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Salzgitter und Aurubis solide, ThyssenKrupp bedenklich…

Die Salzgitter AG meldete heute die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Etwas schwächer als von Analysten erwartet entwickelte sich dabei das operative Ergebnis des Konzerns mit einem Minus von 15,5 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 44 Millionen Euro in den Büchern stand. Darin enthalten sind 28 Millionen Euro Ergebnisbeitrag von Europas grösstem Kupferkonzern Aurubis, an dem Salzgitter beteiligt ist. Der Umsatz konnte hingegen weiter kräftig zulegen. Im ersten Quartal des Jahres setzte Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher mit  2,6  Milliarden Euro um, was einer Steigerung um 13 Prozent entspricht. Das Ergebnis wurde insbesondere durch einen Röhrenauftrag aus dem Iran, der nicht umgesetzt werden konnte, sowie die schwächeres Stahlpreise im Jahr 2011 belastet, hieß es in der heutigen Pressemeldung.

Die Konzernführung zeigte sich aber sehr optimistisch für das Gesamtjahr, und rechnet mit einer weiteren Belebung des Geschäftes sowie wieder steigenden Stahlpreisen. Bereits zum Jahresanfang 2012 haben die Notierungen für Stahl wieder angezogen. Zudem konnte Salzgitter den Fehlenden Auftrag im Röhrengeschäft bereits jetzt durch eine entsprechende Order aus Australien kompensieren. Die Eigenkapitalquote von 43 Prozent sowie 642 Millionen Euro Nettofinanzposition bilden eine nach wie vor äußerst solide Basis für die Zukunft des Konzerns, hieß es.

Alles in allem dürfte damit die Durststrecke der deutschen Stahlkonzerne allmählich zu Ende gehen. Insbesondere auch die gestern veröffentlichten Zahlen der Beteiligung an Europas größter Kupferhütte Aurubis entwickelt sich weiterhin sehr erfreulich, und zeigt das der Trend in dem Sektor nun wieder allmählich nach oben dreht. Hervorzuheben ist wohl auch dass die Handelssparte von Salzgitter einen wesentlichen Beitrag zu dem Geschäftsergebnis beigetragen hat, was für mich persönlich die Theo unterstreicht dass Stahlhändler wie Klöckner &Co, vorübergehende Marktschwächen am besten abfedern können. Das heute gelieferte Zahlenwerk von Salzgitter, insbesondere der um 300 Millionen Euro deutlich gesteigerte Umsatz, würde ich als solide bezeichnen. Wenn die Stahlpreise nun weiter steigen, dürfte sich dies auch überproportional positiv auf die künftigen Bilanzen des Konzerns auswirken.

Die momentan sehr niedrige Börsenbewertung der Salzgitter AG dürfte nach den Zahlen, und vor allem dem positiven Ausblick bald der Vergangenheit angehören. Hier sollte nun so langsam alles schlechte eingepresst sein und genügend Raum für positive Überraschungen bestehen…Etwas mehr Sorgen muss man sich da wohl als ThyssenKrupp Aktionär machen. Noch immer schreibt der Konzern hohe Verluste, die aus den Stahlwerken in Brasilien und den USA herrühren. Die Verschuldung des Konzerns ist inzwischen auf 6,5 Milliarden Euro angewachsen. Der Verkauf der defizitären Edelstahlsparte an den finnischen Mitbewerber Outokumpu dürfte da kurzfristig wohl nur wenig Entlastung bringen.

DAX weiter am Rande des (griechischen) Abgrundes…

Die abgelaufene Börsenwoche war grausam, da gibt es aus Sicht eines Anlegers nicht viel zu beschönigen. Sämtliche wichtigen Indizes bewegten sich fünf Tage in Folge am Rande des Abgrundes, konnten aber letztlich (vorerst) alle relevanten Marken verteidigen. Weiterhin belasten insbesondere die Ereignisse rund um die Wahlen in Griechenland die Börsen, aber auch andere „Aufreger der Woche“ trugen nicht unbedingt dazu bei dass Investoren wieder neuen Mut fassten und erneut auf eine Gegenbewegung an den Aktienmärkten gesetzt haben. Unter anderem der Milliardenverlust von JP Morgan, der Ausblick von Cisco Systems, aber auch die deutlichen Gehaltserhöhungen der Commerzbank Führungsriege, haben in dieser Woche auf Investors Inside für Diskussionen gesorgt.

Der Deutsche Leitindex hat am Freitag mit einem versöhnlichem Wochenschluss über der wichtigen Unterstützungsmarke von 6.500 Punkten bei 6580 Punkten geschlossen. Das erneute Scheitern der Griechen bei der Bildung einer funktionsfähigen Regierung dürfte aber bereits am Montag schon wieder auf die allgemeine Stimmung drücken. Somit mache ich es heute kurz. Es gibt nun zwei mögliche Szenarien, deren Kursziele und wichtige Chartmarken Sie kennen sollten…Ich denke es kann sehr wichtig sein sich für beide Fälle jetzt schon eine praktikable Strategie zurecht zu legen!

Das Gesamtbild bleibt wohl auch in der kommenden Woche eher gemischt, da im Moment alles auf Neuwahlen in Griechenland hindeutet, die dann wohl die Linke für sich entscheiden könnte und somit ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion immer wahrscheinlicher wird. Ohne diese Ereignis würde ich ganz klar auf eine baldige Trendwende am Aktienmarkt setzen, denn vieles spricht eigentlich dafür dass wir nun wieder höhere Aktienkurse sehen sollten. Ich habe ja bereits in der letzten Woche darüber berichtet…! Inzwischen befinden wir uns kurzfristig im deutlich überverkauften Bereich beim DAX, S&P und Co. was zumindest für eine technisch bedingte Gegenreaktion in der nächsten Woche spricht. Beide Indizes sind zudem in der letzten Woche von einem steilen Abwärtstrend in einen Seitwärtstrend über gegangen. Eine Bodenbildung an den entscheidenden Marken ist somit nun möglich.

Ich habe Ihnen in dem obigen Chart ein paar – hoffentlich selbsterklärende – Punkte eingezeichnet die aus meiner Sicht nun sehr wichtig sind und entsprechend intensiv beobachtet werden sollten. Kann der DAX am Montag oder Dienstag, nach (wahrscheinlich) anfänglicher Schwäche, den nun eingeschlagenen kurzfristigen Trend wieder aufnehmen würde dies die Bestätigung einer inversen SKS Formation zur Folge haben, deren geschätztes Kursziel dann bei ca 6.800 Punkten liegt. Ein wichtiges Etappenziel dabei ist das Überschreiten der 6.600er Marke auf Schlusskursbasis. In diesem Falle sollte sich auch das allgemeine Sentiment dann wieder deutlich aufhellen. Ein weiterer Anstieg in Richtung 7.100 Punkte scheint somit nach wie vor möglich zu sein.

Grundsätzlich bleibt die Hürde bei 7.120 Punkten die wohl entscheidende Marke des gesamten Börsenjahres 2012. Wie Sie sehen verläuft hier der entscheidende Kreuzwiderstand des langfristigen Abwärtstrends, des Aufwärtstrends aus dem ersten Quartal diesen Jahres und des sehr kurzfristigen Aufwärtstrends, sollte sich dieser in der kommenden Woche bestätigen. Erst wenn dieses Niveau überwunden werden kann sehen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit ganz andere Aktienkurse als heute. Das ist natürlich Zukunftsmusik und klingt in Anbetracht der aktuellen Lage schon fast etwas abstrakt jetzt auf diese Marken hinzuweisen. Aber Sie sollten dieses Niveau kennen, denn es kann in diesem Umfeld auch jederzeit eine Nachricht über die Ticker laufen die genau dieses Szenario dann auslösen wird. Und dann muss man schnell handeln…

Bei aller Begeisterung über die Wahrscheinlichkeit eines kräftigen Anstieges möchte ich aber natürlich nicht die möglichen Gefahren ausblenden. Denn auch auf der anderen Seite besteht inzwischen eine sehr realistische Chance auf eine starke Kursbewegung. Warum die aktuellen Niveaus im S&P 500 so entscheidend sind erkennen Sie in dem Chart oben. Der S&P befindet sich in der seit Anfang 2011 Gültigen Unterstützungszone, und zwar am unteren Ende. Sollte dieser Bereich nun nach unten verlassen werden, ist das nächste Kursziel erst wieder bei 1.288 Punkten zu finden, was sicherlich für die Entwicklung des Dax auch nicht ohne gravierende Folgen bleiben wird.

