Author Archives: Lars

Wacker Chemie – stark gegen den Trend!

Seit unserem letzten Update zu Wacker Chemie hat die Aktie nun offensichtlich um die 68,- Euro einen soliden Boden ausgebildet. Die Analyse hat somit weiterhin Gültigkeit. Hier noch einmal die Fakten zur Erinnerung:  Fundamental betrachtet ist die Aktie von Wacker Chemie günstig, was auch nach den letzten Quartalszahlen wieder bestätigt wurde. Das Unternehmen hat im 3. Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ausgebaut. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um ein Prozent auf 1,28 (Vorjahr 1,27) Mrd. €.  Die EBITDA-Marge lag im Berichtszeitraum bei 24,8 Prozent nach 26,8 Prozent im Vorjahresquartal, was zu einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 317,6 Millionen Euro führte. Dies entspricht einem leichten Rückgang um 7 Prozent was angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten, und insbesondere in der Solarindustrie, sehr ordentlich ist. Für das letzte Quartal des Jahres hat sich die Unternehmensführung verhalten optimistisch geäußert.

Die Aktie wird momentan mit einem KGV für 2011 von 6,82 und 2012 von 7,66 bewertet, die Dividendenrendite liegt bei 4,4 bzw. 4,2 Prozent für das kommende Jahr. Auch aus charttechnischer Sicht ist die Aktie inzwischen wieder hochinteressant. Bereits gestern im späten Handel haben die Papiere der Wacker Chemie AG noch einmal kräftig angezogen, heute setzt sich dieser Trend fort. Hier scheint ein Käufer dran zu sein, was ich auf dem Niveau deutlich nachvollziehen kann. Trotz des schwachen Umfeldes zeigt die Aktie bereits seit Tagen deutliche Stärke. Die Bodenbildung dürfte nun abgeschlossen sein. Somit haben auch wir gestern eine erste Position in dem Wert aufgebaut. An dieser Stelle müssen wir aber auch noch einmal darauf hinweisen dass Prognosen zu Einzelaktien, in dem momentanen politischen Umfeld, äußerst schwierig bis unmöglich sind. Fundamental betrachtet ist die Aktie für uns ein klarer Kauf. Das erste Kursziel sollte nun bei 82,- Euro liegen.

Trading Update BYD – vorerst ausgeträumt?

Die Aktie des chinesischen Elektroauto- und Batterieproduzenten Build Your Dreams konnte zuletzt von Gerüchten profitieren. Demnach soll die chinesische Regierung offenbar den Kauf von Elektroautos auch weiterhin unterstützen, und die Beschränkungen, die in einigen chinesischen Großstädten eingeführt worden sind, um den Verkehrsinfarkt zu verhindern, speziell für Elektroautos wieder lockern. Laut dem Bericht können Käufer von Elektroautos somit auch in Zukunft auf Ausnahmeregelungen bezüglich der Zulassungsbegrenzung von Fahrzeugen in chinesischen Ballungszentren hoffen. Analysten erwarten nun einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Fahrzeugen mit Elektromotor, wovon BYD überdurchschnittlich profitieren sollte.

Zudem hat sich das Unternehmen in den letzten Monaten verstärkt darauf konzentriert europäische Kommunen mit Elektrobussen, für den öffentlichen Nahverkehr auszustatten und in diesem Bereich deutliche Fortschritte erzielt. Die für das nächste Jahr geplante Herstellung eines Elektro-Kleinwagens in Zusammenarbeit mit Daimler weckt zusätzliche Phantasien. Dennoch sind die Umsätze bei dem chinesischen Autobauer im laufenden Jahr weiter rückläufig. In den ersten zehn Monaten verkaufte der Autobauer „nur“ 326.379 Fahrzeuge. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang von 23,5 Prozent. Letztes Jahr wurden im gleichen Zeitraum noch 426.800 Autos verkauft.

Wir haben uns nach unserem letzten Einstieg bei 1.17 Euro nun vorübergehend von der Aktie getrennt, und nach dem letzten deutlichen Anstieg auf 1,94 Euro, vorerst Gewinne mitgenommen. Der Bereich um die 2,- Euro dürfte aus charttechnischer Sicht vorerst schwer zu überwinden sein. Langfristig bleibt BYD eine interessante Spekulation auf den Wandel der Automobilindustrie hin zu alternativen Antriebskonzepten. Kurzfristig rechnen wir noch einmal mit einem Rücksetzer aufgrund der schwächeren Nachfrage. Zudem empfiehlt es sich abzuwarten ob sich die Gerüchte auch tatsächlich bestätigen.

