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Commerzbank und Deutsche Bank – Weiterhin Vorsicht!

Tja, was soll man sagen…Mario Draghi hat mal wieder in die verbale Trickkiste gegriffen und die Märkte haben sofort reagiert. Zudem hat unsere Kanzlerin heute noch verkünden lassen, dass Sie „..es nicht sehe, dass irgend ein Land die Eurozone verlassen müsse..!“ Es ist schon immer wieder erstaunlich wie wenig die Politik tatsächlich liefern muss und wie sehr die Anleger dem billigen Geld verfallen sind. Regierungskrise in Portugal, weiterhin massive Probleme in Griechenland und ein eventuell zugedrehter Geldhahn in Zypern… Mehr sage ich dazu heute nicht. Nachdem sich die Nachrichten von gestern nun aber ein wenig gesetzt haben, wird es durchaus interessant sein zu beobachten, wie sich diese im weiteren Verlauf nun in den Kursen niederschlagen. Insbesondere die heutige Börseneröffnung in den USA kann hier vielleicht ein paar neue Erkenntnisse darüber bringen ob sich der Trend nun möglicherweise wieder nach oben verlagern kann.

Grundsätzlich ist erst einmal nicht allzu viel passiert. Der DAX hat gestern mustergültig die obere Begrenzung des Trendkanals getestet und eröffnet heute mit einem Gap darüber. Zurückgelassen wurde einmal mehr ein kräftiges Mario-Draghi-Gap zwischen 7.838 und 7.868 Punkten und ich bin mir ziemlich sicher dass dieses noch geschlossen wird, bevor der Index wieder nachhaltig steigen kann. Generell ist es aus meiner Sicht auch durchaus noch fraglich ob wir den bestehenden Abwärtstrend nun tatsächlich nach oben verlassen werden, auch wenn das charttechnische Bild nun natürlich wieder etwas freundlicher aussieht. Es besteht durchaus die Möglichkeit dass es sich hier um eine klassische Eintagsfliege gehandelt hat..

Kurzfristig geholfen hat die EZB Entscheidung die Zinsen auch längerfristig niedrig zu halten, oder diese sogar noch einmal zu senken, natürlich den Bankaktien. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass die Auswirkungen auf den Aktienkurs hier sehr unterschiedlich ausgefallen sind. Die Aktie der Deutschen Bank kann beispielsweise nur in einem geringem Umfang davon profitieren, während sich die Commerzbank Aktie auf einmal wieder nach oben bewegt. Das mag allerdings auch an den Beteuerungen des Finanzvorstandes Stephan Engels gelegen haben, wonach man keine Notverkäufe im Schiffsbereich plane, oder gar noch höhere Abschreibungen hieraus zu erwarten sind. Den Kursrückgang der Aktie hält er persönlich offenbar aus fundamentalen Betrachtungen für nicht gerechtfertigt…

Nun ja, was soll man sagen…Die Frage ob man den Aussagen des CoBa Vorstandes generell noch Glauben schenken kann, muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Ich persönlich würde mich hier lieber auf das verlassen was ich tatsächlich auch irgendwann sehen kann. Sprich die getätigten Aussagen müssen erst einmal durch Zahlen belegt werden. Grundsätzlich bleibt die Commerzbank Aktie für mich auch weiterhin eine hochspekulative Aktie. Der Kursverlauf gestern war zwar mal wieder ganz erfreulich, hatte aber nicht ansatzweise das Zeug dazu der Aktie wirkliche Impulse zu verleihen. Fällt der Titel jetzt wieder unter die 6,- Euro Marke zurück dürfte es sich bei dem gestrigen Anstieg ebenfalls nur um eine Eintagsfliege gehandelt haben. Dann bleibt der Bereich zwischen 4,80 und 5,20 Euro weiterhin das Ziel. Erst bei Kursgewinnen bis über 8,50 Euro würde sich die Lage tatsächlich wieder etwas entspannen. Doch davon sind wir offensichtlich noch sehr weit entfernt.

Auch bei der Deutschen Bank Aktie sieht das Bild nach wie vor eher negativ aus. Zudem ist die Nachrichtenlage um Deutschlands größtes Bankhaus nach wie vor eher als katastrophal zu bezeichnen. Die Skandale der Vergangenheit werden zwar nach und nach abgearbeitet, aber es scheint auch immer wieder Neue zu geben. So hat die DB gestern von der Finanzaufsicht in Südkorea einen Rüffel bekommen weil sie unter anderem ohne entsprechende Lizenz Brokergeschäfte durchgeführt hatte. Der Streit mit der Kirch Familie scheint zu eskalieren und die Rating-Agentur Standard & Poor’s hat die langfristige Bewertung für Deutsche Bank gesenkt. Zudem belastet die Regierungskrise in Portugal wohl ebenso wie die zu erwartende Neuregelung der Eigenkapital-Vorschriften für US Banken. Die Liste der Probleme ist lang, und auch aus dem charttechnischem Blickwinkel gibt es hier momentan wenig Hoffnungsvolles. Der mittelfristige Aufwärtstrend konnte – dank Draghi – nun knapp gehalten werden, zuvor war die Aktie bereits durchgefallen.

Bei aller Euphorie über die weiterhin lockere Geldpolitik ist aus meiner persönlichen Sicht somit durchaus Vorsicht angebracht. Die Nachhaltigkeit der gestrigen Kursbewegungen bleibt noch abzuwarten. Hinzu kommt noch das oben erwähnte Draghi-Gap, dass wohl noch geschlossen werden sollte, bevor der DAX dann tatsächlich irgendwann neue Höchststände ausbilden kann. Insbesondere Bankaktien dürften in Zukunft, wie hier geschildert,  eher nicht zu den favorisierten Anlageinstrumenten gehören, auch wenn die Bewertungen teilweise recht attraktiv aussehen.

