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Trading Update zu RWE, VW, Daimler, SHW, Wacker Chemie, Manz, Metro und Gerry Weber

Heute melde ich mich mal wieder bei den Investors Inside Lesern einem Trading-Update. Es gab einfach nicht viel zu schreiben in den letzten Tagen, da meine letzten Analysen zum DAX und diversen Einzelwerten unverändert aktuell sind. Der Abwärtstrend hat weiterhin Bestand. Mit dem Unterschreiten der Marke von 10.830 Punkten hat sich die Wahrscheinlichkeit für die Erfüllung des von mir aufgezeigten Dax Szenarios noch einmal deutlich erhöht. Heute dürfte nun auch das letzte Gap  bei 10.723 Punkten geschlossen werden, bevor dann die vorläufige Entscheidung über die weitere Entwicklung des deutschen Leitindex in den kommenden Tagen ansteht. Ereignisse wie das heutige FOMC Sitzungsprotokoll, haben durchaus das Zeug dazu die zu Grunde liegende Richtung kurzfristig zu drehen. Die Frage nach der Dauerhaftigkeit einer solchen Bewegung bleibt aber auch dann bestehen….

Der erneute Kursrutsch in China hat einmal mehr die Sorgen geschürt, dass sich sowohl die Konjunktur dort deutlich abgeschwächt haben könnte, als auch der gesamte Kapitalmarkt im Reich der Mitte so langsam instabil wird. Die plötzliche und wahrscheinlich vom Staat gesteuerte Erholung heute ändert daran wenig, denn die Märkte in Japan und Hongkong tendieren dennoch zur Schwäche. Der US Markt konnte den leichten Ausbruch aus der Keilformation nicht halten, was zusätzlich befürchten lässt dass es sich hier zuletzt um einen klassischen Fehlausbruch gehandelt haben könnte. Es bleibt also vorerst alles wie es ist. Kapitalerhalt steht an oberster Stelle, das saubere Abarbeiten der Setups sollte geduldig abgewartet werden! Einzelaktien sind in dieser Phase grundsätzlich schwierig, zumal wir uns in den lauen Sommermonaten befinden in denen starke Kursausschläge keine Seltenheit sind.

Die Energieversorger E.ON und RWE bleiben auf der Verkaufsliste, auch wenn die Aktien inzwischen günstig aussehen, aber das haben die Anleger in den letzten fünf Jahren auch gedacht 😉 Warten Sie ab bis sich hier eindeutige Tendenzen einer Bodenbildung abzeichnet, oder lassen Sie lieber gleich die Finger von den Aktien, da es deutlich bessere auf dem deutschen Kurszettel gibt.

Die Aktien der Automobilhersteller VW, Daimler, BMW und Porsche bleiben unter Druck. Weder die Nachrichten aus China, noch die zu erwartende Entwicklung beim Ölpreis und die Währungsturbulenzen, sind hier förderlich. Dennoch gehe ich davon aus, dass hier bald ein möglicher Boden gefunden wird. Noch ist es allerdings nicht soweit! Genaueres dazu werde ich in absehbarere Zeit hier im Blog veröffentlichen. Vorab sei erwähnt, dass die Aktie des Automobilzulieferers SHW AG das zu erwartende Kursziel von knapp unter 32,- Euro bereits erreicht hat. Der mögliche Rutsch unter die 30,- Euro Marke sollte wohl nur von kurzer Dauer sein. Hier kann man meiner Meinung nach jetzt schon erste Positionen kaufen.

Wacker Chemie hat den Zielbereich zwischen 81,- und 82,- Euro nun erreicht, ist aber auf dem aktuellen Niveau immer noch mit Vorsicht zu genießen. Die Aktie ist nach wie vor nicht günstig. Ein finaler Rutsch unter die 80,- Euro Marke würde mich nicht verwundern. Ebenso ist die Manz Aktie nach wie vor nicht attraktiv. Daran ändert auch die heutige Meldung über Folgeaufträge nichts. Die Zahlen zum abgelaufenen Quartal waren schlecht, da machen 10 Millionen Euro mehr oder weniger Umsatz das Kraut nicht fett! Ich bleibe somit vorerst bei meiner Einschätzung dass wir dieses Jahr noch ein Gap Close der letzte offenen Kurslücke bei 53,- Euro sehen könnten…