Aktuell gilt es somit beim S&P 500 die Marke von 1.365 Punkten genauestens zu beobachten, denn auch hier liegt auf der kurzfristigen Ebene momentan die Nackenlinie einer inversen SKS Formation, die den Index wieder zurück in den Bereich um die 1.385 Punkte führen sollte. Gelingt dies nicht und fällt der DAX somit in der Folge erneut unter die 6.400 Punkte Marke, dürfte sich der Abwärtstrend somit weiter fortsetzen. Ein realistisches Kursziel läge in diesem Falle  bei 6.172 Punkten. Hier liegt eine weitere starke Unterstützung, bevor dann eventuell die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Punkten angegriffen werden könnte. Bei 6.350 Punkten liegt eine kleine Unterstützung in Form des 61,80% Fibonacci Levels.

Ich hoffe es ist mir gelungen Ihnen die Brisanz der aktuellen Situation aufzuzeigen, die hohe Risiken, aber auch enorme Chancen beinhaltet. Das Spiel der Griechen mit dem Feuer hat somit leider erneut das Potenzial die gesamte Finanzwelt für einige Monate auf den Kopf zu stellen. Sollte es doch noch kurzfristig zu einer Einigung der griechischen Parteien kommen, wird der Markt dies wohl mit einer Rally belohnen. Die Analyse von Einzelaktien macht somit für den Moment wenig Sinn. Erst wenn wieder klarer wird in welche Richtung die Reise in den kommenden Wochen gehen könnte, werde ich mich wieder verstärkt darauf konzentrieren die Chancen einzelner Branchen und Unternehmen hier zu besprechen. In der letzten Woche habe ich mich im Blog dem Kursrutsch der Klöckner & Co. Aktie und den Quartalszahlen der Commerzbank  etwas näher angenommen. Wenn Sie Lust haben schauen Sie doch mal im Blog vorbei.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr Lars Röhrig

Gastkommentar: Die Solarindustrie in der Konsolidierungs-Phase

Der Gesetzentwurf zur Kürzung Einspeise-Vergütung für Solarstrom wurde heute vom Deutschen Bundesrat gestoppt und in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Dessen ungeachtet sucht die Deutsche Solarindustrie den richtigen Weg in die Konsolidierung. Ein kurzer Überblick

BOSCH versucht aktuell seine Solarsparte unter diesen neuen Bedingungen, Kürzungen der Einspeise-Vergütungen sowie weltweite Überkapazitäten, neu auszurichten. Im Jahr 2011 sind die Erlöse nach Unternehmensangaben um knapp 10 % auf rund 800 Mio. Euro zurückgegangen. Das defizitäre Geschäftsfeld Photovoltaik sowie Firmenwertabschreibungen i. H. v. 560 Millionen in diesem Bereich haben wesentlich zum operativen Verlust von 364 Mio. Euro in der Konzernsparte Industrietechnik beigetragen. „Wenn die Preise in einem Jahr um 40 Prozent sinken, kann man das mit Kostensenkungen nicht kompensieren“, fasst Bosch-Vizechef Siegfried Dais die Problematik zusammen.

Wie sich die Umsätze der Solarstromsparte mit rund 3500 Mitarbeitern bis zum Ende dieses Jahres entwickeln werden, sei noch nicht absehbar. Von einer Bereinigung des Marktes sei derzeit noch nicht viel zu spüren, kommentiert Dais. „Auch insolvente Hersteller produzieren weiter.“ Und selbst wenn alle angeschlagenen Produzenten aufhören würden, gäbe es noch Überkapazitäten am Markt, sagte der Manager. Bisher hat Bosch nach Angaben des Geschäftsbereichs Finanzen seit dem Einstieg in die Photovoltaik im Jahr 2008 operative Verluste von 300 Millionen Euro verbucht.

Bosch sieht in seiner strategischen Ausrichtung einen mittelfristigen Erfolgseintritt. Das Bosch-Management zeigt sich davon überzeugt, dass die Bedeutung der Sonne als Energiequelle weiter wachsen wird, beispielsweise wegen der sinkenden Anlagenpreise bei gleichzeitig steigender Leistung. „Die Kosten pro Kilowattstunde werden bei Photovoltaik-Anlagen schon in wenigen Jahren niedriger sein als bei Offshore-Windkraftanlagen“, prognostizierte Dais. Zudem lasse sich durch die Kombination von Solar- und Windstrom ein Teil der Stromproduktionsschwankungen ausgleichen. Bosch positionierte sich auch zum Reizthema Subventionen. „Mittelfristig muss auch diese Sparte wirtschaftlich arbeiten“, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach.

Eine permanente Quersubventionierung könne es nicht geben. Fehrenbach zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass es im laufenden Jahr gelingen werde, durch technische Optimierung und Kostensenkungen das Ergebnis im Solargeschäft zu verbessern. In drei bis fünf Jahren, so schätzt der scheidende Bosch-Chef, könnten schwarze Zahlen erzielt werden. Welche konkreten Sparmaßnahmen in der Solarsparte geplant sind, wollte Vizechef Dais nicht sagen. Aktuell sei die Produktion von Solarzellen im Werk Arnstadt komplett ausgelastet. Der Markt bleibe aber zunächst sehr volatil!

CONERGY befindet sich derweil in einer laufenden Übernahme durch einen Konkurrenten aus China.“Es ist nicht mehr eine Frage des Ob, sondern nur noch des Wann.” Die Aktien der Conergy AG sind wegen des möglichen Einstiegs eines chinesischen Konkurrenten des Hamburger Solarunternehmens am Donnerstag um bis zu 16 % auf 0,57 Euro und damit den höchsten Stand seit Februar gestiegen. Conergy war einmal Deutschlands größtes Solarunternehmen.

centrotherm photovoltaics AG hat im ersten Quartal 2012 in einem schwierigen Marktumfeld einen Auftragseingang von 255,4 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 224,3 Mio. Euro) erzielt. Die Branchen- und Finanzierungssituation bleibt weiterhin angespannt und zeigte sich erneut in der Geschäftsentwicklung. Für die ersten drei Monate dieses Jahres ergab sich im Konzern ein Umsatz von 82,5 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 189,3 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) sank auf minus 42,9 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 17,7 Mio. Euro). Der Auftragsbestand betrug zum 31. März 2012 insgesamt 508,2 Mio. Euro (31. Dezember 2011: 423,0 Mio. Euro). Der Lichtblick und Konsolidierungsanker: der Großauftrag von Sonelgaz zum Bau einer vollintegrierten Solarmodulfabrik in Algerien in Höhe von 227,1 Mio. Euro.

