Author Archives: Lars

HeidelbergCement – Gute Zahlen dank Sparprogramm

HeidelCement hat heute die Zahlen für das Schlussquartal 2011 vorgelegt, und konnte die Analysten positiv überraschen. Vor allem dank der weiterhin guten Nachfrage in den Schwellenländern hat der Baustoffkonzern mehr verdient als im Jahr zuvor. Die Wachstumsmärkte hätten sich weiterhin positiv entwickelt, berichtete der Konzern heute. Insbesondere in den Industriestaaten wie Nordamerikas und Europas setze sich die Erholung weiter fort. Zudem profitierte das Unternehmen im letzten Quartal von den eingeleiteten  Kosteneinsparungen und einem ungewöhnlich milden Winter, hieß es in der Pressemeldung.

Der Umsatz kletterte somit von Oktober bis Dezember um 14 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Der Absatz bei Zement stieg um 15 Prozent auf 22,4 Millionen Tonnen. Neben einer starken Nachfrage in den klassischen Schwellenländern profitierte HeidelbergCement auch von einer Erholung Afrika. Der operative Gewinn vor Abschreibungen ist nach vorläufigen Zahlen um knapp sieben Prozent auf 639 Millionen Euro gestiegen. Analysten waren im Schnitt von nur 564 Millionen Euro nach 598 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ausgegangen. Nach Abschreibungen stand im operativen Geschäft am Ende ein Gewinn von 410 Millionen Euro, was einem Plus von 6,9 Prozenten entspricht.

Während der milde Winter wohl eher ein Einmaileffekt bleibt wird es spannend sein, bei der Vorlage der endgültigen Zahlen am 15.März, zu erfahren wie sich die Kosteneinsparungen hier tatsächlich ausgewirkt haben. Laut Konzernangaben macht dieser Posten einen wesentlichen Teil der erzielten Gewinne aus, was ich persönlich nicht unbedingt als guten Indikator für die Effizienz des operativen Geschäftes werten würde. Auch der fehlende Ausblick auf das laufende Gesamtjahr ist eher negativ. Dennoch, die HeidelbergCement Aktie kann heute vorbörslich kräftig zulegen und dürfte wohl die 40,-Euro Marke zumindest kurz testen. Im weiteren Verlauf würde ich eher davon ausgehen dass die Aktie heute schwächer tendiert.

Von Gazellen und Löwen…

 

„Jeden Morgen erwacht in Afrika eine Gazelle mit dem Wissen, dass sie dem schnellsten Löwen entkommen muss, damit sie nicht getötet wird. Jeden Morgen erwacht in Afrika ein Löwe mit dem Wissen, dass er schneller sein muss als die langsamste Gazelle, damit er nicht verhungert. Ganz gleich ob Du Gazelle oder Löwe bist:

Bevor die Sonne aufgeht, solltest Du losrennen“

Commerzbank und Deutsche Bank – Es riecht nach Ausbruch !

Es war mal wieder ein ereignisreicher Börsentag gestern. Die Richtung weist weiterhin klar nach oben, auch wenn es zunächst  so aussah als ob der Markt nun doch einmal etwas korrigieren will. Mit der US Börseneröffnung kam, wie schon in den letzten Tagen, erneut Stärke auf. Nicht nur dass die Eröffnungs-Gaps relativ schnell wieder geschlossen wurden, sondern viel mehr die Tatsache, dass insbesondere der S&P ein neues Hoch markiert hat, stimmen mich hier positiv. Fed Chef Ben Bernanke hat auch gestern wieder deutlich gemacht dass der eingeschlagene Weg, den Markt weiterhin nahezu unbegrenzter Liquidität zu versorgen, bestehen bleibt. Das dürfte dann auch der Auslöser für die starke zweite Tageshälfte in den USA gewesen sein. Die Vorgaben in Asien sind somit ebenfalls freundlich, ebenso tendiert die europäische Leitwährung weiterhin stabiler. Die Vorgaben für heute sind also erneut äußerst günstig für die Bullen.

Bankaktien waren gestern im frühen Handel zunächst unter Druck, konnten sich dann aber ebenfalls deutlich erholen. Die Deutsche Bank gewann heute 0,89 Prozent, die Commerzbank Aktie konnte um 3,22 Prozent zulegen. Bei der Commerzbank zeigt sich nun eine sehr interessante Konstellation. Das letzte Hoch vom Freitag , dass es nun zu überwinden gilt lag bei 1,97 Euro. Mit einem Schlusskurs von 1.953 Euro brachten sich die Bullen nun, unter relativ hohen Umsätzen, wieder in Stellung für den ultimativen Ausbruch. Natürlich setzt der Markt hier ganz klar auf einen positiven Ausgang der Gespräche in Griechenland. Gelingt es nun das letzte Hoch zu überwinden, gerät wieder die entscheidende Marke bei 2,12 Euro in den Fokus der Anleger. Inzwischen verläuft hier auch die 200-Tage Linie! Kann die Aktie auch diese Zone hinter sich zu lassen, wäre eine übergeordnete Bodenbildung mit einem prozyklischen Kaufsignal abgeschlossen. Der heutige Handelstag könnte also ein ganz entscheidender für Commerzbank Aktionäre sein…

Die Aktie der Deutschen Bank ist ebenfalls in einer sehr entscheidenden Phase. Ein Ausbruch über die Marke von 34,25 Euro würden die nächsten Kursziele bei 35,90 Euro und 39,40 Euro aktivieren. Auch bei dem deutschen Branchenprimus wird mit einem heutigen Schlusskurs knapp unter der 34,- Euro Marke offensichtlich auf einen ansatzweise positivem Ausgang der griechischen Tragödie spekuliert…Hinzu kommt noch die heutige Meldung, dass Die Deutsche Bank als Sieger aus einem Rechtsstreit in den USA wegen mit Hypothekenkrediten besicherten Wertpapieren hervorgegangen ist. Ein US-Gericht wies zwei von der französisch-belgischen Bank Dexia vorgebrachte Klagen zurück. Damit dürften sich auch für die anderen noch offenen Verfahren die Chancen auf einen positiven Ausgang für die Deutsche Bank deutlich verbessert haben.

