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Die Rebound Kandidaten des Jahres 2012 – Commerzbank, Deutsche Bank, Bank of America?

Auch im Deutschen Leitindex gab es im abgelaufenen Jahr so einige wirkliche Verlierer. Einsamer Spitzenreiter, mit einem Minus von fast 70 Prozent ist die Aktie der Commerzbank. Das Papier der zweitgrößten deutschen Bank dürfte alleine aus diesem Grund schon aus diversen Portfolios von institutionellen Investoren verschwunden sein. Gerade zum Jahresende bereinigen Fondsmanager gerne mal Ihre Depots um die schlechten Positionen, um diese dann in der Jahresbilanz gar nicht mehr aufführen zu müssen. Somit stehen die Chancen dass die Aktie der Commerzbank nun allmählich den Boden gesehen haben könnte gar nicht mal so schlecht.

Da der Titel aber bei vielen Anlegern als Turnaround-Kandidat gehandelt wird, dürften bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres einige Investoren durchaus wieder beherzt zugreifen und die Commerzbank in ihre Depots zurückkaufen. Auch wir sind durchaus immer noch positiv gestimmt, dass die CoBa Aktie einer der besten Rebound Kandidaten des Börsenjahres 2012 werden könnte. Ebenso chancenreich, aber natürlich nicht mit Vervielfachungspotenzial ist die Aktie der Deutschen Bank zu sehen. Viele der negativen Nachrichten dürften inzwischen schon im Aktienkurs des Geldhauses eingepreist sein. Gelingt es der Eurozone einen dauerhaften Ausweg aus der Schuldenkrise zu finden und weitere Turbulenzen für die Zukunft zu vermeiden dürfte der Bankensektor davon überproportional profitieren können.

Bei der Bank of America, die nun offiziell als schlechteste Aktie unter den Blue Chips der USA im Börsenjahr 2011 feststeht, kann man sich da hingegen nicht ganz so sicher sein. Ihr Börsenwert hat sich angesichts eines Kursverlusts von knapp 58 Prozent im Jahr 2011 deutlich reduziert. Analysten erwarten von dem Finanzwert in Zukunft große Sprünge ,ihr durchschnittliches Kursziel übertrifft liegt bei 10,20 Dollar, was im Vergleich zum aktuellen Aktienkurs einer Steigerung von mehr als 87 Prozent entsprechen würde. Ob diese Prognosen gerechtfertigt sind bleibt abzuwarten. Dennoch besteht auch bei der BAC Aktie, im Falle eines positiven Ausgangs der Schuldenkrise, sicherlich ordentliches Nachholpotenzial…

Bei allen drei Aktien ist natürlich auch weiteres Rückschlagpotenzial gegeben, sollte die Krise weiter eskalieren! Als guter Einstiegszeitpunkt für vorsichtige Anleger könnten sich die Sommermonate anbieten, dann dürfte auch klarer sein ob und wie der Euroraum überleben wird.

Die größten Wertvernichter 2011 – Pfleiderer AG

Ebenfalls hart getroffen von der Finanzkrise zeigte sich im abgelaufenen Jahr die Aktie des Traditions-Unternehmens Pfleiderer. Der Möbel- und Bauzulieferer aus dem oberpfälzischem Neumarkt stand in diesem Jahr ebenfalls vor der Insolvenz-Frage. Eigentlich handelte es sich bei dem Holzverarbeiter einst um ein solides Familienunternehmen, dass aber leider durch eine deutlich zu expansive Strategie unter die Räder gekommen ist. Der daraus resultierende hohe Verschuldungsgrad hat das Unternehmen fast in die Insolvenz getrieben. Nur durch massive interne Maßnahmen und eine Übernahmen durch Hedge Fonds konnte dieser Schritt bislang verhindert werden. Inzwischen wird das Unternehmen nur noch mit knapp 13,5 Millionen Euro an der Börse bewertet, und notiert mit einem Aktienkurs von 0,24 Euro. Der Buchwert einer Pfleiderer Aktie wurde im Jahr 2009 noch mit knapp 12,- Euro angegeben. Damals notierte die Aktie noch bei knapp 8,- Euro.

