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Tesla – Selbstüberschätzung und Überheblichkeit…

Das neu vorgestellte Model 3 ist die eine Sache die die Menschen offenbar begeistert und bereits nach einem Wochenende mit massiven Vorbestellungen von inzwischen fast 280.000 Exemplaren zum neuen iPhone für die Strasse mutiert ist. Während auch ich mich also durchaus von diesem schicken neuen Flitzer angesprochen fühle, bin ich weiterhin skeptisch für die Aktie, wie bereits im letzten Artikel erwähnt. Tesla Chef Elon Musk verkauft Visionen und das macht er ganz hervorragend – mit der Umsetzung hapert es aber regelmäßig. Und darauf kommt es am Ende bei einer Aktie an!

Die aktuellen Zahlen sorgen einmal mehr für eine Enttäuschung bei den Anlegern. Elon Musk hatte noch im Februar verkündet mindestens 16.000 Fahrzeuge im ersten Quartal auszuliefern. Tatsächlich waren es dann aber nur 14.820, wie gestern bekannt wurde. Noch immer scheint das Model X mit seinen Flügeltüren dabei das Hauptproblem zu sein. Dieses mal wären die Zulieferer schuld, die laut Unternehmensangaben sechs Bauteile für den SUV mit Flügeltüren nicht in ausreichendem Umfang oder Qualität liefern konnten. Man darf dreimal raten welche Teile dies gewesen sein könnten… So waren dann auch die Worte: „unentschuldbare Selbstüberschätzung“ und „Überheblichkeit“ von Elon Musk zu hören.

Die ausgegebene Jahresprognose beläuft sich auf 80.000 bis 90.000 ausgelieferte Autos ihn 2016, womit Tesla nun noch neun Monate Zeit hat etwas mehr als 65.000 Autos zu bauen und auszuliefern. Damit hängt die Messlatte nun bereits sehr hoch, denn die kommenden drei Quartale müsste jeweils das Rekordquartal mit 17.400 Wagen deutlich übertreffen. Es ist also nicht davon auszugehen dass Tesla dieses Ziel tatsächlich schaffen kann. Weitere Enttäuschungen scheinen hier trotz aller Freude über das neue Model 3 vorprogrammiert zu sein.

Apropos schaffen kann…. Ich persönlich gehe davon aus, das Tesla nun bei der Produktion des Model 3 mächtig aufs Gas treten wird, da der Andrang entsprechend hoch war und sich das Unternehmen dadurch in völlig neue Dimensionen katapultieren könnte. Hierzu dürfte aber eine ganze Menge Kapital erforderlich sein und die Produktion früher starten zu können und natürlich deutlich größer zu bauen. Die ca. 280 zinsfreien Millionen an Anzahlungen für die Vorbestellungen dürften da bei Weitem nicht ausreichen. Somit steht nun auch zu befürchten, dass hier nun eine Kapitalmaßnahme in größerem Umfang kommen könnte, die den Aktienkurs dann zusätzlich noch einmal verwässert. Neben der eigentlichen Produktion der Autos bleiben die Finanzen auch weiterhin Teslas größtes Problem!

Die Tesla Aktie geht nach einem anfänglichen Anstieg nachbörslich in die Knie. Der Schlusskurs lag bei 236,60 Dollar und damit im Bereich der beiden zuletzt gerissenen Gaps, die nun wieder geschlossen werden. Dazu muss die Aktie jetzt aber noch bis auf 229,80 fallen (!) was ca 201,- Euro entsprechen würde. Grundsätzlich ist dies also eine „gesunde“ Entwicklung. Auch ein weiteres Abrutschen bis in den Bereich um die 225,- Dollar wäre noch immer bullish zu werten, erst danach ändert sich das Bild wieder. Die Tesla Story bleibt spannend…!

ThyssenKrupp – Wer versteht das noch?

Einer der stärksten Werte ist zum heutigen Handelsbeginn die ThyssenKrupp Aktie, was einen zumindest angesichts der äusserst angespannten Nachrichtenlage doch verwundern darf. Noch immer konnte kein Käufer für die beiden defizitären Stahlwerke in Amerika gefunden werden. Die Konzernführung hatte einmal einen Abschluss der Verhandlungen für Ende Mai angepeilt, jedoch ist auch dieser Termin nun ergebnislos verstrichen. Und so steht zu befürchten dass dieser Klotz am Bein weiterhin bestehen bleibt und den Konzern auch zweiten Halbjahr 2012/2013 mit ca. 683 Millionen Euro belasten wird.