Die Metro Aktie verbleibt im Abwärtstrend. Ich gehe weiterhin davon aus, dass hier die Unterseite des Abwärtstrends nun erneut angesteuert wird, welche auch im Bereich der offenen Kurslücke bei 25,60 Euro liegt. Die Frage ist für mich dann eher ob die Aktie nach dem gelieferten Fehlsignal auf der Oberseite wieder drehen wird, oder auch die letzte Kurslücke bei ca. 24,25 Euro noch geschlossen werden muss? Die Gerry Weber Aktie sieht ebenfalls nicht gut aus. Der Fehlausbruch aus der Flagge nach oben war deutlich. Nun könnte hier ein Ausbruch auf der Unterseite erfolgen, der die Aktie dann bis in den Bereich um die 17,50 Euro führt. Achten Sie also genau auf die dargestellte Trendlinie im Chart!

Grundsätzlich möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass auch die anderen kürzlich geschriebenen Setups weiterhin ihre Gültigkeit haben, aber den Rahmen eines einzelnen Artikels wohl sprengen würden. Bleiben Sie weiterhin gelassen und warten Sie auf die richtige Gelegenheit. Der DAX ist nun auf dem besten Weg in Richtung des 10.300 bis 10.000 Punkte Bereichs…!

Kurzfristige vs. langfristige Trading-Strategien mit CFDs

Contracts for Differences (CFD) haben zunächst immer eine unbegrenzte Laufzeit. Das Ende der Laufzeit ergibt sich aus dem Verkauf des Papieres, hier muss der Anleger zwischen kurzfristigen und langfristigen Anlagezeiträumen unterscheiden. Kurzfristige Anlagestrategien laufen innerhalb eines Tages aus, sie können sich aber auch über mehrere Tage hinziehen. Bei langfristigen Strategien handelt es sich um einen Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten. Beide Trading-Strategien haben Vor- und Nachteile.

Diese Vorteile bieten kurze Laufzeit

Die kurzfristige Trading-Strategie mit einem Anlagezeitraum über wenige Stunden oder Tage dürfte in der Welt des CFD Handels den größten Anteil ausmachen. Häufig werden die Papiere nicht einmal über Nacht gehalten, sondern noch am gleichen Tag verkauft. Dieses Day-Trading ist für den Anleger in der Regel mit einem geringeren Risiko verbunden, denn CFDs beruhen auf der korrekten Abschätzung einer Kursentwicklung. Diese korrekte Abschätzung ist über einen kurzen Anlagezeitraum deutlich leichter zu prognostizieren als bei einem Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten.

Im Gegenzug realisiert der Trader bei Intraday-Bewegungen oder beim Day-Trading einen geringeren Gewinn, da die Hebel niedriger sind. Wer diese niedrigere Rendite mit einer verstärkten Trading-Aktivität am Markt ausgleichen möchte, generiert wiederum höhere Transaktionskosten, die wiederum zu den Nachteilen der kurzfristigen Trading-Strategie zählen.
Day-Trading oder Intraday-Trading bietet sich vor allem für Trader an, die täglich aktiv sind und die ihre CFDs Tag für Tag beobachten und verwalten wollen.

Langfrist-Strategien für gelegentliche Trader

Wer auf eine Langfrist-Strategie beim Trading setzt, hält seine CFDs über mehrere Wochen oder gar Monate. Somit ist das Langfrist-Trading für Händler interessant, die nicht jeden Tag aktiv sein wollen und die nicht täglich an den Märkten präsent sein können. Wer die Entwicklung seiner Wertpapiere über einen längeren Zeitraum verfolgen will, ist mit einem längeren Anlagehorizont gut beraten.

Hinzu kommt die höhere Gewinnmarge für Papiere mit Langfrist-Anlagezeitraum. Sie ist letztlich auch von Vorteil, weil Trader mit Langfrist-Strategie ein geringeres Volumen an Transaktionen benötigen, um solide Gewinne zu erwirtschaften. Ein Trader mit einer langfristigen Anlagestrategie wird also mit wenigen Transaktionen einen ähnlich attraktiven Gewinn realisieren wie ein Trader mit kurzen Anlagezeiträumen, sofern die Kursentwicklung korrekt prognostiziert wurde. Aufgrund des geringeren Transaktionsvolumens entstehen einem Langfrist-Trader außerdem geringere Transaktionskosten, die den Gewinnen gegenüberzustellen sind.