„In den Zahlen spiegeln sich die Marktturbulenzen wider, mit denen auch wir zu kämpfen haben“, sagte Dr. Thomas Riegler, Finanzvorstand der centrotherm photovoltaics AG. „Die Branche befindet sich in der bisher schwersten Krise, die Konsolidierung ist im vollen Gange. Daher arbeiten wir mit Hochdruck an der Umsetzung unseres Restrukturierungsprogramms ct focus, welches umfangreiche Maßnahmen zur Ergebnis- und Liquiditätssicherung vorsieht. Das erklärte Ziel, um centrotherm auf den Weg nachhaltiger Profitabilität zurückführen, ist eine schlanke und effizienten Organisationsstruktur, sowie die strategische Ausrichtung auf die technologischen Kernkompetenzen und Produkte insbesondere im Segment Solarzelle & Modul sowie im Bereich Halbleiter. Für das erste Halbjahr 2012 gehen wir von keiner Verbesserung der aktuellen Situation aus.“

Im Segment Silizium & Wafer erzielte centrotherm photovoltaics mit dem Verkauf von Technologie und Anlagen für die Silizium -Produktion Umsätze von 37,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 29,3 Mio. Euro). Für das operative Ergebnis (EBIT) ergab sich ein Wert von minus 0,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 2,2 Mio. Euro). Der Auftragsbestand im 2/3 Segment lag am 31. März 2012 bei 195,5 Mio. Euro (31. Dezember 2011: 176,1 Mio. Euro).Im Berichtszeitraum hat sich das Risiko verdichtet, dass es im Rahmen eines Großprojekts möglicherweise zu einem Rechtsstreit in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages kommt.

Da der Vorstand nach bisheriger Einschätzung davon ausgeht, dass aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen hieraus für die Gesellschaft keine größeren Belastungen resultieren werden, wurden derzeit keine weiteren Rückstellungen gebildet. Im Segment Solarzelle & Modul beliefen sich die Umsatzerlöse auf 37,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 154,9 Mio. Euro). Das EBIT lag bei minus 32,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 19,3 Mio. Euro). Der Auftragsbestand im Segment betrug am Ende des ersten Quartals 306,3 Mio. Euro (31. Dezember 2011: 234,6 Mio. Euro). Das Segment Dünnschichtmodul erwirtschaftete einen Umsatz von 8,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 5,1 Mio. Euro). Das EBIT lag bei minus 10,5 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: minus 3,8 Mio. Euro). Das Segment verzeichnete einen Auftragsbestand von 6,4 Mio. Euro (31. Dezember 2011: 12,3 Mio. Euro).

„Für das erste Halbjahr 2012 sehen wir keine Verbesserung der aktuellen Situation“, so Finanzvorstand Riegler. „Dennoch sehen wir den anhaltenden Kostendruck in der Photovoltaik-Industrie auch als Chance. Denn unsere Kunden setzen auf hocheffiziente Technologien und Produktionsanlagen, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil ermöglichen.
Darüber hinaus sehen wir das mittel- bis langfristige Potenzial der Photovoltaik durch den weltweit steigenden Energiebedarf und die begonnene Energiewende.“

Die centrotherm photovoltaics AG mit Sitz in Blaubeuren ist weltweit führender Technologie- und Equipment-Anbieter der Photovoltaik-Industrie. Das Unternehmen stattet namhafte Solarunternehmen und Branchen-Neueinsteiger mit schlüsselfertigen („Turnkey“) Produktionslinien und Einzelanlagen für die Herstellung von Silizium, kristallinen Solarzellen und -modulen sowie Dünnschichtmodulen aus. Damit verfügt der Konzern über eine breite und fundierte Technologiebasis sowie Schlüsselequipment auf nahezu allen Stufen der Wertschöpfungskette. Im Geschäftsjahr 2011 erzielte centrotherm photovoltaics einen Umsatz von rund 700 Mio. Euro. Das Unternehmen ist im TecDAX an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Sandro Valecchi

Commerzbank – Blessing überspannt den Bogen!

JP Morgan verzockt 2 Milliarden Dollar und reißt damit heute erneut den gesamten Bankensektor runter. Weniger die enorme Summe dürfte dabei die Anleger interessieren sondern viel mehr die offensichtliche Tatsache dass Banken nichts aus der Krise gelernt haben, und immer noch viel zu hohe Risiken mit den ihnen anvertrauten Geldern eingehen. Da hilft auch die öffentliche Entrüstung des Chefs Dimon über die Schlamperei im eigenen Hause nichts. Ein weiteres sehr trauriges Beispiel dafür dass Banker immer noch in den alten Mustern gefangen sind und sich die Welt schön reden, ist für mich persönlich die heutige Nachricht dass die Manager bei der Commerzbank bereits in diesem Jahr wieder Gehälter in Millionenhöhe beziehen sollen.

Ursprünglich wurden die Gehälter der Manager auf 500.000,- Euro pro Jahr gedeckelt, nachdem der Staat vor gut drei Jahren mit stolzen 18 Milliarden Euro zur Rettung der CoBa eilte und dies zur Bedingung machte. Diese Regelung sollte so lange gelte bis die Bank mindestens die Hälfte der Hilfszahlungen zurück gezahlt hat, und die Zinsen aus der verbleibenden Schuld regelmäßig bedient. Mit der Rückzahlung der 14 Milliarden Euro sind die Voraussetzungen dafür nun erfüllt. Auch die Kapitalanforderungen der Bankenaufsicht wurden kürzlich übererfüllt. Somit ist man in der Chefetage wohl der Meinung dass man eine „kleine Belohnung“ verdient hätte.

Doch zum Jubeln besteht wohl noch kein Anlass, denn die Risiken in Europa sind nach wie vor – oder mehr den je – existent und bedrohen die Commerzbank, sowie deren Aktionäre. Diese hat zwar ihr Engagement in Griechenland jetzt weitestgehend zurück gefahren, die Gefahr einer ungeordneten Pleite des Landes bleibt aber hoch. Besser gesagt: Gerade ist die Bank also dem existenzbedrohenden Chaos noch einmal entkommen und schon werden die Gehälter und Boni wieder herauf gesetzt. Den Aktionär wird dies nicht freuen, hat er doch den Löwenanteil für die Rückzahlungen an Vater Staat über die letzten Kapitalerhöhungen mitgetragen. Warum sollten sich die Manager nun, zu diesem äusserst ungeschickt gewählten Zeitpunkt, die Gehälter erhöhen?

Noch vor kurzem habe ich die Vorgehensweise, und die Konsequenz bei der Restrukturierung hier im Blog mehrfach gelobt. Sicherlich sieht die Welt für eine Commerzbank inzwischen schon wieder deutlich freundlicher aus als noch vor wenigen Wochen, aber es kann wohl in kleinster Weise davon die Rede sein dass die Bank schon am Ziel ist. Und somit finde ich persönlich auch eine verfrühte Gehaltszahlung auf Vor-Krisen-Niveau nicht nur unpassend, sondern völlig daneben. Herr Blessing ist auf dem besten Wege mit einer solchen Vorgehensweise das mühsam wieder zurückerlangte Vertrauen in das Unternehmen zu zerstören.

Wenn der Aktienkurs der Commerzbank mal wieder im Bereich der 6,- Euro Marke notiert, kann man davon ausgehen das die Bank es halbwegs geschafft hat und die Mehrheit der Aktionäre nicht mehr auf Verlusten sitzt. Dann wäre wohl ein guter Zeitpunkt zu alten Mustern zurück zu kehren, aber nicht vorher. Wenn der Staat, der derzeit immer noch zwangsweise 25 Prozent an dem Unternehmen hält, sein Engagement auf ein Minimum reduziert hat und wenn die Eurohypo abgewickelt sowie die europäische Schuldenkrise gebannt ist, dann haben die Manager wohl eine satte Gehaltserhöhung verdient, weil sie das Unternehmen sicher durch schwere See gesegelt haben. Nach meinem persönlichen moralischen Verständnis aber erst dann!

Kein Aktionäre hätte zu diesem Zeitpunkt wohl ein Problem damit, heute jedoch hat der Vorstand den Bogen eventuell für die meisten Anteilseigner überspannt…Und das ist nicht ungefährlich, sollte die CoBa noch einmal in rauches Fahrwasser kommen, und die Rückendeckung der Investoren dann ausbleiben!

