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Commerzbank, MAN, BMW, K+S, Eon und RWE – die Woche der Wahrheit

In der kommenden Woche werden diverse Unternehmen ihre Zahlen zum letzten Quartal offenlegen, und man darf bei einigen Vertretern durchaus gespannt sein wie diese ausfallen werden. Insbesondere das Zahlenwerk der Commerzbank dürfte im Fokus der Anleger stehen. Ist es der zweitgrößten deutschen Bank, trotz aller Unwägbarkeiten und Turbulenzen an den Finanzmärkten gelungen die 0,05 Euro Gewinn, der erwartet wird, zu erreichen, oder gar zu übertreffen? Das Ergebnis zum dritten Quartal ist insofern sehr bedeutsam für die Aktionäre, als das nun eine gute Chance besteht, die Aktie weiter nach oben zu treiben, und endlich über die wichtige Hürde bei 2,12 Euro zu hieven, sollte die Commerzbank positiv überraschen können. Dann wären weitere Anschlusskäufe sehr wahrscheinlich.

Gute, bis sehr gute Zahlen sind wohl von BMW zu erwarten, nachdem bereits VW und Daimler solide Daten vorgelegt haben. VW hat schon fast erwartungsgemäß erneut eine ordentliche Schippe darauf gelegt und die Aktionäre begeistert. Diese honorierten die Zahlen dann auch mit einem kräftigen Kursplus bei der Aktie der Wolfsburger. Bei Daimler waren die Ergebnisse wie gesagt solide, Analysten zeigten sich aber ebenfalls reihenweise angetan und stuften die Aktie hoch. Auch der Sportwagenbauer Porsche konnte seinen Gewinn und Umsatz deutlich zweistellig steigern, und plant weitere Rekorde im kommenden Jahr. Die Bayern werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls noch einmal beim Umsatz und Gewinn zulegen können, die Zahlen kommen am Donnerstag.

Bei uns stehen auch die beiden Schwergewichte Kali & Salz sowie MAN unter besonderer Beobachtung. Beide Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls ihr Zahlenwerk präsentieren. Bei der K+S Aktie könnte es positive Überraschungen geben, nachdem sich die Analysten zuletzt etwas skeptisch gezeigt hatten. Der weltgrößte Düngemittelproduzent Potash hat am Freitag bereits vorgelegt und eine Gewinnverdoppelung bekannt gegeben! Die weiter hohe Nachfrage und steigende Preise sorgten für einen Umsatzanstieg um 47 Prozent, auf 2,3 Milliarden Dollar bei dem amerikanischen Konkurrenten. Das lässt auch bei K + S auf deutlich bessere Werte hoffen.

Bei MAN wird ein Gewinn von 1,57 Euro für das letzte Quartal erwartet. Das operative Geschäft sollte gut gelaufen sein, und die Vorgaben sind erreichbar. Die Konzernführung versprühte zuletzt wieder etwas mehr Optimismus, mehrere Großaufträge konnten verkündet werden. Viel spannender als die eigentlichen Zahlen könnte aber die Nachrichtenlage sein. Denn noch immer steht ein Übernahmeangebot durch VW im Raum. Die Gerüchte mehren sich dass hier bald etwas konkretes passieren könnte, und genau das könnte den Aktienkurs der MAN Aktie, neben guten Zahlen, über charttechnisch wichtige Marken befördern. Hier besteht also gleich mehrfach Phantasie für höhere Kurse. In diesem Zusammenhang wäre dann noch die Aktie des Baustoffzulieferers HeidelbergCemet zu nennen, die ebenfalls am Donnerstag berichten. Auch diese Aktie ist einer unserer Favoriten für eine Jahresenrally, und sollte nach den Q3-Zahlen weiter zulegen können.

Bei den Energieversorgern E.on und RWE dürfte es auch ziemlich spannend werden, wahrscheinlich aber eher im negativen Sinne. Genau kann wohl niemand im Moment beurteilen wie sich die politischen Entscheidungen in diesem Jahr auf die Bilanzen der beiden Konzerne ausgewirkt haben. Mit positiven Überraschungen rechne ich aber persönlich eher nicht. Alles in allem dürfte und eine erneut sehr spannende Woche ins Haus stehen die dann wohl letztlich auch die Frage beantworten wird ob die Hausse weiter geht, oder vorübergehend gestoppt wird. Diese Woche wird wohl auch ersichtlich ob das ganze Rezessions-Gerede der letzten Wochen begründet war oder nicht. Ich wünsche Ihnen erfolgreiches Trading und gute Entscheidungen!

DAX Rally bis auf 6.500 Punkte…und dann?

Was für eine Woche! Der Titel des letzten Newsletters lautete „Alles oder Nichts?“, und ich denke die Frage wurde klar beantwortet. Alle Ängste der letzten Wochen scheinen schlagartig verflogen zu sein nachdem die europäischen Politiker wieder Handlungsfähigkeit bewiesen haben. Auch wenn das eigentliche Thema uns sicherlich noch länger erhalten bleiben sollte, honorierte der Markt die Beschlüsse des EU Gipfels mit kräftigen Aufschlägen. Der DAX konnte in der abgelaufenen Woche um satte 10 Prozent zulegen. Sicherlich eine denkwürdige Woche die die Börsenwelt deutlich verändert hat. Ich habe ja bereits sein mehreren Wochen darauf hingewiesen, dass genau so etwas im positivsten Falle passieren könnte. Sowohl die Charttechnik , als auch die fundamentalen Daten haben hier bereits im Vorfeld deutliche Signale gesendet. Inzwischen haben sich auch die „Fachleute“ unserer Meinung angeschlossen, das wir eben nicht in eine Rezession schliddern werden, und ich freue mich natürlich für alle Leser des Investors Inside Börsenbriefes, dass Sie von dieser Bewegung nun kräftig profitieren konnten.

In diesen Tagen mehren sich auch wieder die skeptischen Stimmen zu der Situation in Europa, und diese sind überwiegend im Lager der institutionellen Investoren zu finden, die durch den 5 Prozent Anstieg am Donnerstag kräftig auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Hier ist also mehr Eigennutz das vorrangige Interesse als eine objektive Einschätzung, der nun deutlich geänderten Lage. Und das stimmt mich persönlich auch für die kommenden Tage weiterhin sehr optimistisch! Generell bin ich ja auch der Meinung, dass man nicht allzu viel darauf geben sollte was einem so in den öffentlichen Medien serviert wird. Und an dieser Stelle möchte ich auch zum Ausdruck bringen, dass ich froh bin nun wieder etwas weniger über politische Ereignisse schreiben zu müssen, und ich mich wieder voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren kann!