Bei der Commerzbank dürfte zusätzlich die Nachricht dass man nun die in Schieflage geratene Tochter Eurohypo abwickeln will für gute Stimmung sorgen. Der gwerbliche Immobilienfinanzierer soll dabei um mehr als die Hälfte auf ein Volumen von nur noch 25 bis 30 Milliarden Euro eingedampft werden. Der verbleibende kleine Kern könnte dann vollständig im Konzern aufgehen. Ich habe kurzfristig beide Positionen deutlich aufgestockt. Wie ich Ihnen schon Ende letzten Jahres in unserem Börsen Newsletter geschrieben habe, sollte 2012 das Jahr der Bankaktien werden. Jetzt könnte der richtige Zeitpunkt für eine entsprechende Spekulation  – zumindest kurzfristig – gekommen sein. Aus charttechnischer Sicht haben beide Titel noch deutlich „Luft“ nach oben.

Gastkommentar – Gazprom kontra Netz- und Preisstabilität ?

„Eine anormale Situation“ kommentierte Alexander Medwedew, Vizechef von Gazprom einerseits mit Blick auf den extremen Wintereinbruch, andererseits unter Bezugnahme auf die Kürzungen der Erdgas-Lieferungen nach Europa. Nach Angaben der EU-Kommission wurden die Lieferungen an Polen, die Slowakei, Österreich, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Italien und Deutschland kurzfristig um bis zu 30 % gekürzt.

Für den deutschen Markt kann dies problematisch werden, denn Deutschland befindet sich inmitten einer „Energiewende“ und gerät zunehmend in Abhängigkeiten anderer Interessen und vor allem anderer Staaten, insbesondere von Erdgaslieferungen aus Russland. Der Ausbau der erneuerbaren Energien gestaltet sich ebenso zeitaufwendig, wie zudem auch kostenintensiv. In der Reflexion von Effizienzausbeute und Verwertung der erneuerbaren Energien scheint die WINDKRAFT für den Standort Deutschland wesentlich sinnvoller und wirtschaftlicher zu sein, als die SOLARSTROMGEWINNUNG. Bekanntlich wird in den Fachbereichen der Wirtschaftspolitik mit dem Ressort Umwelt aktuell um den richtigen Weg gerungen und die Förderung der Photovoltaik sukzessive heruntergefahren.

Deutschland hatte mit dem außerordentlich milden Winter bis Ende Januar 2012 bislang großes Glück gehabt, die Stromnetze nicht überbeanspruchen zu müssen. Dennoch vermelden die wirtschaftsstarken Bundesländer in Süddeutschland, allen voran Baden-Württemberg, spürbare Engpässe in der Stromversorgung. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Abschaltung von Atomkraftwerken in Süddeutschland wird für die Netzbetreiber immer schwieriger zu managen. Besorgniserregend haben sich die Anzahl der Eingriffe, die notwendig sind, um die Netzstabilität aufrecht zu erhalten im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt. Aus Österreich musste bereits zum wiederholten Mal Strom zugekauft und ins deutsche Netz eingespeist werden, obwohl dieser besonders milde Winter die deutschen Netze nicht zu fordert, wie sonst üblicherweise zur kalten Jahreszeit. Doch nun herrscht arktischer Frost in Europa mit Rekord-Minus-Temparaturen.

Auch in Norddeutschland ist die Diskussion um die Versorgungssicherheit mit Strom bei einer der größten Unternehmen, der Aluminiumhütte, wegen der Netzprobleme wieder aufgeflammt, berichtet P-Power ENERGY AG. So steht Deutschland weiterhin vor dem Problem,

  • Netzstabilität und möglichst auch Preisstabilität zu gewährleisten.

Um die Netzstabilität zu gewährleisten, setzt Deutschland auf die Verstromung von Kohle und Gas (Erdgas, Biogas, Klärgas, Deponiegas). Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 etwa 6 Milliarden m3 Biomethan pro Jahr erzeugt werden. Dies entspricht der Kapazität von rund 1200 bis 1800 Biomethananlagen. Deshalb ist Deutschland weiterhin darauf angewiesen, Gas zur Verstromung in großem Umfange zu importieren. Mit Stand 2009 entfielen 17,6 % auf Steinkohle, 25,6% auf Braunkohle, 3,7% auf übrige feste Brennstoffe, 1,3% auf Heizöl, 11,9% auf Gase, 9,7% auf Wind- und Wasserkraft und 30,2% auf Kernenergie für die nationale Stromerzeugung. Kritikpunkt: Stromgewinnung aus Wasserkraft ist seit dem Jahr 2000 stark rückläufig und vernachlässigt worden.

Auch die Preisstabilität stellt sich als äußert problematisch dar. Gas, Erdöl wird ebenso wie Steinkohle in Dollar gehandelt. Die Preise für die Verbraucher im Inland (Euro-Raum) sind nicht allein Reflex der Angebots- und Nachfragebedingungen auf dem Weltenergiemarkt, sondern werden in erheblichem Umfang auch von der Entwicklung des Wechselkurses mitbestimmt. Ein starker Euro verringert den Importpreis, ein schwacher Euro erhöht ihn. Wechselkursschwankungen werden also ausschließlich von den Verbrauchern im Euro-Raum getragen.

Diese Regel war lange Zeit für Deutschland und die Verbraucher in der Euro-Zone von großem Vorteil; denn seit 2001 gewann der Euro gegenüber dem Dollar um mehr als 35 % an Wert. Der Anstieg des Erdölpreises seit 2001 in Dollar – von 25 auf 97 $/Barrel – fiel im Euro-Raum folglich um 35 % geringer aus – von 28 € auf 66 €/Barrel. Dieser Effekt lässt –ins Gegenteil verkehrt –aktuell seine negativen Auswirkungen spüren. Demnach lässt sich keine Preisstabilität mehr gewährleisten, das sollte man ehrlicher weise zugeben und die Verbraucher spüren dies ja mit jeder neuen Rechnung auch.

