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Das Börsenjahr 2016 – große Veränderungen und wilde Schwünge…

Wie versprochen melde ich mich noch einmal kurz vor dem Jahreswechsel. Ich hoffe alle Investors Inside Leser hatten schöne Weihnachtstage und sind nun bereits frisch und erholt, um demnächst voller neuem Tatendrang in ein weiteres Börsenjahr zu starten, dass es wahrscheinlich in sich hat! Auch im abgelaufenen Jahr 2015 war vieles anders als man es gewohnt war. Die Planbarkeit von Grades aufgrund saisonaler Faktoren oder wiederkehrender Ereignisse war somit nur bedingt gegeben. Einzig der Notenbank-Trade war relative zuverlässig. Sinkende Kurse vor der FED Sitzung – oder einer Rede des EZB Präsidenten Mario Dragee – mit anschließender Explosion nach oben. Der DAX verzeichnete in diesem Jahr mindestens 10 deutlich im Jahreschart sichtbare Hübe von 1.000 Punkten oder mehr. Das Jahr 2015 war somit ein Paradies für Trader, aber für Anleger dürfte es ein sehr schwieriges Jahr gewesen sein…

Was ist nun von den kommenden 12 Monaten zu erwarten? Die spannendste aller Fragen wird – wie jedes Jahr um diese Zeit – in nahezu allen Medien heiß diskutiert und erfüllt zumindest die Wirkung bei den „Zuschauerquoten“ von Börsenzeitungen, Magazinen, Newslettern und Bezahldiensten. Propheten und Börsengurus haben zum Jahreswechsel immer Hochkonjunktur. Und so möchte ich mich hier mit einem klaren „Ich weiß es nicht“ etwas von der Masse abheben. Zwar habe auch ich ein paar Ahnungen wie es nun im Jahr 2016 weitergehen könnte, da gewisse Faktoren einfach für gewisse Ereignisse sprechen, aber fest einplanen kann man in dieser Spätphase der Hausse wohl nichts mehr. Denn die Gefahr mit einem Trade oder Investment grundlegend falsch zu liegen erhöht sich nun stetig!

Ich möchte dennoch kurz zusammenfassen, was uns wahrscheinlich auch im kommenden Jahr bewegen wird. Allem voran leiden die Börsen unter dem starken Dollar, der verschiedenste Auswirkungen auf die Emerging Markets und damit zusammenhängend auch auf die Rohstoffpreise hat. Öl ist wohl auch im kommenden Jahr das meistbeachtete Asset. Ob nun Goldman Sachs mit der Prognose von 20,- Dollar je Barrel Recht behalten wird, bleibt aus meiner Sicht aber noch abzuwarten. Genauso gut könnte ein Erholung folgen, die die meisten Marktteilnehmer wiedermal völlig auf dem falschen Fuss erwischt…

Neben dem Ölpreis wird uns Europäer insbesondere der Euro/Dollar Wechselkurs im kommenden Jahr beschäftigen und damit auch der Goldpreis. Kommt die Parität der beiden Währungen und fällt Gold unter die 1.000,- Dollar Marke? Für beide Ereignisse sehe ich gute Chancen auf Erfüllung. Ich glaube aber auch, dass 2016 ein Jahr wird in dem es wichtiger denn je sein wird, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sprich, sollten diese Ereignisse so eintreten, ist dann zu gegebener Zeit ein Trade in die Gegenrichtung das Vielversprechendste was es seit Jahren gegeben hat. Geduld ist somit auch im kommenden Börsenjahr nicht nur eine Tugend sondern (über-) lebenswichtig.

Wir werden wahrscheinlich sehen, dass der „europäische Gedanke“ auch im kommenden Jahr ernsthaft hinterfragt wird. Die Engländer entscheiden über einen Austritt aus der EU, die Katalanen wollen unabhängig werden etc.. Auch ob die Währungsunion in dieser Form weiter bestehen kann oder nicht, wird erneut am Beispiel Griechenland diskutiert werden, da bin ich mir sicher! Zudem stehen einige andere Staaten in den Startlöchern, die den einst gemachten Fehler des Beitritts gerne wieder korrigieren wollen… Man darf also gespannt sein, welcher Wind uns aus dieser Richtung im Jahr 2016 ins Gesicht blasen wird. Ein harmonisches Miteinander dürfte aber künftig wohl immer schwieriger werden. Dafür wird auch der im neuen Jahr nicht abreißen wollende Flüchtlingsstrom sorgen.

