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Wirecard – weiterhin mit sehr viel Vorsicht zu genießen…!

Ich möchte heute noch einmal kurz auf die Wirecard Aktie zu sprechen kommen. Ich weiß ich wiederhole mich, da ich ja das Wesentliche bereits in dem Artikel von letzter Woche „Warum die Erholung nicht „echt“ sein könnte…“geschrieben habe, aber die beobachtete Price-Action bei der Aktie ist weiterhin bemerkenswert und hat meiner Meinung nach auch nicht mehr so viel mit dieser mysteriösen Studie zu tun. Die war genau genommen nicht mal der Auslöser, sondern viel mehr der Beschleunigen dieser Bewegung, bzw. der Welle drei in einer bisher mustergültigen 5-Wellen-Korrektur…

Wirecard mit mustergültiger Korrektur

Wirecard mit mustergültiger Korrektur

Die Wirecard Aktie bleibt schwach und das in einem Umfeld in dem die Flut wirklich alle Boote anhebt! Regelmäßig werden die Tagesgewinne zum Handelsende wieder verkauft, was für mich weiterhin darauf hindeutet, dass hier eher abgeladen wird. Sprich große Adressen verabschieden sich möglicherweise gerade von der Aktie. Die bisherige Korrektur der Hochstände erfolgte bisher in zwei wesentlichen Wellen, ebenso wie die sich jeweils anschließende Erholung. Die dritte Welle steht somit höchstwahrscheinlich noch aus, wie man in dem obigen Chart angedeutet sehen kann.

Da die fünfte Welle für gewöhnlich dann die längste der drei Abwärtsbewegungen darstellt, sind Kurse deutlich unter 30,- Euro zu erwarten! Mein persönliches Kursziel läge hier eher im Bereich um die 28,50 bis 27,50 Euro. Es ist aber noch zu früh sich hier festzulegen. Was ich Ihnen lediglich damit sagen will, dass bei aller Euphorie der „Wirecard-Fans“ der Chart eine ganz eindeutige Sprache spricht und das nicht unbedingt für steigende Kurse. Eine gesunde Skepsis bleibt somit angebracht und keinesfalls sollte man sich hier allzu weit aus dem Fenster lehnen!

Warten Sie geduldig ab, ob sich das Szenario wie oben gezeigt entwickelt, oder aber die Aktie nun wieder schnell in den Bereich der ehemaligen Top-Formation (oranges Kästchen) zurückkehren kann. Der erste Versuch gestern ist gescheitert – auch das ist in einer Korrektur mustergültig!

DAX zurück im Trend – VW, Barrick Gold und Euro im Fokus

Es scheint mal wieder ein ganz entscheidender Tag an den Börsen zu werden…Nachdem sich die europäischen Börsen gestern einmal mehr schwach gezeigt haben konnten die US Indizes die Anfangsverluste weitestgehend wieder ausbügeln. Im S&P 500 die 200 Tage Linie erfolgreich verteidigt werden, wenn auch nur knapp. Der DAX kämpft immer noch mit der Marke von 6.440 Punkten bzw. dem seit Ende Juni bestehenden Aufwärtstrend, der gestern verlassen wurde, bereits heute aber wohl zurückerobert werden kann. Für heute dürfte erst einmal die Schließung des noch offenen Gaps bei 6.472 Punkten auf dem Fahrplan stehen. Was im Anschluss passieren wird ist schwer zu prognostizieren. Die Marke von 6.404 Punkten sollte aber nach Möglichkeit nicht mehr unterschritten werden. Somit haben wir eigentlich eine unveränderte charttechnische Ausgangslage wie am Mittwoch, bei der weiterhin ein Ausbruch in beide Richtungen möglich ist. Der gestrige Handelstag war aus diesem Blickwinkel somit ein „Non Event“. Die Entscheidung über den weiteren Kurs der Börsen wurde auf heute vertagt…

Neue Nachrichten aus China über ein sich weiter abschwächendes Wirtschaftswachstum sowie die Senkung der Bonitätsnote Italiens durch die US Ratingagantur Moody´s könnten heute erneut die Kurse belasten. Allerdings müssen einem Wachstumsraten von 7,6 Prozent in Zeiten wie diesen, mit ernsthaft rezessiven Tendenzen, wohl noch keine ernsthaften Sorgen machen…Die Meldung über die verfehlten Sparziele der Griechen hingegen dürfte hingegen nun wirklich keinen Marktteilnehmer überraschen oder gar verschrecken. Mit großer Aufmerksamkeit sollte man die Entwicklung des Euro beobachten, der gestern ein neues Tief unter 1,22 Euro markiert hatte und sich damit verdächtig schnell der letzten Tiefmarke von 1,1922 EUR/USD nähert. Dementsprechend schwach zeigte sich auch der Goldpreis in den letzten Tagen wieder. Ich persönlich gehe eher davon aus das es sich in beiden Fällen um kurzzeitige Verwerfungen handelt. Interessant in diesem Zusammenhang könnte ein Blick auf die Aktie von Barrick Gold sein, die gestern noch einmal die letzten Tiefstände getestet hat.

Die Aktie des Tages ist für mich heute einmal mehr die VW Aktie die inzwischen fast schon täglich neue Rekorde verkündet während der französischen Automobilhersteller Peugeot SA offensichtlich langsam ernsthafte Probleme bekommt. Der Autoabsatz der Wolfsburger stieg in China erneut um kräftige 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtzuwachs verteilte sich über die einzelnen Marken wie folgt…Mit 982 600 Autos setzte die Marke Volkswagen in China 15,2 Prozent mehr ab. Audi verkaufte 37,8 Prozent mehr oder 193 900 Autos. Skoda konnte einen Zuwachs von 7,6 Prozent auf 120 700 Autos verbuchen. Damit bleibt VW auf Erfolgskurs und wird in diesem Jahr nach dem Rekordjahr 2011 wohl in allen Bereichen neue Bestmarken setzten.

