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Gastkommentar: Energieausblick USA – Keystone-Ölpipeline und US-Präsident Obamas Veto

Finanzexperten und Analysten glauben, dass im Jahr 2012 zahlreiche wichtige unternehmerische sowie politische Entscheidungen im Bereich ENERGIE und die Versorgung mit Energie getroffen werden. Aktuell wird in den USA der Abbau von Gasvorkommen (zunehmend auch Öl) aus Schiefergestein massiv vorangetrieben. Die Energiebranche bezeichnet das als „Fracking-Boom.“
Heute hierzu der Energieausblick USA 2012 sowie die Vorstellung der interessantesten Player in diesem zukunftsträchtigen Segment im Kurzüberblick:

Die US-Regierung von Präsident Obama hat sich gestern, 18.01.2012, einstweilen gegen den Bau der 2.700 Kilometer langen Keystone-XL-Ölpipeline von Canada in die USA ausgesprochen, weil dieses Pipeline-Projekt quer durch die USA trassiert und einige wichtige Fragen zum Umwelt- und Naturschutz weiterhin offen geblieben sind. „Wir erwarten, dass die Pipeline (mit diesem Verlauf) abgelehnt werden wird“, heißt es aus gut unterrichten Kreisen. („We’re expecting the pipeline to be rejected,“ the source said).

Damit ist diese überaus wichtige Frage zur Zukunft und Sicherung der US-Energie-Politik allerdings noch lange nicht vom Tisch. Aus Regierungs- und Verwaltungsquellen heißt es, es bedarf noch etwas mehr Zeit, um alternative Routen für den ursprünglich geplanten Verlauf dieser Pipeline zu prüfen, um weniger sensible Natur-Lebensräume zu durchlaufen und eine entscheidende Trinkwasserquelle in Bereich von Nebraska zu schützen.

„Realistisch gesehen, dürfte es keine adäquaten Alternativen zum Keystone-Pipeline-Projekt geben, will man den kostenaufwendigeren und gefährlicheren See- und Schienen-Transport vermeiden“, kommentiert Analyst Sandro Valecchi. Die geplante 1.700-Meilen – TransCanada Pipeline ist und bleibt nach wie vor ein mächtiges Symbol im Kampf um die Zukunft der US-Energiepolitik.
Die geschäftlichen Vorzeichen im Gas- und Pipelinebusiness ergeben für 2012 somit eine insgesamt positive Prognose:

·         Die Unternehmensgruppe Kinder Morgan Energy Partners investiert 210.000.000 $, um ein Tanklager mit 7 Tanks und einer Speicherkapazität von 2,4 MMbbls für Rohöl und Öl-Kondensat beim Edmonton Terminal in Strathcona County (Canada, Provinz Alberta) zu bauen. Kinder Morgan Kanada Terminals ist langfristige Verträge mit seinen Kunden eingegangen und somit gut aufgestellt, um das Projekt zu stemmen.Trans Berg Pipeline, eine Unternehmenstochter der Kinder Morgan-Gruppe hat von der staatlichen Aufsichtsbehörde National Energy Board die erforderlichen Genehmigung erhalten und wird mit dem Erweiterungsbau der Edmonton-Anlage beginnen. Es wird erwartet, dass diese neuen 7 Tanks Ende 2013 in Betrieb genommen werden können.

·        Unterdessen hat Kardinal Gas Storage Partner (eine hundertprozentige zwischenstaatliche Erdgas-Tochter Cadeville Gas Storage LLC) eine 10-jährige Vereinbarung mit Shell Energy North America (USA) getroffen. Es geht um einen Großspeicher für Gas in der Nähe des Perryville – Delhi Hub im Nordosten Louisiana. Diese Vereinbarung gilt als Novum und Präzedenzfall in der Branche zugleich. Der Speicher wird voraussichtlich 2013 in Dienst gestellt und wird eine Speicherkapazität von rund 17 Mrd. m³ Arbeitsgas haben.

·         Spectra Energy-Tochter, Texas Eastern Transmission erhielt von der US-Aufsichtsbehörde FERC die Zulassung für das Top-Ausbauprojekt Texas Eastern Appalachia to Market (TEAM) 2012. Das Unternehmen plant den Bau einer Pipeline-Vernetzung. Nach seiner Fertigstellung wird es in Erweiterung des bestehenden Texas Eastern Pipeline-Systems um zusätzliche Appalachian und Marcellus Shale Erdgaslieferungen ergänzt, damit die sogenannten verschiedenen Premium-Märkte, einschließlich des Nordostens der Vereinigten Staaten, zuverlässig beliefert werden können. Das TEAM 2012 Projekt umfasst die Installation zusätzlicher Pipelines und Kompressionen auf Fernleitungssystem der Texas Eastern in Pennsylvania. Wenn es im vierten Quartal abgeschlossen wird, ermöglicht der Ausbau zusätzliche Kapazitäten in einem Volumen von bis zu 200 MMcf / d. Eine Schnittstelle der Pipeline Vernetzung ist an der Columbia Gas Transmission Einrichtungen in der Nähe Marietta, PA, vorgesehen.

·         Atlas Pipeline Partners, LP hat sich zu einer langfristigen, kostenintensiven Vereinbarung mit XTO Energy Inc., einer Tochtergesellschaft von ExxonMobil, entschlossen, um gemeinsam Erdgas-Förderung und Verarbeitung zu betreiben. Gesprochen wird von 60 MMcf / d aus der Woodford Shale (Oklahoma) für die dortige Verarbeitungsanlage in Velma, Oklahoma. Mit dieser Vereinbarung unterstützt APL den Ausbau des Velma Systems im Volumen von bis  zu 160 MMcf / d.

