Tag Archives: Facebook

Tesla, Apple, Netflix, Google, Facebook – Kursdebakel in den USA voraus?

Da ist er nun… nach dem überaus beindruckenden Freitag nun noch ein schwarzer Montag, wenn man es denn so bezeichnen möchte. Ich persönlich halte diese Titulierung nach den zwar heftigen, aber dennoch zu erwartenden Verlusten für etwas überzogen. In China sieht die Sache da schon ein wenig anders aus. Dort hat der Aktienmarkt erneut chrashartige Züge, nachdem offensichtlich alle Stützungsmaßnahmen der Regierung nichts geholfen haben. Wie schon in einem Artikel zu Beginn der China Krise geschrieben, könnten genau diese Stützungsmaßnahmen nun zu weiteren Problemen führen! Auch in den USA gehen die Aktienkurse heute wohl kräftig auf Tauchfahrt. Dabei zeigen die vorbörslichen Indikatoren insbesondere bei den Highflyern der letzten Monate deutlich Besorgnis erregende Züge. Tesla, Apple, Netflix, Google, Facebook alle sind kräftig unter Wasser. Damit sind die wenigen Aktien die den US Markt in den letzten Wochen gestützt haben nun auch an der Reihe. Die daraus resultierende Abwärtsbewegung könnte also noch einmal heftig werden…!

Der verursachte charttechnische Schaden ist bisher weniger groß als so mancher Marktteilnehmer angesichts der blutroten Kurstafel vermuten könnte. Die nun erreichten Kurse entsprechen nach meiner Beobachtung zunächst einmal denen, die man bei einem stärkeren Rücksetzer erwarten konnte. Heute und morgen wird sich demnach wahrscheinlich erst zeigen, ob wir es mit einer ausgedehnteren Korrektur zu tun haben oder es sich lediglich um einen Rücksetzer im übergeordneten Aufwärtstrend handelt.

Schwarzer Montag im DAX

Für den DAX würde ich aktuell ein weiteres Abschlagsrisiko bis in den Bereich um die 9.300 Punkte sehen (siehe Chart). Ein Teil der von mir am Freitag angekündigten weitern 10 bis 15 Prozent Abwärtspotenzial für die chinesischen Märkte, sind  nun schneller abgearbeitet worden als erwartet. Ich sehe hier noch immer ein Restrisiko von ca. fünf Prozent, bevor dann möglicherweise auch hier stabilere Kurse zu erwarten sind. Am kritischsten würde ich aber die Situation in den USA sehen! Hier fand lange keine Korrektur statt, obwohl der Rest der Welt bereits seit längerem im Korrekturmodus war. Der Umstand dass die Rallye dort von wenigen Aktien am Leben gehalten wurde, die jetzt kräftig unter die Räder kommen, ist besorgniserregend. Ein mögliches Kursziel für den S&P 500 liegt nun bei ca 1.820 Punkten! Achten Sie also unbedingt auf die o.g. Aktien und die Entwicklung des Währungspaares EUR/USD bevor Sie hier umfangreiche Käufe tätigen!

Fazit: Heute in Panik zu verfallen dürfte ohnehin deutlich zu spät sein. Wenn auch eine strikte Risikokontrolle spätestens jetzt unabdingbar ist. Wie weit diese Korrektur nun tragen kann bleibt offen, womit sich ein schlichtes „Hoffen“ auf Besserung strikt verbietet. Dennoch sind solche Tage auf der anderen Seite grundsätzlich natürlich für all diejenigen willkommen die schon so lange auf einen vernünftigen Einstieg in die ein oder andere Aktie warten. Auch hier ist aber – aus meiner Sicht – ein äusserst besonnenes Vorgehen angezeigt! Gestaffelt kann man bei so manchem Qualitätstitel nun ggf. erste Käufe tätigen. Dabei würde ich aber maximal ein Drittel der geplanten Gesamtposition riskieren. Weitere Drittel werden dann gekauft, sobald der Markt etwas weiter unten Stabilisierung-Tendenzen zeigt, oder aber wieder nach oben dreht. Vorsichtige Anleger halten weiterhin Cash.

