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DAX zurück im Trend – VW, Barrick Gold und Euro im Fokus

Es scheint mal wieder ein ganz entscheidender Tag an den Börsen zu werden…Nachdem sich die europäischen Börsen gestern einmal mehr schwach gezeigt haben konnten die US Indizes die Anfangsverluste weitestgehend wieder ausbügeln. Im S&P 500 die 200 Tage Linie erfolgreich verteidigt werden, wenn auch nur knapp. Der DAX kämpft immer noch mit der Marke von 6.440 Punkten bzw. dem seit Ende Juni bestehenden Aufwärtstrend, der gestern verlassen wurde, bereits heute aber wohl zurückerobert werden kann. Für heute dürfte erst einmal die Schließung des noch offenen Gaps bei 6.472 Punkten auf dem Fahrplan stehen. Was im Anschluss passieren wird ist schwer zu prognostizieren. Die Marke von 6.404 Punkten sollte aber nach Möglichkeit nicht mehr unterschritten werden. Somit haben wir eigentlich eine unveränderte charttechnische Ausgangslage wie am Mittwoch, bei der weiterhin ein Ausbruch in beide Richtungen möglich ist. Der gestrige Handelstag war aus diesem Blickwinkel somit ein „Non Event“. Die Entscheidung über den weiteren Kurs der Börsen wurde auf heute vertagt…

Neue Nachrichten aus China über ein sich weiter abschwächendes Wirtschaftswachstum sowie die Senkung der Bonitätsnote Italiens durch die US Ratingagantur Moody´s könnten heute erneut die Kurse belasten. Allerdings müssen einem Wachstumsraten von 7,6 Prozent in Zeiten wie diesen, mit ernsthaft rezessiven Tendenzen, wohl noch keine ernsthaften Sorgen machen…Die Meldung über die verfehlten Sparziele der Griechen hingegen dürfte hingegen nun wirklich keinen Marktteilnehmer überraschen oder gar verschrecken. Mit großer Aufmerksamkeit sollte man die Entwicklung des Euro beobachten, der gestern ein neues Tief unter 1,22 Euro markiert hatte und sich damit verdächtig schnell der letzten Tiefmarke von 1,1922 EUR/USD nähert. Dementsprechend schwach zeigte sich auch der Goldpreis in den letzten Tagen wieder. Ich persönlich gehe eher davon aus das es sich in beiden Fällen um kurzzeitige Verwerfungen handelt. Interessant in diesem Zusammenhang könnte ein Blick auf die Aktie von Barrick Gold sein, die gestern noch einmal die letzten Tiefstände getestet hat.

Die Aktie des Tages ist für mich heute einmal mehr die VW Aktie die inzwischen fast schon täglich neue Rekorde verkündet während der französischen Automobilhersteller Peugeot SA offensichtlich langsam ernsthafte Probleme bekommt. Der Autoabsatz der Wolfsburger stieg in China erneut um kräftige 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtzuwachs verteilte sich über die einzelnen Marken wie folgt…Mit 982 600 Autos setzte die Marke Volkswagen in China 15,2 Prozent mehr ab. Audi verkaufte 37,8 Prozent mehr oder 193 900 Autos. Skoda konnte einen Zuwachs von 7,6 Prozent auf 120 700 Autos verbuchen. Damit bleibt VW auf Erfolgskurs und wird in diesem Jahr nach dem Rekordjahr 2011 wohl in allen Bereichen neue Bestmarken setzten.

Der niedrige Euro Kurs, gesunkene Rohstoffpreise und Energiekosten dürften bei den Wolfsburgern in den kommenden Monaten noch einmal für einen deutlichen Auftrags- und Gewinnschub sorgen. In den kommenden Jahren werden dann noch die Synergieeffekte bei VW, Audi, Porsche usw. hin zu kommen, die durch die effiziente Nutzung des Baukastensystems gehoben werden können. Insgesamt bleiben die Aussichten für die deutsche Automobilbranche weiterhin sehr positiv. Insbesondere VW Aktionäre können sich wohl weiterhin darauf freuen mit einer Beteiligung an einem TOP Unternehmen die Wirren dieser Krise zu umschiffen.

Die Luftfahrtbranche im Wandel – Boeing, Airbus, Lufthansa, Rolls-Royce, MTU, GE Aviation, EADS..

Die internationale Luftfahrtindustrie positioniert sich aktuell in Farnborough und ist mit allem auf dieser besonders interessanten Luftfahrtmesse vertreten, was Rang und Namen in der Aviation-Branche hat. Die Luftfahrtbranche ist im Umbruch, es geht um Märkte, Marktanteile und Bedürfnisse der Kunden, aber auch um neue Werkstoffe und Energieeffizienz.

Trader mit Interesse an der Luftfahrtindustrie sollten wissen, dass Analysten in der Aviationbranche bevorzugt mit der SWOT-Analyse operieren. Die SWOT-Analyse (engl. Akronym für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken)) ist ein Instrument der Strategischen Planung und ist „Kind“ der Harvard Business School. Vereinfacht ausgedrückt ist die SWOT-Analyse eine Kombination aus Unternehmensanalyse (der  Suche nach Stärken und Schwächen) und der sogenannten Umweltanalyse (der Suche nach den strategisch relevanten Chancen und Risiken); sie dient der Positionsbestimmung und der Strategieentwicklung von Unternehmen und anderen Organisationen und gilt als eine der wichtigsten Methoden der strategischen Analyse. Praxisbewährt wird die Analysemethode SWOT beispielsweise im Zusammenhang mit der Volkswagen AG genannt.

Es ist kein Geheimnis, dass auch die Bundesregierung mit dem Instrument der SWOT-Analyse zur Bewertung und Einschätzung der Luft- und Raumfahrt operiert, etwa im Zusammenhang der Umsetzung der „High-Tech-Strategie für Deutschland.“ Die Bundesregierung implementierte für jedes Innovationsfeld eine sogenannte SWOT-Analyse zur Bewertung der Stärken und Schwächen sowie der Chancen und Risiken vor.

Die großen Hersteller und Marktführer Boeing und Airbus:

Boeing hat gut vorgelegt und punktet vor allem mit der Innovation vom Typ Boeing 787 „Dreamliner“, einem zweistrahligen Langstrecken-Jet mit einer Sitzplatzkapazität für 200 bis 300 Passagiere; für die Mehrzahl der Analysten sieht es erstmals seit vier Jahren danach aus, das Boeing dieses Jahr wieder mehr Flugzeuge ausliefern wird, als der Konkurrent auf Augenhöhe, Airbus, dies wird tun können. Der „Dreamliner“, der Wundervogel aus Kohleverbundfaser, den Boeing erst seit einem halben Jahr ausliefert, besticht mit neuster Werkstofftechnik und Energieeffizienz. Und genau das ist aktuell bei den Kunden und Airlines besonders nachgefragt. Mehr als 800-mal hat Boeing den neuen Superflieger vor der Erstauslieferung verkauft. Ein um 21 % reduzierter Spritverbrauch gegenüber dem Vorgängermodell Boeing 767 ist ein kaum zu schlagendes Verkaufsargument. Boeing setzt bei der Optimierung des Dreamliners auf eine enge Kooperation mit dem Triebwerkherstellers Rolls-Royce Plc.

Zudem setzt Boeing im Konkurrenzkampf zwischen seinem Mittelstreckenjet 737-MAX und dem Airbus A320neo auf eine größere Reichweite. Dank der sparsameren Triebwerke und aerodynamischer Verbesserungen soll die Maschine je nach Ausführung gut 6.500 Kilometer weit fliegen können und damit bis zu 1.000 Kilometer weiter als die herkömmliche 737-NG. Der  Typ 737-MAX sollte nach Einschätzung der Vertriebsleitung von Boeing die ähnlich großen Airbus-Modelle weiterhin hinter sich lassen. Programmchefin Beverly Wyse hofft, die Langversion 737-MAX-9 könne sogar den betagten Langstreckenjet 757 ersetzen.