Vom positiven Trend in der Branche profitieren vor allen Dingen auch die Zulieferer, Ausrüster und Spezialunternehmen:

·         ShawCor Ltd ’s pipecoating Division Bredero Shaw, hat einen Vertrag mit einem Wert von über 45.000.000 USD von Hyundai Heavy Industries geschlossen und zeichnet verantwortlich für Korrosionsschutz und Schutz-Beton-Beschichtungen für das Barzan-Pipeline-Projekt in Katar (Arabischen Golf). Die Beschichtungsarbeiten, FBE Korrosionsschutzanstriche und HeviCote Betongewicht Beschichtungen werden vertragsgemäß in Bredero Shaws Werk in Ras al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführt werden und bereits in Kürze beginnen.

·         FMC Technologies, Inc. hat eine Vereinbarung getroffen mit LLOG Exploration Company, LLC, für die Konstruktion, Herstellung und Lieferung von Unterwasser-Produktionssystemen für ein Projekt im Golf von Mexiko.

Zur Refinanzierung dieser gewaltigen Projektkosten in der Gas-, Öl- und Förderindustrie bleibt bei der Preisfindung leider nur eine Richtung: Die Endpreise steigen weiter nach oben, und damit auch die Chancen der genannten unternehmen an dieser Entwicklung in den kommenden Monaten entsprechend zu partizipieren. Sandro Valecchi

Die Aktien des Tages – Commerzbank, IBM, Microsoft, Intel, ThyssenKrupp, Lufthansa und TUI

Die Bullen sind weiterhin am Drücker. Auch in Asien bleiben die Aktienmärkte nach den guten Vorgaben aus den USA freundlich. IBM, Microsoft und Intel haben heute Nacht allesamt gute bis sehr gute Zahlenwerke abgeliefert was den Markt  weiterhin unterstützen sollte. Alle genannten Aktien waren nachbörslich kräftig im Plus. Lediglich Google konnte trotz nicht von dem freundlichen Umfeld und den eigentlich passablen Zahlen profitieren, da CEO Eric Schmidt überraschend seinen Rücktritt erklärt hat, was die Aktie nachbörslich kräftig unter Druck brachte. Die Vorgaben für den heutigen Handel sind also unverändert gut, lediglich kleinere Störfeuer seitens des heute stattfindenden kleinen Verfallstages zu erwarten. In einzelnen Aktien könnte der Handel heute also noch einmal sehr volatil werden, da das Bärenlager inzwischen mächtig unter Druck stehen dürfte.

Die Aktie des Tages gestern waren natürlich die Commerzbank Aktie, mit guten Nachrichten zum Abschluss der Restrukturierung und der geplanten Rekapitalisierung. Mit einem Schlusskurs von 1,62 Euro sollte der Grundstein für einen weiteren Anstieg nun gelegt sein. Die Deutsche Bank Aktie konnte von der allgemein guten Stimmung für Bankenwerte ebenfalls kräftig profitieren und ging mit einem satten Plus von 8,43 Prozent aus dem Handel. Bankentitel bleiben gefragt und dürften auch weiterhin das größte Nachholpotenzial, aber auch das größte Rücksschlagsrisiko haben.

Beim Sportwagenbauer Porsche sorgten neue Nachrichten zu den drohenden Klagen gegen das Unternehmen für gute Stimmung. Zum einen gelang es dem Konzern noch weiteren Aufschub bei einigen Klagen aus Deutschland zu bewirken, und zum anderen beflügelte ein Bericht im „manager magazin“ nach dem die Porsche SE nun wohl aktiv in Vergleichsverhandlungen mit den klagenden US Fonds eingetreten ist. Die Aussicht auf deutlich niedrigere Vergleichszahlungen beflügelten den Aktienkurs. Die Aktie dankte es mit einem Kurssprung von 8,28 Prozent, der zum Ausbruch über die wichtige Marke von 45,- Euro führte. Das Kursziel für die nächsten Tage ist nun 49,- Euro bzw. 54,- Euro in der Folge.

Die Lufthansa Aktie konnte sich ebenfalls von Ihren Tiefstständen lösen, und notiert seit gestern wieder über der wichtigen Marke von 10,- Euro. Die Fluglinie will ihr China-Engagement im Frachtbereich beenden. Um das gescheiterte Joint Venture Jade Cargo wiederzubeleben, wären 50 Mio. Euro nötig. Der Partner Shenzhen Airlines wird seinen Anteil jedoch nicht aufbringen wollen. Mit einem Kursplus von 4,89 Prozent war die Aktie der Kranich Airline  gestern drittstärkster Wert in Dax. Hier sehe ich persönlich noch deutliches Nachholpotenzial, da die Rally bislang fast gänzlich an dem Wert vorbei ging.

Die ThyssenKrupp Aktie wurde gegen Handelsende ebenfalls von einem Gerücht beflügelt, und landete somit auf Platz vier der besten DAX Werte. Der Stahlriese soll sich angeblich von Werken im Ausland trennen wollen, hieß es nach unbestätigten Berichten. Nach dem Fiasko in Brasilien kam diese Nachricht offenbar gut an. Dennoch würden wir bei der Thyssen Aktie in den nächsten Zeit etwas Vorsicht walten lassen.