Daran ändert auch der Einstieg des russischen Gasanbieters Gazprom in das deutsche Endkundengeschäft nichts. Gazprom setzt auf stetigen Expansionskurs. Die Londoner Gazprom Marketing & Trading hat den hessischen Strom- und Telekommunikationsanbieter Envacom Service GmbH übernommen, wie es aus gut unterrichten Kreisen heißt. Ein Sprecher von Gazprom Germania bestätigte gegenüber den Medien die Übernahme, ohne Details zu nennen. Envacom aus Walluf bei Wiesbaden hat nach eigenen Angaben rund 500.000 Kunden, großenteils im Energievertrieb. Gas bietet das Unternehmen nach den Worten eines Sprechers derzeit nicht an.

Die Gazprom Germania GmbH ist ein Tochterunternehmen der Gazprom Export des russischen Gasversorgers Gazprom mit Sitz in Berlin. Sie vermarktet Erdgas aus Russland und Zentralasien in Deutschland und Westeuropa. Gazprom Germania geht auf eine Kooperation zwischen der ehemaligen V/O Zarubezhgaz (heutige Gazprom) und der Wintershall AG im Jahre 1990 hervor. Gazprom Germania ist mit 49,98 % an der Wingas GmbH & Co. KG beteiligt. Die übrigen 50,02 % hält die Wintershall AG. Gazprom Germania hat zur Erdgasvermarktung am 28. Juni 1993 die ZMB GmbH gegründet. Die ZMB hatte 2007 einen Umsatz von 1.774 Millionen Euro (2006 – 1.764 Millionen Euro) und hat Erdgas in einer Größenordnung von 16,0 Milliarden Kubikmeter vermarktet. Mit Wirkung vom 1. Januar 2009 ist die ZMB GmbH mit der Gazprom Germania GmbH verschmolzen worden. Gazprom erklärt es als Ziel, das Unternehmen innerhalb der nächsten Jahre zum führenden Konzern weltweit auszubauen und so wurden in der Vergangenheit schon Beteiligungen im Öl- und auch Strombereich gekauft.

Gazprom befindet sich häufig in der Kritik, da in der Unternehmenspolitik eine Konzentration der Energiewirtschaft gesehen wird. In einem aktuellen deutschen TV-Bericht kommen bereits heute gut 38% der Gasimporte aus Russland, ein Anstieg von 35% in nur 8 Jahren, mit Optionen für Beteiligungs- und Sonderrechte (Netz), was sich natürlich negativ auf den Wettbewerb oder sogar wettbewerbsverzerrend auswirkt. Preisrabatte für Deutschland gab es freilich nicht. Der Erdölpreis ist nach wie vor Leitpreis für viele andere Energieprodukte, so auch für Gas. Bei Erdgas folgt die Preisentwicklung aus den vertraglichen Vereinbarungen mit den wichtigsten Lieferländern, in denen die Bindung an den Ölpreis bislang üblich ist. Zudem wurde auf den politischen Aspekt verwiesen: Russische Energiepolitik ist zugleich Sicherheits- und Machtpolitik.

Analysten beobachten mit Aufmerksamkeit die Entwicklung der Gazprom-Aktie. Derzeit liegt die Nachfrage nach Gas von Gazprom um etwa 50 % über dem erwarteten Stand. Gegenüber dem Winterbeginn ist die Nachfrage in der letzten Dezemberwoche um 25 % angestiegen. In der ersten Februar-Woche kam es zu einem nächsten Sprung um weitere 25 %. Billiges Erdgas von Gazprom wird es allerdings nicht mehr geben: No cheaper gas to Lithuania from Gazprom – vermeldet Baltic States news & analytics. Sandro Valecchi

Facebook Börsengang – Noch schnell Kasse machen ?

Noch eine Gedanke zu dem geplanten Börsengang von facebook, der in aller Munde ist. Marc Zuckerberg und die investierten Banken fädeln das Vorhaben nun mit Hochdruck äußerst geschickt ein. Noch in diesem Frühjahr soll der Börsengang aller Börsengänge damit perfekt gemacht werden. Ich will nun gar nicht auf die datenschutzrechtlichen Bedenken eingehen, die ein Unternehmen in dieser Größenordnung durchaus mit sich bringt. Viel mehr habe ich mir ein paar Gedanken zum Wert dieses Unternehmens heute und in Zukunft gemacht, und komme für mich persönlich dabei zu einem klaren Fazit.

Fakt ist, es werden lediglich 5 Prozent des Unternehmens zum Kauf für Privatinvestoren angeboten, die restlichen 95% der Aktien verbleiben bei den Altaktionären. Mit der „deutlich reduzierten“ Marktkapitalisierung von 50 Milliarden USD wird facebook aber in diversen Indizes enthalten sein müssen und somit auch viele institutionelle Anleger anlocken, die diese Indizes in Ihren Portfolios abbilden müssen. Durch diese künstliche Verknappung (5 Prozent Free Float) kann es also durchaus sein, dass der Aktienkurs, trotz dieses ambitionierten Niveaus, nach dem Börsengang erst einmal durch die Decke geht.

Die Zielmarke von 100 Millionen Euro Marktwert für den Internet Pionier wäre damit durchaus kurzfristig erreichbar, also eine Verdoppelung des Aktienkurses innerhalb kurzer Zeit. Es würde mich aber auch nicht wundern wenn dann später „aufgrund des großen Anlegerinteresses“, der Freefloat erhöht wird. Die Altaktionäre laden weiter teuer ab, und der Aktienkurs landet letztlich da wo der von Groupon und LinkedIn auch gelandet ist.

Ich halte diesen Börsengang persönlich für ein gutes Beispiel menschlichen Größenwahns. Eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Dollar wäre mehr als die der drei größten herstellenden Weltkonzerne im DAX zusammen, und die produzieren und vertreiben nachweislich seit Jahrzehnten hervorragende Produkte. Ob Facebook hingegen einer solchen Bewertung gerecht werden kann muss sich in den kommenden Jahren erst noch zeigen. Die Plattform hat nach eigenen Angaben aktuell weltweit 845 Millionen Nutzer, in Deutschland sind es geschätzte 20 Millionen. Eine Monetarisierung dieses enormen Potenzials ist aber, zumindest nach meinen Beobachtungen, bislang nur bedingt erfolgreich verlaufen. Firmengründer Zuckerberg gelobte kürzlich Besserung und will sein unternehmen nun zu einem profitablen Konzern ausbauen. Es gibt auch hierzulande mit StudiVZ ein gutes Beispiel dafür dass Soziale Netzwerke ordentliche Wachstumsraten aufweisen, es sich aber dauerhaft schwierig gestaltet dieses Potenzial auch effektiv zu nutzen.