Klöckner & Co. – Wenn alle durchdrehen und nur der Chef einen kühlen Kopf bewahrt…

Der gestrige Kursverlauf der Klöckner & Co. Aktie hat mich dann heute doch veranlasst wieder mal etwas über den Stahlhändler zu schreiben. Grundsätzlich will ich vorausschicken, dass ich die Reaktion des Marktes auf die Zahlen gestern für maßlos überzogen halte. Die Bewertung des Unternehmens hat inzwischen nach meinen Beobachtungen ein gradezu lächerliches Niveau erreicht, und das sehen offensichtlich auch noch andere Menschen so. Firmenchef Gisbert Rühl unterstreicht diese Aussage mit seinem heutigen Insider Kauf von 10.000 Klöckner Aktien zum Kurs von 8,33 Euro. Rühl muss es wissen und hat in den letzten Jahren immer ein sehr glückliches Händchen bei seinen Käufen der eigenen Aktie bewiesen.

Die Klöckner Aktie notiert heute auf einem neuen Tiefstand unter der letzten Marke von 8,20 Euro, die im November auf dem absoluten Höchstpunkt der aktuellen Krise erreicht wurde. Inzwischen hat sich aber bei dem Unternehmen einiges getan. Nicht nur der Cashbestand von einer knappen Milliarde Euro und einer aktuellen Marktkapitalisierung von 900 Millionen Euro sind bemerkenswert, sondern auch die Tatsache das die Integration des letzen Zukaufes, MacSteel in den jetzigen Zahlen weitestgehend eingepreist sein dürften. In Zukunft sollte diese Beteiligung also eher deutlich zum Firmenergebnis beitragen. Und es läuft richtig gut in den USA, zudem ich dort für die kommenden Jahre eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Stahl erwarte.

Analysten haben gestern reihenweise ihre Kursziele für die Aktie nach unten angepasst, und das aus meiner Sicht wohl mal wieder zu dem absolut falschesten Zeitpunkt. Keines der ausgegebenen Ziele liegt allerdings in dem Bereich der heutigen Notierungen, sondern mindestens 12 Prozent darüber. Die Commerzbank Analysten gaben gestern gleich mehrfach Einschätzungen zur künftigen Entwicklung der Aktie an und bestätigten erst das Kursziel 11,- Euro um es dann wenige Minuten später auf 9,- Euro zu senken. Ein weiters Beispiel dafür wie konfus der Markt inzwischen auf Nachrichten reagiert…!

Ich persönlich halte es da eher mit Gisbert Rühl und habe heute zu historisch günstigen Kursen gekauft. Sollten noch mehr Anleger bereit sein den künftigen Weltmarktführer im Stahlhandel, der unter den Barmitteln in der Kasse notiert,  zu diesen Preisen auf den Markt zu werfen, werde ich die Position selbstverständlich weiter ausbauen. Das operative Geschäft  bekomme ich bereits heute umsonst, und die 10,- Millionen Euro Quartalsverlust (erwartet wurden 8,-) rechtfertigen sicherlich nicht einen um 100 Millionen Euro geringeren Börsenwert des Unternehmens.

Bwin und Bet-at-Home – profitieren von der EM 2012 ?

Vor nunmehr bereits geraumer Weile hatten wir über die politische Situation für private Wettanbieter in Deutschland berichtet. Nun kommt offenbar Bewegung in die zähen Verhandlungen zum Glücksspiel-Vertrag. Noch immer weigern sich nahezu alle Bundesländer die Regeln für die Anbieter von Glücksspielen und Sportwetten zu lockern. Schleswig Holstein hat die Liberalisierung des Glücksspielmarktes nun aber weiter voran getrieben und die ersten Lizenzen noch kurz vor den Landtagswahlen vergeben. Demnach dürften Betfair, Jaxx SE und Oddset nun Sportwetten bis zum Jahr 2018 offiziell in dem Bundesland anbieten. An den Wetten teilnehmen dürfen allerdings nur Spieler die einen dauerhaften Wohnsitz in Schleswig Holstein nachweisen können.

Dennoch geht die Landesregierung in Schleswig Holstein damit als erstes Bundesland den rechtskonformen Weg um dem europäischen Glücksspielgesetz gerecht zu werden. In den kommenden Monaten ist somit wohl damit zu rechnen dass auch die anderen Wettanbieter sich um eine entsprechende Lizenz bemühen werden. Der Andrang ist offenbar groß, denn die EM 2012 steht vor der Tür. Laut Presseberichten liegen inzwischen weitere 23 Anträge auf Zulassung vor. Wann die beiden hier besprochenen Anbieter bwin.party und bet-and-win.com eine entsprechende Zulassung beantragen und erhalten werden ist bislang nicht bekannt, aber ich bin mir sicher dass in den Unternehmen mit Hochdruck daran gearbeitet wird.

Vor kurzem berichtete Bet-at.home über die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Der Internet-Sportwettenabieter hat im Jahr 2011 trotzt höherer Erlöse bereits einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen und auch das erste Quartal dieses Jahres lief nicht besonders gut. Demnach schrumpfte das Vorsteuerergebnis auf nur noch  2,1 Mio. nach 3,9 Mio. Euro im Vorjahr. Der Konzernüberschuss reduzierte sich auf 1,4 Mio. nach zuvor 2,5 Mio. Auch der Aktienkurs von bwin.party kann in den letzten Wochen nicht wirklich überzeugen. Nach einem zuvor relativ starken Rebound der Aktie bröselt der Kurs nun wieder kräftig vor sich hin. Alleine gestern wies die Aktie ein Minus von über acht Prozent auf.

Berichten zufolge investieren beide Unternehmen gerade wegen der anstehenden Fußball Europameisterschaft verstärkt in Marketing. Ob sich diese Investitionen am Ende auszahlen werden kann noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Grundsätzlich steigt damit aber die Chance auf ein starkes nächstes Quartal, und die aktuelle Schwäche bei den Aktien könnte sich als kurzfristig guter Einstiegszeitpunkt erweisen. Beide Aktien sind eher spekulativ einzustufen!

Alle Macht dem Volke…

Eigentlich wollte ich ja hier im Blog nicht mehr politisieren, die jüngsten Ereignisse in Europa kann man aber einfach nicht ignorieren, auch wenn ich persönlicher im Moment nichts lieber tun würde als das. Die Wahlen in Griechenland haben kurzzeitig tiefe Spuren in den Indizes hinterlassen, und das auch nicht ohne Grund. Eine handlungsfähige Regierung lässt sich offenbar nicht aufstellen, was dazu führt das neue Kräfte im Lande nun ihre große Chance sehen.

Insbesondere der Linksruck in Griechenland lässt kurzzeitig die erneute Sorgen aufkommen dass das Land nicht in der Lage sein könnte eine regierungsfähige Koalition auf die Beine zu stellen. Nach den heutigen Berichten ist dem wohl auch so. Baldige Neuwahlen werden damit immer wahrscheinlicher. Letztlich befürchtete die Finanzwelt auch, dass egal wie die neue Regierung aussehen wird, und wann diese einsatzbereit ist, die dann an der Macht stehenden Politiker sich nicht an die Vereinbarungen der letzten Monate mit der Troika halten könnte. Die Sparziele des Landes sind somit wieder in Frage gestellt. Die Rückzahlung der Gelder aus dem Rettungsfonds werde ebenfalls immer unwahrscheinlicher. Für mich persönlich war diese Rückzahlung sowieso immer unwahrscheinlich!

Der Vorsitzende der erstarkten Ultra Linke Partei Syriza, Alexis Tsipras wird nun mit der Regierungsbildung beauftragt, nachdem alle anderen Versuche bisher gescheitert sind. Das heißt schon etwas! Hier ist nun offensichtlich jemand am Drücker dem sein Über-Nacht-Erfolg bereits jetzt kräftig zu Kopfe gestiegen ist. Dennoch sollte auch den Linken im Lande klar sein dass Griechenland auf viele Jahre oder Jahrzehnte wohl isoliert in der Welt dastehen würden, wenn nun an bereits geschlossenen Verträgen rückwirkend ernsthaft gerüttelt wird, bzw. diese einfach ignoriert werden sollten. Niemand bei gesundem Verstand würde wohl mit Griechen, die sich nicht an solche Vereinbarungen halten, in Zukunft noch Geschäfte machen. Das käme dann wohl auch einem Todesstoß des Landes gleich, der damit einher gehen würde  dass man Griechenland in wenigen Jahren höchstwahrscheinlich zur Dritten Welt zählt.