Ich möchte hier noch einmal den Chart aus unserem vorletzten Newsletter vom 15.10.2011 zeigen, in dem deutlich die Untertassen-Formation zu sehen war, ebenso wie die SKS -Formation, oder besser gesagt die SSKKSS-Formation, die nicht allzu häufig vorkommt, und in der Vergangenheit nahezu immer ein starkes Trendumkehrsignal dargestellt hat. Bereits damals war deutlich zu erkennen, dass der Markt begonnen hatte an der sogenannten „Mauer der Angst“ empor zu klettern. (roter Kanal) Mit dem Überschreiten der Zone von 5,974 bis 6.000 Punkten, oder des 61,8er Fibonacci Retracements, hat sich dieser Ausbruch dann auch endgültig bestätigt, was das nächste logische Kursziel von 6.240 Punkten aktiviert hat. Auch dieses konnte in der letzten Woche mit Leichtigkeit genommen werden.

Die spannende Frage lautet also nun, wie wird es weiter gehen in der kommenden Woche? Allem voran möchte ich Sie vor allzu viel Euphorie warnen. Der Markt ist phantastisch gelaufen, und auch wir sitzen in unserem Depot inzwischen wieder auf kräftigen zweistelligen Gewinnen. Es schadet also nicht diese entsprechend abzusichern, das soll aber nicht heißen dass Sie nun hektisch alles verkaufen sollten! Denn auch der Freitagshandel bei den Amerikanern signalisierst weiter steigende Kurse. Hier konnte die wichtige 200 Tage Linie am Donnerstag überwunden werden, und fungiert nun als Unterstützung. Die Gewinnmitnahmen sind bislang eher verhalten ausgefallen, was dafür spricht dass nun auch in den kommenden Tagen „Investitionsnot“ bei den institutionellen Anlegern herrscht, die jede kleine Schwäche kaufen müssen. Für den S&P 500 wäre somit das nächste theoretische Kursziel bei 1350 Punkten!

Der 1-Jahres-Chart des Dax macht deutlich wohin die Reise aller Wahrscheinlichkeit nach gehen wird. Das angepeilte Ziel ist die runde Marke von 6.500 Punkten, diese Marke ist aus mehreren Gründen sehr relevant. Zum einen stellt diese das nächste logische Ziel dar, genauer gesagt wäre hier sogar die 6.542 Punkte Marke das nächste Fibonacci Level.  Zum anderen stößt der Deutsche Leitindex bei 6.500 Punkten an einen Widerstand, der den Tiefpunkt, nach dem Erdbeben in Japan und der Atomkatastrophe in Fukushima, markiert. Spätestens hier wird der Anstieg des Index also mit hoher Wahrscheinlichkeit vorübergehend abgebremst. Was nicht heißen muss das die Rally hier zu Ende ist, aber eine Konsolidierung bis auf 6.240 Punkte, oder gar nochmal 6.100 Punkte wäre dann durchaus auch als gesund zu bezeichnen.

Auf der anderen Seite würde ein weiterer Anstieg über diese Marke dann auch ein gutes Fundament bilden, und das Kursziel von 7.000 Punkten für den DAX aktivieren. Dies wäre wohl etwas was sich noch vor einer Woche die wenigsten Anleger vorstellen konnten. Letztlich gesünder ist ein Markt der zwischendurch auch einmal Luft ablässt. Allerdings spricht einiges dafür das nun eine ungeahnte Dynamik den Markt weiter antreiben könnte. Durch die hohe Short Quote der der letzten Wochen werden Eindeckungskäufe weiterhin den Markt untermauern, obwohl die breite Masse der Shorties nun wohl draußen sein dürfte. Hinzu kommt natürlich auch die Schar der Anleger, die dem Braten noch nicht getraut haben und nun den steigenden Kursen hinterher sehen müssen. Letztlich werden auch sie wieder in den Markt zurückkommen.

Wir lassen also erst einmal alles so laufen wie es ist. Die Bankenwerte haben in dieser Woche eine schöne Performance hingelegt, der Trend sollte sich fortsetzen. Sie erinnern sich sicherlich noch an unseren Artikel im Blog vom 24.10, zu dem Thema Deutsche Bank und Commerzbank. Ebenfalls bleiben Autobauer (insbesondere VW und Porsche, auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen;-), und -Zulieferer sowie die deutschen Stahlaktien hochinteressant, nachdem wir nun wissen, dass die Welt nicht in einer Rezession versinken wird. Ebenso verhält es sich mit Rohstoffaktien, hier sind noch echte Schnäppchen zu finden, siehe Arch Coal. Wer also unserem Rat gefolgt ist und den zweiten Dip auf die 5.000 Punkte Marke gekauft hat, sollte sich inzwischen in einer sehr komfortablen Lage befinden, und kann die letzten Wochen des Jahres wahrscheinlich deutlich entspannter verbringen als den Sommer. In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine erholsame Jahresendrally!

Aixtron – Das war gar nix!

Bereits im Vorfeld der heute veröffentlichten Zahlen bei dem Spezialmaschinenhersteller Aixtron zeichnete sich die Aktie durch besondere Schwäche aus. Der Titel verlor in den letzten 12 Monaten mehr als zwei Drittel an Wert, und notiert inzwischen nur noch bei ca 10,- Euro. Zwischenzeitlich wurde sogar die Marke von 9,- Euro deutlich unterschritten. Aixtron gab heute bekannt, dass das Unternehmen von Juli bis September dramatisch schlechter als im entsprechenden Vorjahreszeitraum abgeschnitten hat. Der Umsatz brach geradezu dramatisch von 212,7 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 89,8 Millionen ein. Das Ebit ist nach von 82,6 Millionen Euro im Vorjahr nun mit 0,6 Millionen Euro gerade noch so im positiven Bereich. Die Dramatik dieses Gewinneinbruches dürfte wohl einigen Marktteilnehmern im Vorfeld bekannt gewesen sein, oder zumindest ließ die Kursentwicklung der letzten Wochen darauf schließen, dass hier etwas im Argen ist.