Zuletzt sind die Zuwachsraten, ebenso wie die Verweildauer der User auf der Seite, eher rückläufig gewesen, bzw. haben auf hohem Niveau stagniert. Es könnte also sein dass das Soziale Netzwerk bereits seinen Zenit erreicht hat. Ich persönlich sehe die Zukunft der Sozialen Netzwerke nicht in der allumfassenden Mutter aller Netzwerke, sondern viel mehr in kleineren sozialen Gruppierungen die themenspezifische Austauschplattformen mit Leben befüllen. Diese können dann auch mehrere Millionen Nutzer haben, und wesentlich gezielter monetarisiert werden. Wir werden sehen ob ich mit dieser Prognose recht behalte..

Fazit: Wer unbedingt dabei sein will sollte versuchen bei der IPO-Zuteilung Aktien zu bekommen. Das kann klappen, auch wenn die Chance sehr gering ist, und man sicherlich nur eine sehr Aktienzahl zugebilligt bekommt. Ich lasse grundsätzlich die Finger von der Facebook Aktie, da ich die angestrebte Bewertung des Unternehmens nicht ansatzweise nachvollziehen kann, und somit offensichtlich einen entscheidenden Punkt bei der Berechnung nicht verstanden habe.

…wer es dennoch nicht lassen kann findet vielleicht hier sein Glück!

Trading Update Veolia, Gigaset, TUI, Klöckner, Aixtron, Rheinmetall

Die Situation bei den Automobilwerten, VW und Porsche sowie  TUI und Lufthansa bleibt unverändert gut, auch wenn ich bei TUI nun etwas vorsichtiger bin und Teilgewinne realisiert habe. In der Einladung zu Hauptversammlung steht geschrieben, dass der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar 6,9 Prozent mehr Umsatz gemacht, und das operative Ergebnis gesteigert hat, Tui wird aber im Geschäftsjahr 2010/11 einen Verlust von 0,01 Euro je Aktie ausweisen nach 0,30 Gewinn im Jahr zuvor. Das wird wahrscheinlich nicht gut ankommen, auch wenn der Überschuss zum Abbau von Verbindlichkeiten verwendet wurde, die sich deutlich von 2.287 Millionen Euro auf 817 Millionen Euro reduziert haben. Auch die heutige Meldung über den möglichen Verkauf des Hapag Lloyd Anteils dürften im Kurs bereits enthalten sein.

Ebenso habe ich im kurzfristigen spekulativen Bereich ein paar Änderungen vorgenommen, die Sie hier nachlesen können. Insbesondere unser Trading Tipp Gigaset ist erwähnenswert. Die Aktie ist seit unserer Empfehlung vor einer Woche bereits 37 Prozent im Plus. Alerdings könnte hier nun die Luft erst einmal raus sein. Eng absichern, oder Gewinne erst einmal mitnehmen um später erneut einzusteigen, halte ich nicht für die schlechteset Strategie.

Aufgegangen ist auch unserer Rebound Spekulation auf den französichen Wasserversorger und Müllentsorger  Veolia Environnement. Der Ausbruch über die Marke von 8,70 Euro ist nun endlich gelungen. Die Aktie konnte, unter weiter deutlich steigenden Umsätzen, in der letzten Woche kräftig zulegen. Wie bereits geschrieben halte ich Kurse von 10,- Euro kurzfristig für möglich, langfristig wesentlich mehr. Mein Trading Ziel bleibt erst einmal bei 12,- Euro.

Die Klöckner & Co. Aktie hat erwartungsgemäß bis fast auf 10,40 Euro durchkorrigiert. Meine Nachkauforder bei 10,45 Euro wurde leider knapp nicht ausgeführt. Anschließend ging es wieder steil bergauf für die Aktie des Stahlhändlers. Inzwischen stehen die Chancen nicht schlecht dass nun die 12,- Euro Marke in der kommenden Woche erneut in Angriff genommen wird. Kann diese endlich überwunden werden, dürfte auch wieder verstärktes Interesse institutioneller Investoren für die Aktie aufkommen.

Letzte Woche schrieb ich zu Stahlaktien unter anderem: Bei der Rheinmetall Aktie hingegen sollten in den nächsten Tagen noch weitere Kurssteigerungen möglich sein. Die Aktie ist noch nicht ansatzweise richtig angesprungen. Gelingt es nun die Hürde bei 42,- Euro zu überwinden dann sollte der Anstieg bis zur 200-Tage-Linie möglich sein. Diese verläuft derzeit bei ca.47,- Euro. Rheinmetall gehörte zu den stärksten Aktien in der abgelaufenen Woche.

Nach einem kurzen Ausflug gen Süden hat sich die Aixtron Aktie nun wieder gefangen. Die 11,- Euro Marke wurde zurückerobert, und somit bleibt die alte Unterstützung bei 10,80 Euro weiterhin aktiv.  Ziel ist und bleibt die Hürde bei 12,50 Euro, die überwunden werden muss. Gelingt dies, sind deutlich höhere Kurse zu erwarten. Mit dem Überschreiten der 12,50 Euro würde dann, mit hoher Wahrscheinlichkeit, auch das Gap bei 13,60 Euro geschlossen werden. Ich setze weiterhin auf einen kräftigen Rebound der Aixtron Aktie mit Gap-Close bei 13,60 und 17,30 Euro, in diesem Jahr. Noch immer sehe ich hier die Entwicklung einer der schönsten Untertassen der letzten Jahre…

Weitere Einschätzungen zu der Aktie von Kali und Salz ebenso wie zu den beiden Aktien der Energieversorger E.ON und RWE können Sie wie gewohnt in unserem BörsenBlog lesen. Ebenso wie meine persönliche Meinung zur Q-Cells Aktie, und die aktuellen Trading Updates zu den Bankenaktien, Commerzbank und Deutsche Bank. Hier gehts zu den Artikeln…!

Dax Ausbruch – Wann erwachen die Bären wieder?

