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Warten auf das Christkind…

Eine weitere spannende Börsenwoche liegt hinter uns, und dieses Mal konnten die Finanzmärkte im positiven Sinne überraschen. Der DAX verzeichnete den stärksten Wochenanstieg seit langem, womit sich natürlich auch die kurzfristige Perspektive für Anleger wiedermal deutlich geändert hat. Es war eine Reihe von Ereignissen die zu diesem spontanen Stimmungswechsel geführt hat. Bereits am Montag früh konnten die Börsen von den hervorragenden Einzelhandelsumsätzen am sogenannten Black Friday in den USA profitieren. Wie erhofft waren die Einzelhandels-Umsätze nicht nur sehr gut ausgefallen, sondern deutlich besser als erwartet. Die Amerikaner konsumieren was das Zeug hält. Der Umsatz an dem entscheidenden Tag nach Thanksgiving, der als Gradmesser für das Weihnachts- bzw. Jahresendgeschäft des Einzelhandels gilt, konnte um über acht Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen, und damit so stark wie seit 2007 nicht mehr. Auch hierzulande konnte der Einzelhandel einen sehr erfreulichen Start in das Weihnachtsgeschäft am ersten Adventswochenende vermelden.

Ebenfalls bereits am Montag machten die verschiedensten Gerüchte zu Rettung der Eurozone die Runde, die sich wiederum positiv auf die Börsen ausgewirkt haben. Offenbar scheint der Markt nun wieder mehr Vertrauen in die politische Handlungsfähigkeit Europas zu haben, da diese Gerüchte zumindest Wege in die richtige Richtung aufzeigen, und nicht mehr von offensichtlich hilflosem Taktieren geprägt sind. Wir hatten in unserem Blog darüber berichtet, und unsere Leser bereits am Montag frühzeitig darauf hingewiesen dass hier nun ein möglicher Wendepunkt für die Märkte sein könnte, und sich die Wahrscheinlichkeit auf eine Jahresendrally somit wieder deutlich erhöht hat. Ebenso haben wir unseren Lesern ein paar nützliche Tipps, für das richtige Verhalten im Falle einer Fortführung der Trendwende, mit an die Hand zu geben, die nach wie vor ihre Gültigkeit haben.

Trotz der immer wieder aufkommenden Störfeuer durch die US Ratingagenturen ist dann letztlich am Mittwoch der Knoten geplatzt. Bereits am Montagmorgen wurde bekannt dass der
Mindestreservesatz in China um ein halbes Prozent gesenkt (auf 21%) gesenkt wird. Am frühen Nachmittag dann kam die Meldung die letztlich zu dem Befreiungsschlag der Börsen geführt hat, und den Dax am Ende des Tages mit einem satten Kursplus von knapp fünf Prozent den Handel beenden ließ. In einer konzertierten Aktion haben die Notenbanken von Japan, der Schweiz, Kanada, Großbritannien und natürlich die europäische Notenbank EZB sowie die US-Notenbank Federal Reserve vereinbart, Geschäftsbanken zu einem Kreditzins, der um ein halbes Prozent besser ist als am Markt, in unbegrenztem Volumen Geld zu leihen. Damit erhalten Banken in unbegrenzter Höhe, zu geringen Zinsen, und in jeder beliebigen Währung frisches Kapital und können sich refinanzieren. Die Gefahr einer Bankenpleite in Europa dürfte somit gebannt sein.

Nun mag man darüber spekulieren können was diese Aktien letztlich ausgelöst haben könnte. Wie nah könnte irgendeine europäische Bank wohl am Abgrund gestanden haben,
damit die Notenbanken weltweit in einer konzertierten Aktion die Märkte mit Geld fluten? Welche Bank könnte das gewesen sein? Und und und…. Letztlich ist dies aus heutiger Sicht nicht mehr so essentiell, denn durch das Eingreifen der Notenbanken und das weltweite Zusammenwirken hat man bewiesen dass man zusammen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Krise ankämpfen will. Und genau das war das Signal auf das der Markt in den vielen, unerfreulichen Wochen gewartet hat. Es wird nun gehandelt und nicht mehr nur geredet. Die kurzfristigen und auch mittelfristigen Auswirkungen dieser Aktion haben wir ebenfalls für Sie auf Investors Inside analysiert. Insbesondere die Effekte die eine dauerhafte Flutung des Marktes mit Liquidität auf Rohstoffaktien haben sollte. Ich kann Ihnen also an dieser Stelle nur noch einmal raten neben dem Newsletter auch unseren Blog regelmäßig zu verfolgen.

Ein weiterer sehr positiver Punkt den es nach dieser Woche unbedingt noch zu erwähnen gilt ist die konjunkturelle Erholung der USA. Da man nach wie vor davon ausgehen muss dass eine finale Lösung der aktuellen Probleme letztlich nur durch eine deutliche Belebung der Wirtschaft in den USA ausgehen kann, ist es wichtig diese Indikatoren regelmäßig zu betrachten und zu analysieren. In Amerika verläuft die Konjunkturerholung zwar langsam, dafür aber erstaunlich robust. Ein befürchteter Einbruch der harten Wirtschaftsdaten blieb bislang aus, und ist auch kurzfristig nicht mehr zu erwarten. Die Frühindikatoren erholen sich weiterhin, und das trotz einer offensichtlich handlungsunfähigen politischen Führung! So konnte beispielsweise der ISM Index als Indikator für das Verarbeitende Gewerbe stärker als erwartet auf einen Wert von 52,7 Punkten zulegen, und bestätigt somit den seit August anhaltenden Aufwärtstrend.

Die US Arbeitsmarktdaten vom Freitag trafen die Erwartungen, waren damit aber eigentlich noch nicht der große Wurf. Wirkliche Entspannung am US Arbeitsmarkt wird es erst ab ca. 400.000 neu geschaffenen Stellen geben. Jedoch ist die US Arbeitslosenrate erstaunlich deutlich von 9 auf 8,60 Prozent gesunken. Auch die jüngsten Absatzzahlen europäischer Automobilhersteller in den USA sprechen weiterhin eine deutliche Sprache. Die Amerikaner konsumieren was das Zeug hält, sowohl bei langfristigen Anschaffungen als auch bei kurzfristigen. Das sollte die wirtschaftliche Erholung in Amerika weiterhin stützen Unser Fazit bleibt somit unverändert: Die bestehenden Ängste vor einem weltkonjunkturellen Einbruch bestätigen sich wie erwartet bisher nicht. Die Entwicklung der Weltkonjunktur zeigt sich robust, eine weitere Lösung der Schuldenkrise könnte sogar noch einmal für einen deutlichen Schub sorgen.

