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Wird der VW Skandal zum Schwarzen Schwan?

Ich komme heute noch einmal auf die VW Aktie zu sprechen, weil das Thema so überaus interessant ist und ausgerechnet dieses deutsche Vorzeigeunternehmen sich nun zu dem „Schwarzen Schwan“ entwickeln könnte. Der Auslöser einer länger anhaltenden Korrekturphase im Dax mit Kursen im 8.000er Bereich…

Der Dax ist inzwischen ungefähr dort gelandet wo ich ihn vor einigen Tagen auch vermutet habe. Insbesondere verschiedene saisonalen Faktoren und die Charttechnik sprachen für diese Abwärtsbewegung, sowie einen zweiten Test der letzten Tiefstände aus dem August diesen Jahres. Der Auslöser für diese Kursbewegung ist jedoch unzweifelhaft der Skandal um Volkswagen und die damit einhergehende Schwäche aller Automobilhersteller und – Zulieferer. Nebst der äusserst bedenklichen Performance der beiden Energieversorger E.ON und RWE, bleibt der Abgas-Skandal somit auch heute das beherrschende Thema für Dax-Investoren. Neue Erkenntnisse dazu könnte das für heute anberaumte Krisentreffen der VW-Verantwortlichen… Man darf gespannt sein!

mögliche Unterstützungslinien für die VW Aktie

VW Vz. Aktie Chart langfristig

Ansonsten ist es auffällig ruhig geworden in der deutschen Automobilindustrie… noch vor dem Wochenende feierte sich die Branche auf der IAA, der Himmel war blau, die Sonne schien… Dann der Schock, VW hat bei den Abgaswerten einiger Modelle geschummelt… und ist aufgeflogen! Nicht die Tatsche ansicht sondern Zweiteres könnte den eigentlichen Ruck in der Branche verursacht haben. Die Verunsicherung bei anderen Automobilherstellern ist deutlich zu spüren. „Wie verhält es sich mit unseren Abgaswerten?“ ist die offene Frage in den Köpfen einiger Branchenvertreter, die man förmlich spüren kann…

In jedem Fall kann es der Branche nicht recht sein, dass sie nun derart in Misskredit gebracht wurde, vor allem aber dass man künftig nun etwas genauer hinsehen wird – bei allen Autobauern! Davon betroffen sind wahrscheinlich im ersten Zuge vorrangig die Hersteller, die einen gewissen Anteil von Dieselfahrzeugen im Portfolio haben, wie gestern auch am Aktienkurs von Daimler, Peugeot sowie Renault beispielsweise abzulesen war. Aber auch andere Vertreter der Branche, mit einem nicht so bedeutenden Diesel-Anteil, dürften in den nächsten Tagen wohl Post bekommen. Entsprechende Prüfungen werden folgen – da bin ich mir inzwischen sicher.

Der Skandal um VW ist aus meiner Sicht also nicht nur ein internes Volkswagen-Problem, sondern eines dass die gesamte Branche betrifft und somit auch der „Schwarze Schwan“ für den Deutschen Leitindex sein könnte, vor dem sich so mancher Marktteilnehmer schon so lange gefürchtet hat. (Zur Erklärung: Ein schwarzer Schwan ist in der Börsenwelt ein unerwartetes und eigentlich auch unwahrscheinliches Ereignis, dass letztlich aber in der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes, einer Branche oder einem Index eine entscheidende Wende verursacht.) Noch ist es sicherlich zu früh um seriös zu beurteilen welche Kreise dieser ganze Schlamassel noch ziehen wird, eines ist aber relativ sicher… Das Thema wird wohl nicht in einer Woche aus dem Medien verschwunden sein!

Ein möglicher und teilweise so vehement geforderter Rücktritt von Firmenchef Winterkorn ändert da wahrscheinlich wenig. Zwar wäre es eine Geste, die an dieser Stelle wichtig sein könnte um neues Vertrauen zu gewinnen, nachhaltig an der Situation ändern würde es aber wohl nichts. Denn der Stein der einmal ins Rollen gebracht wurde…

Hierzu eine kurze Einschätzung zum Dax Chart:

bringt VW den Dax zu Fall?