Wir befinden uns inzwischen in Woche sieben der aktuellen Rally, und der Markt  zeigt immer noch keinerlei Anzeichen von Schwäche. Ganz im Gegenteil, der Dow Jones markierte gestern ein neues Drei-Jahres-Hoch, nachdem die US Arbeitsmarktdaten deutlich besser ausgefallen sind als dies vom Markt erwartet wurde. Insbesondere die auf 8,3 Prozent gesunkene Arbeitslosenrate lässt vermuten dass die USA allmählich das Tal der Tränen durchschritten haben könnten. Und genau diese Vermutung wurde gestern an den Börsen auch kräftig gefeiert. Ein endgültiger Beweis für diese These steht aber noch aus. Wie ich Ihnen bereits in den letzten Ausgabe unseres Newsletters geschrieben habe, ist und bleibt es es aber trotz aller Begeisterung, die oberste Pflicht eines jeden Anlegers sich gegen eventuell Rückschläge abzusichern. Die Party geht offenbar weiter bis die Musik irgendwann aufhört zu spielen, und dann sollte man nicht der letzte sein der diese Party wieder verlässt.

In Europa scheint sich die allgemeine Stimmung am Aktienmarkt nun ebenfalls deutlich gebessert zu haben. Die großen Anleiheverkäufe der Club Med Länder verliefen bislang überwiegend sehr erfreulich, auch wenn hier sicherlich von politischer Seite etwas nachgeholfen wurde. Sorge hingegen bereitet nun Portugal. Die Bedenken dass neben Griechenland nun auch Portugal nicht mehr in der Lage sein könnte längerfristig auf eigenen finanzpolitischen Füßen zu stehen, äusserten sich in der abgelaufenen Woche durch Renditen 2-jähriger portugiesischer Staatsanleihen, mit einer Verzinsung von satten 18 Prozent. Portugal ist zwar bis 2014 durchfinanziert, dennoch sollte man wohl ein Auge darauf haben ob hier nicht der nächste Brandherd entsteht. Bis dahin sollten wir uns aber erst einmal der aktuellen Situation widmen, und uns auf dem Anstieg der Börsen konzentrieren um diesen möglichst effektiv auszuschöpfen.

Der Markt will anscheinend einfach nur noch nach oben. Es ist wieder mal der Weg des maximalen Schmerzes für alle die noch nicht investiert sind, die Rally nicht rechtzeitig erkannt haben, oder sich gar auf der Short Seite positioniert haben. Unsere Zielzone wurde somit nun überschritten. Wie weit die aktuelle Bewegung noch tragen kann lässt sich nicht mehr seriös prognostizieren. Aber solange dieser Trend nicht nachhaltig gebrochen wird ist es besser sich nicht dagegen zu stellen, und die Bewegung einfach als gegeben zu akzeptieren. Auch ich bin zwischenzeitlich mit einem ein paar Positionen wieder ausgestiegen und haben Teilgewinne gesichert. Aus heutiger Sicht vielleicht zu früh. Deshalb habe ich mich in der abgelaufenen Woche darauf konzentriert meinen Investitionsgrad wieder etwas zu erhöhen, und in Aktien einzusteigen, die noch gar nicht oder wenig gelaufen sind…Schauen Sie sich mal die Aktien von Metro, K+S, Deutsche Börse, usw. an.

Fazit: Der DAX liegt nach wie vor in einem stabilen Aufwärtstrend, so dass dieser grundsätzlich gute Chancen hat noch bis auf 6.850 Punkte anzusteigen. Positiv sieht auch der Euro Stoxx 50 aus, für den ein weiterer Anstieg bis 2.550 Punkte möglich wäre. Bis auf die Arbeitsmarktdaten vom Freitag lieferten die US Konjunkturdaten zuletzt ein eher gemischtes Bild, wenn auch mit grundsätzlich positiver Tendenz. Wie heißt es doch so schön „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ Noch immer schwebt auch das Damoklesschwert Griechenland über den Märkten, dass sollte zu keinem Zeitpunkt vergessen werden…Grundsätzlich bleibt der Markt damit also in einer Bias zwischen den wirtschaftlichen Rahmendaten und den Gegebenheiten am Aktienmarkt, und wird weiterhin getrieben durch die von den Zentralbanken zur Verfügung gestellten üppigen Liquidität.

Für den Moment ist die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes deutliches Abtauchen der Märkte in meinem Augen genau so hoch wie ein weiterer Anstieg. Denn die Bären befinden sich in einer Art Angststarre die sich, beim Erwachen dieser zotteligen Kuscheltiere, dann in einer weiteren und extremen Aufwärtsbewegung entladen könnte. Wie wir bereits am Freitag gesehen haben kann eine solche Bewegung dann sehr schnell gehen. In die Gegenrichtung allerdings auch, wie wir aus schmerzlicher Erfahrung des letzten Jahres wissen. Am Montag und Mittwoch wurden nun erneut ausgelöst durch starke Kursbewegungen zwei neue Gaps im S&P 500 hinterlassen die wahrscheinlich noch geschlossen werden müssen. Zumindest hat der Markt in den letzten Monaten konsequent darauf geachtet das solche Kurslücken im Chart nicht übermäßig lange verbleiben.

Für den Anfang der Woche kann ich mir durchaus vorstellen dass es nochmal ein paar Dips gibt, die man dann kurzfristig kaufen kann, wenn sie etwas heftiger ausfallen. Bitte vergessen Sie aber nicht diese Positionen sofort eng abzusichern. Der Markt muss auch mal wieder etwas Luft ablassen, und das wird er! Die Frage ist nur wann? Ein kurzfristiger Rücksetzer im Dax könnte noch einmal zu einem Retest der 6.600er Marke führen oder zurück in die Zielzone zwischen 6.400 und 6.500 Punkten (siehe Chart oben!) Im S&P 500 ist gar der Retest der 1.300er Marke vorstellbar.