Nur um es mal festzuhalten…selbst wenn die beiden Werke verkauft werden, heißt das noch lange nicht dass ThyssenKrupp damit wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. Lediglich die Neuverschuldung des Konzerns könnte damit dann deutlich zurückgefahren werden. Auch operativ betrachtet hat der Stahlriese zuletzt einen Umsatzrückgang von 14 Prozent in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres auf ca. 20 Milliarden Euro verkraften müssen. Das Ergebnis ist dabei deutlich von 733 auf 470 Millionen Euro zurück gegangen…! Der weltweite Stahlmarkt insgesamt bleibt weiterhin angeschlagen, sodass auch von dieser Seite in nächster Zeit nicht allzu viel Gutes zu erwarten ist.

Mit der heutigen Meldungen, dass die Bundesregierung auf eine schnelle und umfassende Schadensbegleichung beim sogenannten Schienenkartell-Skandal pocht, kommen weitere Belastungsfaktoren auf den Konzern zu. Insgesamt sollen sich die Strafzahlungen auf ca. 850. Millionen Euro für alle Beteiligten Unternehmen belaufen. Welcher Anteil hier auf ThyssenKrupp zukommen wird kann noch nicht abschließend gesagt werden, aber er dürfte wohl eher einen größeren Anteil an der Gesamtsumme einnehmen.

Am Ende muss ThyssenKrupp all die Sünden der älteren und jüngeren Vergangenheit irgendwann wohl von den Aktionären begleichen lassen, indem eine Kapitalerhöhung durchgeführt wird. Zumindest ist das der einhellige, und auch sehr naheliegende, Tenor der Fachpresse. Eine deutliche Verwässerung der aktuellen Anteile wäre damit wohl in naher Zukunft höchstwahrscheinlich. Wie hoch diese dann tatsächlich ausfallen würde, kann zum jetzigen Zeitpunkt aber ebenfalls niemand beziffern. Alleine die realistische Möglichkeit einer solchen Kapitalmaßnahme ungewissen Ausmaßes, sollte einem verantwortungsbewusstem Anleger aber schon leichte Schweißperlen auf die Sirn treiben.

Die Frage, die ich mir an diesem Punk wirklich ernsthaft stelle, ist….warum kaufen Menschen unter diesen Voraussetzungen die Aktie dieses Konzerns? Und warum gehört ausgerechnet ThyssenKrupp seit April mit zu den stärksten Werten im DAX, und liegt auch heute wieder weit vorne?

Und wiedermal stelle ich fest ….Ich verstehe Börse manchmal auch nicht mehr, wie so oft in letzter Zeit! Es kann doch nicht nur an den vollmundigen Analystenkommentaren in den letzten Tagen liegen, oder..?

Liebe Q-Cells Aktionäre…

….wann kapiert Ihr es endlich? Ich hoffe Sie sehen mir diese direkte Ansprache nach, aber das musste mal gesagt werden wenn ich mir den erneuten Katzenjammer in gewissen Foren ansehe. Manche Menschen neigen offenbar dazu gewisse Fehler mehrfach zu begehen, und sich trotzdem immer wieder ein anderes Ergebnis als beim letzten Mal zu erwarten…

Der Anstieg bei der Q-Cells Aktie wurde nun bereits wieder komplett verkauft, und man muss befürchten dass es jetzt noch einen Stock tiefer gehen wird. Ich habe immer wieder eindringlich davor gewarnt sich an solchen Spekulationen, wie sie am Mittwoch erneut passiert sind, zu beteiligen. Verstanden haben ich den Anstieg ohnehin nicht, denn die Nachricht war schlecht, richtig schlecht für die Altaktionäre! Das Unternehmen stellt sich nun komplett neu auf. Der Kapitalschnitt der mit den Gläubigern vereinbart wurde, heißt nichts anderes als dass nun die Altaktionäre nahezu enteignet werden. Über die Kapitalmaßnahme werden die Gläubiger am Ende mindestens 95 Prozent des Aktienkapitals erhalten. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aktionäre natürlich, aber das ist wohl eher pro forma zu sehen, da es offenbar keine Alternativen mehr zu geben scheint.

Für das Unternehmen ist das zunächst eine gute Nachricht, auch wenn sich mir persönlich die Frage aufdrängt ob auch diese Maßnahme nicht nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein könnte. ich fühle mich an das nordamerikanische Logistik-Unternehmen YRC Worldwide erinnert. Auch hier wurden Kapitalmaßnahmen zur Rettung des Unternehmens durchgeführt, und das gleich mehrfach. Schulden wurden verhandelt und abgebaut und bei der Aktie insgesamt drei Reverse Splitts durchgeführt. Am Ende blieb dem Altaktionäre ein Wert von heute knapp 12,- Dollar von einer Aktie die Anfang 2005 umgerechnet 45.000,- Dollar wert gewesen ist. Man könnte also durchaus von einer Enteignung sprechen 😉

Auch Conergy hat sich irgendwann in einer hoffnungslosen Situation, über die Köpfe seiner Aktionäre hinweg, für eine ähnliche Restrukturierung entschieden Was der Kapitalschnitt der Conergy Aktie gebracht hat, ist bekannt: Eine kurze und ähnlich dynamische Erholung wie bei Q-Cells, danach hat der Wert noch mal rund 90 Prozent verloren. Ich will und kann niemandem raten was er mit seinen Q-Cells Aktien tun soll, aber die Anfragen, der letzten Tage zu diesem Thema, an mich haben mich veranlasst mich doch noch einmal dazu zu äußern. Wer diesen Blog regelmäßig liest weiß auch dass ich am Tage des wundersamen Anstiegs bereits etwas dazu geschrieben habe, bzw. mich zu den Aussichten der Solarbranche in 2012 geäußert habe… Hier noch einmal der Link zu dem Artikel.