Der größte Nachteil von Langfrist-Anlagestrategien besteht in der Unsicherheit der Kursentwicklung. Über lange Zeiträume ist es deutlich schwerer, eine Kursentwicklung richtig zu prognostizieren. Dazu benötigt man im Idealfall umfangreiche Analysen, mit denen die vergangenheitsorientierte Analyse der Wertpapierentwicklung genau zu bewerten ist. Aus dieser Analyse ist eine Prognose für den kommenden Zeitraum abzuleiten, die dennoch immer unter dem Risiko steht, durch unerwartete Einflüsse von außen nicht einzutreten. Damit allerdings realisiert der Trader einen Verlust seines eingesetzten Kapitals.

Jede Strategie muss zum Trader passen

Somit haben sowohl kurzfristige als auch langfristige Anlage-Strategien Vor- und Nachteile. Letztlich sollen sie zum Trader und zu seinem persönlichen Trading-Verhalten passen. Ungeachtet der Wahl des richtigen Brokers und der richtigen Strategie muss jeder Trader wissen, dass CFDs zwar enorme Renditen versprechen, sofern sich die Kurse in die prognostizierte Richtung entwickeln. Bewegt sich der Markt aber in die entgegengesetzte Richtung, ist das eingesetzte Kapital, oder sogar mehr verloren.

Wichtig: Für den Anleger gilt grundsätzlich, dass mit verschiedenen Strategien auf dem Forex Markt hohe Gewinne eingefahren werden können; auf der anderen Seite muss der Trader jedoch ebenso mit finanziellen Einbußen rechnen.

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Die Welt hat sich verändert..

Spanien ist Europameister und Italien hat Deutschland im Halbfinale rausgeschossen. Das ist das kurze Fazit der Europameisterschaft 2012, ebenso wie das Ergebnis des letzten EU Gipfels. Nachdem nun wieder das normale Leben nach der Europameisterschaft beginnen kann wird wohl auch der ein oder andere etwas intensiver über die Geschehnisse letzten Donnerstag/Freitag (sehr lesenswert) nachdenken. Die Folgen der Beschlüsse haben am Freitag zu einer klassischen Erholungsrally geführt die sich auch in den USA dann weiter fortgesetzt hat. Und so ist nun zur Abwechslung mal wieder eine gute Börsenwoche zu erwarten, auch wenn sich die Fachleute eher skeptisch zeigen ob diese Bewegung nun von Dauer sein kann. Denn die eigentlichen Probleme bleiben ungelöst. Schulden immer wieder mit neuen Schulden zu bekämpfen wird nicht dauerhaft funktionieren können. Sollte nun der Reformwille der Club Med Staaten nach den getroffenen Gipfel Beschlüssen weiter nachlassen wird dies letztlich nur dazu führen dass wir uns noch schneller auf den Abgrund zubewegen.

Ich persönlich bin noch immer einigermaßen schockiert darüber dass sich unsere Kanzlerin so überrumpeln ließ. Die Art und Weise wie Spanien und Italien uns erpresst haben ist geradezu ein Sinnbild dafür wie weit wir in Europa von Harmonie und  Einigkeit entfernt sind und in diesem Zusammenhang darf durchaus gefragt werden ob es überhaupt möglich ist jemals eine gemeinsame Nation a la Vereinigte Staaten von Europa zu bilden. Das Verhalten von Mariano Rajoy und Mario Monti kann man wohl nicht gerade als partnerschaftlich bezeichnen! Dass Monti im Anschluss noch rumstolziert und die baldige Einführung von Eurobonds verkündet, obwohl davon auf dem Gipfel offenbar nicht die Rede war, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Angela Merkel hätte wohl aus deutscher Sicht bereits nach den ersten Anfeindungen ihre Koffer packen und nach Hause fliegen sollen. Dann wäre der Gipfel geplatzt, Spanien und Italien wären innerhalb von Tagen eingeknickt, oder die Eurozone innerhalb der nächsten drei Monate zerfallen. Das wäre wenigstens ein klares Ergebnis gewesen!