Der Dax nach dem VW Skandal

Für den Dax hat nun der Kampf um das Doppeltief begonnen. Einen Rücklauf bis auf 9.500 Punkte halte ich für ausgemachte Sache, einen erneuten Test des letzten Tiefs bei 9.300 Punkten für sehr wahrscheinlich. Achten muss man nun darauf, ob an diesem Punkt eine Stabilisierung erfolgen kann oder nicht. Unterhalb von 9.180 Punkten wird die Luft für die Bullen dann extrem dünn. Ein Eintauchen in den 8.000er Bereich ist dann für den DAX nahezu unausweichlich. Sogar ein Test der runden Marke von 8.000 Punkten möglich, sollte die nun gestartete Korrekturwelle im Dax ungefähr die gleiche Länge haben wie die im August. Aus technischer Sicht ist dies in Korrekturphasen häufig der Fall.

Ich möchte keinesfalls zusätzliche Unsicherheiten in diesen ohnehin schon nervenaufreibenden Zeiten schüren, aber – wie immer – rechtzeitig darauf hinweisen was passieren könnte, damit unsere Leser nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden. Sollte es also demnächst zu weitern Enthüllungen in der deutschen Automobilbranche kommen, muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Wie so oft ist es ein „Wenn-Dann-Szenario“ mit mehreren Unbekannten! Vielleicht bringt auch die heutige Versammlung bei VW sowohl Klärung als auch Beruhigung? Ich persönlich erwarte mir hier jedoch vorerst keine Wunder und nehme bei Unsicherheiten gerne die eher vorsichtige Position ein… Vielleicht sollten Sie das auch tun!?

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  • schwarzer schwan definition

Dürr Aktie – ein erster Warnschuss!?

Das die Dürr Aktie zuletzt vielleicht etwas zu weit gelaufen sein könnte haben wir hier erst kürzlich wieder im Blog diskutiert…Ob man bei der Aktie short gehen sollte war die Frage…Im Nachhinein hätte man sich wohl mit einer kleinen Position trauen sollen. Allerdings sehe ich die Aktie nach wie vor als echten Trendfolger, der jederzeit wieder kräftig nach oben drehen kann. Somit ist das Risiko wenn man hier kurzzeitig auch einmal die Gegenrichtung spielt relativ Hoch. Das ist also grundsätzlich nur etwas für erfahrene Trader mit einem entsprechenden Handelssystem und schnellen Reflexen 😉

Wie man deutlich sehen kann hat die Dürr Aktie zuletzt den ohnehin schon sehr steilen Aufwärtstrend noch einmal nach oben verlassen, was ich grundsätzlich als Übertreibungsphase bezeichnen würde. Heute nun wurde die Aktie, nach mehreren Tagen Schwäche, das erste Mal wieder unter der Marke von 70,- Euro gesichtet. Die Dynamik des Kursverfalls und das damit einhergehende Unterschreiten der 38-Tage Linie würde ich als erstes Warnsignal für das Bullenlager sehen.

Chart Dürr Aktie
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Dürr ist und bleibt eine tolle Aktie mit der man in den letzten Monaten schöne Gewinn einfahren konnte. Jetzt könnte aber die Zeit gekommen sein in der die Aktie auch mal wieder etwas Luft ablassen muss, um nicht zu überhitzen. Ein sinnvolles Korrekturziel dafür wäre aus meiner Sicht der Bereich zwischen 64,-  und 65,- Euro, bevor der steile Aufwärtstrend dann in einem etwas flacher verlaufenden Trend münden sollte. Das maximale Korrekturpotenzial würde ich aus heutiger Sicht bis in den Bereich um die 62,- Euro sehen. Natürlich kann sich der steile Trend zunächst auch weiterhin fortsetzen, was aber dann zu einem späteren Zeitpunkt wohl einen deutlicheren Rücksetzer zur Folge haben wird.

Die Bäume wachsen an der Börse bekanntlich nicht in den Himmel und eine auch noch so gute oder interessante Aktie muss mal wieder etwas korrigieren um danach umso kräftiger steigen zu können. Beispiele für ein solches „Verhalten“ einer Aktie gibt es genügend…Ich bin kein Hellseher, und ich weiß nicht ob meine Annahmen hier auch zutreffen, aber es spricht aus meiner Sicht im Moment einiges dafür. Spätestens mit dem Unterschreiten der Marke bei 69,78 Euro würde ich dem hier geschilderten Szenario eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit einräumen. Eine weitere nennenswerte Unterstützung liegt dann erst wieder bei 65,85 Euro.