Ich gehe also davon aus, dass das kommende Jahr ähnlich unruhig verlaufen wird wie das Letzte. Somit muss man sich zwangsweise als mittelfristiger Swing-Trader, wie ich es einer bin, oder auch als längerfristig orientierter Anleger die Frage stellen, ob diese Strategie in diesem Markt noch funktioniert. Im Jahr 2015 musste jemand der im Januar in eine Aktie investiert hat, mehrfach zusehen wie die gesamten Gewinne wieder dahinschmolzen. Die meisten „echten“ Anleger dürften in diesem Jahr somit kein Geld verdient haben. Kurzfristige Aktionen hingegen wurden reich belohnt, sofern man nur ansatzweise das richtige Timing hatte. Ist im Jahr 2016 Day- und Swingtrading auf kurzer Ebene also die Lösung?

Das Jahr 2015 zeichnete sich auch dadurch aus, dass gewisse Zusammenhänge, die es an der Börse immer gegeben hat, durch die Geldflut der Notenbanken einfach ausgehebelt wurden. Nichts ist momentan mehr so wie früher, was ich grundsätzlich für äusserst gefährlich halte! Die Jahresendrally ist ebenso ausgefallen, wie die Sommerrrally – zumindest fanden diese in ungewohnter Form statt und zu einem eher seltsamen Zeitpunkt – wenn man es denn so auslegen will. Die US Indizes werden seit Monaten hauptsächlich von ein paar wenigen Aktien wie Amazon, Facebook, Google und Co. oben gehalten. Wehe wenn hier plötzliche Schwäche aufkommt! Die Statistiken und Konjunkturdaten der US Wirtschaft scheinen zudem zumindest „sehr optimistisch“ erstellt worden zu sein. Die Liste der Risikofaktoren ist lang und unter normalen Umständen hätten die Börsen bereits seit langem deutlich korrigieren müssen. Aber die Notenbanken halten den Laden in Schuss so lange es geht…!

Im kommenden Jahr befinden wir und nun aber in einem US Präsidentschafts-Zyklus der grundsätztlich positiv verlaufen sollte. Große Umwälzungen bieten auch in diesem Umfeld deutliches Potenzial. Um hier nur ein paar zu nennen, ist alles was mit Industrie 4.0 zu tun hat weiterhin „hot“. Robotic, Drohnen, Das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Cloud, Elektromobilität, selbstfahrende Autos, aber auch Biotechnologie und alternative Energien etc. bleiben Themen die auch unter längerfristigem Anlagehorizont interessant sind. Wie oben schon erwähnt, werden höchstwahrscheinlich auch die Rohstoffmärkte, nach jahrelanger Baisse, irgendwann im kommenden Jahr wieder einen Blick wert sein. In jeder Marktphase gibt es Chancen die genutzt werden können!

Fazit: Letztlich weiß niemand genau was uns im nächsten Jahr erwartet, aber wenn man den Blick für das wesentliche schärft, wird man in jeder Marktphase erfolgreich sein. Sowohl das richtige Timing als auch eine Anpassung der Strategie an die aktuelle Situation und Auswahl der richtigen Aktien, sind in meinen Augen die drei wichtigsten Faktoren für das kommende Börsenjahr. Die Schwankungsbreite der Bewegungen, wie wir Sie im vergangenen Jahr gesehen haben, wird uns grundsätzlich erhalten bleiben. Ich werde auch in den kommenden 12 Monaten hier im Blog und im Börsenbrief mein Bestes geben, um Ihnen bei Ihren Anlageentscheidungen zu helfen und Sie vor den größten Fehlern zu bewahren. Nun wünsche ich Ihnen aber erst einmal einen guten Rusch in ein gesundes und glückliches neues Jahr. Genießen Sie die Tage, bis es dann im ersten Börsenmonat des neuen Jahres möglicherweise bereits wieder richtig zur Sache geht…!

