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Favoritenwechsel – Facebook, Amazon, Netflix, Google und Tesla sind vorübergehend „Out“

Wie in meinem Beitrag gestern bereits erwähnt, bin ich eigentlich recht zufrieden mit der aktuellen Entwicklung an den Börsen. Vieles deutet nun darauf hin, dass an diesem Punkt zumindest eine ernsthafte Chance darauf besteht, dass die Kurse sich allmählich stabilisieren werden. Der Ölpreis pendelt sich über der 30,- Dollar Marke ein. Ob das so bleibt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Aber es wurden beim letzten Rücksetzer keine neuen Tiefs mehr ausgebildet. Zudem deutet sich eine Tassenformation an, die allerdings erst über einem Preis von ca 34,60 Dollar greift. Zuvor ist die Marke von ca. 33,55 Dollar nun wichtig um ein erstes Zeichen für wieder steigende Notierungen zu setzen. Der Anfang ist also gemacht…unter 29,70 Dollar sollte das schwarze Gold nun nicht mehr fallen, sonst droht ein weiterer Rücksetzer!

Apropos Gold – Auch hier wurde nun mal ein Zeichen gesetzt und viele der Goldminen-Aktien konnten stark zulegen. Dennoch möchte ich genau an dieser Stelle vor allzu großer Euphorie warnen, Denn in zwischen notiert das gelbe Edelmetall wieder an einer wichtigen Marke bei ca 1.150,- Dollar, an der sowohl die 200-Tage-Linie verläuft als auch der seit Januar 2015 gültige Abwärtstrend. Zudem wurde die Goldstärke auch durch den nachgebenden Dollar befeuert, bzw. in diesem Falle den stärker werdenden Euro. Beim Währungspaar EUR/USD wurde gestern nun auch die obere Begrenzung des Abwärtstrends erreicht. Sprich man muss nun abwarten ob der Ausbruch jeweils gelingen kann. Ich denke das wird erst einmal schwierig…

Bei den Aktien sind die sogenannten FANG-Aktien weiterhin besonders erwähnenswert. Gemeint sind hiermit die Aktien die hauptverantwortlich für die Rallye der letzten Jahre zeichnen. Facebook, Amazon, Netflix und Google. Alle Aktien sind zur Zeit kräftig unter Druck und das obwohl diese Unternehmen eigentlich durch die Bank besser als erwartete Ergebnisse geliefert haben. Ich hatte Ihnen ja bereits mehrfach geschrieben, dass man hier verstärkt hinschauen muss. Denn die Korrektur in den US Indizes hängt ebenso am Tropf diese Unternehmen wie die vorangegangene Hausse. Für mich gehört auch die Tesla Aktie ganz klar zu dieser Gruppe. Es müsste also aus meiner Sicht eher die FANGT Aktien heißen… Tesla ist ebenfalls kräftig unter Druck, dürfte aber spätestens im Bereich zwischen 150 und 160,- Dollar wieder fangen.

Es wird also vieles davon abhängen, ob sich die oben genannten Aktien nun demnächst stabilisieren können. Wenn Sie die Charts ansehen, könnte hier durchaus noch weiteres Korrekturpotenzial schlummern, wobei die Kursbewegungen in dieser Gruppe meist etwas irrational sind, da kommt man auch mit Charttechnik nur bedingt weiter! Die Frage ist somit eher wie diese wahrscheinliche, oder mögliche Korrektur nun ablaufen wird. Langsam und schleichend wäre ein gutes Zeichen, wohingegen schnell und heftig die Märkte noch einmal kräftig durchrüttle dürfte. Ich behaupte mal an dieser Stelle, dass aktuell ein Favoritenwechsel an den US Börsen stattfindet, was nicht heißen soll dass wir diese Aktien nicht bald wieder unter Börsenlieblingen sehen, aber das Kapital sucht sich gerade eindeutig andere Favoriten!

Wo diese neuen Lieblinge zu finden sind, verrät ein Blick auf den Rohstoffsektor. Alleine die Kursentwicklung bei Potash und Mosaic lässt bspw. für K+S Aktionäre heute eher Gutes erwarten. Andere Beispiele finden man im Stahl-Bereich. Zuletzt arg gebeutelte ThyssenKrupp oder Salzgitter Aktionäre können also wieder auf eine Trendwende hoffen, nachdem AK Steel und United States Steel gestern deutlich zulegen konnten, etc. Rohstoffwerte wie Rio Tinto, Anglo American oder BHP Billiton sind wieder interessant, ebenso wie Freeport McMoran nach dem jüngsten Anstieg beim Kupferpreis… Ich könnte die Liste noch weiter führen, das würde aber den Rahmen dieses Artikels etwas sprengen. Wichtig ist nur Sie für dieses Thema etwas zu sensibilisieren und da dürften diese Beispiele ausreichend sein.

Letztlich passiert also aktuell genau das was ich schon seit Längerem erwarte. Wie nachhaltig diese Bewegung allerdings nun sein wird, kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Es ist ein Anfang und man sollte diese Sektoren jetzt ganz genau im Auge behalten und ggf. die Strategie neu ausrichten!

DAX 8.000 wir kommen – Google, Apple, Nokia, K+S und Research in Motion im Fokus

Erneut liegt eine durchaus bewegte, aber auch sehr erfolgreiche, Handelswoche hinter uns. Der S&P 500 hat sich damit weiterhin für das von mir im letzten Newsletter noch einmal geschilderte positive Szenario entschieden. Das Erreichen des genannten Kurslevels von 1.525 Punkten wird nun immer wahrscheinlicher. Allerdings befinden wir uns meiner Meinung anch immer noch in der dritten Welle einer Aufwärtsbewegung die demnächst durch die vierte Abwärtswelle – zumindest kurzzeitig – unterbrochen werden sollte. Im Anschluss kann dann das Ziel bei 1.525 Punkten endgültig in Angriff genommen werden. Eine (wahrscheinlich eher leichte) Konsolidierung vor dem finalen Anstieg ist also nach meinen Beobachtungen grundsätzlich noch zu erwarten. Diese kann dann von den Nachzüglern unter den Anleger noch einmal genutzt werden um weitere Positionen aufzubauen. Hier noch einmal der Chart von letzter Woche:

S&P Chart Analyse 130113

 

In der nun kommenden Woche nähert sich die US Berichtssaison nun schon wieder Ihrem Höhepunkt. Mit IBM Google, Apple, Cellgene, Halliburton und Starbucks stehen einige sehr wichtige Unternehmensdaten auf der Agenda, die durchaus das Potenzial haben den Markt nachhaltig in die ein- oder andere Richtung zu bewegen. Bislang wurde die Hausse, wie Sie wissen, nicht von allen Sektoren getragen. Während sich beispielsweise die Finanzwerte, über die ich letzte Woche berichtet habe, nahezu alle hervorragend geschlagen haben, gab es durchaus ein paar Sektoren, die immer noch deutliche Schwäche zeigen. Allen voran wäre hier wohl der Technologiesektor zu erwähnen, aber auch Telekommunikation, Biotechnologie und Rohstoffe gehörten zu den schwächsten Sektoren der letzten Wochen, während sich Industriewerte, Gas und Energie im Allgemeinen sowie der Einzelhandel und das Baugewerbe weiterhin hervorragend entwickelt haben.

