Commerzbank, MAN, BMW, K+S, Eon und RWE – die Woche der Wahrheit

In der kommenden Woche werden diverse Unternehmen ihre Zahlen zum letzten Quartal offenlegen, und man darf bei einigen Vertretern durchaus gespannt sein wie diese ausfallen werden. Insbesondere das Zahlenwerk der Commerzbank dürfte im Fokus der Anleger stehen. Ist es der zweitgrößten deutschen Bank, trotz aller Unwägbarkeiten und Turbulenzen an den Finanzmärkten gelungen die 0,05 Euro Gewinn, der erwartet wird, zu erreichen, oder gar zu übertreffen? Das Ergebnis zum dritten Quartal ist insofern sehr bedeutsam für die Aktionäre, als das nun eine gute Chance besteht, die Aktie weiter nach oben zu treiben, und endlich über die wichtige Hürde bei 2,12 Euro zu hieven, sollte die Commerzbank positiv überraschen können. Dann wären weitere Anschlusskäufe sehr wahrscheinlich.

Gute, bis sehr gute Zahlen sind wohl von BMW zu erwarten, nachdem bereits VW und Daimler solide Daten vorgelegt haben. VW hat schon fast erwartungsgemäß erneut eine ordentliche Schippe darauf gelegt und die Aktionäre begeistert. Diese honorierten die Zahlen dann auch mit einem kräftigen Kursplus bei der Aktie der Wolfsburger. Bei Daimler waren die Ergebnisse wie gesagt solide, Analysten zeigten sich aber ebenfalls reihenweise angetan und stuften die Aktie hoch. Auch der Sportwagenbauer Porsche konnte seinen Gewinn und Umsatz deutlich zweistellig steigern, und plant weitere Rekorde im kommenden Jahr. Die Bayern werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls noch einmal beim Umsatz und Gewinn zulegen können, die Zahlen kommen am Donnerstag.

Bei uns stehen auch die beiden Schwergewichte Kali & Salz sowie MAN unter besonderer Beobachtung. Beide Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls ihr Zahlenwerk präsentieren. Bei der K+S Aktie könnte es positive Überraschungen geben, nachdem sich die Analysten zuletzt etwas skeptisch gezeigt hatten. Der weltgrößte Düngemittelproduzent Potash hat am Freitag bereits vorgelegt und eine Gewinnverdoppelung bekannt gegeben! Die weiter hohe Nachfrage und steigende Preise sorgten für einen Umsatzanstieg um 47 Prozent, auf 2,3 Milliarden Dollar bei dem amerikanischen Konkurrenten. Das lässt auch bei K + S auf deutlich bessere Werte hoffen.

Bei MAN wird ein Gewinn von 1,57 Euro für das letzte Quartal erwartet. Das operative Geschäft sollte gut gelaufen sein, und die Vorgaben sind erreichbar. Die Konzernführung versprühte zuletzt wieder etwas mehr Optimismus, mehrere Großaufträge konnten verkündet werden. Viel spannender als die eigentlichen Zahlen könnte aber die Nachrichtenlage sein. Denn noch immer steht ein Übernahmeangebot durch VW im Raum. Die Gerüchte mehren sich dass hier bald etwas konkretes passieren könnte, und genau das könnte den Aktienkurs der MAN Aktie, neben guten Zahlen, über charttechnisch wichtige Marken befördern. Hier besteht also gleich mehrfach Phantasie für höhere Kurse. In diesem Zusammenhang wäre dann noch die Aktie des Baustoffzulieferers HeidelbergCemet zu nennen, die ebenfalls am Donnerstag berichten. Auch diese Aktie ist einer unserer Favoriten für eine Jahresenrally, und sollte nach den Q3-Zahlen weiter zulegen können.