Der Vorstand des Unternehmens sieht diese Entwicklung nur als vorübergehende Delle in der ansonsten soliden Entwicklung seines Unternehmens, und betonte noch einmal die vielversprechenden Zukunftsaussichten der LED Branche. „Niemand zweifelt daran, dass der nächste Investitionszyklus für LED-Beleuchtung kommt und dass dieser Zyklus die bislang größte Marktchance bietet, die unsere Branche bislang gesehen hat.“ Die Frage laute nicht „ob“ die LED-Beleuchtung komme, sondern „wann“. Daher werde Aixtron auch weiterhin in die Forschung und Entwicklung neuer Anlagen investieren, hieß es in der heutigen Meldung. Diese Meinung kann man teilen, muss man aber nicht. Letztlich wird die entscheidende Frage dann sein wer das Rennen um die Marktführerschaft in dem Segment macht, und wie sich die Margen entwickeln werden. Eine ähnliche Situation wie bei den Solarwerten ist hier mittelfristig zumindest vorstellbar.

Unabhängig davon ist die Aixtron Aktie auf dem jetzigen Niveau, und bei der Nachrichtenlage, für uns allenfalls eine Halteposition. Das Potenzial nach oben dürfte auch in den kommenden Wochen begrenzt sein, denn bereits bei 12,- Euro wartet ein massiver Widerstand bei der Aktie. Zwischen 9,70 und 9,20 Euro finden sich auf der anderen Seite erste mögliche Haltemarken. Darunter wäre zunächst nur das Tief bei 8,68 Euro vom 21. Oktober die aktuelle Unterstützung. Fällt die Aktie hingegen unter diese Marke würden das Kursziel von ca 6,65 Euro aktiv. Wir würden hier erst einmal eine nachhaltige Belebung des LED Marktes abwarten, die sich natürlich auch in den nächsten Quartalsberichten bei Aixtron widerspiegeln sollte. Parallel dazu sollte auch immer wieder besonderes Augenmerk auf die erzielten Margen der LED Hersteller gerichtet werden…Heute dürfte die Aktie in dem allgemeinen Börsenumfeld aber mit dem Markt steigen!

 

Commerzbank, Deutsche Bank – ist das die Wende?

Die Vorzeichen für die beiden Banken waren heute eigentlich eher schlecht, denn die europäische Führungsebene erwartet nun eine deutlich höhere Beteiligung der Commerzbank und der Deutschen Bank an einem Schuldenschnitt Griechenlands. Die ursprüngliche „freiwillige“ Beteiligung von ca 21 Prozent, die die beiden Geldhäuser auf Ihre Griechenland Engagements hätten abschreiben müssen, sollen nun, laut den jüngsten Aussagen nach dem EU Gipfel, auf 50 bis 60 Prozent unfreiwillige Beteiligung, anwachsen. Es ist aber stark anzunehmen, dass sich die Bankenvertreter nicht ohne anderweitige Forderungen darauf einlassen werden. Dementsprechend hoch könnte auch das positive Momentum sein wenn die Beteiligung der Banken letztlich geringer ausfallen sollte.

Näheres dazu werden wir eventuell bereits am kommenden Mittwoch erfahren. Ich persönlich will eben noch nicht so recht daran glauben dass hier nun seitens der Politik hart durchgegriffen wird. Und selbst wenn dann wird man höchstwahrscheinlich wieder einen Weg finden der, nach außen gut aussieht, die Banken aber im Innenverhältnis weitestgehend verschont. Josef Ackermann wird erneut vor die Kameras treten und mit traurigem Dackelblick verkünden wie hart seine Bank von diesen politischen Entscheidungen getroffen worden sei…Wir kennen das ja bereits.

Wer also geglaubt hat, dass die Bankenaktien heute nach diesen politischen Ankündigungen kräftig in die Knie gehen, der sollte sich irren. Eventuell sehen haben wir heute sogar den Wendepunkt bei beiden Aktien gesehen, der sich ja bereits am Freitag angekündigt hatte, als der Plan unserer Bundesregierung einer deutlich höheren Beteiligung an der Umschuldung Griechenlands bekannt wurde. Letztlich sind die politischen Wirren und die damit verbundenen Kursbewegungen bei Bankaktien für den Ottonormalanleger schon lange nicht mehr nachvollziehbar.

Noch ist es auch deutlich zu früh von einem echten Ausbruch zu sprechen, die Chancen auf eine Beruhigung der Situation bei den Bankenwerten stehen aber nicht schlecht, wenn nun endlich Klarheit herrscht. Feststehen dürfte auch dass sich die beiden deutschen Geldhäuser seit Monaten intensiv auf genau diese Situation vorbereitet, und ihr Risiko weitestgehend minimiert haben. Die geplanten Schritte werden also nicht spurlos an den beiden Banken vorübergehen, deutlicher wird dies aber beispielsweise die französischen Kreditinstitute treffen. Grund genug also heute mal wieder etwas genauer hinzusehen, denn wir haben spätestens seit Freitag eine geänderte Situation bei beiden Aktien.

Die Commerzbank-Aktie hat den Handel am Freitag mit 1,70 Euro, und damit mit einer kräftigen Gegenbewegung von 7,44 Prozent abgeschlossen. Nach einigen Fehlversuchen zuvor konnte nun endlich der Widerstand bei 1,65 Euro überwunden werden. Gelingt nun ein weiterer Anstieg sollte die genannte Marke also künftig als Unterstützung fungieren. Kann die Commerzbank Aktie über den Widerstand bei 1,82 bis 1,85  Euro klettern, so wäre erneut die wichtige Marke bei 2,12 Euro im Visier, die immer noch den möglichen Ausgangspunkt für eine „echte“ Erholung der Commerzbank Aktie darstellt. Sollte also in den kommenden Tagen dieser entscheidende Punkt wieder überschritten werden sind dann Kurse über 3,- Euro durchaus wieder realistisch. Ein Rutsch unter 1,62/1,66 Euro dagegen würde die Unterstützung bei 1,46/1,54 Euro in den Blickpunkt rücken.

