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VW Rekord, Porsche Rekord, Audi Rekord !

In diesen Tagen fällt es mir nach wie vor ein wenig schwer über Einzelaktien zu berichten, da man den Sinn dieser Tätigkeit angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten durchaus anzweifeln kann. Dennoch gibt es immer wieder auch Positives zu berichten, und das kommt einmal mehr von den deutschen Automobilherstellern. Zwar wurde hier im Blog bereits mehrfach alles Wissenswerte dazu gesagt, aber gerade an Tagen wie diesen sollte man sich vielleicht noch einmal in Erinnerung rufen warum man seine Aktien jetzt nicht zu diesen Kursen verschleudern sollte…Der Sportwagenbauer Porsche hat im Mai den besten Monat seiner Firmengeschichte verzeichnet, was gerade in diesem Umfeld wohl eine Erwähnung wert ist. Nach wie vor scheint es bei den Autobauern also noch keinerlei Anzeichen von Krise zu geben, denn auch von Mutterkonzern VW gibt es weiterhin laufend Gutes zu berichten.

Porsche hat im abgelaufenen Monat Mai insgesamt 13.331 Fahrzeuge verkauft, was einem satten Plus von 14,1 Prozent entspricht. Damit steigt der Gesamtabsatz in diesem Jahr auf  56.472 Sportwagen um über 13 Prozent. Bemerkenswert ist hier dass diese Steigerung auf allen globalen Märkten erzielt wurde. Nach 119.000 abgesetzten Sportwagen im Jahr 2011 hat Porsche somit nach nur fünf Monaten fast schon die Hälfte des Vorjahreswerts erreicht. Die Marke von 150.000 produzieren und verkauften Autos rückt damit in greifbare Nähe. Der Zuwachs ist laut Unternehmensangaben bislang in Amerika etwas geringer ausgefallen, man erwartet aber auch in diesem Markt im zweiten Halbjahr nochmal einen deutlichen Schub, wenn das 911er Cabrio dann auch dort verfügbar ist.

Für das Gesamtjahr rechnet Porsche-Deutschland-Chef Klaus Zeller nun damit dass sich der Panamera weiterhin als feste Größe in der Oberklasse positionieren wird, was ebenfalls zu entsprechenden Umsätzen führen sollte. Insgesamt beweisen die Daten dass Porsche nach wie vor hervorragend positioniert ist und mit seiner Modellpalette den Zeitgeist genau getroffen hat. Der Cayenne bleibt der Verkaufsschlager des Konzerns.

Volkswagen will nach jüngsten berichten im Sommer sogar wieder Sonderschichten fahren um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Ein entsprechender Antrag auf Mehrarbeit liegt laut Presseberichten beim Betriebsrat der Wolfsburger auf dem Tisch. Auch diese Meldung hört sich für mich nicht unbedingt danach an dass man bei VW bald mit einem Einruch beim Absatz rechnet 😉 Die zuletzt etwas schwächere Nutzfahrzeugsparte des Wolfsburger Konzerns hat sich zuletzt mit einem Gesamtplus in diesem Jahr von 3,5 Prozent wieder deutlich freundlicher gezeigt. Vor allem der Transporter Crafter mit einem Plus von 37 Prozent und der Pick-up Amarok  mit plus 32 Prozent zählten hier zu den Verkaufsschlagern. Und Audi hat seinen weltweiten Absatz im Mai ebenfalls um stolze 13,7 Prozent auf knapp 130.000 Autos gesteigert.

Mir ist also nach wie vor nicht ganz klar aus welchen Quellen der Markt, oder besser gesagt einige Fachleute, immer wieder einen möglichen Einbruch des Absatzes beziehen. Zwar haben sich die Lagerbestände zwischenzeitlich etwas negativ entwickelt und auch die Preise in einigen Märkten, von einem Einbruch kann aber wohl noch keine Rede sein. Währungseffekte sollten zudem helfen die direkten Auswirkungen daraus zu einem Teil abzupuffern. Die Autohersteller düften einer der größten Profiteure des momentanen Euro-Verfalls sein. Am Ende hängt die weitere Entwicklung der Branche natürlich auch an der Lösung der Euro Krise, mit all ihren möglichen Auswirkungen auf die Absatzmärkte. Das ist für mich dann aber auch schon der einzige Grund der mich hier etwas nachdenklich stimmt. Bezogen auf die Umsätze bei den genannten Autobauern haben wir bereits heute historisch niedrige Aktienkurse, und das sollte bei all dem politischen Grundrauschen nicht vergessen werden. ich halte es da eher mit der Deutsche Bank und der Commerzbank die ihr Kursziele für die VW Vz. von 200,- Euro  und 68,- Euro für Porsche noch einmal bekräftigt haben…

Europa ist nicht mehr glaubwürdig !

Deutlicher hätte das Urteil des Marktes wohl heute nicht ausfallen können. Nach dem starken Anstieg heute Morgen wurden alle Gewinne, teilweise sogar darüber hinaus wieder abgekauft. Das lässt nun wohl mehrere Schlüsse zu. Allen voran den, dass die Handlungsweise der europäischen Politiker wohl nicht mehr glaubwürdig ist. Das ständige Stopfen von Löchern ohne aber echte und sinnvolle Reformen zu verabschieden wird uns genau da hinbringen wo der Markt uns haben will. Die Kapitulation der Politik vor den Kräften des Kapitalismus. Während wir uns heute mal kurz über steigende Kurse freuen durften stiegen die Renditen für spanische uns italienische Anleihe unvermindert weiter an. Das Zypern offenbar ebenfalls kurz vor dem Kollaps steht, und nun dringende Hilfe der EU beantragt hat, ist da nur eine Randnotiz, zeigt aber auch dass das „spanische Modell“ nun sehr schnell Schule machen könnte. Wer allzu bereitwillig seinen Geldbeutel öffnet läuft eben Gefahr bald eben viele neue „Freunde“ zu haben…siehe hier!

Anleger die heute morgen auf einen Bounce gesetzt haben wurden erneut bitter enttäuscht. Ebenso schnell wie diese eingestiegen sind dürften sie sich auch wieder verabschiedet haben, sei es durch aktive Verkäufe oder ausgeführte Stopp-Loss-Orders. Hinzu kommt vermutlich dass ausländische Investoren trotz, oder gerade wegen, der „spanischen Rettung“ weiterhin Ihr Geld aus dem deutschen Aktienmarkt abziehen. Vertrauensbildende Maßnahmen sehen eben anders aus! Damit wurde heute eine große Chance vergeben eine Stabilisierung der Finanzmärkte vor den griechischen Wahlen zu erreichen, was den Ausblick für diese Woche nun deutlich eintrübt, und die Gefahr eines echten Kursrutsches in der kommenden Woche nach meiner Auffassung wieder deutlich erhöht hat.

Warum reagiert der Markt heute so enttäuscht? Es gibt neben den oben genannten wohl viele mögliche Erklärungen….Da wäre die schlichte Tatsache dass Spanien noch gar nicht offiziell um Hilfe ersucht hat, und somit mal wieder auf Zeit gespielt wird. Dass wir Resteuropäer als Geldgeber künftig nicht mal mehr so richtig mitreden dürften, sprich wir zwar unser Geld aus der Hand geben aber wenig Kontrolle oder gar einen realistischen Gegenwert dafür erhalten. Oder vielleicht auch einfach das komische Gefühl, das nicht nur mich beschleicht und alles was hier in den letzten Monaten getan wurde  im Nachhinein als den falschen Weg aufgezeigt hat, der nun wieder einmal bestätigt wurde? Letztlich bleibt das alles weiterhin reine Spekulation. Es ist wie es ist – aber es läuft so manches gravierend falsch!  So, oder so ähnlich deutet zumindest der Markt die jüngsten Ereignisse. Und da hilft es auch wenig anderer Meinung zu sein, denn das kann sehr schnell sehr teuer werden.

