Author Archives: Lars

Metro – jetzt einsteigen?

Die einzige DAX Aktie die gestern im Plus schließen konnte war die der Metro AG. Grund für den „Kursschub“ waren die Nachrichten über den weiteren Konsolidierungskurs des Unternehmens. Unter der Voraussetzung der Zustimmung durch die Aktionäre plant das Handelshaus nun das unprofitable britische Großhandelsgeschäft zu verkaufen. Die 30 Makro Märkte dort mit einem geschätzten Umsatz von einer Milliarde Euro sollen für 175 Millionen Euro in Aktien an den britischen Lebensmittel-Großhändler Booker Group verkauft werden. Da der Verkaufspreis aber unter dem Buchwert der Beteiligung liegt dürfte sich der Konzern für die Bilanz des zweiten Quartals eine Sonderbelastung in Höhe von ca. 200 Millionen Euro „einfangen“

Konzernchef Olaf Koch kehrt somit weiterhin mit eisernem Besen und versucht das angeschlagene Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. „Wir müssen uns wieder auf die Kernkompetenzen konzentrieren“ ließ der Firmenchef gestern verlauten. Sicherlich der richtige Weg, aber eben nicht ganz billig. Andere Aktivitäten in wirtschaftlich unbedeutenderen Regionen dürften in der nächsten Zeit somit ebenfalls auf den Prüfstand stehen, und die Bilanzen immer wieder belasten.

Bei den Anlegern kam die Neuausrichtung der Metro AG gestern gut an. Die Aktie konnte leicht positiv aus dem Handel gehen, notiert aber immer noch fast auf historisch niedrigem Niveau. Für einen Einstieg ist es aus meiner Sicht aber immer noch zu früh, denn der eingeschlagene Weg muss erst einmal weiter verfolgt und auch umgesetzt werden, bevor der Konzern wieder auf einem soliden Fundament steht. Die Restrukturierung  wird weiterhin Kosten produzieren, die man dann in den nächsten Quartalsbilanzen finden wird. Ebenso wie den französischen Mitbewerber Carrefour halte ich beide Aktien grundsätzlich unter langfristigen Gesichtspunkten für aussichtsreich. Während aber die Carrefour Aktie bereits auf einem 10 Jahres Tief notiert scheint mir bei der Metro Aktie noch etwas Luft nach unten zu sein…

Aktuelle Markteinschätzung DAX und S&P 500

Getrieben durch diverse Nachrichten aus allen kritischen Bereichen erleben wir im DAX heute einmal mehr einen extrem unruhigen und volatilen Tag. Nachdem der Deutsche Leitindex gestern noch kräftig zulegen konnte gelang es heute zunächst nicht diese Stärke zu halten, was angesichts der Nachrichtenlage auch nicht weiter verwundert. Die gestrigen Gerüchte um ein weiteres Konjunkturprogramm in China haben sich nicht bestätigt. Dementsprechend sind heute insbesondere wieder die zyklischen Werte deutlich unter Druck. Hinzu kommen einmal mehr beunruhigende Nachrichten aus Spanien sowie eine eher enttäuschende Anleiheauktion in Italien. Bei einer Versteigerung neuer Papiere des Landes mit fünf- und zehnjähriger Laufzeit wurde das Maximalziel deutlich verfehlt. Die Zinsen zogen erneut weiter an.

Gerüchte und deren umgehendes Dementi der EZB zur Bankenrefinanzierung in Spanien machten heute ebenfalls die Runde. Demnach solle sich die Europäische Zentralbank zunächst unzufrieden über die Pläne der Spanier gezeigt haben, der Muttergesellschaft der angeschlagenen Sparkasse Bankia Anleihen im Wert von 19 Milliarden Euro zuzuschießen. Wie immer sorgen solche Nachrichten zunächst für große Verunsicherung an den Märkten und schickten den Dax erneut auf unter 6.300 Zähler. Diese Aussage wurde dann aber von der EZB  umgehend dementiert, was wiederum zu einem Anstieg im Dax bis auf 6.390 Punkte führte. Letztlich hat man als Anleger keine wirkliche Möglichkeit auf solch mediengetriebene Kursbewegungen zu reagieren, und am Ende ist das alles auch nur Grundrauschen. Ein Blick auf die Charts gibt da meistens ein etwas besseres Bild ab.

 

 

Der seit dem 24 Mail bestehende, zarte Aufwärtstrend des DAX wurde somit heute zu Handelsbeginn gebrochen. Die lange Kerze nach dem EZB Dementi verdeutlicht aber dass es heute sehr wohl noch möglich ist wieder in diesen Bereich vorzudringen. Hierzu benötigt der Markt aber wohl zur Abwechslung mal eine gute Nachricht! Dies wäre dann ganz klar als kurzfristige Bärenfalle zu werten und ich würde somit davon ausgehen dass im Anschluss wieder die obere Begrenzung dieses Kanals angesteuert werden kann. Wie Sie sehen können läge das Kursziel dann bei ca 6.500 Punkten. Gelingt es heute aber nicht wieder in den Trendkanal zurück zu finden droht ein weiterer Abverkauf bis in den Bereich der 6.270 und später 6.246 Punkte Marke. Am Ende wird auch heute der S&P 500 darüber entscheiden wohin die weitere Reise uns führt. Ich rechne momentan damit dass die Schlusskurse des gestrigen Handelstages bei 1.332,42 Punkten heute noch einmal erreicht werden ( was allerdings vorbörslich schon passiert ist!) Im Anschluss muss sich zeigen ob es gelingen kann die wichtige Marke von 1.335 Punkten heute zurück zu erobern, oder ob auch hier die unterer Begrenzung des aktuellen Trendkanals wieder angesteuert werden soll.