Erneuter Horrortag für Q-Cells und Solarworld Aktionäre

Einmal mehr machen heute die deutschen Solarwerte im negativen Sinne auf sich aufmerksam. Wir hatten ja bereits vor Tagen darauf hingewiesen, dass man sich der neuen Euphorie bei der Q-Cells Aktie besser nicht hingeben sollte. Und so kam es dann auch. Der letzte kräftige Kursanstieg erwies sich erneut als kurze Episode auf dem langen tragischen Weg gen Süden. Heute veröffentlichte die Q-Cells AG das Zahlenwerk zum abgelaufenen Quartal. Der Verlust lag bei stolzen 47,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr hier noch ein Überschuss von 36,7 Millionen Euro erzielt erden konnte. Auch der Umsatz bracht dramatisch weiter ein und schrumpfte von 400 auf nur noch 229 Millionen Euro. Als wäre dies alles nicht schon bedenklich genug nahm heute die Finanzchefin des Konzerns, Marion Helmes, mit sofortiger Wirkung ihren Hut. Die Aktie fällt heute erneut unter die Marke von einem Euro, wo sie offenbar auch hingehört.

Ging man bislang davon aus, dass so etwas beim deutschen Branchenprimus nicht passieren könne, so wurde man heute auch diesbezüglich eines Besseren belehrt. Die SolarWorld AG hat heute für das abgelaufene Quartal einen Umsatzrückgang auf 238 Millionen Euro von zuvor 342 Millionen Euro gemeldet. Das Ergebnis vor Zinsen sank deutlich von 49,8 Millionen Euro im dritten Quartal 2010 auf nunmehr nur noch von 20,6 Millionen Euro. Auch hier brach der Umsatz weiter weg. Im letzten Jahr wurden noch 958,3 Millionen Euro im dritten Quartal umgesetzt, heute nur noch 772,9 Millionen Euro. Frank Asbeck kürzte darauf hin auch die Prognose für das Gesamtjahr und geht nun noch von Erlösen von ca. einer Milliarde Euro aus.

Es bleibt wie es ist, die Solarbranche steckt in einer tiefen Krise. Es ist nicht abzusehen wann und ob sich daran etwas ändern wird, und somit bleibt die Branche für Anleger weiterhin uninteressant und risikoreich. Es ist letztlich als Anleger auch unerheblich woran das liegt, und das die Chinesen sich hier einen massiven Vorteil verschaffen. Letztlich wird es wohl keinen Gewinner dieser entwicklung geben. Die Solarworld Aktie verliert heute knapp 13 Prozent Q-Cells sogar 27 Prozent.

Murphys Law – Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen…

Wenn sich jemand gestern über den vorübergehenden Schwächeanfall der amerikanischen Börsen gewundert haben sollte, wie ich auch im ersten Moment auch, so möchte ich hier gerne kurz die wahre Ursache dafür erläutern. Die Geschichte ist zwar mal wieder nahezu unglaublich, stimmt aber. Leider! In diesen Tagen musste ich schon des öfteren an den guten alten Murphy denken, weil man all dies anders schon lange nicht mehr erklären kann. Murphys Law – Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen…

Die Ratingagentur Standard & Poors hatte gestern versehentlich eine Meldung über die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs verschickt. Angeblich handelte es sich dabei um eine automatisch generierte Meldung die aufgrund eines technischen Fehlers verschickt wurde. Wie so etwas überhaupt möglich sein konnte erläuterte S&P leider nicht, was mein persönliches Vertrauen in diese Institutionen noch weiter deutlich sinken lässt. Standard & Poors revidierte die Meldung umgehend, und bestätigte dass die Kreditwürdigkeit Frankreichs weiter mit der höchsten Note „AAA“ und stabilem Ausblick bewertet werde. Die französische Finanzmarktaufsicht hat nun eine Ermittlung eingeleitet, und ich hoffe wirklich das dieser Vorfall nun endlich auch mal Konsequenzen haben wird.