Bei der Aktie der Deutschen Bank sieht das Bild ähnlich aus, obwohl das Aufwärtspotenzial hier nicht so deutlich sein dürfte wie bei der Commerzbank. Nach dem kräftigen Anstieg vom Freitag notiert die Aktie nun wieder über der wichtigen Marke von 28,- Euro. Sollte sich der positive Trend weiter fortsetzen wäre ein erneuter kurzfristiger Test der runden Marke bei 30,- Euro das Ziel. Der eigentliche Widerstand liegt im Bereich um die 31,30 Euro, diesen gilt es zu überwinden. Gelingt dies hingegen nicht, und die Aktie fällt unter 26,50 Euro oder gar 25,40 Euro zurück, muss auch noch einmal mit einem Test der Jahrestiefstände gerechnet werden.

Für mich persönlich hat sich die Charttechnik als der zuverlässigste Begleiter der letzten zehn Wochen erwiesen, und mich verhältnismäßig gut durch diese Krise gebracht. Und auch im Falle der Commerzbank sowie der Deutschen Bank Aktie würde ich mich noch am ehesten auf die Lehre der Linien, Unterstützungen, Widerstände und Chartformationen verlassen. Achten Sie auf die genannten Marken! Beide Aktien haben am Freitag ein frisches Kaufsignal generiert. Der S&P 500 notiert gerade wieder auf einem Niveau auf dem der Bärenmarkt, aus technischer Sicht, offiziell bereits wieder als beendet gilt. Das heißt natürlich nicht das der Markt nun in einem Strich weiter hoch laufen wird, jedoch ist das Nachholpotenzial der Bankaktien entsprechend hoch, wenn am Mittwoch die richtigen Weichen gestellt werden.

Alles oder Nichts?

In der europäischen Politik wird die Gangart inzwischen deutlich härter. Man merkt das es nun ans Eingemachte geht, und die Zeiten des politischen Rumgeeiere (endlich!) vorbei sind. Es scheint nun in den Köpfen angekommen zu sein, dass man sich um eine Entscheidung nicht mehr länger drücken kann. Einigen Politikern dürfte aber genau dass heftige Magenschmerzen zu bereiten, und so werden in diesen Tagen hektisch Treffen, Gipfel, Videokonferenzen, und Verhandlungen abgehalten. Jeder möchte noch schnell seine Pfründe sichern, was aber nicht möglich sein wird. Wie bereits in dem letzten Newsletter beschrieben muss nun einer die Führungsrolle übernehmen, um den aufgescheuchten Hühnerhaufen unter Kontrolle zu bekommen. Und das kann eigentlich nur Deutschland als Hauptzahler und Stütze dieser Gemeinschaft sein.

Die politische Situation treibt dann bisweilen auch seltsame Blüten. Die Franzosen scheinen am meisten Druck zu haben und schlagen eine Banklizenz für den EFSF vor, was ich persönlich für schlicht und ergreifend weltfremd und nicht umsetzbar halte. In jedem Falle soll der Fonds nun gehebelt werden um die Wirkung zu vervielfachen, Wolfgang Schäuble spricht von einer „Teilkasko“-Lösung, und will private Gläubiger verstärkt mit ins Boot holen. Ob sich diese allerdings in dem gewünschten Umfang an der Rettung Europas beteiligen werden bleibt abzuwarten. Ich muss an dieser Stelle auch nicht wirklich näher darauf eingehen, da ich davon ausgehe, dass jeder die Nachrichten der letzten Tage verfolgt hat. Dennoch möchte ich hier gerne auf unseren Artikel „Angst vor der eigenen Courage“ und die dazugehörigen Kommentare verweisen. Für mich persönlich bleibt aber das Fazit dieser sehr bewegten Woche, dass ich leider immer noch kein glaubwürdiges Konzept zur Hebelung des EFSF gesehen habe. Die politische Uneinigkeit Europas scheint hingegen auf Ihren Höhepunkt zu zusteuern.

All dies hat an den Börsen zu einer sehr bewegten Woche geführt, die aber letztlich noch so ausgegangen ist wie wir das auch letztes Wochenende erwartet haben. Die Märkte klettern weiter die Mauer der Angst empor! Am Dienstag, nach der Ankündigung von Herrn Schäuble das es keine ultimative Lösung geben wird, gingen die Märkte noch einmal kräftig auf Tauchstation, um dann bereits am Mittwoch wieder kräftig zu steigen als Herr Schäuble verkündete, er habe nun die ultimative Lösung gefunden. Am Donnerstag schickte unsere Kanzlerin durch die geplante Verschiebung der Entscheidung dann die Märkte erneut in den Keller. Beide Tage waren im Nachhinein betrachtet hervorragende Kaufchancen unter kurzfristigen Gesichtspunkten. Letztlich interessant ist aber der Blick auf das große Bild und die weiteren Aussichten für das Jahresende wenn wir davon ausgehen das in der kommenden Woche nun die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Mit dem starken Ausklang der Börsen am Freitag setzen offensichtlich auch die Aktienmärkte nun also auf einen positiven Ausgang der Eurokrise. Der obige Chart, den ich mir aus einem der letzten Newsletter von Jochen Steffens „geliehen“ habe sieht man sehr deutlich in welch entscheidender Situation wir uns nun befinden. „Es könnte sich eine regelgerechte, inverse und multiple Schulter-Kopf-Schulter-Formation herausbilden. „Multiple Formation“ deswegen, weil sie eine Besonderheit aufweist: Sowohl jeweils zwei, also insgesamt vier Schultern (S) und einen doppelten Kopf (K). Es wäre somit eine Schulter-Schulter-Kopf-Kopf-Schulter-Schulter-Formation, eine SSKKSS. Diese gilt durchaus als wichtige und starke Bodenformation.“

Zur Vollendung dieser Formation hätte der Dax im Optimalfall noch einmal auf ein Niveau um die 5.500 Punkte abtauchen müssen, was in dieser Woche zwar nicht erreicht wurde, aber der Rücksetzer auf 5.750 Punkte und der anschließende starke Anstieg hat durchaus ebenso eine gewisse Relevanz. Nun muss ein weiterer deutlicher Anstieg über die Marke von 6.000, bzw. besser noch 6.100 Punkte folgen um die Formation abzuschließen. Dann wären kurzfristig 6.500 Punkte für den Deutschen Leitindex drin, und zum Jahresende sogar Notierungen um die 7.000 Punkte Marke. Aus heutige Sicht hört sich die Prognose zwar sehr mutig an ist aber durchaus wahrscheinlich. Natürlich wird dies nur geschehen wenn die politischen Entscheidungen der kommenden Wochen in die richtige Richtung gehen. Und natürlich wird dieser mögliche Anstieg auch dann immer wieder von politischen Störfeuern begleitet werden. Der Markt bleibt in jedem Falle volatil, und das vielleicht für Monate oder gar Jahre…