Und bei TUI scheint nun nach Jahren endlich das Personalkarussell in Gang zu kommen. Michael Frenzel, der langjährige TUI Chef, der unter anderem die Beteiligung an Hapag Lloyd zu verantworten hat, will seinen Stuhl räumen. In den letzten Jahren hatte man ja schon fast den Eindruck die beiden wären miteinander verwachsen. Die Suche nach einem Nachfolger hat offenbar bereits begonnen. Ursprünglich sollte Frenzel den Reisekonzern noch bis 2014 führen. Was hinter den Kulissen gespielt wird weiß natürlich niemand so genau, aber ich würde mal behaupten dass der Abgang Frenzels wahrscheinlich nicht so ganz freiwillig ist. Der TUI Aktie hingegen sollte es mittelfristig gut tun wenn alte verkrustete Strukturen aufgebrochen werden. Allerdings ist der Titel seit unserem Einstieg bei 3,87 Euro mit über 42 Prozent Gewinn auch schon sehr gut gelaufen.

Die Porsche Aktie bricht nach Vergleichsangebot an US Fonds aus!

Die Porsche Aktie macht heute ebenfalls auf sich aufmerksam nachdem der Titel nun unter hohen Umsätzen nach oben ausgebrochen ist. Der Widerstand bei 45,- Euro konnte überwunden werde. Grund für diese neue Euphorie bei dem Sportwagenbauer dürfte die Meldung sein dass Porsche gerade versucht sich mit einer Gruppe von US Fonds außergerichtlich zu einigen. Dabei soll das Unternehmen den klagenden Fonds nun ein niedrige dreistelligen Millionenbetrag angeboten haben wenn diese die Schadensersatzklagen im Gegenzug fallen lassen. Laut dem Manager Magazin machen die Fonds vor Gericht einen Schaden in Höhe von mindestens einer Milliarde Dollar geltend. Sie lehnten das von der Kanzlei Sullivan & Cromwell übermittelte Porsche-Angebot als zu niedrig ab.

Nicht unbedingt die die Tatsache dass dieses Angebot gescheitert ist dürfte den Aktienkurs heute beflügeln, sonder viel mehr die grundsätzliche Bereitschaft der Kläger eine Einigung herbei zu führen, die eventuell deutlich unter den geforderten Summen liegen könnte. Dies würde dann natürlich auch den Wert der Porsche Aktie positiv beeinflussen. Denn in den vergangenen Wochen wurde in dem Aktienkurs wohl jegliche schlechte Nachricht voll eingepreist, auch eine mögliche Niederlage Porsches vor Gericht und Strafzahlungen in entsprechender Höhe. Inzwischen haben die Kläger auch ihren Fokus etwas verlagert und versuchen nun einen Teil der Summe beim Mutterkonzern VW einzutreiben.

Porsche könnte also deutlich günstiger aus der Sache raus kommen als befürchtet, und das spielt der Markt nun offenbar schon durch. Charttechnisch betrachtet wäre nach einem gelungenen Ausbruch erst einmal Luft bis 49,- Euro. Mittelfristig erwarte ich sowieso noch ganz andere Kurse bei der Aktie. Unsere Einschätzung zum tatsächlichen Wert der Porsche Aktie haben wir kürzlich ja bereits publiziert. Die Porsche SE wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies darauf das man sich zu laufenden verfahren grundsätzlich nicht äußern würde.

Commerzbank viel besser als gedacht! – Ausbruch und Shortsqueeze

Endlich mal richtig gute Nachrichten von der Commerzbank. Das Bankhaus hat das Core-Tier-1-Kapital aus eigener Kraft bereits bis Ende 2011 um 57 % gestärkt, und somit die wesentlichen EBA-Eigenkapitalanforderung erfüllt. Mit den getroffenen Maßnahmen hat die Commerzbank damit das Potenzial, ihr Kernkapital bis zum Stichtag 30.Juni 2012 um insgesamt rund 6,3 Milliarden Euro aus eigener Kraft zu stärken, hieß es in der heutigen Meldung. Damit steigen die Chancen, dass der Bankenriese die Rekapitalisierung aus eigener Kraft schaffen kann deutlich!

Die drei wesentlichen Bestandteile dieses Maßnahmenpakets sind fortgesetztes RWA-Management (Core-Tier-1-Entlastung rund 1,5 Milliarden Euro), die weitere Reduzierung der regulatorischen Kapitalabzüge (Volumen: rund 0,35 Milliarden Euro)sowie eine geplante Gewinnthesaurierung in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro. Darin enthalten sind geplante zusätzliche Sachkosteneinsparungen im ersten Halbjahr 2012 in Höhe von rund 150 Millionen Euro.

Weiter heißt es in der offiziellen Meldung: Auf Basis der gegenwärtigen Geschäftsplanung und vorbehaltlich keiner weiteren Verschlechterung der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere auch keiner weiteren Verschärfung der Staatsschuldenkrise, erwartet die Commerzbank somit weitere positive Effekte zur Deckung des EBA-Kapitalbedarfs in Höhe von bis zu 3,3 Milliarden Euro. Nach Abschluss aller Maßnahmen plant die Commerzbank, zum 30. Juni 2012 eine Core-Tier-1-Quote von mehr als 11 % auszuweisen.

Die Commerzbank Aktie springt nach der Meldung kräftig an und kann bis auf 1,62 Euro zulegen. Hier scheint nun ein harter Kampf zwischen Bullen und Bären statt zu finden. Die offenen Short Positionen stehen nach der Kursbewegung im Feuer. Ich rechne damit das diese mal die Bullen den Kampf gewinnen werden, und wir spätestens am Nachmittag nach US Börseneröffnung weitere Shorteindeckungen sehen werden, die den Kurs nun über unserem kürzlich ausgegebenen Ziel von 1,56 Euro stabilisieren werden. Aus charttechnischer Sicht liegen die nächsten Ziele nun bei 1,69 und 1,86 Euro.