Konkurrent Airbus sucht nach einer zwischenzeitlichen Auftragsflaute für die größere Version des Hoffnungsträgers A350 neue Märkte und Kunden, vorzugsweise im asiatischen Großraum. Im Gespräch ist Cathay Pacific aus Hongkong, vermelden Brancheninsider. Cathay Pacific soll bereits 36 Einheiten des Basismodells A350-900 geordert haben und könnte jetzt zusätzlich die größere Version A350-1000 bestellen oder alternativ die alten Orders umwandeln, berichten Branchenkreise. Airbus sowie Boeing dürften mit Blick auf die starken Turbulenzen in der Luftfahrtbranche nicht unzufrieden sein. Die Auftragsbücher beider Hersteller  sind schon jetzt so prall gefüllt, dass Airlines durchschnittlich 7 Jahre auf eine modernisierte Version der A320 oder der B737 warten müssen. Um die Flut der Bestellungen zu bewältigen, müssen Airbus und Boeing ihre Produktion darum massiv ausweiten – prognostiziert um rund 45 % in den kommenden 3 Jahren.

Airbus hat aber Material- und Qualitätsprobleme beim Großraum-Jet A380, nämlich Risse im Inneren der Tragflächen. Die Kunden und Airlines von Airbus sind verärgert. Rund 8 Wochen werden Fluglinien auf Airbus-A380-Maschinen verzichten müssen, damit die Reparaturen an den Flügeln ausgeführt werden können. Airbus relativiert das hausgemachte Problem: die Reparaturen könnten auch in mehreren Etappen durchgeführt werden, erklärt die EADS-Tochter. So könnten die Maßnahmen während der regulären Wartung der Maschinen durchgeführt werden. Die umfangreiche Prüfung, der sogenannte C-Check, erfolgt bei dem Großraumflugzeuge alle 2 Jahre. Im vergangenen Jahr waren diverse Risse im Inneren der Tragflächen entdeckt worden. Für die Reparaturarbeiten hat die European Aeronautic  Defence & Space 105 Millionen Euro in die Bilanz 2011 eingestellt und schraubte die Kostenprognose nach oben. Bis zum Jahresende 2012 könnten sich die Kosten auf etwa 260 Millionen Euro summieren.

Sorgenkind Nr. 2 bei Airbus: der Airbus A400M soll den gestiegenen Anforderungen an militärische Lufttransportleistungen gerecht werden. Als „strategischer Transporter“ soll er durch hohe Reichweite, Geschwindigkeit und Ladekapazität, einen geräumigen Laderaum und flexible Einsatzmöglichkeiten den europäischen Streitkräften die Möglichkeit geben, bei auftretenden außereuropäischen Krisen schnell zu reagieren und große Mengen von Material und Personal zu verlegen. Gegenüber den Typen, die die A400M ersetzt, werden sich Nutzlast und Reichweite etwa verdoppeln. Die Produktion ist jedoch erheblich in Rückstand geraten und die Kostenfrage droht auszuufern. Kritiker bemängeln zudem, dass trotz der gegenüber der „Transall“  und „Hercules“  erheblich gesteigerten Reichweite und Nutzlast die Bezeichnung „strategischer Transporter“ technisch nicht gerechtfertigt sei, sondern lediglich eine politisch gewollte Bezeichnung darstelle. Die A400M ist mit vier Turboprop-Triebwerken ausgestattet und zeichnet sich gegenüber den von ihr zu ersetzenden älteren Typen durch eine sehr viel höhere Nutzlast und Reichweite aus. Der Airbus A400M kann zwar aktuell nur eine Bestellliste für 174 Einheiten aufweisen, hat anderseits allerdings sehr gutes Potential als zukünftiger, globaler Exportschlager.

Ein strategischer Pluspunkt kann indes für Airbus die Neuansiedlung eines Produktionswerkes in den USA sein, um mit der Erschließung dieses wichtigen Marktes der Aviation-Industrie direkt Kunden akquirieren und sehr kurzfristig bedienen zu können. Damit folgt die Luftfahrtindustrie der Unternehmens- und Vertriebsstrategie der Automobilhersteller. Die EADS-Tochter hat jetzt bekanntgegeben, von 2015 an Flugzeuge der A320-Familie in Mobile, Bundesstaat Alabama, fertigen zu wollen. Drei Jahre später sollen jedes Jahr 40 bis 50 Maschinen an Kunden übergeben werden. Bereits im kommenden Jahr wird mit dem Bau der neuen Produktionshalle begonnen, aus der 2016 der erste fertige Jet rollen soll. Die Investitionen sind mit rund 600 Millionen USD veranschlagt. Der US-Bundesstaat Alabama lockt mit Subventionen im Umfang von 158 Millionen USD. Alabama habe einem “teuren” Paket von Anreizen zugestimmt, um Airbus zu gewinnen, sagte Gouverneur Robert Bentley auf der Luftfahrtmesse in Farnborough. Das könnte sich mittelfristig zu einer Win-win-Situation entwickeln.

 

Die Airlines:

Virgin Atlantic setzt auf die modernisierte Version der Boeing B737: 23 Bestellungen. Cathay Pacific setzt auf Airbus: 36 Einheiten A340-900. Die japanische Fluggesellschaft ANA beabsichtigt in den kommenden Tagen 2,6 Milliarden USD bei den Shareholdern zu akquirieren, als Startkapital für einen radikalen Neubeginn. Monat für Monat treffen nagelneue Maschinen vom Typ Boeing 787 „Dreamliner“ in Tokio ein, seit Januar fliegt der „Dreamliner“ täglich nach Frankfurt. 6 Maschinen sind bislang im Einsatz, 49 weitere Einheiten beabsichtigt ANA in den kommenden Jahren in die neue Flotte einzustellen. Die amerikanische Flugzeugleasinggesellschaft Air Lease (ALC) orderte 75 Maschinen des Typs Boeing 737 „Max.“ Der Listenpreis für diese Order soll bei  7,2 Milliarden USD liegen.

Lufthansa AG hat jetzt als weltweit erste Fluggesellschaft da neu entwickelte Langstreckenflugzeug vom Typ Boeing 747-8 in Dienst gestellt. Das Langstreckenflugzeug zeichnet sich durch geringere Lärmbelastung, weniger Treibstoffverbrauch und deutliche reduzierte CO2-Emissionen aus. Bis 2015 will die Lufthansa AG 20 dieser neuen transfluid Maschinen in ihre Flotte integrieren.

Überdies hatte das LH Konzernmanagement das Sparprogramm „Score“ aufgelegt, um den Konzern bis 31.12.2014 wieder profitabel zu machen und um das Betriebsergebnis 1,5 Milliarden Euro zu verbessern. Dem Management der LH AG geht es um Konsolidierung und um die strategische, zukunftsfähige Ausrichtung in der Luftfahrtbranche. Da Personalkosten einen Löwenanteil der jährlichen Gewinn- und Verlustrechnung ausmachen, sucht die LH AG nach der richtigen Balance zwischen Sparprogramm „Score“ und „Risk Sharing“; bei nahezu allen globalen Airlines wird als weitere Kostensenkungsmaßnahme der schrittweisen Abbau von Überhangsstellen ebenso in Betracht gezogen, wie der Einsatz neuer personalpolitischer Maßnahmen (Leiharbeiter, ähnlich der Automobilindustrie). Im Rahmen von SWOT gilt sich dies als positiver Erfolgsfaktor für die geplanten Sparmaßnahmen. Äußere Faktoren, welche die Profitabilität vorantreiben könnten, seien gestiegene Ticketpreise und der zuletzt gesunkene Ölpreis am Markt.

