wieder an der drei Euro Marke. Heute jedoch sind alle europäischen Bankenwerte kräftig im Plus wenn auch mit sehr unterschiedlichen Kursbewegungen. Die heutige Anleiheauktion Spaniens verlief erfolgreich und verschaffte somit erst einmal etwas Erleichterung, am Donnerstag steht nun die nächste Auktion spanischer Staatsanleihen auf dem Plan.

Die jüngsten Nachrichten bezüglich des geplanten Ausstiegs der Allianz aus Ihrem Investment bei der Commerzbank haben ebenfalls erneut zum Unmut der Anleger beigetragen. Die Aktionäre sollen auf der Hauptversammlung am 23. Mai entscheiden ob die Allianz als Großaktionär aussteigen darf. Somit würden die  stillen Einlagen in Commerzbank Aktien getauscht werden. Diese können dann über die Börse veräussert werden. Die Folge wäre zum einen natürlich eine erneute Erhöhung der Aktienzahl die mit einer weiteren Verwässerung der jetzigen Aktien einher geht, und zum anderen könnte durch den anschließenden Verkauf der neuen Anteile erneut Abwärtsdruck auf der Aktie lasten.

Aus Sicht der Aktionäre kann also die Auflösung der Allianz Beteiligung zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirklich gewünscht sein, und sollte an einen Zeitfaktor gekoppelt werden. Hintergrund der ganzen Transaktion ist laut Presseberichten, dass die Commerzbank ab dem Jahr 2018 die Stillen Einlagen nach Basel 3 nicht mehr als hartes Kernkapital der Gesellschaft ausweisen darf. Somit bereitet sich die Commerzbank Führung nun offenbar auf einen Ausstieg der Allianz und des Staates vor. Die Bundesregierung hält aktuell noch 25 Prozent der Anteile an der Commerzbank und ist mit knapp 1,75 Milliarden Euro an dem Unternehmen beteiligt. Die Stillen Einlagen der Allianz hingegen belaufen sich „nur“ auf knapp 750 Millionen Euro.

Wichtig ist nun zunächst aus charttechnischer Sicht dass die CoBa Aktie gegen Handelsschluss zumindest über der Marke von 1,63 Euro schließt, ansonsten könnte sich das zuletzt geschlossene Gap bei 1,623 Euro als echte Hürde für einen weiteren Anstieg erweisen. Gelingt hingegen ein weiterer Anstieg in Richtung 1,66 Euro stehen die Chancen nicht schlecht das wir den Wendepunkt bei der Aktie erst einmal gesehen haben. Ich rechne damit dass die Indizes heute noch deutlich anziehen werden, was auch auf die Bankaktien positiv wirken sollte. Auf dem jetzigen Niveau kann man also durchaus auf eine kurzfristige Trendwende bei der Commerzbank Aktie spekulieren. Dennoch sollte man nach wie vor sehr vorsichtig bei den Bankenwerten agieren. Rückschläge sind jederzeit möglich, denn die bekannten Unsicherheiten werden uns noch eine Weile begleiten. Nach unten sollte der Aktienkurs bei ca. 1,45 Euro abgesichert sein, bzw. in der Nähe dieser Marke ein entsprechender Stopp platziert werden.

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Commerzbank – Licht am Ende des Tunnels…

Licht am Ende des Tunnels bei der Commerzbank. Gestern wurde bekannt dass Deutschlands größter Versicherer, die Allianz nun der Commerzbank unter die Arme greifen will, um die Restrukturierungspläne auch in der gesteckten Zeit zu erreichen. Bis zum 20ten Januar muss die Bank einen konkreten Plan vorlegen wie die benötigten Eigenmittel in Höhe von knapp fünf Milliarden Euro erbracht werden können, um Ihre harte Kernkapitalquote auf 9 Prozent anzuheben. Großaktionär Allianz ist nach den letzten Gesprächen offenbar bereit seine Stille Einlage von 750 Millionen Euro so anzupassen, dass diese zur Deckung eines Teilbetrages verwendet werden kann.

Bisher handelt es sich wohl bei den Gesprächen zwischen der CoBa und der Allianz noch um keine offiziellen Ergebnisse, dennoch darf man wohl als CoBa Aktionär inzwischen durchaus wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Denn mit dem genannten Schritt wären insgesamt schon vier Fünftel der benötigten Mittel in trockenen Tüchern. Auch aus charttechnischer Sicht scheint nun der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein sich etwas näher mit der Aktie zu beschäftigen.

 

Das Setup für die Aktie ist gerade extrem spannend. Wie bereits in der Vergangenheit mehrfach geschrieben gehe ich davon aus, dass sich die Dreiecksformation nach oben auflösen wird. Auch am heutigen Donnerstag könnte die Commerzbank Aktie weiter für positive Überraschungen sorgen. Gelingt nun der erfolgreiche Angriff auf den Widerstandsbereich bei ca. 1,37 Euro, hellt sich auch das Chartbild weiter deutlich auf. Kurse um die 1,56 Euro halte ich persönlich kurzfristig für möglich. Gelingt also der Ausbruch in dieser Woche kann man wohl die Marke von 1.10 Euro durchaus als fundamentale Unterstützung betrachten, und die Aktienpositionen bei der CoBa mit entsprechenden Stopps einfach laufen lassen.

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