Jetzt wird es spannend – gelingt der finale Ausbruch?

Jetzt wird es spannend! Die Meinungen über die weitere Richtung der Aktienmärkte könnten im Moment unterschiedlicher nicht sein. Während das eine Lager der Fachleute immer mehr davor warnt dass es bald zu einer deutliche Korrektur kommen müsste, scheint der Optimismus der Anleger im Moment keine Grenzen zu kennen. Auch gestern legten die US Indizes, nach den positiven Vorgaben und Nachrichten aus Europa wieder kräftig zu. Mit einem Schlussstand im S&P 500 von 1.308,04 Punkten wurde auch unsere Ziel von 1.304 Punkten nun erreicht. Somit hat der Index nun – zumindest theoretisch – Luft für einen weiteren Anstieg in Richtung 1.330 Punkte. Für den DAX gilt ähnliches Die Zielzone von 6.400 bis 6.500 Punkten könnte heute schon erreicht werden. Zumindest gehe ich von einem Test der 6.400er Punkte Marke aus. Hier wird sich nun entscheiden, ob es sich um ein klassisches Fehlsignal handelt, oder die Aktienmärkte wirklich genügend Stärke besitzen um weiter durch zu starten.

Genügend Liquidität für eine weitere Bewegung sollte durch die jüngsten Maßnahmen vorhanden sein. Fast schon kommt es einem so vor als ob es einen echten Anlagenotstand bei Anleger gibt, und deswegen die Kurse permanent steigen. Angeblich kehrt allmählich das Vertrauen in Europa zurück und somit auch das Geld ausländischer Investoren….Es gibt viele Theorien die versuchen den Anstieg an den Aktienmärkten zu erklären, letztlich gewinnt man aber den Eindruck dass alle Erklärungsversuche nur aus irgendwelchen Lehrbüchern stammen, und auch die hoch bezahlten Analysten nur im Trüben fischen. Ich mache es kurz, mir ist es egal! Ich akzeptiere und respektiere was der Markt mir sagt. Ich orientiere mich weiterhin an der Charttechnik, denn das ist der einzig verlässliche Indikator der letzten Monate gewesen. Und die Charts sagen einstimmig weiter long.

Auch wenn ich die Nachrichten natürlich nicht völlig ignorieren kann, und es gab in den letzten Tagen so einige Nachrichten die mir etwas zu denken geben. Das Bild kann sich sehr schnell wieder ändern, und dann sollte man auch entsprechend schnell reagieren. Ich möchte Ihnen in der nächsten Newsletter Ausgabe am Wochenende ein paar Gedanken zu möglichen Risikofaktoren aufzählen, möglichst ohne eine eigene Wertung mit einzubringen. Denn letztlich sollte jeder selber seine Schlussfolgerungen daraus ziehen können, oder zumindest danach wissen wo er in den nächsten Tagen und Wochen etwas genauer hinsehen muss. Für heute wünsche ich Ihnen erst einmal einen erfolgreichen Handelstag!

Mornincall, Die Luft wird dünner, Neuer Ärger für die Commerzbank

Der gestrige Handelstag verlief für die europäischen Indizes sehr erfreulich. Der Dax konnte nun endlich den Widerstandsbereich zwischen 6.200 und 6250 Punkten überwinden, der Schlusskurs lag bei 6.326 Punkten. Getrieben durch positive Nachrichten von der Konjunkturfront konnten insbesondere zyklische Werte erneut stark zulegen. Einer der Haupttreiber dürfte, neben den guten Nachrichten aus China, dabei der deutlich besser als erwartete ZEW Konjunkturindex gewesen sein. Dieser verbesserte sich gegenüber dem Dezember deutlich von minus 53,8 auf minus 21,6 Punkte. Das ist der höchste Wert seit Juli 2011, und zugleich der stärkste Anstieg seit Aufzeichnung dieser Daten überhaupt. Das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung befragt jeden Monat rund 300 Analysten und institutionelle Anleger nach ihrer Konjunktureinschätzung.

Ein erneut bewegter Tag könnte es für Commerzbank Aktionäre werden. Die Ratingagentur Moody´s prüft laut neuesten Berichten die Bonitätseinstufung der Commerzbank. Moody’s senkte die Bewertung ohne die Einbeziehung von Staatshilfe (Standalone) der Bank auf „D+“ von zuvor  „C-„. Auch die Einstufung der vorrangigen Schulden, die derzeit mit „A2“ bewertet werden, prüft Moody’s auf eine mögliche Abstufung. Insbesondere die Aussagen der Bank an der Tochter Eurohypo festhalten zu wollen, und diese nicht an den Staat abzugeben, haben wohl zu dieser Neueinschätzung geführt. Moody´s verwies darauf dass die Eurohypo deutlich anfällig für weitere Verwerfungen an den Märkten sei, und somit auch den Mutterkonzern belasten könne. Nichts was wir nicht schon gewusst hätten, aber Moody´s hält das offenbar für besonders erwähnenswert.

Der gestrige Handelsverlauf an den US Börsen stimmt mich etwas nachdenklich. Hier wurde ein Großteil der Gewinne in den letzten zwei Stunden wieder abgegeben. Zwar konnten die Indizes zum Handelsende noch einmal leicht anziehen, dennoch ist es nicht gelungen die wichtige Hürde von 1.304 Punkten im S&P zu überwinden. Wie bereits am Freitag gelang es nicht den Index zum Handelsschluss über die Widerstandsmarke von 1.293 Punkten zu heben. Am Freitag ist kleiner Verfallstag für Optionen, und offenbar will man den S&P Index bis dahin unter der wichtigen Marke von 1.300 Punkten halten. Schaut man sich die für Freitag gültigen Optionsbestände etwas näher an, findet man ab 1300 Punkten eine starke Widerstandszone, die bis den Bereich 1330 reicht.