Inzwischen bessert sich die Nachrichtenlage um den Konzern wieder etwas. Weitere Unternehmensteile könnten demnächst abgestoßen werden und die Restrukturierung voran treiben. Man darf aber durchaus gespannt sein ob sich diese auch angesichts der schwachen konjunkturellen Lage, und der noch immer vorhandenen Überkapazitäten auf dem Markt, ausreichend umsetzten lässt. Kürzlich verkaufen die Oberpfälzer die Span- und Faserplattenwerke im US-Bundesstaat North Carolina für 47,5 Millionen Euro an die chilenische Paneles Arauco. Fazit: Die Pfleiderer Aktie könnte durchaus noch einmal auferstehen wenn es gelingt die geplante Sanierung weiterhin zügig umzusetzen. Der ehemalige Weltmarktführer hätte wohl auch eine zweite Chance verdient. Dennoch würden wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht darauf setzen, und erst einmal eine deutliche Verbesserung des operativen Geschäftes abwarten.

Der letzte Handelstag eines sehr bewegten Börsenjahres 2011 – Wie wird 2012?

Es ist soweit – endlich (!)  sagt meine innere Stimme. Das Börsenjahr 2011 neigt sich dem Ende zu, und es sieht vorbörslich so aus als ob sich die Aktienmärkte heute mit einem positiven und versöhnlichem Tag aus diesem Jahr verabschieden wollten. Es wird für mich persönlich ein Jahr sein dass mir noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben wird. Nachdem die erste Jahreshälfte aus Anlegersicht gut gelaufen ist und wir uns noch alle an stabil steigenden Kursen erfreuen konnten, hat uns die zweite Jahreshälfte einmal mehr gezeigt dass die Börse keineswegs eine Einbahnstraße ist. Extrem hohe Volatilität, politische und nervöse Märkte haben es auch mir sehr schwer gemacht, und so verabschiede ich mich aus diesem Jahr letztlich mit einem kleinen Plus von 4,22 Prozent über alles.

Angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten, der Atomkatastrophe von Fukushima, und einem DAX der in der selben Zeit bis zu 20 Prozent verloren hat kann man das wohl immer noch als gutes Ergebnis bezeichnen. Bei den meisten Aktien sieht die Bilanz des Jahres 2011 mit Kursverlusten von 50 Prozent oder mehr sogar noch deutlich düsterer aus. Damit habe  ich den Index zumindest klar geschlagen und beende das Jahr im positiven Terrain. Wenn ich mich vergleichsweise bei den professionellen Fondsmanager umsehe muss ich mich damit nicht verstecken. Dennoch bleibt natürlich ein fader Beigeschmack. Bezogen auf die investierte Zeit – die intensiver war als in allen Jahren zuvor – war es ein sehr intensives und anstrengendes Jahr. Selbst das Jahr nach Lehman habe ich wesentlich entspannter erlebt…

Deswegen werden mich ein paar gute Vorsätze in ein wahrscheinlich nicht minder aufregendes Börsenjahr 2012 begleiten. Einmal abgesehen von den regelmäßigen sportlichen Aktivitäten die ich nun wieder in meinen Wochenplan als festen Bestandteil einbauen werde, erfordert die Situation an den Kapitalmärkten wohl auch in den kommenden Monaten einen gewissen Strategiewechsel. Die Swings werden immer kürzer und heftiger, und diese gilt es gezielter zu nutzen bis sich die Lage in der Eurozone dann wirklich wieder entspannt hat. Gute und günstige Aktien kann man bereits in diesen Tagen an fast allen Ecken finden. Aber auch diese Aktien unterliegen teilweise noch heftigen Schwankungen die man zumindest nach unten nicht mitmachen muss.

Um einen solchen Markt dauerhaft zu überleben muss man deutlich aktiver sein als früher, und schneller reagieren können als dies bislang notwendig war. Die Alternative dazu ist natürlich die Finger ganz von Aktien zu lassen bis das Gewitter vorüber ist. Dann läuft man allerdings auch Gefahr historisch günstige Einstiegskurse eventuell zu verpassen. Letztlich wird es höchstwahrscheinlich eine Mischung aus mehreren Strategien sein die zum Erfolg führt. Aktien zu identifizieren die historisch günstig sind, und ein nur noch geringes Rückschlagpotenzial haben. Diese mit ersten Positionen zu kaufen und ggf. weiter aufzustocken. Andere Aktien, die ebenfalls attraktiv sind  kurzzeitig zu traden und damit Gewinne zu sichern, und manche Märkte immer wieder mal zu shorten.