Für eine Branche der Luftverkehrsgesellschaften, die mittlerweile mehr als die Hälfte ihrer Erlöse für Kerosin ausgibt, sind Einsparungen eine Überlebensfrage.  Die Airlines müssen zum einen ihre Flotten modernisieren, um bei hohen Kerosinkosten weiterhin wirtschaftlich zu fliegen. Andererseits können sie sich das nur mit massiven Sparprogrammen leisten. Wichtige Industriestaaten stecken in der Rezession. Überdies belasten zusätzliche Steuern und Abgaben die Bilanzen.

 

Die Profiteure: Triebwerkshersteller sowie Luftfahrt-und Aftermarket-Support-Dienstleister :

Rolls-Royce Plc ist hervorragend aufgestellt  und bedient mit dem Upgrade „Trent 1000“ Triebwerk die zukünftige „stretched version“  des Typs 787 „Dreamliner.“ Aber auch andere Triebwerkshersteller wie GE und MTU profitieren von der Nachfrage der Fluggesellschaften nach spritsparenden Jets.

GE Aviation ist auf Düsentriebwerke für den kommerziellen und militärischen Gebrauch spezialisiert. Darüber hinaus stellt das Unternehmen Bordelektronik sowie elektronische und mechanische Systeme für die Luftfahrt her. Für die deutschen Kunden bietet GE Aviation eine breite Palette von Produkten und Originalersatzteilen für zivile und militärische Einsatzzwecke, triebwerks- und flugzeugbezogene Dienstleistungen sowie Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. 2010 begann die neue Niederlassung GE Aviation in Regensburg mit der Produktion von Turbinenschaufeln aus einem besonderen Leichtbaustoff, die in GEs neuestem, treibstoffeffizientem Flugzeugtriebwerk GEnx zum Einsatz kommen.

Luftfahrt-und Aftermarket-Support-Dienstleister konzentrierten sich  vor allem im Segment Support-Services und Luftfahrt-Ersatzteilmarkt und bedienen die Wirtschaft und die allgemeine Luftfahrtindustrie. Im Service: Betankung, Ground Handling und andere Dienstleistungen für die allgemeinen und kommerziellen Luftfahrtmärkte. BBA Aviation plc mit Sitz in London und mehr als 200 Standorten auf fünf Kontinenten ist einer der führenden globalen Luftfahrt-und Aftermarket-Support-Dienstleister. Das Unternehmen produziert und unterstützt Motoren-und Raumfahrt-Komponenten, Subsysteme und Flight-Systeme. Die Geschäftsaktivitäten sind in zwei Segmente gegliedert, dem Flight Support und Aftermarket Services.

 

Die Bewertung: Analystenmeinungen 

Boeing Votum „buy“: Mit dem Anstieg auf 60,46 hat Boeing am 09.07.2012 ein neues 3-Jahres-Hoch erreicht und damit den Kurs vom 05.07.2012 eingestellt, das spricht für die Strategie von Marktpräsenz von Boeing. Boeing liefert den Kunden das, was an den Märkten besonders nachgefragt wird. Den mit kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff Energiesparer „Dreamliner.“ Insbesondere Analysten in den USA stufen die Aktie von Boeing (ISIN US0970231058/ WKN 850471) mit dem Votum „buy“ ein. Das Kursziel wird bei 87 USD gesehen.

Airbus EADS (European Aeronatuic Defence and Space Company) Votum ist uneinheitlich; UBS AG und Société Générale Group S.A. sehen ein „buy“ als gerechtfertigt an; EADS sieht sich rückläufiger Verteidigungsausgaben und eine Abnahme der Kundennachfragen ausgesetzt, zudem sind Produktionsschwächen noch nicht abgestellt worden, was zu einem Imageproblem führt.

Lufthansa-Aktie Votum „buy“. Bei einem aktuellen Kurs von 9,20 EUR bewerten derzeit 21 Analysten bei Bloomberg die Lufthansa-Aktie mit „KAUFEN“ und 3 Analysten mit „HALTEN“. 3 Analysten setzen Lufthansa auf „VERKAUFEN“. Das 12-Monats-Kursziel auf Bloomberg liegt bei 11,33 EUR. Zwar ergibt sich aus dem Kursverlauf der LH Aktie, dass sie in den vergangenen 5 Jahren einen Großteil ihres Wertes einbüßen musste, diese Verwerfungen mussten indes nahezu alle globalen Carrier verkraften. Nach SWOT sollte die LH allerdings die Tiefphase mittlerweile erreicht und durchschritten haben, nach dem ersten Restrukturierungsschritt „Climb 2011“ setzten viele Analysten auf einen moderaten Anstieg des Kurses bei der LH Aktie.

Triebwerkshersteller Votum „buy“ – allerdings mit Einschränkungen. Favorit ist Rolls-Royce Plc. Aktionäre sollten hier aber folgendes beachten: C-Aktien-Anteile von RR sind rückzahlbare Vorzugsaktien von 0,1p von Rolls-Royce Holdings plc anstelle einer Bardividende: C Shares are redeemable preference shares of 0.1p each in the capital of Rolls-Royce Holdings plc (the Company). The Company will generally issue C Shares to its ordinary shareholders twice a year in lieu of a cash dividend. Although the Company does not pay a conventional cash dividend our shareholders are still given the opportunity to receive cash or additional Ordinary Shares.

Die Commerzbank hat die Einstufung für MTU nach einem Statement von Finanzchef Reiner Winkler auf „Buy“ mit einem Kursziel von 66,00 Euro belassen. Bei GE gilt es zunächst, die weitere Entwicklung abzuwarten. Analysten von Goldman Sachs und Nomura votieren für „buy“, dennoch sollte nicht übersehen werden, dass auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Großinvestor Warren Buffett (Berkshire Hathaway) mit 3 Milliarden US-Dollar diskret GE aus einem Liquiditätsengpass hatte heraushelfen müssen. GE plant nach aktuellen Medienberichten strategische Übernahmen von mittelständischen Firmen aus Familienbesitz in Deutschland.

Tendenziell sollten Anleger immer berücksichtigen, dass die Entwicklung des Aktienkurses von Airlines von vielen Einflussfaktoren abhängig ist, die bei der Bildung einer Marktmeinung eine Rolle spielen können. Vergangene Wertentwicklungen sind in dieser Branche kein Indikator für die Zukunft. Ansteigende Treibstoffkosten, Steuerbeschlüsse für den Luftverkehr und das Ausbleiben von infrastrukturellen Maßnahmen durch politische Einflüsse können sich negativ auf den Umsatz und damit auf den Aktienkurs auswirken. Dessen ungeachtet ist die Aviation-Industrie eine hoch innovative und spannende Branche mit Zukunft.

Ein Gastkommentar von Sandro Valecchi, Analyst

Mittagspause in Karlsruhe…mit Vollgas um die Kurve

Während wir alle auf die neuesten Spekulationen zu den richterlichen Verhandlungen aus Karlsruhe zum ESM warten, hier etwas Ablenkung. Ken Blocks, der bekannteste Autodrifter der Welt, und ehemaliger WRC Rallye Pilot, lässt es richtig krachen und rast mit seinem aufgemotzten Ford Fiesta durch San Francisco. Der Mann kann Auto fahren soviel ist mal sicher. Freunde des VideoSpiels „Need for Speed“ oder anderer Rallye Games werden begeistert sein….es geht wirklich!

