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Commerzbank – ein Trauerspiel

Es ist und bleibt ein Trauerspiel! Die Commerzbank Aktie konnte von den letzten starken Börsentagen nicht ausreichend profitieren, hat aber die leichte Abwärtsbewegung am Nachmittag wieder voll mitgemacht. Nachdem die Aktie im Tageshoch bei 1,41 Euro notiert hatte schmolzen die Gewinne bis zum Handelsende wieder ab. Der Schlusskurs der Aktie lag bei 1,371 Euro und damit erneut unter der, aus meiner Sicht, so wichtigen Hürde bei 1,38 Euro. Selbst die Aussichten auf eine erneute „Rettung“ Griechenlands in der letzten Sekunde und damit auch dem Ausbleiben eines neuen Schuldenschnittes für das Land konnten den Aktienkurs nicht mehr beflügeln. Ich stelle mir zwangsläufig die Frage was denn überhaupt noch positiv auf den Aktienkurs wirken kann, wenn nicht das? Vorbörslich notiert die Aktie heute bereits noch ein Stückchen tiefer im Bereich zwischen 1,34 und 1,35 Euro.

Die Charttechnische Lage bei der Commerzbank Aktie bleibt damit weiterhin extrem angespannt. (Zum Vergrößern des Charts bitte 2x klicken) Dennoch bleibt auch hier – ähnlich wie in Griechenland – ein Schimmer Hoffnung auf Besserung. Denn mit der schwachen Kursbewegung der letzten Tage wurde ein erneutes, wenn auch nur sehr schwaches, Kaufsignal generiert. Um dieses Signal aber weiterhin aufrecht zu erhalten wäre zumindest ein Schlusskurs heute über 1,368 Euro aus meiner Sicht essenziell. Entscheidend für den weiteren Verlauf bei der CoBa Aktie bleibt die hier markierte Aufwärtstrend-Linie. Kann diese wieder überschritten werden, dann ist ein weiterer Anstieg in Richtung 1,429 Euro und 1,441 Euro möglich. Gelingt dies allerdings nicht, steht in Kürze wohl ein erneuter Test der Unterstützung bei 1,30 Euro auf dem Programm.

Politische Börsen haben doch lange Beine !

Die letzten beiden Handelstage hatten schon etwas von einer typischen Kapitulation der Anleger vor dem anscheinend unaufhörlichen Abwärtstrend. Und ich persönlich kann diese Reaktion prinzipiell sehr gut verstehen, auch wenn diese teilweise doch etwas irrational erscheinen. Offenbar spielte es für viele Investoren auch keine große Rolle dass einige Aktien bereits auf einem Mehrjahrestief oder gar unter den Niveaus nach der Lehman Pleite notieren. Die Anleger haben weiter verkauft oder wurden klassisch abgefischt. Charttechnisch wichtige Unterstützungen wurden reihenweise, kurzzeitig unterschritten, und so ist es prinzipiell nur logisch und konsequent so vorzugehen. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht das gerade solche entscheidenden Marken sich immer wieder für den Einstieg mit einer ersten Position  bewährt haben. Auffällig waren aus meiner Warte auch die immer dünner werdenden Umsätze bei den Aktien. Die Zahl der Verkaufswilligen nimmt langsam ab, die der Kaufwilligen aber noch nicht wirklich zu. Vielleicht ändert sich das ja in der nun kommenden Woche wieder? Eine Zunahme der Umsätze sollte unbedingt beobachtet werden! Denn, wie ernst die aktuelle Lage ist verdeutlicht wohl dieser Chart:

Der S&P 500 hat inzwischen sämtliche Trends durchschlagen, die kurz- oder mittelfristig relevant waren. Am Donnerstag/Freitag wurde das 61,80er Fibo Retracement zweimal erfolgreich getestet, die anschließende Kursbewegung war aber noch viel zu schwach um nun ernsthaft von einem deutlichen Bounce ausgehen zu können. Aus technischer Sicht wäre dieser aber längst überfällig gewesen. Ein Minimalziel ist nun also ein schneller Rücklauf  über den in der letzten Woche beschriebenen „Point of no Return“ bei 1.365 Punkten und ein anschließender weitere Anstieg in die Zone um die 1,380 Punkte um einen weiteren Absturz zu verhindern.

Es bleibt dabei: Letztlich haben wir wiedermal eine überwiegend politisch motivierte Börse, wie ich Ihnen bereits im letzten Newsletter erläutert habe. Das sollte Sie immer bedenken. Schon die leiseste Andeutung einer Einigung in den USA dürfte zu einer massiven Verbesserung der Stimmung unter den Anlegern beitragen. Ein erneut zähes Ringen um Einfluss und politische Macht wird hingegen zur Folge haben das die Märkte weiter nachgeben oder gar abstürzen werden. So ist es eben, der Markt erzwing auf seine ganz spezielle Weise eine Entscheidung…! Griechenland dürfte da eher ein Nebenschauplatz bleiben. Saisonal betrachtet befinden wir und nun am Ende der Berichtssaison und am Anfang einer wieder stärkeren Börsenphase. Von einer Jahresendrally mag ich an dieser Stelle aber vorerst nicht mehr reden. Denn, die Situation im Nahen Osten ist auch wenig hilfreich in diesen Tagen. Eine weitere Eskalation und der Einmarsch der Israelis in den Gaza Streifen könnten die gesamte Region erneut destabilisieren. Hohe Ölpreise und weiter Unsicherheiten an den Kapitalmärkten wären dann die direkte Folge.

Commerzbank – Wenig hilfreich Herr Blessing…!

Die Commerzbank Aktie war in den letzten Tagen auf einem guten Weg auch die entscheidende Marke bei 1,65 Euro zu überwinden. Wie schon mehrfach geschrieben würde ich persönlich damit dann die Bodenbildung bei der Aktie als abgeschlossen betrachten. Doch dann kam mal wieder alles etwas anders, wie so oft an der Börse. Firmenchef Martin Blessing löste mit seinen jüngsten Aussagen einen Kursrutsch bei der CoBa Aktie aus, der den Titel zunächst bis auf 1,52 Euro in die Tiefe führte. Dabei sind den Anlegern wohl gleich mehrere Aussagen des Commerzbank Chefs sauer aufgestoßen. Zum einen war davon die Rede dass die kommenden Jahre für Banken herausfordernd bleiben werden. Die Profitabilität der Geldhäuser dürfte deutlich unter der der vergangenen Jahre liegen, hieß es. Nun, das ist wohl angesichts der neuen Eigenkapitalregelungen, erhöhter Risikovorsorge, Stellenabbau und Sparmaßnahmen naheliegend. Also bis hier hin nichts Neues. Nicht umsonst steht der Aktienkurs der Commerzbank gerade bei 1,55 und nicht bei 6,- oder gar 20,- Euro!