Die großen Gewinner in dieser Woche waren einmal mehr die zyklischen Aktien die sich allesamt deutlich besser Entwickelt haben als der Gesamtmarkt. Auch hier werden durch die Politik die Weichen für die Zukunft gestellt. Kommt eine Rezession oder nicht? Meine Meinung dazu kenne Sie ja bereits. Die jüngsten Wirtschaftsdaten deuten keineswegs darauf hin, dass wir wirklich in eine ernsthafte Rezession schliddern werden. Sämtliche Vergleiche mit der Lehman Krise hinken nach meiner persönlichen Auffassung an mehreren Stellen. Auch die US Wirtschaft sendet immer mehr positive Signale. beispielsweise konnte sich der Philly Fed Index, der die Konjunkturstimmung in der industriereichsten Region der USA widerspiegelt, so stark erholen wie seit über 30 Jahren nicht mehr!

Die US Berichtssaison verläuft ebenfalls sehr zufriedenstellend für Anleger. Die abgelieferten Zahlenwerke kann man durchaus als solide bezeichnen, und auch der Ausblick der meisten Unternehmen ist eher verhalten positiv. Bis auf die gemischten Bankbilanzen von Goldman Sachs & C0. konnten insbesondere die Sektoren Konsumgüter, IT weiter deutlich zulegen. Aber auch Schwergewichte wie General Electric zeigten ein Bild vom Gesamtzustand der amerikanischen Wirtschaft dass nicht unbedingt zu der Berichterstattung in den Medien passt. Dazu passt auch der weiter nachgebende Gold- und Silberpreis. Die Risikoaversion der Anleger scheint weiter abzunehmen, und das Geld fließt aus dieser Anlageklasse allmählich wieder zurück in den Aktienmarkt. Dieser Trend sollte noch ein wenig anhalten. Ich erinnere an dieser Stelle noch einmal an unseren Newsletter vom 25.09.2011 zum Thema Gold und Silber.

Ungeachtet dessen werden die Damen und Herrn nun bis spätestens Mittwoch zu einem Ergebnis kommen müssen, ob sie wollen oder nicht! Denn sollte nun nicht geliefert werden was versprochen wurde könnten die Folgen daraus dramatisch und unkontrollierbar werden. Sowohl die internationalen Finanzmärkte als europäischen Banken würden einen Fehlschlag wohl äußerst negativ quittieren. Die Ratingagenturen haben zuletzt noch einmal den Druck erhöht, indem die Kreditwürdigkeit Spaniens von Moody`s gleich um zwei Stufen gesenkt wurde, und insgesamt 24 italienische Banken von Standard & Poors abgestuft wurden. Auch für Frankreich stehen hier die Zeichen auf Sturm, denn es droht in Kürze die Top Bonität zu verlieren, wenn keine finale Lösung für die Schuldenproblematik Europas gefunden wird. Da hilft es auch nur wenig dass man nun laut darüber nachdenkt den US Agenturen künftig ein Rating europäischer Länder zu verbieten.

Alles oder Nichts! Gelingt es also die politische Krise zu überwinden, dürfte sich auch das Rezessionsgespenst schnell wieder in Luft auflösen, aber eben nur dann…Wir haben eine Hopp oder Top Situation, und dass sollte man als Trader oder Anleger niemals vergessen. Es gibt eine gesunde 50:50 Chance dass auf einen positiven Ausgang, und ich bleibe solange optimistisch bis mir der Markt etwas anderes aufzeigt.

Ich wünsche Ihnen schon jetzt eine erfolgreiche Woche und unseren Politikern weise Entscheidungen am Sonntag, und am Mittwoch!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

 

Yara International weckt bei K+S Phantasien…

Der norwegische Düngemittelhersteller Yara International ASA gab heute bekannt, dass der Gewinn im dritten Quartal kräftig gesteigert werden konnte. Insbesondere eine deutliche Verbesserung bei den Margen führte zu einem überraschend positiven Ergebnis. Der Nettogewinn belief sich nach Abzug von Minderheitsanteilen auf 3,57 Mrd. Norwegische Kronen bzw. 12,42 NOK pro Aktie, gegenüber 1,93 Mrd. NOK bzw. 6,68 NOK pro Aktie im Vorjahr. Yara profitierte im letzten Quartal insbesondere von einer weiterhin sehr starken Nachfrage aus Lateinamerika und Asien.

Vor Währungs- und Sondereffekten lag das Ergebnis bei 9,13 NOK gegenüber 5,00 NOK im Vorjahreszeitraum pro Aktie. Der Gesamtumsatz erhöhte sich indes von 16,53 Mrd. NOK auf 21,18 Mrd. NOK. Das operative Ergebnis kletterte auf rund 4,4 Mrd. NOK (Vorjahr: 1,40 Mrd. NOK). Das EBITDA erreichte im Berichtszeitraum 5,44 Mrd. NOK (Vorjahr: 2,49 Mrd. NOK) bzw. 4,21 Mrd. NOK (Vorjahr: 2,54 Mrd. NOK) vor Einmaleffekten.

Mit diesen äußerst starken Zahlen dürfte Yara nun für ordentliche Phantasie in dem Sektor gesorgt haben. Auch eine K + S AG dürfte in den letzten Monaten von der wachsenden Nachfrage profitiert haben, was sich auch in den nächsten Quartalszahlen zeigen sollte. Sollte das Zahlenwerk des deutschen Düngemittelherstellers ähnlich stark ausfallen, dann sind hier schnell deutlich höhere Notierungen möglich.

Die Wacker Chemie Aktie fällt – wo ist der Boden?

Aus aktuellem Anlass noch einmal der Artikel vom 29.09: Die schwache Nachfrage und die aufgebauten Überkapazitäten in der Solarindustrie bringen immer mehr Unternehmen in deutliche Schwierigkeiten. Nun hat es auch die Münchner Wacker Chemie AG erwischt. Der Aktienkurs ist seit Mai von 170,- auf nunmehr nur noch 70,- Euro eingebrochen. Grund für diesen heftigen Rückgang waren die Meldungen, dass laut den jüngsten Marktdaten der deutsche Photovoltaikmarkt erwartungsgemäß im Juni massiv eingebrochen ist. Insgesamt wurde 70 Prozent weniger Leistung installiert als im Vorjahreszeitraum. Das verdeutlicht einmal mehr wie angeschlagen die Branche ist. Zudem wurde berichtet, dass die Preise für Polysilizium ebenfalls weiter deutlich gefallen sind. Alleine innerhalb der letzten Woche gab der Preis für eine Tonne Silizium noch einmal um 3,4 Prozent auf unter 50 Dollar nach, was sich natürlich auch deutlich auf die Geschäfte der Wacker Chemie AG auswirken wird. Der Polysilizium-Kassapreis ist nun sogar zum ersten Mal seit 2004 unterhalb der Marke von 40,00 US-Dollar je Kilogramm gefallen.