viele herzliche Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Janet Yellen´s Tanz auf der Rasierklinge…

Was haben wir alle gezittert…. vor der Zinswende! Es gibt wohl keinen Trader der sich nicht in den vergangenen Wochen umfangreiche Gedankenspiele zu den möglichen Szenarien danach erlaubt hat. Den Konsens dabei war dass die Erhöhung kommt und damit ist es dann erst einmal gut. Dieses „One and Done“ Szenario war das wahrscheinlichste, damit die FED ihr Gesicht wahren konnte, der Schaden für die Kapitalmärkte dann aber möglichst gering bleibt. Letztlich kam mal wieder alles etwas anders als gedacht, dennoch hat der Markt nicht verschnupft reagiert, weil die momentane Erleichterung größer war als die Befürchtungen für Kommendes…

Der wichtigste Punkt vorab, die Zinserhöhungen werden laut Protokoll weiter gehen! Also war der gestrige Schritt wahrscheinlich keine einmalige Aktion und wir haben es tatsächlich mit einer echten „Zinswende“ zu tun. Geplant ist offenbar die Zinsen in den USA bis Ende 2016 auf 1,375 Prozent anzuheben. Für Ende 2017 rechnet die FED laut dem jüngsten Protokoll mit einem Zins von 2,625 Prozent. Wer sich die Mühe machen will kann ja nun ausrechnen wie hoch die einzelnen Zinsschritte dann sein müssten… 😉

Janet Yellen hielt sich aber noch ein Hintertürchen offen und verwies darauf, dass man sehr behutsam bei den einzelnen Erhöhungen vorgehen werde und die jeweiligen Zinsschritte der aktuellen Marktsituation anpassen werde.  Sprich, die Vorgaben aus dem Sitzungsprotokoll sind nicht in Stein gemeißelt und können jederzeit auch nach unten angepasst werden. Das war dann wohl auch der Punkt der im Anschluss an die Pressekonferenz zu deutlich steigenden Kursen führte. Auch wenn diese Formulierung möglicherweise mal wieder reine Verbalerotik war, um genau das zu bewirken…

Fazit: Der gestrige Zinsschritt traf die Erwartungen des Marktes und wurde nun endlich vollzogen, womit ein Stück Unsicherheit aus dem Markt entweicht. Soweit die gute Nachricht… Das weitere Vorgehen der FED ist unklar, die eigentlichen Vorgaben liegen hier aber deutlich über dem was der Markt befürchtet hatte! Sollte eine Zinswende in dieser Form stattfinden, könnte dies dramatische Folgen für einige Wechselkurse und damit verbunden für die Emerging Markets und Rohstoffmärkte haben. Das weiß natürlich auch die FED, dennoch dürfte im kommenden Jahr jede FED Sitzung von erhöhter Volatilität begleitet werden.

Erstaunlich war in dem Zusammenhang, dass der Dollar gestern zunächst nicht wieder an Stärke gewinnen konnte, später dann folgte zumindest eine kleine Bewegung nach oben. Vieles wurde offenbar in den vorherigen 6 bis 7 Ankündigungen einer Zinserhöhung bereits eingepreist, was zumindest hoffen lässt, dass wir von dieser Seite erst einmal Ruhe haben. Dennoch sind die geplanten weitern Zinsschritte eine Bedrohung für die weltweiten Aktienmärkte, insbesondere der Länder die entsprechend hoch im Dollar verschuldet sind. Die schlechte Nachricht ist also:

Der Dollar bleibt stark, die Unruhe um das Thema Zinswende in den USA bleibt uns wahrscheinlich auch im kommenden Jahr erhalten und die Volatilität bleibt hoch!

DAX 8.000 oder 7.400 Punkte im Visier?