Was ist los bei Leoni, Wacker Chemie und Aixtron ?

Nach der schlechtesten Woche an der Wall Street seit mehreren Monaten dürfte nun in absehbarer Zeit die Entscheidung anstehen in welche Richtung der Markt in den kommenden Wochen laufen will. Grundsätzlich ist die Bilanzsaison bislang einigermaßen im Rahmen der Erwartungen verlaufen, richtige Enttäuschungen gab es aus meiner Sicht nicht, eher sogar ein paar positive Überraschungen. Dennoch zeigt der Markt weiterhin deutliche Anzeichen von Schwäche, die man auf keinen Fall ignorieren sollte. Die Umsätze an den Börsen sind immer noch sehr dünn, was zudem natürlich Tür und Tor für die Großanleger öffnet, um die Kurse einzelner Aktien in die gewünschte Richtung zu buxieren. So auch heute wieder geschehen bei den Aktien von Leoni, Wacker Chemie und Aixtron. Hier wurden wichtige charttechnische Marken unterschritten, alle drei Aktien sind nun massiv überverkauft.

Die spannende Frage ist nun also ob es den Käufern in den kommenden Tagen gelingen wird die Aktien wieder über die zuvor wichtigen Unterstützungsmarken zu befördern. Denn eine überverkaufte Situation alleine ist noch kein aussagekräftiges Argument für den Kauf einer Aktie. Wie ich heute Morgen schon in den Kommentaren hier auf Investors Inside bemerkt habe stellen solche Kursstürze, wie wir sie bei Wacker Chemie, Aixtron und Leoni gesehen haben, nicht selten das Finale einer Abwärtsbewegung dar. Im Falle Wacker Chemie lag es bereits seit Tagen auf der Hand dass das Tief aus dem Jahr 2008 noch einmal getestet werden sollte. Zudem war die Nachricht dass dasUnternehmen heute in der Siliziumsparte Kurzarbeit einführen will nicht unbedingt förderlich für den Aktienkurs und ein willkommener Anlass den Kurs abstürzen zu lassen.

Bis zum Handelsschluss hat sich die Wacker Aktie nun bereits wieder deutlich von den Tiefständen erholt und notiert nur noch mit ca. 1,7 Prozent im Minus. Eine ähnliche Entwicklung haben wir heute bei Aixtron gesehen. Auch hier konnte das Minus am Ende des Tages wieder deutlich reduziert werden. Dennoch ist es zu früh um jetzt bereits wieder Entwarnung zu geben. Hier sollte nun zunächst aufmerksam beobachtet werden wie sich die Aktie in den kommenden Tagen verhält bevor man über einen Neueinstieg nachdenken kann. Erst ein Anstieg über die 10,- Euro Marke würde die Charttechnik wieder etwas aufhellen.

Die Enttäuschung des Tages war aber wohl für viele Anleger die Leoni Aktie. Das Unternehmen ist nicht nur als Automobilzulieferer sondern auch in der Luftfahrtbranche hervorragend positioniert. Nachteilig wirkt sich hier im Moment aus, dass Leoni einen Großteil seines Umsatzes in Europa erwirtschaftet. Der Markt befürchtet also dass sich die schwachen Verkaufszahlen der italienischen, spanischen und französischen Autohersteller negativ auf die Bilanzen bei Leoni auswirken werden. Zu Recht könnte man sagen, denn Peugeot und Co. haben ernsthafte Probleme. Allerdings sollte auch nicht vergessen werden dass diese Schwäche auch durch die Stärke von BMW, VW und Co. teilweise kompensiert wird. Die Leoni Aktie ist zudem auf dem aktuellen Niveau extrem günstig bewertet. Zwar kann auch hier ein weiteres Abrutschen des Aktienkurses nicht ausgeschlossen werden, nachdem die Unterstützung bei 28,- Euro nun unterschritten wurde, aus meiner Sicht überwiegen bei der Leoni Aktie aber eindeutig die mittelfristigen Chancen. Ich gehe davon aus dass auch hier noch einmal final abgefischt wurde, bevor die Aktie wieder nach oben dreht.

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  • was ist mit leoni los

VW, Daimler, BMW und Porsche – Nachlassende Dynamik ???

