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Salzgitter – Die Krise kaufen…?

Das Stahlkonzern Salzgitter erwartet für das Gesamtjahr 2013 einen Verlust in Höhe von 400 Millionen Euro und dabei sind die Kosten für das Projekt ‚Salzgitter AG 2015‘, sprich das Sparprogramm, noch nicht einmal enthalten…! Was sich erst einmal dramatisch anhört, ist es auch und somit sicherlich auch nicht schön für die leidgeprüften Aktionäre. Denn, der Abwärtstrend beim Umsatz und Gewinn konnte zuletzt wieder etwas gebremst werden, was zumindest Hoffnung auf bessere Zeiten verbreitet.

Im letzten Quartal musste erneut ein Verlust in Höhe von 64,3 Millionen Euro ausgewiesen werden, wohingegen der Vorjahresverlust nur bei 24,5 Millionen Euro lag. Im Vergleich zum Vorquartal hingegen konnte der Verlust wieder deutlich eingedämmt werden. Der Umsatz sank auf Neunmonatssicht nun auf 2,26 Milliarden Euro nach dem Vorjahreswert von 2,6 Mrd. Euro. Ein deutlicher Rückgang – da gibt es nicht viel zu beschönigen! Alles in Allem also eher ein Zahlenwerk dass niemanden so richtig zum Kauf der Aktie animieren dürfte…!

Salzgitter Aktie mit Trend

Dennoch spricht, neben dem weiterhin geplanten Stellenabbau von 1.500 von insgesamt 23.000 Arbeitsplätzen und der reinen Hoffnung auf Besserung, so einiges dafür dass demnächst ein guter Einstiegstzeitpunkt bei der Aktie gekommen sein könnte. Der weltweite Stahlmarkt schein sich allmählich aus der Talsohle zu lösen, die Preise konnten zuletzt wieder leicht zulegen, und auch der Branchenführer ArcelorMittal zeigte sich jüngst wieder deutlich optimistischer für die kommenden Jahre. Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann sieht, laut der heutigen Pressemitteilung, zudem deutliche Anzeichen für eine Verbesserung der Nachfrage – auch in Europa.

Allem voran ist da aber ein vielversprechender Chart, den man sich einmal etwas näher ansehen sollte. Die schlechten Nachrichten sollten jetzt eigentlich weitestgehend im Kurs verarbeitet sein. Die Salzgitter Aktie befindet sich – nach wie vor – in einem klaren Aufwärtstrend. Dieser wird heute noch einmal intensiv getestet, wie man in dem Chart oben deutlich sehen kann. Sollte es heute gelingen diesen Trend zu halten, stehen die Chancen für eine Fortsetzung also nicht schlecht. Mit dem Überschreiten der Hürden bei 33,38 Euro und 34,30 Euro wäre der Weg nach oben dann theoretisch frei. Aus rein fundamentaler Betrachtung gibt es allerdings bessere und risikoärmere Aktien am deutschen Aktienmarkt. Und man sollte wohl erst einmal das nun folgende Analysten-Gewitter abwarten… Ein enger Stopp unterhalb der hier eingezeichneten blauen Linie sichert ab.

Salzgitter und Aurubis solide, ThyssenKrupp bedenklich…

Die Salzgitter AG meldete heute die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Etwas schwächer als von Analysten erwartet entwickelte sich dabei das operative Ergebnis des Konzerns mit einem Minus von 15,5 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 44 Millionen Euro in den Büchern stand. Darin enthalten sind 28 Millionen Euro Ergebnisbeitrag von Europas grösstem Kupferkonzern Aurubis, an dem Salzgitter beteiligt ist. Der Umsatz konnte hingegen weiter kräftig zulegen. Im ersten Quartal des Jahres setzte Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher mit  2,6  Milliarden Euro um, was einer Steigerung um 13 Prozent entspricht. Das Ergebnis wurde insbesondere durch einen Röhrenauftrag aus dem Iran, der nicht umgesetzt werden konnte, sowie die schwächeres Stahlpreise im Jahr 2011 belastet, hieß es in der heutigen Pressemeldung.

Die Konzernführung zeigte sich aber sehr optimistisch für das Gesamtjahr, und rechnet mit einer weiteren Belebung des Geschäftes sowie wieder steigenden Stahlpreisen. Bereits zum Jahresanfang 2012 haben die Notierungen für Stahl wieder angezogen. Zudem konnte Salzgitter den Fehlenden Auftrag im Röhrengeschäft bereits jetzt durch eine entsprechende Order aus Australien kompensieren. Die Eigenkapitalquote von 43 Prozent sowie 642 Millionen Euro Nettofinanzposition bilden eine nach wie vor äußerst solide Basis für die Zukunft des Konzerns, hieß es.