Grünes Geld – investieren in ökologische Geldanlagen

Immer mehr Menschen suchen nach Sicherheit bei der Anlage Ihres Geldes. Wie wir alle aber inzwischen wissen gibt es diese Sicherheit bei keiner Anlageklasse mehr. Der Anleihemarkt hat durchaus seine Tücken und die Kursschwankungen am Aktienmarkt sind nicht jedermanns Sache. Rohstoffe oder Devisen sind teilweise noch größeren Schwankungen ausgesetzt, etc. Um so interessanter kann es sein sich nach Alternativen umzusehen, die zum einen einen längeren Anlagehorizont erfordern, zum anderen aber auch auf Renditen hoffen lassen, die relativ unabhängig von dem aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten sind. Zudem enthalten die meisten Anlageprojekte oftmals noch eine soziale Komponente oder bessern die persönliche CO2 Bilanz auf. Auch das sind sicherlich erwähnenswerte Komponenten!

Gemeint ist hier natürlich, wie der Titel schon ahnen lässt, die Investition in Nachhaltigkeit durch den Anbau oder die Nutzung von natürlichen Rohstoffen wie Holz, Wasser, Sonne, Wind, etc. Wie bei anderen Geldanlagen auch gilt es aber auch hier zu vergleichen und sich vor der Investition genau zu informieren welchem Anbieter man sein Geld anvertrauen kann. Eine schöne Seite die ich hier zum Thema Geld anlegen in grüne Investments gefunden habe möchte ich Ihnen heute kurz vorstellen. Grünesgeld24 befasst sich intensiv mit dem Thema und stellt verschiedene Möglichkeiten der grünen Geldanlage, sowie hilfreiche Hintergrundinformationen zur Verfügung. Wer also an diesem nicht so sonnigen Wochenende noch ein wenig Zeit für sein langfristigen Vermögensaufbau mit Umweltfonds investieren möchte, sollte dort vorbeischauen.

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Aixtron – Jahr des Über-, oder des Untergangs?

Die Aktie des Tages ist wohl neben Volkswagen die des LED Anlagenbauers Aixtron. Heute veröffentlichte das Unternehmen die Daten für das abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahres, und die waren wirklich grottenschlecht. So war es auch nicht weiter verwunderlich dass sich der Titel bereits vorbörslich kräftig im Minus befand. Denn die Daten deuteten eher darauf hin dass die Aktie heute kräftig unter Druck geraten würde. Der Chipanlagenbauer ist zu Jahresbeginn kräftig in die Verlustzone gerutscht. Bedingt durch einem Umsatzeinbruch um 70 Prozent auf 42 Millionen Euro lag das Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 18,3 Millionen Euro nach einem Gewinn im Vorjahreszeitraum von knapp 75 Millionen. Unter dem Strich fiel somit im ersten Quartal ein Verlust von 12,3 Millionen Euro an, wohingegen dieser Wert im Vorjahr noch bei plus 52,3 Millionen Euro gelegen hatte.

Faszinieren war aber dann die anschließende Bewegung bei der Aktie nach der Xetra Handelseröffnung. Mit einem satten Kursanstieg um über sieben Prozent zum gestrigen Schlusskurs landete das Papier heute bei 13,71 Euro statt bei 10,- Euro, wie vielleicht viele Marktteilnehmer nach der Lektüre des Quartalsberichtes erwartet hätten. Woher dieser spontane Optimismus rührt bleibt auch für mich etwas schwer nachzuvollziehen. Weder gab das Unternehmen einen konkreten Ausblick auf das Gesamtjahr ab, noch konnte der Vorstand einen Zeitpunkt für das Ende dieser Abwärtsbewegung beim Umsatz nennen. Nach wie vor geht man bei Aixtron davon aus das 2012 ein „Jahr des Übergangs“ sein werde, was auch immer das unter den gegebenen Umständen heißen soll.

Leser dieses Blogs wissen dass ich grundsätzlich sehr optimistisch für die Branche im Allgemeinen und Aixtron im Speziellen bin. Die Zahlen und die fehlende Perspektive haben mich allerdings sehr nachdenklich gestimmt. Bezüglich des weiteren Vorgehens bei der Aktie bin ich somit auch äusserst unschlüssig. Zum einen wäre da die äusserst positive Tatsache dass die Aktie heute nach so einer Meldung überhaupt im Plus notiert, und das auch noch kräftig! Und zum anderen die Überlegung dass das Unternehmen einen solchen Einbruch wohl nicht über einen längeren Zeitraum durchhalten kann. Sollte sich nicht in den nächsten Quartalen eine fundamentale Besserung einstellen könnte es wirklich eng werden für Aixtron.

So persvers das in dieser Situation klingen mag, aber die Aixtron Aktie ist kurz davor ein neues Kaufsignal zu generieren. Würde in den kommenden Tagen ein Anstieg über die Hürde bei 14,- Euro gelingen, dann wäre der Weg aus charttechnischer Sicht frei bis zum nächsten Widerstand bei 16,- Euro. In jedem Falle sollte das Investment aber nun nach unten entsprechend gut abgesichert werden. Hier bietet sich die wichtige Marke von 12,50 Euro an, die bislang immer gehalten hat. Am Ende  bleibt die vorläufige Erkenntnis dass eine Aktie die an an so einem Tag kräftig steigen kann vielleicht das Schlimmste überstanden hat, den Beweis der Nachhaltigkeit dieser Bewegung muss das Unternehmen aber möglichst bald nachreichen. Für heute gilt somit erst einmal Gewinne (trotzdem) laufen lassen.

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