Ein geordneter Austritt des Landes aus der Eurozone wäre freilich ein anders Szenario, und würde am Ende wohl nur Gewinner zurücklassen. So hart sich das nun anhören mag, aber ich persönlich finde dass die Entwicklungen in Griechenland aus dieser Perspektive nun endlich in die richtige Richtung gehen könnten. Europäische Politiker sprechen sich öffentlich für einen geordneten Austritt des Landes aus unserer Währungsunion aus. Ich denke dass die Gunst der Stunde nun auch genutzt werden sollte um diesen Plan umzusetzen. Wir Europäer würden wohl, aus gegebenem Anlass, auch international den größten Respekt dafür ernten, wenn wir diesen Schritt nun endlich zu gehen bereit sind.

Die Protestwähler in Griechenland haben das erreicht was sie erreichen wollten. Das Volk hat somit in gewisser Weise wieder die Macht übernommen, und die Wiege der Demokratie kehrt zu ihren Wurzeln zurück. Ob sie sich allerdings wirklich über die Tragweite ihres Handelns bewusst sind wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln. Vielleicht dämmert dem ein oder anderen griechischen Wähler nun doch dass ein Linksruck in dem Land nicht unbedingt gewünscht sein kann. Eine Regierung die als erste Amtshandlung alle anderen Mitglieder eines Bündnisses enteignen will würde wohl auch nicht davor zurück schrecken dies in abgewandelter Form mit den eigenen Bürgern zu tun, wenn der Karren erste einmal richtig in den Dreck gefahren wurde.

Sollte es also in absehbarer Zeit in Griechenland doch noch zu Neuwahlen kommen, bevor der Geldhahn durch die Geberländer endgültig zugedreht und verplombt wird, besteht noch Hoffnung dass sich das griechische Volk noch einmal besinnt. Ob diese letzte Chance allerdings vom Rest der Welt noch gewünscht wird darf zumindest bezweifelt werden. Alleine der Schaden den die Aussagen von Alexis Tsipras, und die offensichtliche Regierungskrise des Landes, an den internationalen Finanzmärkten nach nur zwei Tagen hinterlassen hat, dürfte ein vielfaches von dem sein was die gesamten Rettung des Landes jemals gekostet hätte…und das nicht zum ersten Mal! Ich persönlich bleibe den Griechen tief verbunden, habe immer nur sehr nette Vertreter des Landes kennen gelernt und finde das Land wunderschön. Spätestens nach dem damaligen Spontan-Referendum von Papandreou, und den heutigen Aussagen von Alexis Tsipras muss man sich als Europäer aber wohl die Frage stellen ob das Land wirklich zu „uns“ passt, oder jemals passen wird?

Commerzbank – Trendwende nach soliden Zahlen?

Bereits drei Monate vor Ablauf der durch die Europäische Bankenaufsicht, EBA gesetzten Frist hat die Commerzbank die Kapitallücke nun mehr als nur geschlossen. In den vergangenen Wochen wurde immer wieder spekuliert wie hoch denn das Eigenkapital der Bank nun tatsächlich sein möge. Heute verkündete Firmenchef Martin Blessing dass man die gesetzten Vorgaben von 5,3 Milliarden Euro Eigenkapital sogar noch um 1,1 Milliarden Euro übertroffen habe. Ein Polster dass durch den gezielten Abbau von Randaktivitäten der Bank in den letzten Monaten erreicht werden konnte. Bei der Commerzbank will man sich in Zukunft wieder verstärkt auf die Kernkompetenzen besinnen, und das ist gut so! Besonders hervor zu heben ist wohl dass sich das Bankhaus nun von nahezu allen Engagements in Griechenland getrennt hat, was die Gefahr bei einer ungeordneten Insolvenz des Landes inzwischen gen Null tendieren lässt!

Die veröffentlichten Zahlen für das abgelaufene erste Quartal hingegen konnten auf den ersten Blick wenig begeistern. Das Bankhaus ist mit einem Gewinnrückgang von knapp 60 Prozent in das neue Jahr gestartet. Unter dem Strich verdiente das zweitgrösste deutsche Kreditinstitut nach eigenen Angaben im ersten Quartal 369 Millionen Euro. Allerdings findet man in der Bilanz des letzten Quartals eine ganze Reihe von Restrukturierungskosten. Eine Belastungen von alleine knapp 500 Millionen Euro verursachte der Abbau der Risikopositionen und die Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten. Ohne diese einmaligen Sondereffekte wäre das operative Ergebnis auf Jahressicht nahezu stabil geblieben. Auch wenn man heute ganz andere Headlines lesen kann, ich würde die Zahlen unter den gegebenen Umständen als absolut „solide“ bezeichnen.

Man darf also durchaus gespannt sein wie der Markt diese Zahlen heute interpretieren wird. Ich gehe davon aus dass dieses Ereignis heute noch vom Markt abgewartet wurde, am Ende aber die Bemühungen und handfesten Erfolge Blessings nun auch einpreisen wird. Insgesamt hat sich der Bankensektor in den letzten Handelstagen trotz der Nachrichtenlage und der Schwäche in den Indizes erstaunlich stark präsentiert. Es würde mich also nicht wundern wenn der Wendepunkt bei der Commerzbank Aktie nun erreicht ist. Als Belastungsfaktor in diesen Tagen bleibt natürlich das Thema Griechenland, wobei ich glaube dass es hier nicht zum Supergau kommen wird, auch wenn das am Ende wohl das Beste für alle Beteiligten sein dürfte.

Im Vordergrund steht für mich persönlich nun der Glaube an einen erfolgreichen Fortbestand der Commerzbank, und das zurück gewonnene Vertrauen in die Fähigkeiten des Managements. Nachdem noch vor kurzem das Verhältnis der Bank zu seinen Aktionären durch eine überraschende Kapitalerhöhung belastet wurde, kann man nun wohl darauf setzen dass es so etwas in Zukunft wohl nicht mehr geben wird. Blessing hatte immer wieder betont dass es die Commerzbank ohne weitere Hilfen des Staates und aus eigener Kraft schaffen werde, die Voraussetzungen zu erfüllen. Dies ist Ihm nun gelungen und sollte eigentlich auch der Aktie wieder etwas auf die Sprünge helfen. Aus charrtechnischer Sicht bleibt alles somit wie in unserer letzten Analyse beschreiben, achten Sie auf die wichtigen Marken..!

DAX Trendwende? – Rheinmetall und Facebook…

Erneut hat sich das eigentlich positive Bild in der abgelaufenen Woche spontan gedreht. Nachdem zunächst eigentlich alles danach aussah dass die Indizes weiter nach oben laufen werden, wurde dieses positive Bild durch neue Sorgen belastet. Noch immer spielen dabei die Unsicherheiten im Euro-Raum eine ganz wesentliche Rolle, allen voran wäre hier die teilweise katastrophale Situation Spaniens zu nennen. Hinzu kamen erneut schwächere Daten vom US Arbeitsmarkt, die letztlich dazu geführt haben dass der Markt am Freitag deutlich korrigiert hat. Insgesamt wurde bei den sogenannten Non Farm Gehaltsabrechnungen nur ein Zuwachs von 130.ooo Stellen erreicht, die Erwartungen lagen bei 175.000 neue geschaffenen Stellen. Die US Arbeitslosenrate hingegen ging weiter auf 8,1 Prozent runter, was sehr positiv zu werten ist.