Noch etwas deutlicher wurde Martin Blessing bei der Betrachtung des Themas Europa, insbesondere Griechenlands. „Wir werden am Schluss nochmal einen Schuldenschnitt in Griechenland sehen, an dem sich alle Gläubiger beteiligen werden“, sagte Blessing. Also auch die Commerzbank, obwohl die griechischen Risiken der Bank in den letzten Monaten deutlich zurück gefahren wurden. Diese Aussage dürfte die Börsen insgesamt etwas beunruhigt haben. Ein zweiter Schuldenschnitt wäre wohl gleichbedeutend mit einer Pleite des Landes. Er würde es dem Land aber im Anschluss ermöglichen, endlich den extrem hohen Schuldenberg soweit zu reduzieren, dass eine echte Perspektive für das Land im Euroraum wieder möglich ist.

Warum Martin Blessing nun gerade diesen Zeitpunkt gewählt hat solche Aussagen zu treffen darf man sich aber durchaus fragen. Weder ist Griechenland aktuell wirklich im Kreuzfeuer der Presse, noch bestand aus meiner Sicht eine dringende Notwendigkeit dafür dies genau zu dem Zeitpunkt (vor dem großen Verfallstag!) zu sagen, an dem die eigene Aktie im Begriff ist das Tal der Tränen zu durchschreiten. Die Griechen bemühen sich weiterhin redlich den Forderungen der Geberländer nachzukommen. Erste Erfolge lassen sich auch durchaus nachweisen, wie erst heute wieder mit der Einführung der Rente mit 67 Jahren. Es gibt weiteren Optimierungsbedarf, das ist klar. Insbesondere bei der Verabschiedung alter Denkmuster und verkrusteter Strukturen kann man wohl auch nicht erwarten dass dies von heute auf morgen möglich ist…!

Inzwischen dürfte jedem Commerzbank Aktionär das Risiko seiner Anlage sehr wohl bewusst sein. Möglicherweise hat Herr Blessing mit seinem Statement recht, möglicherweise wird es genau so kommen, aber an dieser Stelle waren die Aussagen aus meiner Sicht wenig hilfreich. Vielleicht ging es dem Firmenchef  darum die möglichen Stellenstreichungen im Privatkundengeschäft möglichst gut zu verpacken, und zu begründen. Vielleicht war die gestrige Rede aber auch schon eine kleine Einstimmung auf die Vorstellung der neun Strategie der CoBa am 08. November. Letztlich ist das alles Spekulation und bringt uns nicht weiter. Der Aktienkurs der Commerzbank hat sich wieder etwas von dem Schock erholt. Am heutigen Hexensabbat sollten wir gegen Mittag bereits erste Tendenzen erkennen können ob eine Rückeroberung der wichtigen Marke von 1,565 Euro respektive 1,60 Euro möglich ist.

Griechenland hat gewählt – G20 und FED im Fokus

Eine Reihe guter Nachrichten sorgen in der abgelaufenen Handelswoche, in Verbindung mit freundlichen Vorgaben von der Wallstreet, wieder für etwas mehr Kauflaune bei den Anlegern. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Meldungen: Mario Monti hat sich zu Wort gemeldet und ganz ausdrücklich darauf verwiesen dass Italien keinen Rettungsschirm brauchen werde, das haben wir allerdings zuvor schon von verschiedenen anderen Staaten gehört, die dann doch Hilfe beantragen mussten. Grundsätzlich ist die Situation in Italien aber eine andere als in Spanien, was nicht heißen soll dass eine Eskalation der Krise in Europa das Land nicht doch in Schwierigkeiten bringen könnte. Genau dieses Szenario sieht der Markt offensichtlich weiterhin kommen, was sich in den weiter steigenden Zinskonditionen der letzten Anleiheauktionen wiederspiegelt.

Ebenso wie in Italien hat sich die Lage für Spanien auf den Anleihemarkt erneut zugespitzt. Wie auch in der letzten Krise haben bei dieser Entwicklung die Urteile der Ratingagenturen ganz wesentlich dazu beigetragen. Während sich die Kreditkonditionen für das Rettungspaket der spanischen Banken  also immer freundlicher gestalten, wird es für den spanischen Staat weiterhin eng. Das grundsätzliche Problem des Landes bleibt aber die mangelnde Glaubwürdigkeit der europäischen Politiker und man sollte sich wohl nicht dem Trugschluss hingeben dass selbst eine mögliche, konzertierte Aktion der Notenbanken, nach den griechischen Wahlen, daran mittelfristig etwas ändern wird.

Das was zu befürchten war tritt nun offenbar schneller ein als uns Steuerzahlern lieb sein kann. Die Wahrscheinlichkeit für eine vergemeinschaftete Haftung der Schulden aller europäischer Länder ist in meinen Augen nun noch einmal deutlich gestiegen. Der internationale Druck auf Kanzlerin Merkel stieg ebenfalls in den letzten Tagen signifikant an. Auch die zuvor festgezurrten Konditionen für Griechenland könnten demnächst somit zumindest etwas „aufgeweicht“ werden. In der vergangenen Woche konnte man bereits von Blanko-Zusagen  über Neuverhandlungen der Konditionen in der Presse lesen. Die Angst vor einer unkontrollierten Eskalation der Krise geht um, das ist deutlich spürbar. Der harte Sparkurs, den der Kanzlerin in den letzten Monaten vertreten hat, ist damit wohl schon bald passé, bzw. lässt sich in dieser Form einfach nicht mehr länger aufrecht erhalten.

Grundsätzlich ist der Gedanke einer gesunden Mischung aus Sparpolitik und Wachstumsprogrammen ja auch nicht so verkehrt. Diese Ereignisse zeigen aber leider auch, dass Europa in gewisser Weise offensichtlich erpressbar geworden ist, sei es durch aussenpolitischen Druck, die Macht der Finanzmärkte oder schlicht und ergreifend getrieben durch die Angst des Unvorhersehbaren im Falle eines griechischen Austritts, oder einer weiteren Schieflache Spaniens. Am Ende bleibt auch aus meiner persönlichen Sicht weiterhin eher der Eindruck eines planlosen Rumgewurschtels als das Gefühl dass hier an einem echten Konzept gearbeitet wird. Es steht zu befürchten das dass Spiel auf Zeit somit in eine weitere Runde geht, die erneut sehr teuer werden dürfte. Der endgültige Ausgang dieses Dramas bleibt aber trotz dieser erkauften Zeit mehr als ungewiss.