Alles in allem dürfte damit die Durststrecke der deutschen Stahlkonzerne allmählich zu Ende gehen. Insbesondere auch die gestern veröffentlichten Zahlen der Beteiligung an Europas größter Kupferhütte Aurubis entwickelt sich weiterhin sehr erfreulich, und zeigt das der Trend in dem Sektor nun wieder allmählich nach oben dreht. Hervorzuheben ist wohl auch dass die Handelssparte von Salzgitter einen wesentlichen Beitrag zu dem Geschäftsergebnis beigetragen hat, was für mich persönlich die Theo unterstreicht dass Stahlhändler wie Klöckner &Co, vorübergehende Marktschwächen am besten abfedern können. Das heute gelieferte Zahlenwerk von Salzgitter, insbesondere der um 300 Millionen Euro deutlich gesteigerte Umsatz, würde ich als solide bezeichnen. Wenn die Stahlpreise nun weiter steigen, dürfte sich dies auch überproportional positiv auf die künftigen Bilanzen des Konzerns auswirken.

Die momentan sehr niedrige Börsenbewertung der Salzgitter AG dürfte nach den Zahlen, und vor allem dem positiven Ausblick bald der Vergangenheit angehören. Hier sollte nun so langsam alles schlechte eingepresst sein und genügend Raum für positive Überraschungen bestehen…Etwas mehr Sorgen muss man sich da wohl als ThyssenKrupp Aktionär machen. Noch immer schreibt der Konzern hohe Verluste, die aus den Stahlwerken in Brasilien und den USA herrühren. Die Verschuldung des Konzerns ist inzwischen auf 6,5 Milliarden Euro angewachsen. Der Verkauf der defizitären Edelstahlsparte an den finnischen Mitbewerber Outokumpu dürfte da kurzfristig wohl nur wenig Entlastung bringen.

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KLöckner & Co. – jetzt kaufen?

Die Klöckner & Co. Aktie ist bereits seit Tagen unter Druck. Insbesondere Gestern wurde die Aktie noch einmal mit einem Minus von 7,4 Prozent regelrecht verprügelt. Heute wissen wir nun auch warum! Der Verfall bei den Stahlpreisen hat dem Duisburger Stahlhändler im vergangenen Jahr weiter stark zugesetzt. Der Überschuss des Unternehmens brach im Jahr 2011 um rund 85 Prozent auf 12 Millionen Euro ein, im Abschlussquartal stand unter dem Strich ein Verlust von 27 Millionen Euro in den Büchern. Zwar waren die Zahlen für den Markt keine große Überraschung mehr, und wurden ungefähr in dieser Höhe erwartet, jedoch dürfte der ein oder andere Anleger wohl trotzdem insgeheim auf bessere Daten gehofft haben.

Kurzfristig belastend für den Aktienkurs dürfte aber auch bei KlöKo der fehlende Ausblick sein. Das laufende Jahr bezeichnete Vorstandschef Gisbert Rühl als „nicht minder herausfordernd als 2011“, traute sich aber keine konkrete Prognose zu. Rühl rechnet aber mit einer deutlich besseren Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent. Dank entsprechender Zukäufe in den USA und Brasilien legte der Umsatz im Jahr 2011 bereits um 36,5 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis sackte im gleichen Zeitraum aber um rund 9 Prozent auf 217 Millionen Euro ab. Das nun eingeleitete Sparprogramm soll in 2012 erste Früchte tragen und künftig knapp 70 Millionen Euro zum Betriebsergebnis beisteuern.

So schlecht die Zahlen auf den ersten Blick auch sein mögen, eine wirkliche Überraschung waren sie nicht. Auch die Analysten hatten bereits mit Ergebnissen auf diesem Niveau gerechnet. Es besteht somit grundsätzlich eine gute Chance darauf dass nun alle schlechten Nachrichten bei den Duisburgern im Kurs enthalten sind. Die künftige Phantasie durch die getätigten Zukäufe sollte nicht unterschätzt werden. In den kommenden Quartalen könnte sich alleine der Zukauf von Macsteel in den USA als der richtige Schritt zur richtigen Zeit erweisen. Zudem verfügt das Unternehmen immer noch über ein dickes Kapitalpolster das den Aktienkurs nach unten einigermaßen gut absichert. Der aktuelle Rücksetzer könnte sich für mutige Anleger somit als gute Kaufgelegenheit erweisen.

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