Aus meiner Sicht waren diese  Zahlen in dem Umfang allerdings schon am Donnerstag nahezu eingepreist, sodass nun die spannende Frage bleibt ob es sich bei der Kursbewegung um eine Übertreibung gehandelt hat oder aber eine Trendwende am Markt eingeleitet wurde? Der Arbeitsmarkt in den USA bleibt schwächer als erwartet, es werden aber weiterhin neue Stellen geschaffen. Auch die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe ging erneut zurück. Die weiterführenden Anträge auf Arbeitslosenhilfe verringerten sich von 3.311.000 auf 3.276.000. Die positive Tendenz hält also an. Der ISM Dienstleistungsindex hingegen enttäuschte mit einem Rückgang von 55,5 auf 53,5 Punkte. Wohin gegen die Daten aus China ganz klar auf eine weiche Landung der Wirtschaft dort hinweisen und keinerlei Anlass zur Sorge bieten.

Das Geschäftsklima in China befindet sich aktuell auf einem dreizehn Monats Hoch und damit weiterhin in hervorragender Verfassung. Befürchtungen einer ernsthaften Abkühlung des Wachstumsmotors kann man also für den Moment wohl vergessen. Im Gegenteil, der politischen Führung Chinas ist es gelungen, die zuvor befürchtete Überhitzung der Konjunktur deutlich zu verringern. Das kann man also ebenfalls durchaus positiv sehen, insbesondere wenn man Aktien exportstarker Unternehmen im Depot hat. Ein Problem könnte auf mittlere Sicht der Immobilienmarkt im Reich der Mitte werden, aber soweit sind wir noch lange nicht…

Dennoch, kurzfristig gerät der Dax erneut kräftig unter Druck. Mit dem Unterschreiten der Marke von 6.600 Punkten im späten Freitags Handel rückt nun erneut die Unterstützungszone zwischen 6.400  und 6.500 Punkten in den Fokus der Anleger, statt dem erhofften Anstieg in Richtung 7.000 Punkte. Auch die Schwäche in den US Indizes am Freitag hat zudem aus charttechnischer Sicht eine gewisse Brisanz. Ich gehe aber noch davon aus dass wir uns weiter in der Trading-Range zwischen den beiden genannten Kursmarken im Dax bewegen werden. Eigentlich sind alle schlechten Nachrichten nun vorläufig abgearbeitet und dadurch das Potenzial für positive Überraschungen durchaus wieder vorhanden, auch wenn es zwischenzeitlich noch einmal etwas holprig werden könnte. Zudem scheinen offenbar viele Anleger der umstrittenen Börsenweisheit „Sell in May an go away“ zu folgen. Die idealtypische Bewegung die nun erwartet wird könnte aber bereits schon im April stattgefunden haben…

Heute schauen Anleger diesseits und jenseits des Atlantiks gebannt auf die Wahlen in Frankreich und Griechenland. Soeben kam die Meldung über den Ticker, dass die griechische Regierungspartei regelrecht abgestürzt ist. In Frankreich hingegen dürfte der Wahlsieger wohl nahezu fest stehen glaubt man den neusten Umfragen. Ein Sieg Sarkozys käme wohl jetzt einem kleinen Wunder gleich. Welche Auswirkungen die beiden Wahlergebnisse haben werden ist schwer abzuschätzen, auch wenn ich glaube dass auch hier bereits ein Großteil in den Kursen eingepreist sein sollte. Dass Hollande dann nach seinem Amtsantritt mit der Keule durch Europa laufen wird halte ich zwar für nicht ausgeschlossen aber sehr unwahrscheinlich.

Unsere Kanzlerin hat sich ja im Vorfeld schon mal  zaghaft in die Richtung der von Hollande „geforderten“ Änderungen bewegt, sodass es sicherlich nicht gleich in den ersten zwei bis drei Wochen zum Eklat zwischen Frankreich und Deutschland kommen wird… Am Ende bleibt also die Frage wie lang oder kurz die Beine dieser aktuell höchst politischen Börse sein werden? Dass der drastische Sparkurs der Schuldenländer auf Dauer nicht funktionieren kann, dürfte inzwischen klar sein. Und dass Europa mittelfristig wieder eine Perspektive braucht um nicht zu zerfallen wohl auch. So gesehen würde Hollande wohl wieder etwas frischen Wind in die zuletzt, unmittelbar nach verrichteter Arbeit schlagartig eingeschlafene, Europapolitik bringen…!

Die Unternehmensdaten hingegen sind und bleiben überwiegend nicht nur gut sondern teilweise hervorragend. Die Weltwirtschaft trotzt den politischen Wirren und zeigt weiterhin ein ganz anderes Bild als man in den einschlägigen Gazetten dieser Welt lesen kann. Auch der Ausblick vieler Unternehmen auf das Gesamtjahr  lässt durchaus hoffen, dass wir uns in einem stabilen Trend befinden, der nicht so schnell wie befürchtet abreißen wird. Dennoch könnten die nächsten Wochen noch einmal sehr turbulent werden. Zwar befinden wir uns bei so mancher Aktie inzwischen wieder auf geradezu lächerlichem Niveau, das muss aber nicht heißen dass diese Akien über den Sommer nicht noch günstiger werden können.

Ich spare mir diese Woche den Blick auf Einzelwerte, da ich der Meinung bin dass dies unter den gegebenen Umständen relativ wenig Sinn macht. Zu den meisten Depotwerten habe ich ja in den letzten Wochen hier und im Blog schon viel geschrieben. Meine Meinung zu den Unternehmen hat sich auch in keinster Weise geändert. Alle besprochenen Aktien befinden sich weiterhin im Depot. Erwähnenswert wäre vielleicht kurz noch die Rheinmetall Aktie. Hier wird gemunkelt das Unternehmen könnte bereits morgen den Börsengang der Automobiltochter Kolbenschmidt-Pierburg bekannt geben. Rheinmetall will dann bereits im Juni eine halbe Milliarde Euro mit dem IPO Einnehmen. Sollte Firmenchef Chef Klaus Eberhardt also morgen den KSPG Börsengang erklären, dürfte die Rheinmetall Aktie wohl vor einer Neubewertung stehen.

Und natürlich wäre da noch Facebook zu erwähnen! In der abgelaufenen Woche sind erste Details zum geplanten Börsengang bekannt geworden. Demnach will Marc Zuckerberg nun bereits am 18. Mai unter dem Kürzel FB seinen Siegeszug an der Nasdaq beginnen. Es sollen insgesamt 2.75 Milliarden Facebook Aktien in einer Kursspanne zwischen 28,- und 35,- Euro angeboten werden. Gehen wir mal davon aus dass die Emission deutlich überzeichnet ist, und der Preis vielleicht sogar kurzfristig noch etwas nach oben geschraubt wird. Als Privatanleger hat man eine gen Null tendierende Chance an diesem IPO zu partizipieren, aber es gibt durchaus andere Möglichkeiten, die ich Ihnen hier noch einmal kurz ans Herz legen kann. Ob Facebook langfristig eine so horrende Bewertung verdient wird sich zeigen, kurzfristig kann man allerdings auf den Hype spekulieren.

In diesem Sinne, ich wünsche Ihnen eine nicht allzu turbulente Börsenwoche und stets die richtigen Entscheidungen!