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema…Die Griechen haben gewählt, wird es heute Abend heißen. Gegen 21:00 Uhr wird mit den ersten ernstzunehmenden Hochrechnungen für das amtliche Wahlergebnis gerechnet. Ich bin mir inzwischen gar nicht mehr so sicher welches Ergebnis für wen das beste wäre, und vor allem welche Reaktion an den Finanzmärkten morgen wirklich zu erwarten ist. Der Markt hat in den letzten beiden Handelstagen offensichtlich auf einen positiven Ausgang – in welcher Form auch immer – gesetzt. Nur was wäre eigentlich ein positiver Ausgang? Ein Verbleib der Griechen im Euro-Raum oder eher der Austritt? Wie wir alle wissen gehen die Meinungen bei der Beantwortung dieser Frage weit auseinander. Die spannende Frage ist also was erwarte der Markt? Glaubt man den ersten Hochrechnungen dann steuert das Land erneut auf ein Patt-Situation zu, was wahrscheinlich die schlechteste aller Alternativen ist…

Sieht man sich die Schlusskurse an der Wallstreet am Freitag an stellt sich zwangsläufig die Frage welches der beiden möglichen Szenarien hier nun eingepreist wurde, und ob sich diese Entwicklung ab Montag fortsetzen kann, oder wir genau das Gegenteil erleben werden. Auch ich wage hier keine Prognosen mehr und konzentriere mich weiterhin einfach auf meine Anlagestrategie der letzten Wochen, die ich aber jederzeit revidieren werden, wenn es die Situation erfordert sollte. Noch bin ich verhalten optimistisch, da ich grundsätzlich glaube dass das Thema Griechenland nun weitestgehend eingepreist sein sollte, WENN es ein Wahlergebnis gibt! Das überraschende Moment sehe ich hier somit eher auf der positiven Seite. Bleibt es aber beim Patt und kommt erneut keine Regierungsbildung in Griechenland zustande, bleibt höchstwahrscheinlich auch die Ungewissheit und damit dann wohl auch die Turbulenzen an den Märkten. Ich stelle hier noch einmal kommentarlos den DAX Chart der letzten Woche ein, denn beide möglichen Szenarien sind weiterhin denkbar. Bis zur endgültigen Entscheidung bleibt mein „Spielplan“ unverändert.

Es gibt aber auch noch zwei weitere Ereignisse in der kommenden Woche die durchaus das Potenzial haben die Aktienkurse nachhaltig zu beeinflussen. Zum einen wäre da das G 20 Treffen von dem der Markt nun wirkliche Lösungsansätze erwartet. Sollte auch hier ausser einem netten Treffen bei gutem Essen und Getränken wieder nichts handfestes herauskommen, besteht nach meinem Empfinden die ersthafte Gefahr dass der Markt weiterhin eine Lösung erzwingen wird. Sprich die Kurse werden auch dann weiter fallen und damit wird sich zu allem Übel auch noch die konjunkturelle Lage solange weiter eintrüben, bis irgendwann die große Keule ausgepackt werden muss die diese Krise beendet. Diese Rolle dürfte dann wohl wieder mal nur noch die EZB übernehmen können. Das zweite Ereignis ist natürlich die FED Sitzung am Mittwoch. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus dass es nun zu weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der FED kommen MUSS.

Die letzten Konjunkturdaten aus den USA sprechen – bis auf wenige Ausnahmen – eine deutliche Sprache. Bis auf den Häusermarkt, der die Talsohle nun offenbar durchschritten hat deutet vieles darauf hin dass die bisherigen Maßnahmen QE1, QE2 und Operation Twist noch nicht den gewünschten Effekt erzielt haben. Somit, und insbesondere im Hinblick auf die bald stattfindenden US Präsidentschaftswahlen, ist die Wahrscheinlichkeit also durchaus sehr hoch dass die Geldschleusen nun noch einmal geöffnet werden. Das würde dann, neben einem wieder deutlich anziehenden Goldpreis, auch die Aktienmärkte regelrecht beflügeln. Wie immer wenn die Mehrheit ein solches Ereignisse erwartet, und der Markt anfängt diese bereits im Vorfeld einzupreisen, ist aber auch eine gewisse Vorsicht geboten. Liefert die FED nicht besteht hier wohl das größte Enttäuschungspotenzial für den Markt.

Wir stehen also wohl vor einer historischen Woche die das Zeug hat die Finanzwelt nachhaltig zu verändern – im Guten wie im Schlechten. Ich wage an dieser Stelle keine Prognosen mehr, werde aber den Markt noch intensiver als sonst beobachten und ggf. schnell reagieren wenn sich das große Geld in Bewegung setzt. Wir erwarten in den nächsten drei Tagen drei sehr entscheidende Ereignisse, und wahrscheinlich kann man erst ab Donnerstag eine wirkliche Neueinschätzung der Situation treffen, was ich im Blog auch zu gegebener Zeit tun werde. Bis dahin wünsche ich Ihnen gute Entscheidungen und eine erfolgreiche Börsenwoche.

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Commerzbank – Kaufen wenn die Kanonen donnern?

Die Commerzbank Aktie fällt heute im frühen Handel auf 1,40 Euro und hat damit eine wichtige Unterstützung erreicht. Die Nachrichtenlage aus Griechenland  hat einmal mehr die Börsen weltweit in ihren Bann gezogen und man darf doch einigermaßen fasziniert sein dass dieses kleine Land, dessen desolate Situation nunmehr seit drei Jahren bekannt ist, immer wieder in der Lage ist die Finanzwelt derart zu erschüttern. Eigentlich sollte man den Helenen, rein aus wirtschaftlicher Betrachtung, wohl nicht mehr Aufmerksamkeit schenken als ihnen zusteht. Mit einem Bruttosozialprodukt nahe dem einer europäischen Großstadt ist der Schaden für die Gemeinschaft im Falle einer Pleite des Landes sicherlich überschaubar.

Dennoch sind die Verstrickungen in unserer heutigen globalen Welt so unkalkulierbar geworden dass Anleger erst einmal die vorsichtige Variante wählen und Cash horten. Und genau dass ist wohl auch nach wie vor das große Problem der Commerzbank bzw. ihrer Aktionäre. Wo die Reise nun für Griechenland hingehen wird ist ungewiss – Experten sind sich aber einig, dass für das griechische Volk in naher Zukunft wohl nicht viel Gutes zu erwarten ist, sollte es sich bei den Neuwahlen überwiegend für den linksextremen Alexis Tsipras entscheiden.