In diesem Sinne drücke ich alle Lesern die Daumen für die richtigen Entscheidungen in diesen turbulenten Zeiten!

Trina, Jinko, Canadian Solar, Solarcity, Firstsolar – Droht ein deutlicher Kursrücksetzer im Solarsektor?

Nach den Trendaktien Tesla, Facebook – und anderen, wird nun offenbar die zuletzt stark gelaufene Solarbranche allmählich wieder abverkauft. Trina Solar hatte gestern eigentlich gute Nachrichten geliefert, nachdem zuvor bereits von JinkoSolar Erfreuliches zu lesen war. Dennoch ist der gesamte Sektor spätestens seit gestern massiv unter Druck, was man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen sollte. Sicherlich haben sich im letzten Jahr einige positive Dinge im Solarsektor ereignet, sodass auch ein Kursanstieg bei den Aktien aus diesem Sektor teilweise gerechtfertigt war. Die Frage ist nun wieviel von dem Kursanstieg tatsächlich gerechtfertigt war?

Insbesondere die starke Nachfrage aus dem eigenen Land, China, scheint hier die Umsätze momentan deutlich zu beflügeln, aber auch andere Nationen wie Nordamerika, Japan, und Großbritannien gehören zu den Hauptabnehmern für chinesische Solarprodukte. Die Strategie der Chinesen hat sich somit langfristig als richtig erwiesen.

Trina Solar beispielsweise hat sowohl den Gewinn als auch den Umsatz im dritten Quartal deutlich steigern können und somit zum ersten mal seit sehr langer Zeit wieder einen operativen Gewinn verkündet. Der Umsatz konnte von 346,1 Millionen Dollar auf 548,8 Millionen Dollar gesteigert werden, immerhin ein stolzer Anstieg von 84 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Nettoergebnis lag bei 9,9 Millionen Dollar, im Vorjahresquartal hatte das Solarunternehmen noch einen Nettoverlust in Höhe von 57,7 Millionen Dollar in den Büchern stehen. Insgesamt will das Unternehmen im Geschäftsjahr 2013 nun 2,3 bis 2,4 Gigawatt Liefervolumen erreichen.

Nach solchen Nachrichten könnte man eigentlich davon ausgehen, dass sich der Zuwachs bei der Trina Solar Aktie noch einmal beschleunigen würde, was er anfangs auch tat. Nach einem kräftigen Tagesgewinn von über 10 Prozent schloss die Aktie dann aber mit einem deutlichen Minus von 5,44 Prozent. Bei anderen Solarwerten sah es nicht anders aus: JKS verbilligte sich um 4,38 Prozent, JASO um 5,6, YGE um über 10, FSLR um 3,9 und SCTY um satte 7,98 Prozent, was aber wohl auch an dem derzeit schwindenden Vertrauen in den Visionär Elan Musk liegen dürfte… Der allumfassende ETF Guggenheim Solar, TAN, gab um 3,82 Prozent nach und befindet sich damit aus rein charttechnischer Sicht in Absturzgefahr.

Fazit: Momentum -Aktien oder Trendaktien sind in den letzten Tagen weiterhin kräftig unter Druck, was grundsätzlich zu Vorsicht mahnen sollte, denn das passiert immer als erstes gegen Ende einer Aufwärtsbewegung an der Börse. Letztlich muss das für das große Bild noch nicht viel heißen, sollte aber Ihre Beachtung finden und intensiv beobachtet werden. Die kommenden Tage werden im Solarsektor möglicherweise etwas unruhig und bieten dann nach einem reinigenden Gewitter wieder neue Chancen.

Facebook und Apple – Ein One Day Wonder?