Nach der überraschenden Ankündigung eines Referendums von Papandreou und den politischen Wirren in Italien, jetzt also auch noch technische Fehler die immense Auswirkungen gehabt haben können. Ich erinnere noch einmal an meinen gestrigen Artikel. Die Menschen sind müde all dies ertragen zu müssen, und die Gefahr einer breiten Resignation des Marktes nimmt täglich zu. Nicht etwa die drohende Rezession macht es im Moment schier unmöglich sich an den Kapitalmärkten zu bewegen. Es sind die Meldungen und die Fehler von Politikern, automatischen Handeslsystemen (Fat Finger, o.ä.), und nicht nachvollziehbaren Ratings die letztlich das gesamte System zum Einsturz bringen könnten.

Ich habe ein gutes Gefühl, bei soviel geballter Kompetenz ;-), aber vielleicht hat das alles ja doch ganz andere Gründe…

Stada – alles wird gut

Heute meldet sich die Aktie der Stada AG mit einem kräftigen Kurssprung um über 10 Prozent zurück. Grund für die Euphorie ist das die serbische Regierung zugesagt hat die ausstehenden Forderungen in Höhe von rund 97 Millionen Euro übernehmen zu wollen. In der Pressemeldung hieß es dazu, dass die serbische Regierung eine sogenannte Patronatserklärung für die Bezahlung der Lieferungen von Pharmaunternehmen abgegebenen habe. In den letzten Monaten war der MDax-Konzern kräftig unter die Räder gekommen nachdem Zweifeln an der Werthaltigkeit seiner Forderungen in Serbien aufgekommen waren.

Stada war daraufhin in den ersten neun Monaten in die roten Zahlen gerutscht weil im dritten Quartal Wertberichtigungen von 96,9 Millionen Euro vor Steuern verbucht worden sind. Innerhalb der nächsten 14 Tage will die serbische Regierung nun in Gespräche mit den betroffenen Pharmaunternehmen eintreten. Ob danach die ganzen offenen Forderungen beglichen werden muss also noch abgewartet werden. Unabhängig von der tatsächlichen Höhe der Zahlung sollte die heutige Meldung aber zu einer komplette Neubewertung der Aktie führen, und der serbische Markt in den kommenden Jahren wieder attraktive Absatzmöglichkeiten für Stada bieten.

Commerzbank – wars das jetzt?

Liebe Leidensgenossen, es ist einigermaßen schwer geworden sich in diesen Tagen vorzustellen, dass die Aktien der zweitgrößten Bank Deutschlands nicht zum Pennystock verkommen wird. Dennoch möchte ich hier den Versuch unternehmen auch einmal die etwas positiveren Seiten zu beleuchten, bzw. zur erklären warum ich dennoch der Meinung bin, dass die Aktie der Commerzbank, wie viele andere auch, auf dem derzeitigen Niveau ein interessantes Investment darstellen könnte. Denn letztlich ist es nicht die Commerzbank Aktie die hier verrückt spielt sondern das gesamte Umfeld. Fernab allen „normalen“ Überlegungen an der Börse möchte ich somit ein paar einfache Gedanken mit Ihnen teilen.

Die permanenten politischen Tiefschläge bleiben in diesen Tagen bei vielen Substanzaktien nicht ohne Folgen, und so ist es wenig hilfreich sich fundamental begründete Gedanken zu den Aktien zu machen, denn letztlich bewegt nur noch die Psychologie der Massen die Märke. Ein gutes Beispiel für diese massenhafte Fehleinschätzung ist im Übrigen die K+S Aktie nach den heute gelieferten hervorragenden Zahlen. Aber das nur am Rande. Die Masse hat also gestern entschieden dass es jetzt reicht! Viele Anleger haben schlicht und ergreifend kapituliert, und vielleicht war genau das der Punkt der noch einmal erreicht werden musste.

Reihenweise wurde einfach auf den Verkaufsknopf gedrückt ohne weiter darüber nachzudenken, weil die Martteilnehmer schlichtweg erschöpft sind. Ich nehme mich da nicht aus, ich bin ebenfalls müde, teilweise frustriert, und wütend über soviel Unfähigkeit europäischer Staatsführer. Die Wochen seit Anfang August gehören somit sicherlich zu der intensivsten Börsenphase die ich bislang erlebt habe, und man muss sich die Frage stellen ob es sinnvoll ist sich jeden Tag dieser politischen Willkür auszusetzen. Dennoch habe ich den Verkaufsknopf (noch) nicht gedrückt. Warum?