In der kommenden Woche wird es nun spannend sein zu beobachten, ob es unseren Politikern, insbesondere Frau Merkel und Herrn Sarkozy, gelingen wird die erneute, und wahrscheinlich letzte Chance, die den Politikern von den Zentralbanken nun eingeräumt wurde zu ergreifen. Wie bereits in unserer letzten Ausgabe des Investors Inside Newsletters erwähnt, spielt Zeit eine ganz wesentliche Rolle bei der Lösung unserer Probleme. Zeit die wir eigentlich schon lange nicht mehr haben, die aber nun noch einmal teuer erkauft wurde. Spätestens am nächsten Wochenende, nach dem EU Gipfel, werden wir wissen ob diese Chance genutzt wurde. Ich bin immer noch zuversichtlich das es gelingen kann unter einer starken Führung in Europa, und mit einer schnellen Änderung der EU Verträge, vor allem aber ohne Eurobonds bitte, eine Lösung zu erarbeiten die eine kurzfristige Katastrophe verhindern kann. Langfristig bin ich mir da nicht so sicher…

In diesem Sinne wünsche ich uns allen, und den nachfolgenden Generationen, eine positive Handelswoche eine schöne Vorweihnachtszeit, und den Politikern weise Entscheidungen. Vielleicht hält das Christkind ja doch noch ein paar schöne Geschenke für uns bereit…

Viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

 

P.S. Wir haben uns in der letzten Woche natürlich auch mit Einzelaktien beschäftigt von denen es Interessantes zu berichten gab. Allem voran natürlich die Commerzbank Aktie, die Bank versucht sich durch gezielte Aktionen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen, und die Chancen dafür stehen sehr gut. Am Freitag morgen sprach vieles für einen Ausbruch der Aktie nach oben was wir unseren Lesern auch rechtzeitig mitgeteilt haben. Bis zum Handelsschluss konnte der Aktienkurs dann um 10 Prozent zulegen. Bei Kali und Salz sowie Wacker Chemie hingegen sollte man vorsichtig bleiben, obwohl ich grundsätzlich beide Titel interessant finde.

Vorsicht bei Wacker Chemie!

Wir hatten kürzlich mehrfach über die Aktie des Spezialchemie-Herstellers Wacker Chemie berichtet, für die wir grundsätzlich auch weiterhin positiv gestimmt sind. Aber!…Zuletzt haben sich die Analysten-Stimmen, die der nahen Zukunft des Unternehmens eher skeptisch gegenüber stehen, gehäuft, und das muss man zumindest respektieren. Denn wenn ein Schwergewicht wie Goldman Sachs die Aktie auf verkaufen setzt, und ein Kursziel von 44,- Euro ausruft, kann man sich dieser Tatsache einfach nicht verschließen, da dieses Rating einen Einfluss auf das Verhalten von Fondmanagern und institutionellen Investoren hat. Zuvor hatte die WestLB das Kursziel bereits deutlich auf 60,- Euro abgesenkt, und auch JP Morgan stufte Wacker Chemie auf „underweight“ mit dem Kursziel von 50,- Euro. Die Wacker Chemie Aktie ist relativ markteng sodass hier schon mit geringem Kapitaleinsatz kräftige Bewegungen entstehen können. Und genau das ist das Problem bei solchen Aktien!

Zwar hielt sich die Aktie im Abwärtstrend zuletzt vergleichsweise gut, von der Aufwärtsbewegung hingegen konnte sie aber gar nicht profitieren. Der Chart zeigt klar das wir unmittelbar vor einer Entscheidung über die weitere Richtung des Papiers stehen. Die Bollinger Bänder haben sich extrem zusammen gezogen. Bis vor kurzem sind wir noch davon ausgegangen das sich dieses Situation nach oben hin auflösen wird. Der Slow Sochastics deutet aber inzwischen eher ein Abtauchen nach unten an, und die Nachrichtenlage wirkt zusätzlich belastend auf den Aktienkurs. Bisher hatte die Wacker Chemie Aktie immer wieder bei 68,- Euro einen soliden Boden ausgebildet. Auf diese Marke ist jetzt unbedingt zu achten. Wird diese nachhaltig unterschritten droht ein weiterer Abverkauf. Dabei sollte zunächst die Marke von 62,70 Euro unterstützend wirken, auch ein schneller Abverkauf bis in den Bereich 52,- bis 55,- Euro kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Fundamental betrachtet ist die Wacker Chemie Aktie günstig, was auch nach den letzten Quartalszahlen wieder bestätigt wurde. Das Unternehmen hat im 3. Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ausgebaut. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um ein Prozent auf 1,28 (Vorjahr 1,27) Mrd. €.  Die EBITDA-Marge lag im Berichtszeitraum bei 24,8 Prozent nach 26,8 Prozent im Vorjahresquartal, was zu einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 317,6 Millionen Euro führte. Dies entspricht einem leichten Rückgang um 7 Prozent was angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten, und insbesondere in der Solarindustrie, sehr ordentlich ist. Für das letzte Quartal des Jahres hat sich die Unternehmensführung verhalten optimistisch geäußert. Die Aktie wird momentan mit einem KGV für 2011 von 6,82 und 2012 von 7,66 bewertet, die Dividendenrendite liegt bei 4,4 bzw. 4,2 Prozent für das kommende Jahr.

Commerzbank – Ausbruch!?