Die gute Nachricht ist dass sich der Index weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend befindet, wenn auch inzwischen an der unteren Begrenzung. Insbesondere die schwachen Werte aus den Bereichen Kohle und Finanzen ebenso wie die nachgebenden Goldaktien belasteten. Der Euro hingegen kann sich nach den gestrigen Daten weiter erholen. Während die Stimmung für DAX & Co. also weiterhin gut bleibt, muss man bei einigen Sektoren in den USA gerade etwas vorsichtiger werden. Doch dazu später mehr…!

Trading Update, Klöckner & Co. Aktie – endlich ausgebrochen ?

Gestern ist es der Klöckner Aktie nun endlich gelungen über die Marke von 11,65 Euro auszubrechen. Mit einem Schlusskurs von 11,83 Euro stehen die Chancen nicht schlecht, dass heute auch die 12,- Euro Marke überwunden werden kann. Der Chart sieht weiterhin sehr gut aus. Die nächste Hürde liegt nun im Bereich um die 12,40 Euro. Kann dieser demnächst überwunden werden winken weitere Kursgewinne bis zunächst 13,- Euro, später 13,90 Euro.

Sollte der Aufwärtstrend noch bis ca 6.500 Punkte im DAX tragen, sind sogar knapp 15,- Euro wieder möglich. Nach unten ist der Aktienkurs durch die Unterstützung bei 10,85 Euro gut abgesichert. Stopps können entsprechend knapp unter dieser Marke platziert, und in den nächsten Tagen nachgezogen werden. Die Analysten der Commerzbank haben dem Titel in Ihrer jüngsten Studie allerdings nur ein Kursziel von 12,- Euro zugebilligt, was einen starken Ausbruch vorerst verhindern könnte. Dennoch bleiben die Aussichten für die Stahlbranche, insbesondere durch eine inzwischen wieder deutlich höhere Nachfrage in den USA, weiterhin gut. Die Klöckner Aktie sollte von dieser Entwicklung in den nächsten Monaten kräftig profitieren.

Verlieren die Ratingagenturen (endlich) ihre Macht?

Gestern konnten sich die Märkte in Europa erstaunlich gut verkaufen, wenn auch weiterhin unter dünnen Umsätzen. Entgegen der Befürchtung dass die Standard & Poors Abstufung einiger Euroländer erneut negative Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben könnte stieg der DAX kräftig um 1,25 Prozent an. Und auch heute sehen die Vorgaben erneut gut aus. Der Dax wird ca. ein Prozent höher erwartet, und die US Futures sind ebenfalls deutlich im Plus. Ich hatte es ja bereits in der Wochenendausgabe unseres Newsletters geschrieben, wenn der Markt die massiven Angriffe gewisser Ratingagenturen und der dahinter stehenden Interessen jetzt einfach ignorieren würde wäre dies ein extrem starkes Zeichen dass man unbedingt beachten sollte.

Unterstützend wirkten gestern natürlich einige Faktoren wie beispielsweise die Nachrichten aus Frankreich. Das Land hatte bei seiner gestrigen Anleiheauktion trotz Abstufung keine Probleme. Das beruhigte die Markteilnehmer zusätzlich. Nach Fitch hält nun auch Moody‘s an seinem AAA-Votum für Frankreich fest, auch wenn sich der Ausblick bald eintrüben könnte. Und nicht zuletzt wurde bekannt dass die EZB in den letzten Tagen deutlich mehr Staatsanleihen europäischer Länder gekauft hatte als üblich. Diese Maßnahme dürfte erneut Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Institution EZB, und natürlich auch den Euro bringen. Das kann man heute auch an einem deutlich erholten Euro-Kurs feststellen, der aktuell wieder bei ca 1,276 notiert.

Wir sind davon ausgegangen dass diese neuerliche Abstufung auch negative Folgen für die Bonität des Euro-Rettungsfonds EFSF haben dürfte. Prompt legte Standard & Poors gestern Abend noch einen drauf indem auch dieser abgestuft wurde. Begründet wurde dies vorrangig damit das Frankreich ja jetzt die Top Note verloren hätte – was soll man sagen? Unsere Vermutung dass es sich hierbei bereits seit Monaten um einen massiven Währungskrieg handelt wird inzwischen auch von offizieller Seite mehrfach bestätigt. Heute Nachmittag nach US Börseneröffnung, werden wir wohl sehen wie viel Macht die Ratingagenturen tatsächlich noch haben. Ich gehe inzwischen nicht mehr davon aus dass es einen deutlichen Rücksetzer an den Börsen geben wird, zumindest heute nicht!

Offenbar haben sich die Agenturen im Laufe der letzten Monate, durch Ihr offensichtlich nicht immer unabhängiges Verhalten, unglaubwürdig gemacht. Ich persönlich werde sowieso nie verstehen wie man den Institutionen, die bereits vor der Krise im Jahr 2008, der erkennbaren Entwicklung hinterher gerannt sind, und in Ihrer eigentlichen Funktion komplett versagt haben, so viel Gewicht beimessen kann. Wie auch immer, der Dax nähert sich heute der 200 Tage Linie, die es zu überwinden gilt. Der RSI zeigt immer noch eine überkaufte Situation an. Es wird also erneut ein sehr spannender, und vielleicht für die kommenden Wochen sehr entscheidender Tag werden. Ich wünsche Ihnen Happy Trading!

Commerzbank – ja was denn nun?