Weil genau solche Bewegungen meistens einen Wendepunkt markieren, an dem die Aktien von den schwachen in die starken Hände gewandert sind. Nicht selten passiert genau nach solchen Tagen etwas an das eben die breite Masse nicht mehr geglaubt hat. Diese kognitive Intelligenz hat gestern einmal mehr in den „Panik Modus“ geschaltet, und das kann angesichts der mangelnden Entschlusskraft der Griechen und Italiener auch nicht weiter verwundern. Italienische Staatsanleihen notieren auf absoluten Krisenniveau, und schüren erneut Ängste dass Italien, nun ebenso wie Griechenland, gerettet werden muss. Natürlich hätte dies auch fatale Folgen für die europäischen Banken.

Dabei ist Italien keineswegs mit Griechenland zu vergleichen, zumindest nicht aus dem wirtschaftlichen Blickwinkel, bei der politischen Führung des Landes bin ich mir da nicht so sicher! Italien ist in mehrfacher Hinsicht ein sehr reiches Land. Und (Nord)-Italien ist im Gegensatz zu Griechenland voller hervorragender Unternehmen mit Weltgeltung, die Italien zu einer relevanten Wirtschaftsmacht machen und dem Land daher eine echte Perspektive verschaffen, aus den Schulden heraus zu wachsen. Beispielhaft seien Benetton, Prysmian, Ferrari (Fiat), Pirelli oder Parmalat genannt. Das einzige was dem Land fehlt ist politische Stabilität und eine fähige Regierung die Potenziale des Landes zu nutzen. Lesen Sie dazu bitte auch den Artikel „Das tragische an Italien„, den wir gestern veröffentlicht haben.

Das größtmögliche Problem für die Commerzbank wäre also eine Schieflage des zweiten und wesentlich größeren Mittelmeerstaates. Wenn es der italienischen Führung nun aber gelingt, wie angekündigt bis zum Wochenende, einen glaubhaften Plan für die Sanierung des Landes vorzulegen, und die Griechen nun endlich Ihren neuen Übergangs-Häuptling gewählt haben, dann sieht die Börsenwelt schlagartig wieder ganz anders aus. Mit beiden Ereignissen rechne ich persönlich bis spätestens kommenden Montag. Und genau an diesem Tag wird auch meine persönliche Entscheidung über das weitere Vorgehen bis zum Jahresende fallen, nicht vorher.

Der Markt will endlich Klarheit, und in Europa weiß man das man nun liefern muss, denn sonst ist alles verloren für das in den letzten Monaten gekämpft wurde. Ich gehe davon aus, dass man dies nicht zulassen wird. Zumindest solange nicht bis es einen durchdachten Plan B gibt der uns langfristig aus dieser Misere befreien kann. Bankaktien werden dann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer deutlichen Erleichterungs-Rally ansetzen, ebenso wie natürlich auch die anderen Sektoren. Wie ich Ihnen bereits in unserem letzten Newsletter geschrieben habe, ist das Beste was Sie momentan tun können sich nicht zu irgendwelchen spontanen Handlungen hinreißen zu lassen.

Erst wenn das letzte Fünkchen Hoffnung auf einen positiven Ausgang erloschen ist, ist die Zeit gekommen sich zu verabschieden. Bis dahin birgt der Markt enorme Chancen, und das gilt auch auf mittlere Sicht für die Commerzbank Aktie. Heute morgen dürfte somit ein guter Einstiegszeitpunkt für Mutige gewesen sein! Für diejenigen die sich diesem ganzen Wahnsinn nicht mehr aussetzten wollen habe ich das allergrößte Verständnis!

Porsche – wann kommt der Ausbruch?