Wir wissen heute dass es wahrscheinlich besser gewesen wäre Griechenland gleich vor knapp drei Jahren aus dem Euroraum auszuschließen, leider sahen die EU Verträge aber ein solches Szenario nicht vor. Wir wissen auch dass die EU Verträge in ihrer jetzigen Form falsch sind, weil sie eben keinerlei Handlungsspielräume lassen und viele verschiedene Nationen auf Gedeih und Verderb aneinander gekettet haben. Wir wissen auch das gelegentliche Marktbereinigungen eine heilsame Sache sind. Phasen in denen sich die Starken hervorheben und die Schwachen aussortiert werden damit eine neue und produktive Ordnung entstehen kann. Dieser Möglichkeit haben wir uns aber leider selbst beraubt. Und so wird es wohl darauf rauslaufen dass die Starken am Ende immer schwächer werden, bislang ohne wirkliche Aussicht auf Besserung. Der Markt hat uns heute deutlich gezeigt dass er nicht bereit ist dieses Risiko noch weiter mitzutragen!

SGL Carbon – vor weiterem Kursrutsch?

Eine der Aktien die ich nach wie vor nicht für attraktiv halte ist die der SGL Carbon AG. Nach den Beteiligungen von BMW und VW ist der Aktienkurs regelrecht in die Höhe geschossen und hat zwischenzeitlich zu einer meiner Meinung nach sehr deutlichen Überbewertung des Unternehmens geführt. Anleger sind reihenweise auf den fahrenden Zug aufgesprungen, obwohl es sich hierbei eher jeweils um eine strategische Beteiligung gehandelt haben dürfte. Die Hoffnung des Marktes beruhten aber offensichtlich vorrangig auf Übernahmephantasien durch einen der beiden Automobilhersteller. Carbon wurde damals als DER neue Werkstoff gefeiert der die Elektromobilität in Zukunft im Karosseriebau begleiten wird. Auch diese Annahme war nach meiner persönlichen Ansicht falsch, da Carbon in der Herstellung weiterhin viel zu teuer ist und somit für eine Massenproduktion bei VW oder BMW ausscheidet. Mittelfristig gehe ich somit eher davon aus dass verschiedene Kunststoffe bei den kommenden E-Autos zum Einsatz kommen werden. Der Aktienkurs der SGL Carbon Aktie erreichte auf dem Stimmungshoch am 14.12.2011 sein All-Time-High bei 48,25 Euro.

Ich hatte ja bereits kurz vor Weihnachten darauf hingewiesen dass ich hier eine grundsätzlich andere Meinung zu der SGL Carbon Aktie als der breite Marktkonsenz habe, und das eher mit deutlich fallenden Notierungen zu rechnen ist. Heute befindet sich der Aktienkurs nun bei knappen 30,- Euro. Nichtsdestotrotz halte ich die Aktie auch auf diesem Niveau immer noch für deutlich überteuert. Zwar fielen die letzten Bilanzen ganz vernünftig aus indem der Umsatz weiter erhöht wurde, beim EBIT jedoch musste man einen Rückgang verbuchen. Das Wachstum sollte nach Schätzungen von Fachleuten auch in diesem Jahr nur sehr moderat voranschreiten. Aktuell wird die Aktie immer noch mit einem stolzen KGV von ca 28 bewertet, im kommenden Jahr sollen es dann 25 sein. Der Buchwert je Aktie lag im Geschäftsjahr 2011 bei ca. 15,- Euro.

Eine Komplettübernahme durch einen der großen Autobauer halte ich persönlich für nicht sehr wahrscheinlich. Gerüchte um einen möglichen Bieterwettkampf halten sich aber hartnäckig und können zwischendurch auch immer wieder zu steigenden Kursen führen. Aus charttechnischer Sicht hingegen dürfte nun auch die 30,- Euro Marke demnächst unterschritten werden, was mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Verkäufe nach sich ziehen wird. Die nächsten Kursziele liegen nun bei 27,80 Euro sowie 26,30 Euro. Mittelfristig sind sogar noch tiefere Kurse zwischen 20,- und  25,- Euro denkbar. SGL Carbon bleibt ohne Frage ein interessantes Unternehmen, dass aber knapp die Hälfte seines Umsatzes in der Stahlindustrie verdient. Im Automobilsektor erzielt SGL hingegen eher einen verschwindend kleinen Teil seines Umsatzes, wird aber immer noch als Automobilzulieferer von vielen wahrgenommen. Das Unternehmen ist also nur in sehr eingeschränkter Form ein Profiteur des weltweiten Auto Booms. Auch der kürzlich erfolgte Insiderverkauf vom Vorstandsmitglied Armin Horst runden das Gesamtbild für mich ab. Die Aktie ist somit auch auf diesem Niveau kein Kauf!

Commerzbank und Porsche mit Freudensprung

Guten Morgen zusammen, die Vorgaben aus Asien sind heute natürlich erwartungsgemäß positiv, und auch der DAX wird zum Handelsbeginn ca. zwei Prozent höher erwartet. Anschließend an unseren gestrigen Newsletter möchte ich somit noch kurz auf zwei Aktien verweisen, die heute vorbörslich stark zulegen können. Die Commerzbank Aktie profitiert heute von den guten Nachrichten um Spanien. Wie gestern berichtet schlüpft das Land nun unter dem Rettungsschirm. Anleger weltweit zeigen sich deutlich erleichtert, insbesondere Bankaktien sollten somit heute zu den großen Gewinnern gehören. Die Commerzbank Aktie wird vorbörslich bei 1,47 Euro taxiert, was einem Kursplus gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag von 5,38 Prozent entspricht. Wir bleiben bei unserer Einschätzung der vergangenen Woche dass hier die Bodenbildung nun abgeschlossen sein könnte. Mit dem Überschreiten der Marke von 1,46 Euro stehen die Chancen nicht schlecht dass wir bald wieder deutlich höhere Kurse bei der Aktie sehen könnten. Dazu mehr in unserem letzten Artikel zur Commerzbank Aktie

Einen kräftigen Satz macht heute auch die Porsche Aktie. Berichte vom Wochenende über eine vielleicht bald anstehende Fusion mit VW sorgen für gute Stimmung. Demnach haben die Wolfsburger nun laut Presseberichten einen Weg gefunden die geplante Fusion sogar steuerfrei abwickeln zu können. Die Porsche SE Holding soll für die Übernahme der Porsche AG von VW 4,5 Mrd. Euro erhalten. Mittels einer Sonderkonstruktion dürfte sich Porsche SE so rund 1,5 Mrd. Euro an Körperschaft-, Gewerbe- und Grunderwerbsteuer sparen. VW versucht dabei eine Lücke im Umwandlungssteuergesetz zu nutzen nach der eine „Umstrukturierung“ steuerfrei bleibt. Keine „Peanuts“, würde ich sagen! Was das für die Aktienkurs der beiden Konzerne heißen könnte ist klar. Insbesondere die Porsche Aktie legt heute vorbörslich um satte sieben Prozent zu, VW Aktien notieren knappe drei Prozent höher. Mit dem geplanten Steuertrick will man sich eines großen Stolpersteins bei der Fusion der beiden Konzerne entledigen und kommt dem eigentlichen Ziel nun einen großen Schritt näher. Nun müssen nur noch die Prozessrisiken vom Tisch…

DAX Ausblick – Spanien, Hexensabbat, griechische Wahlen und eine geplante Fiskalunion

Erstmals in diesem Jahr schloss der DAX am vergangenen Montag unter der wichtigen Marke von 6.000 Punkten. Alles sah zunächst danach aus als wolle der Deutsche Leitindex nun in beschleunigtem Tempo weiter abtauchen. Wie ich ihnen in der letzten Ausgabe unseres Newsletters bereits geschrieben haben bestand somit auch eine realistische Chance dass wir die Marke um die 5.800 Punkte noch sehen werden, auch wenn wir bereits am letzten Wochenende davon ausgegangen sind dass die Wahrscheinlichkeit für einen kurzfristigen Test der 200-Tage-Linie von unten nun deutlich höher ist. Und so kam es dann auch, der DAX machte sich umgehend auf den Kursrutsch wieder auszubügeln, und erreichte mit 6.218 Punkten bereits am Mittwoch die genannte Linie. Getrieben durch die Hoffnung des Marktes auf weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der EZB und auch der Federeal Reserve Bank, FED in den USA legten die Aktienkurse weltweit wieder etwas zu.