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Insbesondere die Quartalszahlen von Google und Apple werden in der kommenden Woche somit Signalwirkung für den Technologiesektor haben. Bei beiden Unternehmen befürchten die Anleger nun schlechtere Ergebnisse als dies von Fachleuten ursprünglich vorausgesagt wurde. Besonderes Augenmerk werden Anleger, selbst im Falle besserer Ergebnisse, auch dem Ausblick auf die kommende Quartal schenken. Nur wenn beide Ergebnisse überzeugen, werden wir wohl im Anschluss eine deutliche Erholungsrally bei beiden Werten sehen. Und natürlich wird dies dann auch den gesamten Technologie-Sektor und den Gesamtmarkt weiter beflügeln..!

Bei dem aktuellen Lieblingswert der Deutschen,  Nokia stehen am Donnerstag Zahlen zur Veröffentlichung an. Die Eckdaten für das vierte Quartal wurden zwar schon vorab veröffentlicht, was auch zu dem starken Anstieg bei der Aktie geführt hat. Mit den detaillierten Zahlen dürften Anleger allerdings noch einmal etwas genauer hinsehen, wie es um das Unternehmen tatsächlich bestellt ist. Im Schnitt gehen die Analysten nun von einem Gewinn in Höhe von fünf Cent je Aktie aus. Der Umsatz soll rund 8,1 Milliarden Euro betragen haben. Die finalen Verkaufszahlen der neuen Lumia Modelle und damit auch der Ausblick auf Künftiges, werden auch hier aber eine ganz entscheidende Rolle spielen.

Weiterhin im Rally Modus befindet sich auch die Aktie des Blackberry Hersteller Research in Motion. Mit dem Überschreiten der wichtigen Hürde bei 15,- Dollar wurde nun ein starkes Kaufsignal ausgelöst. Grund hierfür waren erste Testberichte im Internet über das neue Betriebssystem und das Design der neuen BB 10 Modelle, die es offenbar durchaus mit den Produkten von Samsung und Apple aufnehmen können. Bei der RIMM Aktie gilt es zudem weiterhin zu bedenken dass diese eine der am meisten leerverkauften Aktien an der Wall Street war, und somit auch weiteres Short Squeeze Potenzial besitzt! Die offizielle Markteinführung des neuen Blackberry 10 ist für den 30. Januar 2013 geplant. Spätestens an diesem Tag wird der Markt dann wohl darüber entscheiden ob die aktuelle Rally auch weiterhin Bestand haben wird. Investors Inside Leser sitzen hier nun auf einem satten Gewinn von 128 Prozent seit dem 28. September und können diesem Termin wohl einigermaßen gelassen entgegen sehen…

Reserach in Motion Chart RIM

 

Fazit: Insbesondere am letzten Handelstag der Woche konnten die US Indizes aus charttechnischer Sicht noch einmal einen echten „Schluck aus der Pulle“ nehmen, was ich umso bullisher werten würde, da wir am kommenden Montag mit dem Martin Luther Kings Day einen Feiertag an den US Börsen haben. Normalerweise ist vor solchen verlängerten Wochenenden eher mit erhöhtem Verkaufsdruck zu rechnen. Zudem war am Freitag erneut Verfallstag für Futures und Optionen! Es ist also davon auszugehen dass hier nun weitere Short Positionen in größerem Umfang, vor dieser vielleicht entscheidenden Woche eingedeckt wurden. Die Nachricht der Woche war am Freitag das die Republikaner im US-Abgeordnetenhaus in der nun kommenden Woche die Schuldengrenze des Landes kurzfristig erhöhen wollen. Das lies die Kurse erneutsteigen und legt nun den Grundstein für eine weiterhin mögliche Rally im Dax, in Richtung der runden 8.000 Punkte Marke… Auch wenn ein kurzzeitiger Rücksetzer an den Börsen nun immer wahrscheinlicher wird, wie oben beschrieben.

Es ist aber auch dann weiterhin ganz entscheidend in welchen Sektoren man zur Zeit investiert ist. Mit einigen Aktien war in den letzten Wochen einfach kein Geld zu verdienen. Ich habe im Blog in den letzten Tagen unter anderem über E.ONThyssenKrupp und Metro dazu berichtet. Andere Aktie wie beispielsweise die von Hochtief, die ich hier vor wenigen Wochen vorgestellt habe, oder auch Daimler befinden sich weiterhin im Vorwärtsgang. Heute möchte ich Sie noch kurz auf meinen Artikel zur Aktie des Salz- und Düngemittelherstellers K+S aufmerksam machen. Hier zeichnet sich gerade eventeull eine Trendwende ab! Bei der Wacker Chemie Aktie halte ich ebenfalls an dem von mir geschilderten Szenario weiterhin fest.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche und stets die richtigen Entscheidungen.

ThyssenKrupp – Üble Aussichten

Ich erinnre an dieser Stelle noch einmal gerne an meinen Artikel von letzter Woche zur ThyssenKrupp Aktie, den Sie > hier < noch einmal nachlesen können. Wie von mir erwartet dürfte das Gerangel um den Verkauf der beiden Werke in Amerika noch ein Weilchen andauern. Jüngsten Presseberichten zufolge will der Konzern bis März des kommenden Jahres einen Käufer gefunden haben. Bis der Verkauf dann tatsächlich abgeschlossen sein wird, dürfte es noch weitere 6 Monate dauern. Damit bestätigt sich  meine Befürchtung dass die beiden defizitären Werke die Bilanzen des Konzerns noch mindestens 12 Monate lang belasten werden. Zudem kann noch keinesfalls als sicher angesehen werden, dass ThyssenKrupp den gewünschten Kaufpreis von sieben Milliarden Euro auch erzielen kann. Die bisherigen Gebote sollen sich dem Vernehmen nach eher auf 3 bis 4 Milliarden Euro belaufen..!