Die Porsche Aktie zeigte sich in den letzten Handelstagen deutlich volatiler als normal, was natürlich angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten auch nicht weiter verwunderlich ist. Auch die Nachricht, dass der Sportwagenbauer unter Umständen im Gesamtjahr einen Verlust verbuchen könnte konnte an der grundsätzlich positiven Tendenz dieser Bewegung nichts ändern. Bilanzielle Effekte, als Folge aus der gescheiterten VW Übernahme, drücken weiterhin auf das Ergebnis. Operativ hingegen läuft es weiterhin sehr gut bei den Zuffenhausenern.  Porsche verkauft, aller Voraussicht nach in diesem Jahr über 100.000 Sportwagen, und damit so viele Autos wie noch nie. Auch im kommenden Jahr soll mit 140.000 abgesetzten Fahrzeugen einen weiteren Rekord aufzustellen werden. Die eingeschlagene Strategie scheint Wirkung zu zeigen.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Porsche Aktie nun in einer sehr interessanten Situation. Heute konnte bereits das letzte Hoch bei 45,- Euro kurzzeitig überwunden werden. Gelingt in den nächsten Tagen ein weiterer Anstieg über diese Marke wäre das nächste Kursziel bei 52,50 Euro zu sehen. Auf dem Wege dahin kann es noch einmal zu einer Konsolidierung an der 200 Tage Linie kommen, die mit diesen Anstieg überwunden werden müsste. Diese verläuft derzeit bei ca. 47,- Euro, wo auch noch das Hoch von Ende August, den weiteren Anstieg bremsen könnte. Dennoch sehen wir die Aktie, ähnlich wie die Analysten-Gilde, unverändert positiv und setzen auf einen dann beschleunigten Rebound bis in den Bereich des Juli-Hochs bei 57,70 Euro zum Jahresende, möglicher Weise sind dann sogar Kurse um die 65,- Euro wieder denkbar. Gelingt also der Ausbruch über die heutigen Höchstkurse stehen die Chancen für dieses Szenario  nicht schlecht.

Asian Bamboo im Rally Modus

Ich verweise an dieser Stelle noch einmal gerne auf unseren Artikel vom 12.10.2011 über den chinesischen Baumbussprossen-Produzenten Asian Bamboo. Damals hatten wir die Aktie als TopTipp für Risikobewusste vorgestellt. Heute nicht ganz einen Monat später hat die Aktie bereits 45 Prozent zugelegt und notiert wieder nahe der 14,- Euro Marke. Bereits seit zwei Tagen herrscht erneut starkes Kaufinteresse bei dem Wert, und die Asian Bamboo Aktie ist in den Rally-Modus übergegangen. An unserer grundsätzlichen Einschätzung zu dem Wert hat sich nichts geändert. Hier noch einmal das abschließende Fazit zur Erinnerung.

„Wir trauen dem Titel nun eine schnelle Rückkehr bis in den Bereich um die 15,- Euro zu, anschließend wäre ein weiterer Anstieg bis in den Bereich um die 18,- Euro möglich. Mittelfristig gehen wir aber von deutlich höheren Kursen bei der Aktie aus, wenn das Unternehmen die selbst gesteckten Ziele erreicht.“

Der Drei-Jahres-Chart zeigt deutlich auf in welche Situation sich die Aktie befindet, wo die Chancen und die Risiken liegen. Man kann zusammenfassend sagen, dass die Chancen hier wohl deutlich höher sind.  In der ersten Jahreshälfte 2001 hat Asian Bamboo den Nettogewinn im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 18,4 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 27 Prozent auf 49,2 Millionen Euro. Zuletzt veröffentlichte Asian Bamboo das Zahlenwerk für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahrs. Dabei wurde ein Wachstum von 28 Prozent auf 71,4 Millionen Euro erzielt. Auch im Quartalsvergleich sind die Umsätze also im dritten Quartal in allen Geschäftsbereichen weiter gestiegen.

Unser Fazit bleibt also : Mit Asian Bamboo kann man sich als spekulativ orientierter Anleger auch heute noch einen interessanten Wert ins Depot legen der hohes Gewinnpotenzial verspricht. Die Rally dürfte gerade erst begonnen haben. Wie immer bei chinesischen Werten schwingt natürlich auch hier eine gewisse Portion Unsicherheit mit.

Leoni – bestens verkabelt!

Heute hat die Leoni AG die Quartalszahlen veröffentlicht, und die können sich wirklich sehen lassen. Der Automobilzulieferer profitiert weiterhin von der weltweiten Automobilnachfrage, und konnte sowohl den Umsatz als auch den Gewinn kräftig steigern. Für die kommenden Quartale sieht sich der Der Kabel- und Bordnetz-Spezialist gut gerüstet. Die Ziele für das Gesamtjahr 2011 wurden von Firmenchef Klaus Probst erneut bestätigt und auch der Ausblick auf das Jahr 2012 lassen Anleger auf mehr hoffen. Laut Aussage des Unternehmens gibt es bislang keinerlei Anzeichen für eine Abschwächung der Nachfrage nach den Produkten der Leoni AG.