Diese Erwartungen wurden zwar nicht erfüllt, dennoch schlossen die Börsen in der letzten Woche positiv. Neue Hoffnungen auf eine Lösung der Probleme in Europa sorgten immer wieder für leichte Entspannung. Insbesondere die Situation in Spanien blieb dabei das beherrschende Thema an den Kapitalmärkten. Zunächst war weiterhin unklar wie hoch der Kapitalbedarf der spanischen Banken nun tatsächlich sein würde und ob Spanien überhaupt Hilfe beantragen wird oder nicht. Am Samstag kam dann die befreiende Nachricht dass das angeschlagene Land sich nun durchgerungen hat als viertes Mitglied von „Euroland“ Hilfe aus dem Rettungsschirm zu beantragen. Damit ist das Problem der Spanier sicherlich nicht gelöst, der vermeintliche Brandherd zunächst aber gelöscht.

Die Finanzminister der Eurozone einigten sich in einer Telefonkonferenz am Samstag darauf dass Spanien auf Notkredite in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro zugreifen kann. Spanien muss im Gegenzug seinen Bankensektor reformieren und für alle angeschlagenen Banken umfangreiche Sanierungspläne vorlegen. Im Einzelfall kann somit auch die Schließung einzelner Institute beschlossen werden. Die Gefahr eines sogenannten „Bank Run“ ist damit aber wohl vom Tisch. Laut den letzten Schätzungen hatte der spanische Bankensektor einen zusätzlichen Kapitalbedarf von knapp 40 Milliarden Euro. Die veranschlagte Hilfssumme sollte somit mehr als ausreichend sein um den Sektor  zu stabilisieren und neues Vertrauen bei den Investoren zu schaffen, auch wenn ich persönlich nicht glaube dass es bei den 40 Milliarden bleiben wird. Letztlich war es aber, insbesondere mit Hinblick auf die anstehenden Wahlen in Griechenland, wichtig das Spanien nun offiziell zu der angespannten Situation der eigenene Banken steht und entsprechend handelt, da die Unsicherheiten somit wieder aus dem Markt entweichen können.

 

Man darf also für die kommenden Woche durchaus verhalten optimistisch sein. Hierzu möchte ich ihnen noch einmal den Chart aus dem letzten Newsletter hier einstellen der nach meiner Auffassung auch in der nun anstehenden Börsenwoche weiterhin Gültigkeit hat. Der Rücksetzer nach dem Erreichen der 200-Tage-Linie auf unter 6.100 Punkte war geradezu mustergültig. Nun sollte der zweite Anlauf folgen, wie im Chart eingezeichnet. Dieser hat nun das Potenziell einer kleinen Erleichterungsrally bis in den Bereich um die 6.350 bis 6.400 Punkte. Was im Anschluss an die Wahlen in Griechenland folgen wird kann nicht seriös beurteilt werden. Deswegen habe ich mich bereits in der letzten Woche dafür entscheiden eher das negative Szenario hier einzuzeichnen. Denn letztlich ist es wohl angesishcts der Bedeutung dieses Ereignisses besser die „vorsichtige“ Variante zu wählen. Einige Leser haben mich per Email somit gefragt ob ich zwingend davon ausgehen würde dass der Markt nach diesem Ereignis deutlich fallen würde. Diese Frage ist natürlich an der Stelle auch mehr als berechtigt!

Um Missverständnissen vorzubeugen haben ich den Chart nun doch noch um ein paar Linien erweitert. Denn sollte sich die Situation in Spanien nun deutlich entspannen, und sollten die Wahlen in Griechenland doch anders ausgehen als dies heute angenommen wird, wären durchaus deutlich positive Überraschungen an den Aktienmärkten zu erwarten. Sogar ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone hat letztlich das Potenzial eine echte Erholungsrally an den Märkten auszulösen. Natürlich würden die Märkte dann mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst sehr nervös, und wahrscheinlich leicht verschnupft, reagieren, nach den jüngsten Ereignissen in Spanien sollte dieser Schnupfen aber nicht mehr allzu stark ausfallen. Denn, man darf nicht vergessen dass viele Marktteilnehmer genau auf solche Ereignisse wetten. Tritt dieses dann tatsächlich ein, ist der Spuk meistens schon wieder vorbei. Auch dann wären weitere große Unsicherheiten „beseitigt“ und letztlich ist es meistens nur genau das was den Markt wirklich interessiert. Kurzfristige Kurse von ca. 6.800 Punkten im DAX wären dann  wieder möglich.

Am Freitag ist zudem wieder einmal Hexensabbat, sprich großer Verfallstag für Futures und Optionen. Unter den gegebenen Umständen ist es nun für die Akteure am Kapitalmarkt nicht ganz ungefährlich mit hohen Short-Positionen in den ultimativen Showdown in Griechenland zu gehen, da ein kräftiger Short-Squeeze jederzeit möglich ist. Aller Voraussicht nach erwartet uns also eine wieder mal sehr volatile Handelswoche. Morgen sollten die Kurse, getrieben durch die Nachrichten aus Spanien, und Meldungen über eine geplante Fiskalunion in Europa, wieder anziehen, im Wochenverlauf werden uns – aller Voraussicht nach-  immer wieder Nachrichten über die jüngsten Hochrechnungen und Spekulationen zum Wahlausgang in Griechenland beschäftigen. Zum Ende der Woche hin hat die Nervosität der Anleger ihren Höhepunkt dann erreicht. Ich gehe aber dennoch davon aus dass wir am Freitag höhere Kurse bei den meisten Aktien sehen werden als in der letzten Woche. Wie immer ist es aber weiterhin oberste Pflicht sich dennoch gegen ein unerwartetes Ereignis abzusichern!

Im Blog haben ich mich in dieser Woche mal wieder etwas näher mit Einzelaktien beschäftigt, die aus fundamentalen Gesichtspunkten weiterhin sehr interessant sind. Anleger die händeringend nach Aktien suchen mit denen Sie auch bei einer Eskalation der Euro-Krise gut durch die Turbulenzen kommen sollten nun verstärkt darauf achten sich Titel mit einem soliden Geschäftsmodell und einer möglichst globalen Aufstellung zu suchen. Neben den Klassikern wie Johnson & Jonson, Unilever, Roche, Nestle, mit denen man das Euro-Risiko minimieren kann, gibt es aber nach wie vor auch im hiesigen Markt interessante Aktien, die bereits jetzt wieder sehr attraktiv bewertet sind. Die Salzgitter Aktie (siehe Chart oben) ist ein solches Beispiel über das wir auf Investors Inside berichtet haben, ebenso wie die Aktie des Spezialchemie-Unternehmens Wacker Chemie. Auch die Autobauer und  – Zulieferer wie Continental, VW, Porsche und Daimler bleiben nach wie vor unsere Favoriten für eine Erholungsbewegung an den Märkten. Jüngste Meldungen über Chinas Autoabsatz lassen in der kommenden Woche wieder steigende Kurse erwarten. Die Commerzbank Aktie bleibt weiterhin Spielball der Nachrichtenlage in Europa, insbesondere den Bankensektor sollten Sie aber jetzt intensiv beobachten…!

