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ThyssenKrupp Aktie – Gar nicht hart wie Kruppstahl

Unterschiedlicher könnten die Ansichten über die jüngst gelieferten Daten bei ThyssenKrupp wohl nicht sein. Während einige Marktbeobachter das Zahlenwerk als durchaus brauchbar bis aussichtsreich einstufen, kann ich hier nicht viel Gutes entdecken, ausser das die Abschreibungen nun wohl größtenteils abgearbeitet sind und es operativ gar nicht mal so schlecht lief. Unter dem Strich stand aber im dritten Quartal erneut ein Verlust von 362 Millionen Euro nach einem Minus in Höhe von 109 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Grund war – wie könnte es anders sein – ein entsprechend hoher Verlust durch die beiden Stahlwerke in Brasilien und den USA. Auch der Verkauf dieser Werke scheint sich weiter hinzuziehen als vom Management zunächst angenommen. Fachleute gehen inzwischen teilweise davon aus dass sich dieser noch bis weit ins Jahr 2014 hinziehen könnte…

Als durchaus besorgniserregend kann man wohl die finanzielle Lage des Konzerns inzwischen bezeichnen… Das Eigenkapital ging von Ende März bis Ende Juni um weitere 700 Millionen auf knapp 2,9 Milliarden Euro zurück. Das Verhältnis der Schulden zum Eigenkapital klettert auf stolze 186 Prozent und könnte damit bei de nächsten Finanzierungsrunde durchaus extreme Probleme bereiten.

ThyssenKrupp Aktie Chart mit Trend

Die Aktie hat heute die 200 Tage Linie erneut unterschritten und damit ein kräftiges Verkaufssignal generiert. Aus rein charttechnischer Betrachtung halte ich nun einen Test der Unterstützungzone zwischen 15,25 und 15,45 Euro für sehr wahrscheinlich. Auch der seit Februar 2012 bestehenden Abwärtstrend konnte erneut nicht nach oben verlassen werden und wurde somit bestätigt!

Zudem wartet noch immer ein offenes Gap bei 12,28 Euro auf Schließung. Sollte die im Raum stehende Kapitalerhöhung bald kommen, könnte auch diese Kurslücke wohl noch geschlossen werden. Seit heute ist dieses Szenario aus meiner Sicht wieder deutlich wahrscheinlicher geworden. Zumindest sehe ich hier nicht viele Alternativen um die inzwischen doch recht dünne Kapitaldecke des Konzerns wieder etwas aufzufrischen. Für mich bleibt die ThyssenKrupp Aktie somit einmal mehr ein Titel den man momentan noch nicht im Depot haben muss. In jedem Fall sollte man wohl die Kapitalerhöhung abwarten, bevor man sich hier langfristig engagiert.

Commerzbank und Deutsche Bank behalten ihre Top Noten – noch !

Wie heute bekannt wurde hat die US Ratingagentur Standard & Poors ihr  aktuelles Bewertungsmodell für die beiden Deutschen Großbanken, Deutsche Bank und Commerzbank überarbeitet.  S&P hat die Kreditwürdigkeit für die Deutsche Bank weiterhin mit  „A+“ und das der Commerzbank mit „A“ erneut bestätigt, was in diesem Umfeld sehr wichtig sein dürfte, um weiteres Vertrauen in die Finanzinstitute aufzubauen. Zuvor waren Commerzbank und Deutsche Bank auf einer verschärften Beobachtungsliste (CreditWatch negativ) von S&P für eine mögliche Herabstufung gewesen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch, dieser dürfte aber auch keine große Ãœberraschung für den Markt sein. Denn der Ausblick wurde bei Deutscher Bank und Commerzbank auf „negativ“ belassen.

Die Ratingagentur begründete ihre Bestätigung der Ratings vor allem mit dem Erhalt des AAA-Ratings für Deutschland. Die Kreditinstitute wurden, nachdem die Kreditwürdigkeit Deutschlands mit der Bestnote “AAA” bestätigt, und der Ausblick für Europas größte Volkswirtschaft auf “stabil” angehoben worden waren, ebenfalls unverändert eingestuft. Demnach bleibt auch Deutschland bis auf Weiteres in der Gruppe 2. Bei der Einstufung reicht die Kategorisierung der Gruppe von 1 (geringstes Risiko) bis 10 (höchstes Risiko). Die nun vorgenommene Bestätigung der Bonitäten erfolge in Reaktion auf die Bekräftigung der Spitzenkreditwürdigkeit Deutschlands, schreibt S&P weiter.