 

Das große Bild bleibt damit somit, wie bereits in unserem kostenlosen Newsletter dargestellt, weiterhin unverändert. Solange der Dax nicht nachhaltig unter das Kursziel von 6.172 Punkten fällt bleibt die Wahrscheinlichkeit für einen Bounce in Richtung 6.600 Punkten bestehen. Das Kursniveau um die 6.370 Punkte spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle. Ich persönlich gehe weiterhin davon aus dass wir aus rein technischer Betrachtung einen Bounce bis maximal 6.500 Punkten sehen könnten, der dann nach einem erneuten Rücksetzer auf knapp 6.400 Punkte einen erneuten Anstieg bis zur 6.600 Punkte Marke produzieren kann. Erst im Anschluss an diese Bewegungen muss sich dann entscheiden ob der Markt erneut und sehr dynamisch zusammenklappt, oder wir ein ruhiges Hochschieben bis in den Bereich um die 7.000 Punkte sehen werden.

Die Autobranche vor neuem China Schub? VW, BMW, Daimler, Porsche und Conti…!

Gute Nachrichten gab es einmal mehr für die gesamte Automobilbranche. Alle Aktien aus dem Segment können heute deutlich zulegen und ziehen den DAX nach oben. Aus China war heute zu hören dass man dort den Automobilabsatz in den kommenden Monaten mit neuen Prämien weiter ankurbeln will. Zwar wurden weder genaue Zahlen über die Höhe noch über den konkreten Zeitpunkt der geplanten „Abwrackprämie“ bekannt, der Markt geht aber offenbar davon aus dass diese Maßnahmen den ohnehin schon sehr guten Ansatz deutscher Automobilhersteller in naher Zukunft weiter ankurbeln wird. Im Gegensatz zu manch anderem europäischen Hersteller gelang es insbesondere den deutschen Premium Herstellern wie VW, BMW und Daimler die Neuwagenverkäufe in China weiterhin deutlich zu steigern. Für das laufende Jahr rechneten Experten bislang mit einem Zuwachs von ca. 10 Prozent beim Absatz für Pkw im Reich der Mitte. Dieser Wert könnte nun noch einmal nach oben korrigiert werden, sollten sich die Gerüchte um neue Fördermaßnahmen der chinesischen Regierung bewahrheiten.

Hinzu kommen noch die weiterhin positiven Analysten-Erwartungen für die Branche. So hat beispielsweise Barclays das Kursziel für die VW Vorzugsaktien heute erneut auf 192,- Euro angehoben, die Commerzbank sieht den fairen Wert für das Papier bei 180,- Euro. Zuletzt hatte sich auch Goldman Sachs wieder einmal zu den Aussichten der Branche zu Wort gemeldet, und alle Kursziele deutscher Hersteller teilweise deutlich erhöht. Nicht zuletzt die Automobilzulieferer, allen voran Continental, profitieren ebenfalls kräftig von den starken Absatzzahlen und den Einschätzungen der Fachleute. Branchenkennern zufolge liefern Hersteller wie Leoni, Bertrand oder auch ElringKlinger inzwischen bis zu 80 Prozent ihre Erzeugnisse alleine an die deutschen Premium Hersteller. Das Wachstum der Zulieferbranche hat sich in den letzten Jahren knapp verdreifacht.

Fazit: Die Automobilbranche bleibt heiß! Die Nachfrage in China und den anderen Schwellenländern dürfte noch auf lange Sicht hoch bleiben, auch wenn die Wachstumszahlen der letzten Jahre sicherlich nicht ungebremst so fortgeschrieben werden können. Die neuen Maßnahmen der chinesischen Regierung dürften aber noch einmal für einen deutlichen Auftragsschub sorgen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann heute doch noch…Berichten zufolge gewähren nun auch die Premium Hersteller wie VW in den schwächeren Absatzmärkten – insbesondere in Deutschland – teilweise satte Rabatte auf ihre Fahrzeuge, um den Verkauf weiter anzukurbeln und den Druck auf die Konkurrenz aufrecht zu erhalten. Was für die Autokäufer gut ist wird sich natürlich leicht negativ auf die Margen der Konzerne auswirken. Im Verhältnis zum weltweiten Absatz sollte dieser Faktor jedoch nicht ernsthaft ins Gewicht fallen.

Commerzbank – jetzt auch noch Spanien…

Der insgesamt schwache Handelstag gestern brachte nicht viele neue Erkenntnisse über den weiteren Weg des DAX in den kommenden Tagen. Zwar werden heute zunächst einmal wieder etwas freundlichere Kurse an den Börsen erwartet, ob dieser Trend aber auch bis zum Abend halten kann bleibt noch abzuwarten. Auch am gestrigen Pfingstmontag konnte der DAX zunächst unter sehr dünnen Umsätzen kräftig zulegen. Die Tagesgewinne wurden aber dann im Tagesverlauf wieder vollständig abgegeben. Immer neue beunruhigende Nachrichten aus dem Süden Europas belasten und  machen eine mögliche Erholung schwierig. Der Deutsche Leitindex bleibt damit zunächst in seiner engen Handelsspanne der letzten Tage zwischen 6.300 und 6.00 Punkten.