Sowohl das Geschäft mit den Kabeln als auch der Vertrieb kompletter Kabelsätze, haben ähnlich kräftig zu dem Quartalsergebnis beigetragen. Insgesamt kletterte der Umsatz zwischen Juli und September auf 913 Millionen Euro, und damit um satte 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte noch kräftiger, um 40 Prozent, auf 54,6 Millionen Euro zu. Somit wurde in der Berichtsperiode ein Überschuss von knapp 33 Millionen Euro erwirtschaftet, was einem Gewinn von 1 Euro je Aktie entspricht.

Die Unternehmensführung plant nun  auch für das Gesamtjahr 2011 mit einem weiterhin kräftigen Anstieg der Umsätze von 2,96 Milliarden auf rund 3,6 Milliarden Euro. Das EBIT soll dementsprechend von zuvor knapp 100 Millionen Euro auf 230 Millionen Euro zulegen. Alles in allem also ein sehr solides Zahlenwerk des Automobilzulieferers, dass für künftige Quartale mehr verspricht. Die Aktie gibt heute dennoch vorbörslich etwas nach, was wir als klare Nachkaufchance unseres Depotwertes werten. Leoni ist nicht nur in der Automobilbranche gut verdrahtet, auch der Chart sieht momentan interessant aus.

Vor kurzem gelang es bereits kurzzeitig die 200-Tage Linie wieder zu überschreiten. Ein solider Boden dürfte sich im Bereich um die 28,- Euro ausgebildet haben. Auch erkennbar im Chart ist eine mögliche Schulter-Kopf-Schulter Formation die die Aktie noch einmal in diesen Bereich führen könnte. Fundamental betrachtet sollte spätestens hier dann der Rebound der Aktie erfolgen. Das Chance-Risiko- Verhältnis bei der Leoni Aktie würden wir als äußerst günstig bezeichnen.

Telekom wirft Drillisch Tochter Betrug vor – Aktie stüzt ab

Für Drillisch Aktionäre war der heutige Montag ein katastrophaler Tag, der wohl noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte zeitweise von zuvor 8,40 Euro auf 3,25 Euro ab, konnte sich aber zum Handelsschluss wieder etwas fangen. Der Xetra Schlusskurs lag bei runden fünf Euro. Was war passiert? Die Telekom wirft einem Tochterunternehmen des Serviceproviders Drillisch, der Simply GmbH, vor mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert zu haben, ohne dass entsprechende Kundenverhältnisse zugrunde lagen. Soll heißen man habe versucht sich an den dafür gezahlten Provisionen zu bereichern, ohne einen „echten“ Gegenwert zu liefern. Die Telekom hat Strafanzeige erstattet, selbstverständlich wurde in diesem Zusammenhang auch gleich die Zusammenarbeit fristlos gekündigt.

Drillisch hingegen wehrt sich vehement gegen diese Vorwürfe. „Die Simply Communications GmbH habe sich im Hinblick auf von der Telekom gezahlten Provisionen vollumfänglich in Übereinstimmung mit den mit der Telekom geschlossen Verträgen verhalten“ hieß es in der Meldung. Offensichtlich streiten sich die beiden Unternehmen bereits seit einigen Tagen über diesen Vorfall, denn nach Aussage von Drillisch habe die Simply GmbH bereits am 03.11.2011 von sich aus den Vertrag gekündigt, nachdem man sich bei der Telekom uneinsichtig gezeigt hatte. Eine konkrete Gegendarstellung der Ereignisse war allerdings keiner Pressemeldung heute zu entnehmen.

Letztlich bleibt nicht viel übrig als das Gelesene zu deuten. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen dass die Simply GmbH es sich leisten kann einen Vertrag mit der Telekom von sich aus zu kündigen. Noch weniger kann ich mir vorstellen dass wirklich jemand so doof ist zu glauben dass er damit durchkommt, wenn es denn tatsächlich so gewesen ist. Kurzfristig ist all dies aber auch weniger relevant, denn es verhält sich ähnlich wie mit bspw. den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Strauss Kahn. Wenn so etwas mal ausgesprochen wurde ist es fast schon egal ob jemand etwas getan hat oder nicht. Es klebt an einem und man wird es nicht mehr los! Welche Auswirkungen dies auf die Bilanz der Drillisch AG hat ist also eher nicht so entscheidend sondern viel mehr der Imageschaden der hier entstanden ist.