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete am Samstag, dass ThyssenKrupp wegen massiver Probleme der Stahlwerke in den USA und Brasilien die Kosten nun um zwei Milliarden Euro senken will. „Die Summe solle innerhalb von drei Jahren eingespart werden, um den Konzern als Ganzes erhalten zu können.“ Wenn Sie mich fragen hört sich das alles weiterhin nicht wirklich gut an. Ich bleibe somit bei meiner eher negativen Einstellung zu der Aktie. Die gemachten Fehler sind zu gravierend um mal schnell wieder ausgebügelt zu werden. Zunächst ist aus meiner Sicht somit ein weiterer Rückgang des Aktienkurses bis auf 15,30 oder 14,90 Euro wahrscheinlich. Weitere unterstützenden Marken liegen bei 13,90 und 13,50 Euro. Am 11. Dezember wird der Stahlkonzern seine Zahlen zum vierten Quartal vorlegen. Erst nach diesen „harten Fakten“ ist somit eine seriöse Beurteilung der Lage möglich. Bis dahin richte ich mich nach dem was der Chart mir sagt.

ThyssenKrupp und Salzgitter – kaufen, oder lieber doch nicht…?

Es war nicht das Jahr für ThyssenKrupp Aktionäre, soviel kann man vorab wohl mal festhalten. Managementfehler aus der jüngsten Vergangenheit des traditionsreichsten Stahlkochers Deutschlands haben eine völlige Neubewertung der Aktie erforderlich gemacht. Die beiden in Übersee errichteten Stahlwerke erwiesen sich als Milliardengrab und sollen nun schnellstmöglich wieder verkauft werden. Der Thyssen Vorstand träumt immer noch davon diese wenigstens wieder zum Buchwert ( knapp 7 Milliarden Euro!) an den Mann bringen zu können und hat nun die zweite Runde im Bieterverfahren eingeläutet. Ich persönlich gehe nicht davon aus dass es dem Unternehmen gelingen wird in dem Umfeld und unter dem allgemein bekannten Druck auf das Unternehmen den gewünschten Preis zu erzielen. Auch Analysten zeigten sich diesbezüglich eher deutlich skeptischer. Hier geht man eher von einem Verkaufserlös zwischen drei und vier Milliarden Euro aus, was ich auch für realistisch halte. Zuletzt war zu lesen dass auch die Anzahl der interessierten Bieter von sechs auf fünf geschrumpft ist.

Heute berichtet die Presse über eine mögliche Welle von Schadensersatzklagen gegen das Unternehmen. Grund hierfür sind angeblich illegale Preisabsprachen im Schienengeschäft. Die zwischen 1998 und 2011 geschädigten Länder und Gemeinden wollen nun das zuviel bezahlte Geld von ThyssenKrupp zurück fordern, die Höhe der möglichen Forderung, ebenso wie die der Vertragsstrafe ist aber noch unbekannt. Alles in allem also eher keine gute Nachrichtenlage, die in naher Zukunft deutlich steigende Aktienkurse bei der ThyssenKrupp Aktie erwarten lässt. Von dem allgemein schwachen Umfeld und den niedrigen Stahlpreisen möchte ich an dieser Stelle ja gar nicht mehr reden…!

ThyssenKrupp versucht sich bereits seit längerem unter Konzernchef Heinrich Hiesinger umzustrukturieren. Erst kürzlich wurde die gesamte Edelstahlsparten des Konzerns verkauft, die Technologiesparte soll hingegen weiter ausgebaut werden. Die Strategie mag richtig sein, die Umsetzung wird aber noch etwas dauern. In Kürze legt Deutschlands Stahlunternehmen Nummer 1 die Quartalszahlen vor und beeendet damit die aktuelle Berichtssaison. Hier würde ich persönlich erst einmal die harten Fakten abwarten, bevor ich über einen Kauf der Aktie nachdenke. Inzwischen notiert die Aktie nur noch um die 16,- Euro, nachdem zwischenzeitlich allerdings schon Kurse unter 12,- Euro gesehen wurden. Dennoch sieht der Chart (> hier <) weiterhin nicht sehr vielversprechend aus. Ein erneuter Rückgang der Aktie auf unter 15,- Euro erscheint aus meiner Sicht durchaus denkbar. Der Test des langfristigen Trends bei 15,30 Euro in Kürze sehr wahrscheinlich.

Auch bei der Nummer zwei in Deutschland, der Salzgitter AG, sieht es, aus meinem persönlichen Blickwinkel, gerade alles andere als rosig aus. Die schwache Stahlnachfrage ebenso wie die niedrigen Preise und die Aussichten auf chinesische Strafzölle auf Röhrenprodukte haben auch in diesem Chart deutliche Spuren hinterlassen. Inzwischen dürfte die kurzfristige Richtung damit klar sein. Einen Test des kurzfristigen Aufwärtstrends bei ca. 29,50 Euro halte ich für sehr wahrscheinlich, einen Rückgang bis auf 28,20 Euro für möglich. Ob sich die Aktie dem langfristig negativem Trend irgendwann entziehen kann bleibt weiterhin fraglich. Erst ein nachhaltiges Überwinden der Zone um die 35,- Euro würde das Chartbild wieder deutlich aufhellen. Vorher geht es aber wohl erst einmal noch ein Stückchen nach unten…! Den Chart dazu sehen Sie (> hier < )

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TradingUpdate Commerzbank, Jungheinrich, Porsche, VW, Klöckner, Metro, TUI, Vestas uvm…

Nach einer krankheitsbedingten Zwangspause in dieser Woche möchte ich mich abschließend dennoch kurz zum aktuellen Marktgeschehen äussern, da die nun erreichte Marke von 7.000 Punkten im Dax einen ganz wesentlichen Punkt markiert. Wie ich Ihnen in unserem letzten Newsletter geschrieben habe bin ich fest davon ausgegangen dass dieses Ereignis in der laufenden Handelswoche eintreten wird. Grund für diese Annahme war vor allem auch der heutige, kleine Verfallstag für Optionen und Futures. Sieht man sich die aktuell größten Positionen der Stillhalter an, war es naheliegend dass diese Runde Marke als Basis zur Abrechnung der heutigen Kontrakte dienen könnte. Damit ist die nun immerhin zwei Wochen andauernde Seitwärtsbewegung im DAX vorläufig beendet. Die spannende Frage dürfte jetzt also sein was ab Montag nach dem Verfallstag passieren wird.