Auffällige Kursbewegungen gab es gestern einmal mehr bei ein paar guten alten Bekannten. Allen voran wäre hier mal wieder die Commerzbank Aktie zu nennen. Die Nachrichten aus Spanien drücken weiterhin auf den Aktienkurs. Die dortige Immobilienkrise scheint sich, ähnlich wie in den USA, massiv und schnell auszubreiten. Die spanische Sparkasse Bankia, deren vorläufiger Kapitalbedarf zunächst auf 9 Milliarden Euro geschätzt wurde, braucht inzwischen satte 19 Milliarden Euro um zu überleben. Die gute Nachricht war dass der spanische Staat die Stützungsmaßnahmen der heimischen Banken aus eigener Kraft bestreiten will. Wie das gehen soll bleibt angesichts der klammen Kassen in Spanien aber ebenfalls fraglich.

Auch der Commerzbank wird ein hohes Engagement im spanischen Immobiliensektor nachgesagt. Schätzungen belaufen sich momentan auf ca. 4 Milliarden Euro Investitionsvolumen alleine bei spanischen Gewerbeimmobilien (Quelle: EBA s.u.) Nach den ständigen Hiobsbotschaften aus Spanien fürchten Anleger nun offenbar um einen Kollaps des Bankensystems, oder zumindest eine weitere Eskalation auf dem spanischen Immobiliensektor, der auch an einer CoBa wohl nicht spurlos vorüber gehen würde. Die spanischen Immobilienkredite der CoBa dürften sich allerdings überwiegend in der Bilanz der Eurohypo befinden, die höchstwahrscheinlich sowieso demnächst abgewickelt werden muss.

 

Für zusätzliche Verwirrung sorgte dann auch noch Commerzbank-Vorstand Martin Zielke, der zur Vorbereitung auf den Austritt Griechenlands aus der Eurozone riet. Der fürs Privatkundengeschäft zuständige Vorstand der Bank sagte “ Falls es dazu käme, bedeute dies nicht das Ende des Euro. Deutschland und Europa insgesamt seien in einer starken Position. Wir haben Spielraum – noch!“ Diese Worte, die eigentlich beruhigenden sollten, kamen am Markt nicht an. Zielke lehnte Eurobonds klar ab. „Damit würde nur für viel Geld etwas Zeit gekauft, aber nicht das eigentliche Problem gelöst“. Reformen müssten dringend angegangen werden. Eine gemeinsameWährung könne auf Dauer nicht ohne eine gemeinsame Wirtschaftspolitik funktionieren…

Der Aktienkurs der Commerzbank tauchte gestern unter dünnen Umsätzen unter die wichtige Unterstützung im Bereich 1,38 und 1,40 Euro. Ob diese Kursbewegung am gestrigen Feiertagshandel aber repräsentativ ist, wird sich heute zeigen müssen. Aus rein charttechnischer Sicht hat sich unser zuletzt skizziertes Szenario damit zunächst nicht bestätigt. Der Abwärtstrend der Commerzbank Aktie ist weiterhin voll intakt. Erst wenn es gelingen sollte die Aktie heute wieder über die Marke von 1,40 Euro, oder besser 1,46 Euro zu hieven dann wäre eine „echte“ Bodenbildung auf diesem Niveau weiterhin möglich. Sollte der Abwärtsdruck nun weiter zunehmen liegen die nächsten Chartmarken bei 1,28 und 1,21 Euro.

Ich gehe ehrlich gesagt davon aus  dass die EZB nicht mehr allzu lange zögern wird um die Situation in Spanien zu beruhigen, aber natürlich ist diese Annahme sehr spekulativ! Alleine schon um möglichen Gefahren nach dem „Grexit“ von Europa abzuwenden und eine unkontrollierte Situation in Südeuropa zu vermeiden, wäre es aber wohl sinnvoll vorher den Staat, der am meisten in der Schusslinie der Investoren ist, zu stabilisieren. Die Griechen können sich jetzt nur noch selbst helfen und werden ihre Entscheidung über den Verbleibt in der Eurozone demnächst fällen. Der Markt dürfte das Ereignis eines Exits der Griechen schon weitestgehend eingepreist haben, nicht aber eine weitere Eskalation in Spanien. Für den Moment müssen die verbliebenen Commerzbank Aktionäre also weiter zittern und auf einen positiven Ausgang der Wirren in Griechenland uns Spanien warten. Für heute rechne ich mit einer leichten Erholung des Aktienkurses auf ca. 1,40 Euro oder zumindest mit einer Stabilisierung auf diesem Niveau…

Neue Kursziele für VW, Porsche, Daimler und BMW von Goldman Sachs

Die Analysten von Goldman Sachs haben die Kursziele für alle deutschen Automobilhersteller noch einmal überarbeitet und erneut kräftig nach oben revidiert. Wie gestern bekannte wurde ist das US Investmenthaus offensichtlich optimistischer denn je für den künftigen Verlauf der Aktienkurse von VW, Porsche, Daimler und BMW. Analyst Stefan Burgstaller erhöhte die Kursziele für alle Aktien noch einmal deutlich und empfiehlt diese weiterhin zum Kauf. Sehr optimistisch ist man Goldman Sachs demnach für das Papier der Daimler AG, der man eine hohe Gewinndynamik in den kommenden Jahren attestiert. Das Kursziel sieht Burgstaller bei satten 92,-Euro, was einer deutlichen Steigerung des Aktienkurses um knapp 140 Prozent entsprechen würde.