Der niedrige Euro Kurs, gesunkene Rohstoffpreise und Energiekosten dürften bei den Wolfsburgern in den kommenden Monaten noch einmal für einen deutlichen Auftrags- und Gewinnschub sorgen. In den kommenden Jahren werden dann noch die Synergieeffekte bei VW, Audi, Porsche usw. hin zu kommen, die durch die effiziente Nutzung des Baukastensystems gehoben werden können. Insgesamt bleiben die Aussichten für die deutsche Automobilbranche weiterhin sehr positiv. Insbesondere VW Aktionäre können sich wohl weiterhin darauf freuen mit einer Beteiligung an einem TOP Unternehmen die Wirren dieser Krise zu umschiffen.

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Verlieren die Ratingagenturen (endlich) ihre Macht?

Gestern konnten sich die Märkte in Europa erstaunlich gut verkaufen, wenn auch weiterhin unter dünnen Umsätzen. Entgegen der Befürchtung dass die Standard & Poors Abstufung einiger Euroländer erneut negative Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben könnte stieg der DAX kräftig um 1,25 Prozent an. Und auch heute sehen die Vorgaben erneut gut aus. Der Dax wird ca. ein Prozent höher erwartet, und die US Futures sind ebenfalls deutlich im Plus. Ich hatte es ja bereits in der Wochenendausgabe unseres Newsletters geschrieben, wenn der Markt die massiven Angriffe gewisser Ratingagenturen und der dahinter stehenden Interessen jetzt einfach ignorieren würde wäre dies ein extrem starkes Zeichen dass man unbedingt beachten sollte.

Unterstützend wirkten gestern natürlich einige Faktoren wie beispielsweise die Nachrichten aus Frankreich. Das Land hatte bei seiner gestrigen Anleiheauktion trotz Abstufung keine Probleme. Das beruhigte die Markteilnehmer zusätzlich. Nach Fitch hält nun auch Moody‘s an seinem AAA-Votum für Frankreich fest, auch wenn sich der Ausblick bald eintrüben könnte. Und nicht zuletzt wurde bekannt dass die EZB in den letzten Tagen deutlich mehr Staatsanleihen europäischer Länder gekauft hatte als üblich. Diese Maßnahme dürfte erneut Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Institution EZB, und natürlich auch den Euro bringen. Das kann man heute auch an einem deutlich erholten Euro-Kurs feststellen, der aktuell wieder bei ca 1,276 notiert.

Wir sind davon ausgegangen dass diese neuerliche Abstufung auch negative Folgen für die Bonität des Euro-Rettungsfonds EFSF haben dürfte. Prompt legte Standard & Poors gestern Abend noch einen drauf indem auch dieser abgestuft wurde. Begründet wurde dies vorrangig damit das Frankreich ja jetzt die Top Note verloren hätte – was soll man sagen? Unsere Vermutung dass es sich hierbei bereits seit Monaten um einen massiven Währungskrieg handelt wird inzwischen auch von offizieller Seite mehrfach bestätigt. Heute Nachmittag nach US Börseneröffnung, werden wir wohl sehen wie viel Macht die Ratingagenturen tatsächlich noch haben. Ich gehe inzwischen nicht mehr davon aus dass es einen deutlichen Rücksetzer an den Börsen geben wird, zumindest heute nicht!

Offenbar haben sich die Agenturen im Laufe der letzten Monate, durch Ihr offensichtlich nicht immer unabhängiges Verhalten, unglaubwürdig gemacht. Ich persönlich werde sowieso nie verstehen wie man den Institutionen, die bereits vor der Krise im Jahr 2008, der erkennbaren Entwicklung hinterher gerannt sind, und in Ihrer eigentlichen Funktion komplett versagt haben, so viel Gewicht beimessen kann. Wie auch immer, der Dax nähert sich heute der 200 Tage Linie, die es zu überwinden gilt. Der RSI zeigt immer noch eine überkaufte Situation an. Es wird also erneut ein sehr spannender, und vielleicht für die kommenden Wochen sehr entscheidender Tag werden. Ich wünsche Ihnen Happy Trading!

Warum die EZB standfest bleiben muss – Kommentar zum Währungskrieg

Da der Druck der Märkte auf die EZB unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen weiter schwelt, hier meine persönliche Meinung zum Thema. Für mich befinden wir uns in einem unerklärten Währungskrieg, in dem nun Standfestigkeit und kein Wackeln – und schon gar keine Panik – gefragt ist.

Denn ich bin überzeugt, dass die Eurozone unbedingt dem Druck der Märkte zum Kauf von Staatsanleihen via EZB wiederstehen muss. Dieser Druck ist nämlich in meinen Augen nicht selbstlos. Hinter dem Druck stehen für mich massive Interessen des Big Money und der USA -siehe mein Artikel zum Rom des 21. Jahrhunderts

Denn würde die EZB nachgeben und wild Anleihen kaufen, gäbe es eine kurze aber heftige Erleichterungsrally, die SmartMoney nutzen würde um seinen Positionen abzuladen. Dann würden die Märkte sich kurz danach Gedanken machen, ob ein Deutschland das defacto für die ganzen Schulden Europas bürgt, dann nicht selber ins Wanken kommt. Als Folge kommen dann die ganzen Warn-Schüsse und Herabstufungen für D und am Ende geht Deutschland in die Knie und die Eurozone ist dann wirklich erledigt. Die vermeintliche Rettung ist nämlich in Wirklichkeit der Sargnagel, genau deswegen drückt die angelsäschische Welt auch so auf das Thema. An einem starken Euro hat in den Finanzzentren in NewYork und London niemand wirklich ein Interesse. Ein Euro als Weltwährung Nr. 1 stellt vielmehr deren Existenz in Frage.

Im Moment wird der Kampf doch primär noch in der Peripherie der Eurozone ausgetragen. Die Eurobonds sind also die perfekte Methode um auch den Kern sturmreif zu schiessen. Der Kern muss aber stehen, sonst geht alles unter.

Ich sehe strategisch aus Sicht der Eurozone keine Alternative als den Schmerz noch über Monate auszuhalten und einfach weiter zu machen auf dem langsamen Weg des Schuldenabbaus und der Stabilierung. Es gibt einfach keinen QuickFix, das ist Illusion. Solange sich Deutschland nicht infizieren lässt, hat die Eurozone aber die Chance das durchzustehen. Und wenn die Politiker klug sind, zeigen sie mehr als deutlich mit dem Finger auf eine der Quellen dieser Angriffswellen: London.