Ob es unsere lieben Verfassungsrichter auch schaffen werden die Kurven so elegant zu nehmen ohne irgendwo anzuecken bleibt hingegen noch abzuwarten…!

Metro – düsterer Ausblick als Vorgeschmack auf die Quartalszahlen?

Metro Chef Olaf Koch hat in seinem jüngsten Interview in der „Bild am Sonntag“ nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen. Nach seiner momentanen Einschätzung drückt die Euro Krise weiterhin deutlich auf die Kauflaune der Verbraucher, was deutliche Auswirkungen auf das Geschäft von Metro haben sollte. Ob diese Worte schon mal eine Vorbereitung auf die kommenden Quartalszahlen sein sollen? Viel Gutes hatten die Anleger wohl offenbar sowieso nicht mehr erwartet wenn man sich den Jahreschart der Metro Aktie ansieht. Zwar konnte sich der Titel zuletzt etwas erholen, die Grundtendenz bleibt aber weiterhin negativ. Ich hatte mich ja in den vergangenen Monaten bereits mehrfach zu meinen persönlichen Erwartungen für die Entwicklung des Aktienkurses geäussert. Kurse unter 20,- Euro sind zu erwarten war mein persönliches Fazit. Mit einem satten Minus von teilweise über sechs Prozent rauscht die Aktie nun der genannten Marke entgegen. Sollte diese unterschritten werden droht ein weiterer Kursrutsch.

Hinzu kommt noch dass man wohl davon ausgehen kann dass die Metro Aktie demnächst nicht mehr im DAX gelistet sein wird, was dann zusätzlichen Druck auf den Aktienkurs ausüben wird. Indexfonds und Großanleger werden sich wohl bereits im Vorfeld der endgültigen Entscheidung von Ihren Beständen verabschieden. Insgesamt bleibt somit festzuhalten dass die Aussichten für die Metro Aktie weiterhin eher negativ sind. Das eingeleitete Restrukturierungsprogramm wird irgendwann seine Wirkung entfalten, in den kommenden beiden Quartalen ist aber wohl noch nicht mit positiven Effekten zu rechnen. Kurzum die Aktie ist weiterhin auf meiner Beobachtungsliste, ein kurzer Rebound ist grundsätzlich jederzeit möglich, das nächste Kursziel liegt aber aus meiner Sicht nun bei 18,80 Euro. In jedem Falle würde ich die Vorlage der Quartalszahlen abwarten!

Arch Coal und Patriot Coal – Rebound im US Kohlesektor

Einer der wohl am meisten verprügelten Sektoren in den letzten Wochen und Monaten war der US Kohlesektor. Der Grund dafür ist schnell gefunden. Durch das sogenannte Fracking wurde eine neue Technologie entwickelt um an bislang unzugängliche Gasvorkommen zu gelangen. Diese werden nun verstärkt abgebaut und machen den klassischen Energielieferanten wie Kohleproduzenten ernsthafte Konkurrenz. Hinzu kommt noch dass diese neue Technologie von der Obama Regierung aufgrund des geringeren Emissionsausstoßes intensiv gefördert wird. Als erste Reaktion auf diese Veränderung am Energiemarkt sind die Preise für Natural Gas und Kohle extrem gefallen. Anbieter wie Chesapeake Energie, die dieses Verfahren entwickelt haben, wurden somit Opfer ihres eigenen Erfolges. Und natürlich haben die wegen des plötzlichen Überangebotes deutlich fallenden Preise bei Gas auch Ihre Spuren bei der Konkurrenz hinterlassen, den Kohleproduzenten.

Was sich auf den ersten Blick als eine wundersame Mehrung der Energieressourcen der USA darstellt hat aber auch eine Kehrseite. So ist es bislang keinesfalls erwiesen dass diese Technologie nicht auf lange Sicht die Böden und das Grundwasser extrem belastet und somit eine ernsthafte Gefährdung der Mensch in der Umgebung der Bohrlöcher besteht. Probleme können durch die eingesetzten Zuschlagstoffe und Flüssigkeiten entstehen, sobald diese aus den Rissen im Gestein ins Grundwasser übergehen. Hierzulande ist Fracking deswegen in einigen Regionen verboten. In den USA hingegen wo die Besiedlungsdichte deutlich geringer ist, werden die Erdgasvorkommen gerade intensiv ausgebeutet. Nicht ohne Folgen für den Preis…!

 

Jedoch haben auch die Gasförderer inzwischen erkannt dass das Überangebot nur das eigene Geschäft kaputt macht und dementsprechend schon damit begonnen ihre Fördermengen auf ein normales Maß zu reduzieren um Preisstabilität zu erreichen. Wie man im Chart oben sehen kann hat sich der Preis nach anfänglicher Übertreibung nach unten nun wieder etwas eingependelt. Spannend wird es wenn der Preis für Natural Gas wieder über der Marke von 3,- Dollar notiert. Hier liegt Fachleuten zufolge die Preisschwelle an der Kohle grundsätzlich mit Gas konkurrieren kann, und an dem die Kohleproduzenten dann auch wieder anfangen Geld zu verdienen. Ein weiterer Anstieg des Preises über diese Marke würde somit wie ein gehebelter Optionsschein auf die Kohleaktien wirken. Insofern ist es wichtig die Preisentwicklung bei Natural Gas in den kommenden Wochen genau im Auge zu behalten. Hierzu ist auch der UNG (United States Natural Gas ETF) geeignet den ich Ihnen hier gerne noch einmal einstelle:

 

Wir befinden uns in einem US Wahljahr was in diesem Falle für den genannten Sektor eine ganz entscheidende Rolle spielen könnte. Je nachdem wer die US Präsidentschaftswahl für sich entscheiden kann wird das Ergebnis wohlmöglich ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Gas- und Kohlebranche sowie andere Energiebranchen oder deren Zulieferindustrie haben. Unter Obama werden wohl weiter verstärkt die neuen Energieformen gefördert werden während der Herausforderer Mitt Romney insbesondere die klassischen Energielieferanten wie Öl, Kohle und Gas weiter ausbauen möchte. Unter Romney würden sich somit, aller Wahrscheinlichkeit nach, die Kohleaktien wieder deutlich besser entwickeln als unter Obama. Am Ende bleibt eine Investition in diesen Sektor also auch eine Wette auf den Ausgang der kommenden US Präsidentschaftswahl.

Mein Fazit: Der US Kohlesektor könnte nun vor einem Rebound mit deutlichem Kurspotenzial stehen. Ich bin nach wie vor fest überzeugt, dass wir es hier mit einem typischen Schweinezyklus zu tun haben, der in absehbarer Zeit wieder zu weit höheren Preisen führt. Erste deutliche Anzeichen sprechen dafür dass der Wendepunkt im US Energiesektor nun bald erreicht sein könnte, oder vielleicht schon überschritten wurde. Momentan bin ich mit ersten Positionen bei Arch Coal und Patriot Coal investiert, was sich bei beiden Aktien als richtig erwiesen hat.

Die Patriot Aktie hat seitdem um über 100 Prozent zugelegt, Arch Coal etwas mehr als 30 Prozent. Weitere Kandidaten werden folgen sobald sich der Trend bestätigt, bzw. der Preis von 3,- Dollar bei Natural Gas überschritten wird. Allerdings sollte man die Kandidaten sehr vorsichtig auswählen, da die Voraussetzungen für die Zukunft und die Risikofaktoren doch sehr unterschiedlich sind. Natürlich werde ich Sie in unserem kostenlosen Börsen Newsletter weiterhin über die Entwicklungen in dem Sektor auf dem Laufenden halten, bzw. berichten wenn ich neue Positionen in das Depot nehme.