Für viele Privatanleger waren die Fussballspiele der letzen Wochen eine willkommene Ablenkung, da bin ich mir ganz sicher! Nun aber kehrt die Realität zurück. Europäische Politiker haben wieder einmal Löcher gestopft und der Hoffnung das am Ende genügend Zeit erkauft wurde um den Euro zur retten. Dass sich dabei aber immer klarer heraus kristallisiert dass wir Europäer in vielen Punkten eigentlich gar nicht zueinander passen wird weiterhin ignoriert. Es ist wie in einer Beziehung, man kann es eine zeitlang miteinander aushalten für eine Hochzeit reicht es dann aber doch nicht. Und begeht man den großen Fehler trotzdem zu heiraten ist die Ehe von Beginn an zum Scheitern verurteilt.

Warum wir als Geldgeber  keinerlei greifbare Sicherheiten für die Unterstützung andere Staaten bekommen können wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Jedes Unternehmen dieser Welt muss sein Tafelsilber in Krisenzeiten verpfänden um an weitere und dringend benötigter Kredite zu kommen. Warum gilt dies nicht für angeschlagene Länder? Italien beispielsweise sitzt auf den zweitgrößten Goldreserven dieser Welt. Griechenland ist im Besitz hunderter Inseln und Mallorca ist sowieso schon in deutscher Hand. Nicht dass diese Besitztümer etwa na uns abgetreten werden müssten, aber als Sicherheit im Falle das die geliehenen Gelder nicht zurückgezahlt werden wären sie allemal brauchbar.

Ich fürchte die direkte Folge aus den Beschlüssen des EU Gipfels wird nicht etwa eine dauerhafte Beruhigung sein sondern viel mehr nun dazu führen dass Deutschland in den negativen Strudel hineingezogen wird. Bereits jetzt ziehen sich gr0ße Investmentgesellschaften aus Deutschen Anleihen zurück. Deutschland dürfte seinen Ruf als sicherer Hafen bald verloren habe. Italienische und spanische Anleihen sind hingegen die großen Gewinner, wie man heute bereits an den Anleihemärkten sehen kann. Goldman Sachs hat seinen Kunden heute sogar zum verstärkten Kauf dieser Produkte geraten. Die Gewinner dieser Entwicklung dürften auch die europäischen Bankenwerte sein wie man am Freitag bereits eindrucksvoll an den Aktienkursen ablesen konnte. Ob diese Entwicklung dauerhaft sein wird bleibt aber noch abzuwarten, denn abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss. Dennoch sehe ich nun grundsätzlich im Finanzsektor wieder große Chancen.

Am Ende bleibt ist die Erkenntnis dass es nun noch wichtiger geworden ist jeden Euro den man an der Börse verdient unbedingt festzuhalten und man auch künftig keinen Gelegenheit mehr verpassen darf sein mühsam angespartes Kapital weiter zu vermehren. Denn die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Geld- bzw. Kaufkraftentwertung aus deutscher Sicht ist seit Freitag noch einmal deutlich gestiegen. Wer sein Kapital zumindest erhalten will wird also Renditen erwirtschaften müssen, und das dürfte in den nächsten Jahren vorwiegend am Aktienmarkt zu erreichen sein. Die Investitionszyklen hingegen werden sich weiter verkürzen. Und man sollte wohl einen Teil seines Vermögende unbedingt ausserhalb der Euro Zone investieren! Man muss also künftig noch schneller und noch flexible agieren als in den letzten Monaten, und vor allem noch viel konsequenter Verluste vermeiden. Die Welt hat sich aus Sicht eines deutschen Privatanlegers am 29.06.2012 deutlich verändert…leider mal wieder in die falsche Richtung. 

Gold glänzt wieder! – Kommt nun QE3 ?