Die Commerzbank braucht keine Staatshilfe! Das dürfte für viele geschundene Anlegerseelen, die in den letzten Wochen herbe Buchverluste mit der Aktie hinnehmen mussten wohl die beste Nachricht seit langer Zeit sein. Wie heute in einem Bericht in der Tageszeitung „Die Welt“ zu lesen war will das Bankhaus die kürzlich ermittelte Kapitallücke in Höhe von 5 Milliarden Euro aus eigener Kraft schließen. Damit würde Herr Blessing nicht nur zu seinem Wort stehen und könnte seinen Job behalten, sondern wohl auch die ganzen Skeptiker positiv überraschen. Heute will der Vorstand die wesentlichen Maßnahmen, die die von der Bankenaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke schließen könnten, dem Aufsichtsrat präsentieren.

Laut dem Bericht will der DAX-Konzern bis zum 30. Juni 2012 rund eine Milliarde Euro an Gewinnen einbehalten. Unter den heutigen Gesichtspunkten dürften sich die Aktionäre mit dieser Maßnahme wohl einstimmig einverstanden erklären, da die Alternativen allesamt nicht rosig sind. Zudem will die Commerzbank vergebene Kredite in der Höhe von rund 30 Milliarden Euro abbauen, wodurch Kernkapital von etwa drei Milliarden Euro freigesetzt werden würde. Darüber hinaus will die Bank den  Kunden in strategisch weniger wichtigen Märkten, wie Tschechien, Ungarn, Russland, Frankreich und den USA anbieten, ihre Kredite vorzeitig zurückzuzahlen.

Das Neugeschäft bei der Problemtochter Eurohypo soll bis auf weiteres auf Eis gelegt werden, und allein fünf bis sechs Milliarden Euro an zusätzlichem Kernkapital gewonnen werden, indem sie Hybridkapital umwandelt. Bisher war hier nur von bis zu einer Milliarde Euro die Rede.

Die Commerzbank verzichtet mit diesen Maßnahmen natürlich in naher Zukunft auf gewinnbringende Geschäfte mit Krediten. Dies wird sich auch in den künftigen Bilanzen des Unternehmens niederschlagen. Dennoch hat man erkannt, das es im Moment nichts wichtigeres gibt als die Kernkapital-Quote des Unternehmens zu stärken. Nun darf man gespannt sein wie der Aufsichtsrat reagieren wird, und was letztlich aus den Plänen dann auch wird. Martin Blessing steht zu seinem Wort und tut offenbar alles was nun nötig ist. Der Commerzbank Aktie tut diese Nachricht heute gut. Mit dem Überschreiten der Marke bei 1,40 Euro wurde das starke Kaufsignal nun bestätigt. Nächstes Kursziel ist somit der Widerstand bei 1,52 Euro.

Spiel nicht mit den „Schmuddelaktien“

Die Deutsche Börse räumt auf. Die schon seit längerem als Schmuddelaktien bekannten „Unternehmenensbeteiligungen“ wurden nun endlich von den Kurszetteln entfernt. Insgesamt sollten  174 Aktien der Aufräumaktion zum Opfer fallen und aus dem Open Market verbannt werden. Tatsächlich sind es jetzt noch 126 Aktien. Die anderen hatten in den letzten Wochen doch noch nachträglich die Minimalkriterien erfüllt. Von den rund 570 Aktien, die einst in dem kaum regulierten Segment gehandelt wurden, sind somit inzwischen fast 25% verschwunden. Grund für diese Maßnahme war das sich gerade mit diesen Aktien in den letzten Monaten die Fälle von Kursmanipulationen a la Pump and Dump gehäuft hatten. Sicherlich kein gutes Zeugnis für den Open Market, den ich persönlich generell meiden würde.

Mehrere windige Open-Market-Firmen oder ihre Aktionäre hatten in der Vergangenheit über zweifelhafte Börsenbriefe, Werbeanrufe oder Spam-Faxe versucht, die Kurse dieser „tollen“ Unternehmen nach oben zu treiben, um dann ihre Bestände abzuladen. Leider gibt es immer wieder Menschen die auf solche Aktionen rein fallen und sich von den teilweise irrsinnigen Renditeversprechen blenden lassen. Gier ist dabei ein entscheidender Faktor. Wir können an dieser Stelle nur noch einmal darauf hinweisen dass es sich bei solchen Anbietern, die Sie unaufgefordert kontaktieren, sei es per Email, Fax oder Telefon, in den überwiegenden Fällen um unseriöse Angebote handelt. Finger weg!

Nach LinkedIn und Groupon nun auch das Facebook-Debakel?

Aktien der neuen Internet Wunderkinder standen noch im Sommer ganz hoch im Kurs. Zuerst wagte sich LinkedIn an die Börse und konnte einen fulminanten Start hinlegen. Wenig später kam dann die Ernüchterung für die Aktionäre. Heute kostet die Aktie nur noch knapp 60,- Dollar was angesichts einer Marktkapitalisierung von knapp sechs Milliarden Dollar immer noch deutlich zu teuer sein dürfte. Ich hatte unseren Lesern bereits damals dazu geraten die Aktien unmittelbar nach der Erstnotiz zu shorten. Ähnlich, nur noch etwas schneller ist der Kursverfall beim hoch gepriesenen Schnäppchen Portal Groupon. Vor Kurzem musste man noch fast 20,- Euro für eine Aktie des Unternehmens bezahlen, inzwischen bekommt man diese für knapp 11,- Euro hinterher geschmissen. Tendenz weiter fallend. Aber auch auf diesem Niveau wird Groupon noch mit satten acht Milliarden Euro bewertet!

Der direkte Vergleich mit den Bewertungsmodellen im damaligen, und schon fast sagenumwobenen Neuen Markt ist nicht von der Hand zu weisen. Ganz im Gegenteil, die heutigen Bewertungsmodelle scheinen noch deutlich ambitionierter zu sein als damals. Die Spitze des Wahnsinns stellt in meinen Augen der geplante Börsengang von Facebook dar. Heute ist zu lesen dass die Mutter der sozialen Netzwerke ihren Börsengang nun doch schneller als geplant vollziehen will. Warum dürfte offensichtlich sein. 10 Milliarden Dollar soll er bringen, der Börsengang, und den Börsenwert des Unternehmens auf 100 Milliarden Dollar aufblasen. Zum direkten Vergleich, die Erstnotiz von Google brachte damals 1,9 Milliarden Dollar.