Es dürfte eine sehr entscheidende Woche für Commerzbank Aktionäre werden. Am Freitag den 20. Januar 2012 will das Bankhaus nun den endgültigen Plan für die Beschaffung des bis zum Sommer benötigten Eigenkapitals vorlegen. Somit entscheidet sich diese Woche wohl auch welche Richtung der Aktienkurs nun endgültig einschlagen wird, und ob der Staat der Bank noch einmal unter die Arme greifen muss oder nicht. Zuletzt konnte man der Presse entnehmen dass die Pläne der Commerzbank inzwischen sehr weit voran geschritten sind. Hauptaktionär Allianz könnte nun ebenfalls seinen Beitrag dazu leisten, somit wären fast vier Fünftel des Kapitalbedarfs gedeckt. Neue Presseberichte besagen nun dass der DAX-Konzern nun offenbar auch darüber nachdenkt seine Mitarbeiter an der Rettungsaktion zu beteiligen.

Anstelle der geplanten Boni sollen Vergütungen nun in eigenen Aktien ausgezahlt werden. Dadurch könnte der Bankenriese auch einen höheren Gewinn für das abgelaufene Jahr ausweisen, und das Eigenkapital entsprechend erhöhen. Geschätzt könnte es hierbei um eine Summe von weiteren ca. 500 Millionen Euro gehen. Somit wären aber grob über den Daumen gepeilt immer noch weitere 500 bis 700 Millionen Euro ungedeckt. So genau kann das wohl im Moment keiner sagen…aber es wäre für eine Bank dieser Größenordnung ein überschaubarer Betrag, den man sicherlich an der ein oder anderen Stelle noch „zusammenkratzen“ könnte. Am Freitag wissen wir dazu sicherlich mehr.

Ich persönlich gehe immer noch von einem positiven Ausgang des Commerzbank Krimis aus. Die Chancen der CoBa, die von der europäischen Bankenaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke von ursprünglich 5,3 Milliarden Euro zu schließen, stehen inzwischen sehr gut. Zudem dürfte den europäischen Banken nach den jüngsten Berichten noch etwas mehr Zeit von der EBA eingeräumt werden, um den Kapitalbedarf zu decken. Die Turbulenzen um die Kapitalerhöhung der UniCredit scheinen inzwischen vollständig vom Markt verarbeitet worden zu sein. Andere Berichte hingegen haben die Risiken für die Bank wieder etwas erhöht, und sollten in die Investmententscheidung mit einbezogen werden.

Schliddert Griechenland nun letztlich doch noch in die Pleite, oder wird  ein höherer Haircut auf griechische Staatsanleihen fällig, würde dies das Ergebnis der Commerzbank natürlich noch einmal erheblich belasten. Weitere Risiken schlummern in den Renditen der Anleihekurse anderer hoch verschuldeter Eurostaaten wie etwa Portugal, Irland, Spanien oder Italien. Letztlich bleibt einem als Anleger nicht viel übrig als sich für oder gegen einen positiven Ausgang dieser harten Prüfung für Deutschlands zweitgrößtes Bankhaus zu entscheiden. In beiden Fällen ist davon auszugehen dass sich der Aktienkurs entsprechend schnell und stark in eine Richtung bewegen wird.

Ich habe mich hier bereits klar positioniert…und verspreche Ihnen dann auch erst einmal deutlich weniger über die Commerzbank zu schreiben, wenn die Aktie in etwas ruhigeres Fahrwasser gekommen ist. Auch wenn unsere Berichte zu der Aktie sich in letzter Zeit gehäuft haben, bleibt die CoBa eine der interessantesten Storys des Jahres 2012, und verdient entsprechende Aufmerksamkeit!

Mornincall – ruhiger Handel in Asien und Europa am Martin Luther Kings Day

Der Dax ist am Freitag erneut an der wichtigen Hürde von 6.200 Punkten gescheitert, und hat damit die Wichtigkeit dieser Marke für den weiteren Verlauf in diesem Jahr untermauert. Natürlich wurden die jüngsten Kursbewegungen von der „überraschenden“ Abstufung diverser Euro-Länder durch Standard & Poors ausgelöst, somit ist der letzte Anlauf auf die 6.200er Marke nicht unbedingt aus technischer Sicht gescheitert und ein baldiges Überwinden weiterhin möglich. Die Ratingagentur hat insgesamt 14 Länder mit negativem Ausblick versehen. Ein erneuter Rundumschlag aus den USA. Wir hatten in der Wochenendausgabe unseres kostenlosen Newsletters ausführlich darüber berichtet. Der DAX schloss daraufhin am Freitag mit einem verhältnismäßig geringem Minus von 0,58 Prozent bei 6.143 Punkten.

Heute sind die europäischen Börsen ganz auf sich gestellt, denn in den USA ist, bedingt durch den Martin Luther Kings Day,  ein landesweiter Feiertag, und die dortigen Börsen bleiben geschlossen. Welche tatsächlichen Auswirkungen also die Ratings von S&P haben werden, und wie die Finanzwelt diese Abstufung Europas sieht werden wir wohl erst am Dienstag Nachmittag erfahren. In Asien kann man die Verluste heute morgen als durchaus moderat bezeichnen, sodass zumindest für den Montag wohl kein weiterer dramatischer Rücksetzer im DAX zu erwarten ist. Die Marke von 6.100 Punkten sollte zunächst eine solide Unterstützung darstellen. Der RSI hat angesichts der negativen Performance vom Freitag wieder etwas Abstand vom überkauften Bereich genommen, und gibt somit theoretischen Spielraum für eine Bewegung nach oben.