Fundamental erscheint die Aktie von Wacker Chemie nun günstig zu sein, dennoch würden wir unter den momentan gegebenen Umständen hier eher vorsichtig agieren, denn aus charttechnischer Betrachtung besteht durchaus noch weiteres Abwärtspotenzial. Sollte es nicht gelingen das letzte Tief vom Donnerstag bei ca. 68,- Euro zu verteidigen, muss man damit rechnen dass die Aktie erneut dynamisch fallen wird. Mögliche Kursziele wären dann die Unterstützungen bei 62,50 Euro (diese wurde bereits einmal erreicht!)  und 56,30 Euro , im schlimmsten Fall das Lehman Tief bei 45,50 Euro. Spekulativ orientierte Anleger können bereits auf dem jetzigen Niveau auf eine kurze technische Gegenbewegung setzen, schrieb ich damals. Diese Gegenbewegung haben wir bereits gesehen, danach ging es erneut kräftig abwärts.

Die Verwerfungen im Solarmarkt dürften noch eine ganze Weile anhalten. Insgesamt hat sich das Bild für den Sektor deutlich eingetrübt. Der deutsche Solarsektor sollte sich unmittelbar vor einem Selektionsprozess befinden. Die Gewinner dieser Bewegung stehen noch nicht eindeutig fest. Ein paar Verlierer sind hingegen mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits jetzt auszumachen. Wir hatten kürzlich in unserem Newsletter darüber berichtet. Die Wacker Chemie Aktie bleibt hochvolatil, die nächste Unterstützung liegt nun im Bereich um die 67,70 Euro.

Befreiungsschlag für Commerzbank und Deutsche Bank?

Die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank dürften heute besonders im Fokus der Anlegers stehen. Gestern konnten die US Indizes erneut stark zulegen, und befinden sich nun einmal mehr an ganz entscheidenden Marken. Haupttrieber waren insbesondere die US Bankenaktien, die überproportional zulegen konnten. So gewann beispielsweise die Bank of Amerika im gestrigen Handel satte 10,12 Prozent hinzu, die Citigroup fast sieben Prozent und JP Morgan knappe sechs Prozent. Grund für den gestrigen Anstieg waren offenbar Ein Bericht in der britischen Zeitung „The Guardian“ nachdem der den Rettungsschirm EFSF nun auf ein bis zwei Billionen Euro aufblasen will. Einigermaßen bemerkenswert finde ich die Aussagen das dies alles ohne weiteres Risiko für die Bürger passieren soll.

Die selben Politiker, die die Börsen Anfang dieser Woche in den Keller schickten, weil sie keine finale Lösung der europäischen Schuldenkrise, am kommenden Wochenende, erwarten, haben nun das ultimative wirtschaftliche Perpetuum Mobile erfunden. Respekt!! Einen gewissen Unterhaltungswert kann man der Kabarett-Truppe in Berlin zumindest nicht absprechen. Allerdings muss man dazu sagen, das dieser Plan noch nicht von offizieller Seite bestätigt wurde.

Wie dem auch sei, Bankenaktien weltweit danken es den Finanzministern, und sollten auch hierzulande heute kräftig zulegen können. Ob es sich dabei dann wieder nur um eine kurzzeitige Erholung handelt, oder dies den endgültigen Wendepunkt bei Bankaktien darstellt, wird man erst im Nachhinein beurteilen können. Es besteht aber eine gute Chance darauf dass auch die Kurse der Deutschen Bank Aktie und der Commerzbank Aktie heute kräftig zulegen, und das sollte  man auf jeden Fall spielen.

In der offiziellen Pressemeldung hieß es heute dazu dass sich Deutschland und Frankreich auf einen Rekapitalisierung von Banken geeinigten hätten. Diese sollten nun künftig eine Eigenkapitalquote von neun Prozent haben. Die Kosten dafür würden sich auf insgesamt rund 100 Milliarden Euro belaufen. In EU-Kreisen erwarten man demnach nicht, dass hierfür Unterstützungen durch einzelne Staaten oder den EFSF notwendig werden…

Angst vor der eigenen Courage…

Im ersten Anlauf wurde eine weitergehende Erholung der Börsen einmal mehr ausgebremst. Dies lag zum einen an den etwas schwächeren Konjunkturdaten aus den USA aber wohl hauptsächlich an den erneuten, sehr unbedachten Äußerungen einiger Politiker, dass am kommenden Wochenende nicht mit einer endgültigen Lösung zu rechnen ist. Natürlich ist damit nicht zu rechnen! Jahrzehnte lange Misswirtschaft lässt sich nicht mal schnell an einem Wochenende lösen. Ich denke auch nicht das der Markt dies erwartet hatte. Aber bereits im Vorfeld der eigentlichen Veranstaltung jegliche Hoffnung auf Besserung im Keime zu ersticken halte ich persönlich für das mit Abstand ungeschicktest Vorgehen dass man in einer solchen Situation an den Tag legen kann.

Es dürfte uns und den Politikern klar sein, dass das Ausbleiben einer Lösung, oder zumindest eines vernünftigen Ansatzes, der von allen Mitgliedsstaaten gleichermaßen getragen wird, auch an den Börsen für eine große Enttäuschung sorgen würde. Das allerdings bereits im Vorfeld versucht wird die Erwartungen zu senken stimmt nachdenklich. Letztlich hat Herr Schäuble damit eigentlich nur erreicht, dass gestern die Kurse massiv gefallen sind, und noch einmal fallen werden wenn er und seine Kollegen nicht liefern sollten was sie vollmundig angekündigt haben. Und das wiederum kostete, bereits gestern und nicht erst nach dem Wochenende, nahezu alle großen und mittleren Konzerne in Deutschland Marktkapitalisierung in ordentlicher Milliardenhöhe, und Anleger ebenfalls viel Geld. Herzlichen Glückwunsch!