Für die Umsetzung aller Strategien werden wir ihnen auch im kommenden Jahr das nötige Wissen mit an die Hand geben. Investors Inside wird im Jahr 2012 noch intensiver, globaler, und umfangreicher. Wir werden unseren interessierten Lesern ab dem kommenden Frühjahr einen besonderen, und einzigartigen Service bieten – Lassen Sie sich überraschen! Unser Team freut sich schon jetzt darauf mit Ihnen gemeinsam das neue Börsenjahr zu bestreiten. Bis dahin wünschen wir Ihnen nun erst einmal einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr 2012. Feiern Sie den Abgang eines schwierigen Börsenjahrs gebührend, dann wird das kommende bestimmt besser 😉

Die größten Wertvernichter 2011 – Solon, Solar Millennium, Conergy, Q-Cells, Colexon Energy und Solarworld

Wie jedes Jahr um diese Zeit beginnen wir heute wieder mit unserer Serie der größten Wertvernichter, und schlechtesten Aktien im abgelaufenen Jahr. Einige der hier genannten Werte haben durchaus das Potenzial sich wieder zu erholen, wenn auch ein Aufstieg zu alten Höhen bei vielen Aktien wohl nicht mehr zu erwarten ist. Andere Aktien oder ganze Branchen werden wohl auch im Börsenjahr 2012 sehr schwierige Zeiten vor sich haben. Allen voran ist hier wohl die Solarindustrie zu nennen, die ein geradezu katastrophales Jahr hinter sich hat. Die Branche, die einst als großer Hoffnungsträger für die deutsche Industrie galt, zerstört sich sozusagen gerade aus sich selbst heraus. Verantwortlich dafür sind politische Entscheidungen die dazu geführt haben dass insbesondere durch den Druck aus China, und den damit einher gehendem Margenverfall, wohl auch in den kommenden Monaten mit weiteren Insolvenzen zu rechnen ist.

Die ersten beiden Unternehmen die sich dem weiter zunehmenden Preisverfall in der Branche beugen mussten sind Solon und Solar Millennium, wobei die Sachlage die dazu geführt hat dass das Unternehmen kürzlich Insolvenz anmelden musste, bei Solar Millennium wohl noch deutlich komplexer ist. Aber darüber hatten wir ja schon mehrfach und ausführlich berichtet. Die Conergy Aktie, die noch im März diesen Jahres bei 6,- Euro notierte ist nun bei einem Aktienkurs von 0,30 Euro wohl auch einer der Wackelkandidaten für das kommende Jahr, ebenso wie Q-Cells deren Aktienkurs sich ebenfalls noch einmal von 3,50 Euro auf inzwischen 0,48 Euro drastisch reduziert hat. Die Colexon Energy Aktie kannte ebenfalls nur eine Richtung und ist einer der größten Wertvernichter des Jahres 2011. Bis zum Frühjahr konnte sich der Branchenprimus Solarworld mit Kursen um die 10,- bis 12,- Euro diesem Trend noch einigermaßen gut entziehen. Schließlich gab aber auch der Aktienkurs deutlich nach und notierte teilweise unter der 3,- Euro Marke.

Ebenso düster sieht das Bild auch bei der chinesischen Konkurrenz aus. Hier wurden in den vergangenen Jahren enorme Investitionen mit billigem Staatsgeld getätigt, die letztlich die für alle tödliche Preislawine in Gang gesetzt haben. Letztlich wird es im Modul- und Wafermarkt auch im kommenden Jahr wohl nur wenige Gewinner geben können. Auch wenn ich grundsätzlich der Meinung bin das die Solarenergie in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, dürfte es nicht mehr ausreichen nur billige Module herzustellen, sondern der Fokus wohl eher darauf ausgerichtet sein innovative Produkte mit deutlich höheren Wirkungsgraden am Markt zu platzieren. Unternehmen denen dies gelingt werden dauerhaft überleben, andere wohl eher nicht! Die Solarbranche bleibt auch im kommenden Jahr somit anfällig für weitere schlechte Nachrichten…Also weiterhin kein Platz an dem man sich als Anleger tummeln muss! Im Falle Solar Millennium hilft wohl leider nur noch ein Rechtsschutz Test um wenigstens etwas von dem verlorenen Geld wieder zu bekommen.

Investors Inside wünscht Ihnen Frohe Weihnachten

Liebe Leser,

nach einem schwierigen Börsenjahr 2011 wünschen wir Ihnen allen in erster Linie ein paar ruhige Tage über Weihnachten! Genießen Sie die Zeit mit Ihren Lieben und tanken Sie etwas Kraft für ein neues und wahrscheinlich nicht minder aufregendes Jahr.