Die Facebook Aktie konnte gestern, nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, um 16,45 Prozent zulegen und notierte damit nachbörslich über der wichtigen 30,- Euro Marke. Das weltgrößte Soziale Netzwerk (online) konnte im zweiten Quartal mehr Nutzer und Werbekunden gewinnen als ursprünglich angenommen. Das Netzwerk verzeichnet inzwischen 1,15 Milliarden aktive Nutzer pro Monat, was einer Steigerung um 20 Prozent zum Vorjahreswert entspricht. Die Zahl der täglichen Nutzer ist inzwischen auf sagenhafte 700 Millionen angestiegen. Diese Zahlen sind natürlich beeindruckend und heben den Wert des Unternehmens, das unter anderem auch durch den Wert je Nutzer bestimmt wird.

Aber auch operativ konnte Facebook überzeugen. So wurden beispielsweise die Werbeeinnahmen über mobile Endgeräte nun deutlich gesteigert und machen inzwischen 41 Prozent des Jahresumsatzes aus. Zuvor lag dieser Wert noch bei nur 14 Prozent. Der Gesamtumsatz im zweiten Quartal stieg somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 53 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Im letzten Jahr musste der Konzern noch einen Verlust in Höhe von 157 Millionen Dollar verbuchen, heute konnte ein Gewinn von 331 Millionen Dollar verkündet werden. Alles in allem also deutlich bessere Zahlen als erwartet, und damit ist wohl auch der gestrige Kursanstieg grundsätzlich nachvollziehbar.

Ob sich die hohe Bewertung des Unternehmens dauerhaft rechtfertigen lässt, bleibt aber aus meiner Sicht aber immer noch fraglich. Hierzu müssten die Wachstumsraten wohl auch künftig ähnlich hoch bleiben wie zuletzt, was ich zumindest stark anzweifeln möchte. Heute darf man sich als Facebook Aktionär aber erst einmal freuen und gespannt sein, ob zu dem Anstieg nach Börsenschluss gestern noch eine Schippe drauf gelegt werden kann. Der Chart seiht nun wieder etwas freundlicher aus, die Aktie hat den Abwärtstrend verlassen, dennoch würde ich persönlich nicht darauf wetten wollen, dass hier in nächster Zeit noch viel geht. Der gestrige Anstieg der Aktie um 20 Prozent sollte erst einmal verdaut werden.

Und Sie wissen ja, ich bin immer ein großer Freund der Theorie dass offene Kurslücken in absehbarer Zeit wieder geschlossen werden…also gibt es für mich hier keinen Grund vorschnell hinterher zu hechten! Gleiches gilt aus meiner Sicht für die Apple Aktie. Der Anstieg gestern war nicht überzeugend und dürfte in den kommenden Tagen wieder auf das Ausgangsniveau abverkauft werden, um nicht zuletzt auch das Gap zu schließen das hier gerissen wurde. Wäre der Markt wirklich begeistert gewesen dann hätte die Apple Aktie gestern mindestens 10 Prozent zugelegt und sich damit auch deutlich vom Abwärtstrend entfernt…Das war aber nicht der Fall!

Facebook – 22 oder 15 Dollar nach den Zahlen ?

Es läuft nicht gerade rund für Mark Zuckerberg und seine Kumpanen bei Facebook. Zumindest aus beruflicher Sicht hat der Firmengründer momentan alles andere als einen leichten Stand. Seit dem Börsengang hat die Facebook Aktie kräftig an Wert verloren, ein Ende des negativen Trend ist aus meiner Sicht auch noch nicht zu erkennen. Morgen ist die erste richtige Bewährungsprobe für den Konzern. zum zweiten Mal seit dem Börsengang legt der Internetkonzern Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Hier müssen nun harte Fakten sprechen. Die beruhigenden Worte Zuckerbergs, ebenso wie die Ankündigung in naher Zukunft keine Aktien zu veräussern, werden jetzt wohl alleine nicht mehr reichen.