Ebenso zählt nach wie vor die VW Vorzugsaktie zu dem Favoriten der Goldmänner. Das Kursziel wurde nun noch einmal von 245,- Euro auf 275,- Euro angehoben. Auch die Erwartungen für die Porsche Aktie wurden aufgrund des angehobenen Kursziels bei der VW Aktie nach oben geschraubt. Mit einem Kursziel 76,-  Euro pro Aktie muss man aber wohl das Rating „Neutral“ nicht so ganz nachvollziehen können… Das Kursziel von BMW wurde hingegen nur noch leicht von 112,- auf 116,- Euro angehoben, was natürlich im Vergleich zum heutigen Aktienkurs immer noch eine sehr stattliche Rendite wäre. Dennoch wird klar dass sich die Favoritenrolle bei GS nun ganz klar von BMW zu Daimler verlagert hat.

Insgesamt zeigt sich Goldman Sachs also weiterhin unverändert positiv für den Sektor. Ob die hohe Erwartungen in dem aktuellen Umfeld denn erfüllt werden können bleibt aber fraglich. Letztlich stimmt die Grundtendez mit meiner persönlichen Meinung absolut überein, und die Aussagen von Herrn Burgstaller über die zu erwartende Richtung der Aktienkurse aller genannten Autobauer dürften auch zutreffen. Die ausgegebenen Kursziele hingegen sind aus heutiger Sicht doch sehr ambitioniert. Auf mittlere Sicht könnten diese Marken aber durchaus erreicht werden, wenn es uns gelingt die Euro-Krise irgendwann wirklich hinter uns zu lassen, und uns wieder auf die wahren Werte von Unternehmen besinnen. Denn aus diesem Blickwinkel sind wohl alle der genannten Aktien bereits heute deutlich unterbewertet!

Commerzbank – Kommt jetzt die Wende?

Morgen ist ein großer Tag für Commerzbank Aktionäre. Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Bank muss sich Martin Blessing wohl der ein oder anderen unangenehmen Frage von Aktionären stellen. Insbesondere die deutliche Gehaltserhöhung der CoBa Führungsriege sollte auf der Veranstaltung für ordentlich Zündstoff sorgen. Ungeachtet dessen bleibt natürlich die spannende Frage nach dem weiteren Weg der Aktie, die zuletzt wieder kräftig unter Druck geraten ist. Eine reine Spekulation auf Basis der gelieferten und teilweise sehr positiven Nachrichten bei dem Unternehmen ist zuletzt immer schwieriger geworden. Für mich bleibt somit der einzig sinnvolle Weg mich im Moment an der Charttechnik zu orientieren. Und die spricht eine ganz eindeutige Sprache!

Natürlich ist aus heutiger Sicht noch nicht absehbar wie sich die morgige Hauptversammlung im Aktienkurs der Commerzbank niederschlagen wird. Insbesondere die wohl alles entscheidende Frage nach einer möglichen weiteren Kapitalerhöhung bei der Bank wird wohl die kurzfristige Entwicklung bei der Aktie bestimmen. Aus rein charttechnischer Betrachtung hat sich das Bild aber nun wieder etwas aufgehellt. Die Commerzbank Aktie hat zuletzt eine inverses SKS Formation ausgebildet, deren linke Schulter am 16.05, der Kopf am 18.05 und die rechte Schulter gestern ausgebildet wurde. Je nach Betrachtungswinkel liegt die Nackenlinie dieser Formation nun bei 1,44  oder 1,46 Euro. Ich tendiere dazu die 1,44 Euro als Maß zu nehmen.

Wird dieser Formation nun bestätigt ergibt sich daraus ein rein rechnerisches Kursziel von 1,52 Euro. Das ist nicht unbedingt ein Riesen Wurf, wäre aber ein guter Anfang für eine Umkehrformation. Bei 1,53 Euro wartet bereits die nächste Widerstandslinie, die es dann zu überwinden gilt. Gelingt auch dies dann ist der Weg wieder frei in Richtung 1,72 Euro. Soweit zur Theorie, zuvor sollte aber noch das Gap, dass sich durch die heutiger Eröffnung zwischen 1,436 und 1,452 Euro gebildet hat, geschlossen werden. Wer also auf einen positiven Ausgang der HV morgen spekulieren will sollte sich entsprechend positionieren, und ein Abstauberlimit in den Markt legen. Für heute ist es somit nun erst einmal extrem wichtig die Kurslücke zu schließen und über 1,46 Euro aus dem Handel zu gehen. Dann könnte der heutige Tag einen erneuten Wendepunkt bei der Aktie sein…

Bounce oder Crash?

Eine erneut sehr negative Woche liegt nun hinter uns, und so langsam muss man sich sicherlich damit anfreunden dass wir nun bald noch weitere Abschläge in den Indizes sehen könnten, sollte es der Politik nicht gelingen kurzfristig wieder für Entspannung zu sorgen. Insbesondere natürlich die weiteren Unsicherheiten in und um Griechenland tragen nicht unbedingt dazu bei neues Vertrauen zu schaffen, und auch der gerade zu Ende gegangene G8 Gipfel hat hier keine entscheidenden neuen Erkenntnisse gebracht. Zwar wurde erneut der allgemeine Wunsch der führenden Wirtschaftsnationen nach einem Verbleib der Griechen in der Eurozone bekräftigt, dieser Wunsch aber nicht konkret durch entsprechende Beschlüsse untermauert. Politiker weltweit sprechen sich weiterhin öffentlich dafür aus Griechenland doch aus der Währungsunion zu entlassen. Gerüchte um sogenannte „Notfallpläne“ des IWF und auch der EZB machen die Runde. Alles in allem also leider nach wie vor eine Gemengelage in der nicht unbedingt mit starken positiven Reaktionen der Börse zu rechnen ist.