Auch die Amerikaner zeigten sich somit „not amused“ und schickten die Indizes um durchschnittlich zwei Prozent nach unten. Auffällig war aber dass beispielsweise die Bankenwerte in den USA sich deutlich stärker präsentierten als in Europa. Was natürlich anhand der erneut grottenschlechten Performance der Commerzbank und Deutschen Bank Aktie auch nicht weiter schwer war. Dennoch lief der gesamte Rücksetzer bei den Amerikanern sehr kontrolliert ab, und führte den S&P 500 letztlich nur soweit die Tiefe um das Gap vom letzten Freitag zu schließen. Der Index schloss im Anschluss minimal über der wichtigen Marke von 1.200 Punkten. Aus charttechnischer Sicht ist hier also noch alles drin, und bislang kein Trendwechsel erkennbar.

Heute morgen lese ich schon wieder neue Schreckensnachrichten aus China (Achtung Ironie!) Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich im dritten Quartal 2011 verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum „nur“ um 9,1%. Volkswirte hatten im Mittel ein Plus von 9,2% erwartet. Das Wachstum der chinesischen Industrieproduktion hat sich hingegen überraschend beschleunigt. Die Produktion stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,8%, Volkswirte hatten im Mittel für September ein Jahreswachstum von 13,3% prognostiziert. Ich bin mal gespannt wie viele Artikel es demnächst wieder zum Thema drohende Rezession gibt…Die asiatischen Märkte befinden sich, nach den schlechten Vorgaben aus Europa und den USA,  allesamt im Minus. Dementsprechend wird auch der DAX heute erneut leichter erwartet.

Das Wohl und Wehe der Welt hängt im Moment an der Entwicklung in Europa. Und wenn alles auf Europa ankommt, dann spielt Deutschland bzw. deutsche Politiker derzeit eine geradezu weltbewegende Rolle. Ob das ein Grund zur Beruhigung darstellt, und ob sich die Damen und Herren dessen bewusst sind, lassen wir einmal dahingestellt, aber eines ist klar, es fehlt in der Bundesregierung Personal mit ökonomischem Sachverstand, und dem nötigen Feingefühl, und ich fürchte genau das werden wir dann auch in den Beschlüssen am Wochenende widergespiegelt sehen…

Trading Update – Klöckner, Rheinmetall, Salzgitter, ThyssenKrupp..

An dieser Stelle auch noch kurz ein Wort zu den zyklischen Stahlaktien denen man mal wieder, in der Annahme einer nahenden Rezession, überproportional eingeschenkt hat. Wie bereits in den letzten beiden Börsenbriefen, die ich Ihnen geschickt habe erwähnt, besteht hier enormes Kurspotenzial, wenn es nicht zu einer solchen Rezession kommt. Wie wir heute wissen kann man dieses Szenario – zumindest für den Moment – für Deutschland auszuschließen, und auch die leicht abgeschwächten Wachstumsraten Chinas deuten bislang lediglich auf eine leichte Delle hin. Stahlaktien musste man also konsequent in der Schwäche kaufen, und auch heute sind die Kurse, nach unserer Meinung, noch auf Schnäppchen-Niveau! Sehen sie sich die Kursentwicklung von Rheinmetall, ThyssenKrupp, Salzgitter und Klöckner & Co. in den letzten Tagen an. Insbesondere Salzgitter und Klöckner haben noch deutliches Nachholpotenzial.

Leser des Investors Inside Börsenbriefes, die unsere letzten Ausgaben aufmerksam gelesen haben, sollten jetzt mit allen Positionen deutlich im Gewinn sein. In der vergangenen Woche haben wir nun weitere Positionen u.a. bei HeidelbergCement, Stada, Celesio, und Leoni aufgebaut, die wir an dieser Stelle allesamt für sehr interessant halten. Für spekulativ orientierte Anleger könnten die Aktien von Vestas, Bet-at-Home sowie Asian Bamboo interessant sein…Vestas ist momentan die einzige Aktie aus dem Sektor regenerative Energien die wir guten Gewissens in unser Depot gelegt haben. Bankenaktien wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank bleiben hingegen weiterhin in einem schwierigen Umfeld, auch wenn wir grundsätzlich davon ausgehen, dass wir auch hier bis zum Jahresende deutlich höhere Kurse sehen könnten. Zu allen genannten Neuzugängen werden wir in den kommenden Tagen ein Trading Update veröffentlichen.

Climbing the Wall of Worry…?

Der DAX macht nun wieder einen sehr stabilen Eindruck, und zeigte zuletzt deutliche Stärke im direkten Vergleich zu anderen europäischen Indizes. Nachdem nun die 61,80 Fibonacci Linie mehrfach getestet wurde, gehe ich davon aus dass diese in Kürze überwunden werden kann. Somit wäre das nächste Kursziel für den Dax, nach der 6.100er Marke, der Bereich um die 6.300 bis 6.330 Punkte (50ger Fibonacci). Damit wäre dann auch die Bodenbildungsphase im Deutschen Leitindex endgültig abgeschlossen. Auch beim S&P 500 hat sich das Bild nun wieder deutlich aufgehellt. Gelingt ein Anstieg über die Marke von 1.240 Punkten, gilt der Bärenmarkt bereits wieder offiziell als beendet. An den genannten Marken dürfte es allerdings noch einmal zu härteren Auseinandersetzungen zwischen Bullen und Bären kommen, und der Sieger steht keinesfalls schon fest!

Am Freitag gelang es den Indizes, diesseits und jenseits des Atlantiks, wieder auf Kursniveaus zu schließen, die nun durchaus sogar wieder die Erwartungen an eine mögliche Jahresendrally zulassen. Anleger die bislang an der Seitenlinie gestanden haben werden nun mehr und mehr gezwungen sein sich der Rally anzuschließen, um eine weitergehende Erholung nicht vollends zu verpassen. Dieser Umstand könnte auch in den nächsten Handelstagen für weiteren Kaufdruck sorgen. Es scheint nun dass, neben der Hoffnung auf baldige Besserung, die schlechten Nachrichten immer mehr ignoriert werden. Dieses Phänomen kann man oftmals nach einer Bodenbildung beobachten.