Wenn über Monate der Angriffe und Abwertungswellen die EZB immer noch nicht eingeknickt ist und die Eurozone den eingeschlagenen Weg konsequent weiter geht, werden die Wellen plötzlich aufhören. Weil der Markt dann nach anderen Themen Ausschau halten wird. Und plötzlich wird das Thema aus den Schlagzeilen verschwinden, obwohl sich substantiell gar nicht so viel geändert hat. So etwas hatten wir schon oft. Die berechtigten Probleme und Kritik an der Eurozone ist im Moment eindeutig overhyped, den US und GB geht es weit dreckiger.

Man schaue sich mal die Fundamentaldaten von GB an. Staatsschuld irgendwo bei 80% des BIP und Neuverschuldung so um die 10% des BIP ! Und mangels Industrie keine Chance da rauszuwachsen. Dass das Land ein AAA hat ist ein sehr schlechter Witz, das Land ist in meinen Augen industriell kaputt und hängt nur noch am Tropf der Finanzindustrie. Da hat Spanien und Italien aber eine wesentliche gesundere Wirtschaftsstruktur als GB ! Was braucht man noch um zu erkennen, das hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht ? Die Eurozone ist objektiv stabiler als sie wirkt, die Gegner setzen halt den Hebel an der Schwachstelle der mangelnden Koordination an. „Haltet den Dieb“ lautet das beliebte Spiel !

Im übrigen, die Angst nächstes Frühjahr kaufe keiner die Anleihen der PIGS ist in meinen Augen reine Panikmache aus taktischem Interesse, auf die man nicht herein fallen darf. Asien und insbesondere China wird kaufen und muss kaufen. Irgendwo müssen die Devisen dieser Länder doch hin. Und in den Dollar sollen sie nicht mehr. Genau darum geht es doch hier globalstrategisch gesehen.

Mann muss das Thema also in meinen Augen aus der Warte eines Währungskrieges sehen. Und im Krieg sind Panik und Angst keine guten Ratgeber, sie sind vielmehr die Waffe der Gegner. Die Mittel die Asien und die EMAs in den Euro investieren, fehlen den US zur Finanzierung ihrer weltweiten Präsenz. Hier ist ein weltweiter Kampf um diese Mittel entbrannt, denn die ganze westliche Welt ist überschuldet. Und in dem ich meinen Konkurrenten (Euro) krankenhausreif schiesse und das Vertrauen in die Währung zerstöre, sicher ich mir (USD) den Zugriff auf diese Gelder. Und London schwimmt mal wieder im Beiboot mit, wie so oft. Dieses Interesse eint in meinen Augen die angelsächische Finanzwelt mit der US Administration. Denn das Finanzzentrum der Welt ist zwangsläufig da, wo die stärkste Währung und Wirtschaftsmacht existiert.

Das wir in der Eurozone überhaupt so angreifbar sind, dazu haben wir in Europa durch Uneinigkeit, Misswirtschaft und Fehlkonstruktionen fröhlich beigetragen. Wir müssen diese Krise deshalb nun als Chance begreifen vieles nachzuholen und so stärker zu werden. Wenn wir aber den vergifteten Ratschlägen aus der angelsächischen Finanzwelt nachgeben, werden wir in meinen Augen untergehen und in Zukunft nur noch ein Wurmfortsatz dieser Finanzzentren sein. Halten wir aber durch, haben wir die Chance es denen heim zu zahlen, die sich nun am Elend weiden und von eigener Schwäche ablenken. Denn wenn wir tapfer durchhalten und einfach weiter voranschreiten, wird GB der erste Baustein sein, der in der angelsächischen Welt umkippt. Und dann dreht sich der Wind und die Massnahmen die uns nun schmerzen, werden Europa und dem Euro Stärke und Rückhalt geben. Dann ist der USD als Weltreservewährung sehr schnell Geschichte mit allen globalen Konsequenzen. Nichts fürchtet die US Administration mehr, als das genau das geschieht !

Wir leben definitiv in historischen Zeiten. Nach dem Fall der Mauer hat der gute Herr Fukuyama mal was vom „Ende der Geschichte“ gefaselt. Dieses „Ende“ dauerte genau bis 2000, die Geschichte ist aber nun wieder in Bewegung und wir stecken mittendrin, ob wir wollen oder nicht !

(HS)

DAX Marktausblick auf nächste Woche – Das Wort zum Sonntag

Am Sonntag ein kurzer Ausblick auf den Anfang der kommenden Woche.

Die Presse produziert negative Schlagzeilen zum EU Gipfel, ich bin aber nicht sicher ob Mr. Market das auch so sieht.

Denn der Markt würdigt nun schon seit einigen Tagen, dass die EU endlich bei den wirklich harten Entscheidungen angekommen ist und zeigt dabei deutlich bullische Markttechnik. Und auch dieses Wochenende bestätigt bei allen Problemen das Bild, dass man endlich nicht mehr nur rumschwätzt, sondern bereit ist wirklich zu handeln – auch schmerzhaft. Niemand hat ernsthaft erwartet, dass ernste und harte Entscheiungen die von 17 bzw 27 Regierungschefs abgenickt werden müssen, in einem netten Treffen am Nachmittag mal eben durchgewunken werden. Das es nun hakt, ist also eher der Beweis das es endlich ernst wird. Und das ist gut so !

Diesen Ernst bei der EU honoriert der Markt mit Hoffnung und wird das in meinen Augen auch weiter tun, bis endlich die Fakten auf dem Tisch liegen und die Hoffnung entweder enttäuscht oder bestätigt wurde. Dann – möglicherweise Mittwoch – wird der DAX je nach Nachrichtenlage nach oben oder unten aus der Range 5700-6100 deutlich und mit Momentum ausbrechen. Diese Bewegung will ich nicht verpassen ! Vorher werden wir je nach Nachricht auch hin und her schwingen und es kann gut sein, dass Montag eher schwach wird, zumal es nach dem starken Freitag als Gegenbewegung fällig ist – zu einer dauerhaften Bewegung wird das aber nach meiner Erwartung wohl nicht und die 5700 sollten weiter halten. Das Hin- und Her bis zur Entscheidung ist weiterhin das „weisse Rauschen“ der Politik, das man nicht wirklich traden kann.