Wir von Investors Inside schauen durchaus mit Zuversicht auf 2012 ! Gerade weil die Lage im Moment so schwierig ausschaut, könnten viele der Probleme schon in den Kursen verarbeitet sein. Das erste Quartal wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einfach, zumal die Euro-Zone in dieser Zeit beweisen muss, dass sie den Worten zur höheren Integration nun auch Taten folgen lässt. Bedenken Sie darüber hinaus auch, dass die wirklichen Überraschungen in 2012 die sein werden, die im Moment niemand auf dem Radar hat und wahrscheinlich gar nicht aus der Eurozone kommen!

Trotzdem glauben wir, dass wir spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2012 durchaus Chancen auf nachhaltige Kursanstiege haben. Dieser übergeordnete Bärenmarkt dauert nun schon ca. 10 Jahre und irgendwann ist auch jeder Bärenmarkt einmal zu Ende. Wer also am Ball bleibt wird wohl sicher irgendwann einen DAX Punktestand von 10.000 und mehr erleben, die Frage ist nur wie lange das noch dauert.



Wir werden hier auch über die Feiertage sporadisch präsent sein, rechnen Sie aber bitte nicht mit größeren oder tief schürfenden Beiträgen. Denn auch wir sind froh mal ein paar Tage ohne Börse zu verbringen, nachdem uns die Märkte – oder genauer gesagt die Politik – ja bereits den Sommerurlaub schon gehörig versalzen haben. In den kommenden Monaten werden wir zudem intensiv daran arbeiten den Service für Sie weiter zu verbessern. Leider sind wir dabei in den letzten Monaten nicht so voran gekommen wie wir uns das gewünscht haben. Die Gründe dafür waren offensichtlich: Der Markt hat auch uns bei unseren täglichen Aktivitäten an den Börsen in seinem Bann gehalten.

Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen treuen Lesern, nicht zuletzt dem erlauchten Kreis der regelmäßig aktiven Kommentatoren herzlich für die vielen interessanten Diskussionen und Anregungen bedanken ! Dieser Blog lebt von der Interaktion seiner Leser, und wir sind uns sicher dass sich dieser Kreis auch im kommenden Jahr weiter deutlich vergrößern wird. Für dieses Jahr können wir erneut eine sehr positive Bilanz ziehen, was die bisherige Beteiligung der Mitwirkenden und die Zuwachsraten unserer Leser und Newsletter Abonnenten angeht. Die Investors Inside „Familie“ ist erneut deutlich gewachsen. Vielen Dank für dieses entgegengebrachte Vertrauen!

Zum Abschluss wünschen wir Ihnen allen nun Frohe Weihnachten, einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Börsenjahr 2012 !

Viele Grüße

Lars & Hari

SGL Carbon – der Niedergang eines Highflyers?

Seit einigen Tagen befindet sich die SGL Carbon Aktie in einem dramatischen Abverkaufs.Modus. Inzwischen hat sich die Aktie von den Höchstständen bei ca 48,- Euro deutlich entfernt, und ein weiterer Kursverfall erscheint sehr wahrscheinlich. Wir haben uns bereits seit längerem gefragt wer den zu diesen Preisen noch kauft, denn fundamental betrachtet war die SGL Carbon Aktie bereits seit längerem deutlich überteuert. Zuletzt wies der Titel ein KGV von ca 35 auf. Getrieben wurde der Aktienkurs seit Wochen durch Spekulationen bezüglich einer möglichen Übernahme durch BMW. Der Autobauer hatte zuletzt seinen Anteil an der Firma auf 16 Prozent hochgefahren. Nun hat der bayerische Automobilhersteller aber angekündigt seinen Anteil an dem Kohlefaserspezialisten im kommenden Jahr nicht weiter ausbauen zu wollen, was natürlich die Übernahmephantasien deutlich eingedampft hat.

Innerhalb weniger Tage hat die SGL Aktie nun nach dieser enttäuschenden Meldung an Wert verloren. Der Titel ist zwar momentan klassisch überverkauft,  jedoch wurde auch die letzte Unterstützung bei 37,- Euro bereits unterschritten. Kann diese nicht kurzfristig zurück erobert werden, drohen weitere Abschläge bis in den Bereich um die  30,80 Euro oder gar 28,20 Euro. Kurzfristig könnten Trader eventuell auf eine technische Gegenreaktion spekulieren. Das Tief vom Februar diesen Jahres lag bei ca 25,- Euro! Hier würden wir auch die langfristige solide Unterstützung bei der Aktie sehen. Aktuell notiert die SGL Aktie immer noch mit einem KGV für das kommenden Jahr von knapp 24 was selbst für einen Wachstumswert recht ambitioniert erscheint.

