Telekom wirft Drillisch Tochter Betrug vor – Aktie stüzt ab

Für Drillisch Aktionäre war der heutige Montag ein katastrophaler Tag, der wohl noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte zeitweise von zuvor 8,40 Euro auf 3,25 Euro ab, konnte sich aber zum Handelsschluss wieder etwas fangen. Der Xetra Schlusskurs lag bei runden fünf Euro. Was war passiert? Die Telekom wirft einem Tochterunternehmen des Serviceproviders Drillisch, der Simply GmbH, vor mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert zu haben, ohne dass entsprechende Kundenverhältnisse zugrunde lagen. Soll heißen man habe versucht sich an den dafür gezahlten Provisionen zu bereichern, ohne einen „echten“ Gegenwert zu liefern. Die Telekom hat Strafanzeige erstattet, selbstverständlich wurde in diesem Zusammenhang auch gleich die Zusammenarbeit fristlos gekündigt.

Drillisch hingegen wehrt sich vehement gegen diese Vorwürfe. „Die Simply Communications GmbH habe sich im Hinblick auf von der Telekom gezahlten Provisionen vollumfänglich in Übereinstimmung mit den mit der Telekom geschlossen Verträgen verhalten“ hieß es in der Meldung. Offensichtlich streiten sich die beiden Unternehmen bereits seit einigen Tagen über diesen Vorfall, denn nach Aussage von Drillisch habe die Simply GmbH bereits am 03.11.2011 von sich aus den Vertrag gekündigt, nachdem man sich bei der Telekom uneinsichtig gezeigt hatte. Eine konkrete Gegendarstellung der Ereignisse war allerdings keiner Pressemeldung heute zu entnehmen.

Letztlich bleibt nicht viel übrig als das Gelesene zu deuten. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen dass die Simply GmbH es sich leisten kann einen Vertrag mit der Telekom von sich aus zu kündigen. Noch weniger kann ich mir vorstellen dass wirklich jemand so doof ist zu glauben dass er damit durchkommt, wenn es denn tatsächlich so gewesen ist. Kurzfristig ist all dies aber auch weniger relevant, denn es verhält sich ähnlich wie mit bspw. den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Strauss Kahn. Wenn so etwas mal ausgesprochen wurde ist es fast schon egal ob jemand etwas getan hat oder nicht. Es klebt an einem und man wird es nicht mehr los! Welche Auswirkungen dies auf die Bilanz der Drillisch AG hat ist also eher nicht so entscheidend sondern viel mehr der Imageschaden der hier entstanden ist.

Unser Fazit an dieser Stelle kann auch somit nur sein dass man die Finger bis zur endgültigen Klärung von der Aktie lassen sollte, auch wenn natürlich eine Rebound-Spekulation an solchen Tagen immer reizvoll erscheint.

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