Schlechte Konjunkturdaten aus den USA, anhaltend beunruhigende Nachrichten aus Europa, sowie ein deutlich eingetrübter chinesischer Einkaufsmanager Index schickten die Börsen am Freitag auf Talfahrt. Damit geht zunächst einmal eine weitere, sehr unerfreuliche Börsenwoche zu Ende, die auch für die kommenden Tagen grundsätzlich nicht viel Gutes erwarten lässt. Warum ausgerechnet der DAX dabei der größte Verlierer in Europa war bleibt aber auch für mich bislang noch ungeklärt. Unabhängig davon wurde unser Kursziel bei 6.172 Punkten nun erreicht. Die anschließende Trendbeschleunigung bis auf 6.008 Punkte in der Spitze war allerdings so nicht „geplant“. Das Szenario eines wieder drehenden Marktes knapp unterhalb der so wichtigen 200-Tage-Linie hat sich somit vorerst nicht bewahrheitet. Die Nachrichtenlage bleibt einfach zu erdrückend und übermächtig um wieder einen normalen Markt zuzulassen. Letztlich entwickelt sich die Vertrauenskrise der Anleger damit immer mehr zur selbsterfüllenden Prophezeihung.

Auch wenn es nicht ungewöhnlich wäre dass wir in den nächsten Handelstagen eine entsprechende Gegenbewegung sehen, die alleine schon aus rein technischer Betrachtung deutlich überfällig ist, muss man nun sehr vorsichtig und deutlich skeptischer werden. Nicht selten folgt auf einen Tag mit solch wasserfallartigen Verkäufen zwar zumindest eine kurzfristige Trendwende, eine Garantie für ein solches Szenario wird man aber in einem inzwischen von Angst regiertem Markt wohl nicht bekommen. Am Montag könnte es zunächst noch einmal sehr ungemütlich werden. Mit dem Unterschreiten der 200-Tage-Linie befinden wir uns nun auch laut der allgemein gültigen Definition wieder in einem Bärenmarkt, der aus Sicht der Pessimisten nun gerade erst anfängt sich richtig zu entwickeln.

Das viele beschriebene Szenario einer „Double Dip Rezession“ rückt somit täglich mit großen Schritten immer näher. Auch der Dow Jones ist seit Freitag wieder bei seinen Tiefständen aus dem Dezember des letzten Jahres angekommen. Die Politik ist offensichtlich inzwischen machtlos, oder nicht in der Lage die Bedrohung, die da auf uns alle zukommt, entsprechend ihrer möglichen und sehr dramatischen Auswirkungen für die Zukunft ganzer Generationen, zu erkennen oder dem entschlossen entgegen zu treten. Die Forderungen nach Eurobonds werden immer lauter, und auch hierzulande gibt es politische Kräfte die diesen Schritt befürworten. Nach meinem Dafürhalten hätte eine Vergemeinschaftung der europäischen Schulden für Deutschland geradezu suizidalen Charakter. Vorbei wäre es mit der letzten Möglichkeit eines Ausstiegs oder der Rückabwicklung dieser Währungsunion. Dann sitzen wir für alle Zeiten mit in einem Boot das aus allen Planken leckt, und würden – weltwirtschaftlich betrachtet – in absehbarer Zeit wohl auch zusammen unter gehen.

Der Dax ist mit dem Kursrutsch vom Freitag in eine Trendbeschleunigung über gegangen, die sogar die untere Begrenzung des seit März gültigen Abwärtstrend ohne nennenswerte Gegenwehr durchschlagen hat. Wie oben bereits beschrieben fiel dieser Kursbewegung auch die 200-Tage-Linie zum Opfer, die sich bei 6.218 Punkten befindet. Das aus meiner Sicht wahrscheinlichste Szenario ist nun ein Test dieser Marke von unten. Auch dieser könnte im ersten Anlauf scheitern, möglicherweise aber beim Zweiten gelingen. Auch der S&P 500 markierte am Freitag vorerst ein neues Tief und hat nun somit durchaus noch das „Potenzial“ bis 1.250 Punkte zu fallen. Die Marke bei 1.292 Punkten stellt eigentlich eine starke Unterstützung dar, wurde nun aber gebrochen. Normalerweise werden solch wichtige Marken nicht im ersten Anlauf genommen, bzw. zumindest noch einmal getestet, ähnlich wie im DAX die 200-Tage-Linie. Die Kursbewegungen beider Indizes am Freitag deuten auf eine kurzfristige Übertreibung hin, die zumindest aus technischer Sicht durch eine entsprechende Gegenbewegung abgebaut werden sollte. Und so werden wir sehr bald sehen ob der Freitag den Höhepunkt eines vorläufigen Stimmungstiefs an den Börsen markiert hat, oder eben nicht.