Wie auch beim letzten Artikel zu diesem Thema kann ich nur noch einmal darauf hinweisen, dass man von diesen Aktien tunlichst die Finger lassen sollte. Die Zeit der großen Emissionsgewinne, wie damals im Neuen Markt, ist vorbei, wenn man nicht bereits im Vorfeld investiert ist. Für mich persönlich eignet sich hier einzig und alleine die Gegenrichtung, sprich der Aufbau von Short Positionen nach vollzogenem Börsengang als lohnendes Investment. Wer dennoch nicht die Finger von den Aktien lassen kann, der sollte wenigstens warten bis sich die erste Euphorie gelegt hat…

Befreiungsschlag bei der Commerzbank?

Die Gerüchteküche brodelt mal wieder. Die Commerzbank denkt nun laut darüber nach das defizitäre Tochterunternehmen, den Immobilienfinanzierer Eurohypo, mit Verlust an den Staat zu verkaufen. Laut Zeitungsberichten will das Bankhaus so ein erneutes Beihilfeverfahren der EU-Kommission verhindern, und sich aus der aktuell misslichen Lage befreien. Die „Financial Times Deutschland“ hat in der heutigen Ausgabe, ohne Angabe von Quellen, darüber berichtet, dass man seitens der Commerzbank in jedem Falle eine „marktwirtschaftliche Lösung“ zur Bekämpfung der aktuellen Probleme anstrebe, und nicht auf direkte staatliche Hilfen zurückgreifen will. Hierzu muss die Commerzbank in erster Linie weitere Risikopositionen abbauen, von denen die Eurohypo sicherlich die größte ist.

Da die Eurohypo laut Commerzbank-Chef Martin Blessing ohnehin schon lange nicht mehr zum Kerngeschäft der Bank gehört bietet sich der Verkauf der Tochter an. Ein Verkauf  würde die Commerzbank wieder in eine deutlich komfortablere Lage bringen, und wäre letztlich wohl in der aktuellen Situation der Königsweg aus der Krise und die bestmögliche Alternative für die Altaktionäre. Diese Bad Bank a la HypoReal Estate in staatlicher Hand würde zwar den Steuerzahler erneut eine Menge Geld kosten, die Commerzbank aber mit einem Schlag befreien, und Ruhe in das Thema Kapitalbedarf deutscher Banken bringen.

Die Commerzbank muss die Tochtergesellschaft bis Ende 2014 sowieso loswerden. Das sieht eine Bedingung der EU für ihre Zustimmung zu der staatlichen Hilfe vor, die das Institut während der Finanzkrise erhalten hatte. Zum verbliebenen Buchwert ihrer Tochter macht die Commerzbank zwar keine Angaben,  dieser wurde in der Vergangenheit aber bereits deutlich abgewertet sodass sich der bilanzierte Verlust in gewissen Grenzen halten sollte. Sollte die CoBa also auf diesem Wege die Eurohypo losschlagen können dürfte das den Aktienkurs der Commerzbank Aktie wohl endgültig aus dem tiefen Tal der Tränen befreien.

K + S Finanzvorstand geht überraschend…

Jan Peter Nonnenkamp verlässt die K + S AG überraschend, obwohl der Vertrag noch bis Mai 2012 läuft. Damit dürften die Aktionäre von Kali und Salz etwas beunruhigt sein, denn meistens heißt es nichts Gutes wenn ein Finanzvorstand das Unternehmen spontan und während seiner Amtszeit verlässt. Über die Hintergründe für das Ausscheiden machte das Unternehmen keine Angaben, was ich in diesen Zusammenhang für etwas ungeschickt halte. Erst kürzlich hat der Salz- und Düngemittel Hersteller seinen Aktionären eine leicht erhöhte Dividende in Aussicht gestellt. „Wenn man in diesem Jahr einen höheren Gewinn als im Vorjahr ausweisen könne“ wäre dies eine Grundlage für Gespräche darüber, hieß es damals. Ich persönlich fand diese vorsichtige Formulierung mit Hintertürchen bereits damals etwas merkwürdig.

K + S ist und bleibt für mich eines der interessantesten Unternehmen im DAX, dennoch lassen die jüngsten Nachrichten etwas aufhorchen und mich persönlich deutlich vorsichtiger werden. Wir haben ja alle schon die berühmten Pferde vor der Apotheke gesehen…Charttechnisch betrachtet ist die Aktie im Moment überverkauft so wie die meisten anderen Titel auch. Eine solide Unterstützung sollten Kurse im Bereich um die 35,- Euro bieten. Ein Einstieg drängt sich jedoch unserer Meinung nach hier im Moment nicht auf, zumindest solange bis die Unternehmensführung eine vernünftige Erklärung für den schnellen Abgang Nonnenkamps geliefert hat. Grundsätzlich gibt es genügend andere Titel, die günstiger bewertet sind und weniger Unsicherheiten im Gepäck haben.

Black Friday, Rettung um die Ecke und Elite-Bonds

Wie erhofft ist der sogenannte Black Friday in den USA nicht nur sehr gut ausgefallen sondern deutlich besser als erwartet. Die Amerikaner konsumieren was das Zeug hält. Der Einzelhandelsumsatz an dem entscheidenden nach Thanksgiving, der als Gradmesser für das Weihnachts- bzw. Jahresendgeschäft des Einzelhandels gilt, konnte um über acht Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen, und damit so stark wie seit 2007 nicht mehr. Diese hervorragenden Zahlen sollten auch den US Börsen heute mal wieder zu etwas Aufschwung geben. Auch hierzulande konnte der Einzelhandel einen sehr erfreulichen Start in das Weihnachtsgeschäft am ersten Adventswochenende vermelden. Nach wie vor bestimmt aber die Nachrichtenlage um Europa und die Schuldenkrise das Geschehen an den Märkten. Und hier haben sich am Wochenende ein paar erstaunliche Dinge getan.