Die Gefahr dass es sich bei dem Sprung über 7.000 Punkte im Dax um einen sogenannten „Fakeout“ handelt, also ein Fehlsignal, ist ebenso gegeben wie im amerikanischen S&P 500 Index, der gerade an seinen Jahreshöchstständen bei 1.420 Punkten kratzt. Hier lauern nun erst einmal massive Widerstände die es zu überwinden gilt. Das sollte zumindest nicht vergessen werden, denn nicht selten werden solch entscheidende Marken nicht im ersten Anlauf überwunden, oder zumindest noch mehrfach getestet bevor es weiter nach oben gehen kann. Dennoch hat der DAX nun, aus charttechnischer Sicht, durchaus das Potenzial noch bis zu den Marken Von 7.090 und 7.150 Punkten hoch zu laufen. Grundsätzlich besteht oberhalb dieser Marke sogar Potenzial bis an das bisherige Jahreshoch bei 7.190 Punkten. Um diese Marken noch zu erreichen wäre es nun wichtig dass die aktuelle Bewegung am Montag noch einmal bestätigt wird, indem wir weiter steigende Kurse sehen. Spätestens ab Dienstag wissen wir dann also wohin uns die weitere Reise kurzfristig führen wird.

Grundsätzlich bleibt die Tendenz aber weiterhin positiv. Ab 7.200 Punkten im Dax sollte man dann aber kurzfristig wieder deutlich vorsichtiger werden. Zum einen läuft der „saisonale Faktor“ spätestens gegen Ende August langsam aus. Soll heißen, ich erwarte einen durchaus schwierigen September, eventuell sogar noch eine durchwachsene erste Hälfte des Monats Oktober. Zum anderen kann man bereits jetzt wieder deutlich feststellen dass unser aller Freund, die politische Sommerpause, langsam ihr Ende findet. Damit erhöht sich auch das Risiko politischer Turbulenzen an den Kapitalmärkten wieder deutlich. Bereits jetzt bringen sich wieder diverse Politiker in Stellung bzw. meinen offensichtlich dass man sich am schnellsten durch halb durchdachtes Geschwafel wieder etwas mehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken kann. Die Diskussion um den Führungsstil unserer Kanzlerin ist da nur eines von vielen Beispielen… (Anmerkung der Redaktion: Diese Kanzlerin hat wenigstens einen Führungsstil!)

Ich möchte heute kurz auf ein paar Einzelwerte zu sprechen kommen, zu meinen weiteren Erwartungen den Gesamtmarkt betreffend habe ich ja in der Vergangenheit mehrfach alles wissenswerte gesagt: Die Jungheinrich Aktie, die ich ihnen in der vergangenen Woche vorgestellt habe, hat erwartungsgemäß den Weg Richtung Norden angetreten. Aktuell notiert der Titel bei ca. 24,70 Euro und somt knappe 16 Prozent über unserem Kaufkurs, was ich als ordentliche Rendite innerhalb von wenigen Tagen ansehen würde. Gelingt es nun die Hürde bei 25,- Euro zu überschreiten dürfte auch noch das Kursziel bei 27,- respektive 28,40 Euro erreicht werden. Die Commerzbank Aktie hat sich inzwischen, nach dem erneuten Schwächeanfall, deutlich erholt. Somit befinden wir uns erneut in der gleichen Ausgangslage wie vor der Veröffentlichung des Halbjahresberichts. Die 38 Tage Linie könnte in Kürze endlich überwunden werden. Die Bankaktie hat, verglichen mit der Kursentwicklung bei anderen europäischen Bankentiteln, dann mindestens einen Nachholbedarf von ca. 30 Prozent. Mein kurzfristiges Kursziel von 1,54 Euro bleibt somit bestehen.

Vorsichtig hingegen wäre ich momentan bei folgenden Werten: Bayer beispielsweise ist ordentlich gelaufen und meiner Meinung nach reif für eine Korrektur, mindestens bis in den Bereich um die 57,- Euro. Bei Rheinmetall bleibe ich bei meiner Einschätzung dass die Aktie in jedem Falle dieses Jahr noch das Gap bei 34,60 Euro schließen wird bevor der Titel nachhaltig steigen kann. Insgesamt bleibt die Nachrichtenlage um den Rüstungskonzern eher gemischt. Auch ein Abtauchen unter die Unterstützung bei 32,50 Euro ist durchaus noch einmal vorstellbar. Nicht allzu euphorisch bin ich ebenfalls bei der K+S Aktie. Auch hier wartet noch ein kräftiges Gap von Anfang Juli auf Schließung. Im Zuge einer baldigen Korrektur im Dax halte ich somit das Erreichen der Marke von 32,80 Euro durchaus noch einmal für denkbar. Wacker Chemie scheint allmählich einen Boden gefunden zu haben, kurzfristig sind hier aber wohl keine deutlichen Kurssteigerungen zu erwarten. Aus meiner Sicht sollte demnächst noch einmal ein Test der Unterstützung bei 50,- Euro anstehen.

Gut gelaufen, und damit eher Kandidaten für baldige Gewinnmitnahmen sind die Aktien von Metro, die weiterhin ein eher bescheidenes Kurspotenzial bieten solange sich die Situation des Unternehmen nicht grundlegend ändert. Zu dieser Kategorie würde ich auch die ThyssenKrupp Aktie zählen, ebenso wie die beiden Energieversorger E.ON und RWE. Es wird Sie als langjährige Leser des Investors Inside Börsenbriefes vielleicht etwas überraschen, aber ich habe meine kurzfristige Sicht auf die Autobauer ebenfalls den aktuellenUmständen angepasst. Alle Aktien von VW, BMW und Daimler bleiben für mich hervorragende Investments. Allerdings gehe ich nicht davon aus dass hier in naher Zukunft noch deutliche Steigerungen des Aktienkurses möglich sein werden. Die Rekordzahlen der letzten Quartale konnten die Kurse nicht in die erwarteten Regionen katapultieren. Im dritten Quartal gehe ich momentan von einer leichten Abschwächung der Dynamik aus, was sich wiederum mit hoher Wahrscheinlichkeit dann in den Aktienkursen widerspiegeln wird.

Die Ausnahme bleibt aus meiner Sicht die Porsche Aktie. Hier wurde seit Monaten alles schlechte teilweise mehrfach eingepreist. Zuletzt erlebte die Aktie einen deutlichen Rücksetzer nachdem bekannt wurde dass ein US Gericht den Antrag auf Abweisung der Klage einiger Hedge Fonds gegen Porsche wegen der gescheiterten VW Übernahme abgelehnt hatte. Porsche ging in Berufung letztlich ist also nichts passiert, der Aktienkurs gab aber erneut kräftig nach. Ich bleibe bei meiner Einschätzung dass das Risiko einer vollumfänglichen Verurteilung Porsches eher gering ist. Alleine der Wert der VW Stammaktien und das damit verbundene mehrheitliche Stimmrecht bei VW ist deutlich mehr wert als die aktuelle Marktkapitalisierung der Porsche SE. Letztlich bleibt die Porsche Aktie, nun nachdem das Automobilgeschäft in den Volkswagen Konzern integriert wurde, eine heiße Wette auf einen positiven Ausgang der Klagen und der Schaffung entsprechender Synergieeffekte im VW Konzern. Mein persönliches Kursziel für Anleger mit Geduld liegt nicht unter 76,- Euro je Aktie.