Grundsätzlich bleibt SGL Carbon natürlich eine interessante Firma, die alleine schon durch die Beteiligungen diverser Großinvestoren eine gesicherte Zukunft haben dürfte. BMW besitzt aktuell rund 16 Prozent an SGL Carbon. Die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hält weitere 27 Prozent über ihre Beteiligungsfirma Skion, und VW besitzt rund zehn Prozent. Ein weiterer Großaktionär ist der Anlagenbauer Voith. Dieser hält aktuell 9,14 Prozent an dem Unternehmen. Eine Beteiligung von Großaktionären stellt aber keinesfalls eine Garantie für steigende Kurse bei einer Aktie dar. Ich erinnere an dieser Stelle gerne an Jan Klattens Beteiligung an dem Windanlagebauer Nordex.

Nach Solon nun Solar Millennium – Der Solarkraftwerkbauer stellt Insolvenzantrag

Es kam wohl bei Solar Millennium wie es kommen musste. Gerade erreichte uns die Meldung das die Solar Millennium AG offenbar pleite ist und einen entsprechenden Insolvenzantrag eingereicht hat. Bereits seit Jahren war die Aktie immer wieder wegen Managementfehlern unter Druck. Heute hat das Unternehmen nun den Schlussstrich gezogen und ist damit das zweite Solarunternehmen in wenigen Tagen das in die Pleite geschliddert ist. Es ist fast schon müßig an dieser Stelle über die Gründe zu schreiben. Interessierte Anleger wissen bereits seit längerem das es nicht gut um das Unternehmen steht. Auch wir haben bereits seit Monaten darauf hingewiesen dass so etwas wie der heutige Insolvenzantrag durchaus  passieren kann, und dementsprechend unseren Lesern geraten sich von dem Titel fern zu halten. Für die verbliebenen Aktionäre ist dies natürlich ein letzter harter Schlag, letztlich aber nicht ganz überraschend! Am Ende bleibt somit das Fazit dass Utz Claassen offenbar doch richtig gehandelt hat als er das Unternehmen überraschend nach wenigen Tagen Amtszeit als Vorstand wieder verlassen hat. Die Pleitewelle in der Solarindustrie wird weiter rollen, bleiben Sie also vorsichtig bei der Auswahl ihrer Depotitel!

Salzgitter, Klöckner & Co., Rheinmetall und ThyssenKrupp im Rallymodus

Man soll ja nicht zu euphorisch werden an Tagen wie diesen, aber das Leiden für Klöckner & Co. Aktionäre könnte nun erst einmal ein Ende haben. Heute sehen wir einen äußerst staken Bounce im Markt, der erneut alles zuvor gewesene in Frage stellt. Damit ist natürlich nur die kurzfristige ebene gemeint. Auffällig ist die enorme Stärke der Stahlwerte wie Rheinmetall, Salzgitter und sogar ThyssenKrupp. Allen voran marschiert aber heute die Klöckner & Co Aktie mit 6,90 Prozent Gewinn. Was an sich nichts ungewöhnliches an solchen Tagen ist, aber die Aktie nun erneut in eine komfortable Ausgangslage für einen weiteren Anstieg bringt.

Alle oben aufgeführten Stahlaktien sind nach unserem dafürhalten nach wie vor ein klarer Kauf. Klöckner & Co. notiert unter Cash, Rheinmetall unter Buchwert ebenso wie Salzgitter die sogar sehr deutlich unter Buchwert notiert, und im Übrigen das Lehman Tief bei ca 40,- Euro schon lange unterschritten hat. ThyssenKrupp leidet immer noch unter dem Brasilien Debakel, dürfte aber auf diesem Niveau dennoch stark unterbewertet sein. Stahlaktien sind heute wieder gefragt, und alle Titel haben heute ein frisches und sehr starkes Kaufsignal generiert. Unbedingt beobachten!

EZB Chef Draghi – was für ein Eigentor!

Der gestrige Tag fing mal wieder ganz hoffnungsvoll an, und es hätte eine gute Woche für eine Stabilisierung der Börsen werden können, wäre da nicht Mario Draghi gewesen, der mit seinen Aussagen erneut für große Verunsicherung bei den Anlegern sorgte. Wir erinnern uns…Erst kürzlich hat der geschickte Taktiker Draghi bereits im Vorfeld des letzten EU Krisengipfels viel dafür getan das die Erholung der Märkte nicht allzu stark ausfällt, indem er weitere Ankäufe von Anleihen kriselnder Euro-Staaten im große Umfang ausgeschlossen hat.