In der kommenden Woche muss sich also nun zeigen ob wir uns langsam dem Finale nähern, in dem die Shorties entnervt aufgeben, und somit dem Schub in Richtung 6.850 Punkte oder mehr auslösen, oder ob die Märkte nun im Zuge der Unsicherheit um Griechenlands Schuldenschnitte auch mal wieder nachgeben werden. Die Entscheidung über die Höhe des HairCut, oder gar den Verbleib des Landes in der Eurozone, sollte jetzt immer mehr in den Fokus der Anleger rücken. Der Ausgang der griechischen Tragödie ist nach wie vor ungewiss, denn so langsam platzt einigen Beteiligten der Kragen in diesem Milliardenpoker. Die Worte des Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker am Wochenende waren mehr als deutlich…! Alleine schon aus diesem Grunde ist es, trotz aller Freude über steigende Kurse am Aktienmarkt, nicht ratsam sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Versuchen Sie einen ausgewogenen Mittelweg zu finden, der manche Chance auslässt, aber immer noch viel Spaß mit den bestehenden Positionen bereitet.

Liebe Q-Cells Aktionäre…

….wann kapiert Ihr es endlich? Ich hoffe Sie sehen mir diese direkte Ansprache nach, aber das musste mal gesagt werden wenn ich mir den erneuten Katzenjammer in gewissen Foren ansehe. Manche Menschen neigen offenbar dazu gewisse Fehler mehrfach zu begehen, und sich trotzdem immer wieder ein anderes Ergebnis als beim letzten Mal zu erwarten…

Der Anstieg bei der Q-Cells Aktie wurde nun bereits wieder komplett verkauft, und man muss befürchten dass es jetzt noch einen Stock tiefer gehen wird. Ich habe immer wieder eindringlich davor gewarnt sich an solchen Spekulationen, wie sie am Mittwoch erneut passiert sind, zu beteiligen. Verstanden haben ich den Anstieg ohnehin nicht, denn die Nachricht war schlecht, richtig schlecht für die Altaktionäre! Das Unternehmen stellt sich nun komplett neu auf. Der Kapitalschnitt der mit den Gläubigern vereinbart wurde, heißt nichts anderes als dass nun die Altaktionäre nahezu enteignet werden. Über die Kapitalmaßnahme werden die Gläubiger am Ende mindestens 95 Prozent des Aktienkapitals erhalten. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aktionäre natürlich, aber das ist wohl eher pro forma zu sehen, da es offenbar keine Alternativen mehr zu geben scheint.

Für das Unternehmen ist das zunächst eine gute Nachricht, auch wenn sich mir persönlich die Frage aufdrängt ob auch diese Maßnahme nicht nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein könnte. ich fühle mich an das nordamerikanische Logistik-Unternehmen YRC Worldwide erinnert. Auch hier wurden Kapitalmaßnahmen zur Rettung des Unternehmens durchgeführt, und das gleich mehrfach. Schulden wurden verhandelt und abgebaut und bei der Aktie insgesamt drei Reverse Splitts durchgeführt. Am Ende blieb dem Altaktionäre ein Wert von heute knapp 12,- Dollar von einer Aktie die Anfang 2005 umgerechnet 45.000,- Dollar wert gewesen ist. Man könnte also durchaus von einer Enteignung sprechen 😉

Auch Conergy hat sich irgendwann in einer hoffnungslosen Situation, über die Köpfe seiner Aktionäre hinweg, für eine ähnliche Restrukturierung entschieden Was der Kapitalschnitt der Conergy Aktie gebracht hat, ist bekannt: Eine kurze und ähnlich dynamische Erholung wie bei Q-Cells, danach hat der Wert noch mal rund 90 Prozent verloren. Ich will und kann niemandem raten was er mit seinen Q-Cells Aktien tun soll, aber die Anfragen, der letzten Tage zu diesem Thema, an mich haben mich veranlasst mich doch noch einmal dazu zu äußern. Wer diesen Blog regelmäßig liest weiß auch dass ich am Tage des wundersamen Anstiegs bereits etwas dazu geschrieben habe, bzw. mich zu den Aussichten der Solarbranche in 2012 geäußert habe… Hier noch einmal der Link zu dem Artikel.

Abschließend noch ein Wort zu Charttechnik, sofern man bei einer Aktie wie dieser überhaupt noch davon Gebrauch machen kann. Bei 0,35 Euro liegt so etwas wie ein Boden. Dieser wurde heute bereits unterschritten. Das nächste Kursziel ist damit aus technischer Sicht bei ca 0,20 Euro zu finden.

Des einen Freud des anderen Leid – K+S, E.ON und RWE

Nun ist er da der strenge Winter – endlich (!) werden Kali und Salz Aktionäre sagen. Denn die bislang zu milden Tage und durchwachsenen Nachrichten aus der Branche wollten die Aktienkurs des Salz- und Düngemittelherstellers einfach nicht steigen lassen. Zumindest das Wetter hat sich nun deutlich geändert. Der strenge Wintereinbruch in Osteuropa und natürlich auch hierzulande lässt Anlegerherzen wieder etwas höher schlagen. Ob dies gerechtfertigt ist wird sich zeigen müssen. Gestern hat die Aktie nun endlich ein Kaufsignal generiert indem sie über 38,- Euro angestiegen ist. Bei 39,- Euro war dann aber schon wieder Schluss. Das kurzfristige Ziel liegt nun bei bei 41,60 Euro, etwas über dem Hoch vom November 2012. Diese muss unbedingt überwunden werde, da ansonsten jederzeit die Gefahr eines Rücksetzers unter 38,- Euro droht. Die K+S Aktie befindet sich auch nach dem gestrigen Anstieg immer noch in einem seit Anfang August 2011 gültigem Abwärtstrend. Für eine nachhaltige Aufhellung dieses Chartbildes müssen die Bullen nun als noch eine ordentliche Schippe drauflegen.

Eher schlecht wirken sich nun aber die klirrende Kälte, und unerwarteten Schneefälle, auf die beiden großen Energieversorger E.ON und RWE aus. Denn die ohnehin schon schwer gebeutelten Unternehmen müssen nun offenbar vorübergehend auch noch auf Umsätze aus dem Gasgeschäft verzichten. Russland kündigte gestern an weniger Gas liefern zu wollen, da man diese Ressourcen nun, wegen des harten Wintereinbruchs, im eigenen Land benötige. Um bis zu 30 Prozent wollen die Russen die Erdgas-Lieferungen nun erst einmal drosseln. Die Versorger reagierten gestern prompt und verkündeten dass man nach wie vor die volle Vertragsmenge geliefert bekomme, und die Lager entsprechend gut gefüllt sein, um auch Engpässe zu bewältigen. Es bleibt also abzuwarten ob und wie lange dieser Wintereinbruch anhalten wird. Kurzfristig sollt die Situation keine ernsthafte Bedrohung für die Umsatzziele deutscher Energieversorger darstellen. Dauert die Kälteperiode aber länger wird man die Auswirkungen wahrscheinlich auch in dem nächsten Quartalsbericht sehen können.