Die Autobauer waren in den letzten zwei Jahren immer eine „Bank“, wenn es darum ging welche Aktien sich nach einem DAX Rücksetzer am schnellsten und am kräftigsten wieder erholen werden. Nun sind wir erneut in einer solchen Situation, die Aktien von BMW, Daimler, VW und Co. „ziehen“ aber noch nicht so richtig. Einzig die Automobilzulieferer Continental, Leoni und Rheinmetall haben die aktuelle Erholungsbewegung im DAX bislang in ausreichendem Maße nachvollzogen. Die durchaus berechtigte Frage einiger Leser ist an dieser Stelle also woran dies liegen könnte? Umfangreich beantworten kann ich das im Moment auch nicht, aber ich bin mir relativ sicher dass sich dieser Zustand in Kürze erneut auflösen wird.

Zuletzt sprachen ein paar Analysten immer wieder von nachlassender Dynamik im Automobilsektor. Ich bin mir zwar nicht sicher ob diese Beobachtung zutrifft, wenn man sich alleine die Absatzzahlen des letzten Monats in den USA ansieht, gehe aber davon aus dass sich besagte Analysten damit eher auf den Vergleich auf Jahressicht der letzten drei Jahre beziehen. Faktisch haben sie somit auch Recht, dabei wird aber vergessen dass die Steigerungen beim Umsatz und Ertrag zuvor geradezu exorbitant waren und selbstverständlich so nicht beliebig fortgeschrieben werden können. Bezogen auf die tatsächlich erzielten Umsätze und Gewinne kann man aber wohl  sagen das diese Aussagen bestenfalls „Jammern auf sehr hohem Niveau“ sind.  Alle deutschen Autobauer sind immer noch historisch günstig bewertet. Sollte der weltweite Automobilabsatz tatsächlich irgendwann um mindestens 30 bis 40 Prozent einbrechen wären die aktuellen Börsenkurse wohl auch gerechtfertigt. Aber davon sind wir meiner Meinung nach meilenweit entfernt. Dennoch haben die Aussagen einer nachlassenden Dynamik viele Anleger offensichtlich verunsichert.

Zur Verdeutlichung möchte ich hier noch einmal die aktuellen Umsatzzahlen des Monats Mai in den Vereinigten Staaten aufführen. VW schaffte erneut ein sattes Plus von 28 Prozent, Daimler erzielte das beste Ergebnis der Firmengeschichte in den USA mit 25.259 abgesetzten Fahrzeugen oder einer Steigerung um 24,4 Prozent. Audi steigerte den Verkauf um 10 und BMW immer noch um 7,3 Prozent. Porsche ist seit Jahren in den USA erfolgreich, insbesondere mit dem Cayenne und der Modellreihe Panamera, konnte aber zuletzt nur noch leicht zulegen. In China läuft ebenfalls alles weiterhin nach Plan. Audi hat beispielsweise den Umsatz im Mai um satte 44 Prozent gesteigert, BMW war ebenfalls mit einem deutlichen Zuwachs von 31,5 Prozent im Reich der Mitte einer der erfolgreichsten Autobauer weltweit. Mercedes Benz konnte immer noch um 8,7 Prozent zulegen, usw.

Nahezu alle Autobauer investieren gerade in die Zukunft und rüsten sich für den weiteren Ausbau der aufstrebenden Absatzmärkte. Man kann davon ausgehen dass dies nicht ohne Grund geschieht. Die aktuelle Marktschwäche in Europa ist angesichts der Turbulenzen am Kapitalmarkt und exorbitanten Arbeitslosenzahlen weder verwunderlich noch ernsthaft bedrohlich für die Ergebnis der Konzerne. Selbst wenn dies ein Dauerzustand bleiben sollte, wovon ich nicht ausgehe, dann würden BMW, Daimler und Co. diese Schwäche in den anderen Absatzgebieten ausgleichen können. Aussagen einer nachlassenden Dynamik sollten also nicht gleichgesetzt werden mit einem ernstzunehmenden Einbruch in der Automobilindustrie. Der Zyklus ist nach meinem Dafürhalten weiterhin intakt und sollte noch mindestens bis ins Jahr 2014 oder 2015 Bestand haben. Wesentlich für die weitere Entwicklung der Aktien ist aber natürlich auch die politische Entwicklung in Europa. Der schwache Eurokurs hingegen dürfte, für die Automobilhersteller und deren Aktionäre, auch in diesem Jahr wieder ein echter Segen werden.