In der kommenden Woche werde ich ihnen noch weitere Kandidaten vorstellen, die aus meiner Sicht nun etwas mehr Aufmerksamkeit verdient haben, ebenso wie ein paar Aktien von denen man auch in naher Zukunft besser die Finger lassen sollte! Goldminenaktien haben sich in der letzten Woche nicht so entwickelt wie erwartet, dies lag aber ausschließlich daran dass die FED noch nicht bereit war weitere Lockerungsmaßnahmen einzuleiten. Es wird also vorerst kein QE 3 Programm geben. Sollten auch auf der Fed Sitzung am 20.06.12 keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen beschlossen werden bleibt noch abzuwarten wie der Goldpreis darauf reagieren wird. Grundsätzlich bleibe ich aber bei meiner Einschätzung dass es nicht schaden kann ein paar ausgewählte Gold- oder Silberaktien, die in US Dollar notieren, alleine schon aus Gründen der Diversifizierung, im Depot zu haben. Minenaktien sind historisch günstig bewertet, und nicht zuletzt die zyklische Faktoren sprechen dafür das der Gold- und Silberpreis spätestens ab Ende August wieder anziehen sollte…

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche und stets die richtigen Entscheidungen.

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

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Commerzbank & Co. – heimlich, still und leise…!

Heimlich, still und leise hat sich der Aktienkurs der Commerzbank in den letzten drei Tagen wieder deutlich nach oben bewegt. Nicht dass ich deswegen nun aus dem Häuschen bin oder gar in Euphorie verfallen würde, aber die aktuelle Situation bei den Bankaktien ist doch einigermaßen bemerkenswert, und sollte unbedingt beobachtet werden. Bereits im November letzten Jahres waren es die Bankenwerte, die die Trendwende an den Kapitalmärkten eingeleitet haben und auch im Februar, als die Abwärtsbewegung des DAX allmählich ihren Lauf nahm waren es wieder die Bankenwerte die dieses Signal als erstes gesendet haben. Seit Nummer drei Tagen haben wir eine ähnliche Situation wie im Herbst des letzten Jahres. Die Finanztitel haben zu einer kleinen Rally angesetzt. Wie nachhaltig diese Bewegung ist kann natürlich angesichts der Lage in Europa und der allgemeinen Marktstimmung nicht abschließend beurteilt werden, eine intensive Beobachtung des Sektors schadet aber in keinem Falle. Hier ein kurzer Überblick über die US Tagesgewinner von gestern:

Sollte sich dieser Trend nun bestätigen stehen die Chancen für eine breite Erholung des Aktienmarktes also grundsätzlich gut. Hierzu müssten sich allerdings auch die Anzeichen weiter verdichten, dass die Regierungen immense Geldmengen in die Wirtschaft und das Bankensystem pumpen werden. Heute erwartet der Markt zwar keine konkreten Maßnahmen der FED, eine Andeutung auf weitere Lockerungsmaßnahmen der Notenbank würden aber wohl schon reichen um die Kurse weiter zu befeuern. Falls Bernanke heute allerdings enttäuschen sollte, ist jedoch kurzfristig noch einmal mit fallenden Kursen zu rechnen.

Für die Commerzbank Aktie heißt dies kurzfristig, dass das soeben generierte Kaufsignal die Aktie wieder in den Bereich um die 1,50 Euro oder 1,59 Euro steigen lassen dürfte wenn man vom positiven Fall ausgeht. Eine Enttäuschung des Marktes hingegen rückt die Unterstützung bei 1,25 Euro wieder in den Fokus der Anleger. Aus rein technischer Sicht würde ich das positive Szenario im Moment bevorzugen. Der DAX hat nun das Potenzial sich bis auf fast 6.400 Punkte zu erholen. In gleichem Umfang sollte auch die Commerzbank Aktie von diesem Szenario profitieren können. Für heute steht nun erst einmal die wichtige Marke bei 1,40 Euro auf dem Plan. Ab Kursen um die 1,46 Euro kann man dann wohl wieder von einer Bodenbildung sprechen. Ich wäre nicht überrascht wenn wir diese Kurse heute noch sehen. Die Risiken in Spanien bleiben für die Commerzbank Aktionäre unabhängig davon präsent, das sollte nie vergessen werden.

VW, Daimler, BMW und Porsche – Nachlassende Dynamik ???

Die Autobauer waren in den letzten zwei Jahren immer eine „Bank“, wenn es darum ging welche Aktien sich nach einem DAX Rücksetzer am schnellsten und am kräftigsten wieder erholen werden. Nun sind wir erneut in einer solchen Situation, die Aktien von BMW, Daimler, VW und Co. „ziehen“ aber noch nicht so richtig. Einzig die Automobilzulieferer Continental, Leoni und Rheinmetall haben die aktuelle Erholungsbewegung im DAX bislang in ausreichendem Maße nachvollzogen. Die durchaus berechtigte Frage einiger Leser ist an dieser Stelle also woran dies liegen könnte? Umfangreich beantworten kann ich das im Moment auch nicht, aber ich bin mir relativ sicher dass sich dieser Zustand in Kürze erneut auflösen wird.

Zuletzt sprachen ein paar Analysten immer wieder von nachlassender Dynamik im Automobilsektor. Ich bin mir zwar nicht sicher ob diese Beobachtung zutrifft, wenn man sich alleine die Absatzzahlen des letzten Monats in den USA ansieht, gehe aber davon aus dass sich besagte Analysten damit eher auf den Vergleich auf Jahressicht der letzten drei Jahre beziehen. Faktisch haben sie somit auch Recht, dabei wird aber vergessen dass die Steigerungen beim Umsatz und Ertrag zuvor geradezu exorbitant waren und selbstverständlich so nicht beliebig fortgeschrieben werden können. Bezogen auf die tatsächlich erzielten Umsätze und Gewinne kann man aber wohl  sagen das diese Aussagen bestenfalls „Jammern auf sehr hohem Niveau“ sind.  Alle deutschen Autobauer sind immer noch historisch günstig bewertet. Sollte der weltweite Automobilabsatz tatsächlich irgendwann um mindestens 30 bis 40 Prozent einbrechen wären die aktuellen Börsenkurse wohl auch gerechtfertigt. Aber davon sind wir meiner Meinung nach meilenweit entfernt. Dennoch haben die Aussagen einer nachlassenden Dynamik viele Anleger offensichtlich verunsichert.

Zur Verdeutlichung möchte ich hier noch einmal die aktuellen Umsatzzahlen des Monats Mai in den Vereinigten Staaten aufführen. VW schaffte erneut ein sattes Plus von 28 Prozent, Daimler erzielte das beste Ergebnis der Firmengeschichte in den USA mit 25.259 abgesetzten Fahrzeugen oder einer Steigerung um 24,4 Prozent. Audi steigerte den Verkauf um 10 und BMW immer noch um 7,3 Prozent. Porsche ist seit Jahren in den USA erfolgreich, insbesondere mit dem Cayenne und der Modellreihe Panamera, konnte aber zuletzt nur noch leicht zulegen. In China läuft ebenfalls alles weiterhin nach Plan. Audi hat beispielsweise den Umsatz im Mai um satte 44 Prozent gesteigert, BMW war ebenfalls mit einem deutlichen Zuwachs von 31,5 Prozent im Reich der Mitte einer der erfolgreichsten Autobauer weltweit. Mercedes Benz konnte immer noch um 8,7 Prozent zulegen, usw.