EZB, Bank of China und Bank of England senken die Zinsen…

Man könnte es schon fast als konzertierte Aktion bezeichnen was am Donnerstag von den Zentralbanken geliefert wurde. Und in „normalen“ Börsenzeiten hätte ein solcher Schritt wohl ein Kursfeuerwerk von mindestens 3 Prozent Plus im Dax verursacht….Die EZB und die Bank of China senkten erneut die Zinsen, die Bank of England hat ihr Anleihekaufprogramm auf 375 Milliarden Pfund erweitert. Am Ende half das alles aber nichts, denn insbesondere der Ausblick auf weitere Maßnahmen der EZB blieb aus und enttäuschte damit die Anleger. Der Dax gab in den letzten beiden Handelstagen erst einmal deutlich nach. Bemerkenswert war in der anschließenden EZB Pressekonferenz auch das der  Zinssatz, den Geschäftsbanken die Geld über Nacht bei der EZB parken wollen nun auf 0 Prozent gesenkt wurde.

Damit versucht die EZB  nun zu erreichen dass es für die Banken immer unattraktiver wird Gelder zu horten und somit wieder mehr Kapital im wirtschaftlichen Kreislauf ankommt. Banken trauen sich untereinander nicht mehr und der Wirtschaft fehlen weiterhin dringend benötigte Kredite für Investitionen. Mario Draghi hat mit den jüngsten Maßnahmen versucht diesen Zustand nun zu ändern, was grundsätzlich wohl auch ein guter Ansatz ist. Der Markt zeigte sich dennoch nicht zufrieden weil Draghi weitere Anleihekäufe in Europa vorerst ausgeschlossen hat. Selbst IWF Chefin Lagarde hatte zuvor öffentlich vorgeschlagen dass man lieber den Zins stabil halten, dafür aber das Ankaufprogramm von Anleihen aus den angeschlagenen Periferieländern ausweiten solle. Diese indirekte Bitte wurde aber überhört – zumindest offiziell.

Ein kurzer Blick auf die Notenbank-Bilanz zeigt, dass Draghi wohl deswegen so zögerlich mit weiteren Maßnahmen umgeht da die Bilanzsumme des Euro-Systems erst vor wenigen Tagen auf den Rekordstand von 3,1 Billionen Euro gestiegen ist. Eine weitere Ausweitung dieser Bilanzsumme kann sich die EZB genau genommen schon lange nicht mehr „leisten“, weil mit jeder weiteren Milliarde auch das Misstrauen der Anleger gegenüber dem Euro wächst. Soweit die Theorie – in der Praxis gehe ich persönlich davon aus dass man nun erst einmal einen kleinen aber historischen (Zins-)Schritt gemacht hat um dann später zu rechtfertigen dass man doch Staatsanleihen europäischer Länder unlimitiert aufkauft. Schließlich hat die EZB dann zuvor alles versucht was in Ihrer Macht stand und kann als Notfallmaßnahme nur noch diesen Schritt gehen um Europa zu retten, obwohl dieser ja nicht rechtmäßig ist. Die Not heiligt eben die Mittel!

Und so bleibt uns Anlegern wiedermal nichts anderes übrig als darauf zu hoffen dass dieser unbeherzte Schritt der EZB das zarte Pflänzchen der Erholung an den Aktienmärkten nicht sofort wieder vernichten wird. Der Euro hat nach der EZB Sitzung geradezu dramatisch nachgegeben und notiert inzwischen unter der Marke von 1,23 Euro. Was für deutsche/europäische Exportunternehmen somit weiterhin sehr gut ist bringt die amerikanische Notenbank nun wieder in Zugzwang. Die neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA sind erneut deutlich schlechter ausfallen als erwartet. Somit steigt wohl nach allgemeinem Marktverständnis die Bereitschaft der amerikanischen Notenbank demnächst weitere Lockerungsmaßnahmen zu beschließen. Der Ball liegt jetzt wieder in der anderen Hälfte des Spielfeldes…

Porsche und VW fusionieren – Was ist die Porsche SE wirklich wert?

Lange hat es gedauert, und zum Schluss hat wohl niemand mehr so richtig daran geglaubt. Gestern am späten Abend erreichte die Märkte die Nachricht dass VW und Porsche nun definitiv bis zum 01.08.2012 verschmolzen sein wollen. Die monatelange Hängepartie ist damit für die Porsche Aktionäre, ebenso wie die Anteilsinhaber von VW Papieren beendet. VW wird das Porsche Sportwagengeschäft zum ersten August übernehmen und beide Konzerne in Zukunft von den Synergieeffekten profitieren. Als Kaufpreis für die verbleibenden 50,1 Prozent  an der Porsche AG wird der Porsche Automobil Holding SE der Betrag von 4,46 Milliarden Euro und eine VW Stammaktie (aus steuerrechtlicher Sicht handelt es sich nicht um einen Verkauf, sondern um einen internen Umbau. Daher muss auch die eine Aktie fließen) zufließen. Aus der Transaktion resultiert auf Ebene der Porsche Automobil Holding SE, unter Berücksichtigung von Effekten aus der at Equity Bilanzierung der Beteiligung an der Volkswagen Aktiengesellschaft im IFRS-Konzernabschluss, ein einmaliger positiver Ergebniseffekt in Höhe von voraussichtlich rund EUR 7 Milliarden.

Die Porsche SE erklärte gestern dass man aus dem Erlös zunächst die bestehenden Bankverbindlichkeiten von knapp zwei Milliarden Euro zurückgeführt werde. Sonderausschüttungen an die Aktionäre der Porsche SE seien nicht geplant. Wer also mit einer fetten Dividende nach Abschluss der Transaktion gerechnet hatte wurde enttäuscht. Die Vorteile liegen nun bei Volkswagen, deren Vorsteuergewinn sich in den kommenden Jahre durch den abgeschossenen Deal um sechs Prozent erhöhen dürfte. Wer eine Auto Aktie im Depot haben will sollte sich überlegen ob er seine Stücke bald in VW Stamm- oder Vorzugsaktien tauschen will. Damit ist man dann immer noch an der Porsche Story beteiligt wenn auch nur in einem deutlich geringerem Umfang.

Die Porsche SE Aktie wird in Zukunft dann zu einer reinen Finanzholding gehören, die allerdings noch einen nennenswerten Anteil an der Volkswagen AG besitzt, der sich in den kommenden Jahren weiter positiv entwickeln sollte und nach meiner Auffassung zum jetzigen Zeitpunkt deutlich unterbewertet ist. Der Erfolg der Neuausrichtung der Porsche SE, die kürzlich auf der Hauptversammlung beschlossen wurde, muss hingegen erst noch abgewartet werden. Der verbleibende Teil der Liquidität soll nun nach Abschluss des Deals für den Erwerb von strategischen Beteiligungen mit Schwerpunkt entlang der automobilen Wertschöpfungskette verwendet werden, hieß es kürzlich in einer Pressemitteilung. Die Meldung dass man sich auch im Solarbereich engagieren könnte darf ich zumindest komisch finden, da es im Moment wohl bessere Anlagemöglichkeiten gibt.

Mein Fazit bleibt dass es grundsätzlich zu begrüßen ist dass der Deal nun endlich abgeschlossen wird. Die Risiken durch die ausstehenden Klagen, die hauptsächlich in der Porsche SE verbleiben, sind nach wie vor nicht zu unterschätzen, auch wenn ich persönlich davon ausgehe dass Porsche siegreich aus diesen hervor gehen wird, oder zumindest entsprechende Vergleiche erzielen kann. Dies ist der alles entscheidende Faktor bei der Bewertung der Porsche SE neben dem gehaltenen Volkswagen Anteil. Aktuell notiert die Porsche Aktie bei ca. 64 Prozent des Nettovermögenswertes. Bei einem üblichen Holding-Abschalg von 10 bis 20 Prozent wäre die Porsche Aktie ohne das Klagerisiko dann immer noch deutlich unterbewertet. Letztlich wird die Porsche Aktie somit ab dem 01.08.2012 zu einer Wette auf einen positiven Ausgang der Klagen sein und kein Automobilhersteller mehr – Darüber sollten sich Anleger im Klaren sein.