Grundsätzlich sollte man nun wieder etwas vorsichtiger werden. Die Stimmung kann nun schnell wieder kippen, und das zarte Pflänzchen der Erholung durch eine entsprechend dynamische Bewegung nach unten wieder zerstören. Die US Berichtssaison kommt in dieser Woche ebenfalls so richtig auf Touren. Unter anderem müssen diverse US Großbanken und Investmenthäuser ihre Daten zum letzten Quartal des Jahres 2011 vorlegen. JP Morgan hat bereits in der letzten Woche gepatzt. Ein weiterer Anstieg der Indizes in dieser Woche wären hingegen ein sehr starkes bullishes Signal dafür dass schlechte Nachrichten nun allmählich vom Markt ignoriert werden. Happy Trading!

Welche Folgen hat die erneute Abstufung Europas durch Standard & Poors?

Die erste richtige Handelswoche des Jahres war erneut sehr bewegt. Nachdem zunächst alles danach aussah, dass die Börsen sich nun endgültig gefangen haben und weiter nach oben tendieren kommen die alten Gespenster des letzten Jahres allmählich wieder zurück auf das Parkett. Am Freitag schockten Gerüchte über eine weitere Abstufung wichtiger europäischer Staaten durch die Rating Agentur Standard & Poors die Märkte erneut. Zwar konnten die Indizes zu diesem Zeitpunkt noch einigermaßen versöhnlich aus dem Handel ins Wochenende gehen, man muss aber nun wohl erst einmal abwarten wie die Märkte ab Montag auf die Abstufungen, die dann nachbörslich tatsächlich veröffentlicht wurden, reagieren werden. Nicht etwa die Tatsache das erneut abgestuft wurde ist hier bemerkenswert, sondern der Zeitpunkt und vor allem der Umfang und die Deutlichkeit.

Der von uns schon des öfteren erwähnte Währungskrieg, mit dem Ziel den Euro dauerhaft und langfristig zu schwächen, tobt also weiter. Die amerikanische Ratingagentur S&P entzog Frankreich gestern die Bestnote und stellt damit die jüngsten politischen Errungenschaften der deutsch-französichen Kooperation indirekt in Frage. Welche Auswirkungen dies nun auf den Rettungsfond EFSF haben wird ist noch nicht abzusehen, aber ich wage mal zu behaupten das sich die Wirtschaftsmächte, die hinter dieser neuen Maßnahme stehen, nicht mit einem angeschlagenen Gegner zufrieden geben werden. Man will Europa und den Euro offenbar am Boden sehen… warum habe ich ja schon mehrfach geschrieben. Die Abstufung Italiens in die Zweitklassigkeit mit BBB+ ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht von Mario Monti, sondern wiegt vielleicht sogar noch schwerer als der Entzug der Bestnote für Frankreich. Denn die Sparbemühungen der Italiener und das vorgelegte Konzept sind durchaus erfolgversprechend.

Merkwürdiger Weise passiert dies erneut zu einem Zeitpunkt da sich die Lage in Europa endlich zu bessern scheint. Die gefürchteten ersten Anleiheauktionen Spaniens und Italiens verliefen deutlich erfolgreicher als man dies noch im Dezember hätte annehmen können. Italien zahlt inzwischen nur noch die Hälfte der Zinsen für kurz laufende Anleihen und auch in Spanien gingen die Verzinsungen ordentlich runter sowie die Nachfrage nach Staatspapieren rauf.  Was also hat S&P bewogen diesen Schritt jetzt zu gehen und neben Frankreich und Italien auch noch Österreich die Bestnote zu entziehen sowie Portugal, Spanien, Slowenien, die Slowakei, Malta und Zypern weiter abzustrafen? Es gibt keine vernünftige Erklärung, Politiker verschiedenster Nationen reiben sich verwundert die Augen oder treten kopfschüttelnd vor die Kameras. Mir geht es da auch nicht anders…

Wie in meinem Neujahrs-Newsletter also schon erwähnt muss man in der ersten Jahreshälfte dieses Börsenjahres sehr flexibel bleiben, denn offensichtlich haben sich die Dinge in den letzten drei Wochen nicht grundlegend geändert, auch wenn das Jahr erst einmal gut angefangen hat. Die üblichen Saisonalitäten der durchschnittlichen Wertentwicklung des DAX in den letzte 36 Jahren sollte man ebenfalls zumindest im Hinterkopf behalten. Letzte Woche habe ich Ihnen dazu den Chart, mit den Besonderheiten für das letzte Jahr des US Präsidentschafts-Zyklus, mitgeschickt. In der Folge des erneuten Rundumschlages von Standard & Poors werden alte Diskussionen wieder aufflammen, die Renditen für die Refinanzierung der betroffenen Euroländer erneut steigen, Deutschland möglicherweise bald als einziger Anker, ohne wesentlichen Rückhalt, noch viel tiefer in die Tasche greifen müssen, und der Euro trotzdem weiter abwerten. Nicht das ich zwingend davon ausgehe, dass auch all dies passieren wird, aber die Wahrscheinlichkeiten für solche Szenarien sind seit gestern – zumindest kurzfristig – wieder deutlich gestiegen.