Die spannende Frage ist also ob es der Commerzbank wirklich gelungen ist die Risiken in Griechenland, wie kürzlich angegeben, auf ein Minimum zu reduzieren. Der Markt zweifelt offensichtlich an dieser Aussage. In Griechenland machen sich derweil Gerüchte über einen sogenannten „Bank Run“ breit. Soll heißen, dass griechische Sparer in den letzten Tagen bereits verstärkt damit begonnen haben ihre Spareinlagen in bar bei den Banken abzuheben. Alleine am Montag sollen über 700 Millionen Euro von griechischen Mitbürgern abgehoben worden sein, die man dann offenbar in neue Drachmen tauschen will. Laut Staatschef Karolas Papoulias regiert zwar noch nicht die Panik auf Griechenlands Strassen, aber es scheint mir dass dazu nur noch ein kleiner Funke nötig ist…!

Und so wundert es auch nicht dass im Moment Anleger weltweit in Liquidität flüchten. Das Anlegerverhalten hat nun, nicht nur in Europa sondern auch weltweit, dramatische Züge erreicht. Somit dürfte die Bodenbildung wohl nicht mehr allzu fern sein. Die Nachricht über die griechischen Neuwahlen ist nun raus und dürfte wohl auch vorher schon am Markt verarbeitet worden sein. Was noch nicht eingepresst wurde ist das nun zu erwartende Chaos! Dennoch scheint nun (endlich) absehbar zu sein dass das Land in der Folge der Neuwahlen aus der Europäischen Währungsunion ausscheiden wird. Und das sollte dann wohl am Ende zu einer deutlichen Erleichterungsrally an den Märkten führen.

Beobachten Sie die Commerzbank Aktie in den kommenden Tagen genau. Auf diesem Niveau könnte sich zumindest aus charttechnischer Sicht wieder eine interessante Einstiegschance ergeben. Frei nach dem Motto: „Kaufen wenn die Kanonen donnern“, rechne ich persönlich nicht damit dass die Welt nun untergehen wird. Viel mehr bin ich fasziniert von den teilweise extrem niedrigen Kursniveaus mit denen wohl keiner mehr so schnell gerechnet hätte. Anleger die den Anstieg im Januar verpasst haben bekommen nun eine zweite Chance – und das wird nach der ersten Welle panikartiger Verkäufe wieder zu einem Anstieg der Indizes führen, wenn sich Anleger in Erwartung höherer Inflation wieder auf die wahren Werte von Unternehmen besinnen – auch oder insbesondere bei einer Commerzbank Aktie!

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DAX weiter am Rande des (griechischen) Abgrundes…

Die abgelaufene Börsenwoche war grausam, da gibt es aus Sicht eines Anlegers nicht viel zu beschönigen. Sämtliche wichtigen Indizes bewegten sich fünf Tage in Folge am Rande des Abgrundes, konnten aber letztlich (vorerst) alle relevanten Marken verteidigen. Weiterhin belasten insbesondere die Ereignisse rund um die Wahlen in Griechenland die Börsen, aber auch andere „Aufreger der Woche“ trugen nicht unbedingt dazu bei dass Investoren wieder neuen Mut fassten und erneut auf eine Gegenbewegung an den Aktienmärkten gesetzt haben. Unter anderem der Milliardenverlust von JP Morgan, der Ausblick von Cisco Systems, aber auch die deutlichen Gehaltserhöhungen der Commerzbank Führungsriege, haben in dieser Woche auf Investors Inside für Diskussionen gesorgt.

Der Deutsche Leitindex hat am Freitag mit einem versöhnlichem Wochenschluss über der wichtigen Unterstützungsmarke von 6.500 Punkten bei 6580 Punkten geschlossen. Das erneute Scheitern der Griechen bei der Bildung einer funktionsfähigen Regierung dürfte aber bereits am Montag schon wieder auf die allgemeine Stimmung drücken. Somit mache ich es heute kurz. Es gibt nun zwei mögliche Szenarien, deren Kursziele und wichtige Chartmarken Sie kennen sollten…Ich denke es kann sehr wichtig sein sich für beide Fälle jetzt schon eine praktikable Strategie zurecht zu legen!

Das Gesamtbild bleibt wohl auch in der kommenden Woche eher gemischt, da im Moment alles auf Neuwahlen in Griechenland hindeutet, die dann wohl die Linke für sich entscheiden könnte und somit ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion immer wahrscheinlicher wird. Ohne diese Ereignis würde ich ganz klar auf eine baldige Trendwende am Aktienmarkt setzen, denn vieles spricht eigentlich dafür dass wir nun wieder höhere Aktienkurse sehen sollten. Ich habe ja bereits in der letzten Woche darüber berichtet…! Inzwischen befinden wir uns kurzfristig im deutlich überverkauften Bereich beim DAX, S&P und Co. was zumindest für eine technisch bedingte Gegenreaktion in der nächsten Woche spricht. Beide Indizes sind zudem in der letzten Woche von einem steilen Abwärtstrend in einen Seitwärtstrend über gegangen. Eine Bodenbildung an den entscheidenden Marken ist somit nun möglich.

Ich habe Ihnen in dem obigen Chart ein paar – hoffentlich selbsterklärende – Punkte eingezeichnet die aus meiner Sicht nun sehr wichtig sind und entsprechend intensiv beobachtet werden sollten. Kann der DAX am Montag oder Dienstag, nach (wahrscheinlich) anfänglicher Schwäche, den nun eingeschlagenen kurzfristigen Trend wieder aufnehmen würde dies die Bestätigung einer inversen SKS Formation zur Folge haben, deren geschätztes Kursziel dann bei ca 6.800 Punkten liegt. Ein wichtiges Etappenziel dabei ist das Überschreiten der 6.600er Marke auf Schlusskursbasis. In diesem Falle sollte sich auch das allgemeine Sentiment dann wieder deutlich aufhellen. Ein weiterer Anstieg in Richtung 7.100 Punkte scheint somit nach wie vor möglich zu sein.

Grundsätzlich bleibt die Hürde bei 7.120 Punkten die wohl entscheidende Marke des gesamten Börsenjahres 2012. Wie Sie sehen verläuft hier der entscheidende Kreuzwiderstand des langfristigen Abwärtstrends, des Aufwärtstrends aus dem ersten Quartal diesen Jahres und des sehr kurzfristigen Aufwärtstrends, sollte sich dieser in der kommenden Woche bestätigen. Erst wenn dieses Niveau überwunden werden kann sehen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit ganz andere Aktienkurse als heute. Das ist natürlich Zukunftsmusik und klingt in Anbetracht der aktuellen Lage schon fast etwas abstrakt jetzt auf diese Marken hinzuweisen. Aber Sie sollten dieses Niveau kennen, denn es kann in diesem Umfeld auch jederzeit eine Nachricht über die Ticker laufen die genau dieses Szenario dann auslösen wird. Und dann muss man schnell handeln…

Bei aller Begeisterung über die Wahrscheinlichkeit eines kräftigen Anstieges möchte ich aber natürlich nicht die möglichen Gefahren ausblenden. Denn auch auf der anderen Seite besteht inzwischen eine sehr realistische Chance auf eine starke Kursbewegung. Warum die aktuellen Niveaus im S&P 500 so entscheidend sind erkennen Sie in dem Chart oben. Der S&P befindet sich in der seit Anfang 2011 Gültigen Unterstützungszone, und zwar am unteren Ende. Sollte dieser Bereich nun nach unten verlassen werden, ist das nächste Kursziel erst wieder bei 1.288 Punkten zu finden, was sicherlich für die Entwicklung des Dax auch nicht ohne gravierende Folgen bleiben wird.