Unser Fazit an dieser Stelle kann auch somit nur sein dass man die Finger bis zur endgültigen Klärung von der Aktie lassen sollte, auch wenn natürlich eine Rebound-Spekulation an solchen Tagen immer reizvoll erscheint.

Die einzig richtige Antwort auf diese Provokation…

Es geht in die richtige Richtung, und das hat mich persönlich etwas erstaunt, denn die letzten Monate der europäischen Politik waren nicht gerade geprägt von Entschlossenheit und klaren Entscheidungen. Ich bin also heute positiv überrascht von den Reaktionen unserer Kanzlerin und dem französischen Staatspräsidenten Sarkozy, die gestern Abend die einzig richtige Antwort auf die offene Provokation aus Griechenland gefunden haben. Zunächst einmal wird der Geldhahn zugedreht bis das ganze Thema um den plötzlichen Demokratieanfall des griechischen Staatschefs geklärt ist.

Was aber noch viel wichtiger ist, ist die neue Definition der Ergebnisse eines mögliche Referendums in Griechenland. Und da kann es eben nicht nur darum gehen, das sich die Griechen jetzt die Rosinen rauspicken, im Euroraum verbleiben, aber gleichzeitig auf das Sparpaket verzichten, weil sie nicht bereit sind ihren Teil zu bringen. Merkel und Sarkozy haben klar gemacht, dass es nun sehr wohl um den Verbleib Griechenlands in der Eurozone geht – nicht mehr und nicht weniger! Meinen Glückwunsch an dieser Stelle für den Mut dies zu tun und auch endlich auszusprechen.

Auch terminlich wurde das Ganze nun deutlich fester gezurrt als ich dies gestern Abend noch den Nachrichten entnehmen konnte. Da war die Rede noch davon das man irgendwann im Dezember oder Januar die Abstimmung durchführen werde, und ich in dem Moment leicht schockiert – ich gebe es offen zu! Denn ein unnötiges Verzögern dieses Prozesses wäre mehr als schädlich für den gesamten Euroraum, und natürlich auch für die Kapitalmärkte. Dass den Griechen nun Zeit gegeben wurde sich bis Anfang Dezember zu entscheiden, ist in meinen Augen, angesichts der Situation, mehr als wohlwollend.

Vielleicht wird es aber gar nicht dazu kommen wenn am Freitag die Vertrauensfrage gegen die amtierenden Präsidenten beantwortet wird. Inzwischen spürt Papandreou mächtigen Gegenwind aus den eigenen Reihen, und wurde öffentlich als „gefährlich für das eigene Land“ bezeichnet und aufgefordert zu gehen. Immer wieder schön finde ich dann auch die plötzliche Erleuchtung bei einigen CSU Politikern die nun eine Abstimmung in unserem Lande fordern, ob wir dem Rettungspaket zustimmen wollen. Grundsätzlich natürlich ein toller, demokratischer Gedanke, in diesem Falle aber wohl eher populistisches Trittbrettfahren. Wir haben keine Zeit mehr für solche Spielchen meine Damen und Herren!

Leider haben diese Entscheidungen aber natürlich kurzfristig mal wieder einen äußerst negativen Einfluss auf die europäischen Aktienmärkte, die heute vorbörslich wieder deutlich nachgeben. Dennoch versuche ich es positiv zu sehen. Der Markt mag keine Unsicherheiten, und genau diese werden wohl bis zum Ende des Jahres beseitigt sein – so oder so! Die spannende Frage ist also wann der Markt anfangen wird diese positiven Aspekte umzusetzen. Sollte Papandreou am Freitag scheitern besteht eine gute Möglichkeit auf deutlich steigende Märkte ab Montag. Möglicherweise wird aber auch die Entschlossenheit der Europäer bereits vorher honoriert…