Auch auch charttechnischer Sicht hat sich in der abgelaufenen Woche das große Bild weiter verdüstert. Die Schulter-Kopf-Schulter Formation im DAX, Dows Jones S&P, sowie allen anderen nennenswerten Indizes hat sich bestätigt. Hieraus ergibt sich für den DAX nun das von uns in der letzten Woche dargestellte Kursziel von 6.170 Punkten dass mit hoher Wahrscheinlichkeit in der kommenden Woche erreicht werden sollte. Im S&P 500 wurde das eigentliche Kursziel bei 1.295 bis 1.300 Punkten somit bereits am Freitag erreicht. Allerdings kann aufgrund der angespannten Situation in Europa, und der damit einher gehenden Panik an den Finanzmärkten, nicht zwingend davon ausgegangen werden dass der Index hier nun wieder nach oben drehen wird.

Aus Sicht der Oszillationen sind wir in nahezu allen Märkten aber so stark nach unten überdehnt dass eine technische Gegenreaktion des Marktes absolut überfällig ist. Ob diese kommt und wie weit sie dann tragen kann bleibt aber weiterhin schwer zu sagen. Ich habe Ihnen in dem heutigen Chart einmal die aus meiner Sicht wahrscheinlichste Variante eingezeichnet. Momentan verläuft bei 6.185 Punkten die  entscheidende 200 Tage Linie die in diesem Szenario kurzzeitig unterschritten, aber nicht gebrochen würde. Demnach sollte spätestens nach dem Erreichen der Marke von 6.170 Punkten dann allmählich eine technisch bedingte Gegenraktion einsetzen, die uns bis in den Bereich um die 6.600 Punkte zurück führen kann. Wichtig hierbei ist insbesondre dass es dem DAX gelingt die untere Begrenzung des seit März bestehenden Abwärtstrends bei 6.375 wieder zurück zu erobern.

Auf der anderen Seite besteht natürlich auch die Möglichkeit dass der DAX bereits vor dem Erreichen der genannten Tiefpunkten schon wieder auf den Weg macht in diesen Kanal zurück zu finden. Dann sind zunächst Kursgewinne bis zur Marke bei 6470 Punkten zu erwarten. Nach einem kurzen Rücksetzer sollte der DAX danach auch an den Widerstand bei 6.580 Punkten herablaufen können. Die eigentliche Entscheidung fällt dann auf diesem Niveau. Aus heutige Sicht würde ich eher an einen crashartigen Verlauf im Anschluss setzen (auch wenn ich natürlich eher für die andere, hier gestrichelt dargestellte, Variante wäre!), was dann ungefähr zu selben Zeit wie die griechischen Neuwahlen stattfinden könnte. Aber das alles ist natürlich äusserst spekulativ. Wie wir wissen kann jederzeit eine Meldung über die Ticker laufen die alle bisher angestellten Überlegungen sofort negiert…!

Letztlich bleibt also nichts weiter übrig als die momentanen Gegebenheiten zu respektieren und sich dementsprechend defensiv aufzustellen bis der Markt ein neues und klares Signal gesendet hat. Es kann also nicht schaden sich einen gewissen Schlachtplan zurecht zu legen um nicht leichtsinnig in ernsthafte Bedrängnis zu geraten. Ein Bounce wie oben beschrieben dürfte also eine gute Möglichkeit für Anleger darstellen weiter Positionen in die Stärke hinein abzubauen, und das Gesamtdepot auf eine gesunde Größe zu schrumpfen. Und für den Fall einer  baldigen Trendwende haben wir uns in der letzten Woche etwas näher mit Aktien auseinander gesetzt die seit Beginn der Abwärtsbewegung relative Stärke gezeigt haben.

Gold scheint nun ebenfalls wieder für viele Anleger interessant geworden zu sein und zeigt sein drei Tagen deutliche Stärke. Hier deutet vieles auf eine Trendwende hin, die angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten auch durchaus Sinn macht. Ich habe in den letzten Wochen ebenfalls damit begonnen in gut kapitalisierte US Goldminen zu investieren um das Euro-Risiko etwas abzubauen und, im Falle eines Zusammenbruchs der Eurozone, für den Ernstfall besser gerüstet zu sein. Hinzu kommt noch die offensichtliche Tatsache das insbesondere Minenwerte inzwischen geradezu lächerlich niedrig bewertet sind. Ich gehe davon aus dass sich diese Divergenz früher oder später auflösen wird, und ich rechne nicht mit einem dramatischen Absturz des Goldpreises.

In diesem Sinne, es kann nicht schaden sich wieder einmal mehr Gedanken über die langfristige Vermögenssicherung zu machen. Auch wenn man nicht daran glauben mag dass es wirklich zum Supergau oder Flächenbrand in Europa kommen wird kann man sich leider nicht mehr darauf verlassen dass die Politiker diese Situation wirklich in den Griff bekommen werden. Im Zweifel ist es also nach meiner Auffassung die bessere Variante Maßnahmen zu ergreifen die dass Schlimmste verhindern können, auch auf die Gefahr hin dann bei wieder steigenden Kursen die ersten Prozentpunkte zu verpassen.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche und stets die richtigen Entscheidungen!

Ihr Lars Röhrig

Aixtron, VW, Continental – Setzen Sie auf „starke“ Aktien

An Tagen wie heute gibt es eigentlich nicht viel zu berichten, denn der Aktienhandel in Frankfurt ist sehr müde und somit wenig aussagekräftig. Wie heute morgen schon berichtet gibt es einige Aktien die dennoch starke Kursausschläge verzeichnen. Allen voran wäre da wohl die Aktie der Deutschen Börse AG zu erwähnen, die über den Dividendenabschlag hinaus deutliche Verluste verbucht. Letztlich wird aber  -wie fast immer – der Handel erst nach der Öffnung der US Börsen sein wahres Gesicht zeigen. Nach den guten Vorgaben aus Asien ist eigentlich eher mit einer leichten Erholung am heutigen Tage zu rechnen. Festlegen will ich mich da allerdings in Anbetracht der Verwerfungen durch die Griechenland-Krise nicht.