Die Unsicherheit dürfte auch in der kommenden Woche weiter anhalten… Nachdem der amerikanische Aktienmarkt das Inkrafttreten der automatischen Ausgabenkürzungen (Sequester) erstaunlich gelassen zur Kenntnis genommen hat, konnten sich die Aktienkurse im späten Handel wieder etwas erholen. Dennoch schweben nach wie vor die politischen Unsicherheiten aus Italien über den Märkten. Eine Regierungsbildung in der drittgrößten Wirtschaftsnation der Eurozone gestaltet sich weiterhin schwierig. Der heimliche Wahlsieger und ehemalige Komiker Beppe Grillo flirtet bereits öffentlich mit einem Austritt seines Landes aus der Eurozone und der Wiedereinführung der Lira. Kurz nachdem er einen Schuldenschnitt für sein Land verlangt hatte soll nun eine Volksabstimmung über den Verbleib Italiens in der Währungsunion entscheiden. Zudem prophezeit der Grillo bereits jetzt den Zusammenbruch des gesamten Systems. Seine Protestbewegung „Fünf Sterne“ hatte bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 25,5 Prozent der Stimmen errungen.

Nicht das wir nicht an markige Sprüche aus Italien gewöhnt wären, aber in dieser Form sind solche Aussagen doch zumindest geeignet dafür weitere Verwirrung und Verunsicherung unter den Anlegern zu sorgen. Es ist somit aus heutige Sicht schwer abschätzbar wie der Markt darauf am Montag oder den kommenden Tagen reagieren wird. Der italienische Leitindex MIB 40 steht zudem aus charttechnischer Sicht an einem sehr interessanten Punkt, an dem eine größere Kurbewegung in die ein- oder andere Richtung zu erwarten ist. Fällt der Index nun aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend nach unten durch dürfte das nicht ohne Folgen für die anderen europäischen Indizes sein.

Zudem hat Barack Obama mit seiner Unterschrift unter den Sequester nun wohl einigen Anlegern, die bis zuletzt gehofft hatten dass es in letzter Sekunde doch noch eine Lösung geben könnte, den letzten Wind aus den Segeln genommen. Kurzum, die kommende Woche wird nicht weniger spannend als die letzte, und die Volatilität wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin zunehmen. Das heißt aber nicht zwingend, dass man nun mit einem Absturz rechnen muss. Letztlich erfordert diese Situation aber unbedingt unsere erhöhte Aufmerksamkeit. Denn, das eigentlich faszinierende ist an dieser Stellen dass es unglaublich viele Aktien gibt die noch nahe ihren Tiefständen notieren, während die Indizes überwiegend bereits neue Hochs ausgebildet haben.

Man stellt sich also zwangsläufig die Frage ob diese schwachen Aktien nun bald bouncen werden oder aber die bislang starken Aktien bald auch deutlich nachgeben. Gefühlt befinden wir uns bei der Betrachtung einzelner Aktien bereits seit einigen Tagen in einer ausgedehnten Korrektur, sieht man sich beispielsweise den gesamten Rohstoff-Sektor an. Dennoch gibt es auch Anzeichen dafür das der ungebremste Strom an Liquidität einfach alles platt walzt was sich ihm in den Weg stellt. Die FED hat in dieser Woche noch einmal versichert „alles zu tun“ um die gesteckten Ziele auch zu erreichen und weiterhin kräftig Geld in den Markt zu pumpen, falls notwendig. „Never fight the FED“ heißt eine Börsenweisheit, die uns ermahnt diesen Faktor keinesfalls zu ignorieren.

Was macht man jetzt aus einer solchen Situation? Ich habe mein Depot bereits Anfang letzter Woche auf ein gesundes Maß zusammengestutzt und warte nun auf ein neues und vor allem klares Signal. In Phasen wie diesen ist es einfach nicht klug zu hoffen oder zu raten was passieren könnte, denn es ist schlicht nicht absehbar. Grundsätzlich gehe ich davon aus dass sich das italienische Schreckgespenst wieder verziehen wird, oder zumindest der übliche Gewöhnungseffekt irgendwann einsetzt. Politische Ereignisse haben erfahrungsgemäß eben nur eine bedingte Halbwertszeit. Andererseits ist eine Korrektur in absehbarer Zeit grundsätzlich zu erwarten und wäre auch gesund. Aber, wie wir alles wissen kann der Markt zuvor in eine Übertreibungsphase übergehen, bevor er seinen wahren Charakter zeigt. Die Kursverluste in einzelnen Sektoren sind in jedem Fall ein erstes Warnzeichen und sollten ernst genommen werden!