Der weitere Weg wird aber auch davon abhängen welches politische Ereignis wann auf die Märkte einwirken wird. Am Mittwoch könnten die Ausagen EZB zum weiteren geldpolitischen Kurs in der Eurozone etwas Linderung bringen. Spekulationen über eine direkte Unterstützungen der europäischen Banken durch den IWF sind ebenfalls ein möglicher Katalysator. Das Hauptaugenmerk der Börsianer liegt aber wohl am Donnerstag auf der Anhörung des FED Chefs Ben Bernanke vor dem Ausschuss des US Kongress. Mit dem fallenden Aktienmarkt sehen Fachleute nun auch die letzte Voraussetzung für weitere Stützungsmaßnahmen der FED erfüllt. Grundsätzlich ist der Blick vieler Akteure in den Abgrund in Richtung 5.800 Punkte gerichtet denn viele Marktteilnehmer sind short engagiert. Eine Intervention der Notenbanken könnte uns im DAX aber sehr schnell auch wieder an den oberen Rand des Trendkanals bei ca 6.350 Punkten führen, und die breite Masse erneut eines Besseren belehren. Das wäre dann wieder einmal der Weg des maximalen Scherzes für die Mehrheit der Anleger…

Es gibt erste Zeichen die diese These bestätigen, oder zumindest belegen dass andere Marktteilnehmer ebenso denken. Eine einzige Anlageklasse glänzte am Freitag und machte einen Riesensatz nach oben nachdem die Arbeitsmarktdaten aus den USA veröffentlicht wurden. Der Goldpreis, und mit ihm fast alle Minenaktien, sprangen regelrecht nach oben. Warum? Die wahrscheinlichste Erklärung ist eben genau die dass sofort darauf gesetzt wurde das die FED nun praktisch gezwungen sein wird ihr QE3 Programm zu starten, was insbesondere auch dem Goldpreis zu Gute kommen würde. Sehen Sie sich die Charts der namhaften Goldminenaktien einmal etwas genauer an!

Die US Wirtschaft braucht offensichtlich eine weitere Stimulation, und wird sie auch bekommen wenn es erforderlich ist. Zumindest waren dies immer Ben Bernakes Worte. Der Zeitpunkt dafür könnte günstiger nicht sein, denn auch US Präsident Barack Obama kann es sich nicht leisten mit einer weiter schwächenden Wirtschaft, hohen Arbeitslosenzahlen und einer abstürzenden Börse in den Endspurt seines Wahlkampfes zu ziehen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet sehe ich persönlich keinen sinnvolleren Zeitpunkt nun mit einer konzertierten Aktion der Notenbanken bereits im Vorfeld der griechischen Wahlen einer massiven Bedrohung entgegen zu wirken. Ich sage damit ausdrücklich nicht dass diese Spekulation bereits in der kommenden Woche wahr werden muss, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist nun wieder deutlich gestiegen. Sollte ich mit dieser Annahme aber Recht behalten war die starke Aufwärtsbewegung bei Gold am Freitag nur der Anfang einer Trendwende. Und natürlich werden dann auch die Aktienmärkte wieder massiv anspringen! Ich hoffe Sie haben unsere letzten Newsletter aufmerksam verfolgt, in denen ich Ihnen Aktien wie Barrick Gold und andere Minenaktien zur Beobachtung ans Herz gelegt hatte.

Am Ende bleibt aber, neben all diesen Gedanken zum aktuellen Marktgeschehen die Erkenntnis dass man sich – manchmal auch entgegen seiner eigentlichen Überzeugung – gegen weitere willkürliche Abstütze am Aktienmarkt schützen muss, ob man will oder nicht. Verluste sind schwer zu nehmen, dass weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber irgendwann kommt der Punkt an dem man die Karten vom Tisch nehmen muss um später wieder mitspielen zu können, wenn sich die Rahmenbedingungen aufgehellt haben. Kapitalerhalt ist und bleibt die oberste Pflicht eines jeden Traders. Sollten wir also keine technische Gegenreaktion, wie oben beschrieben, sehen, und keine Notenbankaktionen bis zur Wahl in Griechenland, steht zu befürchten dass die Indizes tatsächlich bis zum Wahltermin weiter fallen werden. Und niemand weiß was danach passiert…Das spricht zwar gegen jede Logik, wenn man sich die Aktienkurse und die Bewertung einzelner Unternehmen bereits heute ansieht, aber die Börse neigt bekanntlich zur Übertreibung.