Bei den Energieversorgern E.on und RWE dürfte es auch ziemlich spannend werden, wahrscheinlich aber eher im negativen Sinne. Genau kann wohl niemand im Moment beurteilen wie sich die politischen Entscheidungen in diesem Jahr auf die Bilanzen der beiden Konzerne ausgewirkt haben. Mit positiven Überraschungen rechne ich aber persönlich eher nicht. Alles in allem dürfte und eine erneut sehr spannende Woche ins Haus stehen die dann wohl letztlich auch die Frage beantworten wird ob die Hausse weiter geht, oder vorübergehend gestoppt wird. Diese Woche wird wohl auch ersichtlich ob das ganze Rezessions-Gerede der letzten Wochen begründet war oder nicht. Ich wünsche Ihnen erfolgreiches Trading und gute Entscheidungen!

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4 Comments

  1. Sandro Valecchi said:

    Hallo lieber Lars,

    Deine Bedenken sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Meine Analyste stützt sich u.a. auf eine Aussage bzw. Einstufung der Commerzbank als SYSTEMRELEVANTE BANK, so jedenfalls unsere aller „Bundes-Mutti.“

    Die Portfolio-Bereinigung bei der CoBa war überfällig und die Vorzeichen stehen auf „Erholungskurs“, wenn auch sehr sehr verhalten. Vgl. aber bitte auch die Kommentare der Kolleginnen und Kollegen zu: „Warum trotz Papandreou eine Rally möglich ist“ – in diesem Portal.

    Die Erholung auf dem Aktienmarkt ist für mich akzessorisch mit einer Erholung der Banken-Titel, wovon die CoBa auch profitieren dürfte. Meine Chart-Analyse geht eher in Richtng Elliot Wave (Wellen-Theorie) und ich neigte bei meiner Prognose zur höheren Gewichtung der Real-Wirtschaftslage, als zur Spekulation.

    Mit dem Anziehen der Wirtschaftsleistung wird sich der Umsatz an den Aktienmärkten erhöhen und bislang zurückgestellte Investitionen werden freigesetzt werden. Bislang zurückgestellte Börsengänge werden sodann umgesetzt, die bisher wegen dem Klima der Verunsicherung noch zurückgestellt wurden und es werden erhöhte Kapitalumschichtungen zugunsten der (unterbewerteten) Aktien erfolgen. Die Verunsicherungen wirkten bislang wie eine Innovationsbremse.

    Die Situation wegen Griechenland ist zwischenzeitlich eingepreist, meiner Ansicht nach haben sich zwischenzeitlich alle Unternehmen, Banken, Fonds und Versicherungen mit Bezugspunkt zu Griechenland darauf eingestellt. Die Risiko-Speerspitze dürfte nunmehr (leider) Iztalien übernommen haben.

    Herzliche Grüße
    Sandro Valecchi, 10555 Berlin

    • Lars said:

      Hallo Sandro, ich denke auch dass die Chancen bei der CoBa nun die weiteren Risiken überwiegen sollten. Offensichtlich ist man nun dabei möglichst viele Risiken in den Bilanzen los zu werden, und das ist gut so. Dennoch wird sich dieser Strategiewechsel natürlich auch langfristig in den Bilanzen niederschlagen, und Gewinne wie sie noch Anfang diesen Jahres ausgerufen wurden werden ohne entsprechenden Hebel nur noch schwer zu erzielen sein. Als Gegenleistung erhält der Aktionär etwas mehr Stabilität. Grundsätzlich also ein wünschenswerte Weg für alle Banken. Die weitere Entwicklung der Aktie wird wohl – wie Du ja auch bestätigst – von Italien abhängen. Sollte BungaBunga endlich zurücktreten und eine fähige Regierung nachkommen wäre das Land sicherlich innerhalb kürzester Zeit zu sanieren.