Aktuell gilt es somit beim S&P 500 die Marke von 1.365 Punkten genauestens zu beobachten, denn auch hier liegt auf der kurzfristigen Ebene momentan die Nackenlinie einer inversen SKS Formation, die den Index wieder zurück in den Bereich um die 1.385 Punkte führen sollte. Gelingt dies nicht und fällt der DAX somit in der Folge erneut unter die 6.400 Punkte Marke, dürfte sich der Abwärtstrend somit weiter fortsetzen. Ein realistisches Kursziel läge in diesem Falle  bei 6.172 Punkten. Hier liegt eine weitere starke Unterstützung, bevor dann eventuell die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Punkten angegriffen werden könnte. Bei 6.350 Punkten liegt eine kleine Unterstützung in Form des 61,80% Fibonacci Levels.

Ich hoffe es ist mir gelungen Ihnen die Brisanz der aktuellen Situation aufzuzeigen, die hohe Risiken, aber auch enorme Chancen beinhaltet. Das Spiel der Griechen mit dem Feuer hat somit leider erneut das Potenzial die gesamte Finanzwelt für einige Monate auf den Kopf zu stellen. Sollte es doch noch kurzfristig zu einer Einigung der griechischen Parteien kommen, wird der Markt dies wohl mit einer Rally belohnen. Die Analyse von Einzelaktien macht somit für den Moment wenig Sinn. Erst wenn wieder klarer wird in welche Richtung die Reise in den kommenden Wochen gehen könnte, werde ich mich wieder verstärkt darauf konzentrieren die Chancen einzelner Branchen und Unternehmen hier zu besprechen. In der letzten Woche habe ich mich im Blog dem Kursrutsch der Klöckner & Co. Aktie und den Quartalszahlen der Commerzbank  etwas näher angenommen. Wenn Sie Lust haben schauen Sie doch mal im Blog vorbei.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr Lars Röhrig

Commerzbank Aktie mit Gap Close – jetzt kann es rauf gehen…!

Neue Nachrichten aus Griechenland beeinflussen heute erneut die Märkte. Hatte man gestern noch den Eindruck dass es sowieso niemanden mehr so richtig interessieren würde wie die Verhandlungen in Griechenland ausgehen, so stellte sich dieses Bild bereits heute wieder etwas anders dar. Nachdem auch heute Nacht keine finale Lösung erzielt werden konnte, wollen sich die EU Finanzminister nun am kommenden Mittwoch erneut zusammen setzten. Vorher wurden dem angeschlagenen Mittelmeerstaat noch ein paar „Hausaufgaben“ mit auf den Weg gegeben. Diese sollen nun bis zum nächsten Treffen zügig umgesetzt werden. Erst dann werden weitere Milliarden nach Athen fließen, hieß es seitens der verantwortlichen Personen. Kurzum, jetzt ist Schluss mit Lustig, man setzt den Griechen die Pistole auf die Brust. Der Markt nimmt diese Wende nicht sehr amüsiert auf, da nun weiterhin viele Fragen offen sind.

Die Commerzbank Aktie gehörte deswegen heute zur Börseneröffnung erneut zu den schwächsten Werten, ebenso wie andere Bankenwerte in Europa. Mit einem satten Minus von zwischenzeitlich über zehn Prozent dürften die meisten Marktteilnehmer wohl nicht mehr gerechnet haben, nachdem ja nun die schlimmsten Nachrichten hinter dem Geldinstitut liegen sollten. Ich würde den Kursrutsch auch nicht überbewerten, denn letztlich wurde nur das Gap bei 1,953 Euro heute geschlossen das der starke Anstieg am 08.02.12 hinterlassen hatte. Wie wir auch wissen sind solche Kurslücken nicht „gesund“ und sollten stets geschlossen werden. Dies ist heute geschehen, und das ist in jedem Falle positiv zu sehen, auch wenn die Bewegung an sich nicht unbedingt nervenschonend verlaufen ist und man sich sofort wieder an die panikartigen Zeiten des vergangenen Jahres erinnert fühlt…

Für mich persönlich war dies der richtige Zeitpunkt meine Position nun weiter zu erhöhen. Ich habe bereits am 08.02 nach Handelsschluss eine entsprechende Order in das System eingegeben, da ich dieses Szenario für sehr wahrscheinlich gehalten habe. Nun sind die sogenannten Zittrigen wieder raus gespült worden, und es kann weiter nach oben gehen. Für diejenigen die es heute erwischt hat ist das natürlich erst einmal ärgerlich, auch wenn die meisten wohl mit Gewinn ausgestoppt wurden. Aber so ist die Börse, und so wird sie immer sein. Wer diese Regeln nicht nur verstanden sondern auch verinnerlicht hat, der wird langfristig zu den Gewinnern solcher Situationen gehören. Heute wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit der eigentliche Boden für die Commerzbank Aktie bereitet. Zum Handelsschluss sollte die Aktie über der Widerstandzone zwischen 2,06 und  2,12 Euro notieren, somit wäre aus charttechnischer Betrachtung der Bodenbildungsprozess dann abgeschlossen.

Dax Ausbruch – Wann erwachen die Bären wieder?

Wir befinden uns inzwischen in Woche sieben der aktuellen Rally, und der Markt  zeigt immer noch keinerlei Anzeichen von Schwäche. Ganz im Gegenteil, der Dow Jones markierte gestern ein neues Drei-Jahres-Hoch, nachdem die US Arbeitsmarktdaten deutlich besser ausgefallen sind als dies vom Markt erwartet wurde. Insbesondere die auf 8,3 Prozent gesunkene Arbeitslosenrate lässt vermuten dass die USA allmählich das Tal der Tränen durchschritten haben könnten. Und genau diese Vermutung wurde gestern an den Börsen auch kräftig gefeiert. Ein endgültiger Beweis für diese These steht aber noch aus. Wie ich Ihnen bereits in den letzten Ausgabe unseres Newsletters geschrieben habe, ist und bleibt es es aber trotz aller Begeisterung, die oberste Pflicht eines jeden Anlegers sich gegen eventuell Rückschläge abzusichern. Die Party geht offenbar weiter bis die Musik irgendwann aufhört zu spielen, und dann sollte man nicht der letzte sein der diese Party wieder verlässt.