Die Chancen auf eine weitere Erholung bei den beiden Bankaktien stehen somit nicht schlecht. Nach der aktuellen Konsolidierung, die nun bald abgeschlossen sein dürfte, könnte für die Commerzbank Aktie nun also der nachhaltige Sprung über die 2,- Euro Marke anstehen, wenn kein weiteres Ungemach aus Griechenland droht…!

Vorsicht bei Wacker Chemie!

Wir hatten kürzlich mehrfach über die Aktie des Spezialchemie-Herstellers Wacker Chemie berichtet, für die wir grundsätzlich auch weiterhin positiv gestimmt sind. Aber!…Zuletzt haben sich die Analysten-Stimmen, die der nahen Zukunft des Unternehmens eher skeptisch gegenüber stehen, gehäuft, und das muss man zumindest respektieren. Denn wenn ein Schwergewicht wie Goldman Sachs die Aktie auf verkaufen setzt, und ein Kursziel von 44,- Euro ausruft, kann man sich dieser Tatsache einfach nicht verschließen, da dieses Rating einen Einfluss auf das Verhalten von Fondmanagern und institutionellen Investoren hat. Zuvor hatte die WestLB das Kursziel bereits deutlich auf 60,- Euro abgesenkt, und auch JP Morgan stufte Wacker Chemie auf „underweight“ mit dem Kursziel von 50,- Euro. Die Wacker Chemie Aktie ist relativ markteng sodass hier schon mit geringem Kapitaleinsatz kräftige Bewegungen entstehen können. Und genau das ist das Problem bei solchen Aktien!

Zwar hielt sich die Aktie im Abwärtstrend zuletzt vergleichsweise gut, von der Aufwärtsbewegung hingegen konnte sie aber gar nicht profitieren. Der Chart zeigt klar das wir unmittelbar vor einer Entscheidung über die weitere Richtung des Papiers stehen. Die Bollinger Bänder haben sich extrem zusammen gezogen. Bis vor kurzem sind wir noch davon ausgegangen das sich dieses Situation nach oben hin auflösen wird. Der Slow Sochastics deutet aber inzwischen eher ein Abtauchen nach unten an, und die Nachrichtenlage wirkt zusätzlich belastend auf den Aktienkurs. Bisher hatte die Wacker Chemie Aktie immer wieder bei 68,- Euro einen soliden Boden ausgebildet. Auf diese Marke ist jetzt unbedingt zu achten. Wird diese nachhaltig unterschritten droht ein weiterer Abverkauf. Dabei sollte zunächst die Marke von 62,70 Euro unterstützend wirken, auch ein schneller Abverkauf bis in den Bereich 52,- bis 55,- Euro kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Fundamental betrachtet ist die Wacker Chemie Aktie günstig, was auch nach den letzten Quartalszahlen wieder bestätigt wurde. Das Unternehmen hat im 3. Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht ausgebaut. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um ein Prozent auf 1,28 (Vorjahr 1,27) Mrd. €.  Die EBITDA-Marge lag im Berichtszeitraum bei 24,8 Prozent nach 26,8 Prozent im Vorjahresquartal, was zu einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 317,6 Millionen Euro führte. Dies entspricht einem leichten Rückgang um 7 Prozent was angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten, und insbesondere in der Solarindustrie, sehr ordentlich ist. Für das letzte Quartal des Jahres hat sich die Unternehmensführung verhalten optimistisch geäußert. Die Aktie wird momentan mit einem KGV für 2011 von 6,82 und 2012 von 7,66 bewertet, die Dividendenrendite liegt bei 4,4 bzw. 4,2 Prozent für das kommende Jahr.

Die chinesische Wasserfolter der Ratingagenturen – der Test der Rally ist da !

Nachdem die Märkte sich gestern sehr konstruktiv verhalten haben und den starken Anstieg von Montag halten konnten, ist heute morgen – wie hier dargestellt, der Test der Rally von Montag da.