Mir bleibt abschließend also nur Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche zu wünschen und stets gute Entscheidungen! Achten Sie auf Ihr Risiko Management, und denken Sie mal über Goldminen Aktien, die in US Dollar notieren, nach!

Was auch immer 2012 bringt… Bleiben Sie flexibel !

Zu aller erst möchte ich Ihnen natürlich noch ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr wünschen bevor wir heute wieder fast nahtlos zum Marktgeschehen übergehen. Das Horrorjahr 2011 ist endlich zu Ende, und auch wenn ich persönlich ein nicht minder spannendes Jahr 2012 erwarte, so ist es doch gut die Turbulenzen der letzten Monate erst einmal abschütteln zu können. Ein neues Jahr ist immer auch ein Neuanfang an der Börse (zumindest kalendarisch!) auch wenn die sonstigen Rahmenbedingungen gleich geblieben sind. Zum Ende des zu Ende gehenden Jahres schmeißt man noch schnell die Verlustbringer aus dem Depot, eventuell um dieses sogar zwei Tage später wieder zu kaufen, und optimiert die verschiedenen Anlagen unter steuerrelevanten Gesichtspunkten. Wie jedes Jahr findet damit auch ein in gewisser Art reinigender Prozess statt. Verlustpositionen im Depot die sich grundsätzlich immer in irgend einer Weise hemmend auf das tägliche Handel auswirken, sind dann nicht mehr da, und man kann wieder nahezu unbefangen die alte Strategie fortsetzen, oder auch eine neue Taktik ausprobieren.

Der Jahreswechsel ist natürlich auch immer die Zeit an der ich meine persönliche Bilanz des vergangenen Börsenjahres ziehe. Die Verlustpositionen haben sich bei mir persönlich zum Glück in Grenzen gehalten. Ich habe das Jahr dann letztlich mit einer positiven Bilanz abgeschlossen, was angesichts der Verwerfungen im zweiten Halbjahr schon ein zufriedenstellendes Ergebnis ist. Der Deutsche Leitindex hat in der selben zeit etwas mehr als 15 Prozent verloren. Einzig die Commerzbank Aktie wäre als Verlustposition im nennenswerten Bereich, damit stehe ich aber wohl nicht alleine da…! Aus privater Sicht war das letzte Halbjahr eher unbefriedigend, da mich die Märkte zu sehr in ihrem Bann gehalten haben, und ich viel zu wenig Zeit für Familie, Freunde, Sport und dergleichen gehabt habe. Das ist definitiv etwas was ich in diesem Jahr wieder ändern werde.

Das neue Jahr wird wohl, zumindest in der ersten Hälfte ähnlich hektisch und durch politische Nachrichten getrieben sein wie die zweite Jahreshälfte 2011. Aber ich rechne auch damit dass der Knoten letztlich platzen dürfte, und die Märkte am Ende dieses Jahres höher stehen werden als heute. Ähnlich wie in den letzten Monaten wird aber auch in den kommenden das richtige Timing ganz entscheidend für eine positive, oder negative Handelsbilanz des Jahres sein. Und es wird wichtig sein im Vorfeld zu entscheiden wie sehr man sich künftig in die politischen Turbulenzen der Finanzmärkte mit hinein ziehen lassen möchte. Hier habe ich meine Grenzen nun deutlich enger gezogen. Insbesondere das erste Quartal des Jahres dürfte noch von solchen Ereignissen geprägt sein. Der hohe Umschuldungsbedarf einiger Südländer, sowie die tatsächliche Umsetzung der Beschlüsse des letzten EU Gipfels bis März, und nicht zuletzt der Konflikt mit dem Iran werden uns wohl in dieser Zeit noch weiter beschäftigen.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Geldanlage in diesem Jahr wird auch sein, mit seinen Gedanken, Ansichten und schließlich seinen Erwartungen bzw. Prognosen sehr flexibel zu bleiben. Die aktuelle Zeit ist geprägt von einer historisch betrachtet ungewöhnlich starken politischen Einflussnahme auf die Kapitalmärkte. Selten war die Nervosität, und damit auch die Volatilität an den Märkten größer. Nie zuvor hatten die Algos, (computerbasierende Tradingprogramme der großen institutionellen Anleger) einen so offensichtlichen, und derart deutlichen Einfluss auf die Kurse wie in den letzten Monaten. Insbesondere dieser Faktor macht uns Anlegern zunehmend das Leben schwer. Kurzum, das Handeln wird vorerst weiterhin vom Tagesgeschehen und kurzfristigen Faktoren diktiert und von Computern multipliziert. Langfristige Prognosen machen in einem solchen Umfeld keinen Sinn, denn solche Prognosen bauen auf greifbare Rahmenbedingungen auf, die einfach nicht mehr vorliegen.