Möglicherweise fängt der Markt auch bald an diese Störfeuer zu ignorieren. Denn erst wenn es gelingt diese Ratings auszublenden, und die Ratingagenturen über diesen Weg zu entmachten, wird wirklich wieder Ruhe einkehren können. Unter langfristigen Gesichtspunkten darf durchaus bezweifelt werden dass die Strategie der Initiatoren aufgehen wird… Für die kommende Woche aber  erwarte ich nun erst einmal einen bewegten Start. Am Montag ist Martin Luther Kings Day, also ein Feiertag und es findet kein Handel an den US-Börsen statt. Wir sind also auf uns gestellt und müssen diese hässlichen Vorgaben erst einmal bewältigen. Aus Asien kommen bereits die ersten Nachrichten die darauf hindeuten könnten dass wir an den Börsen dort eher Negatives zu erwarten haben. So fürchtet beispielsweise nun Japan in absehbarer Zeit der Nächste Kandidat auf der S&P Abschussliste zu sein…

Ich habe gestern morgen die Hälfte meines Depots aufgelöst, was sich im Nachhinein wohl als glückliche Fügung erwiesen hat. Wie ich ihnen in der letzten Ausgabe unseres kostenlosen Newsletters geschrieben habe, war das Erreichen der Zone zwischen 6.400 und 6.500 Punkten das ursprüngliche Ziel. Nachdem der DAX aber nun zum wiederholten Mal an der 6.200 Punkte Marke gescheitert ist habe ich mich entschlossen die Karten teilweise vom Tisch zu nehmen, und die schönen Jahresanfangs-Gewinne zu sichern. Ich rechne, wie schon geschrieben, noch mit einem deutlichen Rücksetzer in der ersten Jahreshälfte, vielleicht sogar schon anlässlich der nun richtig startenden Berichtssaison zum vierten Quartal. Achten Sie insbesondere auf die Zahlenwerke der Banken-Schwergewichte. Die enttäuschenden Zahlen von JP Morgen mahnen zur Vorsicht! Nächste Woche geht es mit folgenden Unternehmen los:

Wir haben uns in dieser Woche im Blog etwas ausführlicher mit folgenden Aktien beschäftigt:
Allen voran wäre da wohl als Aktie der Woche, die Commerzbank, zu erwähnen. Hier gab es grundsätzlich gute Neuigkeiten die hoffen lassen dass der Aktienkurs weiter steigen wird. mehr dazu hier…! Die Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co präsentierte sich erneut sehr stark. Vieles deutet momentan auf einen Ausbruch nach oben hin, ebenso wie bei unseren weiteren Stahlwerten, Salzgitter und Rheinmetall, die allerdings am Freitag auch etwas an Boden verloren haben. TUI und Aixtron sehen charttechnisch im Moment sehr interessant aus. Sollten die Börsen, trotz der widrigen Umstände weiter steigen, sehe ich hier gute Chancen auf schöne Gewinne in den nächsten Wochen. Ebenso wie bei der Porsche und VW Aktie, die zusätzlich zum starken operativen Geschäft von der Euroschwäche profitieren dürften. Wir haben uns im Blog auch etwas näher damit auseinander gesetzt was die Porsche Aktie tatsächlich wert sein müsste, und ob es sich lohnen könnte bald wieder in Goldaktien zu investieren.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und eine erfolgreiche Börsenwoche! viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

 

P.S. Zum Schluss noch einen Hinweis auf die diesjährigen Depot Testsieger, und einen Link für Sie zum Thema Sichere Geldanlage in Form von Festgeld und Tagesgeld für die Zeit in der man vielleicht nicht investiert sein sollte.

Morningcall: Weiter im Aufwärtstrend, Commerzbank im Fokus

Auch gestern konnten die Börsen, nach zwischenzeitlichen leichten Turbulenzen, wieder etwas zulegen. Die kurzzeitige Enttäuschung der Märkte über die Entscheidung von EZB Chef Mario Draghi, die Zinsen nicht weiter zu senken, wurde am Abend wieder gekauft.Deutlich positiv beeinflusst wurde das Marktgeschehen gestern von der sehr positiv verlaufenen Anleiheauktion Spaniens und Italiens. Beide Verkäufe von Staatsanleihen erfreuten sich überraschen hoher Beliebtheit bei den Anlegern. Die Nachfrage war fast doppelt so hoch wie erwartet, während sich die Zinsen für die Anleihen Italiens seit Dezember halbiert haben. Der befürchtete Supergau bei den Refinanzierungsbemühungen der Staaten ist also nicht nur ausgeblieben sondern hat wohl alle positiv überrascht. Am heutigen Freitag steht bereits die nächste Auktion an. Dann will sich Italien mit der Emission vorwiegend dreijähriger Bonds bis zu 4,75 Milliarden Euro besorgen.

Auch die US Indizes vermitteln weiterhin das Bild eines intakten Aufwärtstrends, auch wenn die Umsätze immer noch verhältnismäßig dünn sind, und zur Vorsicht mahnen. Aus den USA kam gestern auch die Meldung dass der Umsatz im Einzelhandel im Dezember nur enttäuschende 0,1% zulegen konnte. Analysten hatten hier bis zu 0,5% erwartet. Ohne die stark gestiegenen Autoverkäufe wäre der Umsatz sogar um 0,2% zurückgegangen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren ebenfalls eine Enttäuschung. Diese ist in dieser Woche auf 399000 gestiegen und belastete die Märkte am Nachmittag auch in den USA. Dennoch gelang es den Indizes im positiven Terrain zu schließen, was wiederum als deutlich bullishes Zeichen gewertet werden kann.

Vorbörslich kann der Dax weiter zulegen. Gelingt es heute die 6.250 Punkte Marke zu überwinden stehen die Chancen auf einen weiteren Anstieg in Richtung 6.400 bis 6.500 Punkte nicht schlecht. Fällt der Index hingegen in Richtung 6.100 Punkte oder darunter ist äusserste Vorsicht geboten! Weiterhin im Fokus der Anleger dürfte die Commerzbank Aktie stehen. Neuen Berichten zufolge braucht das Bankhaus tatsächlich keine staatlichen Hilfen. Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag!

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