Insgesamt bleiben die Börsenumsätze auch heute wieder  relativ schwach, in weiten Teilen des Landes ist zudem Feiertag. Man sollte aber unbedingt aufmerksam beobachten wie sich die US Indizes heute entwickeln. Können die Aktienkurse in den USA auch heute weiter zulegen und den Trendtag gestern bestätigen, ist es wohl an der Zeit ernsthaft wieder über erste Käufe bei den Automobilherstellern nachzudenken. Gerüchten zufolge soll die chinesische Zentralbank die Leitzinsen gesenkt haben. Bestätigen sich diese Gerüchte, dann dürften spätestens morgen einige Investoren wieder auf den fahrenden Zug aufspringen. Auto Aktien bleiben mit den aktuellen Geschäftsaussichten für die kommenden 2 bis 3 Jahre immer noch erste Wahl vieler Fondsmanager, und das aus guten Grunde. Mit KGVs zwischen 3,5 und 7 lassen sich im deutschen Markt nur wenige Blue Chips finden. Ich wünsche Ihnen einen schönen und erholsamen Feiertag!

Kommt bald die große Krise bei VW, BMW, Daimler und Porsche?

Ich lese gerade dass laut einer neuen Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen der europäischen Automobilbranche die größte Krise seit 18 Jahren drohen soll, und bin doch einigermaßen verwirrt. In der Studie wird auf die schleppenden Neuwagenverkäufe in den ersten beiden Monaten diesen Jahres verwiesen über die wir ja hier auch berichtet hatten. Zudem haben die Autobauer Probleme ihre Produktionskapazitäten auf die schwankende Nachfrage nach Autos kurzfristig umzustellen, hieß es weiter. In den kommenden Monaten rechnet CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer weiterhin mit schleppenden Absatzzahlen und geht davon aus das 2012 das schlechteste Jahr in Europa seit langem werden könnte.

Zur Erinnerung: Beim letzten mal, als sich Herr Dudenhöffer mit einer pessimistischen Prognose hervortat und er für das Jahr 2010 eine totale Absatzkatastrophe voraussagte, kam alles dann doch irgendwie ganz anders wie wir heute wissen! Zitat damals, „Ich rechne wegen dem Auslaufen der Abwrackprämie in Deutschland mit einem Krisenjahr 2010 für die Automobilhersteller und die Händler.“ «Das Jahr 2010 wird grausam»…Der Branche drohten deshalb massive Absatzeinbrüche….“ Zuletzt konnte man im August 2011 erneut die skeptischen Worte Dudenhöffers im Handelsblatt lesen.

Sollte man Herrn Dudenhöffer nun als Kontraindikation nehmen? Nicht zwangsläufig, denn grundsätzlich hat er ja im Bezug auf den europäischen Absatzmarkt auch Recht was den aktuellen Rückgang der Neuwagenzulassungen anbelangt. Aber man sollte nach meiner Meinung genau beobachten bei welchen Autobauern die Umsätze eingebrochen sind, und welche von dieser Entwicklung gar profitieren könnten. Letztlich bezieht sich die Studie auch nur auf Europa, und nicht auf die Wachstumsmärkte der nächsten Jahre wie USA und China. Das kommt bei der heutigen Berichterstattung auch nur etwas unklar zu Tage.

Ich halte solche Aussagen wie, „größte Krise seit…“ in diesem Zusammenhang aber für sehr bedenklich, und auch nicht unbedingt zielführend, sofern dieser Wortlaut denn tatsächlich gefallen ist. Auch die Argumentation, dass sich die teilweise langen Wartezeiten der Kunden auf Ihren Neuwagen negativ auswirken könnten, weil Kunden dann alleine deswegen bereit sind die Marke zu wechseln, deutet nach meiner Auffassung eher darauf hin das die Erstellter dieser Studie doch sehr weit vom Kunden weg sein müssen. Der Autokunde ist im allgemeinen markentreu das ist ein wesentlicher Punkt bei den Erfolgsgeschichten der letzten Jahre von BMW, Porsche, VW und Daimler.