Flexibilität ist also das Motto des Jahres, dass auch für uns mehr denn je gilt. Man muss sich den Gegebenheiten des Marktes anpassen, oder man geht unter. Somit werden wir uns auch in diesem Jahr nicht mit einer Jahresprognose beschäftigen sondern viel mehr darauf konzentrieren in den einzelnen Swings, die es zweifelsohne geben wird, mit Ihnen zusammen Geld zu verdienen. Wo dann der DAX am Ende des Jahres stehen wird ist also für unserer Strategie eher zweitrangig. Konkret bedeutet das, dass wir noch häufiger als in 2011 spezielle Einzelsituationen aufgreifen und analysieren werden. Und wir werden auch mal die Seiten wechseln und wenn es die Situation erfordert…

In den ersten Tagen des neuen Jahres haben wir uns etwas intensiver mit den Verlierern des Jahres 2011 auseinandergesetzt. Einige davon werden wohl auch in diesem Jahr zu den Verlierern zählen, oder zumindest keine nennenswerten Gewinne produzieren. Andere wiederum sind für einen „echten“ Rebound gut, sprich einer Steigerung um 50 bis 100 Prozent, oder gar mehr. Bitte lesen sie dazu die Artikel unserer Serie auf dem Blog. Natürlich werden wir ihnen in den kommenden Wochen noch weitere aussichtsreiche Kandidaten vorstellen.  Soviel sei aber vorab verraten… Es wird sich lohnen nun den Blick wieder etwas mehr in Richtung USA zu richten. Die fundamentale Lage in Amerika hellt sich weiterhin deutlich auf, und diese bietet enorme Chancen im dortigen Aktienmarkt. Auch andere Faktoren wie z.B der normal übliche Börsen-Verlauf eines US Wahljahres, sowie weiter zyklische Faktoren, die wir hier im einzelnen noch alle hier besprechen werden, machen Mut das insbesondere der US-Amerikanische Aktienmarkt vor einen starken Aufwärtsbewegung, spätestens in der zweiten Jahreshälfte, stehen könnte.

Aber auch für Europa könnten ab der Mitte des Jahres wieder bessere Zeiten anbrechen. Kurzfristig sollte sich der positive Jahresauftakt noch ein wenig fortsetzten, und den Dax unter optimalen Bedingungen nun, in einem zweiten Anlauf, bis in den Bereich von 6.400 bis 6.500 Punkte führen. Hier sollte man dann auch erst einmal wieder die Karten vom Tisch nehmen, denn ein weiterer deutlicher Rücksetzer im Anschluss ist ebenso wahrscheinlich!  Oberstes Ziel in diesem Jahr ist es, das Verlustrisiko extrem klein zu halten und die wenigen Chancen möglichst effektiv zu nutzen, sprich Gewinne zu sichern. Denn der Kapitalerhalt ist in einem solchen Umfeld das oberste Gebot, um dann zum tatsächlich richtigen Zeitpunkt mit genügend Mittel wieder kräftig „long“ zu gehen.

Wir freuen uns darauf Sie auch in 2012 bei der erfolgreichen Kapitalanlage begleiten dürfen!

 

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