S&P hat gestern Abend 37 US Banken herab gestuft und die Futures deuten als Folge auf einen schwachen Tagesbeginn. Zu den Ratingagenturen äussere ich mich lieber nicht mehr. Die Welt wäre besser dran, wenn man diese nur noch ignorieren würde. Denn Warnungen und Herabstufungen sind ja kein Problem, wohl aber die Art und Weise in der das tröpfchenweise geschieht – diese chinesische Wasserfolter die rein prozyklisch wirkt und eine selbsterfüllende Prophezeihung schafft.

Die Notenbanken haben ja gelernt, wie man die Märkte auf wichtige Aussagen und Bewertungen vorbereitet. Das schliesst ausdrücklich eine Ankündigung ein, wann man überhaupt neue Aussagen macht, damit die Märkte sich vorbereiten können. Bei diesen in meinen Augen nutzlosen und aufgeblähten Organisationen mit Namen „Ratingagenturen“ aber, scheint es dagegen zum guten Ton zu gehören einfach fröhlich drauflos zu plappern. Es ist ein echter Treppenwitz, dass sich die Märkte und die Politik freiwillig von dem Urteil dieser privaten Organisationen abhängig gemacht haben und damit das Wohl von ganzen Gesellschaften an das Urteil von namenlosen „Experten“ in Hinterzimmern binden.

Für den Markt ist das aber heute nun der entscheidende Test. Ich denke heute wird sich zeigen, ob der Anstieg vom Montag der Beginn einer richtigen Rally oder nur ein kurzes „One-Day-Wonder“ war. Der DAX sollte heute idealerweise die 5700 halten können, zumindest aber zum Handelsschluss die 5650 halten. Und idealerweise sollte der Markt nach anfänglicher Schwäche im Laufe des Tages wieder Kaufinteresse zeigen.

Sollte der DAX signifikant unter 5650 schliessen, wäre das für mich das Signal diese Rally schon wieder abzuschreiben und erneut auf Defensive zu schalten. Sollte der Markt dagegen diese Herabstufungen einfach wegstecken und weiter hoch schieben, wäre das für mich das Signal dieser Rally länger zu trauen und mit Sicht auf das Jahresende auf höhere Kurse zu setzen.

Ich wünsche allen heute gute Entscheidungen ! (HS)

Murphys Law – Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen…

Wenn sich jemand gestern über den vorübergehenden Schwächeanfall der amerikanischen Börsen gewundert haben sollte, wie ich auch im ersten Moment auch, so möchte ich hier gerne kurz die wahre Ursache dafür erläutern. Die Geschichte ist zwar mal wieder nahezu unglaublich, stimmt aber. Leider! In diesen Tagen musste ich schon des öfteren an den guten alten Murphy denken, weil man all dies anders schon lange nicht mehr erklären kann. Murphys Law – Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen…

Die Ratingagentur Standard & Poors hatte gestern versehentlich eine Meldung über die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs verschickt. Angeblich handelte es sich dabei um eine automatisch generierte Meldung die aufgrund eines technischen Fehlers verschickt wurde. Wie so etwas überhaupt möglich sein konnte erläuterte S&P leider nicht, was mein persönliches Vertrauen in diese Institutionen noch weiter deutlich sinken lässt. Standard & Poors revidierte die Meldung umgehend, und bestätigte dass die Kreditwürdigkeit Frankreichs weiter mit der höchsten Note „AAA“ und stabilem Ausblick bewertet werde. Die französische Finanzmarktaufsicht hat nun eine Ermittlung eingeleitet, und ich hoffe wirklich das dieser Vorfall nun endlich auch mal Konsequenzen haben wird.

Nach der überraschenden Ankündigung eines Referendums von Papandreou und den politischen Wirren in Italien, jetzt also auch noch technische Fehler die immense Auswirkungen gehabt haben können. Ich erinnere noch einmal an meinen gestrigen Artikel. Die Menschen sind müde all dies ertragen zu müssen, und die Gefahr einer breiten Resignation des Marktes nimmt täglich zu. Nicht etwa die drohende Rezession macht es im Moment schier unmöglich sich an den Kapitalmärkten zu bewegen. Es sind die Meldungen und die Fehler von Politikern, automatischen Handeslsystemen (Fat Finger, o.ä.), und nicht nachvollziehbaren Ratings die letztlich das gesamte System zum Einsturz bringen könnten.