Gestern nun glänzt der Italiener erneut. Der neue EZB-Chef Mario Draghi hatte am Nachmittag verkündet, dass der Ausblick für die Euro-Zone mit sehr hoher Unsicherheit behaftet sei, und die Finanzstabilität im Euro-Raum so stark gefährdet ist wie nie zuvor seit der Lehman-Pleite im Herbst 2008. Das ist genau das was Anleger hören wollen, Herr Draghi! Nicht dass wir Anleger das nicht schon wüssten, aber es war doch gut das wir noch einmal von offizieller Seite daran erinnert wurden, damit dieser Umstand nicht in Vergessenheit gerät. Denn bei dem illustren Treiben an den Kapitalmärkten in den letzten Wochen könnte man ansonsten vielleicht versucht sein sich der Unbeschwertheit hinzugeben.

Wie ich in meinem letzten Artikel zum Thema Stabilitätssünden geschrieben habe ist der Refinanzierungsbedarf einiger Südeuropäischer Länder in den nächsten Wochen extrem hoch. Die Umsetzung dieser zwingenden Vorhaben dürfte nach den gestrigen EZB-Aussagen nun umso schwieriger werden. Die Quizfrage ist also einmal mehr, wer als Staatsanleihen-Käufer den Retter spielen muss, wenn diese kein anderer haben will? Die Antwort entsprechend einfach – Die EZB.

Man darf sich nun ernsthaft fragen ob hinter den Aussagen Draghis Naivität oder System steckt. Statt einmal die Bazooka rauszuholen und dem Markt unmissverständlich klar zu machen das man den Anleihenmarkt mit unbegrenzten Mittel stützen wird, hat man sich nun offenbar dafür entschieden letzten Endes wieder deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen indem tröpfchenweise operiert wird. Vielleicht sucht die EZB aber auch nur händeringend nach einer Legitimation um dann doch das zu tun was sie eigentlich nicht tun darf???

Letztlich verstärkt sich nicht nur bei Anlegern sondern bei allen Menschen in Europa wohl das Gefühl das unsere Politiker absolut hilflos in Ihrem Tun sind. Wer die Aussagen des EZB Chefs ebenso wie die der IWF Chefin in den letzten Wochen etwas intensiver verfolgt hat, dem muss einfach Angst und Bange werden. Wer die Boulevardpresse liest bekommt unweigerlich Depressionen, 2012 soll nach Meinung fast aller Experten ein weiteres Horrorjahr werden, und nicht zuletzt der Maya Kalender weist sowieso auf ein baldiges Ende der Welt hin.

Bevor Wir uns aber nun mit Selbstmordgedanken tragen möchte ich noch einen kurzen Blick auf die Realität werfen, und aufzeigen dass wir doch in einer lebenswerten Börsenwelt leben. Irgend einer muss ja auch mal was positives sagen. Diesen Part will ich gerne übernehmen. Der deutsche Arbeitsmarkt ist stabil wie niemals zuvor. Deutsche Unternehmen erwirtschaften Rekordgewinne am laufenden Band und sind historisch günstig bewertet. Der Export zeigt bislang keine Ermüdungserscheinungen ebenso wie die Auftragslage im Maschinenbau etc. Die US Konjunktur hingegen zeigt inzwischen deutliche Anzeichen einer nachhaltigen Erholung, undundund….

Kurzum die Situation ist deutlich besser als man annehmen könnte! Das Jahr 2012 wird schwierig ohne Frage, aber nicht hoffnungslos, und vielleicht sogar sehr chancenreich. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung und halten Sie vor allem nach unterbewerteten Aktien Ausschau, denn davon gibt es inzwischen mehr als genug. Zur richtigen Zeit sollte ein Einstieg in die richtigen Titel dann alle Turbulenzen der letzten Wochen und Monate schnell vergessen machen.

Für heute gilt erst einmal dass die asiatischen Märkte, nach dem Kim Jong Rücksetzer gestern, auf leichtem Erholungskurs sind. Dies sollte auch bei uns wieder für eine entsprechende Beruhigung sorgen. Bei den US Börsen hingegen bin ich mir da nicht so sicher, da das Verlaufsmuster der Indizes seit Tagen das gleiche ist…In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erneut sehr spannenden Handelstag. (P.S. Achtung dieser Artikel enthält eine gewisse Portion Ironie!)