Die richtige Strategie kann also aus meiner Sicht nur lauten dass man sich momentan nur sehr kurzfristig engagiert und/oder die Risikokontrolle im Depot entsprechend sorgfältig plant und umsetzt. In jedem Falle muss man nun etwas vorsichtiger werden bis Mr Market sich entschieden hat wohin er tatsächlich laufen will. Sollten die Indizes nun weiter  nach oben laufen, muss man entsprechend schnell reagieren. Denn dann könnte noch einiges drin sein, bevor wir die erste wirkliche Korrektur des Jahres zu sehen bekommen. Im umgekehrten Fall ist es ratsam schnell und konsequent wieder auszusteigen und auf ein besseres Setup zu warten. Ich kann Ihnen also in dieser Woche keinen wirklichen Rat geben, sondern Ihnen lediglich mitteilen wie ich mich verhalten werde. Zu einzelnen Aktien werde ich wie gewohnt ein paar interessante Artikel und neue Einschätzungen in den kommenden Tagen hier auf www.investorsinside.de veröffentlichen, die Sie interessieren dürften…Spätestens mit der nächsten Ausgabe unseres kostenlosen Börsenbriefes sollte die Sicht auf die kommenden Monate dann wieder etwas klarer werden.

Bis dahin wünsche ich Ihnen gute Entscheidungen und erfolgreiche Trades!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Investors Inside wünscht Ihnen Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr!

Das Jahr neigt sich allmählich dem Ende zu. Nur noch wenige Handelstage, dann wird auch dieses durchaus anspruchsvolle Börsenjahr beendet sein. Wie immer in dieser Zeit habe ich meine Aktivitäten an der Börse nun auf das Wesentliche reduziert um neue Kraft und Energie für das kommende Jahr zu tanken. Stopps werden enger gezogen, einzelne Positionen aktiv verkauft oder sogar noch schnell ein paar von den Aktien gekauft die im kommenden Jahr gut laufen sollten. Das Optimieren der Steuern gehört in jedem Falle natürlich auch dazu, wie ich ihnen hier kürzlich geschrieben habe. Jetzt ist auch die richtige Zeit um dieses Börsenjahr noch einmal reflektieren zu lassen und Dinge, die noch unbedingt erledigt werden müssen, abzuarbeiten. Was ist gut gelaufen, was nicht so, bzw. was ist für das kommende Jahr verbesserungswürdig? Welche Fehler habe ich gemacht? Wo habe ich Geld verloren und warum? Was habe ich daraus gelernt? Und mit welchen Positionen habe ich die größten Gewinne eingefahren, etc.

Ich kann auf ein Jahr mit vielen teilweise ungewöhnlichen Prognosen und Analysen zurückblicken, die nahezu alle vollständig aufgegangen sind. Dabei waren nicht alle hier vorgestellten Titel ein voller Erfolg, aber mit jeder dieser Aktien ließ sich Geld verdienen, wenn man den Ein- und Ausstieg konsequent geplant hat. Einige Aktien erwiesen sich als echte Dauerläufer, wie z.B. VW und Porsche oder auch die Deutsche Bank mit mittleren zweistelligen Renditen. Manche Aktien wie beispielsweise  TUI, Research in Motion, Lufthansa lagen gar im dreistelligen Rendite-Bereich, oder zumindest knapp darunter. Andere Titel aus den Investors Inside Neuvorstellungen 2012 notieren heute bereits kräftig zweistellig im Plus, oder wurden im Jahresverlauf mit entsprechenden Renditen veräussert. Aber es gab natürlich auch ein paar Aktien bei denen die Position wieder mit kleinen Verlusten oder nur geringem Gewinn verkauft werden musste. Aixtron, Veolia, Commerzbank…um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Aktien mit denen überhaupt kein Geld zu verdienen war, waren meist Titel, die ich nicht aus voller Überzeugung sondern nur aufgrund von Empfehlungen anderer gekauft habe, oder um in einem Sektor auch engagiert zu sein. (Stichwort: Diversifikation)