Ich habe die letzten Tage damit zugebracht intensiv zu beobachten wie sich die verschiedenen Aktien in so einem Umfeld verhalten, und die Ergebnisse sind wirklich sehr unterschiedlich und teilweise recht beeindruckend ausgefallen. Es ist sicherlich ratsam die Aktien, die momentan die größte relative Stärke zeigen, etwas genauer unter Beobachtung zu nehmen, da man davon ausgehen kann dass diese zum einen wohl einen (vorübergehenden) Boden gefunden haben, und zum anderen bei einem erneuten Anstieg der Indizes dann überproportional steigen sollten. Ob dieser Anstieg nun unmittelbar bevor steht, oder wir nochmal 150 Punkte im DAX abgeben sei mal dahin gestellt. Ich halte es aber für eine gute Idee sich nun eine Intensiv-Watchlist anzulegen, für den Fall der Fälle.

Allen voran beeindruckt die Aixtron Aktie bereits seit Wochen mit enormer Stärke. Auch heut wieder, nachdem zur Börseneröffnung erst einmal schwächer Kurse zu sehen waren. Und natürlich war dieser Kursrückgang auch bedingt durch den heutigen Dividendenabschlag von 0,25 Euro je Aktie. Die Aixtron Aktie ist aber in der gesamten Absturzphase des DAX seitwärts gelaufen – mit leicht steigender Tendenz. Heute ist Aixtron nun wieder mit einem satten Plus von 2,5 Prozent auf dem Weg zur letzten Widerstandsline bei 13,20 Euro, und kurz davor ein neues, kräftiges Kaufsignal zu generieren. Gelingt nun der Sprung darüber dürfte auch die Marke bei 14,- Euro schnell wieder erreicht sein. Mittelfristig liegt das charttechnische Ziel weiterhin bei 16,- Euro.

Ebenfalls gut verdaut hat die VW Aktie den Kursrutsch der letzten drei Wochen. Lediglich ein leichter Rückgang von 145,- Euro auf heute 133 Euro mussten die Aktionäre verkraften, während andere Aktien bereits wieder auf den Tiefständen aus dem Jahre 2008 notieren. VW straft regelmäßig alle Bären lügen indem ohne Pause hervorragende Verkaufszahlen und Umsätze abgeliefert werden, und das kann und wird der Markt nicht ignorieren. Ebenso sieht es bei der Continental Aktie aus, die sich nicht mehr nennenswert von der 70,- Euro Marke weg bewegt. Auch hier sind die Geschäftszahlen der letzten Quartale weiterhin sehr solide. Gestern hat die Ratingagentur S&P das Kreditrating des Unternehmens noch einmal um zwei Stufen herauf gesetzt, was bedeutet dass Conti sich künftig noch besser refinanzieren kann. Und das wiederum sollte sich dann auch in den Bilanzen widerspiegeln.

Es ist also weiterhin ganz wesentlich wo Sie Ihr Geld im Moment investieren, wenn Sie gerade investieren wollen, und noch nicht die Lust daran verloren haben. Beobachten Sie die Aktien und deren Verhalten an turbulenten Tagen genau. Ein für mich wesentlicher Faktor ist auch das Rebound-Potenzial, dass sich bei der jeweiligen Aktie dadurch zeigt, wie schnell sich der Titel im Falle eines leichten DAX Anstieges wieder erholen kann. Die drei oben genannten Beispiele sind natürlich nicht die einzigen. Gehen Sie ihre Watchlist täglich systematisch durch und bewerten Sie die interessanten Kandidaten jeden Tag neu. Schreiben Sie die Ergebnisse Ihrer Beobachtungen auf einen Zettel und vergleichen Sie diese regelmäßig. Natürlich funktioniert das System auch in die andere Richtung. Führen Sie Buch über Ihre potenziellen Kaufkandidaten und Sie werden schnell die faulen Äpfel im Körbchen aussortieren können!

Achtung bei Leoni, BMW, Wacker Chemie, Aixtron und der Deutschen Börse

Heute notieren einige Aktien im frühen Handel mit deutlichen Abschlägen. Das ist allerdings kein Grund zur Sorge, denn Leoni, BMW, Wacker Chemie, Aixtron und Deutschen Börse notieren heute EX Dividende, also mit einem Abschlag in Höhe der ausgeschütteten Gewinne des letzten Jahres. Es ist Erntezeit in Deutschland und somit sollten Anleger nicht vergessen auch gelegentlich mal einen Blick in den Dividendenkalender zu werfen. Gestern konnte ich in verschieden Foren lesen dass Anleger immer wieder überrascht werden wenn der Kurs der Aktie im Depot plötzlich absackt, deswegen wollte ich heute noch einmal rechtzeitig auf die Dividendenabschläge hinweisen. So geschehen gestern auch bei Rheinmetall, die sich nach der Ausschüttung dann aber bis zum Handelsende kräftig nach oben bewegten und den Großteil des Dividendenabschlags wieder aufholen konnten.