Trading Update Commerzbank, Deutsche Bank, Aixtron, Klöckner & Co. und Veolia

Ich möchte heute kurz ein paar Beobachtungen zum Markt, oder besser gesagt zu einzelnen Aktien mit Ihnen teilen. Zum Gesamtmarkt habe ich nicht viel zu ergänzen. Denn trotz des erneut schönen Anstiegs gestern, hat sich an meiner grundsätzlichen Einschätzung nichts wesentliches geändert. Doch eine Sache wäre da noch. Ich spiele jetzt kurzfristig Shorts wie heute morgen, das kann ich Ihnen aber nicht guten Gewissens empfehlen, da diese Strategie in einem solch bullishem Marktumfeld durchaus mit hohen Risiken behaftet ist. Natürlich setze ich hier kurzfristig nur sehr überschaubare Beträge ein, und betrachte diese Trades eher als Zeitvertreib bis zur endgültigen Entscheidung ob wir nun in den Bullenmarkt-Modus wechseln, oder uns in einer Bärenmarktrally befinden, die nun langsam ausläuft. Es gibt nach wie vor einige gewichtige Argumente, die tückischer Weise für beide möglichen Szenarien sprechen.

Der DAX liegt nach wie vor in einem aufwärts gerichtetem Dreieck, so dass dieser grundsätzlich gute Chancen hat noch bis auf 6.850 Punkte anzusteigen. Positiv sieht auch der Euro Stoxx 50 aus, für den ein weiterer Anstieg bis 2.550 Punkte möglich wäre. Nachgelassen hingegen hat inzwischen die Dynamik beim Dow-Jones-Index, ebenso wie beim S&P 500. Die Konjunkturdaten lieferten zuletzt ein eher gemischtes Bild. Der US Arbeitsmarktbericht am Freitag könnte somit ein entscheidender Punkt für die Weichenstellung der nächsten Wochen sein. Noch immer schwebt auch das Damoklesschwert Griechenland über den Märkten, dass sollte zu keinem Zeitpunkt vergessen werden…Grundsätzlich bleibt der Markt damit also in einer Bias zwischen den wirtschaftlichen Rahmendaten und den Gegebenheiten am Aktienmarkt.

Nun aber kurz zu den einzelnen Aktien die einen näheren Blick wert sind….Bei Klöckner & Co. gab es heute einen Ruck nach oben der darauf hindeuten könnte dass die Korrektur nun abgeschlossen sein könnte. insgesamt bleibt das Bild aber nach den letzten Nachrichten eher negativ. Erst ein Überschreiten der Marke bei 11,60 Euro dürfte wieder für etwas Entspannung bei den Aktionären sorgen.

Interessant finde ich heute den Chart der Aixtron Aktie. Diese hat nach dem erneuten Rücksetzer in den letzten tagen nun einen Boden gefunden und steuert wieder über die zuvor wichtige Unterstützungszone bei 10,80 Euro. Gelingt es im Anschluss die Aktie wieder über die Marke von 11,- Euro zu befördern hätten wir eine schöne inverse SKS Formation die den Titel wieder in Richtung 12,50 Euro befördern sollte. Der Slow Stochastics hat inzwischen bereits wieder aus dem überverkauften Bereich nach oben gekreuzt.

Die Deutsche Bank überraschte den Markt heute mit negativen Nachrichten. Im vierten Quartal musste das Geldinstitut einen Verlust vor Steuern von 351 Millionen Euro. Zur Begründung verweist der deutsche Branchenprimus auf die „äußerst schwierigen Marktbedingungen“ im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise. Die Zahlen der deutschen Bank belasten heute auch die Commerzbank Aktie, auch wenn dieses Ergebnis in der Bankenlandschaft eher ein Einzelfall ist. Die US Konkurrenten hatten zuletzt größtenteils solide Zahlenwerke vorgelegt, und kamen offensichtlich besser mit den Marktbedingungen zurecht. Der Bankensektor beliebt weiterhin einer der interessantesten in diesem Börsenjahr. Das schwache Quartal ändert nichts an den grundsätzlichen Aussichten für die Deutsche Bank.

Commerzbank Aktionäre warten weiterhin auf den Ausbruch aus der Konsolidierungsphase nach dem deutlichen Anstieg zuvor. Letztlich wird wohl erst nach einer Entscheidung über das weitere Verfahren mit Griechenland die künftige Richtung der Aktie entscheiden. Ich tendiere hier immer noch zum positiven Szenario. Sollten die Nachrichten aus Griechenland nicht allzu schlecht ausfallen, denn von „positiv“ möchte ich hier wirklich nicht reden, dann wird die nächste Bewegung des Aktienkurses wahrscheinlich sehr deutlich nach oben gehen. Das Risiko nach unten halte ich inzwischen für einigermaßen überschaubar. Die CoBa Aktie bleibt also für mich eine spekulative Wette auf die vorübergehende Rettung Eurolands, mit guten Chancen auf einen positiven Ausgang, die mich mir auf jeden Fall bis zum Schluss anschauen werde.

Zu den Aktien von Veolia hatte ich mich ja kürzlich bereits ausführlich geäußert. Dieses mal sieht es nicht schlecht aus dass der Ausbruch nun endlich gelungen ist. Mit dem Überschreiten der Marke von 8,70 Euro ist der weg nun frei bis zunächst 10,- Euro. Natürlich nur wenn das Börsenumfeld weiter freundlich bleibt! Etwas vorsichtiger hingegen wäre ich nun bei der TUI Aktie

Q-Cells, Conergy, Solon und Co. – Kommt jetzt das Ende?