In welche Richtung der Ausbruch dann kommt und auf Basis welcher Fakten, weiss heute nur der liebe Gott – ich auf jeden Fall nicht und wahrscheinlich heute noch nicht einmal die Regierungschefs. Es ist auch nicht zwingend nötig sich vorher zu positionieren, weil man sowieso nur raten kann und raten führt nicht zum Erfolg am Markt. Viel entscheidender ist dagegen, die Bewegung danach richtig zu spielen – das kann man wirklich beeinflussen, das kann man heute planen und vorbereiten und da wird dann das Geld gemacht oder verloren. Wenn sich aber jemand trotzdem schon vorher positionieren will, würde ich persönlich die Long-Seite bevorzugen.

Denn Faktum ist auf jeden Fall, dass Mr. Market nun mit aller Macht an das „Gute“ glauben will und deutlich bullische Markttechnik zeigt. Man muss ihm dafür nun nur ein überzeugendes Argument liefern, dann wird er das mit einer beeindruckenden Rally um mehrere hundert Punkte im DAX belohnen. Genügend Shorts sind auf jeden Fall noch im Markt, um einen schönen Squeeze zu befeuern. Mal schauen, ob die EU genügend Entschlusskraft hat, um die harten und klaren Entscheidungen zu treffen, die zu dieser Rally führen könnten. Umgedreht würde eine deutliche Enttäuschung wohl zu einem ganz üblen Abverkauf führen. Nur eines ist sicher: wir werden es erleben …. (HS)

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Die Idee Euro und ein Untergang auf Raten

Auch die vergangene Woche brachte, wie von uns erwartet, keine entscheidende Wende an den Finanzmärkten. Barack Obama konnte mit seiner Rede zu dem geplanten Konjunkturpaket über insgesamt 450 Milliarden Dollar offenbar wenig überzeugen. Anleger weltweit befürchten dass auch dieses Maßnahmen-Paket durch die Republikaner abgeschmettert wird. Obama hat an zuletzt deutlich politischen Einfluss eingebüßt, und wird es schwer haben bis zu den kommenden Wahlen noch weitreichende Veränderungen durchzusetzen. Letztlich werden wir also warten müssen ob Ben Bernanke die US Märkte mit einem neuen Stimulus für die Finanzmärkte überraschen kann, bis dahin werden die Märkte weiterhin sehr nervös und extrem volatil bleiben.

Die Nachricht der Woche aber wahr der spontane Rücktritt des EZB Chefvolkswirts Jürgen Stark. Mit ihm schmeißt nun schon der dritte deutsche Vertreter in der EZB hin, und bringt damit erneut die Börsen unter Druck. Letztlich dürfte Stark wohl wegen mangelnder Unterstützung aus Berlin das Handtuch geworfen haben. Das mag zwar persönlich verständlich sein, aber letztlich ist es doch schade dass die Zahl der Entscheider im Euroraum mit einem gewissen wirtschaftlichem Weitblick immer kleiner wird, und die Gefahr eines politischen und wirtschaftlichen Verfalls der Eurozone dadurch weiter gestiegen ist.

Nach Bundesbank-Chef Axel Weber und Herrn Issing geht nun also auch Jürgen Stark. Offensichtlich sind die deutschen Vertreter in der EZB nicht bereit die dortigen Praktiken mit zu tragen. Konkret ging es immer wieder um die Ankäufe von Staatsanleihen maroder Staaten, einer Handlung die nicht in den Statuten der Europäischen Zentralbank verankert ist. Die EZB droht sich somit zu einer „Bad Bank“ Europas zu entwickeln, dies wollte auch Stark so anscheinend nicht hinnehmen. Zwar wurden für den Rücktritt offiziell private Gründe angegeben, glaubhaft ist dies in der jetzigen Situation aber nicht! Jürgen Stark war immer gegen den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB, und hat sich während seiner Amtszeit massiv für die Stabilität des Euros eingesetzt.

Zuletzt kaufte die Europäische Zentralbank sogar italienische Papiere ohne einen triftigen Grund, was letztlich, wie auch in den anderen Fällen, einer Belohnung der Verfehlungen dieser Länder gleichkommt. Nun hat auch Stark aufgegeben, da er offensichtlich nicht mehr bereit ist die Fehlentscheidungen der europäischen Politik im Allgemeinen und der EZB im Speziellen mit zu tragen. Die offensichtliche Uneinigkeit Europas stürzt die EZB zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt in eine erneute Krise, und somit auch den Euro. Dieser fällt weiterhin wie ein Stein und markiert heute ein 10-Jahres-Tief gegenüber dem Yen…Wie es beim Euro weitergehen könnte lesen Sie bitte hier…

Das Vertrauen in die europäische Währung und in eine gemeinsame und nachhaltige Wirtschaftspolitik hat seit letzter Woche somit erneut schweren Schaden genommen. Die deutschen Vertreter scheiden reihenweise aus den führenden Gremien der Währungsunion aus, und dass obwohl Deutschland doch den Karren für alle aus dem Dreck ziehen soll. Das kann nicht funktionieren! Am Wochenende wurde dann zusätzlich noch bekannt dass der Chef der Euro Gruppe, Jean Claude Juncker,  sein Amt zur Verfügung stellen will, da er der Meinung ist dass das Krisenmanagement in der Eurozone nicht mehr nebenamtlich zu machen ist. Ab Oktober soll der umstrittene Italiener Mario Draghi die Nachfolge von Jean Claude Trichet antreten. Alles keine unbedingt beruhigenden Perspektiven für die Märkte.

Als trauriges Fazit von meiner Seite bleibt, dass die politische Krise in Europa offenbar viel tiefer gehend ist als wir alle bereits angenommen hatten. Ich halte den Rücktritt von Jürgen Stark für ein Ereignis mit deutlicher Signalwirkung, und gehe davon aus, dass der Markt dies in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich einpreisen wird.  Ebenso wie auch die neuesten Nachrichten aus dem Krisengebiet Griechenland, die nicht gerade zuversichtlich stimmen. Das Land hat kürzlich mitgeteilt, dass die Schuldenproblematik nicht zu lösen ist. Die griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 7,3 Prozent eingebrochen, die Schulden des Landes werden nicht sinken sondern voraussichtlich im Jahr 2011 um vier bis fünf Prozent steigen. Die Verzinsung für einjährige Staatsanleihen Griechenlands liegt inzwischen bei sagenhaften 96Prozent. Damit werden kurz und knapp zwei Dinge klar, Griechenland ist faktisch bankrott und auch nicht mehr zu retten.