Stabilitätssünden – mein Wunsch fürs Neue Jahr…

Fitch stufte am Freitag Frankreichs Ausblick auf „Negative“ und brachte damit erneut die Märkte unter Druck. Die Ratingagentur hatte zudem  Belgien, Spanien, Slowenien, Italien, Irland und Zypern mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht. Die entsprechenden Ratings seien mit einem negativen Kreditausblick versehen worden, hieß es in der offiziellen Meldung. Mitbewerber Moodys legt gleich nochmal nach und nahm explizit Belgien unter Beschuss. Die Ratingagentur senkte die Kreditwürdigkeit des Landes von Aa1 auf Aa3 um zwei Stufen, ebenfalls mit negativen Ausblick. Ich weiß, liebe Leser, Sie können es nicht mehr hören oder lesen, und mir geht es ebenso. Ich will nun auch gar nicht mehr darauf eingehen denn es ist offensichtlich was hier passiert. Es tobt ein globaler Wirtschaftskrieg, und der wird nicht aufhören wenn wir Europäer diesen Angriffen nicht entschlossen und geschlossen begegnen!

Unter den momentanen Voraussetzungen dürfte es auch in den kommenden Monaten sehr schwer für die Finanzmärkte, insbesondere in Europa, werden sich zu stabilisieren. Die permanenten Störfeuer aus allen Richtungen bleiben eben nicht ohne die gewünschte Wirkung. Die Märkte sind müde, man kann es förmlich spüren. Niemand hat eigentlich momentan noch so richtig Lust darauf sich hinein zu wagen in das Spiel um das große Geld. Die Frustration der Anleger über die offensichtliche Hilflosigkeit der Politiker und die immer wieder verschobenen Entscheidungen ist groß. Letztlich dürfte allen Beteiligten klar sein dass es nur noch eine Option geben kann um uns aus diesem Schlamassel zu befreien, und die heißt EZB. Genauer gesagt der unlimitierte Ankauf von Staatsanleihen europäischer Länder.

Aber, auch bei dieser letzten Option läuft nun langsam die Zeit davon. Die EZB ist nicht dazu befugt, heißt es so schön und man sucht den Umweg über den Internationalen Währungsfond, IWF um die offensichtlich erforderlichen Maßnahmen dann doch noch irgendwie zu legitimieren. Der Plan ist einigermaßen plump, und dementsprechend reagieren Länder wie die USA, China und natürlich Großbritannien sehr verhalten bis ablehnend darauf. Neues, massives Konfliktpotenzial dürfte hier nicht sehr lange auf sich warten lassen. An dieser Stelle sehe ich eigentlich nur noch die unpopuläre aber entschlossenen und finale Lösung des Problems. Frei nach dem Motto: außergewöhnliche Ereignisse erfordern außergewöhnliche Maßnahmen!

Wenn es also um die dringend notwendige Stabilisierung der Eurozone geht um den Supergau zu verhindern, und wenn aufgrund der zuvor leichtfertig verschenkten Zeit inzwischen für konventionelle Lösungen keine wirkliche Chance mehr besteht, dann sollte man sich zumindest für die mit der stärksten Durchschlagskraft an den Staatsanleihemärkten entscheiden, wenn man schon sogenannte Stabilitätssünden begehen muss. Die vorgeschobenen Bedenken der EZB in punkto Stabilität dürften angesichts der massiven finanziellen und wirtschaftlichen Risiken in der Eurozone, und inzwischen auch weltweit, das deutlich kleinere Übel zu der zu erwartenden Alternative sein. Denn wenn es erst einmal keinen Euro mehr geben sollte dann hat sich auch der Punkt Geldwert-Stabilität erledigt. Die eigentlichen Stabilitätssünden sind in meinen Augen von der Politik in den letzten zwei Jahren begangen worden, und natürlich von den Banken, die allerdings von der Politik teilweise auch zum sündigen aufgefordert worden sind.