      Das von Hari am Wochenende skizzierte Szenario finde ich sehr interessant, und gar nicht mal so abwegig wenn gewisse Faktoren zusammenkommen. Vielleicht hast Du ja mal Lust Deine Sichtweise auf dem Gesamtmarkt aus dem Blickwinkel einer Elliot Wellen Analyse hier zu veröffentlichen. Das würde sicherlich auch einige andere Leser interessieren. Du kannst Dich gerne auch vorab per Mail bei mir melden ;-)… viele Grüße, Lars

  2. Sandro Valecchi said:

    Commerzbank räumt (sich) auf: der richtige Weg in die Zukunft

    Richtig, auch heute war ein Tag der Unruhe an den Börsen und Märkten. Im Fokus der Analysten und Stresstest-sensibilisierten Marktbeobachter stehen die Banktitel, allen Voran die Commerzbank AG. Und die räumt jetzt einmal richtig auf:

    Nach einem Gewinn i.H.v. EUR 113 Millionen im Vorjahresquartal wird aktuell, für das dritte Quartal dieses Geschäftsjahres, ein Verlust von EUR 687 Mio. ausgewiesen, was freilich niemanden glücklich stimmen kann, aber doch bei näherer Betrachtung gute Chancen für die Zukunftsfähigkeit der Commerzbank AG beinhaltet. Verluste werden nahezu allen Banken ausweisen müssen, wir befinden uns alle in einer Phase äußerster Fragilität, Instabilität und großen Verwerfungen auf den internationalen Finanzmärkten. Dies gilt weltweit.

    Die Neuordnung des Portfolios, vor allen Dingen der Staatsanleihen und insbesondere Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen (etwa 48% des Nominalwertes), Konzentration auf das Kerngeschäft, Straffung des Kreditneugeschäfts und Aufstockung des Eigenkapitals, was von der europäischen Bankenaufsicht European Banking Authority (EBA) und den Kunden gern gesehen und von den Investoren als Vertrauensbonus anerkannt wird, schaffen ein solides Fundament und fördern das Vertrauen.

    Die Commerzbank-Aktie hat Potential und der Kurs dürfte – vom Trend her prognostiziert – nach oben zeigen, denn der Titel (wie bei zahlreiche andere Aktien von Banken und Kreditinstituten) ist deutlich unterbewertet, gezollt der negativen Stimmung, wegen des Vertrauensverlustes und der kontroversen, politischen Rahmenbedingungen, vor allem im Bereich der EU.

    Von der US-Klage gegen 17 Banken auf Schadenersatz in Milliardenhöhe mit unlauteren Hypothekengeschäften ist die Commerzbank nicht betroffen.

    Das Management der Commerzbank verfolgt das Ziel, ungeachtet der schwierigen Situation, weiterhin ohne neue Staatshilfe auszukommen und wird dieses Ziel auch bei weiterer Konzentration auf das Privatkundengeschäft und innovativen Angeboten für den gewerblichen Mittelstand erreichen können.

    Welche objektiven, vernünftigen Gründe sollten jetzt noch gegen eine Erholung der Commerzbank Aktie sprechen ?

    • Lars said:

      Hallo Sandro, nur ganz kurz…wenn Griechenland nicht in die Pleite schliddert, sollten nun allmählich alle schlechten Nachrichten bei der Commerzbank Aktie draußen sein. Die Abschreibungen wurden in entsprechender Höhe vorgenommen, und sogar noch mit kleinem Puffer versehen. Sollte es aber wider Erwarten doch zu einer Pleite Griechenlands kommen, wird dies ohne Frage auch die Aktie weiterhin belasten. Dann würde die CoBa mindestens noch zwei bis drei Quartale so vor sich hindümpeln, bzw eher weiter fallen.

      Auch aus charttechnischer Sicht gibt es leider seit letzter Woche wieder Warnsignale, die man nicht ignorieren sollte. Es ist also nicht viel mehr als eine Spekulation auf den positiven Ausgang der griechischen Tragödie mit einer hochspekulativen Aktie. Das sollte jedem Anleger bewusst sein, denke ich!

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