In Europa scheint sich die allgemeine Stimmung am Aktienmarkt nun ebenfalls deutlich gebessert zu haben. Die großen Anleiheverkäufe der Club Med Länder verliefen bislang überwiegend sehr erfreulich, auch wenn hier sicherlich von politischer Seite etwas nachgeholfen wurde. Sorge hingegen bereitet nun Portugal. Die Bedenken dass neben Griechenland nun auch Portugal nicht mehr in der Lage sein könnte längerfristig auf eigenen finanzpolitischen Füßen zu stehen, äusserten sich in der abgelaufenen Woche durch Renditen 2-jähriger portugiesischer Staatsanleihen, mit einer Verzinsung von satten 18 Prozent. Portugal ist zwar bis 2014 durchfinanziert, dennoch sollte man wohl ein Auge darauf haben ob hier nicht der nächste Brandherd entsteht. Bis dahin sollten wir uns aber erst einmal der aktuellen Situation widmen, und uns auf dem Anstieg der Börsen konzentrieren um diesen möglichst effektiv auszuschöpfen.

Der Markt will anscheinend einfach nur noch nach oben. Es ist wieder mal der Weg des maximalen Schmerzes für alle die noch nicht investiert sind, die Rally nicht rechtzeitig erkannt haben, oder sich gar auf der Short Seite positioniert haben. Unsere Zielzone wurde somit nun überschritten. Wie weit die aktuelle Bewegung noch tragen kann lässt sich nicht mehr seriös prognostizieren. Aber solange dieser Trend nicht nachhaltig gebrochen wird ist es besser sich nicht dagegen zu stellen, und die Bewegung einfach als gegeben zu akzeptieren. Auch ich bin zwischenzeitlich mit einem ein paar Positionen wieder ausgestiegen und haben Teilgewinne gesichert. Aus heutiger Sicht vielleicht zu früh. Deshalb habe ich mich in der abgelaufenen Woche darauf konzentriert meinen Investitionsgrad wieder etwas zu erhöhen, und in Aktien einzusteigen, die noch gar nicht oder wenig gelaufen sind…Schauen Sie sich mal die Aktien von Metro, K+S, Deutsche Börse, usw. an.

Fazit: Der DAX liegt nach wie vor in einem stabilen Aufwärtstrend, so dass dieser grundsätzlich gute Chancen hat noch bis auf 6.850 Punkte anzusteigen. Positiv sieht auch der Euro Stoxx 50 aus, für den ein weiterer Anstieg bis 2.550 Punkte möglich wäre. Bis auf die Arbeitsmarktdaten vom Freitag lieferten die US Konjunkturdaten zuletzt ein eher gemischtes Bild, wenn auch mit grundsätzlich positiver Tendenz. Wie heißt es doch so schön „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ Noch immer schwebt auch das Damoklesschwert Griechenland über den Märkten, dass sollte zu keinem Zeitpunkt vergessen werden…Grundsätzlich bleibt der Markt damit also in einer Bias zwischen den wirtschaftlichen Rahmendaten und den Gegebenheiten am Aktienmarkt, und wird weiterhin getrieben durch die von den Zentralbanken zur Verfügung gestellten üppigen Liquidität.

Für den Moment ist die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes deutliches Abtauchen der Märkte in meinem Augen genau so hoch wie ein weiterer Anstieg. Denn die Bären befinden sich in einer Art Angststarre die sich, beim Erwachen dieser zotteligen Kuscheltiere, dann in einer weiteren und extremen Aufwärtsbewegung entladen könnte. Wie wir bereits am Freitag gesehen haben kann eine solche Bewegung dann sehr schnell gehen. In die Gegenrichtung allerdings auch, wie wir aus schmerzlicher Erfahrung des letzten Jahres wissen. Am Montag und Mittwoch wurden nun erneut ausgelöst durch starke Kursbewegungen zwei neue Gaps im S&P 500 hinterlassen die wahrscheinlich noch geschlossen werden müssen. Zumindest hat der Markt in den letzten Monaten konsequent darauf geachtet das solche Kurslücken im Chart nicht übermäßig lange verbleiben.

Für den Anfang der Woche kann ich mir durchaus vorstellen dass es nochmal ein paar Dips gibt, die man dann kurzfristig kaufen kann, wenn sie etwas heftiger ausfallen. Bitte vergessen Sie aber nicht diese Positionen sofort eng abzusichern. Der Markt muss auch mal wieder etwas Luft ablassen, und das wird er! Die Frage ist nur wann? Ein kurzfristiger Rücksetzer im Dax könnte noch einmal zu einem Retest der 6.600er Marke führen oder zurück in die Zielzone zwischen 6.400 und 6.500 Punkten (siehe Chart oben!) Im S&P 500 ist gar der Retest der 1.300er Marke vorstellbar.

In der kommenden Woche muss sich also nun zeigen ob wir uns langsam dem Finale nähern, in dem die Shorties entnervt aufgeben, und somit dem Schub in Richtung 6.850 Punkte oder mehr auslösen, oder ob die Märkte nun im Zuge der Unsicherheit um Griechenlands Schuldenschnitte auch mal wieder nachgeben werden. Die Entscheidung über die Höhe des HairCut, oder gar den Verbleib des Landes in der Eurozone, sollte jetzt immer mehr in den Fokus der Anleger rücken. Der Ausgang der griechischen Tragödie ist nach wie vor ungewiss, denn so langsam platzt einigen Beteiligten der Kragen in diesem Milliardenpoker. Die Worte des Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker am Wochenende waren mehr als deutlich…! Alleine schon aus diesem Grunde ist es, trotz aller Freude über steigende Kurse am Aktienmarkt, nicht ratsam sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Versuchen Sie einen ausgewogenen Mittelweg zu finden, der manche Chance auslässt, aber immer noch viel Spaß mit den bestehenden Positionen bereitet.

Commerzbank: Griechenland ist nicht zu retten, lieber gleich Schluss machen!

Wie bereits gestern geschrieben werden die Stimmen gegen eine Rettung Griechenlands immer lauter. Das eigentlich erstaunliche dabei ist dass sich nun verstärkt die betroffenen Kreditinstitute dafür aussprechen den Mittelleerstaat aus der Währungsunion zu entlassen. So hat sich der Aufsichtsratschef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, nun offiziell für den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ausgesprochen, und auch von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann sind zunehmend eher kritische Töne zur mittelfristigen Zukunft der Griechen in der Eurozone zu hören. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Griechenland einer massiven Abwertung bedarf, die es innerhalb des Euros nicht vornehmen kann. Wir können das durch Ausgleichszahlungen auch nicht ausgleichen“, sagte Müller kürzlich im Deutschen Anleger Fernsehen. Griechenland sei innerhalb des Euros nicht zu retten.