Es war ein kurzer heftiger Bounce in der Solarbranche Anfang Januar, als neue Euphorie aufkam und es hieß der Solarsektor könne sich nachhaltig erholen. Wie wir heute sehen war dies nicht der Fall. Genau so schnell wie die Aktien aus dem Segment gestiegen sind wurden sie auch in den kommenden Tagen wieder abverkauft. Noch notieren einige Titel über den letzten Tiefstständen, aber die jüngsten Nachrichten aus der EU lassen auf für dieses Jahr nicht viel Gutes erahnen. Einspeisevergütungen werden immer weiter gekürzt. Der neue Sparwille in Euroland wird sich wohl zuerst bei diversen Förderprogrammen zeigen. Um die Schuldenbremse, die nun teilweise in den Verfassungen einzelner Nationen verankert wird, auch definitiv erreichen zu können, werden die Staaten den Rotstift gerade hier kräftig ansetzen.

Erste Anzeichen dafür gibt es bereits aus den Sonnenstaaten Italien und Spanien. Die beiden Länder wollen Ihre Einspeise Programme für Solar-Neuinstallationen teilweise gar komplett aussetzen. Zwar wird momentan noch von einer vorübergehenden Aussetzung geredet, die Wiederaufnahme ist aber keinesfalls definiert. Damit fallen zwei ganz entscheidende Absatzmärkte für die Solarbranche bis auf Weiteres weg. Insbesondere auch die angeschlagenen deutschen Hersteller Conergy, Q-Cells und Co. dürfte dies in den kommenden Monaten in ernsthafte Bedrängnis bringen. Denn weltweit dürfte der Druck auf die Modulpreise durch diesen Ausfall von bisher fest eingeplanten Weltmärkten anhalten, da die Überkapazitäten weiter hoch bleiben.

Inzwischen verdunkelt sich der Himmel für die gesamte Branche geradezu dramatisch. Wie bereits seit Monaten hier geschrieben werden wir den gesamten Sektor bis auf Weiteres meiden. Einzelne Aktien von Spezialanbietern, oder Zulieferern können wieder interessant sein nachdem die zu erwartende Konsolidierungswelle über die Branche hinweggefegt ist. Die Aktien von Conergy, Q-Cells. Solon und Co sind inzwischen zu reinen Zockeraktien verkommen. Alle anderen Vertreter der Zunft sind wohl auch nur geeignet für Anleger mit starken Nerven, viel Optimismus und einem sehr langem Atem. Denn auch die chinesischen Unternehmen LDK, STP. TSL, YGE und Co. werden unter dieser Entwicklung kräftig leiden.

Klöckner & Co, ThyssenKrupp, JFE Holdings, Nippon Steel – Stahlaktien mit trübem Ausblick

Wer diesen Blog schon länger liest weiß dass ich ein echter Fan von zyklischen Werten, insbesondere Stahlaktien, bin. Die Nachrichtenlage in dem Sektor hat sich aber inzwischen deutlich eingetrübt sodass auch ich meine Strategie für die Branceh überdenken muss. Erst kürzlich kam die Stahlhändler Klöckner & Co. mit der Meldung an den Markt dass man in diesem Jahr mit einem bis zu fünf Prozent schwächeren Stahlgeschäft in Europa rechne. Zwar will der Konzern aus Duisburg diesen Rückgang mit Zukäufen abfedern, sicher dass dies auch gelingen kann ist man sich aber offenbar nicht.

Denn Sechs Prozent der weltweit rund 11.500 Stellen  also ungefähr 700 sollen nun wegfallen Noch im Herbst vergangenen Jahres war man bei Klöckner & Co auch bezüglich der künftigen Mitarbeiterzahl deutlich optimistischer. Der Prognose von Klöckner Chef Gisbert Rühl wird am Markt große Bedeutung beigemessen – Dank des kurzfristigen Bestellverhaltens seiner Kunden spürt Klöckner & Co größere Skepsis auf der Nachfrageseite früher als andere.

Sorgen bereiten auch die großen japanischen Stahlhersteller. Offenbar stehen diese angesichts einer schwächeren Weltkonjunktur zunehmend mit dem Rücken zur Wand. Der zweitgrößte Stahlproduzent des Landes JFE Holdings Inc warnte gestern vor dem ersten Nettoverlust seit Bestehen des Unternehmens. Auch der Ausblick für das kommende Geschäftsjahr nahm JFE deutlich zurück.

Mitbewerber Nippon Steel  leidet hingegen offiziell unter Währungsturbulenzen. Der starken Yen führte zu deutlich roten Zahlen im dritten Quartal. Der Stahlriese hofft nun durch ein abschließendes starkes Quartal das Ruder rumreißen zu können während bei JFE schon fest steht dass ein Nettoverlust von 40 Milliarden Yen ( 398 Millionen Euro ) anfallen wird.  Im Vorjahr konnte der Stahlkocher noch mit einem Gewinn von 58,61 Milliarden Yen glänzen.

Auch im Stahlmarkt scheinen die Japaner, und natürlich auch andere große Stahlhersteller weltweit zunehmend Konkurrenz aus Südkorea und China zu bekommen. Diese vermiest nicht nur das Geschäft bei Stahlexporten, sondern überschwemmen inzwischen auch deren Binnenmarkt mit billigem Stahl. Bei JFE Holdings Inc spricht man inzwischen offiziell von einem deutlichen Überangebot auf dem Stahlmarkt. Der Konzern geht im kommenden Jahr von einem Rückgang der Stahlproduktion um 8 Prozent aus.

Alles in allem also keine besonders ermutigenden Nachrichten um in diesem Jahr weiterhin verstärkt auf Stahlaktien zu setzen. ThyssenKrupp veräußert seine Edelstahlsparte Inoxum, und macht sich nach dem Brasilien Desaster wieder etwas liquide. Damit gehen auch 100 Jahre Firmengeschichte nun in die Hände von Outokumpo. Der finnische Wettbewerber wird damit Weltmarktführer. Das neue Unternehmen erzielt nun voraussichtlich einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger setzt mit dem Verkauf des Sorgenkindes weiterhin darauf den Schuldenberg des Essener Konzerns zügig abzubauen, und rüstet sich ebenfalls für schlechtere Zeiten…

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