Der Markt preist den wahrscheinlichsten Ausgang der griechischen Tragödie in Form einer nun unkontrollierten Pleite des Landes bereits jetzt voll ein, und rechnet innerhalb der nächsten 12 Monate (eher wohl deutlich weniger!) mit diesem Ereignis. Dennoch halten manche Politiker immer noch krampfhaft an einer Rettung des Mittelmeer-Staates fest, und sind bereit „unser“ Geld ohne Aussicht auf Erfolg, weiterhin in einem großen schwarzen Loch zu versenken, um Zeit zu gewinnen. Zeit wofür fragt man sich?? Ein geordneter und freiwilliger Ausstieg Griechenlands würde bei weitem nicht soviel Schaden angerichtet als das was jetzt wahrscheinlich kommen wird. Wiedermal…!

Bleibt nur zu hoffen das es den führenden Köpfen in Europa doch noch kurzfristig gelingen wird sich von der romantischen Vorstellung eine ewig währenden Liebesbeziehung aller europäischer Staaten zu lösen. Beziehungen scheitern, aus mangelnder Liebe oder weil einer der Partner betrogen hat, manchmal auch am Geld. Treffen alle drei Gründe zu ist spätestens dann eine Trennung unvermeidlich! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Woche. Bleiben Sie weiterhin vorsichtig, das dicke Ende kommt wohl noch, denn die Märkte werden den Druck auf die Politik so lange aufrecht erhalten bis die richtigen Entscheidungen getroffen werden!

FOREX Marktgedanken zum EUR/CHF mit Hilfe des MetaTraders….

Diesen Frühling hat der Euro im Bezug auf den Franken einen Tiefststand erreicht, verursacht durch die Krisen in Griechenland, Portugal und Irland. Aber ist diese Flucht in den Schweizer Franken auch durch sonstige Fakten gestützt?

Kürzlich wurde verlautbart, dass die Schweiz weiterhin mit einem BIP-Wachstum von 2,8 % im Jahr 2011 rechnet und dies bleibt natürlich nicht ohne Auswirkungen auf den Devisenmarkt („Forex“). Denn erstens bedeutet ein doch signifikantes Wachstum einen erhöhten Bedarf an Schweizer Franken im Inland und auf der anderen Seite leidet die Schweiz in Sachen Export durch den hohen Franken-Kurs.

Zwei Fakten, die höchstwahrscheinlich zu einer Erhöhung der Geldmenge durch die Schweizer Nationalbank führen werden. Die Alternative wäre nämlich eine Zinserhöhung die gleich zweifach auf die Wirtschaft drücken würde. Erstens durch noch mehr Geldanlagen in Schweizer Franken, welche den Kurs weiter nach oben treiben und den Export erneut schwächen. Zweitens bremst ein hoher Zinssatz die Wirtschaft, da die Konsum-Ausgaben sinken.

Es wird also vielerorts über eine Erhöhung der Geldmenge in der Schweiz spekuliert und Forex Trader sollten in jedem Fall nicht zu viele Hoffnungen in eine dauerhaft so rasante Bergfahrt des EUR/CHF legen, wie in den letzten Monaten.

Das Währungspaar CHF/USD dürfte aber weiterhin interessant bleiben. Denn in den USA begrüßt man weiterhin eine gewisse Inflation zum Schuldenabbau und zur Verminderung der Arbeitslosenquote (Phillipskurve). Also zumindest teilweise bleibt der Schweizer Franken ein sicherer Hafen.

Aber man kann den EUR/CHF Kurs natürlich auch von technischer Seite her, von vielen wird hierzu der MetaTrader genutzt, betrachten. Viele Trader haben dort natürlich schon ihre technischen Indikatoren in ihrer Chart-Ansicht gespeichert. Doch hier noch einige kurz erwähnt:

Die derzeitige Unterstützung liegt bei 1.2065 wöchentlich gesehen. Ein Wert der in den letzten Tagen immer wieder getestet wurde, aber meist zu einer kurzfristigen Gegenentwicklung geführt hat.

Die allgemeine Obergrenze lautet derzeit 1.2345 auf Wochenbasis. Wobei technisch gesehen derzeit durchaus Luft nach oben ist. Die Tageskursverläufe zeigen aber auf der anderen Seite durchaus starke Ausbrecher nach unten. Es stellt sich also die Frage wann der Kurs seine Untergrenze genügend ausgereizt hat, um zumindest kurzfristig die typische Gegenbewegung (Korrekturbewegung zur letzten Woche) anzustreben. Es bleibt natürlich offen, ob der Schweizer Franke weiterhin an Wert gegenüber dem Euro gewinnt um dann vielleicht auch diese Unterstützungslinie zu durchbrechen.

Dazu kann man sich durchaus auch die zusätzliche Unterstützungslinie von 1.1802 in den MetaTrader eintragen. Aber in jedem Fall wird der Franken in nächster Zeit nicht nur die Forex-Trader in Atem halten – es stehen spannende Entwicklungen bevor.

 

Verzweifelte Dollar-Rettungsversuche der US Ratingagenturen?

Da die US Börsen und London heute aufgrund eines Feiertages geschlossen bleiben, ist eher mit einem sehr ruhigen Handelsverlauf heute zu rechnen. So richtig los geht es also erst am Dienstag. Bis dahin kann man sich auch mal wieder mit anderen Themen beschäftigen und es dürfte heute reichen nur ein Auge am Markt zu haben… Es ist schon erstaunlich wie intensiv sich Moodys, Fitch und Co. dann doch immer wieder im richtigen Moment für den schwächelnden Dollar auf Ihre Ratingtätigkeit besinnen, und die vermeintlich angeschlagenen Eurostaaten abstufen. Zu diesem Thema möchte ich heute gerne einen sehr gelungenen Beitrag von Halvers Kapitalmarkt hier heute veröffentlichen, den ich sehr passend finde.