Im weiteren Interview spricht mir Herr Müller offen aus was viele denken. Die betroffenen Banken sollten ihr Griechenland-Engagement nach Müllers Ansicht direkt abschreiben, und damit war wohl eine 100 prozentige Abschreibung gemeint um nun endlich einen finalen Schnitt zu machen. Das weitere Rumgeeiere um eine offensichtliche und naheliegende, aber schmerzhafte Lösung wird den gesamten Euroraum nicht weiter bringen. „Wenn sie bei 70 bis 80 Prozent sind, und wahrscheinlich nochmals nach schießen müssen, dann können sie auch fragen, ob sie nicht gleich Schluss machen, also komplett abschreiben“, so Müller.

Klaus-Peter Müller rechnet in der Folge dann eher positiven Reaktionen an den Märkten. Seitens der Commerzbank ist man sich offenbar sicher dass man dies Problem auch zu 100 Prozent schultern könnte, und es zu keinen weiteren Ansteckungseffekten kommt. Die Märkte werden den Austritt Griechenlands verstehen, und sich nicht gleich auf den nächsten schwächelnden Eurostaat konzentrieren prognostiziert Müller. Da bin ich mir allerdings nicht ganz so sicher. Wenn man sich die Renditen der Staatsanleihen Portugals ansieht so wurde bereits gestern neue Euro- Geschichte geschrieben….In diesem Sinne es wird mal wieder eine spannende Woche für Commerzbank Aktionäre.

Jahresendrally – oder warum man sich an den 04.10.11 erinnern sollte

Nur ein kurzer Gedanke zum Markt am 23.11.11 um 11:40 Uhr.

Viele haben in den letzten Wochen – nachdem die EU ihre Beschlüsse gefasst hatte – auf eine Jahresendrally gesetzt. Auch ich. Der Markt hatte Vertrauen und setzte eindeutig zum Sprung nach oben an.

Dann kam Papandreou und obwohl Griechenland wirtschaftlich eigentlich völlig irrelevant ist, hat er mit seiner Volte etwas viel Bedeutenderes „erreicht“. Er hat das Vertrauen der Märkte in die Handlungsfähigkeit der europäischen Politik nachhaltig zerstört. Applaus !

Vor Papandreou war der Markt noch bereit der Euro-Zone zu vertrauen. Nun nicht mehr. Papandreou – so insignifikant diese griechische Posse eigentlich ist – hat der staunenden Welt klar gemacht wie Europa funktioniert, eben als Dissonanz und nicht als Harmonie.

Nun geben alle im Markt die Hoffnung auf eine Jahresendrally auf. „Das wars“ ist der Stimmungskonsens im Moment. Vielleicht hat die Mehrheit diesmal recht – aber nur vielleicht !

Ich gebe die Jahresendrally aber noch nicht endgültig auf. Denn genau so läuft es oft. Man wartet auf etwas und wartet. Und dann gibt man auf. Und genau in diesem Moment kommt es. Mr. Market liebt es geradezu uns so aufs Kreuz zu legen.

Das heisst aber nicht, dass ich nun fröhlich kaufe und damit letztlich nur auf eine unbekannte Zukunft zocke. Nein, ich sitze hier ruhig und still und warte. Denn ich kenne die Zukunft nicht. Und ich denke an den 04.10.11 und vielleicht sollten Sie es daher auch tun, zum Beispiel in dem Sie diesen Artikel hier noch einmal lesen.

Denn wenn sich der Zug in Bewegung setzen sollte, dann sollte man schnell aufspringen. Ich werde es tun ! Man sollte nicht noch einmal zu lange zu skeptisch zu sein. Und man sollte nicht tagelang nach Gründen suchen die es gar nicht gibt, die steigenden Kurse reichen als Begründung. Alles was wir zur Schuldenkrise geschrieben haben ist wahr und diese Krise wird bestimmt weiter eskalieren. Aber das schliesst keineswegs aus, dass wir noch ein paar Wochen eine fröhliche Rally erleben. Sollte sie kommen – mit Betonung auf „sollte“ – wäre es dumm diese zu verpassen, weil man aus langfristiger Sicht zu Recht pessimistisch ist ! Und wenn man auf dem Zug sitzt, muss man jeden Tag genau schauen ob nicht eine Kurve kommt, in der man schnell wieder abspringt !

Denken Sie also daran: die selbe Zukunft kann bei unterschiedlichem Zeithorizont zu ganz unterschiedlichen Schlussfolgerungen für die Geldanlage führen ! Flexibilität und die Bereitschaft schnell auf- und abzuspringen ist das Gebot der Stunde. Und bei aller berechtigten negativen und ratlosen Stimmung darf man nie vergessen, dass es trotzdem immer kurzfristige Chancen gibt.(HS)

DAX und S&P500 Tageskommentar – Wer versteht diesen Markt ?

Wer versteht diesen Markt noch ? Auch ich nur teilweise.

Da haben Italien und Griechenland endlich die gewünschten technokratischen Regierungen und Italien bekommt heute seine Anleihenemission durch. Zwar mit über 6% Zinsen, aber doch zu deutlich günstigeren Kursen als Ende letzter Woche noch aufgerufen wurden. Es gibt heute am Montag auch keine wesentlich neuen Nachrichten und trotzdem zeigt der Markt Schwäche.

Ich persönlich hatte heute Morgen im DAX durchaus mit einer „Sell the News“ Reaktion gerechnet. Der „Gap Fill“ bis 6040 war nicht überraschend und auch der Test der 6000 noch im Rahmen. Bis dahin habe ich den Markt verstanden. Die weitere Schwäche bis 5939 im Tagesverlauf hatte ich dann aber doch nicht mehr auf dem Radar und bisher auch keine Erklärung dafür. Solange es aber noch in diesem Rahmen bleibt, kann man das aber immer noch als normalen und gesunden „Sell the News“ Trade werten.

Ich bleibe daher bei meiner zwar vorsichtigen, aber überwiegend positiven Erwartung auf die letzten Wochen des Jahres. Das Markt-Sentiment ist alles andere als optimistisch, der Markt ist von grosser Skepsis durchzogen – was ein positives Zeichen ist. Am gefährlichsten ist es immer, wenn alle nur noch eine rosige Zukunft erwarten und davon kann im Moment wahrlich keine Rede sein. Die deutschen Qualitätsaktien sind fair bepreist bis günstig und der Performance-Druck zum Jahresende wird in meinen Augen sein übriges tun. Viele stehen noch an der Seitenlinie und sind unterinvestiert und ein Markt der nach oben startet, würde diese Marktteilnehmer zwingen auf den fahrenden Zug zu springen. Das würde einer Rally sicher erhebliche Dynamik nach oben geben. Nach unten gesehen halten aber im Moment vor allem die „starken Hände“ Aktien. Alle anderen wurden durch die Volten der letzten Wochen heraus gekegelt und stehen jetzt eher an der Seitenlinie. Diese „starken Hände“ haben schon eine Menge ausgehalten und sind so schnell nicht mehr in Angst und Schrecken zu versetzen. Das gibt dem Markt nach unten Stabilität.