Um dem schwächelnden Aktienkurs auf die Beine zu helfen versucht der Konzern bereits seit längerem, insbesondere sein Angebot für mobile Endgeräte, weiterhin zu optimieren. Unabhängig von dem tatsächlichen Zahlenwerk wird der Markt also genau diesem Punkt besondere Beachtung schenken. Es wird somit ganz entscheidend sein wie überzeugend Mark Zuckerberg die neue Strategie seines Unternehmens und den damit verbundenen Ausblick auf die kommenden Quartalen präsentieren kann. Denn nach der Meinung vieler Analysten wird der Erfolg oder Misserfolg des Sozialen Netzwerkes in der Zukunft alleine durch die Mobility-Stragie entschieden. Bereits heute greifen über 600 Millionen Facebook Anwender mobil auf das Netzwerk zu.

Heute wurde bekannt dass der Konzern nun auch noch seine Europa Chefin verloren hat. Die US Börsenaufsicht hingegen entlastete das Unternehmen heute gegen die Vorwürfe beim verpatzten Börsengang gravierende Fehler gemacht zu haben. Facebook wurde von zahlreichen Investoren vorgeworfen, ihnen wichtige Informationen vorenthalten, und die Geschäftsaussichten geschönt dargestellt zu haben…. Es wird wohl noch eine Weile dauern bis endlich etwas Ruhe bei Facebook einkehrt. Auch wenn Facebook ein Internet-Gigant ist, merkt man eben doch dass es sich hier um ein noch junges Unternehmen handelt. Ich erwarte ehrlich gesagt keine Wunder für den morgigen Tag. Hinzu kommt noch dass die Aktie aus meiner Sicht selbst jetzt noch deutlich zu teuer sein dürfte… Wer Lust hat sieht sich mal vergleichsweise die Kursentwicklung bei Groupon seit dem Börsengang an.

DAX Trendwende? – Rheinmetall und Facebook…

Erneut hat sich das eigentlich positive Bild in der abgelaufenen Woche spontan gedreht. Nachdem zunächst eigentlich alles danach aussah dass die Indizes weiter nach oben laufen werden, wurde dieses positive Bild durch neue Sorgen belastet. Noch immer spielen dabei die Unsicherheiten im Euro-Raum eine ganz wesentliche Rolle, allen voran wäre hier die teilweise katastrophale Situation Spaniens zu nennen. Hinzu kamen erneut schwächere Daten vom US Arbeitsmarkt, die letztlich dazu geführt haben dass der Markt am Freitag deutlich korrigiert hat. Insgesamt wurde bei den sogenannten Non Farm Gehaltsabrechnungen nur ein Zuwachs von 130.ooo Stellen erreicht, die Erwartungen lagen bei 175.000 neue geschaffenen Stellen. Die US Arbeitslosenrate hingegen ging weiter auf 8,1 Prozent runter, was sehr positiv zu werten ist.

Aus meiner Sicht waren diese  Zahlen in dem Umfang allerdings schon am Donnerstag nahezu eingepreist, sodass nun die spannende Frage bleibt ob es sich bei der Kursbewegung um eine Übertreibung gehandelt hat oder aber eine Trendwende am Markt eingeleitet wurde? Der Arbeitsmarkt in den USA bleibt schwächer als erwartet, es werden aber weiterhin neue Stellen geschaffen. Auch die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe ging erneut zurück. Die weiterführenden Anträge auf Arbeitslosenhilfe verringerten sich von 3.311.000 auf 3.276.000. Die positive Tendenz hält also an. Der ISM Dienstleistungsindex hingegen enttäuschte mit einem Rückgang von 55,5 auf 53,5 Punkte. Wohin gegen die Daten aus China ganz klar auf eine weiche Landung der Wirtschaft dort hinweisen und keinerlei Anlass zur Sorge bieten.