Fazit: Unter der Voraussetzung dass es gelingen kann die Kurse in den kommenden zwei Wochen noch weiter nach oben zu treiben ist es meiner Meinung nach sehr entscheidend mit welchen Werten man an dieser Phase des vermutlich vorläufig letzten Anstieges des laufenden Quartals teilhaben möchte. Wie ich Ihnen schon in der letzten Woche geschrieben habe geraten die gut gelaufenen Aktien von hochkapitalisierten Gesellschaften bereits seit Tagen ins Stocken während kleinere Nachzügler Aktien noch kurzfristig deutliches Potenzial bieten. Gute Beispiele dafür sind neben Jungheinrich auch Aktien wie Klöckner & Co., Gildemeister, TUI, SAF und Aixtron, um nur ein paar zu nennen. Eine Bauer Aktie ist auf dem aktuellen Kursniveau, unabhängig von der grundsätzlichen Börsenrichtung, für mich persönlich immer einen Kauf wert. Wer es spekulativer mag sieht sich beispielsweise mal die verprügelte Vestas Aktie oder Veolia etwas genauer an. Goldminenaktien wie die von Barrick Gold sind jetzt wieder extrem interessant, während alle großen Rohstoffaktien weiterhin schwach bleiben dürften.

Es würde zu weit führen zu allen von mir beobachteten Titeln hier ein kurzes Update zu schreiben. Ich hoffe Ihnen jedoch mit dieser knappen Übersicht etwas bei Ihren Anlageentscheidungen geholfen zu haben. Und denken Sie bitte immer daran: Man muss dem Trend folgen so lange er läuft. Wenn die Musik dann aber aufhört zu spielen ist es Zeit die Party zügig zu verlassen! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen stets die richtigen Entscheidungen und ein erholsames Wochenende.

TradingUpdate Rheinmetall, Conti, HeidelCement, Klöckner – E.ON, Metro und Hochtief im Fokus

Heute entspannt sich die Situation an den Börsen wieder etwas, nachdem der Markt in froher Erwartung auf die Aussagen den EZB Chefs Mario Draghi, zu einer kleinen Erholungsrally angesetzt hat. Insbesondere zyklische Aktien können erneut gut zulegen. Der Tagesgewinner ist heute die Rheinmetall Aktie die sich nach einem positiven Analystenkommentar deutlich von den Tiefständen absetzen kann. Allerdings muss man dazu sagen das die Bewegung wahrscheinlich eher technisch bedingt ist da die Aktie gestern überhaupt nicht von dem stabileren Umfeld profitieren konnte. Ebenfalls stark präsentierte sich die Continental Aktie, die heute zu Handelsbegin wieder bis über die wichtige Marke von 65,- Prozent steigen kann. Bei Conti sehen Analysten inzwischen deutlich höhere Kursziele, ebenso wie ich. Die Bewertung des Unternehmens ist extrem attraktiv und der langfristige Ausblick hervorragend. Der Rücksetzer auf 62,- Euro könnte somit eine hervorragende Kaufgelegenheit gewesen sein. die ich gestern genutzt habe. Hinzu kommt noch dass seit heute offen darüber spekuliert wird das Conti demnächst im DAX notiert! HeidelbergCement ist heute der DAX Gewinner. Auch hier besteht offensichtlich deutliches Potenzial für einen weiteren Rebound, nachdem die Aktie zuvor deutlich abgestraft worden ist.

Insgesamt sieht der Aktienmarkt also seit heute wieder etwas freundlicher aus. Ob es sich dabei wieder nur um erneutes Strohfeuer handelt, wie in den Tagen zuvor, oder einen kurzfristigen Rebound möglich ist, bleibt abzuwarten. Der Sprung über die Marken bei 6.000 und 6.020 Punkten könnte aber die Initialzündung für einen weiteren Anstieg zur 200-Tage-Linie bei 6.200 Punkten, oder gar darüber hinaus, gewesen sein. Gelingt es also nun auch den US Indizes einen freundlichen Börsentag zu produzieren, stehen die Chancen für ein solches Szenario nicht schlecht. Eine finale Bestätigung muss natürlich noch abgewartet werden. Voraussetzungen dafür sind heute zumindest positive Aussagen der EZB über das weitere Vorgehen der Währungshüter, denn eine Zinssenkung halte ich für nicht sehr wahrscheinlich,  sowie ein entsprechender Ausblick im „Beige Book“ das heute gegen 20:00 Uhr veröffentlicht wird.

Auf der Verliererseite befinden sich ein paar gute alte Bekannte. Die E.ON Aktie leidet weiterhin unter den ins Stocken geratenen Verkaufsgesprächen für die Müllverbrennungssparte „Energy from Waste“. Hinzu kommt noch dass der Energiekonzern kürzlich Unregelmäßigkeiten in den Büchern eines seiner Händler festgestellt hat, die es wohl erst einmal zu klären gilt. Auch Metro bleibt weiterhin sehr schwach. Mit einem nur sehr knappen Plus kann die Aktie des Großhandelskonzerns fast gar nicht von dem positiven Umfeld profitieren, und das nachdem der Titel zuvor mit am deutlichsten gefallen ist. Hier ist nach meiner Auffassung weiterhin Vorsicht geboten. Metro gehört zudem zu den DAX Abstiegskandidaten, was zu weiteren Abschlägen führen dürfte wenn Indexfonds sich von Ihren Positionen trennen. Schwach bleibt ebenfalls die Hochtief Aktie. Hier scheinen die schlechten Nachrichten nicht abzureißen. Der spanische Mutterkonzern ACS könnte nun durch die Krise in Spanien ebenfalls in Schwierigkeiten geraten was sich sicherlich auch nicht positiv auf die Tochter auswirken dürfte. Hinzu kommt dass immer mehr Spitzenmanager das Unternehmen verlassen, was das Unternehmen zusätzlich dauerhaft schwächen dürfte. Das Fazit bleibt somit aus meiner Sicht: Nicht alles was günstig aussieht ist auch preiswert.