Anleger die die oben genannten Aktien nicht im Depot haben sollten aber ebenfalls wissen wann zumindest die deutschen Schwergewichte, wie beispielsweise eine BMW, ihre Dividende ausschütten. Das kann sehr interessant sein um sich die Aktien dann etwas näher anzusehen, und nach Dividendenzahlung einen Einstieg zu wagen. Insbesondere natürlich in der heutigen Zeit, in der fast alle Aktien sowieso schon stark verprügelt worden sind, und sich am unteren Ende gewisser Handelsspannen befinden. Nicht selten werden nach dem Dividendenabschlag sehr interessante Kursniveaus erreicht, die langfristig solide Unterstützungen bieten.

So dürfte es auch heute bei Leoni, BMW, Wacker Chemie, Aixtron oder auch der Deutschen Börse sein. Schauen Sie sich diese Titel heute ruhig mal etwas genauer an. Ausser den genannten Aktien werden heute noch Rational, KSB, Bunge, China Mobile, Elexis, Teva, Villeroy & Boch,Walgreen,GFK,QSC, Elringklinger, Statoil, OHB, Celesio, Augusta, Stratec und Orbis gehandelt. Vielleicht finden Sie ja auch heute nach US Börseneröffnung somit ein paar interessante Setups unter den genannten Aktien. Der heutige Handelstag sollte zwar aufgrund des Feiertags relativ ruhig verlaufen, die Vorgaben aus Asien sind aber gut und lassen auf einen freundlichen Ausklang der Woche hoffen. Ich wünsche allen Lesern an dieser Stelle einen schönen Vatertag und stets gute Entscheidungen.


            

Facebook – Greed is good?!

Offenbar ist die Nachfrage nach Facebook Aktien im Vorfeld des geplanten Börsengangs so groß dass Firmengründer Marc Zuckerberg den Preis nun ein weiters mal anheben kann. Zudem wurde die Anzahl der auszugebenden Aktien noch einmal erhöht. Ich hatte ja hier im Blog schon verschiedentlich darüber berichtet was ich persönlich von dem Börsengang halte, bzw. der Bewertung des Unternehmens…Dennoch hier nochmal eine kurze Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse und Pläne Zuckerbergs damit Sie sich ein objektives Bild davon machen können.

Zunächst lag die Preisspanne für die Facebook Aktien zwischen 28,- und 35,- Dollar je Aktie. Gestern wurde nun bekannt dass man die Preisspanne auf 34,- bis 38,- Dollar erhöht habe. Offenbar sei der Andrang so groß dass Zuckerberg sich realistische Chancen für diesen Mehrerlös ausrechnet. Facebook würde dann umgerechnet mit einem Börsenwert von satten 104 Milliarden US Dollar an den Start gehen. Mit einem aktuellen Kurs Gewinn Verhältnis von knapp 100 fühlt man sich sofort an die guten alten Zeiten des Neuen Marktes erinnert in denen die Gewinnsituation eines Internet Unternehmens eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

Ob Facebook allerdings die hohen Erwartungen des Marktes erfüllen wird steht noch in den Sternen, denn der Internetriese ist auf der Suche nach neuen Einnahmequellen in der Vergangenheit noch nicht sehr erfolgreich gewesen. Die Wachstumsdynamik des Unternehmens hatte in den letzten Monaten ebenfalls weiter nachgelassen. Der finale Ausgabepreis soll nun am Donnerstag bekanntgegeben werden. Mit der Erstnotierung an der Nasdaq wird für Ende dieser Woche gerechnet. Am Freitag soll das Papier mit dem Kürzel FB dann erstmals an der Nasdaq gehandelt werden.

Heute wurden indes Gerüchte, dass man nun auch noch die Anzahl der ausgegebene Aktien um knapp 25 Prozent auf 421 Millionen Stück raufsetzen möchte, von Facebook nicht kommentiert. Sollte dem so sein muss man den Initiatoren wohl langsam eine gewisse Maßlosigkeit unterstellen. Ich fühle mich an dieser Stelle ernsthaft an den Ausspruch von Michael Douglas alias Gordon Gekko in „Wallstreet“ erinnert, der mit „Greed is good“ wohl eine ganze Generation von Börsenspekulanten geprägt hat.

Wie auch immer der Facebook Börsengang nun verlaufen wird, und sich die Aktie dann ab Freitag entwickelt, Sie können sich sicher sein dass das investierte Geld dann einige Leute sehr glücklich machen wird. Wie zuletzt den Firmengründer Kevin Systrom von Instagram, einem Internet Unternehmen ohne ein nennenswertes Monetarisierungs-Modell, die von Marc Zuckerberg kürzlich für eine Milliarde US Dollar gekauft wurde…aber sehen Sie selbst! http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=uJXOJ6oro_s

Da fällt mir noch ein bekannter Spruch eines großen Mannes ein, „Sei gierig wenn alle ängstlich sind und sei ängstlich wenn alle gierig werden!“ Das passt nicht nur gut zum Facebook Börsengang sondern wohl insbesondere zu der Zeit die wir an den Finanzmärkten gerade erleben. Ich wünsche Ihnen alle einen schönen und erholsamen Vatertag morgen!

Commerzbank – Kaufen wenn die Kanonen donnern?

Die Commerzbank Aktie fällt heute im frühen Handel auf 1,40 Euro und hat damit eine wichtige Unterstützung erreicht. Die Nachrichtenlage aus Griechenland  hat einmal mehr die Börsen weltweit in ihren Bann gezogen und man darf doch einigermaßen fasziniert sein dass dieses kleine Land, dessen desolate Situation nunmehr seit drei Jahren bekannt ist, immer wieder in der Lage ist die Finanzwelt derart zu erschüttern. Eigentlich sollte man den Helenen, rein aus wirtschaftlicher Betrachtung, wohl nicht mehr Aufmerksamkeit schenken als ihnen zusteht. Mit einem Bruttosozialprodukt nahe dem einer europäischen Großstadt ist der Schaden für die Gemeinschaft im Falle einer Pleite des Landes sicherlich überschaubar.