Ich habe auch in diesem Jahr viele neue Erkenntnisse gewonnen, die ich gerne im demnächst mit Ihnen teilen werde. Nicht immer ist es eine gute Idee unbedingt „breit aufgestellt“ zu sein. Zwar senkt dies das Risiko etwas, schmälert aber nicht selten auch die Gewinne erheblich. Alles hat an der Börse eben seine Zeit und nicht alles läuft gleichzeitig nach oben – auch in starken Börsenphasen! Mit Gold oder Rohstoffen allgemein war beispielsweise im Jahr 2012 nicht viel zu verdienen. Und das könnte im nächsten Jahr durchaus noch so bleiben. Doch dazu mehr in einem anderen Beitrag ..! Der US Kohlesektor war eine interessante Rebound Spekulation – bis Obama wiedergewählt wurde, ist aber leider gar nicht aufgegangen. Die deutsche Automobilbranche hat sich trotz aller Unkenrufe von „Fachleuten“, hervorragend geschlagen. Nicht selten waren die Ergebnisse der Spekulationen in einem Sektor politisch beeinflusst. Es war sicherlich kein einfaches Jahr, unterm Strich kann ich aber sagen, dass es aus meiner persönlichen Sicht ein voller Erfolg gewesen ist!

Mir ist es erneut gelungen, trotz aller politischen Turbulenzen, den DAX zu schlagen. Dabei war wieder einmal das richtige Timing erneut ganz entscheidend für den Erfolg. Mut und Entschlossenheit eine Aktie wie z.B. Hochtief auf dem Tiefpunkt unter 35,- Euro zu kaufen, wenn keiner diese haben will, Porsche zu halten obwohl alle Welt Schauergeschichte verbreitet, oder auch die eben schon erwähnte TUI, Peugeot und Klöckner & Co auf dem Tiefpunkt zu kaufen. Es gibt viele weitere Beispiele, die ich hier aber nicht alle im einzelnen aufzählen kann, um Sie nicht zu langweilen. Die wichtigste Erkenntnis bleibt aber die gleiche wie ein Jahr zuvor: Die Geduld und Disziplin in manchen Börsenphasen dieses Jahres gar nicht oder nur sehr gering investiert zu sein, war erneut einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren! Die Phasen der großen Verluste auszulassen und in den Phasen der Gewinne das Engagement extrem hoch zu fahren, ist mir zwar nicht ganz optimal gelungen, aber doch zum Großteil. Das schreibe ich heute nicht ganz ohne Stolz, denn damit gehöre ich offensichtlich eher zu einer kleinen Minderheit an der Börse…!

Ich bin mir somit sicher dass auch meine regelmäßigen Leser ein zumindest zufriedenstellendes bis hervorragendes Jahr gehabt haben dürften, wenn Sie den Berichten hier im Blog gefolgt sind. Und ich freue mich, wenn ich Ihnen auf diesem Weg zu mehr Erfolg und Selbstvertrauen an den Märkten verhelfen konnte! Das kommende Jahr wird aller Voraussicht nach nicht minder anspruchsvoll werden! Gemeinsam werden wir aber auch in den kommenden 12 Monaten alle kommenden Turbulenzen überstehen und erneut große Erfolge feiern. Schon jetzt habe ich ein paar Favoriten für 2013 ausgemacht, die ich gerne zu gegebener Zeit mit Ihnen teilen werde. Um diesen Service für Sie weiter zu verbessern bin ich gerade u.a. dabei ein neues Newsletter-System zu testen. Leider stellt mich die Technik immer wieder vor neue Herausforderungen. Der Relaunch der Seite, mit all den neuen Features, lässt also noch ein wenig auf sich warten. Ich bitte somit heute schon für Ihr Verständnis und etwas Geduld.

Mir bleibt nur noch Ihnen und Ihren Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen. Und natürlich alles erdenklich Gute für das Jahr 2013 – Gesundheit, Erfolg und persönliches Glück. Ich bedanke mich für Ihr Interesse und das entgegengebrachte Vertrauen im letzten Jahr und freu mich auf ein erneut spannendes Börsenjahr mit Ihnen!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