Das Geschäftsklima in China befindet sich aktuell auf einem dreizehn Monats Hoch und damit weiterhin in hervorragender Verfassung. Befürchtungen einer ernsthaften Abkühlung des Wachstumsmotors kann man also für den Moment wohl vergessen. Im Gegenteil, der politischen Führung Chinas ist es gelungen, die zuvor befürchtete Überhitzung der Konjunktur deutlich zu verringern. Das kann man also ebenfalls durchaus positiv sehen, insbesondere wenn man Aktien exportstarker Unternehmen im Depot hat. Ein Problem könnte auf mittlere Sicht der Immobilienmarkt im Reich der Mitte werden, aber soweit sind wir noch lange nicht…

Dennoch, kurzfristig gerät der Dax erneut kräftig unter Druck. Mit dem Unterschreiten der Marke von 6.600 Punkten im späten Freitags Handel rückt nun erneut die Unterstützungszone zwischen 6.400  und 6.500 Punkten in den Fokus der Anleger, statt dem erhofften Anstieg in Richtung 7.000 Punkte. Auch die Schwäche in den US Indizes am Freitag hat zudem aus charttechnischer Sicht eine gewisse Brisanz. Ich gehe aber noch davon aus dass wir uns weiter in der Trading-Range zwischen den beiden genannten Kursmarken im Dax bewegen werden. Eigentlich sind alle schlechten Nachrichten nun vorläufig abgearbeitet und dadurch das Potenzial für positive Überraschungen durchaus wieder vorhanden, auch wenn es zwischenzeitlich noch einmal etwas holprig werden könnte. Zudem scheinen offenbar viele Anleger der umstrittenen Börsenweisheit „Sell in May an go away“ zu folgen. Die idealtypische Bewegung die nun erwartet wird könnte aber bereits schon im April stattgefunden haben…

Heute schauen Anleger diesseits und jenseits des Atlantiks gebannt auf die Wahlen in Frankreich und Griechenland. Soeben kam die Meldung über den Ticker, dass die griechische Regierungspartei regelrecht abgestürzt ist. In Frankreich hingegen dürfte der Wahlsieger wohl nahezu fest stehen glaubt man den neusten Umfragen. Ein Sieg Sarkozys käme wohl jetzt einem kleinen Wunder gleich. Welche Auswirkungen die beiden Wahlergebnisse haben werden ist schwer abzuschätzen, auch wenn ich glaube dass auch hier bereits ein Großteil in den Kursen eingepreist sein sollte. Dass Hollande dann nach seinem Amtsantritt mit der Keule durch Europa laufen wird halte ich zwar für nicht ausgeschlossen aber sehr unwahrscheinlich.

Unsere Kanzlerin hat sich ja im Vorfeld schon mal  zaghaft in die Richtung der von Hollande „geforderten“ Änderungen bewegt, sodass es sicherlich nicht gleich in den ersten zwei bis drei Wochen zum Eklat zwischen Frankreich und Deutschland kommen wird… Am Ende bleibt also die Frage wie lang oder kurz die Beine dieser aktuell höchst politischen Börse sein werden? Dass der drastische Sparkurs der Schuldenländer auf Dauer nicht funktionieren kann, dürfte inzwischen klar sein. Und dass Europa mittelfristig wieder eine Perspektive braucht um nicht zu zerfallen wohl auch. So gesehen würde Hollande wohl wieder etwas frischen Wind in die zuletzt, unmittelbar nach verrichteter Arbeit schlagartig eingeschlafene, Europapolitik bringen…!