Nahezu alle Autobauer investieren gerade in die Zukunft und rüsten sich für den weiteren Ausbau der aufstrebenden Absatzmärkte. Man kann davon ausgehen dass dies nicht ohne Grund geschieht. Die aktuelle Marktschwäche in Europa ist angesichts der Turbulenzen am Kapitalmarkt und exorbitanten Arbeitslosenzahlen weder verwunderlich noch ernsthaft bedrohlich für die Ergebnis der Konzerne. Selbst wenn dies ein Dauerzustand bleiben sollte, wovon ich nicht ausgehe, dann würden BMW, Daimler und Co. diese Schwäche in den anderen Absatzgebieten ausgleichen können. Aussagen einer nachlassenden Dynamik sollten also nicht gleichgesetzt werden mit einem ernstzunehmenden Einbruch in der Automobilindustrie. Der Zyklus ist nach meinem Dafürhalten weiterhin intakt und sollte noch mindestens bis ins Jahr 2014 oder 2015 Bestand haben. Wesentlich für die weitere Entwicklung der Aktien ist aber natürlich auch die politische Entwicklung in Europa. Der schwache Eurokurs hingegen dürfte, für die Automobilhersteller und deren Aktionäre, auch in diesem Jahr wieder ein echter Segen werden.

Insgesamt bleiben die Börsenumsätze auch heute wieder  relativ schwach, in weiten Teilen des Landes ist zudem Feiertag. Man sollte aber unbedingt aufmerksam beobachten wie sich die US Indizes heute entwickeln. Können die Aktienkurse in den USA auch heute weiter zulegen und den Trendtag gestern bestätigen, ist es wohl an der Zeit ernsthaft wieder über erste Käufe bei den Automobilherstellern nachzudenken. Gerüchten zufolge soll die chinesische Zentralbank die Leitzinsen gesenkt haben. Bestätigen sich diese Gerüchte, dann dürften spätestens morgen einige Investoren wieder auf den fahrenden Zug aufspringen. Auto Aktien bleiben mit den aktuellen Geschäftsaussichten für die kommenden 2 bis 3 Jahre immer noch erste Wahl vieler Fondsmanager, und das aus guten Grunde. Mit KGVs zwischen 3,5 und 7 lassen sich im deutschen Markt nur wenige Blue Chips finden. Ich wünsche Ihnen einen schönen und erholsamen Feiertag!

Wacker Chemie – Kaufsignal voraus!

Die Aktie der Wacker Chemie AG hat am 01.06 die wichtige und nach meinem Dafürhalten massive Unterstützung bei 53,- Euro erreicht und erfolgreich getestet. Seitdem zeigt die Tendenz der Aktie wieder leicht aufwärts. Wie bei fast allen Aktien wurde diese zarte Erholung bislang nur von teilweise sehr überschaubaren Umsätzen geprägt, es besteht nun aber alleine aus charttechnischer Sicht wieder die berechtigte Hoffnung auf höhere Kurse in absehbarer Zeit. Selbstverständlich setze ich bei dieser Annahme ein zunehmend freundlichere Börsenumfeld voraus!

Wie man in dem 3-Monats-Chart deutlich erkennen kann hat der Slow Stochstics Indikator bereits ins positive Terrain gedreht, der MACD ist kurz davor das selbe zu tun. Es dürfte also theoretisch ein starker Börsentag ausreichen um die Aktie wieder in höhere Regionen zu schieben. Gelingt der Anstieg bis über die letzte Unterstützungen bei 56,87 und 57,50 Euro, wo sich ebenfalls gerade der gleitende Durchschnitt der letzten 38 Tage befindet, sind hier sehr schnell wieder Kurse über 65,- Euro drin. Mein persönliches, erstes Kursziel liegt nach der abgelaufenen Korrektur nun somit bei 64,85 Euro. Im ersten Schritt wäre heute oder morgen also das Überwinden der 56, Euro wichtig was dann das Kaufsignal bei der Aktie bestätigt.

Aus fundamentalen Gesichtspunkten ist die Firma nach wie vor höchst interessant. Mit einem Buchwert (2011) je Aktie von 50,42 , KBV 1,23 und einem KUV von 0,66 würde ich die Wacker Chemie Aktie als äusserst attraktiv auf dem derzeitigen Niveau bewerten. Das erwartete KGV für 2013 liegt bei 11,60, die Dividendenrendite beträgt 2,9 Prozent. Neben den Produkten von Polysilizium für die Solarindustrie fertigt Wacker Chemie  Silikon- und Polymerprodukte für die Bau- und Automobilindustrie, Spezialprodukte für elektronische Güter sowie Pharma und Pflegeprodukte, und vieles mehr. Mit den fünf Geschäftsbereichen Wacker Silicones, Wacker Polymers, Wacker Biosolutions, Wacker Polysilicon und Siltronic ist das Unternehmen demensprechend breit aufgestellt und sollte nicht nur auf die Entwicklung in der Solarbranche reduziert werden. Ich kann interessierten Anlegern nur raten sich auf der Homepage von Wacker Chemie mal etwas umzusehen und insbesondere den letzten Geschäftsbericht zu studieren.

Firmenchef Rudolf Staudigl zeigte sich zuletzt sehr optimistisch was die weitere Entwicklung des Solarmarktes weltweit anbelangt und sieht für sein Unternehmen somit weiterhin gute Wachstumschancen auch in diesem Bereich. Staudigl verwies zudem vor wenigen Tagen darauf dass sich das Geschäft mit Polysilicium im Vergleich zum vorangegangenem Quartal deutlich erholt hat. Demnach greife die Solarindustrie wieder verstärkt zu den Rohstoffen des Unternehmens. Staudigl sieht erste Anzeichen dafür dass sich die Überkapazitäten abgebaut hätten und die Konsolidierung der Branche allmählich abgeschlossen sei. Der Absatz von hochreinem Silizium war nach Angabe des Firmenchefs im ersten Quartal um 50 Prozent höher  als im Vorjahresquartal. Alle Produktionsanlagen von Wacker Chemie laufen unter Volllast hieß es in dem Interview.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass insbesondere bei der Betrachtung des 5-Jahres Charts der Wacker Chemie AG jedem Anleger klar sein sollte dass auf diesem Niveau ein äusserst interessantes Chance-Risiko Verhältnis vorliegt. Natürlich ist es grundsätzlich auch möglich dass der Aktienkurs noch einmal unter die Tiefststände aus dem Jahr 2009 rutscht, die Wahrscheinlichkeit dafür dass wir deutlich höhere Kurse sehen werden halte ich aber für ungleich größer.

TradingUpdate Rheinmetall, Conti, HeidelCement, Klöckner – E.ON, Metro und Hochtief im Fokus

Heute entspannt sich die Situation an den Börsen wieder etwas, nachdem der Markt in froher Erwartung auf die Aussagen den EZB Chefs Mario Draghi, zu einer kleinen Erholungsrally angesetzt hat. Insbesondere zyklische Aktien können erneut gut zulegen. Der Tagesgewinner ist heute die Rheinmetall Aktie die sich nach einem positiven Analystenkommentar deutlich von den Tiefständen absetzen kann. Allerdings muss man dazu sagen das die Bewegung wahrscheinlich eher technisch bedingt ist da die Aktie gestern überhaupt nicht von dem stabileren Umfeld profitieren konnte. Ebenfalls stark präsentierte sich die Continental Aktie, die heute zu Handelsbegin wieder bis über die wichtige Marke von 65,- Prozent steigen kann. Bei Conti sehen Analysten inzwischen deutlich höhere Kursziele, ebenso wie ich. Die Bewertung des Unternehmens ist extrem attraktiv und der langfristige Ausblick hervorragend. Der Rücksetzer auf 62,- Euro könnte somit eine hervorragende Kaufgelegenheit gewesen sein. die ich gestern genutzt habe. Hinzu kommt noch dass seit heute offen darüber spekuliert wird das Conti demnächst im DAX notiert! HeidelbergCement ist heute der DAX Gewinner. Auch hier besteht offensichtlich deutliches Potenzial für einen weiteren Rebound, nachdem die Aktie zuvor deutlich abgestraft worden ist.