„Ich kann mich einfach des Eindrucks nicht erwehren, dass immer dann, wenn etwas Ruhe an den euroländischen Finanzmärkten eingekehrt ist bzw. man ihnen etwas Ruhe gönnen sollte, der mit besonders viel PS ausgestattete Rasenmäher der US-Rating-Agenturen angeworfen wird, um auch ja den kleinsten euroländischen Keimling zu köpfen. In den Genuss dieses Turbo-Epiliergeräts kamen zuletzt Italien und Belgien sowie eine französische Großbank.

Für mich ist es nicht mehr ausgeschlossen, dass bis Ende des Jahres selbst Deutschland mit Blick auf seine Kredite und Bürgschaften für die Euro-Familie angeschossen oder, diplomatisch ausgedrückt, mit negativem Ausblick versehen wird. In jedem Fall dürfte der Rasenmäher weiter wüten. Ja, natürlich haben Euroland und einige seiner Familienmitglieder große wirtschaftliche und Schuldenprobleme. Das ganze Gebilde durchlebt seinen ultimativen Stresstest. Aber im relativen Vergleich besteht überhaupt kein Grund für westatlantische Selbstgerechtigkeit. Haben etwa die Vereinigten Staaten von Amerika keine Probleme? Der Verschuldungsstand der Amerikaner hat Ausmaße erreicht, die vom Maastricht-Kriterium so weit entfernt sind wie die Erde vom Neptun.

Ein anderes Anekdötchen ist, dass sich Demokraten und Republikaner nicht auf eine Erhöhung des Schuldenlimits einigen können. So greift man zur Bezahlung von Rechnungen der Regierung einfach mal in die staatlichen Rentenkassen. Überhaupt inflationiert man sich aus der Schuldenkrise heraus. Nennt man so etwas Stabilität? Mit welcher Argumentation behalten die USA ihr dreifaches A-Rating? Ein Freund von mir in den USA wundert sich schon seit geraumer Zeit, warum wir uns diese Ungleichbehandlung gefallen lassen. Die Probleme in den USA sind nicht minder groß. Er meint sogar, dass mindestens 15 US-Bundesstaaten mühelos in Peloponnes South, Attica North oder New Greece umbenannt werden könnten.

Aber zumindest kann man den Amerikanern nicht mangelnden Zusammenhalt bei Problemen vorwerfen. Und genau darauf kommt es in schwierigen Zeiten an. Den haben wir Euroländer kaum. Das merkt man spätestens an den mittlerweile üblichen Umgangsformen der Euro-Politiker untereinander. Statt diplomatisch feiner Note nähern wir uns zunehmend den Schlachtgesängen der Süd- und Nordkurve.

So haben die US-Rating-Agenturen leichtes Spiel, von den eigenen Schwächen der USA abzulenken und den Finger auf uns zu richten. Da ist es wenig überzeugend, wenn der EU-Ratspräsident von Rompuy sagt „Wir lassen den Euro nicht sterben“. Dies wirkt dann eher als hilfsloser Versuch, sich bei der Schlacht um das euroländische Büffet schützend über die griechischen Oliven zu werfen. Es fehlt an einem glaubwürdigen europäischen Gesamtkonzept, an Führung, die Perspektiven bietet und der Gegenseite die Munition nimmt.“ Von einer echten Gemeinschaft ist die Europäische Union noch sehr weit entfernt, aber Sie ist ja auch noch so jung…

Noch kurz zum Markt: Obwohl also auch in der kommenden Woche keine großen neuen Nachrichten den DAX beflügeln dürften, sollte es zu einer leichten Erholung kommen. Die Märkte sind derzeit stark überverkauft und zahlreiche negative Meldungen sollten auf dem aktuellen Kursniveau bereits eingepreist sein. Aus psychologischer Sicht ist deshalb mit einer leichten Kurskorrektur nach oben in den nächsten Handelstagen zu rechnen. Bereits am Freitag konnte man diese Entwicklung bei einzelnen Werte wieder beobachten, und es sind genau die von denen ich Ihnen letzte Woche berichtet hatte…

Wie es allerdings mittelfristig dann weitergeht, und ob es dem Dax gelingen wird sich wieder oberhalb der wichtigen Marke von 7.251 Punkten zu etablieren, oder gar die 7.400 in Angriff zu nehmen hängt sehr stark von der Entwicklung der Rohstoffpreise, den neuen Nachrichten zur wirtschaftlichen- und konjunkturellen Entwicklung, insbesondere in Europa, und natürlich somit auch von der  Entwicklung des Eurokurses ab. Bis der Markt seine Richtung gefunden hat sollte man sich weiterhin in erster Linie an der Charttechnik orientieren, die in diesen Tagen noch der einzig verlässliche Partner zu sein scheint.

Kommt der Währungscrash oder geht der DAX auf über 10.000 Punkte?

Gold und Silber erklimmen fast täglich neue Höhen, trotz des steigenden Aktienmarktes und trotz einer meiner Meinung nach übertriebenen Rally, respektive Blasenbildung bei den Edelmetallen. Zwangläufig stellt man sich die Frage ob man mit der persönlichen Einschätzung nicht falsch liegt. Der Verlauf des Silberpreises bespielsweise scheint nur noch eine Richtung zu kennen – steil nach oben! Gefördert wird ein solches Szenario noch durch diverese Publikationen die ich Ihnen hier nicht vorenthalten möchte, damit sich jeder Anleger letztlich seine eigene Meinung bilden kann.

Ob der Crash kommt oder nicht bleibt abzuwarten. Ich persönlich glaube nicht an ein solches Szenario! Letztlich wird die Inflation aber wohl ein entscheidendes Thema der kommenden Jahre bleiben. Das was wir in diesen Wochen bereits in den Supermärkten und an den Tankstellen erleben wird sich wahrscheinlich weiter fortsetzen, eventuell in den kommenden Jahren sogar deutlich beschleunigen. Welche Anlageform, Rohstoffe oder Aktien, dann die richtige ist um den Wertverlust des Ersparten zu kompensieren kann abschließend nicht beurteilt werden. Beide Anlageformen haben Ihre Vorzüge, aber auch Ihre Nachteile.