Die Unternehmensdaten hingegen sind und bleiben überwiegend nicht nur gut sondern teilweise hervorragend. Die Weltwirtschaft trotzt den politischen Wirren und zeigt weiterhin ein ganz anderes Bild als man in den einschlägigen Gazetten dieser Welt lesen kann. Auch der Ausblick vieler Unternehmen auf das Gesamtjahr  lässt durchaus hoffen, dass wir uns in einem stabilen Trend befinden, der nicht so schnell wie befürchtet abreißen wird. Dennoch könnten die nächsten Wochen noch einmal sehr turbulent werden. Zwar befinden wir uns bei so mancher Aktie inzwischen wieder auf geradezu lächerlichem Niveau, das muss aber nicht heißen dass diese Akien über den Sommer nicht noch günstiger werden können.

Ich spare mir diese Woche den Blick auf Einzelwerte, da ich der Meinung bin dass dies unter den gegebenen Umständen relativ wenig Sinn macht. Zu den meisten Depotwerten habe ich ja in den letzten Wochen hier und im Blog schon viel geschrieben. Meine Meinung zu den Unternehmen hat sich auch in keinster Weise geändert. Alle besprochenen Aktien befinden sich weiterhin im Depot. Erwähnenswert wäre vielleicht kurz noch die Rheinmetall Aktie. Hier wird gemunkelt das Unternehmen könnte bereits morgen den Börsengang der Automobiltochter Kolbenschmidt-Pierburg bekannt geben. Rheinmetall will dann bereits im Juni eine halbe Milliarde Euro mit dem IPO Einnehmen. Sollte Firmenchef Chef Klaus Eberhardt also morgen den KSPG Börsengang erklären, dürfte die Rheinmetall Aktie wohl vor einer Neubewertung stehen.

Und natürlich wäre da noch Facebook zu erwähnen! In der abgelaufenen Woche sind erste Details zum geplanten Börsengang bekannt geworden. Demnach will Marc Zuckerberg nun bereits am 18. Mai unter dem Kürzel FB seinen Siegeszug an der Nasdaq beginnen. Es sollen insgesamt 2.75 Milliarden Facebook Aktien in einer Kursspanne zwischen 28,- und 35,- Euro angeboten werden. Gehen wir mal davon aus dass die Emission deutlich überzeichnet ist, und der Preis vielleicht sogar kurzfristig noch etwas nach oben geschraubt wird. Als Privatanleger hat man eine gen Null tendierende Chance an diesem IPO zu partizipieren, aber es gibt durchaus andere Möglichkeiten, die ich Ihnen hier noch einmal kurz ans Herz legen kann. Ob Facebook langfristig eine so horrende Bewertung verdient wird sich zeigen, kurzfristig kann man allerdings auf den Hype spekulieren.

In diesem Sinne, ich wünsche Ihnen eine nicht allzu turbulente Börsenwoche und stets die richtigen Entscheidungen!

 

Nach LinkedIn und Groupon nun auch das Facebook-Debakel?

Aktien der neuen Internet Wunderkinder standen noch im Sommer ganz hoch im Kurs. Zuerst wagte sich LinkedIn an die Börse und konnte einen fulminanten Start hinlegen. Wenig später kam dann die Ernüchterung für die Aktionäre. Heute kostet die Aktie nur noch knapp 60,- Dollar was angesichts einer Marktkapitalisierung von knapp sechs Milliarden Dollar immer noch deutlich zu teuer sein dürfte. Ich hatte unseren Lesern bereits damals dazu geraten die Aktien unmittelbar nach der Erstnotiz zu shorten. Ähnlich, nur noch etwas schneller ist der Kursverfall beim hoch gepriesenen Schnäppchen Portal Groupon. Vor Kurzem musste man noch fast 20,- Euro für eine Aktie des Unternehmens bezahlen, inzwischen bekommt man diese für knapp 11,- Euro hinterher geschmissen. Tendenz weiter fallend. Aber auch auf diesem Niveau wird Groupon noch mit satten acht Milliarden Euro bewertet!