Die heutige Kursentwicklung der Porsche Aktie dürfte somit für viele Anleger eine herbe Enttäuschung sein. Nach einem deutliche Plus notiert die Aktie inzwischen nahezu unverändert knapp über der Marke von 42,- Euro. Offensichtlich trennen sich hier einige größere Adressen nun von ihren Positionen, bzw. schichten in Volkswagen Aktien um.  Somit bleibt nun abzuwarten wo der Markt den fairen Preis der Aktie in den kommenden drei Wochen taxieren wird. Nimmt man den Wert des VW Anteils von 150 Millionen Stammaktien erhält man heute einen Wert der Beteiligung von ca. 19 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der Porsche SE betrug zum 31. März 2012 noch 22,36 Milliarden Euro. Addiert man nun den geschätzten Ergebnisseffekt von ca 7 Milliarden durch den Verkauf an VW hinzu dann kommt man auf ein Eigenkapital von knapp 30 Milliarden Euro. Das wiederum würde eigentlich einen Porsche Aktienkurs von nahezu 86,- Euro rechtfertigen.

Wie Sie, liebe Leser, ja wissen fahre ich seit einigen Monaten hier zweigleisig und habe zwei ähnlich große Positionen in VW Vorzugsaktien und Porsche Aktien. Daran werde ich auch heute trotz der schwachen Kursentwicklung der Porsche Aktie erst einmal nichts ändern da ich grundsätzlich davon ausgehe dass die Aktie deutlich mehr wert ist als heute dafür an der Börse bezahlt wird. Für Volkswagen erweist sich der Deal erst einmal als riesiges Schnäppchen, da man sich den profitabelsten Sportwagenbauer dieser Welt mit einem KGV von 3,5 für das nächste Jahr nun komplett einverleibt hat. Spannend dürfte es somit heute erst einmal sein zu beobachten ob das heute morgen gerissenen Gap bei der Porsche Aktie nun geschlossen wird und es anschließend dann doch noch zu einem angemessenen Anstieg der  Aktie kommt…es würde mich nicht wundern!

Rebound bei Asian Bamboo, Centrotherm, Singulus und Gigaset

Heute war insgesamt ein erwartungsgemäß sehr ruhiger Handelstag weil die US Börsen aufgrund des Unabhängigkeitstages geschlossen bleiben. Der Dax konnte die leichte Schwäche über den Tag, die nach einem solchen Anstieg als gesunde Konsolidierung zu sehen ist, im späten Handel wieder ausbügeln. Wir befinden uns somit in nahezu unveränderte Ausgangslage vor der so wichtigen FED Zinsentscheidung morgen. Auffällig waren heute einige kleiner Werte auf die ich an dieser Stelle kurz hinweisen möchte.

Mit einem deutliche Plus von 6,32 Prozent meldet sich die Aktie des Bambusplantagen Betreibers Asian Bamboo heute zurück. Zuvor war die Aktie wochenlang abgetaucht und hat die Tiefstände noch einmal getestet.Aus fundamentaler Sicht erscheint die Aktie mit einem KGV von unter 3!! und einer Dividendenrendite von fast 6 Prozent für das kommende Jahr ein absolutes Schnäppchen zu sein. Allerdings muss es der Geschäftsleitung erst einmal gelingen die gesteckten Ziele zu erreichen. Dennoch sieht der Chart der Aktie nun wieder vielversprechend aus. Gelingt morgen der Sprung über die 38-Tage Linie dürften hier schnell deutlich höhere Kurse erreicht werden.

Ebenfalls stark zeigte sich heute die Aktie des zuvor extrem verprügelten Anlagenbauers Centrotherm. Kürzlich wurde bekannt dass das Unternehmen Probleme bei der weiteren Finanzierung seiner Geschäfte bekommen könnte. Hinzu kommt noch die allgemein maue Entwicklung in der Solarindustrie. Heute konnte die Aktie um satte 20 Prozent zulegen und hat damit ein Kaufsignal generiert. Man darf also durchaus gespannt sein wie sich der Aktienkurs morgen weiter entwickeln wird.

Singulus schwang sich heute ebenfalls mit einem deutlichen Plus von sechs Prozent in ungeahnte Höhen auf. Die Aktie des Anlagenbauers hat seit Februar 42 Prozent an Wert eingebüßt sodass eine technische Gegenreaktion mehr als überfällig erscheint. Wie weit diese Bewegung nun tragen kann bleibt noch abzuwarten. Mit dem Überscheiten der Marke von 2,40 Euro wäre aber wohl das Schlimmste für die Aktionäre überstanden.

Die Gigaset Aktie zeigt bereits seit Tagen wieder deutliche Stärke. Inzwischen ist der Aktienkurs von 1,30 Euro auf 1,89 Euro angestiegen. Weitere Kursgewinne sind hier in den kommenden Tagen grundsätzlich natürlich möglich, insbesondere wenn es gelingt die Hürde bei 2,25 Euro zurück zu erobern. Jedoch sollte nach einem solchen Anstieg zwischenzeitlich auch mal wieder ein Rücksetzer einkalkuliert werden. Vieles deutet bei der Kursbewegung darauf hin dass es sich hierbei um einen Short-Squeeze gehandelt haben könnte.

VW, Audi, Porsche, Daimler und BMW – mit Vollgas durch die Krise

Es ist schon fast etwas langweilig, aber angesichts der heutigen Meldungen aus der Autobranche muss ich doch nochmal kurz etwas dazu schreiben. Heute konnte man wieder mal Berichte lesen in denen lang und breit erklärt wurde warum es der Automobilindustrie bald schlecht gehen wird. (Nein, die waren dieses Mal nicht von Herrn Dudenhöffer!) Hierzu wurden einmal mehr die Verkaufszahlen der französischen und italienischen Autobauer der letzten Monate bemüht, ebenso wie die von Opel. Bei allen genannten Herstellern finden wir nach meiner Auffassung aber Sondersituationen vor, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen. Das Hauptproblem der genannten bleibt aber die starke Konkurrenz aus Asien, die den Herstellern insbesondere im Kleinwagensegment das Leben schwer macht.

Hinzu kommt noch die Tatsache dass insbesondere der europäische Hauptabsatzmarkt für die Genannten weiterhin schwächelt, was aber auch angesichts der Verwerfungen in Euroland und historisch hoher Arbeitslosenzahlen nicht wirklich verwundern sollte. In Deutschland wurden in den letzten Monaten ebenfalls deutlich schlechtere Absatzwerte bei Neuwagen gemessen. Dieser musste aber heute schon wieder nach oben korrigiert werden. Der Juni schließt nach vorläufigen Zahlen mit über 296.000 Neuzulassungen oder einer Zunahme von fast 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich besser ab als erwartet, wie der Importeurverband VDIK heute mitteilte. Damit liegen die Verkaufszahlen für das letzte Halbjahr insgesamt um ein Prozent über dem Wert des letzten Jahres.

Bei den deutschen Premium-Herstellern sieht das Bild erneut gravierend anders aus. Die Nachfrage nach den Produkten von VW, BMW, Audi, Daimler und Porsche ist ungebrochen hoch. Wie wir bereits wissen haben alle deutschen Premiumhersteller inzwischen Sonderschichten für die verkürzten Sommerferien in ihren Werken geplant um der großen Nachfrage auch weiterhin gerecht werden zu können. Sicherlich kein Zeichen dafür das der Umsatz von VW & Co. im kommenden Quartal dramatisch einbrechen wird.