Insgesamt sieht der Aktienmarkt also seit heute wieder etwas freundlicher aus. Ob es sich dabei wieder nur um erneutes Strohfeuer handelt, wie in den Tagen zuvor, oder einen kurzfristigen Rebound möglich ist, bleibt abzuwarten. Der Sprung über die Marken bei 6.000 und 6.020 Punkten könnte aber die Initialzündung für einen weiteren Anstieg zur 200-Tage-Linie bei 6.200 Punkten, oder gar darüber hinaus, gewesen sein. Gelingt es also nun auch den US Indizes einen freundlichen Börsentag zu produzieren, stehen die Chancen für ein solches Szenario nicht schlecht. Eine finale Bestätigung muss natürlich noch abgewartet werden. Voraussetzungen dafür sind heute zumindest positive Aussagen der EZB über das weitere Vorgehen der Währungshüter, denn eine Zinssenkung halte ich für nicht sehr wahrscheinlich,  sowie ein entsprechender Ausblick im „Beige Book“ das heute gegen 20:00 Uhr veröffentlicht wird.

Auf der Verliererseite befinden sich ein paar gute alte Bekannte. Die E.ON Aktie leidet weiterhin unter den ins Stocken geratenen Verkaufsgesprächen für die Müllverbrennungssparte „Energy from Waste“. Hinzu kommt noch dass der Energiekonzern kürzlich Unregelmäßigkeiten in den Büchern eines seiner Händler festgestellt hat, die es wohl erst einmal zu klären gilt. Auch Metro bleibt weiterhin sehr schwach. Mit einem nur sehr knappen Plus kann die Aktie des Großhandelskonzerns fast gar nicht von dem positiven Umfeld profitieren, und das nachdem der Titel zuvor mit am deutlichsten gefallen ist. Hier ist nach meiner Auffassung weiterhin Vorsicht geboten. Metro gehört zudem zu den DAX Abstiegskandidaten, was zu weiteren Abschlägen führen dürfte wenn Indexfonds sich von Ihren Positionen trennen. Schwach bleibt ebenfalls die Hochtief Aktie. Hier scheinen die schlechten Nachrichten nicht abzureißen. Der spanische Mutterkonzern ACS könnte nun durch die Krise in Spanien ebenfalls in Schwierigkeiten geraten was sich sicherlich auch nicht positiv auf die Tochter auswirken dürfte. Hinzu kommt dass immer mehr Spitzenmanager das Unternehmen verlassen, was das Unternehmen zusätzlich dauerhaft schwächen dürfte. Das Fazit bleibt somit aus meiner Sicht: Nicht alles was günstig aussieht ist auch preiswert.

Es ist also von entscheidender Bedeutung auf welche Aktien man bei einer Trendwende setzt. Wie gestern schon hier im Blog berichtet halte ich die Salzgitter Aktie, die heute ebenfalls deutlich zulegen kann, für eines der interessantesten Investments neben den oben genannten Aktien von Conti, Rheinmetall und HeidelCement. Die Klöckner & Co. Aktie zeigt bereits seit einigen Tagen relative Stärke. Der Titel hat den letzten Absturz nicht mehr so richtig mitgemacht. Offensichtlich ist die Aktie nun weit genug gefallen, weitere Verkäufer waren schwer zu finden. Heute kann KlöKo fast fünf Prozent zulegen und nähert sich der wichtigen Marke von 8,- Euro. Es besteht somit jetzt eine berechtigte Chance auf deutlich höhere Kurse in den kommenden Tagen. Bei 9,- Euro befindet sich noch ein Gap das es zu schließen gilt. Von der ThyssenKrupp Aktie hingegen würde ich aufgrund der katastrophalen Nachrichtenlage weiterhin die Finger lassen.

Sollten wir heute also einen weiterhin positiven Tag an den Börsen erleben und die Kursgewinne bis zum Handelsschluss ansatzweise auf dem aktuellen Niveau bleiben, sehe ich eine gute Möglichkeit hier nun auf die genannten Aktien zu setzen. Weitere Kandidaten stehen in den Startlöchern. Über die werde ich dann morgen berichten… Für den Moment bleibt aber ausdrücklich zu sagen dass, egal für welche Aktie Sie sich entscheiden werden, es unbedingt oberste Pflicht bleibt die Position sofort abzusichern. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und uns allen ein saftiges Grün im Depot am Ende des Tages.

Salzgitter zum halben Preis

Eigentlich wollte ich ja in den momentanen Zeiten nicht mehr über Einzelaktien berichten, immer wieder über die politischen Wirren zu berichten macht aber auch keinen Spaß. So habe ich mir heute mal einige Aktien etwas näher angesehen, die ich aus fundamentaler Sicht nach wie vor höchst interessant finde. Unabhängig vom Grundrauschen der Indizes und der allgemein bescheidnen Nachrichtenlage lohnt nach meiner Meinung ein Blick in die Bücher der Unternehmen um sich ein echtes Bild der Werthaltigkeit einer Aktie zu verschaffen. Allen voran fällt mir da immer wieder die Salzgitter Aktie ins Auge, die natürlich im Moment auch unter den Konjunktursorgen, leidet wie alle anderen Zykliker. Hinzu kommt im deutschen Stahlsektor wohl noch dass ThyssenKrupp mit seinem fatalen Exkurs in Amerika weiterhin auf die Stimmung für Stahlaktien drückt.

Die Salzgitter Aktie notiert heute bei ca 34,- Euro, was ungefähr dem Kursniveau vom November des letzten Jahres entspricht. Zuvor hat die Aktie am 23. September bei 32,43 Euro ein Mehrjahrestief markiert. Nach der Lehman Pleite ist die Aktie damals von 156,- auf 40,- Euro abgestürzt, konnte die Marke um die 40,- Euro aber immer wieder verteidigen. Heute befinden wir uns somit bereits ein Stockwerk tiefer. Fundamental betrachtet hat sich aber in dieser Zeit einiges getan. Der Buchwert des Unternehmens wurde in den letzten drei Jahren immer mit mindestens 64,- Euro angegeben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 waren es 66,55 Euro und somit ein Kurs Buchwert Verhältnis von 0,58. Das KUV ( Kurs Umsatz Verhältnis ) lag bei 0,24 und das KGV wurde mit 15,33 angegeben. Für das Jahr 2012 geht man von einam KGV von 11,92 und für 2013 von 8,23 aus. Die Dividendenrendite soll in dem Zeitraum von 2 auf 2,6 Prozent steigen. Voraussetzung dafür sind allerdings keine weiteren Verwerfungen an den Kapitalmärkten sowie das Ausbleiben einer echten konjunkturellen Delle.

Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann äusserte sich kürzlich sehr zuversichtlich zum weiteren Jahresverlauf, nachdem das erste Quartal mit einem Verlust in Höhe von 19,6 Millionen Euro negativ auffiel. Im Jahr 2011 hatte die Salzgitter AG den Vorsteuergewinn mit 201 Millionen Euro noch nahezu vervierfacht. Für 2012 rechnet man auch mit einem Umsatz von 9,8 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Die Talsohle sei durchschritten, die Auslastung der Walzwerke hoch, hieß es zuletzt. Den Verlust aus dem ersten Quartal will man wieder ausgleichen. Ich persönlich halte die Salzgitter Aktie inzwischen, sowohl aus charttechnischer Sicht als auch fundamental betrachtet, für eine der interessantesten Aktien am deutschen Markt. Der Buchwert des Unternehmens, inklusive der Beteiligung an Deutschlands größter Kupferhütte Aurubis, liegt nahezu beim Doppelten des aktuelle Börsenwertes. Die Börse lässt solche Diskrepanzen, wie wir alle wissen in Extremfällen zu – aber eben nicht dauerhaft. Wer also noch nach Möglichkeiten sucht einen Teil seines Geldes vor dem drohenden Supergau zu verstecken, findet in der Salzgitter Aktie eine interessante Möglichkeit dies zu tun – jetzt schon zum halben Preis!

Das Dümmste des Tages – Aktienkurse schwanken halt…!

Gestern war es mal wieder soweit. Übermannt von der Ignoranz und offensichtlichen Verblendung einiger Politiker habe ich ernsthaft überlegt eine neue Kategorie hier im Blog aufzumachen. Der Titel sollte dann lauten „Das Dümmste des Tages“ …oder so ähnlich. Spontan gekommen ist mir diese Idee beim Lesen der Aussagen einiger namhafter Politiker zum aktuellen Geschehen an den Börsen. Sinngemäß hieß es dort dass man sich nicht um die fallenden Börsenkurse sorgen würde und diese auch nicht kommentieren will, denn schließlich hätten Aktienkurse ja schon immer geschwankt. Der Grund warum Aktienkurse „schwanken“ ist allerdings bei dieser Betrachtung ganz wesentlich, wie ich finde!  Wohin sie dann „schwanken“ kann auch eine enorme Auswirkung auf die Realwirtschaft haben, liebe Politiker. Und letztlich…schwanken Sie gar zu tief kann es sein dass bald gar nichts mehr schwankt ! Manchmal kann ich nicht glauben was ich lese. Sollte dies allen Ernstes die Meinung der politischen Führung unseres Landes zur aktuellen Situation an den Kapitalmärkten sein? Ich unterstelle mal eher eine taktische Verharmlosung einer extrem gefährlichen Situation, die allerdings plumper nicht sein könnte.

Und wenn die Kurse nun doch nicht nur schwanken sondern auf lange Sicht abstürzen und damit auch das Kapital vieler Kleinanleger vernichten die ihr Geld, in gutem Glauben an einen schönen Lebensabend, in Aktienfonds oder dergleichen gesteckt haben? Menschen, die sich in den „normalen Zeiten“ einmal eine Rente ausgerechnet haben, mit der Sie sich ihren wohlverdienten Ruhestand  versüßen wollten. Menschen die an die Anlageform der sicheren Altersvorsorge mittels einer Lebensversicherung geglaubt haben, und die nun fürchten müssen dass es Ihre Versicherungsgesellschaft bis zum Renteneintritt vielleicht gar nicht mehr geben könnte? …Und da wäre dann noch die Inflation, die den verbleibenden Rest der Rendite – sofern es eine geben wird – noch aufzehrt. All diese Menschen könnten durch weiterhin mangelnden Handlungwillen der Regierungen enttäuscht werden und würden dann später wiederum dem Staat zwangsweise auf der Tasche liegen. Sicher wäre dann wohl auch eine gewisse „Schwankungsbreite“ bei den Renten und anderen Sozialleistungen…

Wut und Angst regieren inzwischen auf Europas Straßen, und nicht nur ich persönlich empfinde die Situation inzwischen als extrem bedrückend. In Griechenland fehlt wohl nur noch ein Funke bis die marodierenden Horden durch die Strassen Athens ziehen werden. In Italien ist von einer drastischen Zunahme der Selbstmordrate die Rede und in Spanien sitzt die Hälfte der arbeitswilligen Bevölkerung  auf der Strasse. Apropos Spanien, die heutigen Aussagen des spanischen Finanzminister Christobal Montoro haben eine neue Qualität. Der Politiker sagte dass ein Rettungspaket für sein Land alleine schon aufgrund der große des Landes gar nicht möglich sei und drängte darauf dass die EU nun rasch in Richtung einer Bankenunion bewegen solle. Bis gestern noch hat er die Meinung vertreten dass sein Land gar kein Rettungspaket brauche. Auch hier haben wir es also offensichtlich mit Schwankungen zu tun – den Gemütsschwankungen von Politikern, die Ihre Worte in diesen Zeiten nach meinem Dafürhalten zunächst einmal einer kritischen Prüfung unterziehen sollten bevor sie ausgesprochen werden. Weiter erklärte Christobal in einem Radiointerview heute  das die Tür für Spanien zu den Finanzmärkten momentan verschlossen sei. Natürlich blieb auch dieser Satz nicht ohne Folgen für die Aktienkurse weltweit…

Ich bin mir somit jetzt nicht mehr sicher welche Aussage den Titel „Das Dümmste des Tages“ verdient hätte, und habe mich entschlossen diese Kategorie nun doch nicht zu starten, da ich sonst befürchten müsste hier künftig meine ganze Energie und Zeit für den ganzen politischen Wahnsinn zu opfern. Und manchmal ist selbst mir nicht klar welchen Sinn das machen sollte überhaupt weiter zu schreiben, wenn in einer solch kritischen Situation wie sie gerade vorliegt so wenig Weitsicht vorhanden ist, und sowieso alles nur noch schwankt! Wir Aktienanleger bleiben weiterhin Spielball der Politik mit ungewissem Ausgang, das ist traurig aber leider nicht zu leugnen. In diesem Sinne, „schwanken“ Sie mit oder lassen Sie es einfach bleiben. Ich persönlich bin in diesen Tagen etwas schwankungsmüde geworden..auch wenn ich grundsätzlich daran glaube dass wir demnächst mal wieder in die Gegenrichtung schwanken könnten.

Gold glänzt wieder! – Kommt nun QE3 ?

Schlechte Konjunkturdaten aus den USA, anhaltend beunruhigende Nachrichten aus Europa, sowie ein deutlich eingetrübter chinesischer Einkaufsmanager Index schickten die Börsen am Freitag auf Talfahrt. Damit geht zunächst einmal eine weitere, sehr unerfreuliche Börsenwoche zu Ende, die auch für die kommenden Tagen grundsätzlich nicht viel Gutes erwarten lässt. Warum ausgerechnet der DAX dabei der größte Verlierer in Europa war bleibt aber auch für mich bislang noch ungeklärt. Unabhängig davon wurde unser Kursziel bei 6.172 Punkten nun erreicht. Die anschließende Trendbeschleunigung bis auf 6.008 Punkte in der Spitze war allerdings so nicht „geplant“. Das Szenario eines wieder drehenden Marktes knapp unterhalb der so wichtigen 200-Tage-Linie hat sich somit vorerst nicht bewahrheitet. Die Nachrichtenlage bleibt einfach zu erdrückend und übermächtig um wieder einen normalen Markt zuzulassen. Letztlich entwickelt sich die Vertrauenskrise der Anleger damit immer mehr zur selbsterfüllenden Prophezeihung.

Auch wenn es nicht ungewöhnlich wäre dass wir in den nächsten Handelstagen eine entsprechende Gegenbewegung sehen, die alleine schon aus rein technischer Betrachtung deutlich überfällig ist, muss man nun sehr vorsichtig und deutlich skeptischer werden. Nicht selten folgt auf einen Tag mit solch wasserfallartigen Verkäufen zwar zumindest eine kurzfristige Trendwende, eine Garantie für ein solches Szenario wird man aber in einem inzwischen von Angst regiertem Markt wohl nicht bekommen. Am Montag könnte es zunächst noch einmal sehr ungemütlich werden. Mit dem Unterschreiten der 200-Tage-Linie befinden wir uns nun auch laut der allgemein gültigen Definition wieder in einem Bärenmarkt, der aus Sicht der Pessimisten nun gerade erst anfängt sich richtig zu entwickeln.