Allem voran ist wohl die neuste Variante einer möglichen Beteiligung der EZB an der Rettung Europas sehr interessant. Nachdem die Europäische Zentralbank kein Mandat für einen unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen angeschlagener Länder besitzt will man nun den Umweg über den IWF gehen. Insbesondere geht es hierbei erneut um einen Ankauf italienischer Staatsanleihen in Höhe von 400 bis 600 Milliarden Euro. Schöne Idee mit dem gleichen Effekt einer direkten Beteiligung der EZB werden sich viele denken. Der IWF allerdings dementierte heute bereits jegliche Gerüchte zu einer direkten Beteiligung an der Rettung Italiens, was auch am Anleihenmarkt für italienische Staatsanleihen sofort wieder sichtbar wurde.

Die Deutsche Bundesregierung indes erwägt laut den jüngsten Zeitungsberichten, notfalls zusammen mit Frankreich, Finnland, die Niederlande, Luxemburg und Österreich gemeinsame Anleihen, sogenannte „Elite-Bonds“, aufzulegen. Wie „Die Welt“ heute unter Berufung auf EU-Diplomaten berichtet, könnten mit diesem Geld nicht nur Schulden der sogenannten Triple-A-Länder finanziert werden, sondern gegen strenge Auflagen auch Hilfen für Krisenländer wie Italien und Spanien. Auch ein guter Plan der so langsam in Richtung Nord-Süd Euro driftet. Blöd ist nun dass Moodys ausgerechnet an diesem Wochenende die Kreditwürdigkeit aller europäischer Staaten in Frage gestellt hat. Unabhängig von diesen permanenten, und inzwischen sehr offensichtlichen Anfeindungen der Dollar Lobby wäre damit aber zumindest die Last deutlich verteilt und würde nicht nur noch auf deutschen Schultern liegen.

Wir haben also mal wieder ein buntes Potpourri an Alternativen, Theorien, Gerüchten und offenen Fragen, die allesamt in der Lage sind die Kurse auch in dieser Woche deutlich zu bewegen. Inzwischen stellen sich einige Marktbeobachter die Frage was unsere Kanzlerin aber wirklich im Sinn hat. Der Ansatz ist durchaus interessant und lesenswert. Es verspricht also mal wieder eine äußerst spannende Woche zu werden, in der die Aktienkurse von Meldung zu Meldung weiterhin hin und her getrieben werden. Heute ist die Tendenz erst einmal positiv, sowohl in Europa als auch für den US Markt erwarten wir heute steigende Kurse.

Gold, Aktien, Anleihen Immobilien oder Cash?

Es ist offenbar an der Zeit sich ein paar grundlegende Gedanken zu machen. Die Aktienmärkte verzeichnen heute den zehnten Tag in Folge starke Verluste ohne nennenswerte Gegenwehr, auch wenn das Bild zum Handelsende nun wieder etwas freundlicher aussieht. Politische Lösungen sind nicht in Sicht, und genau hier liegt das allseits bekannte Problem. Wir haben eine politische Krise und nicht etwa eine Anleihen-, Kredit- oder Bankenkrise, auch wenn dies gerne von den Medien so dargestellt wird. Die ablehnende Haltung von Bundeskanzlerin Merkel bezüglich der Eurobonds ist verständlich, und eigentlich auch richtig, das Problem ist aber die mangelnde Zeit um grundlegende Dinge in der Eurozone noch verändern zu können, bevor es zu einem finanziellen Supergau kommen kann. Die Situation scheint festgefahren und unlösbar. Auch wenn man als Anleger davon überzeugt ist dass die aktuelle Situation nichts mehr mit der vernünftigen Bewertung von Unternehmen zu tun hat, ist man somit gefangen in einer politischen Abwärtsspirale deren Ausgang mehr als ungewiss ist.

Es ist somit an der Zeit sich ein paar grundlegende Gedanken zu verschiedenen Szenarien zu machen. Die vier oben erwähnten Anlageklassen verhalten sich in den verschiedensten, nun möglichen, Szenarien sehr unterschiedlich. Wir möchten Ihnen hier in Kurzform noch einmal die wesentlichsten Punkte aufzeigen. Gold, Aktien, Anleihen Immobilien oder Cash? Die Aussagen beziehen sich auf eine Studie des World Gold Council, und sind natürlich somit vorrangig auf eine mögliche Investition in das Edelmetall ausgelegt. Dennoch finden auch die anderen wesentlichen Anlageklassen hier Ihre Erwähnung, bzw. haben teilweise eine direkte Korrelation zu Gold.

Wie Gold sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat, wissen wir alle. Geprägt durch die Angst der Anleger konnte sich der Preis des Edelmetalls immer weiter in die Höhe schrauben und erreichte zuletzt mit 1.900 USD pro Feinunze ein historisches Hoch. Seitdem konsolidiert der Goldpreis auf immer noch hohem Niveau. Dieses Wissen hilft uns Anlegern allerdings wenig für eine Projektion in die Zukunft. Um künftig die richtigen Entscheidungen zu treffen welcher Sektor uns mit der höchsten Wahrscheinlichkeit durch die Wirren der aktuellen Krise bringt kann es helfen sich das Verhalten verschiedener Anlageklassen in vergangenen Krisen anzusehen. In einer kürzlich erschienenen Studie der Oxford Economics hat man versucht, das Verhalten des Edelmetalls in verschiedenen Szenarien zu prognostizieren. Hierzu wurden zunächst die verschiedenen Einflussfaktoren definiert:

  • Die Inflationsrate: Ein Anstieg der Inflation führt meistens zu einer erhöhten Nachfrage nach Sachwerten wie Gold, Immobilien und Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien. Dieses Szenario ist unter den momentan gegebenen Umständen sehr wahrscheinlich, zumindest mittelfristig.
  • Das globale Einkommen: Mehr Reichtum, insbesondere in den Schwellenländern könnte zu einer künftig höheren Nachfrage nach Schmuck führen. Auch dieses Szenario ist durch das ungebrochene Wachstum in Indien, China, Russland etc. sehr wahrscheinlich.
  • Der Außenwert des US-Dollar: Ein sinkender Dollarkurs dürfte zu einem höheren Goldpreis führen – zumindest in Dollar. Momentan spricht vieles dafür, dass der Dollar eher an Stärke gewinnen könnte, was sich dann wieder negativ auf den Goldpreis auswirken kann.
  • Das reale Zinsniveau: Bei steigenden Zinsen nimmt die Nachfrage nach Gold ab. Allerdings gibt es wohl erst einmal keine Gefahr von dieser Seite!
  • Die Korrelation von Gold mit dem Aktienmarkt: grundsätzlich gilt, je weniger die Entwicklung des Goldpreises mit der Entwicklung des Aktienmarktes korreliert, desto stärker ist die Diversifikationswirkung des Edelmetalls. Allerdings scheint diese Korrelationswirkung seit einiger Zeit außer Kraft zu sein…
  • Finanzkrisen und politische Risiken: Je höher die Angst der Anleger vor Instabilität des Finanzsystems ist, desto unmittelbarer wird der Goldpreis davon profitieren können. Im Umkehrschluss heißt dies natürlich auch, dass bei einer nachhaltigen Lösung der Problematik das Gegenteil passiert.
  • Politik der Zentralbanken: Eine Ausweitung der Geldmenge (QE1 und 2) durch die Zentralbanken wirkt sich positiv auf den Goldpreis aus. Dies wäre natürlich auch der Fall wenn sich die EZB am Ende doch für einen unlimitierten Ankauf europäischer Staatsanleihen entscheiden würde. Verkäufe von Goldreserven einzelner Länder oder Zentralbanken sind somit eher negativ für die Entwicklung des Goldpreises zu sehen.

Es gilt also nun nach diesem bunten Potpourri der Einflussfaktoren für die Goldpreisentwicklung heraus zu finden in welcher Phase wir uns gerade befinden, oder bald befinden werden. Grundsätzlich wird in vier verschiedene Szenarien unterteilt:

  1. Das Basis-Szenario, oder der Normalzustand: Ich glaube mit Sicherheit sagen zu können dass wir diesen Zustand bald verlassen werden, wenn dies nicht schon geschehen ist. Normalerweise definiert sich dieser gesunde Zustand einer Volkswirtschaft durch eine stabile wirtschaftliche Entwicklung mit moderaten Inflationsraten und einem normalen Verlauf des finanziellen Umfelds, geringer Arbeitslosigkeit, starkem Welthandel/Export etc.
  2. Das Deflations-Szenario: Meist ausgelöst durch einen massiven finanziellen Schock der in eine tiefe Rezession führt. Die Deflation wird begleitet von immer weiter fallenden Verbraucherpreisen, was natürlich auch für den Aktienmarkt katastrophale Folgen hat.
  3. Das Stagflations-Szenario: Der Zwitter unter den wirtschaftlichen Grundszenarien. In einer Stagflation steigen die Zinsen und die Inflationsraten ziehen deutlich an, das Wachstum hingegen geht zurück. Wahrscheinlich die schlechteste aller Alternativen!
  4. Das Inflations-Szenario: Führt zu einer Lohn-Preis-Spirale die oftmals durch zu lockere Geldpolitik zu deutlichen, evtl. zweistelligen Inflationsraten führt. Die Kaufkraft der Bürger lässt deutlich nach was wiederum zu großen sozialen Problemen bis hin zu Unruhen führen kann. Letztlich wird durch unkontrollierte Inflation dann eine tief greifende Rezession auslösen.

Bis auf das Basis Szenario sind also alle Perspektiven eher unerfreulich. Bleibt somit zu hoffen, dass es den europäischen und amerikanischen Politikern doch noch gelingen möge…Wenn nicht kann ein Blick auf die möglichen Folgen in den einzelnen Anlageklassen durchaus rechtzeitig lohnenswert sein. Allerdings möchte ich an dieser Stelle vorsorglich darauf hinweisen, dass diese „normalen“ Verhaltensmuster von Gold, Aktien, Anleihen, Cash oder Immobilien keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit haben da die aktuelle Krisen durchaus das Potenzial hat für einige Überraschungen diesbezüglich zu sorgen. Wie schneiden also Gold & Co. in Krisenzeiten laut der Studie ab?

  • Im Basis-Szenario entwickelt sich Gold von allen fünf untersuchten Assetklassen – Aktien, Anleihen, Cash, Hauspreise und eben Gold – am schlechtesten. Offensichtlich ist das aber gerade nicht der Fall, bedingt durch die Lehman Krise, und die wachsende Verunsicherung, konnte der Goldpreis bis heute weiter kräftig zulegen. Aktien schneiden in einem normalen Umfeld traditionell am besten ab, gefolgt von Cash und Hauspreisen.
  • Im Deflations-Szenario sind Barbestände auf Festgeldkonten, also Cash die bevorzugte Anlageklasse, gefolgt von Anleihen. Gold belegt dann nur den dritten Platz, Von Aktien und Immobilien sollte man dann besser die Finger lassen.
  • Im Stagflations-Szenario belegt sie Investition in Gold nur noch Rang 4. Cash geht erneut als beste Anlageklasse aus dem Vergleich hervor, gefolgt von Hauspreisen und Aktien. Anleihen schneiden noch schlechter ab als Gold.
  • Im Inflations-Szenario steht Gold als absoluter Sieger da, gefolgt von Aktien und Cash! Auch Immobilienpreise profitieren überraschend nicht und landen auf Rang 4. Anleihen möchte ebenso wie in der Stagflation niemand mehr haben.

Soweit zur Theorie. Zwei Dinge sind dabei bemerkenswert: In erster Linie hat mich überrascht, dass Cash in vielen Situationen als gute Anlage gesehen wird. Bezieht man diese Aussage auf die aktuell Situation in der auch, am Ende eines langen und schmerzlichen Prozesses ,ein Währungsschnitt oder anderweitig gearteter Reset des globalen Finanzsystems stehen kann, erscheint diese Aussage doch einigermaßen gewagt zu sein. Persönlich halte ich Cash nicht unbedingt für die richtige Wahl in diesen Zeiten, da das Risiko eines Totalverlustes somit zumindest da ist. Gold hingegen verhindert genau das was uns Sparer an dieser Stelle bedroht, obwohl das Edelmetall in dieser Studie eigentlich nicht besonders gut wegkommt. Es spielt unter langfristigen Gesichtspunkten eher eine untergeordnete Rolle welchen Goldpreis man zu bezahlen hat, denn Gold erhält schlicht und ergreifend die Kaufkraft des eingesetzten Geldes am Tag des Kaufes, was man von Papiergeld nun wirklich nicht behaupten kann.