Es ist also von entscheidender Bedeutung auf welche Aktien man bei einer Trendwende setzt. Wie gestern schon hier im Blog berichtet halte ich die Salzgitter Aktie, die heute ebenfalls deutlich zulegen kann, für eines der interessantesten Investments neben den oben genannten Aktien von Conti, Rheinmetall und HeidelCement. Die Klöckner & Co. Aktie zeigt bereits seit einigen Tagen relative Stärke. Der Titel hat den letzten Absturz nicht mehr so richtig mitgemacht. Offensichtlich ist die Aktie nun weit genug gefallen, weitere Verkäufer waren schwer zu finden. Heute kann KlöKo fast fünf Prozent zulegen und nähert sich der wichtigen Marke von 8,- Euro. Es besteht somit jetzt eine berechtigte Chance auf deutlich höhere Kurse in den kommenden Tagen. Bei 9,- Euro befindet sich noch ein Gap das es zu schließen gilt. Von der ThyssenKrupp Aktie hingegen würde ich aufgrund der katastrophalen Nachrichtenlage weiterhin die Finger lassen.

Sollten wir heute also einen weiterhin positiven Tag an den Börsen erleben und die Kursgewinne bis zum Handelsschluss ansatzweise auf dem aktuellen Niveau bleiben, sehe ich eine gute Möglichkeit hier nun auf die genannten Aktien zu setzen. Weitere Kandidaten stehen in den Startlöchern. Über die werde ich dann morgen berichten… Für den Moment bleibt aber ausdrücklich zu sagen dass, egal für welche Aktie Sie sich entscheiden werden, es unbedingt oberste Pflicht bleibt die Position sofort abzusichern. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und uns allen ein saftiges Grün im Depot am Ende des Tages.

Salzgitter zum halben Preis

Eigentlich wollte ich ja in den momentanen Zeiten nicht mehr über Einzelaktien berichten, immer wieder über die politischen Wirren zu berichten macht aber auch keinen Spaß. So habe ich mir heute mal einige Aktien etwas näher angesehen, die ich aus fundamentaler Sicht nach wie vor höchst interessant finde. Unabhängig vom Grundrauschen der Indizes und der allgemein bescheidnen Nachrichtenlage lohnt nach meiner Meinung ein Blick in die Bücher der Unternehmen um sich ein echtes Bild der Werthaltigkeit einer Aktie zu verschaffen. Allen voran fällt mir da immer wieder die Salzgitter Aktie ins Auge, die natürlich im Moment auch unter den Konjunktursorgen, leidet wie alle anderen Zykliker. Hinzu kommt im deutschen Stahlsektor wohl noch dass ThyssenKrupp mit seinem fatalen Exkurs in Amerika weiterhin auf die Stimmung für Stahlaktien drückt.

Die Salzgitter Aktie notiert heute bei ca 34,- Euro, was ungefähr dem Kursniveau vom November des letzten Jahres entspricht. Zuvor hat die Aktie am 23. September bei 32,43 Euro ein Mehrjahrestief markiert. Nach der Lehman Pleite ist die Aktie damals von 156,- auf 40,- Euro abgestürzt, konnte die Marke um die 40,- Euro aber immer wieder verteidigen. Heute befinden wir uns somit bereits ein Stockwerk tiefer. Fundamental betrachtet hat sich aber in dieser Zeit einiges getan. Der Buchwert des Unternehmens wurde in den letzten drei Jahren immer mit mindestens 64,- Euro angegeben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 waren es 66,55 Euro und somit ein Kurs Buchwert Verhältnis von 0,58. Das KUV ( Kurs Umsatz Verhältnis ) lag bei 0,24 und das KGV wurde mit 15,33 angegeben. Für das Jahr 2012 geht man von einam KGV von 11,92 und für 2013 von 8,23 aus. Die Dividendenrendite soll in dem Zeitraum von 2 auf 2,6 Prozent steigen. Voraussetzung dafür sind allerdings keine weiteren Verwerfungen an den Kapitalmärkten sowie das Ausbleiben einer echten konjunkturellen Delle.

Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann äusserte sich kürzlich sehr zuversichtlich zum weiteren Jahresverlauf, nachdem das erste Quartal mit einem Verlust in Höhe von 19,6 Millionen Euro negativ auffiel. Im Jahr 2011 hatte die Salzgitter AG den Vorsteuergewinn mit 201 Millionen Euro noch nahezu vervierfacht. Für 2012 rechnet man auch mit einem Umsatz von 9,8 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Die Talsohle sei durchschritten, die Auslastung der Walzwerke hoch, hieß es zuletzt. Den Verlust aus dem ersten Quartal will man wieder ausgleichen. Ich persönlich halte die Salzgitter Aktie inzwischen, sowohl aus charttechnischer Sicht als auch fundamental betrachtet, für eine der interessantesten Aktien am deutschen Markt. Der Buchwert des Unternehmens, inklusive der Beteiligung an Deutschlands größter Kupferhütte Aurubis, liegt nahezu beim Doppelten des aktuelle Börsenwertes. Die Börse lässt solche Diskrepanzen, wie wir alle wissen in Extremfällen zu – aber eben nicht dauerhaft. Wer also noch nach Möglichkeiten sucht einen Teil seines Geldes vor dem drohenden Supergau zu verstecken, findet in der Salzgitter Aktie eine interessante Möglichkeit dies zu tun – jetzt schon zum halben Preis!

Salzgitter und Aurubis solide, ThyssenKrupp bedenklich…

Die Salzgitter AG meldete heute die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Etwas schwächer als von Analysten erwartet entwickelte sich dabei das operative Ergebnis des Konzerns mit einem Minus von 15,5 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 44 Millionen Euro in den Büchern stand. Darin enthalten sind 28 Millionen Euro Ergebnisbeitrag von Europas grösstem Kupferkonzern Aurubis, an dem Salzgitter beteiligt ist. Der Umsatz konnte hingegen weiter kräftig zulegen. Im ersten Quartal des Jahres setzte Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher mit  2,6  Milliarden Euro um, was einer Steigerung um 13 Prozent entspricht. Das Ergebnis wurde insbesondere durch einen Röhrenauftrag aus dem Iran, der nicht umgesetzt werden konnte, sowie die schwächeres Stahlpreise im Jahr 2011 belastet, hieß es in der heutigen Pressemeldung.

Die Konzernführung zeigte sich aber sehr optimistisch für das Gesamtjahr, und rechnet mit einer weiteren Belebung des Geschäftes sowie wieder steigenden Stahlpreisen. Bereits zum Jahresanfang 2012 haben die Notierungen für Stahl wieder angezogen. Zudem konnte Salzgitter den Fehlenden Auftrag im Röhrengeschäft bereits jetzt durch eine entsprechende Order aus Australien kompensieren. Die Eigenkapitalquote von 43 Prozent sowie 642 Millionen Euro Nettofinanzposition bilden eine nach wie vor äußerst solide Basis für die Zukunft des Konzerns, hieß es.