Heute verkündete Volkswagen den besten Absatz in den USA seit dem Jahr 1973. Mit 38.170 Fahrzeugen verkauften die Wolfsburger satte 34,2 Prozent mehr Autos im Juni als im Vorjahreszeitraum. Damit wurde der US Absatz für das Gesamtjahr inzwischen sogar um 35,4 Prozent gesteigert! Daimler konnte gestern einen extrem starken LKW Absatz verkünden. Für das Jahr 2014 planen die Stuttgarter inzwischen mit einer stolzen Gewinnmarge von über zehn Prozent. Die neue Produktreihe dürfte mit dem kürzlich präsentierten CLS Shooting Brake den Nerv der Kunden treffen. Daimler wird nun endlich optisch jünger und dynamischer. Ich gehe davon aus dass sich die Verkaufszahlen von Daimler in den kommenden Monaten deutlich nach oben bewegen werden.

Audi legte im letzten Monat ebenfalls in den USA noch einmal deutlich zu. Der Neuwagenverkauf wurde um 26 Prozent auf 12.664 Fahrzeuge gesteigert. Auch hier konnte eine neuer Absatzrekord erzielt werden. Seit dem Markteintritt in den US-Markt vor 42 Jahren sind noch nie so viele Audis in einem Monat in den USA verkauft worden. BMW will künftig verstärkt mit Toyota in den Bereichen Brennstoffzellen, Leichtbau, Elektrifizierung und bei Architektur und Komponenten für Sportwagen zusammen arbeiten, um noch effizienter zu werden. Porsche verkauft seine Sportwagen ebenfalls wie geschnitten Brot in den USA und China. Im Juni wurde der US Absatz der Sportwagenschmiede noch einmal um 18 Prozent auf  3.002 Autos gesteigert.

Alles deutet auf eine weiterhin stabile Absatzsituation hin, die sich zumindest in den kommenden beiden Quartalszahlen deutlich positiv in den Bilanzen widerspiegeln wird. Auch mittelfristig gehe ich davon aus dass der Zyklus bei den Autobauern noch bis weit in das Jahr 2014 andauern wird. Sieht man sich die heutigen Bewertungen der Unternehmen an den Börsen an und glaubt man nicht an einen Zusammenbruch des Euro oder der Eurozone, mit entsprechenden Effekten auf die Weltwirtschaft, so muss man sich wohl inzwischen ernsthaft fragen ob die jüngst für den Sektor ausgegebenen Kursziele von Goldman Sachs wirklich so unrealistisch sind? Ich denke es gibt deutlich schlechtere Wetten mit wesentlich weniger Substanz!

ISM Index, US Häusermarkt, EZB Zinssenkung, Independence Day und eine ESM Blockade

Der Markt bleibt stark und bestätigte gestern mit einem Anschlusstag den vorläufigen Richtungswechsel. Insgesamt lässt sich nun erkennen dass der momentane Anstieg deutlich an breite Gewinnt, sprich weiterhin Geld größerer Investoren wieder in den Markt zurück fließt. Die gestrigen Anschlusskäufe ebenso wie der Kursverlauf der US Indizes  lassen nun erwarten dass der Anstieg bei DAX heute bis 6.600 Punkte weiterlaufen könnte. Auch der enttäuschende ISM Index für das verarbeitende Gewerbe, der auf 49,7 Punkte sank, konnte daran nichts ändern. Analysten sind hier eher von einem Wert um die 52 Punkte ausgegangen. Normalerweise sind Werte unter 50 eher katastrophal und signalisieren dass die US Wirtschaft weiter schrumpft. Die Gefahr eines Rückfalls der US Wirtschaft in die Rezession ist demnach noch lange nicht gebannt. Dennoch entwickelten sich die US Indizes gestern erfreulich, was man durchaus als starkes Signal sehen kann.

Positiv wirkten sich hier wohl auch die weiterhin besser als erwarteten Daten vom US Häusermarkt aus. Die Bauausgaben sind im abgelaufenenZeitraum mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent auf 830 Milliarden USD erneut stärker gestiegen als angenommen. Insgesamt bleib t somit festzuhalten dass der US Immobilienmarkt nun wohl seine Talsohle durchschritten hat, was einer der wichtigsten Faktoren für eine nachhaltige Erholung der US Konjunktur ist. Der schwächende Arbeitsmarkt und das damit einhergehende eingetrübte Konsumverhalten bleiben aber vorerst der große Bremsklotz dieser Entwicklung. In Europa sind in den kommenden zwei Tagen alle Augen und Ohren der Anleger auf den kommenden Donnerstag gerichtet. Aussagen eineiiger EZB Mitglieder lassen darauf schließen dass es bei der kommenden EZB Sitzung zu einem weiteren Zinsschritt von 0,25 Punkten auf 0,75 Punkte kommen könnte. Sicherlich wäre dieser Schritt als ein weiters Zeichen für die gemeinschaftliche Bekämpfung der Euro Krise zu werten.

Erfreuliches gab es aus der Sicht der deutschen Steuerzahler gestern noch zu berichten. Es besteht durchaus noch eine Möglichkeit dass die auf dem letzten Gipfel verabschiedeten Pläne dass Anleihekäufe des Rettungsfonds ESM zur Senkung der Zinslast angeschlagener Südländer scheitern werden. Finnland und die Niederlande haben sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen und könnten somit dafür sorgen dass der Plan in seiner jetzigen Form gekippt werden muss. Unter diesen Umständen könnte dann wohl auch Deutschland wieder aus dem italienisch-spanischen Würgegriff entkommen.Was aus Sicht der Steuerzahlers erfreulich sein könnte dürfte der Börse aber überhaupt nicht schmecken. Scheitern die Pläne werden wir einen deutlichen Abschlag an den Börsen sehen. Dies ist also eine Entwicklung die unbedingt im Auge behalten werden muss.

Morgen ist der 4. Juli und damit der amerikanische Unabhängigkeitstag, die US Börsen bleiben also geschlossen. Umso interessanter dürfte der heutige Handelsverlauf werden. Gelingt es den positiven Trend auch über den Feiertag zu retten und kommt es nicht zu deutlichen Gewinnmitnahmen, stehen die Chancen für eine durchweg positive Börsenwoche bis Freitag nicht schlecht. Der heutige Börsenkalender verspricht einen eher ruhigen Handel, da keine „kriegsentscheidenden“ Termine anstehen. Ich wünsche Ihnen somit einen entspannten Börsentag und stets die richtigen Entscheidungen…

DAX Kursziel 6.830 Punkte, wenn…

So schnell kann sich das Blatt an den Börsen wenden. Mitte letzter Woche ist die breite Masse noch davon ausgegangen dass es zu keinen nennenswerten Beschlüssen auf dem EU Gipfel kommen würde. Auch ich war mir alles andere als sicher über den weiteren Weg der Indizes, bin aber überwiegend long positioniert in den Gipfel gegangen. Aus heutiger Sicht natürlich die richtige Entscheidung, allerdings auch mit hohem Risiko verbunden und nicht zur Nachahmung empfohlen. Wie zuvor schon geschrieben denke ich es ist ganz wichtig sich auf die neuen Gegebenheiten am Markt in den kommenden Monaten und vielleicht Jahren einzustellen. Deswegen hier noch ein kurzer Blick meiner Sicht der Dinge als kurzer Spielplan für die nächsten Tage:

 

 

Kurzfristig stehen die Chancen für einen weiteren Anstieg der Börsen in den kommenden Tagen gut. Der DAX ist erfolgreich aus dem seit März bestehenden Abwärtstrend ausgebrochen, wie man in dem oberen Chart sehen kann. Auch die wichtige Marke von 6.444 Punkten wurde inzwischen schon überwunden, und die 6.500 Punkte erstmalig erfolgreich getestet. Nun muss abgewartet werden wie optimistisch sich die US Märkte angesichts der Veränderungen in Europa zeigen werden. Auch jenseits des Atlantik stehen die Chancen aber nicht schlecht dass es im S&P 500 nun zu einem Anstieg in Richtung 1.420 Punkte kommen wird.