„Erst nach 2012 werde der Weltautomobilmarkt wieder auf einen neuen, niedrigeren Wachstumspfad einschwenken.“ heißt das Fazit dieser Studie laut den Presseberichten. Wir werden sehen ob Dudenhöffer dieses Mal Recht behält…Natürlich kann das Wachstum der Branche nicht ewig so weiter gehen, aber für eine echte Trendwende scheint es noch ein wenig zu früh zu sein. Erst wenn in den Schwellenländern eine gewisse Marktsättigung eingetreten ist. Aber davon dürften wir noch weit entfernt sein! Selbst bei einem zwischenzeitlichen Rückgang der weltweiten Absatzzahlen um 20 Prozent wären VW, BMW, Daimler und Porsche immer noch sehr günstig bewertet.

Commerzbank, MAN, BMW, K+S, Eon und RWE – die Woche der Wahrheit

In der kommenden Woche werden diverse Unternehmen ihre Zahlen zum letzten Quartal offenlegen, und man darf bei einigen Vertretern durchaus gespannt sein wie diese ausfallen werden. Insbesondere das Zahlenwerk der Commerzbank dürfte im Fokus der Anleger stehen. Ist es der zweitgrößten deutschen Bank, trotz aller Unwägbarkeiten und Turbulenzen an den Finanzmärkten gelungen die 0,05 Euro Gewinn, der erwartet wird, zu erreichen, oder gar zu übertreffen? Das Ergebnis zum dritten Quartal ist insofern sehr bedeutsam für die Aktionäre, als das nun eine gute Chance besteht, die Aktie weiter nach oben zu treiben, und endlich über die wichtige Hürde bei 2,12 Euro zu hieven, sollte die Commerzbank positiv überraschen können. Dann wären weitere Anschlusskäufe sehr wahrscheinlich.

Gute, bis sehr gute Zahlen sind wohl von BMW zu erwarten, nachdem bereits VW und Daimler solide Daten vorgelegt haben. VW hat schon fast erwartungsgemäß erneut eine ordentliche Schippe darauf gelegt und die Aktionäre begeistert. Diese honorierten die Zahlen dann auch mit einem kräftigen Kursplus bei der Aktie der Wolfsburger. Bei Daimler waren die Ergebnisse wie gesagt solide, Analysten zeigten sich aber ebenfalls reihenweise angetan und stuften die Aktie hoch. Auch der Sportwagenbauer Porsche konnte seinen Gewinn und Umsatz deutlich zweistellig steigern, und plant weitere Rekorde im kommenden Jahr. Die Bayern werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls noch einmal beim Umsatz und Gewinn zulegen können, die Zahlen kommen am Donnerstag.

Bei uns stehen auch die beiden Schwergewichte Kali & Salz sowie MAN unter besonderer Beobachtung. Beide Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls ihr Zahlenwerk präsentieren. Bei der K+S Aktie könnte es positive Überraschungen geben, nachdem sich die Analysten zuletzt etwas skeptisch gezeigt hatten. Der weltgrößte Düngemittelproduzent Potash hat am Freitag bereits vorgelegt und eine Gewinnverdoppelung bekannt gegeben! Die weiter hohe Nachfrage und steigende Preise sorgten für einen Umsatzanstieg um 47 Prozent, auf 2,3 Milliarden Dollar bei dem amerikanischen Konkurrenten. Das lässt auch bei K + S auf deutlich bessere Werte hoffen.

Bei MAN wird ein Gewinn von 1,57 Euro für das letzte Quartal erwartet. Das operative Geschäft sollte gut gelaufen sein, und die Vorgaben sind erreichbar. Die Konzernführung versprühte zuletzt wieder etwas mehr Optimismus, mehrere Großaufträge konnten verkündet werden. Viel spannender als die eigentlichen Zahlen könnte aber die Nachrichtenlage sein. Denn noch immer steht ein Übernahmeangebot durch VW im Raum. Die Gerüchte mehren sich dass hier bald etwas konkretes passieren könnte, und genau das könnte den Aktienkurs der MAN Aktie, neben guten Zahlen, über charttechnisch wichtige Marken befördern. Hier besteht also gleich mehrfach Phantasie für höhere Kurse. In diesem Zusammenhang wäre dann noch die Aktie des Baustoffzulieferers HeidelbergCemet zu nennen, die ebenfalls am Donnerstag berichten. Auch diese Aktie ist einer unserer Favoriten für eine Jahresenrally, und sollte nach den Q3-Zahlen weiter zulegen können.