Alles in allem dürfte damit die Durststrecke der deutschen Stahlkonzerne allmählich zu Ende gehen. Insbesondere auch die gestern veröffentlichten Zahlen der Beteiligung an Europas größter Kupferhütte Aurubis entwickelt sich weiterhin sehr erfreulich, und zeigt das der Trend in dem Sektor nun wieder allmählich nach oben dreht. Hervorzuheben ist wohl auch dass die Handelssparte von Salzgitter einen wesentlichen Beitrag zu dem Geschäftsergebnis beigetragen hat, was für mich persönlich die Theo unterstreicht dass Stahlhändler wie Klöckner &Co, vorübergehende Marktschwächen am besten abfedern können. Das heute gelieferte Zahlenwerk von Salzgitter, insbesondere der um 300 Millionen Euro deutlich gesteigerte Umsatz, würde ich als solide bezeichnen. Wenn die Stahlpreise nun weiter steigen, dürfte sich dies auch überproportional positiv auf die künftigen Bilanzen des Konzerns auswirken.

Die momentan sehr niedrige Börsenbewertung der Salzgitter AG dürfte nach den Zahlen, und vor allem dem positiven Ausblick bald der Vergangenheit angehören. Hier sollte nun so langsam alles schlechte eingepresst sein und genügend Raum für positive Überraschungen bestehen…Etwas mehr Sorgen muss man sich da wohl als ThyssenKrupp Aktionär machen. Noch immer schreibt der Konzern hohe Verluste, die aus den Stahlwerken in Brasilien und den USA herrühren. Die Verschuldung des Konzerns ist inzwischen auf 6,5 Milliarden Euro angewachsen. Der Verkauf der defizitären Edelstahlsparte an den finnischen Mitbewerber Outokumpu dürfte da kurzfristig wohl nur wenig Entlastung bringen.

Klöckner & Co, ThyssenKrupp, JFE Holdings, Nippon Steel – Stahlaktien mit trübem Ausblick

Wer diesen Blog schon länger liest weiß dass ich ein echter Fan von zyklischen Werten, insbesondere Stahlaktien, bin. Die Nachrichtenlage in dem Sektor hat sich aber inzwischen deutlich eingetrübt sodass auch ich meine Strategie für die Branceh überdenken muss. Erst kürzlich kam die Stahlhändler Klöckner & Co. mit der Meldung an den Markt dass man in diesem Jahr mit einem bis zu fünf Prozent schwächeren Stahlgeschäft in Europa rechne. Zwar will der Konzern aus Duisburg diesen Rückgang mit Zukäufen abfedern, sicher dass dies auch gelingen kann ist man sich aber offenbar nicht.

Denn Sechs Prozent der weltweit rund 11.500 Stellen  also ungefähr 700 sollen nun wegfallen Noch im Herbst vergangenen Jahres war man bei Klöckner & Co auch bezüglich der künftigen Mitarbeiterzahl deutlich optimistischer. Der Prognose von Klöckner Chef Gisbert Rühl wird am Markt große Bedeutung beigemessen – Dank des kurzfristigen Bestellverhaltens seiner Kunden spürt Klöckner & Co größere Skepsis auf der Nachfrageseite früher als andere.

Sorgen bereiten auch die großen japanischen Stahlhersteller. Offenbar stehen diese angesichts einer schwächeren Weltkonjunktur zunehmend mit dem Rücken zur Wand. Der zweitgrößte Stahlproduzent des Landes JFE Holdings Inc warnte gestern vor dem ersten Nettoverlust seit Bestehen des Unternehmens. Auch der Ausblick für das kommende Geschäftsjahr nahm JFE deutlich zurück.

Mitbewerber Nippon Steel  leidet hingegen offiziell unter Währungsturbulenzen. Der starken Yen führte zu deutlich roten Zahlen im dritten Quartal. Der Stahlriese hofft nun durch ein abschließendes starkes Quartal das Ruder rumreißen zu können während bei JFE schon fest steht dass ein Nettoverlust von 40 Milliarden Yen ( 398 Millionen Euro ) anfallen wird.  Im Vorjahr konnte der Stahlkocher noch mit einem Gewinn von 58,61 Milliarden Yen glänzen.

Auch im Stahlmarkt scheinen die Japaner, und natürlich auch andere große Stahlhersteller weltweit zunehmend Konkurrenz aus Südkorea und China zu bekommen. Diese vermiest nicht nur das Geschäft bei Stahlexporten, sondern überschwemmen inzwischen auch deren Binnenmarkt mit billigem Stahl. Bei JFE Holdings Inc spricht man inzwischen offiziell von einem deutlichen Überangebot auf dem Stahlmarkt. Der Konzern geht im kommenden Jahr von einem Rückgang der Stahlproduktion um 8 Prozent aus.

Alles in allem also keine besonders ermutigenden Nachrichten um in diesem Jahr weiterhin verstärkt auf Stahlaktien zu setzen. ThyssenKrupp veräußert seine Edelstahlsparte Inoxum, und macht sich nach dem Brasilien Desaster wieder etwas liquide. Damit gehen auch 100 Jahre Firmengeschichte nun in die Hände von Outokumpo. Der finnische Wettbewerber wird damit Weltmarktführer. Das neue Unternehmen erzielt nun voraussichtlich einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger setzt mit dem Verkauf des Sorgenkindes weiterhin darauf den Schuldenberg des Essener Konzerns zügig abzubauen, und rüstet sich ebenfalls für schlechtere Zeiten…

Salzgitter, Klöckner & Co., Rheinmetall und ThyssenKrupp im Rallymodus

Man soll ja nicht zu euphorisch werden an Tagen wie diesen, aber das Leiden für Klöckner & Co. Aktionäre könnte nun erst einmal ein Ende haben. Heute sehen wir einen äußerst staken Bounce im Markt, der erneut alles zuvor gewesene in Frage stellt. Damit ist natürlich nur die kurzfristige ebene gemeint. Auffällig ist die enorme Stärke der Stahlwerte wie Rheinmetall, Salzgitter und sogar ThyssenKrupp. Allen voran marschiert aber heute die Klöckner & Co Aktie mit 6,90 Prozent Gewinn. Was an sich nichts ungewöhnliches an solchen Tagen ist, aber die Aktie nun erneut in eine komfortable Ausgangslage für einen weiteren Anstieg bringt.