Der direkte Vergleich mit den Bewertungsmodellen im damaligen, und schon fast sagenumwobenen Neuen Markt ist nicht von der Hand zu weisen. Ganz im Gegenteil, die heutigen Bewertungsmodelle scheinen noch deutlich ambitionierter zu sein als damals. Die Spitze des Wahnsinns stellt in meinen Augen der geplante Börsengang von Facebook dar. Heute ist zu lesen dass die Mutter der sozialen Netzwerke ihren Börsengang nun doch schneller als geplant vollziehen will. Warum dürfte offensichtlich sein. 10 Milliarden Dollar soll er bringen, der Börsengang, und den Börsenwert des Unternehmens auf 100 Milliarden Dollar aufblasen. Zum direkten Vergleich, die Erstnotiz von Google brachte damals 1,9 Milliarden Dollar.

Wie auch beim letzten Artikel zu diesem Thema kann ich nur noch einmal darauf hinweisen, dass man von diesen Aktien tunlichst die Finger lassen sollte. Die Zeit der großen Emissionsgewinne, wie damals im Neuen Markt, ist vorbei, wenn man nicht bereits im Vorfeld investiert ist. Für mich persönlich eignet sich hier einzig und alleine die Gegenrichtung, sprich der Aufbau von Short Positionen nach vollzogenem Börsengang als lohnendes Investment. Wer dennoch nicht die Finger von den Aktien lassen kann, der sollte wenigstens warten bis sich die erste Euphorie gelegt hat…

US Börsengang – LinkedIn legt über 170 Prozent am ersten Tag zu

Jetzt drehen alle wieder komplett durch war mein erster Gedanke –  Die Erstnotiz des Social Networks- LinkedIn legt über 170 Prozent am ersten Tag zu. Natürlich habe auch ich gestern der Börsengang von LinkedIn verfolgt und konnte nicht so recht glauben was ich da gesehen habe. Genau genommen geht mir das heute auch noch so! Wie in den guten alten Zeiten des Neuen Marktes – bevor dieser niederging – scheinen Internetaktien ein furioses Comeback zu erleben. Über die wahnsinnigen Bewertungsmodelle bei Facebook,  Groupon und Konsorten hatte ich ja bereits berichtet, und ehrlich gesagt hat sich an meiner persönlichen Meinung dazu auch nichts geändert..wir befinden uns bereits wieder mitten in der nächsten Internetblase!!

Zu den Fakten. Die Aktie von LinkedIn kam gestern zu 45,- Dollar und damit deutlich am oberen Ende der Bookbuilding Spanne den den Markt. Kurz nach der Handelseröffnung hatte sich dieser Wert nahezu verdoppelt um dann nicht ganz zwei Stunden später bei 122,69 Dollar das Tageshoch zu bilden. Satte 170 Prozent Aufschlag auf einen eh schon teuren Ausgabepreis, und das unter riesigen Umsätzen. Wow!!!

Zu genau diesem Zeitpunkt als die Aktie die 120,- Dollar überschritten hatte suchte ich fieberhaft nach einer Short Möglichkeit für diesen Wahnsinn – weil man so etwas einfach spielen MUSS! Leider habe ich nichts passendes in der kurzen Zeit gefunden. Wenn einer unserer Leser einen Tipp für mich hat – immer gerne und bloß her damit, denn auch beim Schlusskurs von dann nur noch 94,25 Dollar würde ich hier short gehen. natürlich nicht blind und nur mit Spielgeld, da ja bekanntlich solche wahnsinnigen Ereignisse seltsame Blüten treiben können. Für mich ist LinkedIn nach der gestrigen Eröffnung aber einer der interessantesten Short-Kandidaten der letzten Monate..

Das große Zittern für Dialog Semiconductor Aktionäre beginnt!