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Wirtschaftswachstum, Korea, Irland und Wikileaks

Heute korrigierte die EU Kommission noch einmal ihre Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren in der Eurozone deutlich nach oben. Deutschland bleibt der Wachstumsmotor in der Region und profitiert überproportional am Aufschwung. Im Jahr 2012 sollen erstmals seit dem Jahr 2007 in allen 27 EU-Staaten Wirtschaftswachstum geben. Dabei attestierte die Kommission allen Mitgliedstaaten ein durchschnittliches Wachstum von 2,0 Prozent. Allen voran soll Deutschland mit satten 3,7 Prozent in diesem Jahr und 2,2 Prozent für das kommende Jahr weiterhin kräftig zu dieser gemeinschaftlichen Wirtschaftsleistung beitragen. Noch im Mai gingen die Fachleute lediglich von Wachstumsraten von 1,2 und 1.6 Prozent für die deutsche Wirtschaft aus.

Im laufenden Jahr rechnet die EU-Kommission laut ihrer neuesten Konjunkturprognose in den 27 EU-Staaten mit 1,8 Prozent Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts. In den 16 Staaten mit Euro-Währung sollen es 1,7 Prozent sein. Auch hier hatte die Kommission vor Kurzem noch mit deutlich niedrigeren Raten von jeweils ca. einem Prozent Wachstum gerechnet. Für das kommende Jahr rechnet man nun mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent für die Gesamtleistung aller EU Staaten, sowie 1,5 Prozent in der Eurozone. Diese soll dann in 2012 auf 2,0 beziehungsweise 1,8 Prozent steigen. Bleibt festzuhalten, dass es doch offenbar viel besser um Europa bestellt ist, als dies derzeit angenommen wird. Schwache Staaten wie Griechenland, Irland, Portugal oder auch Spanien könnten das Gesamtergebnis zwischendurch etwas belasten, die Richtung für die Gemeinschaft stimmt aber.

Andere Faktoren belasten das eigentlich eher positive Bild an den Börsen aber zunehmend. Da wäre zum einen natürlich die finanzielle Rettung Irlands, die einen faden Beigeschmack behält. Eigentlich hätte dies den Euro heute etwas stärken sollen, jedoch bleibt die Charttechnik wohl zunächst einmal im Vordergrund. Demnach müsste der Wechselkurs der europäischen Gemeinschaftswährung zum Dollar wohl unbedingt noch das Kursziel von 1.31 abarbeiten, und somit die untere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrends noch einmal bestätigen. Auch fundamental spricht vieles dafür, dass der Wechselkurs hier dann wieder drehen sollte.

Zudem haben die Amerikaner heute ein nicht ganz ungewichtiges Problem mit der Veröffentlichungen der Geheimdokumente auf Wikileaks. Die Auswirkungen dieser Dokumente auf die politischen Beziehungen zwischen einigen Nationen dürften wohl nicht ohne sein. Bereits heute kann man in den ersten Videos und Artikel dazu sehen und lesen das sich die USA nun wieder in der Opferrolle sehen, was einer gewissen Komik nicht entbehrt.

Und dann waren da noch die Gefechtsübungen vor der Küste Koreas. Eigentlich der einzige Faktor der mir persönlich ernsthafte Sorgen bereitet. Wiedermal stehen die Nord- und die Südkoreaner am Rande eines Krieges. Wiedermal wollen beide Seiten ihre Macht demonstrieren, und riskieren dabei eine internationale Eskalation. Die Amerikaner sind inzwischen mit einem Flugzeugträger vor Ort um ebenfalls Entschlossenheit zu demonstrieren. Die Chinesen haben sich heute verhältnismäßig besonnen dazu geäußert, es bleibt also für uns alle, und insbesondere für die Koreaner zu hoffen, dass dieser Konflikt schnellstmöglich beigelegt werden kann!

Zum Abschluss noch etwas Positives. Wir befinden wir uns nun, nach den Feiertagen um Thanksgiving in einer sehr spannenden Phase. Der sogenannten „Black Friday“ hat gezeigt, dass sowohl in Europa als auch in den USA wieder kräftig konsumiert wird. Somit sollte einem guten Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels eigentlich nicht mehr viel im Wege stehen. Hierzulande sprachen einige Vertreter von Einzelhandelsketten gar bislang von extrem guten Umsatzzahlen. In den USA ist das Bild ähnlich, nichts braucht diese Nation so dringend wie einen starken Konsum um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, und dieser Wunsch scheint nun, zumindest im Weihnachtsgeschäft, in Erfüllung zu gehen. In dieser Börsenwoche ist also wieder einmal für Spannung gesorgt!

Kurze Apple Rallye im Dax ..und dann?

Der Kursrutsch gestern  beim Dax unter die 6.000 Punkte Marke hat sich vorerst als Fehlsignal entpuppt, auch wenn ich nicht so recht glauben mag, dass es das nun schon gewesen ist. Was wir gestern bei den US Indizes gesehen haben dürfte nun also die von mir erwartete technische Gegenbewegung gewesen sein. Der Dax ,und auch einige Aktien, eröffnen darauf hin heute morgen mit einem kräftigen Gap Up – an sich keine gesunde Bewegung! Sollten sich die Börsen nun wieder fangen wollen ist davon auszugehen, dass zumindest die Kurse von gestern noch einmal getestet werden, um keine großen Kurslücken im Chart zu hinterlassen. Ich gehe nun aber vielmehr nun von einem möglichen Fehlsignal in die andere Richtung aus…zumindest sollte man dies in seine Überlegungen wohl mit einbeziehen. Allzu viel Euphorie scheint gerade nicht angebracht zu sein.

Der ISM Index warnt, und auch die zuletzt gelieferten Zahlen von Texas Instruments, IBM und Goldman Sachs stimmen etwas nachdenklich. Apple konnte natürlich erwartungsgemäß wiedermal voll punkten und begeistert seine Fans. Die Zahlen waren erneut fast schon unglaublich gut, und belegen eindrucksvoll dass der Amerikaner alles andere als „konsummüde“ ist. Dennoch bin ich gespannt, ob die heute vergebenen Vorschusslorbeeren in Form von fast sieben Prozent Kurszuwachs gerechtfertigt sind. Ähnlich wie bei Dialog Semiconductor könnten nun bald auch bei Apple Gewinnmitnahmen einsetzen. Damit würde auch der Dialog Kurs wohl wieder Richtung Süden tendieren..und die heutige Apple Rallye im Dax schnell wieder vergessen sein.