Bei den Energieversorgern E.on und RWE dürfte es auch ziemlich spannend werden, wahrscheinlich aber eher im negativen Sinne. Genau kann wohl niemand im Moment beurteilen wie sich die politischen Entscheidungen in diesem Jahr auf die Bilanzen der beiden Konzerne ausgewirkt haben. Mit positiven Überraschungen rechne ich aber persönlich eher nicht. Alles in allem dürfte und eine erneut sehr spannende Woche ins Haus stehen die dann wohl letztlich auch die Frage beantworten wird ob die Hausse weiter geht, oder vorübergehend gestoppt wird. Diese Woche wird wohl auch ersichtlich ob das ganze Rezessions-Gerede der letzten Wochen begründet war oder nicht. Ich wünsche Ihnen erfolgreiches Trading und gute Entscheidungen!

BMW, VW, Daimler und Porsche – jetzt wird richtig Gas gegeben

Es waren auch gestern einmal mehr die Automobilhersteller die den DAX stützten. Nachdem die Kurse der Autobauer im frühen Handel ebenfalls deutlich eingebrochen waren konnten sich die Aktien von BMW, VW, Daimler und Porsche im späten Handel wieder deutlich erholen und schlossen sogar teilweise deutlich im Plus. Verschiedene sehr positive Nachrichten sorgten offenbar wieder für mehr Zuversicht bei den Anlegern. So verkündete beispielsweise Daimler eine Intensivierung der Entwicklungsarbeit bei Elektromotoren in Zusammenarbeit mit der Firma Bosch. Bis zum Jahr 2012 bereits will man ein gemeinschaftliches Motorenwerk in Betrieb genommen haben, und damit beschreitet Daimler wohl deutlich schneller als erwartet den Markt für alternative Antriebskonzepte. VW glänzte erneut durch Rekord Absatzzahlen. Bei der Kernmarke Volkswagen konnten in den ersten sechs Monaten über 2,5 Millionen Fahrzeuge verkauft werden, konzernweit waren es gar satte 4 Millionen Fahrzeuge. Ich freue mich schon auf den nächsten Quartalsbericht!

Auch BMW hat weiterhin ambitionierte Ziele. Im laufende Jahr 2011 wollen die Münchener mehr als 1,6 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern auf mehr als zehn Prozent steigen. Und last but not least konnte Porsche mit erneut hervorragenden Absatzzahlen glänzen. Die Sportwagenschmiede hat ihren Absatz im Juni um knapp 30 Prozent auf 10.677 Fahrzeuge gesteigert. Der Absatzschlager war dabei wie gewohnt der Geländewagen Cayenne mit 4.994 Verkäufen was einem Zuwachs von 69 Prozent entspricht. Wie bereits mehrfach geschrieben bleiben die Aussichten für die deutsche Automobilbranche hervorragend und ich kann es nur immer wieder betonen, dass es genau die Aktien der genannten Unternehmen sind die mich in unruhigen Zeiten wie diesen ruhig schlafen lassen…

VW baut mit FAW das Elektroauto „Kaili“ in China – Daimler setzt auf BYD

Volkswagen will nun Elektroautos zusammen mit seinem Joint-Venture-Partner FAW in China bauen. Damit springt der Volkswagen Konzern nun endlich auf den Zug der alternativ angetriebenen Fahrzeuge auf. Wie ein VW Sprechen heute mitteilte, wurde nun seitens der chinesischen Behörden die Einführung einer neuen Marke namens „Kaili“abgesegnet den die beiden Unternehmen zusammen entwickeln. Bislang haben die deutschen Automobilbauer den Markt für Elektroautos nahezu verschlafen, auch wenn hier nun deutliche Anstrengungen unternommen werden dies kurzfristig zu ändern.

Zwar wurde mit verschiedenen Hybridmodelle o.ä. hier „nachgearbeitet“, ein echtes Elektroauto, und vor allem zu einem bezahlbaren Preis fehlt dem deutschen Markt aber bislang. Der Schritt von VW ist insofern wohl zu begrüßen, da man annehmen kann, dass der „Kaili“, in China produziert, auch zu einem vernünftigen Preis angeboten werden kann. Der Stuttgarter Konkurrent Daimler hat sich mit dem chinesischen Batteriehersteller BYD zusammengetan und will 2013 mit einem Elektrowagen an den Start gehen. Build Your Dreams, BYD verfügt zudem noch über eine der besten Akkutechniken dieser Welt!

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