Am morgigen Freitag ist es nun soweit, das neue iPad 2 kommt in die Apple Stores in den USA. Damit beginnt auch das große Zittern der Dialog Semiconductor Aktionäre ob in der neuen Generation des Apple Tablet PCs wieder der Power-Management-Chip von Dialog verbaut wurde oder nicht? Genau darüber war in den vergangenen Wochen immer wieder kräftig spekuliert worden. Die Antwort dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Am Nachmittag startet der offizielle Verkauf des iPad2 und man kann davon ausgehen, das spätestens eine Stunde danach schon irgendjemand das Gerät in seine Einzelteile zerlegt haben dürfte, und darüber auf Twitter oder Facebook berichten wird was drin ist.

Sollte also auch in der neuen Generation des iPad ein solcher Chip zu finden sein könnte das den zuletzt deutlich zurückgekommenen Aktienkurs der Dialog Semiconductor AG deutlich beflügeln. Finden die Bastler bei Ihrem Teardown allerdings den Chip eines anderen Anbieters droht ein weiterer heftiger Kursverlust. Denn damit wäre der Beweis wohl angetreten, dass Dialog seinen Hauptkunden Apple verloren hat. Fachleute prognostizieren in den nächsten Monaten einen wahren Tablet-PC Boom der dann letztlich in einem deutlichen Überangebot enden könnte.

So wie es momentan aussieht wird Apple in diesem Segment aber weiterhin ganz oben mitspielen. Ist Dialog dann weiterhin mit an Bord, dürfte dies zumindest in diesem Jahr noch einmal zu einem kräftigen Umsatzschub führen. Der morgige Tag ist also mehr als spannend für Dialog Aktionäre. Hopp oder Top!

Facebook – Wir befinden uns bereits in der nächsten Internet-Blase

Laut Berichten der New York Times steigt nun auch das Investmenthaus Goldman Sachs bei Facebook ein. Das wäre an sich noch nicht so bemerkenswert, aber der veranschlagte Preis für das Unternehmen des Firmengründers Marc Zuckerberg gibt einem dann doch etwas zu denken. Noch vor einem halben Jahr fragte man sich, ob Facebook rund 25 Milliarden US Dollar wert sein könnte. Zwar hat das junge Unternehmen bislang im Gegensatz zu vielen anderen Startups bereits Geld verdient, jedoch dürften die Einnahmen durch Werbung und Erlöse aus Netzwerkspielen lange nicht ein solche Bewertung rechtfertigen.

Die unglaubliche Anzahl der täglichen User dieser Plattform verspricht jedoch enormes Potenzial für die Zukunft. Heute, nur sechs Monat später, wird Facebook  von Goldman Sachs und der russischen Internet-Beteiligungsgruppe Digital Sky Technologies mit knapp 50 Milliarden Dollar bewertet. Zwar hat man immer noch keine weiteren Wege gefunden Geld mit dieser Plattform zu verdienen, aber der Wert des Unternehmens hat sich erneut verdoppelt. Facebook hat Traffic und das nicht zu knapp. Inzwischen wurde auch die Internetseite von Google, die bislang die meistbesuchte Website der USA war, von den Facebook- Nutzern auf Platz zwei verbannt.

Hintergrund für die Investition mehrerer institutioneller Unternehmen in dieses aufgeblähte Unternehmen scheint wohl viel mehr der Plan zu sein mittels eines Börsengangs, der 2012 kommen könnte viel Geld zu verdienen. Wie bereits vor über 10 Jahren spielt auch hier wohl der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle für den Erfolg einer Investition. Es muss schnell gehen, der Druck auf Zuckerberg von seinen neu gewonnenen „Freunden“ die auf einen baldigen Börsengang drängen könnte sich nun drastisch erhöhen.

Ich bin gespannt ob diese Rechnung dann aufgeht, oder bis dahin dann doch irgend ein schlauer Mensch mal einen Taschenrechner in die Hand genommen und nachgerechnet hat. Die Dotcom Blase Ende des letzten Jahrtausends scheint doch eher harmlos gewesen zu sein, wenn man sich heutige Unternehmensbewertungen ansieht…

Top