Technisch gesehen würde erst ein Bruch der Zone um 1230 im S&P500 oder ein Bruch der 5700er Zone im DAX ein ernsthaftes Verkaufssignal geben. Ein deutlicher Anstieg über die 1270er Zone im S&P500 und über die 6100er Zone im DAX wäre dagegen ein Ausbruchssignal nach oben.
Wie immer weiss ich nicht in welche Richtung der Markt ausschlagen wird, erwarte aber so oder so eine starke Ausbruchsbewegung, weil wir uns im S&P500 technisch in einem spitz zulaufenden Dreieck bewegen, dass für starke Ausbruchsbewegungen bekannt ist. Persönlich halte ich einen Ausbruch nach oben aber für etwas wahrscheinlicher als den negativen Fall.

Insofern halte ich die heutige Schwäche eher für eine Kaufgelegenheit und habe das auch genutzt um mein Long Exposure auf nun 70% zu erhöhen. Damit bin ich so stark bullish, wie nicht mehr seit dem Frühjahr nach Fukushima. Wer diese Marktsicht teilt, sollte in meinen Augen mit Stops operieren, die sich an den genannten Zonen 1230 und 5700 orientieren. Damit kann ein möglicher Verlust auf unter 5% begrenzt werden. Und wer diese Marktsicht teilt, sollte nun versuchen sich nicht von jeder Pirouette des Marktes verschrecken zu lassen, sondern seinen Long-Positionen jetzt mal auf Sicht zum Jahresende etwas Luft zum Atmen geben.

Fazit: Die Chancen auf ein paar gute Wochen zum Jahresende sind da. Ich denke es reicht dafür schon, dass keine neuen Hiobsbotschaften von der politischen Front mehr dazu kommmen. Da die neuen Regierungen in Italien und Griechenland jetzt erst einmal das Arbeiten beginnen, bestehen auch Chancen, dass erst einmal etwas Ruhe einkehrt. Hoffen wir nur, dass uns ein Israelischer Angriff auf den Iran keinen Strich durch die Rechnung macht. Wer sich darauf vorbereiten will, sollte ein paar Ölaktien im Depot haben und zwar keine Förderer oder Dienstleister die im Nahen Osten aktiv sind, sondern entweder den Ölpreis direkt oder Unternehmen die in politisch sicheren Regionen tätig sind. Einer meiner persönlichen Favoriten und schon in meinem Depot ist dabei die norwegische Statoil. (HS)

Das Tragische an Italien

Das Tragische an Italien ist in meinen Augen, dass dieses grosse und reiche Land, dass nun den Euro an den Rand des Exitus bringt und in dessen Staatshaushalt nun auf dem Wege der EZB Anleihenkäufe indirekt auch unsere Steuergelder fliessen, eigentlich gar keine Hilfe benötigt. Denn der durchschnittliche Italiener ist mit ca. 60.000€ Bruttovermögen (je Einwohner Stand 2010) ebenso vermögend wie der durchschnittliche Deutsche.

Die Summe der Vermögen der Italiener ist sogar höher als die gesamte Staatsschuld, die nun die Börsen zum Absturz bringt. Ein privates Überschuldungsproblem oder eine Immobilienkrise wie in den USA gibt es also in Italien keineswegs. Italien ist in mehrfacher Hinsicht ein sehr reiches Land. Und (Nord)-Italien ist im Gegensatz zu Griechenland voller hervorragender Unternehmen mit Weltgeltung, die Italien zu einer relevanten Wirtschaftsmacht machen und dem Land daher eine echte Perspektive verschaffen, aus den Schulden heraus zu wachsen. Beispielhaft seien Benetton, Prysmian, Ferrari (Fiat), Pirelli oder Parmalat genannt.

Aber leider nur Norditalien, denn das Kern-Problem von Italien besteht in meinen Augen aus zwei Teilen . Erstens hat Italien den Mezzogiorno am Bein, der mit seiner Korruption, dem organisierten Verbrechen und dem völlige Fehlen echter Wirtschaftskraft eher an ein Drittweltland erinnert. Und leider ist Rom nicht nur räumlich näher an Palermo als an Mailand. Und zweitens ist Italien seit Jahrzehnten – mit kurzen lichten Momenten – politisch so schlecht geführt, dass unsere Truppe um Merkel & Co. im Vergleich dazu wie ein Ausbund höchster Staatskunst erscheint.

Neben vielen strukturellen Faktoren spielt dabei auch die kulturelle Mentalität der Italiener eine Rolle. Denn eine Regierung muss ja erst einmal von den Bürgern gewählt werden. Und wo sich der durchschnittliche deutsche Wähler emotional nach dem wohligen Gefühl einer gleichmachenden „Gemeinschaft“ sehnt, in der er als Individuum aufgehen kann, schätzt der durchschnittliche italienische Wähler den Habitus des Machos und Machers, der seine wirtschaftliche und persönliche Potenz mit Stolz zur Schau trägt. Deshalb haben in Deutschland Politiker grösste Chancen, die dem Wähler Gleichheit und „Gerechtigkeit“ versprechen, was immer sich dann hinter dem Gummibegriff verbirgt. Und in Italien ist es eben möglich, dass ein Berlusconi mehrfach gewählt wird. Nicht trotz „Bunga Bunga“, sondern gerade wegen des Habitus des Lebemanns und des Images des erfolgreichen Geschäftsmanns.

Insofern besteht Hoffnung, denn eine kompetente, zupackende Regierung könnte das Land und die öffentlichen Finanzen ganz schnell wieder sanieren. Denn die Substanz ist definitiv da. Im Gegensatz zu Griechenland, dass strukturell mangels Industrie immer am Tropf hängen wird, kann Italien also ganz schnell wieder aufstehen. Dafür braucht es aber mehr als eine technokratische Regierung, denn die wird im Hinblick auf die kulturellen Vorlieben der Wähler auch schnell wieder weg vom Fenster sein. Für eine dauerhafte Wende bräuchte es eine Person an der Spitze, die den Hang des italienischen Wählers zur Grandezza befriedigt und trotzdem mit Seriosität und wirtschaftlicher Kompetenz gesegnet ist.

Eine Person wie beispielsweise den ehemaligen Ferrari-Chef, Fiat-Präsidenten und Präsidenten der italienischen Industrie: Luca Cordero di Montezemolo (HS)

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