 

Gastkommentar Lufthansa AG auf Konsolidierungskurs

Der Beitrag „Lufthansa im Sinkflug“ ist zwar kritisch, wohl auch berechtigterweise, dennoch möchte ich gerne ins Detail gehen zu die positiven Aspekte des Lufthansa Sparprogramms „Score“ kurz herausarbeiten: Die LH AG reagiert notwendigerweise mit einem Konsolidierungspaket, um den Konzern in einer hart umkämpften Branche mit engen Margen bis 31.12.2014 wieder profitabel zu machen. Das Ziel ist die angestrebte Verbesserung des Betriebsergebnisses um 1,5 Milliarden Euro. Dem LH Management geht es um Konsolidierung und um die strategische, zukunftsfähige Ausrichtung in der Luftfahrtbranche

Nur ein Aspekt des Sparprogramm umfasst auch die Personal- und Verwaltungskosten; letztere sollen um ein Viertel sinken. Dies erklärt den avisierten Umfang des voraussichtlichen Stellenabbaus in einer Größenordnung von voraussichtlich 3.500 Stellen in der Verwaltung, die sukzessive abgebaut werden sollen. Die Personalkosten sollen sinken, indem beispielsweise Doppelfunktionen wegfallen und Tätigkeiten, die „keinen Mehrwert für den Kunden schaffen“, hieß es in einem Statement des LH-Managements. „Nur wenn wir jetzt die administrativen Funktionen neu strukturieren, können wir langfristig Arbeitsplätze erhalten und neue Arbeitsplätze schaffen“, kommentiert der LH Vorstandsvorsitzende die strategische Personalpolitik für den Konzern, der nach eigenen Angaben 115.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der in dieser Relation zu sehende eher moderate Arbeitsplatzabbau solle möglichst sozialverträglich vonstatten gehen, teilte der LH Vorstand mit.

Kostensenkung steht vor allem auf der Agenda des Sparprogramms „Score“: „Dass wir in einem nächsten Schritt die durch Wachstum entstandene Komplexität im Konzern reduzieren müssen, ist eine logische und vorhersehbare Konsequenz“, kommentierte Vorstandsvorsitzende Christoph Franz. In den vergangenen Wochen hatte der Lufthansa-Konzern bereits die Ausgliederung von Mitarbeitern der Tochter Austrian Airlines in eine andere Gesellschaft (Tyrolean) zu deutlich schlechteren Konditionen durchgesetzt. Ab erstem Juli 2012 gilt somit für alle 2.100 Piloten und Flugbegleiter der AUA der günstigere Kollektivvertrag der Regionaltochter. Die verlustbringende Tochter British Midlands wurde verkauft. Außerdem optimiert der Konzern seine Flugrouten, die Konzerntöchter sollen stärker zusammenarbeiten. Ob es zur Gründung eines neuen Low-Cost Carriers kommt, blieb offen; das LH Management positionierte sich lediglich dahingehend, das es aktuell keine Entscheidung gebe, an den Marken etwas zu verändern.

Kostentreiber waren aus Sicht der LH AG die Verteuerung für Kerosin, die Luftverkehrssteuer in Deutschland und Österreich sowie der Emissionshandel (C02-Ausstoß). Letzterer bedingt seit 2012, das alle Flüge, die von Flughäfen innerhalb der EU starten oder auf Flughäfen in der EU landen, dem EU ETS unterliegen. Dies bedeutet zugleich, dass die C02-Emissionen dieser Flüge bis 2020 um mindestens 20% ihres Niveaus von 1990 reduziert werden müssen.

Diese Entwicklung ist dem LH Management bekannt. Die internationale Luftfahrtbranche hat sich Klimaschutzziele gegeben, die nach Angaben des Branchenverbands International Air Transport Association (IATA) über bestehende gesetzliche Vorgaben hinausgehen. Bei einem Treffen im kanadischen Montreal versprachen Vertreter von Fluglinien und Flughäfen, die Kerosin-Effizienz bis zum Jahr 2020 um jährlich 1,5 % zu erhöhen. Ab dann will die Branche auch ohne zusätzlichen C02-Ausstoß wachsen. Zur Mitte des Jahrhunderts sollen die Emissionen im Vergleich zum Bezugsjahr 2005 halbiert werden. Wie diese Klimaziele erreicht werden sollen und ob sie überhaupt umsetzbar sind, ist umstritten. Sabine Teller, Pressesprecherin des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) Berlin, hält die IATA-Ziele für ambitioniert und auch für notwendig. Sie seien „kein Lippenbekenntnis“, sondern auch eine Konsequenz des knapper werdenden Kerosins.

Die Luftfahrtbranche stehe durch die Verknappung vor der „schlichten ökonomischen Notwendigkeit, noch effizienter zu werden, um Treibstoff und Emissionen einsparen zu können“, so Teller. Von der Politik wünscht sie sich eine stärkere Unterstützung beim Klimaschutz, etwa bei der Forschung an alternativen Treibstoffen. „Dafür sollten Erlöse aus dem Emissionshandel genutzt werden“, fordert die BDF-Sprecherin. Europäische Luftlinien unterliegen dem europäischen CO2-Handel seit 2012. Teller sagt, dass mit diesen Mitteln Wettbewerbsnachteile gegenüber außereuropäischen Fluglinien, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, vermieden werden könnten. Die Luftfahrtbranche erwartet deshalb von der Bundesregierung mit den Erlösen zum Beispiel die Entwicklung effizienterer Triebwerke zu unterstützen.

Die gestiegenen Kerosin-Kosten setzen der LH zu. Allein die Treibstoffkosten lagen dieses Jahr laut LH Management um 304 Mio. Euro höher als im Vorjahresquartal. 7,5 Milliarden Euro wurden hierzu genannt. Hier besteht ein Wettbewerbsvorteil für neue Fluggesellschaften mit Sitz auf der arabischen Halbinsel. Emirates ist einer der Hauptkonkurrenten der Lufthansa, das ist kein Geheimnis. Anderseits hat beispielsweise Emirates für alle Buchungen ab dem 01.03.2012 einen Treibstoffzuschlag eingeführt, der jetzt Flüge nach Afrika, in den Mittleren Osten oder Asien nach um etwa 70 bis 86 Euro pro Person verteuert.

Damit musste sich zugleich diese Airline vom Geschäftsmodell der sogenannten „Inkludierung der Kerosinzuschläge“ in den Flugpreis verabschieden und der Wettbewerb hat sich wieder etwas zugunsten der Lufthansa AG verlagert. Mit der Beteiligung am INSPIRE-Programm (Indian Ocean Strategic Partnership to Reduce Emissions) versucht Emirates die Treibstoffeffizienz zu verbessern. Mit zwei Testflügen von Dubai nach Brisbane und von Perth nach Dubai wurde der „perfekte Flug” getestet. Dazu gehört die Minimierung von Verspätungen am Boden, die effiziente Nutzung von Roll- und Landebahnen, die Durchführung gradliniger Steig- und Landeanflüge und eine ideale, direkte Streckenführung auf Basis existierender Wetter- und Luftraumbedingungen. Erste Erkenntnisse: eine Gesamtersparnis von über 6.250 Litern Treibstoff und mehr als 16.000 Kilogramm weniger CO2-Ausstoß.

Dem LH Management ist deshalb bewusst, mit dem Argument der Treibstoffkosten allein nicht mehr überzeugen zu können. Alternative Treibstoffe, von der Luftfahrtbranche zwar gewünscht, sind noch nicht in Serie, die Praxistests laufen noch. Der Einsatz von Biokerosin wird allerdings Bestandteil der Lufthansa Strategie zur Senkung der CO2-Emissionen. Anhand einer Vier-Säulen-Strategie arbeitet das Unternehmen daran, operative Maßnahmen am Boden und in der Luft zu optimieren, technischen Fortschritt voranzutreiben und Abläufe noch effizienter zu gestalten, um den Treibstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen zu verringern. Nach dem erfolgreichen Praxiseinsatz von biosynthetischem Treibstoff liegt bei Lufthansa nun der Fokus auf Eignung, Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit und Zertifizierung der Rohstoffe.

Wichtige Wirtschaftsmächte wie China, Russland und Indien wehren sich heftig gegen die EU-Normen zur Emissionsbeschränkung. Auch Europas Airlines klagen nun darüber, sie müssten sich auf höhere Kosten oder Umsatzverluste einstellen. So habe Indien bereits angekündigt, dass Verkehrsrechte nicht verlängert werden. Russland habe zusätzliche Überfluggebühren angekündigt. Ein großer Teil der Flugrouten aus Europa heraus in Richtung Japan, China und Indien verlaufen über russischem Gebiet.