Abschließend noch ein Wort zu Charttechnik, sofern man bei einer Aktie wie dieser überhaupt noch davon Gebrauch machen kann. Bei 0,35 Euro liegt so etwas wie ein Boden. Dieser wurde heute bereits unterschritten. Das nächste Kursziel ist damit aus technischer Sicht bei ca 0,20 Euro zu finden.

Conergy – ist der Rauswurf aus dem TecDAX der Todesstoß?

Die Conergy Aktie fällt immer tiefer. Gestern erreichte der Aktienkurs ein neues All-Time-Low bei 0,334 Euro und zerstörte damit wohl vorläufig auch die Hoffnungen vieler Anleger hier in absehbarer Zeit wieder deutlich höhere Notierungen zu sehen. Der Rauswurf aus dem TecDAX dürfte nun der endgültige Todesstoß für die Aktie sein..Ich hatte ja bereits in unserem letzten Artikel darauf hingewiesen, dass es sich bei der Conergy Aktie um einen Kandidaten für einen Totalverlust handeln könnte. Die aktuelle Situation des Unternehmens bedeutet für die Altaktionäre eher die Wahl zwischen Pest und Cholera bedeutet.

Berichte über die “Rettung” des Unternehmens hatten im Dezember die Runde gemacht. Die vermeintliche Rettung von Conergy stellt sich aber als teures Vergnügen für die Aktionäre heraus. „Das Grundkapital soll in einem ersten Schritt von 400 Millionen auf nur noch 50 Millionen Euro gesenkt werden. Damit verringert sich die Zahl der Aktien auf nur noch ein Achtel der Ursprungsposition, was letztlich einer effektiven Reduktion der Aktien um  87,5 Prozent entspricht.“ (20.Dezember 2010)

Ich hatte damals zu Kursen um die 60 Cent geraten dringen die Restbestände in der Aktie abzubauen so schmerzlich dies auch sein möge, und hoffe einige Leser sind diesem Rat gefolgt. Kurszfristig gehe ich davon aus, das das Leiden hier weitergehen wird und wir noch tiefere Kurse in absehbarer Zeit sehen werden. Der Chart verrät, das es nun zunächst bis auf 0,32 und 0,29 Euro runter gehen dürfte. Ob hier dann Schluss ist wage ich derzeit nicht zu sagen. Auch die Charttechnik kann bei einer Aktie wie Conergy nicht mehr wirklich angewendet werden. Das Fazit bleibt aber das gleiche wie bereits im Dezember: Finger weg!

 

Conergy kommt nicht zur Ruhe

Conergy hat heute den Verlust von knapp der Hälfte seines Grundkapitals vermeldet. der Solarkonzern kommt einfach nicht zur Ruhe, erst kürzlich schöpften Anleger neue Hoffnung, nachdem neue Investoren für die Gesellschaft gefunden werden konnten, auf eine baldige Besserung. Lesen Sie hierzu bitte auch unseren Artikel. „Conergy – zwischen Pest und Cholera“ In einer Pressennachricht von heute hieß es dann „Weil der Konzern auf bestehende Darlehensforderungen gegenüber in- und ausländischen Tochtergesellschaften verzichte und einer daraus resultierenden Neubewertung bei der Aktiengesellschaft, sei ein Verlust in Höhe von 190 Millionen Euro eingetreten. Die Conergy-Aktien wurden am Morgen kurzzeitig vom Handel an der Frankfurter Börse ausgesetzt.“

Laut Unternehmensangaben bleibt das Konzernergebnis hiervon unberührt. Man gehe weiterhin von einem Ergebnis von 30 Millionen bis 40 Millionen Euro für das Gesamtjahr aus, hieß es. Das Unternehmen muss nun eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten. Fachleute bezeichneten die Kapitalmaßnahme als normal und verwiesen darauf, dass eine ein solches Vorgehen bei der Restrukturierung von Tochtergesellschaften unerlässlich sein. Der Aktienkurs sackte heute erneut um über acht Prozent auf 0,45 Euro ab. Wir bleiben bei unserer Einschätzung zu der Aktie und gehen von einer massiven Verwässerung des Aktienkurses in der Zukunft aus.

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