Aktuelle Markteinschätzung DAX und S&P 500

Getrieben durch diverse Nachrichten aus allen kritischen Bereichen erleben wir im DAX heute einmal mehr einen extrem unruhigen und volatilen Tag. Nachdem der Deutsche Leitindex gestern noch kräftig zulegen konnte gelang es heute zunächst nicht diese Stärke zu halten, was angesichts der Nachrichtenlage auch nicht weiter verwundert. Die gestrigen Gerüchte um ein weiteres Konjunkturprogramm in China haben sich nicht bestätigt. Dementsprechend sind heute insbesondere wieder die zyklischen Werte deutlich unter Druck. Hinzu kommen einmal mehr beunruhigende Nachrichten aus Spanien sowie eine eher enttäuschende Anleiheauktion in Italien. Bei einer Versteigerung neuer Papiere des Landes mit fünf- und zehnjähriger Laufzeit wurde das Maximalziel deutlich verfehlt. Die Zinsen zogen erneut weiter an.

Gerüchte und deren umgehendes Dementi der EZB zur Bankenrefinanzierung in Spanien machten heute ebenfalls die Runde. Demnach solle sich die Europäische Zentralbank zunächst unzufrieden über die Pläne der Spanier gezeigt haben, der Muttergesellschaft der angeschlagenen Sparkasse Bankia Anleihen im Wert von 19 Milliarden Euro zuzuschießen. Wie immer sorgen solche Nachrichten zunächst für große Verunsicherung an den Märkten und schickten den Dax erneut auf unter 6.300 Zähler. Diese Aussage wurde dann aber von der EZB  umgehend dementiert, was wiederum zu einem Anstieg im Dax bis auf 6.390 Punkte führte. Letztlich hat man als Anleger keine wirkliche Möglichkeit auf solch mediengetriebene Kursbewegungen zu reagieren, und am Ende ist das alles auch nur Grundrauschen. Ein Blick auf die Charts gibt da meistens ein etwas besseres Bild ab.

 

 

Der seit dem 24 Mail bestehende, zarte Aufwärtstrend des DAX wurde somit heute zu Handelsbeginn gebrochen. Die lange Kerze nach dem EZB Dementi verdeutlicht aber dass es heute sehr wohl noch möglich ist wieder in diesen Bereich vorzudringen. Hierzu benötigt der Markt aber wohl zur Abwechslung mal eine gute Nachricht! Dies wäre dann ganz klar als kurzfristige Bärenfalle zu werten und ich würde somit davon ausgehen dass im Anschluss wieder die obere Begrenzung dieses Kanals angesteuert werden kann. Wie Sie sehen können läge das Kursziel dann bei ca 6.500 Punkten. Gelingt es heute aber nicht wieder in den Trendkanal zurück zu finden droht ein weiterer Abverkauf bis in den Bereich der 6.270 und später 6.246 Punkte Marke. Am Ende wird auch heute der S&P 500 darüber entscheiden wohin die weitere Reise uns führt. Ich rechne momentan damit dass die Schlusskurse des gestrigen Handelstages bei 1.332,42 Punkten heute noch einmal erreicht werden ( was allerdings vorbörslich schon passiert ist!) Im Anschluss muss sich zeigen ob es gelingen kann die wichtige Marke von 1.335 Punkten heute zurück zu erobern, oder ob auch hier die unterer Begrenzung des aktuellen Trendkanals wieder angesteuert werden soll.

 

Das große Bild bleibt damit somit, wie bereits in unserem kostenlosen Newsletter dargestellt, weiterhin unverändert. Solange der Dax nicht nachhaltig unter das Kursziel von 6.172 Punkten fällt bleibt die Wahrscheinlichkeit für einen Bounce in Richtung 6.600 Punkten bestehen. Das Kursniveau um die 6.370 Punkte spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle. Ich persönlich gehe weiterhin davon aus dass wir aus rein technischer Betrachtung einen Bounce bis maximal 6.500 Punkten sehen könnten, der dann nach einem erneuten Rücksetzer auf knapp 6.400 Punkte einen erneuten Anstieg bis zur 6.600 Punkte Marke produzieren kann. Erst im Anschluss an diese Bewegungen muss sich dann entscheiden ob der Markt erneut und sehr dynamisch zusammenklappt, oder wir ein ruhiges Hochschieben bis in den Bereich um die 7.000 Punkte sehen werden.

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Der letzte Handelstag eines sehr bewegten Börsenjahres 2011 – Wie wird 2012?