Die LH AG stellt sich mit „Score“ den neuen Entwicklungen in der Branche, dem Thema „Risk Sharing.“ Mit dem Prinzip des sogenannten „Risk Sharings“ verteilen die großen Luftfahrt OEM’s wie Boeing, Airbus und Embraer immer größere Teile ihrer finanziellen und technischen Entwicklungsrisiken für Neuprojekte in die Lieferantenkette hinein. Die Folge ist ein nie zuvor gesehener Strukturwandel im Luftfahrtmarkt. Sowohl für OEMs, deren Lieferantenkette als auch für die Ingenieurdienstleister in diesem Markt ist der erfolgreiche Wandel auf die neuen Anforderungen ein notwendiges Kriterium, das über die erfolgreiche weitere Existenz dieses geschlossenen Marktes entscheidet. Die neuen Risiken, die mit diesem Modell verbunden sind, sind schwer zu fassen und zu beherrschen und stellen alle Beteiligten vor wichtige, neue Herausforderungen.

Die Lufthansa AG hat jetzt als weltweit erste Fluggesellschaft da neu entwickelte Langstreckenflugzeug vom Typ Boeing 747-8 in Dienst gestellt. Das Langstreckenflugzeug zeichne sich durch geringere Lärmbelastung, weniger Treibstoffverbrauch und deutliche reduzierte CO2-Emissionen aus, teilte die Lufthansa weiter mit. Bis 2015 will die Lufthansa AG 20 dieser neuen Maschinen in ihre Flotte integrieren. Zusammengefasst sehr ich daher die richtige Managemententscheidung, die vielleicht hätte bereits etwas früher getroffen werden können oder müssen, in der Hauptsache allerdings die Lufthansa wieder profitabel machen wird. Eine meines Erachtens nach faire Bewertung der Lufthansa AG muss im Kontext zur volatilen, globalen Branchenentwicklung der Airlines gesehen werden.  Meine persönliche Einschätzung für die LH Aktie liegt daher bei „Buy“, mit der Tendenz zu „Strong Buy.“ Sandro Valecchi

Commerzbank Aktie – im Abwärtssog der Deutschen Bank

Im Moment sieht es mal wieder gar nicht gut aus für Commerzbank Aktionäre. Seit Tagen zeigt die Aktie erneut deutliche Schwäche, mit dem Kursrutsch gestern auf knapp 1,54 Euro wurde auch das letzte Tief vom 26.04 erneut unterschritten. Es steht nun zu befürchten dass die nächste Zielmarke erneut der Tiefpunkt des Monats April bei 1,48 Euro sein wird. Fundamental hat sich bei der CoBa nichts geändert. Die zuletzt positiven Nachrichten konnten den Aktienkurs allerdings nicht in die richtige Richtung bewegen, was erst einmal kein besonders gutes Zeichen ist. Zudem leidet die Commerzbank natürlich weiterhin unter dem schlechten politischen Umfeld, und der seit Tagen bestehenden deutlichen Schwäche bei der Aktie des „großen Bruders“, der Deutschen Bank.

Wir hatten darüber berichtet dass sich die Deutsche Bank Aktie in einer aus charttechnischer Sicht sehr kritischen Situation befindet. Letztlich ist die Aktie nun wie erwartet abgetaucht, was nicht viel Gutes für die nächsten Tage erwarten lässt. Im Sog dieser Kursentwicklung leidet auch der Aktienkurs der Commerzbank Aktie erneut mit, und das obwohl der Titel bereits im Vorfeld dieser Entwicklung knapp 30 Prozent abgegeben hat. Wer hat gesagt das die Börse rational ist? Fällt die Aktie der Deutschen Bank also nun auf 28,- oder gar 26,- Euro zurück, dürfte das auch nicht ohne Folgen für die Commerzbank Notierungen bleiben, ganz unabhängig vom tatsächlichen Wert des Unternehmens.

Dieses Phänomen der Sippenhaft konnte man in den letzten Monaten des öfteren beobachten. Leider funktioniert dies aber offenbar nur in eine Richtung. Während die CoBa Aktie den vorangegangenen Anstieg der Deutschen Bank Aktie nur bedingt mitgemacht hat, wurden die schwächeren Tage immer direkt nachvollzogen. Dass die Deutsche Bank wegen eigener interner Probleme nun schwächer tendiert spielt dabei offenbar eine untergeordnete Rolle.

Insgesamt kann man auch feststellen dass das Interesse der Anleger an der Commerzbank Aktie in den letzten Tagen deutlich abgenommen hat. Anleger die auf einen Rebound gesetzt haben geben offenbar entmutigt ihre Stücke in den Markt, was ich wirklich gut verstehen kann. Inzwischen gleicht die CoBa Aktie viel mehr einer Wette auf das Ende der Krise als einer Beteiligung an einem Unternehmen. Das nachlassende Interesse könnte sich als positiver Faktor erweisen, der allmählich zu einer gewissen Beruhigung bei der Aktie führen sollte.

Ein Blick auf den Chart verrät dass die nächste Unterstützung bei der Aktie bei 1,52 Euro zu finden ist, danach bleibt die Marke von 1,45 Euro im Fokus der Anleger. Spätestens hier sollte der Aktienkurs der Commerzbank wieder drehen. Nach oben muss unbedingt die 1,60 bzw. 1,65 Euro Hürde zurück erobert werden. Zwischen diesen genannten Marken befinden wir uns weiterhin im Niemandsland.

Wacker Chemie – Startschuss für eine Rally?

Heute wird die Wacker Chemie AG ihr Zahlenwerk für das abgelaufene erste Quartal des Jahres präsentieren. Analysten erwarten dass das Unternehmen zunächst schwach in das neue Jahr gestartet ist. Sie gehen auf Jahressicht von einem Rückgang des operativen Ergebnisses vor Zinsen Steuern und Abschreibungen um stolze 40 Prozent auf 211 Millionen Euro aus. Beim Umsatz rechnen die Fachleute mit ca. 1,17 Milliarden Euro. Der Gewinn soll in dem Zeitraum deutlich von zuvor 168 Millionen Euro auf nur noch 40 Millionen Euro geschrumpft sein. Diverse Analysten haben ihre Ratings und Kursziele für das Unternehmen zuletzt deutlich zurück genommen, und erwarten teilweise weiter sinkende Notierungen bei der Wacker Chemie Aktie.

Konzernchef Rudolf Staudigl hingegen zeigte sich zuletzt wieder deutlich optimistischer und hatte vor wenigen Tagen darauf verwiesen dass sich das Geschäft mit Polysilicium im Vergleich zum vorangegangenem Quartal deutlich erholt habe. Demnach greife die Solarindustrie wieder verstärkt zu den Rohstoffen des Unternehmens. Staudigl sieht erste Anzeichen dafür dass sich die Überkapazitäten abgebaut hätten und die Konsolidierung der Branche allmählich abgeschlossen sei. Der Absatz von hochreinem Silizium war nach Angabe des Firmenchefs im ersten Quartal um 50 Prozent höher  als im Vorjahresquartal. Alle Produktionsanlagen von Wacker Chemie laufen unter Volllast hieß es in dem Interview.

Spannend dürfte also heute sein wer am Ende Recht behalten wird. Wenn das schwächelnde Polysilizium Geschäft tatsächlich in dem Umfang angezogen hat, und die Preise nicht weiter deutlich in den Keller gegangen sind, stehen die Chancen für eine positive Überraschung heute sehr gut. Bereits gestern konnte die Wacker Chemie Aktie im Vorfeld der Zahlen kräftig anziehen. Gelingt es dem Unternehmen heute zu überzeugen dürfte das der Startschuss einer Rallye gewesen sein, die die Aktie schnell wieder in deutlich höhere Regionen führen sollte. Enttäuscht das Unternehmen allerdings erneut sehen wir wohl auch sehr schnell wieder Kurse unter 60,- Euro. Dann hätte Staudigl wohl auch eine ordentliche Portion Vertrauen verspielt…!

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