Ich habe ein gutes Gefühl, bei soviel geballter Kompetenz ;-), aber vielleicht hat das alles ja doch ganz andere Gründe…

Ich habe noch Hoffnung für Standard & Poor’s, Fitch, Moody’s & Co.

Die öffentlichen Berichterstattungen, über die Funktion und Sinnhaftigkeit von Ratingagenturen nehmen immer weiter zu. Erst kürzlich war wieder ein Bericht in auf boerse.ARD.de zu lesen, nach dem immer mehr Unternehmen in Deutschland in Zukunft ganz auf ein Rating der bekannten Ratingagenturen verzichten wollen. Namhafte deutsche Unternehmen emittieren zur Zeit Anleihen ohne Rating, im ersten Halbjahr entschieden sich bereits 18 Unternehmen für diesen Schritt und sammelten so laut Angaben der Unicredit knapp sieben Milliarden Euro ein. Offenbar sprechen Namen wie Stada, Thomas Cook und Solarworld für sich, und benötigen keinen zusätzlichen Ritterschlag von Standard & Poor’s, Fitch oder Moody’s.

Immer vorausgesetzt, dass das betreffende Unternehmen über einen entsprechenden Ruf, und vor allem eine hohe Transparenz verfügt, scheint es also so zu sein, dass Anleger auch ohne ein entsprechendes Rating reihenweise bereit sind Ihr Geld in ein Unternehmen zu investieren. Dies gilt natürlich in erster Linie für Privatinvestoren, da es den Institutionellen meistens untersagt ist ohne entsprechendes Rating zu investieren. So gesehen haben also Ratingagenturen auch weiterhin Ihre Daseinsberechtigung. Für die Unternehmen die Ihre Anleihen ohne Rating emittieren hat das Ganze aber einen entscheidenden Vorteil. Sie sparen sich die hohen Gebühren einer solchen Zertifizierung, was eventuell auch zusätzliches Vertrauen bei den Privatanlegern erzeugt.

Nicht zuletzt durch die Erfahrungen der letzten Jahre, in denen auch gerade den Ratingagenturen die Mitschuld an der Finanzkrise gegeben wurde zeigen, dass sich die Branche im Umbruch befindet, bzw. umdenken muss. Auch wir hatten bereits mehrfach über die geänderte Situation im Zusammenhang mit den großen drei Ratingagenturen berichtet, und hegen die Hoffnung, dass man aus den jüngsten Ereignissen gelernt hat. Ratingagenturen sind weiterhin wichtig und wir brauchen sie, allerdings nur dann wenn sie etwas genauer hinschauen als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Es muss neues Vertrauen geschaffen werden, auch untereinander, und vor allem dem eigenen Urteil gegenüber.

Es sollten aber auch Alternativen geschaffen werden, die es möglich machen dass auch die Ratingagenturen sich untereinander besser kontrollieren. Die Monopolstellung der drei Agenturen Standard & Poor’s, Fitch und Moody’s sollte langfristig aufgelöst werden. Den Ansatz für eine europäische und asiatische Alternative sehe ich durchaus sehr positiv bin aber gespannt wie weit diese Pläne verfolgt werden. Auch die Ãœberlegungen landeseigene Ratingaktivitäten lokaler Anbieter unter eine stärkere Kontrolle zu stellen ist im Sinne der Anleger und der damit verbundenen Transparenz sicherlich zu begrüßen.