Dennoch sind die Verstrickungen in unserer heutigen globalen Welt so unkalkulierbar geworden dass Anleger erst einmal die vorsichtige Variante wählen und Cash horten. Und genau dass ist wohl auch nach wie vor das große Problem der Commerzbank bzw. ihrer Aktionäre. Wo die Reise nun für Griechenland hingehen wird ist ungewiss – Experten sind sich aber einig, dass für das griechische Volk in naher Zukunft wohl nicht viel Gutes zu erwarten ist, sollte es sich bei den Neuwahlen überwiegend für den linksextremen Alexis Tsipras entscheiden.

Die spannende Frage ist also ob es der Commerzbank wirklich gelungen ist die Risiken in Griechenland, wie kürzlich angegeben, auf ein Minimum zu reduzieren. Der Markt zweifelt offensichtlich an dieser Aussage. In Griechenland machen sich derweil Gerüchte über einen sogenannten „Bank Run“ breit. Soll heißen, dass griechische Sparer in den letzten Tagen bereits verstärkt damit begonnen haben ihre Spareinlagen in bar bei den Banken abzuheben. Alleine am Montag sollen über 700 Millionen Euro von griechischen Mitbürgern abgehoben worden sein, die man dann offenbar in neue Drachmen tauschen will. Laut Staatschef Karolas Papoulias regiert zwar noch nicht die Panik auf Griechenlands Strassen, aber es scheint mir dass dazu nur noch ein kleiner Funke nötig ist…!

Und so wundert es auch nicht dass im Moment Anleger weltweit in Liquidität flüchten. Das Anlegerverhalten hat nun, nicht nur in Europa sondern auch weltweit, dramatische Züge erreicht. Somit dürfte die Bodenbildung wohl nicht mehr allzu fern sein. Die Nachricht über die griechischen Neuwahlen ist nun raus und dürfte wohl auch vorher schon am Markt verarbeitet worden sein. Was noch nicht eingepresst wurde ist das nun zu erwartende Chaos! Dennoch scheint nun (endlich) absehbar zu sein dass das Land in der Folge der Neuwahlen aus der Europäischen Währungsunion ausscheiden wird. Und das sollte dann wohl am Ende zu einer deutlichen Erleichterungsrally an den Märkten führen.

Beobachten Sie die Commerzbank Aktie in den kommenden Tagen genau. Auf diesem Niveau könnte sich zumindest aus charttechnischer Sicht wieder eine interessante Einstiegschance ergeben. Frei nach dem Motto: „Kaufen wenn die Kanonen donnern“, rechne ich persönlich nicht damit dass die Welt nun untergehen wird. Viel mehr bin ich fasziniert von den teilweise extrem niedrigen Kursniveaus mit denen wohl keiner mehr so schnell gerechnet hätte. Anleger die den Anstieg im Januar verpasst haben bekommen nun eine zweite Chance – und das wird nach der ersten Welle panikartiger Verkäufe wieder zu einem Anstieg der Indizes führen, wenn sich Anleger in Erwartung höherer Inflation wieder auf die wahren Werte von Unternehmen besinnen – auch oder insbesondere bei einer Commerzbank Aktie!

Land unter bei HHLA

Zuletzt äusserten sich wieder einige Analysten positiv zu den Aussichten des Hamburger Hafenbetreibers HHLA. Ich persönlich war und bin angesichts der momentanen Konjunktursorgen nach wie vor skeptisch ob das Unternehmen eine nach wie vor ambitionierte Bewertung verdient. Heute veröffentlichte das MDax Unternehmen die Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal des Jahres 2011. Demnach ging das operative Ergebnis des Logistikdienstleisters in den genannten Zeitraum um satte 23 Prozent auf 31,5 Millionen Euro zurück. das Nettoergebnis fiel gar auf nur noch 8,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in dem noch gut 42 Prozent mehr Gewinn erwirtschaftet wurde.

Zudem erwartet Firmenchef Klaus-Dieter Peters nun für das Gesamtjahr nur noch einen Umsatz in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, und geht davon aus dass sich die Schwäche der Logistikbranche noch über das gesamte Jahr hinziehen könnte. Peters plant vorsichtig mit einem operativen Ergebnis von 200 Millionen Euro nach 207 Millionen Euro im vorangegangenem Jahr. Ursprünglich hatte man bei HHLA mit einer Gewinnsteigerung von 5 Prozent jährlich gerechnet. Hohe Zusatzkosten infolge des Umbaus des neuen Containerterminals Buchardkai, rückläufige Mieteinnahmen für Container und Verzögerungen bei der Elbvertiefung machte die Konzernführung für das Ergebnis verantwortlich.

Das Zahlenwerk ist für die HHLA Anleger schlichtweg eine Enttäuschung, was sich in dem heutigen Aktienkurs auch deutlich widerspiegelt. Mitte indem satten Minus von über sieben Prozent notiert die Aktie gerade bei 21,40. Aus charttechnischer Sicht wurden damit sehr wichtige Unterstützungsmarken bei ca 22,50 und 23,- Euro verletzt. Die nächsten Kursziele könnten somit nun bei 20,50 und 19,20 Euro liegen. Auch fundamental betrachtet ist die HHLA Aktie mit einem KGV von 18,72 und einem Buchwert je Aktie von lediglich 8,87 Euro (2011) nicht gerade attraktiv. Momentan gibt es zudem sicherlich aussichtsreichere Aktien am Deutschen Aktienmarkt

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