Das viele beschriebene Szenario einer „Double Dip Rezession“ rückt somit täglich mit großen Schritten immer näher. Auch der Dow Jones ist seit Freitag wieder bei seinen Tiefständen aus dem Dezember des letzten Jahres angekommen. Die Politik ist offensichtlich inzwischen machtlos, oder nicht in der Lage die Bedrohung, die da auf uns alle zukommt, entsprechend ihrer möglichen und sehr dramatischen Auswirkungen für die Zukunft ganzer Generationen, zu erkennen oder dem entschlossen entgegen zu treten. Die Forderungen nach Eurobonds werden immer lauter, und auch hierzulande gibt es politische Kräfte die diesen Schritt befürworten. Nach meinem Dafürhalten hätte eine Vergemeinschaftung der europäischen Schulden für Deutschland geradezu suizidalen Charakter. Vorbei wäre es mit der letzten Möglichkeit eines Ausstiegs oder der Rückabwicklung dieser Währungsunion. Dann sitzen wir für alle Zeiten mit in einem Boot das aus allen Planken leckt, und würden – weltwirtschaftlich betrachtet – in absehbarer Zeit wohl auch zusammen unter gehen.

Der Dax ist mit dem Kursrutsch vom Freitag in eine Trendbeschleunigung über gegangen, die sogar die untere Begrenzung des seit März gültigen Abwärtstrend ohne nennenswerte Gegenwehr durchschlagen hat. Wie oben bereits beschrieben fiel dieser Kursbewegung auch die 200-Tage-Linie zum Opfer, die sich bei 6.218 Punkten befindet. Das aus meiner Sicht wahrscheinlichste Szenario ist nun ein Test dieser Marke von unten. Auch dieser könnte im ersten Anlauf scheitern, möglicherweise aber beim Zweiten gelingen. Auch der S&P 500 markierte am Freitag vorerst ein neues Tief und hat nun somit durchaus noch das „Potenzial“ bis 1.250 Punkte zu fallen. Die Marke bei 1.292 Punkten stellt eigentlich eine starke Unterstützung dar, wurde nun aber gebrochen. Normalerweise werden solch wichtige Marken nicht im ersten Anlauf genommen, bzw. zumindest noch einmal getestet, ähnlich wie im DAX die 200-Tage-Linie. Die Kursbewegungen beider Indizes am Freitag deuten auf eine kurzfristige Übertreibung hin, die zumindest aus technischer Sicht durch eine entsprechende Gegenbewegung abgebaut werden sollte. Und so werden wir sehr bald sehen ob der Freitag den Höhepunkt eines vorläufigen Stimmungstiefs an den Börsen markiert hat, oder eben nicht.

Der weitere Weg wird aber auch davon abhängen welches politische Ereignis wann auf die Märkte einwirken wird. Am Mittwoch könnten die Ausagen EZB zum weiteren geldpolitischen Kurs in der Eurozone etwas Linderung bringen. Spekulationen über eine direkte Unterstützungen der europäischen Banken durch den IWF sind ebenfalls ein möglicher Katalysator. Das Hauptaugenmerk der Börsianer liegt aber wohl am Donnerstag auf der Anhörung des FED Chefs Ben Bernanke vor dem Ausschuss des US Kongress. Mit dem fallenden Aktienmarkt sehen Fachleute nun auch die letzte Voraussetzung für weitere Stützungsmaßnahmen der FED erfüllt. Grundsätzlich ist der Blick vieler Akteure in den Abgrund in Richtung 5.800 Punkte gerichtet denn viele Marktteilnehmer sind short engagiert. Eine Intervention der Notenbanken könnte uns im DAX aber sehr schnell auch wieder an den oberen Rand des Trendkanals bei ca 6.350 Punkten führen, und die breite Masse erneut eines Besseren belehren. Das wäre dann wieder einmal der Weg des maximalen Scherzes für die Mehrheit der Anleger…

Es gibt erste Zeichen die diese These bestätigen, oder zumindest belegen dass andere Marktteilnehmer ebenso denken. Eine einzige Anlageklasse glänzte am Freitag und machte einen Riesensatz nach oben nachdem die Arbeitsmarktdaten aus den USA veröffentlicht wurden. Der Goldpreis, und mit ihm fast alle Minenaktien, sprangen regelrecht nach oben. Warum? Die wahrscheinlichste Erklärung ist eben genau die dass sofort darauf gesetzt wurde das die FED nun praktisch gezwungen sein wird ihr QE3 Programm zu starten, was insbesondere auch dem Goldpreis zu Gute kommen würde. Sehen Sie sich die Charts der namhaften Goldminenaktien einmal etwas genauer an!

Die US Wirtschaft braucht offensichtlich eine weitere Stimulation, und wird sie auch bekommen wenn es erforderlich ist. Zumindest waren dies immer Ben Bernakes Worte. Der Zeitpunkt dafür könnte günstiger nicht sein, denn auch US Präsident Barack Obama kann es sich nicht leisten mit einer weiter schwächenden Wirtschaft, hohen Arbeitslosenzahlen und einer abstürzenden Börse in den Endspurt seines Wahlkampfes zu ziehen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet sehe ich persönlich keinen sinnvolleren Zeitpunkt nun mit einer konzertierten Aktion der Notenbanken bereits im Vorfeld der griechischen Wahlen einer massiven Bedrohung entgegen zu wirken. Ich sage damit ausdrücklich nicht dass diese Spekulation bereits in der kommenden Woche wahr werden muss, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist nun wieder deutlich gestiegen. Sollte ich mit dieser Annahme aber Recht behalten war die starke Aufwärtsbewegung bei Gold am Freitag nur der Anfang einer Trendwende. Und natürlich werden dann auch die Aktienmärkte wieder massiv anspringen! Ich hoffe Sie haben unsere letzten Newsletter aufmerksam verfolgt, in denen ich Ihnen Aktien wie Barrick Gold und andere Minenaktien zur Beobachtung ans Herz gelegt hatte.

Am Ende bleibt aber, neben all diesen Gedanken zum aktuellen Marktgeschehen die Erkenntnis dass man sich – manchmal auch entgegen seiner eigentlichen Überzeugung – gegen weitere willkürliche Abstütze am Aktienmarkt schützen muss, ob man will oder nicht. Verluste sind schwer zu nehmen, dass weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber irgendwann kommt der Punkt an dem man die Karten vom Tisch nehmen muss um später wieder mitspielen zu können, wenn sich die Rahmenbedingungen aufgehellt haben. Kapitalerhalt ist und bleibt die oberste Pflicht eines jeden Traders. Sollten wir also keine technische Gegenreaktion, wie oben beschrieben, sehen, und keine Notenbankaktionen bis zur Wahl in Griechenland, steht zu befürchten dass die Indizes tatsächlich bis zum Wahltermin weiter fallen werden. Und niemand weiß was danach passiert…Das spricht zwar gegen jede Logik, wenn man sich die Aktienkurse und die Bewertung einzelner Unternehmen bereits heute ansieht, aber die Börse neigt bekanntlich zur Übertreibung.

Mir bleibt abschließend also nur Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche zu wünschen und stets gute Entscheidungen! Achten Sie auf Ihr Risiko Management, und denken Sie mal über Goldminen Aktien, die in US Dollar notieren, nach!

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