Die Politik hat erkannt, dass sie an der Gestaltung dieser Themen im Sinne des Anlegerschutzes aktiv teilhaben muss, und das nicht zuletzt in ihrem eigenen Interesse. Diskussionen über die Rente mit 67 oder ähnliches müssten heute wohl nicht geführt werden, wenn man damals vor 20 Jahren angefangen hätte den Bürger nicht nur zu mehr Eigenverantwortung bezüglich einer Altersvorsorge zu erziehen, sondern ihn in erster Linie davor geschützt hätte Fehler zu begehen die genau diese Selbstvorsorge gefährden. Das leidige Thema der Ost- oder Schrottimmobilien oder diverser pleite gegangener Investmentfonds und Abschreibungsmodelle sind da nur ein paar Beispiele…

Ansätze für eine Verbesserung der Situation gibt es genug, ob diese Krise nun zu diesbezüglich nennenswerten Ergebnissen für die Anleger führen wird, und ob die Politiker den Mut haben werden, dies dafür notwendigen und teilweise unpopulären Entscheidungen zu treffen muss abgewartet werden. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt…

Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch trauen sich selbst nicht mehr…

Bereits gestern war in der Presse zu lesen, dass die US-Ratingagenturen, Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch, die zuletzt stark in der Kritik standen, nun offenbar ihren eigenen Ratings wohl nicht mehr trauen. Im Vorfeld der Obama-Finanzmarktreform forderten alle drei Unternehmen ihre Kunden nun schriftlich auf, die vergebenen Bewertungen bei der Emission neuer Produkte vorerst nicht mehr zu verwenden.  Ein kleiner Passus des Reformentwurfes hatte wohl für Aufregung bei den Analysehäusern gesorgt. Demnach können Ratingagenturen künftig für ihre Bewertungen verantwortlich gemacht werden. Bisher galten die Bewertungen und Anlageurteile lediglich als Meinungsäußerungen, die von der Verfassung entsprechend geschützt sind. Nun könnten Fehleinschätzungen dazu führen, dass Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch und Co. in Zukunft gerichtlich belangt werden können. Man befindet sich nun offensichtlich in einer Zwickmühle, die auch deutliche Auswirkungen auf andere Industriezweige haben dürfte.

Beispielsweise ist es zwingend notwendig bei gewissen Neuemissionen, und der damit zusammenhängenden Registrierung bei der Börsenaufsicht SEC, ein Rating vorweisen zu können. Dieses wird nun aber, bis auf Weiteres, verwehrt. Somit ist es den Emissionshäusern derzeit nicht mehr möglich neue Produkte am Markt zu platzieren. Insbesondere trifft dieses Regelung auf Verbraucherkrediten sowie Hypotheken und Autokrediten zu. Zwar versucht man derzeit an einer Lösung dieses Problems zu arbeiten, momentan bedeutet dies aber den Stillstand in den genannten Segmenten. Standard & Poor’s versicherte, dass man eine solche Lösung finden werde, diese dürfte dann zwar gewisse Bewertungen enthalten, aber offiziell nicht mehr verwendet werden. Zwangsläufig stellt man sich nun als geneigter Leser solcher Meldungen die Frage nach der Sinnhaftigkeit oder künftigen Daseinsberechtigung solcher Institutionen..

Wir hatten ja bereits in der Vergangenheit über die Praktiken von Ratingagenturen, auch hierzulande, berichtet. Erst kürzlich gerieten die Institute wegen einer möglichen Ungleichbehandlung von amerikanischen und europäischen Interessen in die Kritik. „Heftige Diskussionen über die Arbeit der US-Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch gibt es bereits seit längerem. Waren es damals die Vorwürfe, dass man seitens dieser Institutionen einen schlechten Job gemacht, und damit die Finanzkrise erst ausgelöst hat, ist es heute eher die offensichtlichen Ungleichbehandlung von den USA und dem Rest der Welt. Insbesondere Europa hatte zuletzt stark unter den Herabstufungen einzelner Länder zu leiden. Allen voran natürlich Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal. Was damals versäumt wurde scheinen die Ratingagenturen nun durch plötzlichen Ãœbereifer wieder wett machen zu wollen..“ (aus unserem Artikel vom 08.07.2010)

Persönlich betrachte ich dieses Vorgehen Obamas gegen die kurz zuvor noch als „Experten“ geadelten Ratinghäuser, als sehr begrüßenswert im Sinne aller Verbraucher, und würde mir ein ähnlich beherztes Vorgehen auch hierzulande wünschen. Man darf also durchaus gespannt sein wie sich die Ratingbranche in den kommenden Jahren entwickeln wird. Es wird etwas passieren müssen, je eher desto besser, und der Anfang ist gemacht. Was mich auch wieder auf unseren Artikel “ Mehr Verantwortung für den Staat und seine Bürger“ vom Ende des letzten Jahres bringt. Zunächst war dies ein frommer Wunsch meinerseits für dieses Jahr, der sich aber nun langsam zur Realität wandelt.. anbei noch ein Auszug des Artikels vom 30.12.2009:

„Wenn also hier ein Schritt in die richtige Richtung unternommen werden sollte, so müssen auch die Kontrollinstitutionen wie die Ratingagenturen und die BaFin stärker kontrolliert werden. Alles in allem eine ordentliche, aber keine unlösbare Aufgabe für die deutsche Politik, aber auch eine die das Thema Altersvorsorge in Deutschland dauerhaft positiv beeinflussen würde. Und so wünschen wir, das Investors Inside Team, uns für das kommende Jahr mehr staatliche Mitverantwortung und mehr Kapitalschutz für die Bürger, die mehr denn je, bezüglich ihrer Altersvorsorge auf eigenen Beinen stehen müssen. Das hat bei den Ostimmobilien nicht besonders gut geklappt…aber vielleicht kommt der Staat ja dieses Mal seiner Pflicht nach!“

Ach, Du schöne D-Mark, komm bitte wieder zurück!

Auch gestern wurde der Markt mit der Herabstufung Spaniens wieder einmal kurzzeitig durch gerüttelt. Marktbeobachter die einen Dominoeffekt befürchtet haben, dürfte damit wohl richtig liegen – zumindest was die Ratings dieser Länder anbelangt. Wer wird der nächste sein? Ich wundere mich persönlich ein wenig, dass Italien bislang von den bösen Ratingagenturen verschont worden ist, sieht es doch hier ähnlich schlecht aus wie in Griechenland oder Portugal. Und auch unser großer Nachbar Frankreich ist nicht ganz unbeleckt in Sachen Verschuldung. Letztendlich ist dann Deutschland dran. Nachdem wir alle Schulden für die in Schieflage geratenen Nachbarländer übernommen haben sind auch wir dann endlich Pleite.! Verzeihen Sie mir bitte diesen kleinen Ausflug in den Sarkasmus, aber angesichts der hemmungslosen Verfügung unseres Staates über das Geld seiner Steuerzahler kann einem schon Angst und Bange werden.

Wieder einmal soll der Steuerzahler dafür aufkommen, dass die Banken Jahrelange Misswirtschaft betrieben haben. Wieder einmal kommen die Verursacher dieses Problems ohne größere Blässeren davon und überlassen den kleinen, dummen Bürgern ihre verbrannte Erde. Wieder einmal sind es nicht zuletzt die amerikanischen Banken die auch dafür verantwortlich sind in dem sie Griechenland jahrelang geholfen haben die bittere Wahrheit zu verschleiern. Und wieder einmal ist es die unendliche Gier und Dummheit einiger weniger Menschen die durch Ihr Tun der Allgemeinheit eine große Bürde aufladen. Ja ich bin sauer darüber, ohne Frage, und ich bin einmal mehr zu tiefst enttäuscht von dem System in dem wir leben. Ein System in dem offensichtlich die skrupellosesten Menschen  am weitesten kommen…

Lasst Griechenland ruhig pleite gehen! Eine „geordnete Insolvenz“ wie es heißt sei die beste Lösung. Hat man denn gar nichts aus der Lehman Brothers Pleite gelernt? Die Auswirkungen und der dann wirklich einsetzende Dominoeffekt wären fatal. Die Variante die Griechen und andere Länder die sich nicht an die Vorgaben halten wieder aus der Währungsunion raus zu schmeißen ist mir da deutlich sympathischer. Was waren das doch für tolle Zeiten als die gute alte Deutsche Mark noch etwas wert war. Es gab Lire, Pesos, Drachmen, Schilling, Francs…, jedes Land hatte seine eigene Währung und gab es irgendwo Probleme, dann konnte die heiße Luft entweichen indem man eine Währung des betroffenen Landes auf- oder abgewertet hat. Heute haben wir uns selber dieser Möglichkeit beraubt, und das ist jetzt die Quittung dafür. Ach, Du schöne alte D-Mark, komm bitte wieder zurück!

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