Blut auf den Strassen nach griechischen Referendum-Plänen

Ein wahrer Giftcocktail schickte gestern die Börsen erneut auf Talfahrt. Sah es am Freitag noch so aus als würde sich die politische Lage in Europa stabilisieren ist heute bereits wieder alles anders. Die griechische Regierung plant spontan, und wahrscheinlich ohne Absprache mit den Geberländern, ein Referendum, um die deutlichen Einschnitte die die Sparprogramme mit sich bringen vom Volk absegnen zu lassen. An dieser Stelle muss wirklich die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme ernsthaft in Frage gestellt werden, die direkt zur Folge hat das die Finanzmärkte erneut einbrechen, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem negativen Abstimmungsergebnis führen. Wer die Bilder der letzten Wochen von marodierenden, und protestierenden Griechen gesehen hat der kennt das Ergebnis dieses Referendums bereits jetzt!

Der Euro stürzt daraufhin ebenfalls ab und Qualitätsaktien ins Bodenlose. Allen voran natürlich einmal mehr die Bankaktien. Hier wurde das zarte Pflänzchen des Vertrauens in die europäische Politik, und vor allem in eine gemeinsame Strategie der europäischen Politiker, mit Füßen getreten. Und spätestens jetzt, liebe Leser, reicht es mir persönlich, und ich bin ernsthafter denn je für einen Ausschluss Griechenlands aus der Währungsunion. Über diese Steilvorlage der griechischen Regierung sollte unsere Kanzlerin einmal etwas intensiver nachdenken, zum Wohl und Schutz der europäischen Bürger. ES REICHT liebe Griechen – Wir können gerne mal einen Ouzo trinken, aber wir sollten dabei nicht in einem Boot sitzen.

Hinzu kam gestern noch die Meldung dass der US Wertpapierhändler pleite ist, was sich natürlich sofort äußerst negativ auf die Finanzwerte weltweit ausgewirkt hat. Erinnerungen an Lehman Brothers wurden wach. Verstrickungen die niemand im Moment genau beurteilen kann. Welche Geldinstitute sind davon betroffen? Bei MF Global werden zudem Kundengelder in Millionen- oder Milliardenhöhe „vermisst“. Es wird vermutet das MF Global vielleicht mit den Einlagen der Kunden gezockt haben könnte. Kunden haben Angst und Nichtkunden fürchten dass so etwas bei Ihrem Broker auch passieren könnte. Alles in allem eine wirklich giftige Mischung für die Märkte die uns auch heute nun bei einem DAX Stand von 5.880 zurück auf Los katapultiert hat, und somit eine komplette Neubewertung der Situation erforderlich macht.

Ich denke die letzten 24 Stunden an der Börse haben einiges offenbart was man sich für die kommenden Monate immer wieder vor Augen halten sollte. Kurzum, den Finanzmärkten ist an dieser Stelle nicht mehr zu trauen, bzw. der Politik und deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Selbst kurzfristige Entwicklungen über die nächsten 8 Wochen bis zum Jahresende sind schlicht und ergreifend nicht mehr solide prognostizierbar. Jederzeit kann eine Nachricht auftauchen die das ganze Kartenhaus wieder zum Einsturz bringt, und dieses Kartenhaus steht auf keinem soliden Fundament. Die griechische Regierung hat mit Ihrer eigenmächtigen Handlungsweise sämtliche Stabilisierungs-Bemühungen der Eurozone zerstört, und pokert gerade sehr hoch. Der Einsatz ist die Zukunft Europas, ohne Rücksprache mit den Verbündeten, und das darf, unabhängig vom Ausgang dieses Schauspiels, nicht ohne Konsequenten bleiben! Ganz nebenbei gesagt verstößt Papandreou damit gegen die Verfassung Griechenlands!

Ich bin Swing Trader, und ich sollte es auch bleiben. Solange dieser Markt so Nachrichtengetrieben ist, muss man kurzfristig immer wieder die Gewinne vom Tisch nehmen, auch wenn der Verstand eigentlich etwas anderes sagt…In diesem Sinne ist der einzige Rat den ich gerade geben kann der, dass es meistens nicht sehr sinnvoll ist sich von der allgemeinen Panik anstecken zu lassen, und die Aktien im Depot an solchen Tagen auf den Markt zu schmeißen. Rückblicken betrachtet hätte man das wohl am Donnerstag Abend oder spätestens am Freitag tun müssen ;-)…aber da sah die Welt ja noch ganz anders aus!

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