Der Euro hat erwartungsgemäß die 1,30 getestet und anschließend wieder den Rückzug angetreten. Auch ein erneuter Rutsch unter die Marke von 1,25 würde mich nun nicht wirklich wundern. Mittelfristig sollte sich der Euro irgendwo zwischen 1,22 und 1,28 stabilisieren..Dem entsprechend erholt sich heute auch der Goldpreis wieder. Auch hier werden die Karten nun neu gemischt. Gold ist und bleibt beliebt, meine Theorie von dem fallendem Goldpreis bis 1.000,- Dollar je Feinunze, muss ich somit auch vorerst etwas nach hinten verschieben. Diese wird erst dann relevant, wenn die Aktienmärkte in die von mir immer noch erwarteten dritten Phase der Hausse eintreten. Dafür sind die Umsätze aber momentan einfach viel zu dünn..

Wir nehmen den heutigen Anstieg zum Anlass Gewinne mitzunehmen, und warten nun mit nahezu 100% Cash an der Seitenlinie, wie sich das Spiel zwischen Bullen und Bären in den kommenden Tagen weiter entwickeln wird. Einen Ausbruch nach oben halte ich inzwischen für relativ unwahrscheinlich, und habe mich von dem schönen Gedanken einer Sommerrallye erst einmal verabschiedet. Viel mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Indizes noch einmal kräftig abtauchen werden, bevor es dann gegen Jahresende zu einer Hausse kommen kann. Der S&P 500 hat nun noch 20 Punkte Luft nach oben, wenn wir in der gewohnten Trading-Range bleiben,  aber durchaus 150 bis 200 Punkte nach unten, wenn die wichtigen Chartmarken fallen sollten. Überspringen DAX und Co. aber in den kommenden Tagen doch noch die alten Widerstände werden wir wohl kurzfristig umdisponieren müssen..

JP Morgan, Solar Millennium, Gold und der Euro

Der gestrige Handelstag war leider nicht so erfreulich und hat die gute Serie von sieben aufeinander folgenden, und sehr positiven Börsentagen, jäh unterbrochen. Weitere Störfeuer von der US-Konjunkturfront führten zu einem Abrutschen der Indizes und natürlich auch diverser Aktien. Auch die auf den ersten Blick so hervorragenden Zahlen von JP Morgan sehen auf den zweiten Blick nicht mehr ganz so toll aus, und konnten letztlich nicht überzeugen. Die „credit-loss provisions“, also die Rückstellungen für faule Kredite in Höhe von 9,7 Mrd. Dollar im Vorjahr, sind nun auf 3,36 Mrd. Dollar in diesem Jahr gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 6,34 Mrd. Dollar. Sprich bei JPM wurden Rückstellungen in dieser Höhe aufgelöst. Dies generiert dann entsprechende „Erträge“ in der Quartalsbilanz, aber eben keine, die wirklich fließen, sondern reine Bucherträge. So gesehen kann ich die Euphorie der gesamten Wirtschaftspresse über dieses Zahlenwerk nicht unbedingt teilen.

Die Entwicklung beim Euro läuft hingegen planmäßig. Wie vor ein paar Tagen in unserem Newsletter geschrieben, ist das Erreichen der runden Marke von 1,30 das nächste logische Ziel der europäischen Gemeinschaftswährung. Durch die eher verhaltenen Konjunkturdaten aus den USA könnte dies eventuell heute sogar schon erreicht werden. Nach wie vor zu gut für unseren Geschmack hält sich hingegen der Goldpreis. Die Währungsturbulenzen der letzten Wochen scheinen sich vorerst erledigt zu haben, dieser Umstand sollte früher oder später auch beim Gold eingepreist werden. Nachdem sich ein nicht unwesentlicher Teil der weltweiten Goldbestände aber in spekulativen Händen befindet, kann die von uns erwartete Korrektur beim Goldpreis aber eventuell auch noch etwas auf sich warten lassen.

Noch immer regiert die Angst in den Köpfen der Anleger vor einem erneuten Abtauchen der Börsen in den sogenannten „Double-Dip“ Heute, nachdem die US Indizes ihre gesamten Tagesverluste bis zum Handelsschluss wieder gut machen konnten, bleibt die Lage aber weiterhin angespannt. Zwar sehen die US Futures momentan freundlich aus, und auch der Dax kann wieder etwas Boden gut machen, dennoch haben die asiatischen Börsen erneut kräftige Abschläge hinnehmen müssen. Ein Faktor den man nicht ignorieren sollte…Wir halten den gestrigen Kursverlauf, auch bei unseren Depotwerten, teilweise für komplett überzogen, und rechnen spätestens in der kommenden Woche wieder mit freundlicheren Kursen. Dennoch sollte man sich bewusst machen, dass es auch heute noch einmal, zum Wochenende, zu einem Rücksetzer an den US Börsen kommen kann.

Die Aktie von Solar Millennium haben wir heute verkauft, nicht weil wir von dem Unternehmen nicht mehr überzeugt sind, sondern viel mehr weil uns momentan die Handelsaktivitäten bei der Aktie nicht gefallen. Unter Miniumsätzen wird der Kurs in die gewünschte Richtung getrieben, lautet unser persönliches Fazit nach der Lektüre des Orderbuchse der vergangenen Tage. Für einen nachhaltigen Anstieg scheinen die Umsätze in der Aktie einfach nach wie vor zu schwach zu sein. Ursprünglich wollten wir an der Position langfristig festhalten, warten nun aber lieber erst einmal ab wohin die Reise geht.

Eventuell werden wir bei Solar Millennium, wenn es sich in naher Zukunft noch einmal ergeben sollte, immer mal wieder eine Tradingpositionen aufbauen. Trotz der eigentlich positiven Nachrichten von gestern sind die Unsicherheiten bezüglich der Provisionszahlungen an UTZ Claassen, und deren Auswirkungen auf die Bilanz des Unternehmens immer noch existent. Dies könnte zu einem Verlust auf operativer Ebene führen, und dürfte somit den Aktienkurs dann noch einmal belasten. Vielleicht bietet sich nach der Veröffentlichung aller Fakten dann aber wieder eine längerfristig interessante Einstiegschance. Aufgestockt haben wir hingegen noch einmal bei Rio Tinto und HeidelbergCement. Ansonsten bleibt unser Depot zunächst unverändert..Wir wünschen allen Lesern bereits jetzt ein schönes und erholsames Wochenende!

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