Gerade weil Gold langfristig also schlicht dazu tendiert, seinen realen Wert in etwa zu behalten, ist es durchaus sinnvoll einen Teil seines Vermögens in dieser Anlageklasse investiert zu haben. Es ist lediglich ein Wertaufbewahrungsmittel, aber in Zeiten wie diesen ist das wohl schon mehr als man verlangen kann! Im Basis-Szenario sollte der Gold-Anteil für Investoren etwa fünf Prozent betragen, in den anderen durchaus auch mehr, aber keinesfalls über 25 Prozent. Immobilien sind letztlich als Anlageklasse nur dann zu empfehlen wenn man vor hat auch selber darin zu wohnen. Als reines Investment, mit der geringsten Fungibilität aller Anlagen, oder gar als Beteiligung in einem geschlossenen Fonds, daher in meinen Augen eher ungeeignet. Anleihen bleiben ein schwieriges Thema für die kommenden Jahre. Der Vertrauensverlust ist groß und dürfte so schnell nicht aus den Köpfen der Anleger verschwinden.

Aktien sind und bleiben ein wesentlicher Bestandteil für den langfristigen Vermögensaufbau, aber eben nur zur richtigen Zeit. Diese finden wir in dem Basis Szenario, oder aber bei zunehmender Inflation. Die alles entscheidende Frage wird also in den kommenden Tagen und Wochen sein, welche Richtung die europäischen Politiker und auch die EZB einschlagen werden. Noch ist es nicht zu spät, aber es muss jetzt schnell gehen, und vor allem überzeugend sein, sonst kippt das System. Und dann muss man sich auch vorübergehend von Aktien trennen die eigentlich jetzt schon spottbillig sind!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erholsames Wochenende und stets die richtigen Entscheidungen! Und natürlich uns allen einen starken „Black Friday“ in den USA, der das Blatt kurzfristig wenden könnte.

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

 

P.S. anbei möchte ich Ihnen noch einmal kurz die Beteiligung an der von Norbert Lohrke eingereichten Petition für die Einführung eines Trennbankensystems nahelegen, und um tatkräftige Unterstützung für dieses ambitionierte Projekt bitten. Wir können alle etwas tun…

Der Graue Kapitalmarkt wird endlich auch stärker reguliert

Endlich bewegt sich etwas in den Grauzonen der Kapitallandschaft! Der Finanzausschuss des Bundestages hatte am vergangenen Mittwoch einer stärkeren Regulierung des sogenannten Grauen Kapitalmarktes endlich zugestimmt. Somit war der Weg frei für den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagerechts, wie es so schön heißt. Heute nun wurde der Entwurf final verabschiedet.

Der Bundesrat ließ heute das Gesetz zur Regulierung des Grauen Kapitalmarkts passieren. Die bereits bekannten Pflichten für Banken und Sparkassen werden somit auf Anbieter im unregulierten Grauen Markt ausgedehnt. Anlageberater werden somit künftig verpflichtet ihre Provisionen offen zu legen, und müssen ein  Protokoll über die Beratungsgespräch führen. Dieses muss dem Anleger zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren sind Finanzberater nun dazu verpflichtet leicht verständliche Informationsblätter über die angebotenen Produkte zu erstellen, und können nicht mehr so viele Hürden im Kleingedruckten verstecken. Gerade die sogenannten „weichen Kosten“ zehren oftmals die Rendite einer solchen Geldanlage, etwa bei geschlossenen Immobilienfonds, schnell auf.

Einen der wichtigsten Punkte des neuen Gesetzes finde ich aber dass Berater künftig für die Berufsausübung eine entsprechende Qualifikation vorlegen müssen. Dies dürfte insbesondere so manchem Strukturvertrieb etwas sauer aufstoßen der gerne mal seine Mitarbeiter nach eintägigen Schulungen/Vorträgen akquiriert und ohne weitere Vorbildung auf die Kundschaft loslässt. Diese Mitarbeiter müssen künftig auch eine entsprechende Berufshaftpflichtversicherung vorweisen können.

Alles in allem ein schon längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung, wenn nun auch noch die Einhaltung dieser Vorgaben vom Staat besser kontrolliert wird. Letztlich bleibt aber auch nach dieser Neuregelung immer noch der oberste Grundsatz der Eigenverantwortung. Wenn Sie also unbedingt in den grauen Kapitalmarkt investieren wollen dann prüfen Sie die Verträge auch in Zukunft genauestens auf eventuell Versteckte Kosten und vor allem Risiken.

Petitions-Aufruf – Einführung eines Trennbankensystems

Heute möchte ich hier den Petitions-Aufruf von Norbert Lohrke unterstützen, und habe ohne langen Umschweif den Originaltext eingestellt:

„Wir wenden uns heute mit einer möglicherweise etwas ungewöhnlichen Bitte an Sie. Wir möchten Sie nämlich bitten, unsere beim Deutschen Bundestag eingereichte und angenommene Petition als Mitunterstützer zu unterzeichnen und somit dazu beizutragen, dass sich endlich im Finanz-/Bankenwesen etwas ändert. Nie wieder dürfen Banken unseren Staat erpressen. Nie wieder dürfen Verlust zu Lasten der Allgemeinheit sozialisiert werden. Wir wollen also über die Einführung eines Trennbankensystems reine Kreditbanken schaffen, deren ausschließliche Aufgabe es ist Kredite zu vergeben. Damit sie nicht mit den Investmentbanken mit internen Renditezielen von 20 bis 25 % konkurrieren müssen. Wie sollen die 20 % schaffen, wenn sie Kredite an den Mittelstand von derzeit 5 bis 10 % Zins geben? Das ist rein betriebswirtschaftlich gar nicht möglich. Und so bleiben wir auf diesem Gebiet weit unter unseren Möglichkeiten. Ferner wollen wir, dass sich verzockende Investmentbanken schlicht Pleite gehen können, wie jedes andere Unternehmen auch. Wenn es denn schlecht gewirtschaftet hat. Und zwar ohne Schaden für den Rest der Realwirtschaft, die wieder und wieder unter diesen unverantwortlichen Banken leidet.