Es ist soweit – endlich (!)  sagt meine innere Stimme. Das Börsenjahr 2011 neigt sich dem Ende zu, und es sieht vorbörslich so aus als ob sich die Aktienmärkte heute mit einem positiven und versöhnlichem Tag aus diesem Jahr verabschieden wollten. Es wird für mich persönlich ein Jahr sein dass mir noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben wird. Nachdem die erste Jahreshälfte aus Anlegersicht gut gelaufen ist und wir uns noch alle an stabil steigenden Kursen erfreuen konnten, hat uns die zweite Jahreshälfte einmal mehr gezeigt dass die Börse keineswegs eine Einbahnstraße ist. Extrem hohe Volatilität, politische und nervöse Märkte haben es auch mir sehr schwer gemacht, und so verabschiede ich mich aus diesem Jahr letztlich mit einem kleinen Plus von 4,22 Prozent über alles.

Angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten, der Atomkatastrophe von Fukushima, und einem DAX der in der selben Zeit bis zu 20 Prozent verloren hat kann man das wohl immer noch als gutes Ergebnis bezeichnen. Bei den meisten Aktien sieht die Bilanz des Jahres 2011 mit Kursverlusten von 50 Prozent oder mehr sogar noch deutlich düsterer aus. Damit habe  ich den Index zumindest klar geschlagen und beende das Jahr im positiven Terrain. Wenn ich mich vergleichsweise bei den professionellen Fondsmanager umsehe muss ich mich damit nicht verstecken. Dennoch bleibt natürlich ein fader Beigeschmack. Bezogen auf die investierte Zeit – die intensiver war als in allen Jahren zuvor – war es ein sehr intensives und anstrengendes Jahr. Selbst das Jahr nach Lehman habe ich wesentlich entspannter erlebt…

Deswegen werden mich ein paar gute Vorsätze in ein wahrscheinlich nicht minder aufregendes Börsenjahr 2012 begleiten. Einmal abgesehen von den regelmäßigen sportlichen Aktivitäten die ich nun wieder in meinen Wochenplan als festen Bestandteil einbauen werde, erfordert die Situation an den Kapitalmärkten wohl auch in den kommenden Monaten einen gewissen Strategiewechsel. Die Swings werden immer kürzer und heftiger, und diese gilt es gezielter zu nutzen bis sich die Lage in der Eurozone dann wirklich wieder entspannt hat. Gute und günstige Aktien kann man bereits in diesen Tagen an fast allen Ecken finden. Aber auch diese Aktien unterliegen teilweise noch heftigen Schwankungen die man zumindest nach unten nicht mitmachen muss.

Um einen solchen Markt dauerhaft zu überleben muss man deutlich aktiver sein als früher, und schneller reagieren können als dies bislang notwendig war. Die Alternative dazu ist natürlich die Finger ganz von Aktien zu lassen bis das Gewitter vorüber ist. Dann läuft man allerdings auch Gefahr historisch günstige Einstiegskurse eventuell zu verpassen. Letztlich wird es höchstwahrscheinlich eine Mischung aus mehreren Strategien sein die zum Erfolg führt. Aktien zu identifizieren die historisch günstig sind, und ein nur noch geringes Rückschlagpotenzial haben. Diese mit ersten Positionen zu kaufen und ggf. weiter aufzustocken. Andere Aktien, die ebenfalls attraktiv sind  kurzzeitig zu traden und damit Gewinne zu sichern, und manche Märkte immer wieder mal zu shorten.

Für die Umsetzung aller Strategien werden wir ihnen auch im kommenden Jahr das nötige Wissen mit an die Hand geben. Investors Inside wird im Jahr 2012 noch intensiver, globaler, und umfangreicher. Wir werden unseren interessierten Lesern ab dem kommenden Frühjahr einen besonderen, und einzigartigen Service bieten – Lassen Sie sich überraschen! Unser Team freut sich schon jetzt darauf mit Ihnen gemeinsam das neue Börsenjahr zu bestreiten. Bis dahin wünschen wir Ihnen nun erst einmal einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr 2012. Feiern Sie den Abgang eines schwierigen Börsenjahrs gebührend, dann wird das kommende bestimmt besser 😉

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