Der Europäischen Zentralbank wird also aller Wahrscheinlichkeit nach am Ende nichts anderes übrig bleiben, als als Großaufkäufer von europäischen Staatsanleihen in Erscheinung zu treten. Natürlich wird die EZB sich dabei auf ihre Unabhängigkeit zu berufen! Die Gewissheit, dass die EZB mit ihrer unbegrenzten Mitteln dazu bereit ist, am Markt für euroländische Staatsanleihen Maximalrenditen zu definieren, und den krisengeschüttelten Reformkandidaten damit massiv den Refinanzierungsdruck zu nehmen, würde zu einer finalen Marktberuhigung führen. Der Druck auf Bankaktien wäre wohl schlagartig vorbei. Denn, wer weniger Risiken in seinen Büchern hat, vergibt auch wieder mehr Kredite, und somit wäre auch das zweite große Problem der Realwirtschaft – die Unterversorgung der Wirtschaft mit Liquidität – umgehend erfolgreich bekämpft.

Soweit zur Theorie. Nicht ganz unproblematisch ist eben nur der zeitliche Horizont bei diesen Überlegungen. Um es auf den Punkt zu bringen es wird jeden Tag teurer, für uns alle! Und da wir ja nun des Rätsels Lösung kennen bleibt nur noch zu hoffen das die Umsetzung bald folgen wird. Aber bitte liebe EZB kauf nicht ein „bisschen“ Staatsanleihen und denke das würde reichen. Das wäre der gleiche Fehler den die Politik gemacht hat und wir wissen wo uns diese Salamitaktik hingebracht hat. Hier hilft nur noch die große Klatsche! Diese sogenannte Klatsche oder auch gerne als Bazooka bezeichnete Maßnahmen werden kommen müssen, und dann muss man als Anleger auf dem Sprung sein. Natürlich werden wir Sie auch im kommenden Jahre dabei begleiten, intensiver und aktueller denn je…

Zu Beginn dieser Woche kommen leider erst einmal neue Belastungsfaktoren hinzu. Der langjährige Machthaber Südkoreas Kim Jong II ist verstorben, was für deutliche Unruhe im asiatischen Raum, insbesondere an den Börsen dort sorgt, und dem Dollar als Krisenwährung erst einmal Auftrieb verleiht. Gespannt sein darf man heute einmal mehr auf die „Ergebnisse“ der Telefonkonferenz zwischen den Euro-Finanzministern wegen des weiteren Vorgehens nach dem EU-Gipfel vom 8. und 9. Dezember. Die Konferenz findet gegen 16:00 Uhr statt. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!

Buchtipp: Lothar Lochmaiers “Schattenbanken”

Wer oder was sind Schattenbanken? Mit diesem Thema beschäftigt sich der renommierte Buchautor und Blogbetreiber Lothar Lochmaier in seinem neuesten Werk. Dieses Buch ist eine besonders lesenswerte und kreative Mischung aus Roman, Wirtschaftskrimi, Sachbuch und Szenariowerkstatt zum Mitmachen. Einem Buch über die alte und neue Sicherheitsarithmetik der Finanzindustrie.

Inhaltsbeschreibung: Sebastian Heilfrisch (48) leitet die Stabsstelle IT-Sicherheit bei der fiktiven Frankfurter Handelsbank. Das global verzweigte Institut sieht sich verstärkt Hackerattacken ausgesetzt, die nach und nach die Grundfesten der Geschäftstätigkeit erschüttern. Doch weder gelingt es, die Urheber der Angriffe ausfindig zu machen, noch greifen die eingeleiteten Gegenmaßnahmen. Am Ende scheint es keinen Ausweg aus einem alptraumhaft anmutenden Bedrohungsszenario zu geben.

Der Autor rückt vor allem die hintergründige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Begriff Schattenbanken in den Mittelpunkt, jenseits von vorgefertigten Feindbildern und ideologischen Schablonen. Denn Schattenbanken können vieles sein, verschuldete Staaten ebenso wie der unregulierte Teil der Banken und Finanzindustrie. Aber auch der unmündige Bürger, der keinen bewussten Umgang mit dem Geld pflegt, kann ein Teil dieses weit verzweigten Systems sein.

Das Buch gibt deshalb vor allem Denkanstöße, auch zu kreativen Alternativen, wie etwa sinnvolle demokratische Beteiligungsformen, um die Finanzindustrie künftig enger am Puls der Realwirtschaft und menschlichen Arbeitskraft zu verorten. Veröffentlicht ist das Werk des Wirtschaftsjournalisten Lothar Lochmaier im Selbstverlag auf der Berliner ePublishing-Plattform Xinxii,

Titel: Schattenbanken
Autor: Lothar Lochmaier
Erscheinungstermin: 01. Dezember 2011
Länge: 103 Seiten
Preis: 12,90 Euro

Offizielle Buchpräsentation auf dem Weblog des Autors
Link zum direkten Download

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