Dann wollen wir das Kreditwesengesetz von unten für Innovationen öffnen. Keine Bange. Wir wollen da keine weiteren sog. „Finanzinnovationen“ wie Derivate und Zertifikate sowie Verbriefungen, von denen es eh schon genug gibt. Nein. Wir wollen System- und Prozessinnovationen. Ich will Ihnen da ein Beispiel nennen. Über das Internet und 100 Mio. Usern könnte man einen 100 Mio. Euro Kredit über ein kleines Portal bereitstellen, wo nur jeder 1 Euro gibt und das Risiko bestmöglich aufgeteilt wird. Dieser syndizierte Kredit wird heute von einer Handvoll Banken mit dem entsprechenden Einfluss gegeben. Das Internet aber würde solche Machtstrukturen zerschlagen. Würde ich heute aber so ein Portal programmieren und anbieten, was relativ fix möglich wäre, hätte ich sofort die Bafin an der Backe, da dies Bankgeschäfte sind. Die großen Banken werden so etwas aber niemals anbieten. Weil sie sich da selbst kannibalisieren und ihrer Macht berauben würden.

Diese Prozessinnovationen bleiben also in der Schublade, weil es keinen Wettbewerb im Bankwesen gibt und die Hürden gerade für innovative kleine Unternehmen zu groß sind. Denn für ein solches Portal bräuchten wir eine Banklizenz, die schwer zu bekommen ist und für die man wieder Banker der alten Schule braucht. Und so beißt sich die Katze in den Schwanz. „Wettbewerb als Entdeckungsverfahren“ im Sinne des großen Ökonomen und Nobelpreisträgers Friedrich August von Hayek gibt es also im Bankensektor nicht, weil dieser Sektor u.a. von der Politik von unten künstlich gegen Wettbewerb geschützt wird. Insofern will die Petition frischen Wind durch die Öffnung des Marktes und eine Veränderung des Kreditwesengesetzes dergestalt, dass einzelne heute geschützte Bankdienstleistungen begrenzt und zum Teil frei gegeben werden. Wir wollen also eine Öffnung des Bankwesens von unten.

Bedenken Sie dass das Internet das ausfallsicherste Netz ist, das wir weltweit kennen. Wenn wir es schaffen Bankdienstleistungen intelligent wie bzw. über das Internet zu organisieren, werden wir ein Bankenwesen aus vielen, kleinen Usern/Kunden haben, die nicht „too big to fail“ wären.

Ich bitte Sie also meine/unsere Petition unter folgendem Link mitzuzeichnen:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18805

Klicken Sie diesbezüglich auf „Petition mitzeichnen“.

Senden Sie diese E-Mail bitte auch an Ihre Freunde, Bekannte und Verwandte sowie Geschäftspartner weiter. Oder posten Sie diesen Aufruf in Facebook und suchen Sie dort Unterstützer. Und helfen Sie uns auf ganz legalem Wege, dieses sich als krank heraus gestellte System zu ändern. Die zukünftige Generation wird es Ihnen danken.

Ich persönlich danke Ihnen schon heute im Voraus dafür, dass Sie Ihren staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten nachkommen.“

Stada – stabil in der Krise

Es ist schwer geworden in diesen Tagen halbwegs sinnvolle Analysen über Einzelaktien zu erstellen. Die politischen Wirren halten die Börsen fest im Griff und machen somit eigentlich jede fundamentale oder charttechnische Beurteilung einer Aktie unmöglich. Bei der überwiegenden Zahl an Qualitätsaktien ist das so, dennoch gibt es ein paar löbliche Ausnahmen wie zum Beispiel die Stada Aktie. In den letzten, turbulenten Tagen, die allgemein von weiter starken Abverkäufen geprägt waren, konnte sich die Aktie des Generika-Herstellers gegen den Trend entwickeln. Somit bleibt der Titel in den seit Anfang Oktober bestehenden, und sehr stabilen, Aufwärtstrend. Heute hat die Stada Aktie ein erneutes Kaufsignal generiert.

Gestern wurde bekannt, dass Stada bei einer Ausschreibung für bundesweite Rabattverträge der AOK Zuschläge für insgesamt 18 Wirkstoffe erhalten hat. Unter den Wirkstoffen seien „einige Neueinführungen und Eigenfertigungen sowie das umsatzstarke Produkt Fentanyl“, berichtete Stada. Die Verträge treten zum 01.04.2012 in Kraft, und haben eine Laufzeit von zwei Jahren. Insgesamt haben die STADA-Vertriebsgesellschaften, STADApharm GmbH, ALIUD PHARMA GmbH und cell pharm, damit bei der diesjährigen AOK-Ausschreibungsrunde deutlich besser abgeschnitten als alle anderen Wettbewerber. Bis 2014 soll nun laut Unternehmensangaben der Umsatz auf 2,15 Milliarden Euro ansteigen. Das EBITDA soll sich auf rund 430 Millionen Euro verdoppeln.

In den ersten neuen Monaten des Jahres war der Arzneimittelhersteller in die roten Zahlen gerutscht weil davon ausgegangenen wurde dass offene Forderungen aus Lieferungen nach Serbien in Höhe von 97 Millionen Euro nicht eingetrieben werden können. Kürzlich wurde nun aber bekannt, dass die serbische Regierung zugesagt hat diese ausstehenden Forderungen zu übernehmen. Damit bietet der serbische Markt auch in den den kommenden Jahren wieder attraktive Absatzmöglichkeiten für Stada. Momentan läuft also alles wieder rund bei Stada, und gerade in diesen unsicheren Zeiten kann es nicht schaden ein paar Titel aus der Pharmabranche im Depot zu haben.

Ein erster Test der 20,- Euro Marke vor ein paar Tagen wurde aufgrund der allgemeinen Marktunsicherheiten wieder abverkauft. Gelingt nun, nach einer Beruhigung der Märkte, ein erneuter Anstieg über die Marke von 20,60 Euro, sollten dann folgende Anschlusskäufe die Aktie in den Bereich um die 23,70 Euro führen. Wir trauen der Aktie kurzfristige Kurse von 25,- Euro zu. Langfristig dürfte sogar noch deutlich mehr drin sein.

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