Alle oben aufgeführten Stahlaktien sind nach unserem dafürhalten nach wie vor ein klarer Kauf. Klöckner & Co. notiert unter Cash, Rheinmetall unter Buchwert ebenso wie Salzgitter die sogar sehr deutlich unter Buchwert notiert, und im Übrigen das Lehman Tief bei ca 40,- Euro schon lange unterschritten hat. ThyssenKrupp leidet immer noch unter dem Brasilien Debakel, dürfte aber auf diesem Niveau dennoch stark unterbewertet sein. Stahlaktien sind heute wieder gefragt, und alle Titel haben heute ein frisches und sehr starkes Kaufsignal generiert. Unbedingt beobachten!

Trading Update – Klöckner, Rheinmetall, Salzgitter, ThyssenKrupp..

An dieser Stelle auch noch kurz ein Wort zu den zyklischen Stahlaktien denen man mal wieder, in der Annahme einer nahenden Rezession, überproportional eingeschenkt hat. Wie bereits in den letzten beiden Börsenbriefen, die ich Ihnen geschickt habe erwähnt, besteht hier enormes Kurspotenzial, wenn es nicht zu einer solchen Rezession kommt. Wie wir heute wissen kann man dieses Szenario – zumindest für den Moment – für Deutschland auszuschließen, und auch die leicht abgeschwächten Wachstumsraten Chinas deuten bislang lediglich auf eine leichte Delle hin. Stahlaktien musste man also konsequent in der Schwäche kaufen, und auch heute sind die Kurse, nach unserer Meinung, noch auf Schnäppchen-Niveau! Sehen sie sich die Kursentwicklung von Rheinmetall, ThyssenKrupp, Salzgitter und Klöckner & Co. in den letzten Tagen an. Insbesondere Salzgitter und Klöckner haben noch deutliches Nachholpotenzial.

Leser des Investors Inside Börsenbriefes, die unsere letzten Ausgaben aufmerksam gelesen haben, sollten jetzt mit allen Positionen deutlich im Gewinn sein. In der vergangenen Woche haben wir nun weitere Positionen u.a. bei HeidelbergCement, Stada, Celesio, und Leoni aufgebaut, die wir an dieser Stelle allesamt für sehr interessant halten. Für spekulativ orientierte Anleger könnten die Aktien von Vestas, Bet-at-Home sowie Asian Bamboo interessant sein…Vestas ist momentan die einzige Aktie aus dem Sektor regenerative Energien die wir guten Gewissens in unser Depot gelegt haben. Bankenaktien wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank bleiben hingegen weiterhin in einem schwierigen Umfeld, auch wenn wir grundsätzlich davon ausgehen, dass wir auch hier bis zum Jahresende deutlich höhere Kurse sehen könnten. Zu allen genannten Neuzugängen werden wir in den kommenden Tagen ein Trading Update veröffentlichen.

Klöckner & Co. hat deutliches Potenzial wenn…

Die Stimmen mehren sich…die Diskussionen um eine mögliche globale Rezession – oder eben nicht – scheinen so langsam Ihren Höhepunkt zu finden. Immer mehr Fachleute melden sich nun, nachdem der mediale Rummel etwas abgeklungen ist, zu Wort, und sehen zwar eine Verlangsamung des Wachstums, aber keine echte Rezession auf uns zukommen. Auch wir waren ja von Anfang an der Meinung dass wir einen solchen tiefen Einbruch der weltweiten Konjunktur nicht sehen werden, insbesondere nicht im Automobil- und Stahlsektor. Heute nach US-Börsenschluss wird der Aluminiumkonzern Alcoa als erstes Unternehmen die Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal veröffentlichen, und damit den offiziellen Beginn der Berichtssaison einläuten. Das Zahlenwerk sollte sehr schnell Aufschluss über den tatsächlichen Zustand der konjunkturellen Lage in der Metallindustrie liefern, und insbesondere der Ausblick auf die kommenden Quartale dürfte dabei interessant sein.

Ein Unternehmen dass es in der Phase der allgemeinen Hysterie besonders erwischt hat ist die Klöckner & Co. AG. Zunächst verliefen die ersten Quartale für das Unternehmen sehr erfreulich, im zweiten Quartal jedoch musste das Unternehmen einen deutlichen Gewinneinbruch von knapp 90 Prozent verkraften. Bedingt durch die etwas schwächere Konjunktur und die nachgebenden Stahlpreise musste auch die Prognose für das Gesamtjahr gekappt werden. Dementsprechend schnell und heftig war die Reaktion des Marktes, der die Aktie des Stahlhändlers regelrecht abstürzen ließ . Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun nur noch mit einem EBITDA in Höhe von 250 Millionen Euro und 320 Millionen Euro für das Jahr 2012, was einem Gewinnrückgang um ungefähr 20 Prozent entsprechen würde. Der Kurseinbruch um über 60 Prozent seit Mai ist also alleine aus diesem Grunde nicht zu rechtfertigen.

Hinzu kommt, das Gisbert Rühl der Vorstandsvorsitzende ein umfallendes Sparprogramm angekündigt hat, welchen den Konzern in den kommenden Jahren wieder auf Wachstumskurs bringen sollen. Das Unternehmen verfügt über eine Eigenkapitalquote von knapp 40 Prozent, für das Jahr 2012 ist eine Dividendenrendite von 4,7 Prozent geplant. Das KGV von 7 für das kommende Jahr erscheint ebenfalls günstig. Weitere Bewertungskennzahlen wie PEG, KBV sowie KUV liegen allesamt deutlich unter 1 und deuten auf eine deutliche Unterbewertung des Unternehmens hin. Gestern ist die Aktie nun mit einem deutlichen Kursplus von 6,5 Prozent aus dem seit Mitte September bestehenden, fallenden Keil nach oben ausgebrochen. Im Zuge der allgemeinen und breiten Erholung der Stahlwerte sollte sich diese Bewegung nun weiter fortsetzen.

Unterstellt man der Aktie ein ähnlich positive Entwicklung wie der ThyssenKrupp, Salzgitter oder Rheinmetall Aktie in den kommenden Tagen, nach positiven Daten von Alcoa heute Nacht, besteht nun eine realistische Chance, dass sich der Aktienkurs der Köckner & Co Aktie in Kürze wieder über der Widerstandsmarke bei 10,15 Euro etablieren kann. Gelingt dies eröffnet sich die Möglichkeit auf weiterer dynamische Kursgewinne. Ein kurzfristiges Ziel läge dann bei 11,07 Euro und 12,39 Euro. Später wären weitere Erholungsgewinne bis auf 14,50 Euro sowie 16,- Euro möglich. Fundamental betrachtet dürften die momentanen Kurse unter 12,- Euro somit Schnäppchenkurse sein. Eine faire Bewertung der Aktie sehen wir momentan bei 17,20 Euro.

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