Das Bärenlager dürfte nun also zunehmend nervös werden, und immer mehr Short-Positionen eindecken, was zusätzlichen Kaufzwang auslöst. Zudem dürften die Nachrichten, dass die EZB mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Jahresende wieder ihre Zinsen senken wird, und Ben Bernanke sich ebenfalls kurzfristig weitere stimulierende Maßnahmen vorbehält, für weiteren Druck auf die Bären sorgen. All dieser Umstände sollten sich in den kommenden Wochen unterstützend auf die Aktienmärkte auswirken. Die nächsten politischen Großereignisse wie das Treffen der EU Spitzen und das G20 Treffen Anfang November bergen aber auch große Gefahren für beide Lager.

Dieser zunehmende Pessimismus bei der Mehrzahl der Marktteilnehmer, und die immer noch niedrigen Umsätze an den Börsen passen ebenfalls sehr gut zu dieser Theorie. Viele Marktteilnehmer trauen sich nicht wieder in den Markt, oder warten auf den nächsten starken Rücksetzer, der aber erst einmal nicht kommt. Wie Ken Fischer, die Investmentlegende aus den USA in einem Interview einmal gesagt hat, handelt es sich hier um ein immer wiederkehrendes Phänomen an den Börsen. Er nennt es „markets climb the wall of worry“ Eine bereits sehr alte Theorie die auf den Ergebnissen der “Verhaltensforschung” von Mark Hulbert basiert.

Seit 1980 beobachtet Hulbert dabei die Performance und aktuelle Markteinschätzung von über 160 US Börsenbriefen. Letztendlich leitet Hulbert dann anhand der Performance und der „Stimmungslage“ des einzelnen Börsenbriefes, sowie deren Prognosen, einen Indikator ab. Diese bilden, zusammen mit allen anderen Börsenbriefen einen – meistens antizyklischen – Stimmungs-Indikator. Vereinfacht gesagt ist dieser Indikator eine einfache Darstellung massenpsychologischer Phänomene, die aber für die Börse extrem aussagekräftig ist. Auch hierzulande kann man diese Stimmungsschwankungen anhand einzelner Börsenbriefe gerade wieder sehr schön beobachten.

Letztlich bleibt also auch von uns das Fazit, selbst nach genauer Abwägung aller Wahrscheinlichkeiten, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine seriöse Prognose für die kommenden Wochen nicht möglich ist. Es bleibt dem Anleger nichts anderes übrig als täglich zu überprüfen ob die eingeschlagene Strategie noch richtig ist. Der Markt wird uns – wie immer – die Richtung weisen! Aber für den Moment sieht es sehr danach aus dass die Kurse an der Mauer der Angst hochklettern, was typischer Weise für das erste Drittel einer neuen Hausse sprechen würde. Wie weit diese neue Bewegung dann tatsächlich tragen kann bleibt abzuwarten. Achten Sie also auf die oben erwähnten Marken!

VW, Porsche, BMW und Daimler bleiben auf der Überholspur

Letzte Woche schrieb ich Ihnen, „Die alles entscheidende Frage der nächsten Wochen wird also sein, ob wir uns nun einer finalen Lösung der Schuldenproblematik nähern, und somit noch die berechtigte Hoffnung auf eine Jahresend.Rally besteht, oder ob wir anderenfalls noch einmal deutlich tiefere Kurse sehen werden?“ Auch habe ich seit Wochen darauf hingewiesen, dass wir eben nicht in die viel beschworene Rezession abgleiten werden, und dass es ein großer Fehler sein dürfte jetzt die zyklischen Aktien, wie Automobilhersteller oder Stahlaktien (und manche Rohstoffwerte) nicht zu kaufen. Genau diese Aussagen wurde in der abgelaufenen Woche nun offiziell bestätigt. Gerade die genannten Sektoren haben die Erholungsrally angeführt, und konnten die größten Zuwächse verbuchen. Zwar wird sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft vorübergehend verlangsamen, aber eine Rezession ist nicht in Sicht. Statt den bisher angenommenen zwei Prozent rechnet man nun noch mit 0,8 Prozent Wirtschaftswachstum für das kommende Jahr.

Sieht man sich die jüngsten Umsatzzahlen einzelner Sektoren an, so entsteht ein deutlich optimistischeres Bild. Insbesondere die Autobauer glänzen weiterhin. BMW und Daimler verkünden neue zweistellige Absatzrekorde. Porsche verkauft, aller Voraussicht nach in diesem Jahr mit 100.000 Sportwagen so viel Autos wie noch nie, und plant  auch im kommenden Jahr mit 140.000 abgesetzten Fahrzeugen einen weiteren Rekord aufzustellen. Erstklassige ist erneut die Nachrichtenlage bei Volkswagen. VW hat den für dieses Jahr erwarteten Absatzrekord von 6 Millionen Fahrzeugen bereits mit den September Zahlen erreicht, und erreicht somit bereits jetzt einen weiteren Meilenstein bald der größte Autobauer der Welt zu werden. Auch in diesem Jahr kann man also als VW-Aktionär davon ausgehen, dass auch am Ende dieser 12-Monats-Frist ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis zu erwarten ist. Die momentanen Streitigkeiten mit Suzuki spielen dabei eher eine untergeordnete Rolle.

Das Wachstum der Branche kommt vorrangig weiterhin aus China, aber auch in allen anderen Absatzregionen konnte man deutlich zulegen. Die VW Tochter Audi sticht dabei besonders hervor und dürfte dem direkten Konkurrenten BMW weiterhin Marktanteile streitig machen. Ein Grund mehr warum die VW Aktie, mit allen erfolgreichen Töchtern, immer noch unser absoluter Favorit in der Branche ist. Den Rücksetzer in der letzten Woche auf unter 90,- Euro haben wir somit selbstverständlich genutzt um eine erneute Position aufzubauen. Ebenso wie bei Porsche die Kurse unter 35,- Euro, die für mittelfristig orientierte Investoren weiterhin ein Schnäppchen darstellen sollten. Grundsätzlich auch sehr interessant finden wir eine Spekulation auf die nachhaltiger Erholung im LKW Markt, die sich momentan abzeichnet. Als Ergänzung zur VW Aktie würden wir somit noch unbedingt Daimler auf die Watchlist nehmen. Festzuhalten bleibt also dass deutsche Premium Fahrzeuge weltweit eine nahezu ungebrochene Nachfrage erleben, was man nun auch wieder in den Aktienkursen sehen kann…

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