Das von mir bereits am 17.06.2012 skizzierte Szenario hat damit weiterhin Gültigkeit. Für den DAX heißt das nächste Kursziel nun erst einmal 6.600 Punkte. Hierzu muss die Widerstandszone zwischen 6.400 und 6.500 Punkten nun überwunden werden, was nicht ganz leicht werden dürfte. Heute könnte auch noch einmal die neue Unterstützung bei 6.444 Punkten von oben getestet werden, bevor sich der Dax dann zu neuen, ungeahnten Höhen aufschwingt. Fällt der DAX wieder nachhaltig unter diese Marke ist äusserste Vorsicht genoten, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit für ein Wiedereintauchen des Index in den Abwärtstrend durchaus gegeben. Bleibt der positive Trend hingegen auch heute an den US Börsen erhalten dann dürfte in den kommenden Tagen sogar die Marke von 6.830 Punkten erreicht werden. Spätestens hier sollte man aber schon wieder deutlich vorsichtiger werden…

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erfolgreiche Trades und stets die richtigen Entscheidungen!

Die Welt hat sich verändert..

Spanien ist Europameister und Italien hat Deutschland im Halbfinale rausgeschossen. Das ist das kurze Fazit der Europameisterschaft 2012, ebenso wie das Ergebnis des letzten EU Gipfels. Nachdem nun wieder das normale Leben nach der Europameisterschaft beginnen kann wird wohl auch der ein oder andere etwas intensiver über die Geschehnisse letzten Donnerstag/Freitag (sehr lesenswert) nachdenken. Die Folgen der Beschlüsse haben am Freitag zu einer klassischen Erholungsrally geführt die sich auch in den USA dann weiter fortgesetzt hat. Und so ist nun zur Abwechslung mal wieder eine gute Börsenwoche zu erwarten, auch wenn sich die Fachleute eher skeptisch zeigen ob diese Bewegung nun von Dauer sein kann. Denn die eigentlichen Probleme bleiben ungelöst. Schulden immer wieder mit neuen Schulden zu bekämpfen wird nicht dauerhaft funktionieren können. Sollte nun der Reformwille der Club Med Staaten nach den getroffenen Gipfel Beschlüssen weiter nachlassen wird dies letztlich nur dazu führen dass wir uns noch schneller auf den Abgrund zubewegen.

Ich persönlich bin noch immer einigermaßen schockiert darüber dass sich unsere Kanzlerin so überrumpeln ließ. Die Art und Weise wie Spanien und Italien uns erpresst haben ist geradezu ein Sinnbild dafür wie weit wir in Europa von Harmonie und  Einigkeit entfernt sind und in diesem Zusammenhang darf durchaus gefragt werden ob es überhaupt möglich ist jemals eine gemeinsame Nation a la Vereinigte Staaten von Europa zu bilden. Das Verhalten von Mariano Rajoy und Mario Monti kann man wohl nicht gerade als partnerschaftlich bezeichnen! Dass Monti im Anschluss noch rumstolziert und die baldige Einführung von Eurobonds verkündet, obwohl davon auf dem Gipfel offenbar nicht die Rede war, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Angela Merkel hätte wohl aus deutscher Sicht bereits nach den ersten Anfeindungen ihre Koffer packen und nach Hause fliegen sollen. Dann wäre der Gipfel geplatzt, Spanien und Italien wären innerhalb von Tagen eingeknickt, oder die Eurozone innerhalb der nächsten drei Monate zerfallen. Das wäre wenigstens ein klares Ergebnis gewesen!

Für viele Privatanleger waren die Fussballspiele der letzen Wochen eine willkommene Ablenkung, da bin ich mir ganz sicher! Nun aber kehrt die Realität zurück. Europäische Politiker haben wieder einmal Löcher gestopft und der Hoffnung das am Ende genügend Zeit erkauft wurde um den Euro zur retten. Dass sich dabei aber immer klarer heraus kristallisiert dass wir Europäer in vielen Punkten eigentlich gar nicht zueinander passen wird weiterhin ignoriert. Es ist wie in einer Beziehung, man kann es eine zeitlang miteinander aushalten für eine Hochzeit reicht es dann aber doch nicht. Und begeht man den großen Fehler trotzdem zu heiraten ist die Ehe von Beginn an zum Scheitern verurteilt.

Warum wir als Geldgeber  keinerlei greifbare Sicherheiten für die Unterstützung andere Staaten bekommen können wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Jedes Unternehmen dieser Welt muss sein Tafelsilber in Krisenzeiten verpfänden um an weitere und dringend benötigter Kredite zu kommen. Warum gilt dies nicht für angeschlagene Länder? Italien beispielsweise sitzt auf den zweitgrößten Goldreserven dieser Welt. Griechenland ist im Besitz hunderter Inseln und Mallorca ist sowieso schon in deutscher Hand. Nicht dass diese Besitztümer etwa na uns abgetreten werden müssten, aber als Sicherheit im Falle das die geliehenen Gelder nicht zurückgezahlt werden wären sie allemal brauchbar.

Ich fürchte die direkte Folge aus den Beschlüssen des EU Gipfels wird nicht etwa eine dauerhafte Beruhigung sein sondern viel mehr nun dazu führen dass Deutschland in den negativen Strudel hineingezogen wird. Bereits jetzt ziehen sich gr0ße Investmentgesellschaften aus Deutschen Anleihen zurück. Deutschland dürfte seinen Ruf als sicherer Hafen bald verloren habe. Italienische und spanische Anleihen sind hingegen die großen Gewinner, wie man heute bereits an den Anleihemärkten sehen kann. Goldman Sachs hat seinen Kunden heute sogar zum verstärkten Kauf dieser Produkte geraten. Die Gewinner dieser Entwicklung dürften auch die europäischen Bankenwerte sein wie man am Freitag bereits eindrucksvoll an den Aktienkursen ablesen konnte. Ob diese Entwicklung dauerhaft sein wird bleibt aber noch abzuwarten, denn abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss. Dennoch sehe ich nun grundsätzlich im Finanzsektor wieder große Chancen.

Am Ende bleibt ist die Erkenntnis dass es nun noch wichtiger geworden ist jeden Euro den man an der Börse verdient unbedingt festzuhalten und man auch künftig keinen Gelegenheit mehr verpassen darf sein mühsam angespartes Kapital weiter zu vermehren. Denn die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Geld- bzw. Kaufkraftentwertung aus deutscher Sicht ist seit Freitag noch einmal deutlich gestiegen. Wer sein Kapital zumindest erhalten will wird also Renditen erwirtschaften müssen, und das dürfte in den nächsten Jahren vorwiegend am Aktienmarkt zu erreichen sein. Die Investitionszyklen hingegen werden sich weiter verkürzen. Und man sollte wohl einen Teil seines Vermögende unbedingt ausserhalb der Euro Zone investieren! Man muss also künftig noch schneller und noch flexible agieren als in den letzten Monaten, und vor allem noch viel konsequenter Verluste vermeiden. Die Welt hat sich aus Sicht eines deutschen Privatanlegers am 29.06.2012 deutlich verändert…leider mal wieder in die falsche Richtung. 

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